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21 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen mein Vater bittet mich, sein Leben zu beenden....
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Die preisgekrönte französische Autorin Emmanuelle Bernheim schreibt in ihrem Roman "Alles ist gutgegangen" über den Freitod, den Selbstmord, das gewollte Ende eines menschlichen Lebens. Ein sehr berührendes, hochemotionales Buch ist es, das sicher irgendwo am Firmament des Literaturhimmels angesiedelt werden wird. Ja, es ist ohne Zweifel ein...
Vor 8 Monaten von Jouvancourt veröffentlicht

versus
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Beklemmende Thematik
Es ist die Thematik des Buches, die den Leser letztlich bis zur letzten Seite in Beschlag nimmt und die die Spannung hält. Die Frage, wie weit ein bis dato lebensfroher Mensch, der aufgrund einer akuten Behinderung nicht mehr in der Lage ist, selber Hand an sich zu legen, seine Familie und Freunde nun bitten darf, ihm dabei Unterstützung zu gewähren...
Vor 5 Monaten von Florian_S veröffentlicht


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21 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen mein Vater bittet mich, sein Leben zu beenden...., 4. Februar 2014
Von 
Jouvancourt (Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Alles ist gutgegangen (Gebundene Ausgabe)
*
Die preisgekrönte französische Autorin Emmanuelle Bernheim schreibt in ihrem Roman "Alles ist gutgegangen" über den Freitod, den Selbstmord, das gewollte Ende eines menschlichen Lebens. Ein sehr berührendes, hochemotionales Buch ist es, das sicher irgendwo am Firmament des Literaturhimmels angesiedelt werden wird. Ja, es ist ohne Zweifel ein gesellschaftlich wichtiges und literarisch begeisterndes Buch!

Der Vater der Schriftstellerin, 89 Jahre alt, ist das, was man ein Universaltalent und einen Lebemann nennt: er schreibt Bücher, interessiert sich für Musik, die Malerei, Reisen um die ganze Welt und er hat immer prächtige Einladungen für seinen großen Freundeskreis gegeben. Ein großartiger, expansiver Mensch, der das Leben in vollen Zügen geniesst! Dann kommt plötzlich der Schlaganfall. Operationen, Klinikaufenthalte, KomplikationenEr kann nicht mehr schreiben, bald auch nicht mehr sprechen. Stumm verlangt er von seiner "Nuèle", wie er seine Tochter nennt, sein Leben zu beenden. Zunächst schweigt sie dazu, versucht mit diesem Gedanken umzugehen, um dann auch ihre Schwester Pascale, dann Serge, ihrem Mann, und schliesslich alle wahren und falschen Freunde ihres Vaters damit zu konfrontieren. Eine Freundin kennt einen Schweizer Sterbehilfeverein. Sie trifft sich in Paris mit einer Abgesandten dieser Institution und ab diesem Zeitpunkt mischen sich im Kopf des Lesers Tränen mit Lächeln, denn die Situation ist nicht nur absurd, sondern der Schreibstil wird auch immer göttlicher: distanziert, prüde und doch hochemotional zugleich. Emmanuelle Bernheim geht mit diesem Tabuthema unserer Gesellschaft auf eine subtil-delikate Weise um, umhüllt oft alles mit einem federleichten, weißen Seidenschleier, gibt das Thema an die Schwester weiter, bezieht den Vater mit ein, der vor allem mit seinem Blick kommuniziert, es geht um viel Geld, es geht um glückliche, gemeinsame Jahre, um enge Beziehungen und ...um Liebe.

Die Autorin wandert im Buch auf einem Weg der Liebe und nimmt den Leser fest unter den Arm: die täglichen Spaziergänge zur Klinik, der kühle Regen, der Hunger, eine Tasse Kaffee, einige Akkordeontöne am Bürgersteig, der weiße Mantel der Schwester, die Fragen, ihre konsternierten Pläne, denn je mehr sie an das Datum der Euthanasie heranrücken, desto besser scheint es ihrem Vater zu gehen. Er gewinnt an Farbe, nimmt seinen Humor wieder auf. Hoffnung und die Unfähigkeit mit einer derartigen Situation umzugehen prägen die Tage der beiden Schwestern. Ihr Vater bestellt Avocado-Crème mit Pommes für seinen letzten Restaurantbesuch. Die Schwestern sind konsterniert. Sie können jederzeit den Termin mit der Sterbehilfe absagen und hoffen inbrünstig, dass der Vater diesen Plan aufgeben würde.

