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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sprachlich genau und treffend, doch etwas überkonstruiert
Anton, der Erzähler dieses Romans, erfährt aus der Zeitung von einer Bombendrohung an die Gemeinde, in der er lebt. Die Drohung wird untermauert durch ein "Kehret um!", eine zweite Drohung konkretisiert diese religiös-biblische Anspielung noch. Der Erzähler, Lehrer in dem Dorf im österreichischen Hinterland, aus dem er stammt und wo sein Bruder...
Vor 14 Monaten von Gavin Armour veröffentlicht

versus
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Vorsicht Bücher
Büchern scheint in Norbert Gstreins Roman mit seinem bedeutungsschweren Titel eine geradezu magische Rolle zuzukommen, immer wieder liegen sie zufällig irgendwo herum, Dutzende von ihnen werden erwähnt oder es wird darüber gesprochen, ja es werden sogar zwei Romane geschrieben in diesem Plot, einer vom Protagonisten und einer vom Ich-Erzähler...
Vor 11 Monaten von Borux veröffentlicht


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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sprachlich genau und treffend, doch etwas überkonstruiert, 23. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Eine Ahnung vom Anfang: Roman (Gebundene Ausgabe)
Anton, der Erzähler dieses Romans, erfährt aus der Zeitung von einer Bombendrohung an die Gemeinde, in der er lebt. Die Drohung wird untermauert durch ein "Kehret um!", eine zweite Drohung konkretisiert diese religiös-biblische Anspielung noch. Der Erzähler, Lehrer in dem Dorf im österreichischen Hinterland, aus dem er stammt und wo sein Bruder sich einst das Leben nahm, erinnert sich an seinen Schüler Daniel, mit dem - und dessen Freund Christoph - er zehn Jahre zuvor einen Sommer am Fluß in seiner alten Mühle verbracht hatte. Täglich waren die Jungs rausgekommen und hatten ihn besucht, einmal mit Judith, einer Klassenkameradin, die heute Antons Kollegin ist. Daniel hatte etwas Genialisches an sich, er war ein Fragender und sehr offen für die Einflüsterungen jener Erwachsener, denen er sich offenbarte. So verlangte er von Anton immer wieder Literatur, die ihm Antworten auf seine Fragen nach Sinn und Inhalt des Lebens geben könnten. Albert Camus ist Antons erste Wahl. Doch neben dem Lehrer, der seinem Schüler v.a. jene Werke gibt, die er einst seinem kleinen Bruder Robert empfahl und die wesentlich mitverantwortlich gemacht wurden für dessen Freitod, gibt es mit dem Religionslehrer Bleichert, zugleich Pfarrer in der Gemeinde, noch jemanden, der um Daniels Seele kämpft. Und nun, zehn Jahre nach jenem Sommer mit all den Gerüchten und den bösen Worten über den Lehrer und seine Schüler "draußen am Fluß", kommt nicht nur Anton die Idee, daß die Drohungen durchaus Daniel zuzurechnen seien. Und während der Erzähler uns seine Erinnerungen darreicht, empfinden andere - Judith z.B. - schlichtweg Angst, wenn sie an Daniels Intensität, Kompromißlosigkeit und Unversöhnlichkeit denken...

Norbert Gstrein breitet diese Geschichte in eienr flirrenden, leichten - wenn auch nicht immer leicht zu lesenden - Sprache vor dem Leser aus. der Sommer ist spürbar, ebenso, wie die Erinnerung uns oft Erlebtes, das an sich schon schön war und unser Leben bestimmte, noch einmal versüßt. Wir verdrängen, was vielleicht die Stimmung und also die Kohärenz unseres erinnerten Erlebens stören könnte. Und dennoch kommt aus den Untiefen der Vergangenheit auch hervor, was uns ängstigt, was uns bedroht oder was wir auch nur als bedrohlich empfinden.

