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65 von 67 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Geschichte zum Film
Untertitelt ist das Buch mit 'Das zweite Leben des Philippe Pozzo di Borgo. Die wahre Geschichte zum Film'. Wer erwartet, wie im Film einen Gag nach dem anderen zu erleben, wird hier enttäuscht werden. Dieses Buch ist keine Komödie. Dieses Buch erzählt die Wahrheit. Ganz ungeschönt erzählt Philippe Pozzo di Borgo aus seinem Leben, wie er...
Veröffentlicht am 27. März 2012 von Monika Schulte

versus
126 von 132 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Irreführender Titel
Der Film läuft ja seit einigen Wochen in den Kinos und daher habe ich mir vor kurzem das Buch besorgt, denn wenn ein Film auf einem Buch basiert, habe ich es gern vor dem Kinogang schon gelesen.
Dieses Buch war jedoch eine kleine Enttäuschung, was aber hauptsächlich daran lag, dass ich mit falschen Erwartungen ans Lesen gegangen bin. Ich dachte in dem...
Veröffentlicht am 10. April 2012 von capkirki


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65 von 67 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Geschichte zum Film, 27. März 2012
Von 
Monika Schulte ""Lesezeit"" (Hagen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Ziemlich beste Freunde: Ein zweites Leben (Gebundene Ausgabe)
Untertitelt ist das Buch mit 'Das zweite Leben des Philippe Pozzo di Borgo. Die wahre Geschichte zum Film'. Wer erwartet, wie im Film einen Gag nach dem anderen zu erleben, wird hier enttäuscht werden. Dieses Buch ist keine Komödie. Dieses Buch erzählt die Wahrheit. Ganz ungeschönt erzählt Philippe Pozzo di Borgo aus seinem Leben, wie er aufgewachsen ist, wohlbehütet, reich. Immer auf der Überholspur, immer höher, immer schneller ' bis zu seinem schrecklichen Unfall mit dem Gleitschirm Er ist vom Hals abwärts gelähmt, kann nichts anderes bewegen als einen Kopf. Welch ein Schicksal für diese Familie, ist doch Beatrice, seine Frau, schon gebeutelt von den vielen Fehlgeburten, nun auch noch schwer an Krebs erkrankt. Wie Familie ihr Schicksal meistert, wie Abdel (im Film heißt er Driss) Philippe hilft, einen Weg aus der endlosen Trauer um seine Frau zu finden, das erfahren wir in diesem Buch.
Abdel, früher Kleinkrimineller, ist Tag und Nacht für Philippe da, der oft unendliche 'Qualen aushalten muss, da er an einem Nervenbrennen leidet.
Philippe Pozzo di Borgo erzählt aber auch von schönen Momenten, von verrückten Dingen, wie man sie aus dem Film kennt. Die rasanten Fahrten mit den Luxusautos, die nächtlichen Spaziergänge durch Paris.
Ein Mut-Mach-Buch, das einem zeigt, dass es auch weitergehen kann, wenn man total am Boden zerstört ist. Hut ab vor diesem Mann!
Bevor ich 'Ziemlich beste Freunde' gelesen habe, habe ich 'Einfach Freunde' von Abdel Sellou gelesen, die Geschichte aus der Sicht des Intensivpflegers. Beide Bücher kann ich nur wärmstens empfehlen. Und beide Bücher würde ich auf alle Fälle nach dem Film lesen.
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126 von 132 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Irreführender Titel, 10. April 2012
Von 
capkirki (Espa) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Ziemlich beste Freunde: Ein zweites Leben (Gebundene Ausgabe)
Der Film läuft ja seit einigen Wochen in den Kinos und daher habe ich mir vor kurzem das Buch besorgt, denn wenn ein Film auf einem Buch basiert, habe ich es gern vor dem Kinogang schon gelesen.
Dieses Buch war jedoch eine kleine Enttäuschung, was aber hauptsächlich daran lag, dass ich mit falschen Erwartungen ans Lesen gegangen bin. Ich dachte in dem Buch geht es, wie im Film, hauptsächlich um die Freundschaft zwischen dem reichen di Borgo und seinem Pfleger, dem Ex-Sträfling Abdel, der bald nicht nur sein Pfleger, sondern seine Rettung wird. Doch weit gefehlt - dies ist kein Buch zum Film, sondern ein eigenständiges Werk.

