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am 14. April 2014
Ein aufgeblasener, hochnäsiger, sich selbst massiv überschätzender Ehrgeizling ohne jegliches Einfühlungsvermögen, dem das Glück viel zu lange hold ist, auf der einen Seite, auf der anderen Seite ein ungebildeter Unterschichtler, der sich empathisch und schlau durch sein Leben in der Gosse schlägt, dem vordergründig sein Pech, in Wahrheit jedoch die Hybris und die Kaltschnäuzigkeit der oberen Schicht jegliche Chance, seinem Elend zu entkommen, vermasselt. Im Spannungsfeld zwischen diesen beiden Hauptfiguren spielt der gesamte Roman, dessen Sprachgewalt und Wortwitz derart fesselnd sind, dass man die Welt um sich herum völlig vergisst! Ein Spiegelbild unserer heutigen Gesellschaft, die sich immer stärker zurück in eine Vergangenheit entwickelt, die noch gar nicht lange hinter uns liegt! Eine Vergangenheit, in der die Abstammung mehr als alles andere bestimmte, welches Leben man führen konnte. Eine Vergangenheit, in der fast niemand der Gosse entkam und die in Saus und Braus lebenden Reichen sich ohne Rücksicht auf Verluste ihren egomanischen Vergnügungen hingaben. Aufregend, wahnsinnig, sinnlich, vergnüglich und sehr traurig, dieses Meisterwerk von T.C. Boyle!
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Eine adäquate Inhaltsbeschreibung zu diesem grandiosen Werk in akzeptabler Kurzform zu verfassen ist im Prinzip unmöglich. Ich kann bloss die grobe Rahmenhandlung schildern aber das inhaltliche Bild lässt sich in einer komprimierten Meinungsäusserung kaum in Worte fassen. Eine solch fulminante Erzählung ist mir in den vielen Jahren die ich nun lese und kleine Buchvorstellungen schreibe wohl noch nie untergekommen. Der Autor T.C. Boyle schreibt nahezu frei von schriftstellerischen Konventionen einen Mix aus Historischem-, Abenteuer- und Schelmenroman. Ungezwungen, von allen Fesseln befreit ist er von der Handlung getrieben, von der Sprache befeuert und bringt das Handlungsgemenge in einen glühenden Schmelzofen der Erzählkunst. Der Wortschatz funkelt wie geschliffenes Glas, bis sich alles bei den Leser/-innen in einer eruptiven Sinnesexplosion entlädt.

Der schottische Entdecker Mungo Park ist eine der historisch verbürgten Personen in diesem Roman und er ist im Jahre 1795 auf seiner ersten Afrikareise. Sein innerer Antrieb ist die Quelle des Flusses Niger zu finden, seinen Lauf zu kartografieren und die Mündung zu lokalisieren. Er gerät auf seiner Zwei-Mann-Expedition in zahlreiche lebensgefährliche Situationen denen er mit britischer Selbstverständlichkeit trotzt. Die Erzählung setzt direkt bei einem seiner vielen Abenteuer ein und wechselt sich laufend mit den Handlungsstrang um den erfunden Gauner Ned Rise, der sich in London durchs Leben mogelt, ab. Diese beiden schultern alternierend für viele Seiten die Handlung bis sich ihre Lebenswege auf der zweiten Forschungsreise kreuzen. Mungos spätere Frau Ailie unterbricht etwas später im Buch die beiden Protagonisten und sie wird mit ihrem Umfeld zum dritten wichtigen Erzählstrang.

Mein einziger kleiner Kritikpunkt, den ich aber erwähnt haben möchte, ist das sich all das lobenswerte Erzählen auf höchstem Niveau und all die rasanten Szenen voller Action im Verlauf der Geschichte etwas abnutzt. Auf den grossen, relativ dicht beschrieben rund 570 Seiten dieser Neuübersetzung steht viel Text welcher viiieeele fabelhafte Lesestunden beschert. Aber ich konnte nicht über so lange Zeit die Emotionen hochhalten und eine übermütige Dauerbegeisterung spüren, so gerechtfertigt sie auch wäre. Man gewöhnt sich an die charakteristische Art von Boyles Sprachgewandtheit und die vielen Höhepunkte. So blöd es klingen mag, es fehlen die Tiefen in diesem Werk.