Das alles kann überzeugen. Das Buch ist auch ehrlich, wenn erst mit zunehmnder Erzähldauer die Risse auftreten, die die Erinnerung zu übertünchen versucht - daß schon damals böse Gerüchte aufkamen, daß Judith den Jungs - und immanent auch ihrem Lehrer - eher spöttisch begegnete, daß Daniel weitaus mehr Aufmerksamkeit von seinem Lehrer forderte und bekam, als Christoph. Die "bösen Gerüchte" sind natürlich das, was Anton am ehesten fürchtet und dennoch gelingt es Gstrein, in Nebensätzen und Gedankenanrissen eine Atmosphäre zu schaffen, in der der Leser sich manchmal fragt, ob der Erzähler möglicherweise doch nicht die ganze Wahrheit sagt (und eben doch mehr dran war, als wir ahnen) oder sich gar nicht recht erinnern kann? Das ist stmosphärisch dicht, manchmal fast unangenehm in seiner Offen- und Uneindeutigkeit und es rührt auf.

Soweit muß man also sagen, daß man es hier wirklich mit einem der besten Bücher der Saison zu tun hat. Doch leider gibt es durchaus Kritisches anzumerken. Denn für den zeitgenössischen Leser will sich dieser "Kampf um die Seele eines Jungen" nicht mehr recht erschließen. Es mag sein, daß im (katholischen) österreichischen Hinterland eine solche Anordnung, wie sie hier vorgeführt wird, durchaus noch greifen kann. Doch der Leser wehrt sich innerlich dagegen. Da sollen also ein Lehrer, der (natürlich) mit weltlichen Mitteln - der Literatur! - und ein Pfarrer, der die Liturgie und das Gebet (und eine Pilgerreise nach Jeruselem) dagegen zu setzen hat, um das Seelenheil eines Jungen kämpfen, im beginnenden 21. Jahrhundert? In Zeiten von Internet und Smartphones? Fast wollte man sich wünschen, daß das so noch möglich sei, doch es fehlt (zumindest dem Rezensenten) der Glaube daran. Die Anordnung funktioniert so nicht. Sie hätte in einer Geschichte aus oder über die 50er, vielleicht noch die 60er Jahre gepasst, in den 70ern wäre es schon schwer geworden und danach - nahezu unmöglich. Das ist die Schwachstelle des Buches und man liest sie ununterbrochen mit.

Zudem muß man leider anmerken, daß Daniel, also das "Objekt der Begierde" - um mal im Jargon der angedeuteten Gerüchte zu bleiben - dem Leser seltsam entrückt bleibt. Unscharf ist er, undeutlich. Sicher, er wird uns nur und ausschließlich durch den Erinnerungsfilter des Erzählers beschrieben. Doch sollte man meinen, daß ein Mensch, ein Junge, ein Schüler, der derart Eindruck hinterlassen haben soll, daß bei einer Bombendrohung, 10 Jahre nach dessen Matura, alle möglichen Leute sofort an ihn denken, schärfere Konturen aufweist? Einem Schemen gleich geistert dieser Junge durch die Erinnerungen, also das Buch, und kommt uns doch nicht nah. Es wird uns nicht deutlich, warum er diesen Eindruck auf alles und jeden machte. Eher erzeugt er beim Leser eine Gereiztheit, da er schlciht wie einer dieser pubertierenden Alleswisser und Rechthaber vorkommt, die einem allenthalben begegnen und viel Toleranz bei jedem Älteren erfordern.

Wenn es gelingt, über den Konstruktionsfehler hinwegzulesen, sich an Daniels "Unschärfe" nicht zu stören, dann hat man es allerdings mit einem sprachlich aufregenden, packenden Buch zu tun. Man kann hier einsinken in das Gefühl des Sommers, wenn die Tage dahinzugleiten scheinen und die Zeit still steht und man meint, davon im Überfluß zu haben, um noch ein Wasser zu trinken, um zu lesen, im Fluß zu schwimmen und sich dann doch gemächlich auf den Heimweg zu machen, es sei denn, man entschlösse sich,einfach zu bleiben und die Nacht unter den Sternen zu verbringen. Die Geschichte des Romans tritt dann etwas in den Hintergrund, obwohl sie präsent bleibt und auch durchaus spannend ist. Denn man will schon wissen, woran man bei Daniel ist und was aus diesem Suchenden "vor dem Herrn" geworden ist. Und ob er wirklich seinen alten Mitdörflern droht. Und man ergötzt sich durchaus an den Geplänkeln zwischen dem Lehrer Anton, dem Religionslehrer Herrn Bleichart, Antons Vorgesetztem, dem Direktor der Schule, der sich einerseits als gefälliger Freund versteht, andererseits offenbar auch als gestrenger Zuchtmeister. Gstrein hat diese dumpf-verdächtigende Atmosphäre eines hinterwäldlerischen Dorfes genau eingefangen und man kann auch die Beklemmungen, die einen weltoffenen Menschen wie Anton hier befallen, gut nachvollziehen.