Das Buch ist die Biographie Pozzo di Borgos, in der Abdel nur eine Randfigur ist.
Di Borgo beschreibt sein Leben vor dem alles verändernden Unfall, seine Jugend, wie er aufgewachsen ist, seine Vorliebe für seine Kindermädchen (Frauen und Sex sind ein bevorzugtes Thema), er redet über seine Frau - Beatrice - wie er sie kennengelernt hat, wie sie das Leben zusammen auskosteten, die vielen Fehlgeburten, die sie ertragen musste, ihre anschliessende Krebsdiagnose und der Ewigkeiten andauernde Kampf gegen diese heimtückische Krankheit. Während des Lesens habe ich mich immer wieder gefragt, wie diese Frau ihr Leben überhaupt ertragen konnte. Wie stark sie gewesen sein muss, denn als ob das alles noch nicht genug war, stürtzte di Borgo nach seinem 42. Geburtstag mit dem Gleitschirm ab und war von diesem Moment an querschnittsgelähmt.

Offen und ehrlich berichtet er nun über die quälende Zeit nach dem Unfall, über das, was er ertragen musste.
Der Film soll ja auch komische Elemente beinhalten, die fehlen hier komplett, trotzdem merkt man den unterschwelligen Humor di Borgos und kann nicht anders als seine Kraft zu bewundern, mit denen er die zahllosen Schicksalsschläge in seinem Leben erträgt. Er jammert nicht, er lebt einfach weiter. Eines Tages stellt er dann Abdel als Pfleger ein. Und hier beginnen meine Probleme mit dem Buch, denn Abdel ist mir alles andere als sympathisch. Er ist ein Kleinkrimineller, der auch nach seine Haftstrafe den rechten Weg nicht wirklich gefunden hat. Er ist brutal, schnell reizbar und aggressiv, zuschlagen gehört bei ihm einfach dazu. Beim Autofahren kennt er nur Vollgas und Drängeln und ab und zu schläft er am Steuer einfach ein, was dann auch mal einen total demolierten Jaguar zur Folge hat. Di Borgo findet das alles eher amüsant, ich nicht. Und ich frage mich, wie man die Figur Abdels im Film angepasst haben muss, dass er die Sympathien der Zuschauer so gewinnen konnte.

Ich bewundere Pozzo di Borgo für seinen Durchhaltewillen. Für seine Art, mit dem Schicksal umzugehen, aber wirklich warm bin ich mit ihm nicht geworden. Vor allem seine Jagd nach den Frauen hat mich im Buch wirklich gestört. Ich kann mir vorstellen, dass er sehr einsam war nach dem Tod seiner Ehefrau, aber ich habe so viel Respekt für diese starke Frau, dass es mir fast wie ein Verrat vorkam, dass er ständig eine neue Partnerin gesucht hat. Ich weiss, ich habe kein Recht darüber zu urteilen, kann aber auch für meine Gefühle nichts.

Es ist eine aufwühlende Geschichte, die einen aufgrund der Tragik berührt, aber ich hatte mir einfach etwas anderes versprochen. Vielleicht hätte man dem Buch nicht den Titel "Ziemlich beste Freunde" geben sollen, denn die Geschichte ist einfach eine ganz andere.

Trotzdem ist das Buch lesenswert, di Borgos Schreibstil hat mir sehr gefallen, direkt und teilweise poetisch beschreibt er sein Leben und seinen Kampf.
Heute lebt er mit seiner zweiten Frau Khadija und zwei Töchtern in Marokko. Auch Abdel Sellou blieb in Nordafrika, hat jetzt eine Hühnerfarn und ist ebenfalls verheiratet.
Für Freunde der leisen Literatur sicherlich eine Empfehlung.