Dieses einmalige Buch wurde 1982 veröffentlich und ich bin erstaunt, dass dem damaligen Neuling Boyle eine solch stürmische Geschichte für sein Debüt zugestanden wurde. Vielleicht hat das Lektorat auch die Klasse des Textes erkannt und ist das Experiment eingegangen. Ich habe sowieso das Gefühl, heutzutage pressen Verlage etwas chaotische, kunterbunte vielleicht gar wilde Texte in eine gängige Schablone und streichen/kürzen alles was nicht den altbekannten Normen entspricht. Für die breite Masse der Leserschaft wahrscheinlich das Richtige, für Vielleser ist es schwer eine solche Perle der Literatur zu finden. Vielleicht sollten Verlage hie und da mit den Mechanismen der Zunft brechen, den Schriftsteller/-innen wieder mehr Freiheit lassen und hie und da etwas wagen. Fazit: Eines der besten Bücher das ich je gelesen habe!
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am 17. Juli 2014
Vorab: ich lese englische Literatur zumeist im Original. So hatte ich mir zunächst „Water Music“ gekauft. Nach wenigen Kapiteln allerdings stellte ich fest, dass die Sprachgewalt T.C. Boyles den Genuss dieses Romans für mich doch zu einem recht zähen Lesevergnügen hätte werden lassen. Also musste die deutsche Übersetzung her. Wie praktisch, dass Dirk van Gunsteren den Roman neu übersetzt hat. Und das mit sehr großem Geschick für die oft sehr eigenwilligen und „bunten“ Formulierungen von T.C. Boyle.

Nun zum Buch selber: Bereits in seinem ersten Roman aus dem Jahr 1982 beweist T.C. Boyle sein großes Talent für das Erzählen von Geschichten. Boyle bringt dem Leser in diesem Buch die Erlebnisse des Afrika-Abenteurers Mungo Park näher. Dieser bereiste an der Schwelle zum 19. Jahrhundert den schwarzen Kontinent zweimal und entdeckte die Quelle des Nigers. Dem reellen Charakter Park stellt Boyle den erfundenen Ned Rise an die Seite, dessen Lebensgeschichte parallel erzählt wird. Beide treffen schließlich im fulminanten Finale des Romans aufeinander.

Doch zuerst lässt Boyle den Entdecker Mungo im dunklen, unzivilisierten Afrika in der Gefangenschaft der Mauren, später auf der Flucht vor diesen um sein Leben kämpfen. Aber auch das Leben des Schlitzohrs Ned Rise, der in London lebt und aufwächst, erweist sich als ständiger Kampf. Die Stadt mag zwar die Wiege des britischen Empires sein, erweist sich um 1800 herum aber als nicht sonderlich zivilisiert.

Boyle bedient beim Schreiben alle Sinne: Ich hatte beim Lesen von Wassermusik den Gestank des Kameldungs in der Nase, in den Boyle seinen Helden fallen lässt, fühlte die brennende Sonne Afrikas und litt mit den Soldaten, die sich auf der zweiten Expedition durch den Dschungel schleppten; erschöpft, schwitzend, dem Fieber nahe.

Boyle erzählt lebendig: umwerfend und mein persönliches Highlight sind die Kapitel, in denen Ned Rise sich in Rose’s Altkleiderladen in die Monrose Street rettet, dort mit Damenkleidung ausstattet und prompt danach von seinen dümmlich-debilen Sänftenträgern, die vor dem Laden warten, nicht mehr erkannt wird.

Auch hier bedient Boyle die Sinne des Lesers: wir lernen London als übel riechende Kloake kennen, in allen Ecken fault es. Exkremente bahnen sich, langsam kriechend, ihren Weg durch die offenen Kanäle der Stadt. Übrigens sind dies noch die eher harmlosen Ingredienzien, welche die Straßen dieses stinkenden, urbanen Molochs säumen.

In Rose’s Altkleiderladen schließlich lässt Boyle nicht einfach nur die Glocke klingeln. Nein, sie schellt „anämisch“. Selbst die Lichtstrahlen beleuchten nicht einfach nur den Raum, sie „sickern rechts und links der Fenster herein“.