Fragt sich nur: Wieso ist er immer geblieben? Wieso bleibt er noch?

Sprachlich großartig, von der Story her eher zu konstruiert, hat man es hier mit einem (fast immer) gut lesbaren Werk zu tun, daß sich in die Reihen der in diesem Jahr wahrlich vielen guten Romanen einreiht.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Verunsicherung, professionell, 19. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Eine Ahnung vom Anfang: Roman (Gebundene Ausgabe)
Alleine schon der sublimen Sprache wegen verdient dieses Buch 5 Punkte. Es kommt selten vor, dass man eine Geschichte derart stimmig erzählt bekommt, und da können nur wenige Kollegen mithalten.

Anton, der abgeklärte, aber gegenüber begabten Schülern mehr als initiative Lehrer erzählt aus der Ich-Perspektive uns LeserInnen, aber man hat den Eindruck, mehr sich selbst, die Geschichte eines Sommers vor 10 Jahren, einer Bombendrohung, des Kampfes um einen jungen Mann gegen die Einflüsse des bigotten Religionslehrers, die Geschichte einer Kleinstadt, die groß genug ist für eine höhere Schule und klein genug für grosse Vorurteile und Voreingenommenheiten, und er versucht sich dabei an die Wahrheit heranzutasten, wohl wissend, dass das nicht geht, zu sehr steht man sich als ErzählerIn selbst dabei im Weg: und irgendwie wurde ich den Eindruck nicht los, dass Anton mehr wusste, als er uns erzählte, versuchte, die LeserInnen seines Berichtes hinters Licht zu führen, und so verließ ich das Buch mit einem Unwohlsein, wie ich es sonst bei Gerhard Roth erleben kann, oder bei Paulus Hochgatterer. Das ist hohe Kunst, eine Verunsicherung der LeserInnen herbeizuführen, die einen noch einige Tage in Beschlag nimmt, ehe man sich wieder ganz etwas anderem zuwenden kann.

Absolut lesenswert, wenn man sich von einem Buch Spannung erwartet, ohne dass es ein klassischer Kriminalroman sein muss.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Vorsicht Bücher, 20. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Eine Ahnung vom Anfang: Roman (Gebundene Ausgabe)
Büchern scheint in Norbert Gstreins Roman mit seinem bedeutungsschweren Titel eine geradezu magische Rolle zuzukommen, immer wieder liegen sie zufällig irgendwo herum, Dutzende von ihnen werden erwähnt oder es wird darüber gesprochen, ja es werden sogar zwei Romane geschrieben in diesem Plot, einer vom Protagonisten und einer vom Ich-Erzähler. Letzteren Text halten die Leser gerade in den Händen, erklärt uns der Autor. Gefahren drohen, weil manche dieser Bücher so machtvoll werden, dass sie jugendliche Leser auf falsche Fährten führen, ihr Leben unheilvoll beeinflussen. Lädt also ein Deutschlehrer Schuld auf sich, so ist zu fragen, wenn er seinen Schülern gewisse Bücher empfiehlt, sie ihnen sogar aus seiner eigenen Bibliothek zur Verfügung stellt? Und damit dann womöglich Entwicklungen heraufbeschwört, die sich im Nachhinein als durchaus unheilvoll erweisen können? Es ist seine «Ahnung vom Anfang», die auf ihn wartende typisch bürgerliche Biografie nämlich, die den jungen Helden dieses Romans zu seiner Flucht ins Irreale treibt.