Drei respektvolle Sterne.
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14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Auf dem Grunde seines Herzens, in der Innerlichkeit, im eigenen Mysterium entdeckt man den Anderen.", 27. März 2012
Von 
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Ziemlich beste Freunde: Ein zweites Leben (Gebundene Ausgabe)
Nach dem überwältigenden Erfolg des gleichnamigen Films wollten so viele Menschen mehr über die Lebensgeschichte von Philippe Pozzo di Borgo erfahren, dass er seine schon 2002 in Frankreich unter dem Titel "Le second souffle" ("Der zweite Atem") erschienene Autobiographie nun noch einmal veröffentlicht. Er hat den bewegenden und erschütternden Text unverändert gelassen und dem Buch ein etwa fünfzigseitiges neues Kapitel mit dem Titel "Der Schutzteufel" hinzugefügt, in dem er nicht nur die jahrzehntelange Arbeit seines Pflegers Abdel würdigt, die im Film so viele Menschen beeindruckt hat, sondern auch über sein neues Leben mit einer neuen Frau und zwei Töchtern in Marokko berichtet.

Bei der Lektüre dieses Buches konnte ich stellenweise vor Tränen in den Augen kaum weiter lesen. Ich habe selten eine Geschichte einer großen und unerschütterlichen Liebe gelesen, die so viele Schicksalsschläge erleiden musste, und dennoch auch über den Tod hinaus nicht zerbrochen ist. Ein Mensch, erfolgreich und reich, muss nicht nur erleben, wie seine Frau sieben Mal schwanger wird und sieben Mal ihr Kind verliert, sondern nach einem schweren Unfall ist er für sein ganzes Leben querschnittsgelähmt, Tetraphlegie, d.h. an allen vier Gliedmaßen bewegungsunfähig. Seine schon vorher an Krebs schwer erkrankte Frau steht ihm bei, generiert den "zweiten Atem" und lehrt in ihrem Sterben etwas von ihrer Spiritualität, die er in zwei wunderbaren Sätzen so beschreibt:

"Jenseits der Worte, jenseits der Stille entdeckt man die eigene Menschlichkeit."

"Auf dem Grunde seines Herzens, in der Innerlichkeit, im eigenen Mysterium entdeckt man den Anderen."

Für alle Menschen, die begeistert den Film gesehen haben, ist dieses Buch die Gelegenheit, die Geschichte vor dem Film zu erfahren. Die Geschichte einer großen Liebe, die Bewältigung unendlichen und unvorstellbaren Leids und die hoffnungsvolle Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft.

Das Buch ist der erste Titel des unter dem Dach von Hanser (München) gegründeten neuen Verlags "Hanser Berlin", der im Herbst sein erstes vollständiges Programm mit zehn Titeln, darunter neue Bücher von Richard Ford, Henning Ritter und Richard Sennett, startet. Auf diesen Verlag wird man schauen müssen.
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65 von 69 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen So verrückt und schön kann das Leben sein!, 17. März 2012
Von 
carrie62 - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Ziemlich beste Freunde: Ein zweites Leben (Gebundene Ausgabe)
Philippe Pozzo di Borgo hat dieses Buch bereits 2002 geschrieben - es lieferte den Stoff für den Kinofilm "Ziemlich beste Freunde".
Ergänzt um ein Kapitel liegt es nun erstmalig auf Deutsch vor - und ist eine wunderbare Ergänzung zum Film.
Denn Philippe erzählt in diesem autobiographischen Bericht sehr viel mehr von sich:
Von seinem sorgenfreien Leben vor dem Unfall. Von seinem Reichtum, welchen er nie wirklich schätzen konnte.
Von seiner großen Liebe Béatrice.