Später erfährt Emmanuelle, dass ihr Vater das Gift zu sich genommen hat, während er einer Symphonie von Beethoven lauschte...

Dieses Thema gehört in unsere Gesellschaft wie die Geburt oder die erste Kommunion oder sonstige wichtige Ereignisse im Leben. Jede Familie kennt und lebt solche schmerzhaften Situationen! Wer von uns ist noch nicht mit diesem Schmerz des Abschieds konfrontiert worden? Wir können darüber nicht verfügen, wir sind diesem Moment auf entsetzliche Weise ausgeliefert und beenden oft ein reiches Leben mit einer einsamen Entscheidung! Das Thema ist nicht einfach aufzuarbeiten und schon gar nicht in diesem mitreissenden Ton! Man wird im Buch keine Bedrückung, Grabesstille oder dumpfe Passagen finden, es liegt irgendetwas Zauberhaftes in der Geschichte, ja, es ist Verzweiflung zu spüren, Trauer, Momente des Wahnsinns, aber doch schreitet die Geschichte in einem respektvoll-fröhlichen Ton dahin.

Die Autorin spielt mit einer beeindruckenden Satzmelodie: kurze Sätze für die zweifelnden, bohrenden Gedanken, lange Sätze für die Phasen nach den Entscheidungen. Teils schreibt sie tagebuchartig, dann kommen wieder Anekdoten als tragende Elemente vor, der Stil ist frisch, leicht, manchmal humorvoll und doch immer wieder durchtränkt von einem großen Respekt vor dieser finalen Entscheidung des Selbstmordes.

Ein großer Roman, sehr empfehlenswert!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch zur passenden Zeit, 16. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Alles ist gutgegangen (Gebundene Ausgabe)
Es gibt sie, jene medizinischen Fälle, die quasi „vom Sterbebett aus“ eine nicht erwartete „Verlängerung“ erleben. Hoffnungslose Fälle, die sich doch noch einmal, wenn auch meist nur für eine gewisse „Gnadenfrist“ dem Leben zuwenden können.

Der Prozentsatz ist verschwindend gering.

In der Regel ist es für Ärzte, Angehörige, oft auch für die Betroffenen selbst erkennbar, das Sterben ansteht, der Tod in den Raum tritt. Immer mehr Menschen betrachten auch diese Phase des Lebens als eine, die selbstbestimmt gestaltet werden kann.

Angesichts des heutigen Wissens um die Begleiterscheinungen des Sterbens bei bestimmten Krankheitsbildern, angesichts manche innerer Haltung, nicht als rundum pflegebedürftige „Etwas“ enden zu wollen, wird der Ruf seit Jahren lauter, sich gesellschaftlich und politisch auch in Deutschland mit der Ermöglichung einer aktiven Sterbehilfe auseinanderzusetzen und so da, wo Familienangehörige oder gar Ärzte eine solche billigend in Kauf nehmen, eben keinen Straftatbestand mehr in den Raum zu setzen.

Das „aktive Sterben“ ist dabei immer noch ein Tabu. In Deutschland aus der unsäglichen Geschichte der Euthanasie im dritten Reich heraus und aufgrund der christlichen Prägung der abendländischen Kultur, aber auch aus einem genauen Beobachten heraus der Gefahr des Missbrauchs einer solchen aktiven Sterbehilfe in Nachbarländern. So verbleibt bis dato der selbstbestimmte Weg z.B. in die Schweiz und das Sterben „von eigener Hand“.
Dies ist auch das Thema dieses Buches.