In der Rolle eines Zauberlehrlings, der die Geister, die er rief, nicht mehr zu bändigen weiß, glaubt sich der personale Erzähler zu befinden mit seinem hochintelligenten Schüler Daniel. Zwischen beiden besteht eine vermutlich nicht ausgelebte homoerotische Verbindung, der Autor lässt den Leser da im Dunkeln in bester Thomas-Mann-Tradition, und das ist gut so, um mit Klaus Wowereit zu sprechen, denn es gehört einfach nicht zum Thema. Daniel nämlich mit seiner angelesenen skeptischen Weltsicht gerät in die Fänge zweier Seelenretter. Zunächst ist da ein missionarischer Religionslehrer, der ihn während einer Israel-Reise zu einer naiven Religiosität bekehren will, später wird er dann auch noch von einem fanatischen amerikanischen Endzeitprediger quasi einer Gehirnwäsche unterzogen. Er wandelt sich zum nicht mehr ernst zu nehmenden Sonderling, ist von der Vernunft her kaum noch ansprechbar, bricht sein Mathematik-Studium ab, seine Handlungen werden immer unverständlicher, er verschwindet monatelang, ohne zu sagen wohin. Man traut ihm schließlich sogar eine Bombendrohung zu, die beschauliche Tiroler Kleinstadt ist in heller Aufregung deswegen. Sogar sein ehemaliger Deutschlehrer wird scheel angesehen, gerät in den Verdacht der Komplizenschaft. Der psychologisch bewanderte Polizist des Ortes erweist sich als erstaunlich kompetent in terroristischen Denkweisen, die in der Zerstörung einen Weg suchen, ihre Ideen bekanntzumachen, ihre Ideale durchzusetzen.

Auch der Ich-Erzähler driftet in diesem tiefsinnigen Roman immer weiter aus der Realität hinaus, erzählt, am Schüler Daniel gespiegelt, seine eigene Geschichte, die kaum weniger realitätsfern erscheint. Die zwei Handlungsstränge sind eng miteinander verwoben, in beiden gibt es Selbstmorde, Bedrohliches, Trennungen, Scheitern. Die Zusammenhänge bleiben aber mehr oder weniger undeutlich, sind teilweise nur zu ahnen, eine recht unscharfe Erzähllinie des Autors, die nicht jedermanns Sache sein dürfte, auch wenn es, in Maßen, spannend bleibt. Die überaus ambitionierte Thematik wird sprachlich perfekt umgesetzt in diesem Roman, seine Figuren sind klar gezeichnet, allzu viel Empathie können sie allerdings nicht wecken beim Leser.

Der skeptische, eher distanzierte und völlig humorfreie Erzählstil des Autors lässt leider keine wirkliche Lesefreude aufkommen. Dafür erfreut die Lektüre durch ihren geistigen Tiefgang umso mehr, regt zum Nach- und Weiterdenken an mit einer Thematik, die schließlich jeden von uns ganz persönlich betrifft. Unwillkürlich ist man zum Vergleich mit dem eigenen Lebensweg gedrängt und mit den Umständen, die an seinem Anfang vorlagen, und dass wir vielleicht sogar schon so etwas wie eine Ahnung davon hatten.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein literarisches Meisterwerk !, 9. September 2013
Von 
Jouvancourt (Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Eine Ahnung vom Anfang: Roman (Gebundene Ausgabe)
*

Der österreichische Schriftsteller Norbert Gstrein hat in seinem neuen Roman eine sowohl rätselhafte, wie auch unterhaltsame Geschichte aufgearbeitet.