Philippe erzählt unverblümt und lakonisch, gleichzeitig sehr poetisch. Wir erleben mit ihm, wie drastisch sich sein Leben nach dem Absturz mit dem Gleitschirm ändert.
Die größte Veränderung bringt sicherlich Abdel, sein Pfleger und späterer Freund.
Abdel lehrt ihn, wieder zu lachen. Philippe erkennt, dass die Schönheit des Lebens in der Gegenwart zu finden ist, in jedem kleinen Moment.
Er ist frei von Reue über Vergangenes und frei von Erwartungen an die Zukunft.
Kein Geld der Welt kann ihm dieses Gefühl ersetzen, zu sagen "Ich bin".

Schließlich findet er am Ende eine wunderbare Gefährtin: Khadija.
Gemeinsam mit ihr und den zwei Mädchen Sabah und Wijdane lebt er heute in Essaouira, Marokko.

Eine zutiefst berührende und sehr tiefsinnige Geschichte, die man wieder und wieder lesen möchte.
Eine Geschichte, die nicht nur von Weisheit sondern auch von sehr viel Humor geprägt ist.
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55 von 59 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Geschichte hinter dem Film, 20. März 2012
Von 
Falk Müller - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Ziemlich beste Freunde: Ein zweites Leben (Gebundene Ausgabe)
Das Buch ist keinesfalls eine Art "Buch zum Film", wo man also den Film nochmal nacherleben kann. Dies schon allein deshalb nicht, weil das Buch Jahre vor dem erfolgreichen Kinohit geschrieben wurde. Aber der Erfolg des Films basierte vielleicht gerade darauf, dass er authentisch ist, weil er auf einer wahren Geschichte beruht. Und diese Geschichte wird im Buch erzählt - aus der Sicht desjenigen, der den Unfall erlebte und seit 20 Jahren im Rollstuhl sitzt.

Wer glaubt, dass das Feuerwerk an Gags und lustigen Szenen im Buch seine Fortsetzung findet, wird eher enttäuscht. Denn man ahnt natürlich, dass die Wahrheit weniger lustig ist als im Kino. So erzählt der Autor von den depressiven Stimmungen, in die er während seiner jahrelangen Klinikaufenthalte fällt, von Phantomschmerz, Atemnot und Platzwunden. Gleichwohl ist es doch kein trauriges Buch. Denn man spürt auch den feinen Humor, mit dem Pozzo das Leben erträgt und meistert, und wofür man Bewunderung empfindet. So trägt das Buch genau wie der Film dazu bei, Berührungsängste gegenüber Menschen mit solch einer Behinderung abzubauen - nur eben auf einer anderen Ebene als der Film.
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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Le second souffle", 8. April 2012
Rezension bezieht sich auf: Ziemlich beste Freunde: Ein zweites Leben (Gebundene Ausgabe)
Kein "Buch zum Film" !

Bei "Le second souffle " (Originaltitel) handelt es sich um ein eigenständiges Werk, und mir gefällt diese Autobiographie ausnehmend gut! Man erfährt viel über die Wurzeln des Autors.

Zum Inhalt (Achtung Spoiler!):

Der Adelige Phillippe Pozzo di Borgo berichtet über sein Leben, welches glücklich beginnt. Die Welt steht ihm offen, und an der Universität lernt er Béa, die Liebe seines Lebens, kennen. Doch diese erleidet eine Fehlgeburt nach der anderen, und erkrankt schliesslich an Krebs. Pozzo arbeitet und treibt viel Sport. Laufen, Gleitschirmfliegen, et cetera. Das Paar hat zwei Kinder. Eines Tages wird Pozzo seine Leidenschaft fürs Fliegen zum Verhängnis - er stürzt ab und erleidet eine Querschnittslähmung.
Béa, eine sanftmütige und gläubige Frau, verliert schliesslich den Kampf gegen den Krebs und verstirbt.

Pozzos Pfleger, der Maghrébin Abdel Sellou, schenkt ihm als " Schutzteufel " neuen Lebensmut. Der Algerier
handelt oft unüberlegt und impulsiv, aber stets voller Respekt gegenüber seinem Schützling. Im Roman erscheint Sellou oft als Figur mit Widersprüchen.
Schliesslich heiratet Pozzo erneut, und lebt mit seiner zweiten Frau in Marokko.