Jo Roman hat im Übrigen den Vorbehalten bereits vor Jahrzehnten mit ihrem (schon früh im Leben beschlossenen und „ausgerechneten“) Plan des „aktiven Sterbens“ („Freiwillig aus dem Leben“) für eine breite und heftige Diskussion gesorgt.

Emmanuele Bernheims sensible Darstellung der Geschichte ihres Vaters und mit ihrem Vater eröffnet dem Leser nun einen emotionalen und doch auch sachlichen Blick auf die inneren Entscheidungsprozesse, die angesichts des Sterbewunsches eines geliebten und vertrauten Menschen stattfinden.

Ein Buch, dass sich allein schon von der Darstellungskraft der Autorin her lohnt, zu lesen, dass in sehr persönlicher Weise, zum Ende hin dramatisch, die inneren Abläufe, die Entscheidungen, den inneren, vorbereitenden Weg in die Schweiz und die Ressentiments mancher aus der Umgebung und der Gesetzgebung in Frankreich trefflich und emotional dicht vor Augen führen.

Das innere Begreifen, die Planung, die surreale Momente im Kopf auslöst, das Erinnerungen frei setzt an den Vater und das zurückliegende Leben. Momente, die Bernheim nicht in der Breite rührselig auswalzt, sondern in genau dem richtigen Tonfall aus ihren persönlichen Eindrücken, Erlebnissen und emotionalen Momenten heraus.

„Vielleicht ist nun der Moment gekommen, mich in das Abschiedszzzzeremoniell zu stürzzzzzen, oder?“.

Und als Tochter dies bewusst und klar mit zu begleiten, den Vater zu warnen, nicht zu offen darüber zu sprechen, ein schwieriger, aber ebenso auch warmer, erinnerungsträchtiger und intimer Weg ist es, den Bernheim eindrucksvoll beschreibt.

Ein intensives, gut zu lesendes und stark zum Nachdenken anregendes Buch, eine sehr empfehlenswerte Lektüre über das selbstbestimmte Ende des Buches, dass auch auf die Diskussion zur aktiven Sterbehilfe zurückwirken wird.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein auch sprachlich überzeugendes Buch, die bisherigen Pfade der Debatte verlässt und sich literarisch dem Thema nähert, 5. Februar 2014
Von 
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Alles ist gutgegangen (Gebundene Ausgabe)
Die Debatte um die Straffreiheit von aktiver und passiver Sterbehilfe wird in vielen europäischen Ländern engagiert geführt. Über Jahrzehnte und Jahrhunderte gültige Tabus und Wertecodices sind dabei aufgeweicht und verändert worden. Ein Ende der Debatte ist nicht abzusehen. Doch sie ist längst aus den Bereichen der medizinischen Ethik und der Politik ausgewandert in den Bereich, in dem schon immer gesellschaftliche Veränderungen und Transformationen von moralischen und ethischen Dimensionen und Haltungen zuerst und nachhaltig thematisiert werden: in die Literatur.

Die Zahl der meist sehr persönlich gefärbten Bücher, in denen Menschen über ihr Sterben berichten, geht in die Hunderte. Und es kommen auch immer mehr dazu, in denen das Thema Sterbehilfe vorurteilsfrei angesprochen wird. Zuletzt etwa hat Martin Winckler einen Roman vorgelegt mit dem Titel „Es wird leicht, du wirst sehen“, der unter die Haut ging. Er verführt zu schneller Zustimmung zu dem, was die Hauptperson tut, (Menschen beim Sterben helfen) und legt doch immer wieder Spuren aus, auf denen der Widerspruch gehen kann. Denn es bleibt einer der drängendsten Fragen: darf ein Arzt oder irgendwer sonst einem Menschen auf dessen Wunsch zum Sterben verhelfen?

Genau diese Frage muss sich auch die Autorin des hier anzuzeigenden neuen Buches stellen. Die französische Schriftstellerin Emmanuele Bernheim hat es geschrieben. Ihr Vater Andre Bernheim, ein Pariser Kunstsammler jüdischer Herkunft, mittlerweile 88 Jahre alt, hat in den letzten Jahren viele lebensbedrohliche Krankheiten und Situationen immer wieder gut überstanden, er hat sein freies Leben mit viel Kultur und mehreren Restaurantbesuchen in der Woche geführt wie ehedem, als ihn über Nacht ein Schlaganfall ans Bett fesselt.