„HIER WERN ALLE SACHN VOR DEM FERKAUFEN GRÜNTLIG GEREINIGT“, verspricht Rose auf einem Schild. Aber die modrigen Altklamotten, jahrelang eng anliegend in Achseln und Schritt ohne je gewaschen worden zu sein, lassen erahnen, dass sich in Ihnen eine recht lebendige Population von Keimen und Parasiten tummelt. Juckt es Ihnen schon?

Alles in allem, mein FAZIT: ein großer Lesespaß, wunderbar erzählt und exzellent ins Deutsche übertragen.
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am 7. Januar 2016
Überbordender, hochlustiger Roman mit eingeflochtenem Wissen im enzyklopischen Ausmaß.
Die Geschichte, die vermutlich einem Abenteuerroman am nächsten kommt, handelt von dem Briten Mungo Park, der Ende des 18. Jahrhunderts versucht, in Afrika den Niger zu entdecken. Parallel dazu wird die Geschichte von Ned Rise, einem Gauner aus London, erzählt. Die Geschichte ist an wahre Ereignisse angelehnt, aber wie Boyle erklärt: 'Wo immer die historischen Fakten den Erfordernissen der Phantasie entgegenstanden, habe ich sie bewusst und reines Gewissens verändert und meinen Zwecken angepasst.'

Bolye baut mit seiner wortgewaltigen und anspruchsvollen Sprache gedankliche Bilder mit einer beeindruckenden Kreativität. Zu kritisieren ist da nur, dass manche Methapern über das Ziel hinaus schießen und sich vom Kern der gewünschten Umschreibung zu weit entfernen. Allerdings findet man hier auf eine Seite teilweise mehr tolle Methapern als anderswo in kompletten Büchern.
Die Sprache ist nicht permanent poetisch und komplex, sondern im nächsten Satz schon wieder kurz und knackig. Bolye schreckt auch nicht vor Comicausdrücken zurück und nimmt auch äußerst Vulgäres in den Mund. Alles ist aber stimmig und wirkt wie locker aus dem Ärmel geschüttelt.
Der Autor hat zudem eine beachtliche Recherearbeit geleistet; von kleinen Details dieser Zeit wie das Essen, bis hin zu größeren Zusammenhängen. Es lohnt sich manche unbekannten Wörter nachzuschlagen, dabei kann man eine Menge lernen.

Obwohl die Geschichte auch mal ins Absurde driftet, kann sie dennoch Leser bodenständiger Literatur gefallen. Personen passieren eher äußerst unwahrscheinliche Dinge und sie überleben kaum zu überlebende Dinge, aber alles bleibt im selbstgesteckten Rahmen des Autors. Unglaublich ist hier vielmehr die Verkettung schlechter Umstände die den Protagonisten wiederfährt. Es gibt nichts Übersinnliches oder Fantasyelemente.
Meiner Meinung nach sollten hier auch Leser einen näheren Blick riskieren, denen Douglas Adams oder Haruki Murakami zu schräg ist. Wer sich für David Mitchell begeistern kann, könnte auch an Boyle gefallen finden, wobei ich die beiden Autoren ganz sicher nicht über einen Kamm scheren will!