Stil und Sprache:

Am Roman hat mich besonders die Sprache beeindruckt - lyrisch, poetisch, gehaltvoll!
Das Werk hat meines Erachtens einen hohen literarischen Wert. Auch gefiel mir die nicht - lineare Erzählweise, und ich finde, dass die Bildung des Autors sich im Roman niederschlägt.

Gehalt:

Pozzo lässt den Leser an allen Facetten seines Lebens teilhaben - er spricht von Depression, Allergien, Harnstau, seiner Liebe zu den Frauen. Besonders wahrhaftig wird der Erzähler da, wo er über seine Einsamkeit spricht. Sehr anrührend und berührend sind auch seine Überlegungen zu Moral und Philosophie - Jedermann sei schliesslich "vom Leben behindert".

Der Roman lässt den Leser nachdenklich und heiter zurück.

Fazit:

Achtung: Man sollte keine lustige Ansammlung von Anekdoten erwarten. Die Autobiographie Pozzos ist zwar die Vorlage, auf welcher der Film "Ziemlich beste Freunde" basiert, aber doch nicht deckungsgleich mit dem Skript.
Tiefsinnig, zuweilen traurig, aber immer lesenswert und durch den feinen Humor des Autors nie deprimierend.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wahnsinnig bewegend!, 12. April 2012
Philippe Pozzo di Borgo gibt in seinem Werkt intime Einblicke in sein Leben. Dabei fängt er mit den glücklichen Jahren an und gibt Aufschluss über seinen Familienstammbaum. Der Hörer erfährt viel von seiner bewegenden Liebe zu Beatrice, die er vergöttert hat. Leider wurde die Ehe schon früh von Fehlgeburten und Beatrices Krebs überschatten. Als wären das nicht schon Tiefschläge genug, stürzt Philippe mit 42 Jahren bei einem Gleitschirmflug ab und ist von nun an querschnittsgelähmt. Aufwühlend erzählt Philippe von der schweren Zeit danach. Seine Albträume, die Schuldgefühle Beatrice gegenüber und wie es sich anfühlt, ausgeliefert zu sein. In dieser schwermütigen Zeit lernt Philippe Abdel Sellou kennen. Abdel hat eine zweifelhafte Vergangenheit und algerische Wurzeln. Alles was er vom querschnittsgelähmten Adligen will, ist eine Unterschrift für das Sozialamt. Doch was er bekommt ist eine Chance. Zehn Jahre lang begleitet er Philippe Pozzi di Borgo von nun an als "Schutzteufel" und bringt ihn ins Leben zurück, während er sein Leben damit rettet.

Das Hörbuch, welches aus 4 CDs besteht, wird mit der Musikstück "Fly" eingeleitet und klingt mit "Unna Mattina" aus. Beide Musikstücke sind aus dem Film bekannt und in der Interpretation von Felix Weigt zu hören. Ehrlich gesagt habe ich aber keinen großen Unterschied zu Einaudis Komposition gehört.

Frank Röth, die deutsche Stimme von Philippe im Film "Ziemlich beste Freunde", liest das Buch einfühlsam und fesselnd vor. Die bewegenden Momente von Philippe Pozzo die Borgos Lebensgeschichte hat er wunderbar eingefangen und zum Ausdruck gebracht. Gerade die grausamen Wahnvorstellungen Philippes hat er mir schon fast ein wenig zu lebendig vorgelesen.

Wüsste ich nicht dass diese Geschichte wahr ist, ich würde es nicht glauben. Philippe Pozzo und seine Frau mussten so viele Schicksalsschläge erleiden, dass es für mehrere Leben reicht. Fünf Fehlgeburten hinter sich zu bringen, nur um dann an Krebs zu erkranken und zu sterben, während der Mann nach einem Unfall querschnittsgelähmt ist, das ist einfach unglaublich. Die Familie Pozzo di Borgo hat mehr Zeit in Krankenhäusern verbracht, als irgendwo sonst. Doch obwohl das Buch sehr melancholisch ist, bringt es auch einen gewissen Optimismus rüber, für den nicht jeder Mensch Kraft hätte. Da kommen einem die eigenen Probleme sogar gleich unbedeutend vor!