Emmanuele Bernheim und ihre Schwester Pascale kümmern sich um ihn. Die Sprache, atemlose, kurze Sätze, in der sie davon berichtet, trifft den psychischen Zustand von Verwandten, die mit einer solchen Situation sich konfrontiert sehen, sehr gut. Sie müssen funktionieren, ihr normales Leben irgendwie weiter geregelt bekommen und sich doch mit dem nun scheinbar Unausweichlichen auseinandersetzen, zumal die Mutter, Andres Frau durch eine fortgeschrittene Parkinsonkrankheit selbst schon vor langer Zeit zum Pflegefall geworden ist.

Es dauert nur wenige Tage, da konfrontiert Andre Bernheim seine Tochter mit einem Wunsch: „Ich möchte, dass du mir hilfst, Schluss zu machen.“
„Mein Vater lächelte mich an. Ein richtiges Lächeln, ein Lächeln wie früher, mit strahlenden Augen und Lachfältchen rundherum.“

Emmanuele muss diesen Satz, der wie ein Schock auf sie wirkt, erst verarbeiten. Doch sie hat keine einzige Sekunde einen Zweifel, dass sie dem Wunsch ihres Vaters nicht entsprechen wird. Sie öffnet sich langsam ihrem Mann Serge und ihrer Schwester Pascale, die zwar erschüttert sind, aber nicht grundsätzlich das Recht Andres auf Selbstbestimmung in Frage stellen.

Es zeichnet das Buch übrigens aus, dass es an keiner Stelle die Kategorien richtig oder falsch ins Spiel bringt oder eine ethische Reflexion über die Zulässigkeit einer solchen Sterbehilfe bietet. Der Wunsch des Vaters ist legitim, nur Cousinen aus den USA die später anreisen, versuchen ihn erfolglos von seiner Entscheidung abzubringen.

Dennoch wird auf jeder Seite überdeutlich, mit welchen großen Belastungen der Wunsch des Vaters besonders für die beiden Töchter verbunden ist. Da die rechtliche Lage in Frankreich eine Hilfe beim Sterben nicht zulässt, weichen die beiden aus in die Schweiz zu einem Verein für Sterbehilfe.

Es ist ein atemloser Kampf gegen die Bürokratie und die Zeit, der nun beginnt, und der einen das Buch nicht aus der Hand legen lässt, bis man weiß, wie „alles gut gegangen ist.“

Die Rezeption, die das Buch schon in den ersten Tagen nach seinem Erscheinen in Deutschland erhalten hat ( der Spiegel hat in seiner aktuellen Ausgabe das Thema zur Titelgeschichte gemacht) zeigt an, dass es die Thematik die Menschen bewegt. Peter Praschl nennt in seiner Rezension in der Welt am Sonntag „Alles ist gutgegangen“ „ein Buch, das alle Debatten über Sterbehilfe verblassen lässt“.

Ja, gerade weil es die bisherigen Pfade der Debatte verlässt, und versucht das Thema literarisch zu bewältigen. Das ist Emmanuele Bernheim eindrucksvoll gelungen. Es werden Bücher wie dieses sein, die über die Zeit ihre Wirkung entfalten in einem Diskurs, der nicht den Theologen, Philosophen und Politikern überlassen bleiben darf, sondern an dem sich breite Schichten der Gesellschaft beteiligen sollten.

Die Freiheit des modernen Menschen scheint übergroß. Die Verantwortung, die ihm daraus erwächst, droht ihn zu überfordern. Noch einmal. Es bleibt einer der drängendsten Fragen: darf ein Arzt oder irgendwer sonst einem Menschen auf dessen Wunsch zum Sterben verhelfen?