Die Hauptfiguren des Romans sind der Lehrer Anton und sein ehemaliger Schüler Daniel, deren Lebenswege irgendwie immer wieder zusammenfinden und beide von schrecklichen Ereignissen in der Vergangenheit geprägt sind. Auf einer anderen Erzählebene verändern das Leben von Daniel einige Bücher, er verbringt zwei Wochen in Israel - Anton war zwei Jahre in Istanbul. Das erfährt man nach und nach in der Ein- und Überleitung des Romans. In der Handlungsgegenwart wird auf dem Bahnhof einer österreichischen Provinzstadt eine Tasche gefunden, in deren Innern sich eine Bombe befindet. Auf einem angebrachten Zettel heißt es: „Kehrt um! Erste und letzte Warnung. Beim nächsten Mal wird es ernst.“ Ein Terroranschlag mit einer echten Drohung? Eine harmlose Attrappe eines Idioten? Gerüchte kommen augenblicklich hoch, als ein unscharfes Foto des potenziellen Bombenlegers in Umlauf gebracht wird. Anton glaubt, seinen ehemaligen Schüler Daniel zu erkennen und rekonstruiert in Gedanken ihre außerschulischen Begegnungen. Und wie sollte er da nicht an die Begegnungen in der alten Ruine am Fluss denken, wohin sich Anton in den Ferien gern zurück zog, in das, was er sein „Refugium“ nennt. Dort half Daniel dort mit seinem Freund Christoph seinem Lehrer, die Ruine zu renovieren, sie trinken und lesen bis spät abends miteinander. Ein Lehrer mit zwei Buben am Fluss? Es ist die Rede von Homosexualität, von Neonazitreffen oder militärischen Exerzizien. Die Spekulationen reißen nicht ab. Daniel kommt völlig verändert aus Israel zurück...

Anton stellt sich als Pädagoge in Frage, sucht sich als Mensch und findet sich teilweise in seinem pubertierenden Schüler wieder. Er zieht Vergleiche mit seiner eigenen Jugend. Ab wann wird ein Mensch zum Außenseiter und kann ein Mensch einfach so zum Terroristen werden? So einfach, das heißt durch ein paar literarische Bücher, durch eine etwas anders gelagerte Lebensbahn, oder vielleicht gar durch den Lehrer, der falsche Richtungen und Impulse gibt, der seine eigene Jugend in der Rückschau zu verklärt betrachtet? Der Roman ist in allen Ecken verschachtelt, Zweifel werden gesät, beide Hauptfiguren stellen sich immer wieder in Frage und beschäftigen den Leser.

Der große österreichische Literat Gstrein hat in seinem Roman ein faszinierendes Gedankenspiel geschaffen: Biografien, Eventualitäten und Überraschungen wechseln sich hier virtuos ab! Ich mochte diesen Roman sehr!

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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Verwirrende Geschichte am Fluss, 22. Mai 2014
Von 
Rezension bezieht sich auf: Eine Ahnung vom Anfang: Roman (Gebundene Ausgabe)
GSTREIN, Norbert: „Eine Ahnung vom Anfang“, München 2013
Ein Lehrer rechtfertig sein Verhältnis zu einem Schüler. So könnte man vereinfacht den Inhalt dieses Buches definieren.
Bombendrohungen werden einem ehemaligen Schüler zugeschrieben. De, Lehrer ein homosexuelles Verhältnis zu Schülern.
Langarmig wird eine etwas verworrene Geschichte erzählt.
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5.0 von 5 Sternen wunderbar leicht, 23. November 2014
Rezension bezieht sich auf: Eine Ahnung vom Anfang: Roman (Gebundene Ausgabe)
Gstrein schreibt im Lauf der Zeit immer entspannter. Natürlich gibt es da noch eine Geschichte. Die muss man nicht neu erzählen in einer Rezension. Die Sprache nimmt den Leser mit und gibt im gleichzeitig Raum für seine eigenen Gedanken. Irritierend für alle, die vom Romanautor zur einzigen Wahrheit geführt werden wollen und die am Ende wissen möchten, wer der Täter war. Das verweigert Gstrein dem Leser. Gut so. Peter Weibel hat einmal gefragt ob ich noch immer Rormane lese. Ja natürlich: Romane von Gstrein und anderen die dem Leser ein Gespräch und eine Erzählung anbieten ohne es ihm aufzudrängen.