Auf die Freundschaft zu Abdel wird leider im Buch nicht so eingegangen, wie ich es mir gewünscht hätte. Doch jetzt habe ich erfahren das Abdel Sellou seine eigene Lebensgeschichte in "Einfach Freunde" niedergeschrieben hat. Eine tolle Ergänzung für all diejenigen, die mehr über den kleinkriminellen Pfleger erfahren wollen!

Das Hörbuch ist mit dem Film nicht vergleichbar, da es zeitlich viel breiter gefasst ist. Der Film zeigt tatsächlich nur einen kleinen Ausschnitt des Buches. Auch wird man im Buch mehr mit dem Leid und der Qual von Philippe und seiner Frau konfrontiert. Hier wird nichts beschönigt! Es ist bewundernswert wie stark die beiden sind und zeigt mal wieder auf, das Geld nicht alles ist. Denn egal wie reich man ist, Glück und Gesundheit lassen sich nicht kaufen!
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Auch wenn es ganz anders ist als der erfolgreiche Film..., 28. März 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ziemlich beste Freunde: Ein zweites Leben (Gebundene Ausgabe)
Ja, ich habe das Buch bestellt, nachdem ich den Film gesehen hatte. Um mehr zu erfahren über den Autor und seinen Freund.

Mehr erfährt man auch, in erster Linie über den Autor, weniger über seinen Freund, auch wenn einige Stellen des Filmes zuweilen durch das Buch deutlicher und klarer werden.

Sehr persönlich und sehr offen berichtet der Autor über sein Leben, vor und nach dem Unfall. Querschnittslähmung bedeutet noch viel viel mehr, als nur Unbeweglichkeit. Superman Christopher Reeve hatte schon einen Einblick gestattet, Philippe gibt ihn sehr deutlich, sehr schonungslos. Vieles davon scheint dem Betroffenen jegliche Würde zu nehmen und doch sieht man hier einen Mann voller Würde. Einen intelligenten, belesenen und gebildeten Menschen, dessen Stil nicht immer einfach zu lesen ist (meine Hochachtung vor den Übersetzern!). Die Art und Weise, wie er sein Schicksal annimmt, beeindrucken tief. Er ist "mit dem silbernen Löffel im Mund geboren", wie er selbst sagt. Aber am Ende des Buches denkt man, ok, ich behalte mein Päckchen.

Der Film ist eine Kommödie, zum Lachen, zum Weinen, fürs Hirn und fürs Herz. Ein Lachen gelingt einem bei dem Buch sehr selten, allerdings kommt es vor. Die Tränen sind bei mir aber durchaus auch mal gelaufen.

Anders als der Film, aber ein lesenswertes Buch. Ich bin froh, dass ich es gekauft habe.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Jenseits der Worte, jenseits der Stille entdeckt man die eigene Menschlichkeit.", 3. April 2012
Von 
Marie-Kristin Dammer "Wortmalerei" (Mönchengladbach) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Ziemlich beste Freunde: Ein zweites Leben (Gebundene Ausgabe)
«Er ist unerträglich, eitel, stolz, brutal, unzuverlässig, menschlich. Ohne ihn wäre ich zugrunde gegangen. Abdel hat mich pausenlos gepflegt, wie einen Säugling. Er hat auf jedes noch so kleine Zeichen von mir geachtet, während jeder einzelnen meiner Ohnmachten war er zur Stelle, er hat mich befreit, wenn ich gefangen war, beschützt, wenn ich schwach war. Er hat mich zum Lachen gebracht, wenn ich nicht mehr konnte. Er ist mein Schutzteufel.»
[aus "Ziemlich beste Freunde: Ein zweites Leben" von Philippe Pozzo di Borgo; S.116]

Erster Satz:
Soll ich vom heutigen tristen Tag aus wehmütig in die Vergangenheit zurückblicken oder soll ich über eine Zukunft ohne Hoffnung klagen?