Und, so möchte ich persönlich hinzufügen: Kann ich Menschen, die ich mehr liebe als mein Leben, um einen solchen Dienst bitten?
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Beklemmende Thematik, 19. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Alles ist gutgegangen (Kindle Edition)
Es ist die Thematik des Buches, die den Leser letztlich bis zur letzten Seite in Beschlag nimmt und die die Spannung hält. Die Frage, wie weit ein bis dato lebensfroher Mensch, der aufgrund einer akuten Behinderung nicht mehr in der Lage ist, selber Hand an sich zu legen, seine Familie und Freunde nun bitten darf, ihm dabei Unterstützung zu gewähren. Dürfen die Kinder es zulassen, dass ihr Vater - letztlich mit ihrer Hilfe - aus dem Leben scheidet? Eine Frage, die sicherlich im Privaten viel diskutiert und überdacht wird, und dennoch in der Öffentlichkeit viel zu wenig thematisiert.
Warum ich dennoch nur 3 Sterne vergebe. Wegen der Sprache. Wenn auch meine Vorrezensenten dieselbe wiederholt in höchsten Tönen loben, - ich finde sie mehrheitlich sehr holprig und auf dem Niveau eines Schulaufsatzes. "Literatur" im engeren Sinn ist das Büchlein nicht.
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5.0 von 5 Sternen Kein Roman, deswegen großartig, 1. Juli 2014
Von 
BerndP "berndp" (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Alles ist gutgegangen (Gebundene Ausgabe)
Würde es sich bei diesem Buch um einen Roman handeln, ich hätte einiges kritisch anzumerken – da würde mir Hintergrund zu den Figuren fehlen, ich würde mehr über die Kindheit der Erzählerin wissen und tiefer in die Geschichte ihres Vaters eintauchen wollen. Aber: Dies ist kein Roman. Und deswegen kann ich mich nur bei Emmanuèle Bernheim bedanken für diesen Einblick in das, was ihr widerfahren ist, dieses Teilen einer schmerzhaften und außerordentlich intimen Erfahrung. ALLES IST GUTGEGANGEN berührt mich auf verschiedenen Ebenen: Zum einen ist da natürlich die „Hauptgeschichte“, in der es darum geht, dass ein Vater seine Tochter bittet, ihm beim Sterben zu helfen; bei einem Freitod, den er menschenwürdig findet und der für sein Kind zu einer emotionalen Härteprüfung wird (bei dem das Thema „menschenwürdig“ auf einmal eine ganz andere Bedeutung bekommt). Zum anderen sind es aber auch die vielen Geschichten, die hier nur angerissen werden – das „wilde“ Liebesleben des Vaters, die sehr komplexe Familiendynamik, die Unsicherheiten der Erzählerin. Dies alles verdichtet sich zu einem komplexen, aber nicht zu einem kompletten Bild; zu einer Ahnung davon, wie es sein könnte, die Familie Bernheim zu kennen. Und natürlich ist dies der Ausgangspunkt für das eigene Kopfkino, für das Reflektieren über die eigenen Eltern, das gemeinsame Leben und besonders die Endlichkeit desselben. Anders als I.M. von Connie Palmen – ein Buch, das mich leider sehr unangenehm berührt hat – ist ALLES IST GUTGEGANGEN ein Werk, an das ich noch lange zurückdenken werde. Die Autorin versteht es, eine außergewöhnliche Balance zu finden zwischen dem, was sie preisgibt, und dem, was sie für sich behält. An keiner Stelle hatte ich das Gefühl, dass sie ihr Leid in die Welt herausschreien will – sie nimmt sich zurück. Sie beobachtet. Und schenkt uns, ihren Lesern, so ein erschreckendes, bewegendes, intimes, brutales, amüsantes, kurzweiliges, mitreißendes und auf eine erstaunliche Art ehrliches Leseerlebnis. Daher: DANKE, Emmanuèle Bernheim.
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0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Alles ist gut gegangen., 17. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Alles ist gutgegangen (Kindle Edition)
Der Wunsch des alten Mannes ist völlig verständlich, der Zweifel der Töchter nachfühlbar. Habe das Buch in einem Atemzug ausgelesen.
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Alles ist gutgegangen von Emmanuèle Bernheim (Gebundene Ausgabe - 3. Februar 2014)
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