Für mich wird wirklich alles mitgebracht, was ein hervorragendes Werk auszeichnet. Es ist großartige, anspruchsvolle Literatur, dabei aber immer sehr unterhaltsam und trägt gleichzeitig zur Wissenserweiterung bei.
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am 9. April 2014
der König ist irre, die Gesellschaft gespalten, ganz Oben definiert Legislative und Judikative auf Gutsherrenart, London stinkt,
das Leben ist ein grausamer Kampf für die Unten. Für die Oben gilt es Reichtum zu mehren, neue Märkte zu gewinnen, zu erobern, und über tollkühne Männer, Entdecker, auch noch zu Ruhm und Ehre zu kommenl.
Die neuen Absatzgebiete, hier Afrika und das Land am Niger sind auch kein Paradies, Mauren nehmen Sklaven, verkaufen diese an die Weissen und an die Stammesfürsten, metzeln sonst alles Nicht-Maurische- Nicht-Muslimische nieder.
Die Stammesfürsten sind nicht besser, Menschenleben gelten nichts, egal ob Frauen und Kinder, es wird zum eigenen Nutzen massakriert.
Der Entdecker, aus niedrigen Verhältnissen aufgestiegen, kommt von seinem Paradies des sozialen Aufstiegs in die afrikanische Hölle, der kleine Gauner Rice kommt von seiner englischen Hölle in die afrikanische.
Erschreckend das Afrika von 1800, da hat sich nicht viel geändert, unsere Gesellschaft ist gerade dabei, die Errungenschaften der letzten 200 Jahre zu vernichten, ein Roman als Spiegel, das tut weh.
resus
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am 18. Januar 2015
Ein Abenteuer für die Sinne. Gut beschriebene Charaktere, von einfältig bis abgründig.
Die verschiedenen Handlungsstränge führen den Leser immer wieder in fesselnde Ereignisse, die das Leben hervorbringt.
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am 5. Januar 2016
Wassermusik ist eindeutig eines der besten Bücher, die ich letztes Jahr gelesen habe und es waren einige.
Ein Protagonist, der im Laufe des Buches immer unsympathischer wird, der unbedingt durch die Entdeckung des Niger-Verlaufs zu Ruhm kommen will und dessen Geschichte eng mit dem noch unsympathischeren Ned Rise verbunden wird.
Sprünge zwischen der Londoner Gosse und seiner High Society, zwischen einem sehr "ursprünglichem" Afrika (um es nett zu sagen) und den schottischen Highlands lassen einen staunen, lachen, ekeln, fiebern, mitleiden. Beim Lesen dieses Buchs macht man die ganze Bandbreite der Gefühle mit und ist fasziniert von der skurrilen Geschichte, die bildgewaltig und mitreißend beschrieben ist.
Das ganze endet in einem dramatischen, furiosen Finale, von dem der Leser schon die ganze Zeit eine leise Ahnung beschlichen hat und das mich erst mal sprachlos zurück ließ - ein wundervolles Buch!
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am 9. September 2014
ich hab's nur zum Schlafen und nicht mal beim Essen zur Seite gelegt. So heftig hat mich schon lange kein Buch mehr in seinen Bann gezogen.
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am 5. September 2014
Auf das Buch bin ich über eine Buchempfehlung aus "Die Zeit" gestoßen.
Dort war es als Urlaubslektüre empfohlen. Gleich vorweg: Als Urlaubslektüre würde ich
es nicht weiterempfehlen. Dies liegt aber in erster Linie an dem sehr blumigen, teils auch poetischen
Schreibstil, den ich selten in dieser Perfektion erlebt habe. Die Phantasie wird in höchstem Maße befeuert,
wodurch der Leser tief in die Geschichte eintaucht.Es wird die Lebensgeschichte eines Abenteurers und eines Taugenichts erzählt, wobei sich die Handlungsstränge im Verlauf des Buches kreuzen. Warum eignet es sich nun meiner Meinung nach nicht als Urlaubslektüre?
Nun ja, der Roman spielt im ausgehenden 18 Jahrhundert. T.C Boyle lässt keine Chance aus um auf die Hygienischen Umstände aufmerksam zu machen. Dies tut er mit der gleichen Brillianz wie er uns die Landschaften Afrikas näherbringt.
Im Urlaub möchte ich einfach nicht mit Parasiten, Malaria, Tod konfrontiert sein. :) Ansonsten ist das Buch uneingeschränkt zu empfehlen.Nein es ist sogar ein Muß!
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am 30. März 2014
Ein hervorragendes, spannendes, ungeheuer humorvolles Buch. TC Boyle beherrscht es souverän, eigentlich langweilige historische Fakten locker und leicht zu kombinieren und zu erzählen - man merkt kaum, wie schnell man durch die Bücher hindurch ist.
Die Abzüge gelten weniger dem Autor als dem Verlag, der das tut, was Verlage neuerdings immer tun, wenn sie das Geld für Neues sparen wollen: Neuübersetzung. Einige wenige sind gelungen - diese hier nicht. Zudem wird von Verlagsseite von "gebunden" gesprochen: auch eine neue Errungenschaft - das Buch ist natürlich nicht fadengeheftet (also im Buchbindersinn "gebunden"), sondern - wie alle Bücher bei Hanser, gleich, wie umfangreich sie sind - geklebt. Dafür dann € 24,95 zu verlangen, ist Mut - oder unverschämt. Allerdings muss der interessierte Leser das akzeptieren, es gibt inzwischen keine Alternativen mehr. Dank der deutschen Buchpreisbindung zahlt der Kunde für sehr viel weniger Qualität einen höheren Preis...
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