Inhalt:
Nachdem der 42-jährige Geschäftsführer, Philippe Pozzo di Borgo, der Firma Champagnes Pommery mit dem Gleitschirm abstürzt und querschnittgelähmt bleibt, ist er auf die ständige Hilfe anderer angewiesen. Den Job des Intensivpflegers erhält der arbeitslose Exsträfling Abdel Sellou, der für Philippe das pure Leben ausstrahlt. Durch ihn erhält er die ersehnte Lebensfreude zurück und erzählt in dem Buch von seiner jahrelangen Leidensgeschichte, den Verlust seiner Frau und der Hoffnung, die ihn bis heute begleitet.

Schreibstil:
Offen, unverblümt, persönlich und zeitweise sehr poetisch philosophiert Philippe Pozzo di Borgo über sein/das Leben und erzählt dem Leser seine Leidensgeschichte, die den Leser oft bedrückt, selten zum schmunzeln bringt und dennoch von viel Hoffnung und Lebensmut berichtet. Jedoch ist der Schreibstil stellenweise auch sehr verwirrend und mag durch viel Spiritualität befremdlich wirken. Die vielen Zeitsprünge sorgen außerdem dafür, dass man oft nicht mehr so genau weiß, wovon der Autor nun gerade redet. Ansonsten lässt sich das Buch jedoch sehr flüssig lesen und stolpert oft über wunderschön beschriebene Lebensphilosophien.

Meinung:
Diese Rezension müsste auf Grund der Erwartungshaltung in zwei Rezensionen aufgesplittet werden, nämlich einmal in eine Rezension über das, was das Buch verspricht und das, was es dem Leser letztendlich serviert, denn das sind zwei gänzlich unterschiedliche Dinge. Vermutlich werden sehr viele dieses Buch wegen dem Film "Ziemlich beste Freunde" lesen, da das Buch als Grundlage für ebendiesen fungiert, allerdings ist es auch wirklich nur das: Eine Grundlage. Was der Film an Optimismus, Wärme und Humor hergibt, ist in dem Buch rar gesät und schwer zu finden. Der Buchtitel wird dem Inhalt hier demnach absolut nicht gerecht, denn die Freundschaft zu seinem Pfleger Abdel wird nur zwischenzeitlich angesprochen und der Großteil des Buches beschäftigt sich mit Philippe Pozzo di Borgo selbst und seiner Behinderung. Das Buch ist daher kein "Buch zum Film", zumal es lange vor dem Film geschrieben wurde und es sich hierbei lediglich um eine Neuauflage mit neuem Vorwort und unveröffentlichtem Text handelt.

Lässt man den Film einmal außer Acht, der natürlich sehr stark beschönigt, so kann das Buch allerdings auch eine interessante und aufwühlende Geschichte sein. Man darf sich eben nicht zu sehr auf die Geschichte im Film konzentrieren und muss versuchen, sich auf die sehr betrübende Lebensgeschichte des Pozzo di Borgo einzulassen und zugegeben: Das ist manchmal gar nicht so leicht, denn dieser berichtet sehr direkt und unverblümt von seiner Behinderung, den Folgen dieser, seinen sexuellen Sehnsüchten und dem Tod seiner Frau. Teilweise wirkt dies alles sehr befremdlich, denn die meisten, die dieses Buch lesen, können sich derartige Schmerzen und Lebensumstände vermutlich kaum vorstellen - mich eingeschlossen. Daher sind die teilweise auftretenden Halluzinationen sehr verwirrend und die ständigen Gedankensprünge oft schwer greifbar.