Es sei zugestanden, dass Gstrein von einer Welt schreibt, die nicht jeder Leser nachvollziehen kann. Wer es kann wird dieses Buch genießen können und nicht unberührt bleiben.
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5.0 von 5 Sternen sehr zuverlässiger Verkäufer, 24. April 2014
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Rezension bezieht sich auf: Eine Ahnung vom Anfang: Roman (Gebundene Ausgabe)
sehr schnelle Lieferung, Buch in sehr gutem Zustand, sehr guter Preis, sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, sehr zuverlässiger Verkäufer, Roman etwas zu sehr in die Länge gezogen mit einigen etwas langweiligen Passagen
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ein psychopathologischer Bericht., 8. Juni 2014
Von 
Carl-heinrich Bock "Literatur- und Kinofan" (Bad Nenndorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Eine Ahnung vom Anfang: Roman (Gebundene Ausgabe)
Der für seine literarischen Werke vielfach ausgezeichnete Autor Norbert Gstrein hat mit „Eine Ahnung vom Anfang“ einen homoerotischen, über weite Strecken recht rührseligen Roman abgeliefert. Es ist ein überkonstruiertes Buch mit einem Plot der sich in seinen barocken Rückblicken hinter einer Milchglasscheibe bewegt.

In einem kleinen Dorf in Österreich wird eine Bombe gefunden. Ein Lehrer glaubt auf dem Fahndungsfoto seinen damaligen Lieblingsschüler Daniel erkannt zu haben. In Rückblicken erinnert er sich an eine verrückte zwischenmenschliche Beziehung die damals in einem Sommer am Fluss stattgefunden hat. Er erinnert sich an das Experiment einer Bücherübergabe. Könnte hierin der Auslöser für die Bombendrohung zu sehen sein? Welche prägenden Auswirkungen hat es wenn man einem Schüler ein Buch empfiehlt? Greift man wohlmöglich in das Hirn des Lesers ein? Was hat sich wirklich damals vor über 10 Jahren am Fluss abgespielt? Welche Einflüsse hat die Israel Reise auf Daniel gehabt? Hat ein fanatischer Prediger Daniel auf Irrwege geführt oder hat Daniel bei seinem Lehrer ein verstecktes Verlangen entdeckt? Was gab es für skandalöse Gerüchte? Es ist letztlich ein Buch über diesen Lehrer, denn der Daniel taucht als Figur überhaupt nicht auf.

Der Lehrer hat diesen damaligen Aufenthalt am Fluss als einen Augenblick des großen Versprechens empfunden. Wie dieser Sommer, so müsste eigentlich das ganze Leben sein. Es geht um ein unfassbares Glück, dass einem den Gedanken nahelegt, hinter einem solchen Sommer dürfte das Leben eigentlich nicht weitergehen, jedoch das Leben geht weiter, es ist nicht so freundlich, nein es gipfelt möglicherweise in dieser Bombendrohung.

Es ist ein nicht gelungenes Buch dem der poetische Rhythmus fehlt und für die verrückte Versuchung am Rande des Wahnsinns, die im Zentrum des Buches steht, ist die Geschichte einfach viel zu lang. Ein guter Strukturalist hätte statt pathetisch trivialer Wendungen diese Geschichte über die Suche nach Rechtschaffenheit kurz und treffend erzählt.
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3.0 von 5 Sternen Buch, 7. November 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Eine Ahnung vom Anfang: Roman (Gebundene Ausgabe)
Wem die Sprache wichtiger als eine Spannende Handlung ist, sei dieses buch empfohlen. Mir kam es irgendwann ziemlich langatmig vor, konnte es aber auch nicht in einem Stück lesen.
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4 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Man ist was man liest?, 16. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Eine Ahnung vom Anfang: Roman (Gebundene Ausgabe)
Nach Die ganze Wahrheit das zweite Buch von Norbert Gstrein, das ich gelesen habe. Ich habe es sehr gern gelesen. Szenen im Bruckner, einer Gaststätte, ließen mich ganz kurz an einen Krassnitzer-Tatort denken. Die Sprache ist frei von Floskeln oder Fertigbauteilen. Das heikle Thema wird sehr behutsam angegangen: Welchen Einfluss haben Romane, Bücher auf uns, von der Bibel über Thoreau bis Camus? Sagen sie: Du musst dein Leben ändern? Oder mit John Burnside: "Ich hätte wissen müssen, dass jede Geschichte auf die ein oder andere Weise infiziert."
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Eine Ahnung vom Anfang: Roman
Eine Ahnung vom Anfang: Roman von Norbert Gstrein (Gebundene Ausgabe - 29. Juli 2013)
EUR 21,90
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