Philippe Pozzo di Borgo, dessen Lebensgeschichte hier erzählt wird, stürzte am 27. Juni 1993 beim Paragliding ab und verletzte sich dabei so stark die Wirbelsäule, dass er nun vom Hals abwärts querschnittgelähmt ist. Mit seinem Unfall verliert er nicht nur die Fähigkeit der Bewegung, sondern ist nun rund um die Uhr auf Hilfe angewiesen und verliert sich zwischendurch oft selbst. Mit dem Tod seiner Frau Béatrice wird er zunehmend depressiver, da diese ihm zuvor die nötige Hoffnung geschenkt hat. So wirkt das Buch durchgehend stimmungstechnisch natürlich sehr bedrückt und schockierend. Seine Gedanken und Gefühle legt Pozzo di Borgo klar auf den Tisch und beschönigt keine Tatsachen. Theoretisch müsste auf der anderen Seite der Charakter nun Abdel Sellou stehen, der Pfleger, denn Pozzo di Borgo einstellte, jedoch wird er erst gegen Ende mit in den Mittelpunkt gerückt und bleibt daher für den Leser sehr undurchsichtig und wird auch erst später für ihn greifbar.

Die Gegebenheiten, die von ihm erzählt werden sind anfangs schockierend und machen Abdel leider nicht zu einer Sympathiefigur. So behauptet dieser beispielsweise bei einer Massenvergewaltigung mit dabei gewesen zu sein, des weiteren verbrachte er 18 Monate im Gefängnis und hat eine sehr frauenfeindliche Haltung. Alles Dinge, die ihm schon einmal keine Pluspunkte einbringen und die im Film stark beschönigt worden sind. Zwar kommt Abdels Humor zwischenzeitlich raus, aber der wirkt im Anbetracht der Tatsachen doch etwas zu makaber und unverantwortlich - vor allen Dingen, wenn man sich das starke Leid des Pozzo di Borgo ansieht. Zum Ende hin bessert sich dies allerdings und Abdel wird dem Leser sympathischer. Vor allen Dingen sein natürlicher Umgang mit Philippes Behinderung und seiner Lebensfreude stecken trotz allem irgendwann an - die Realität ist eben kein Ponyhof!

Sehr bewundernswert und faszinierend fand ich die Hoffnung, die Pozzo di Borgo trotz der vielen Schicksalsschläge ausstrahlt. Die Biographie des Mannes zeigt, dass man immer wieder - zumindest mental - aufstehen kann und sich nicht vom Leben unterkriegen lassen darf. So findet er trotz vieler schrecklicher Geschehnisse immer wieder zu sich selbst und hält an den Menschen fest, die ihm Lebensfreude und Hoffnung geben. Abdel dient daher auch als Stütze für ihn, denn er präsentiert für ihn quasi das pure Leben - wenn dies auch teilweise illegal und nicht wirklich unterstützbar ist.

Fazit:
Ziemlich gut befreundet kann man mit dem Buch nur dann werden, wenn man den Kinofilm ausblendet und die Geschichte als das sieht, was sie nun mal eben ist: Die Lebensgeschichte eines Mannes, der alles verloren hat und sich selbst trotzdem nicht verliert. Philosophisch und direkt erzählt Philippe Pozzo di Borgo von seinem Leben und dem dramatischen Schicksal, dass ihm wiederfahren ist. Der Titel "Ziemlich beste Freunde" führt leider in die Irre und spiegelt nicht das wieder, was das Buch letztendlich zu bieten hat. Hier geht es hauptsächlich um den echten Philippe und seine Geschichte, die sicherlich nicht so beschönigt wurde, wie im Film. Erst gegen Ende wird seine Freundschaft zu Abdel kurz und knapp beschrieben. Wer also ein hoffnungsvolles und zugleich sehr betrübendes Buch lesen möchte, in dem gezeigt wird, dass man nie aufgeben darf, dem könnte "Ziemlich beste Freunde" durchaus gefallen. 3,5 Sterne
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Langweilig!, 13. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Haben Sie den Film gesehen?
Falls ja: Belassen Sie es dabei!
Falls nein: Schauen Sie ihn sich an!
Ein Kauf des Buches lohnt sich in beiden Fällen definitiv nicht!
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Ziemlich beste Freunde: Ein zweites Leben
Ziemlich beste Freunde: Ein zweites Leben von Philippe Pozzo di Borgo (Gebundene Ausgabe - 16. März 2012)
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