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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen zwischen Traum und Wirklichkeit
Ich habe das Buch sehr gern gelesen, es hatte so einen beruhigenden Grundtenor. Durch den gesamten Roman zieht sich eine angenehme Stimmung, ohwohl es um Themen wie Liebe, Verlust, Einsamkeit, Familie, Trennung, Schmerz, Sehnsucht, Begierde geht.
Die Autorin schafft es, alles in einem ruhigen Fluss zu erzählen, dabei ständig zwischen Vorstellung,...
Veröffentlicht am 13. August 2012 von Milchbart

versus
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Eine Liebesgeschichte die nicht berührt
Es gibt Bücher, die sich einem nicht erschließen." Am Meer ist es wärmer" von Hiromi Kawakami ist so eines.Natürlich ist es ein spezielles Genre,so zu schreiben wie Hiromi Kawakami,surrealistisch und metaphysisch.Haruki Murakami ist da ein Meister seines Faches.
Ja es gibt sie die Parallel,Quer,Vertikal oder wie auch immer Welten, aber sie...
Vor 21 Monaten von Detlef.H. veröffentlicht


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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen zwischen Traum und Wirklichkeit, 13. August 2012
Von 
Milchbart "marcon" (Münster) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Ich habe das Buch sehr gern gelesen, es hatte so einen beruhigenden Grundtenor. Durch den gesamten Roman zieht sich eine angenehme Stimmung, ohwohl es um Themen wie Liebe, Verlust, Einsamkeit, Familie, Trennung, Schmerz, Sehnsucht, Begierde geht.
Die Autorin schafft es, alles in einem ruhigen Fluss zu erzählen, dabei ständig zwischen Vorstellung, Gefühle, Alltag, Träume und Gedanken zu wechseln, wobei die Übergänge total fließend sind.
Es liest sich wie ein Tagebuch oder ein Bericht der Protagonist, der ständig Einblicke in ihre Gefühls- und Denkwelt gibt. Dabei tauchen irreelle Personen neben reellen auf, ich habe mich bei der Lektüre oft gefragt, ist es jetzt Vorstellung, Traum, Gedankenwelt oder Realität. Und diese Unsicherheit ist wohl beabsichtigt.
Es gibt Einblicke in eine fremde Kultur. Dabei wird deutlich, das Wesentliches auch auf andere Kulturen übertragbar ist.
Es ist eine Geschichte zum Nachdenken. Ein Buch, das nachschwingt, auch wenn die letzte Seite längst gelesen wurde. Bilder bleiben im Kopf, Beschreibungen tauchen später in der Erinnerung wieder auf. Trotzdem wird die Lektüre nie wirklich schwer. Ein gelungener Balanceakt!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Eine Liebesgeschichte die nicht berührt, 18. März 2013
Es gibt Bücher, die sich einem nicht erschließen." Am Meer ist es wärmer" von Hiromi Kawakami ist so eines.Natürlich ist es ein spezielles Genre,so zu schreiben wie Hiromi Kawakami,surrealistisch und metaphysisch.Haruki Murakami ist da ein Meister seines Faches.
Ja es gibt sie die Parallel,Quer,Vertikal oder wie auch immer Welten, aber sie dürfen stilistisch ruhig ein wenig ausgefeilter daherkommen,wie in diesem Roman. Oder liegt es an der holprigen Übersetzung?
Schwierig wird es für mich auch mit der Protagonistin Kei,die ihren Mann,der vor Jahren plötzlich verschwunden ist,zurechtzukommen.
Sie lebt mit ihrer Mutter und ihrer pubertierenden Tochter Momo unter einem Dach.
Es fällt ihr schwer einen mütterlichen Draht zu Momo zu entwickeln auch ein eindeutiges Bekenntnis zu dem verheirateten Seiji,mit dem sie schon lange zusammen ist, bleibt aus.
Sie kann Rei,ihren verschwundenen Mann nicht ausblenden,sucht ihn,und kommt auf der Suche, immer wieder an einen spirituellen Ort am Meer zurück.
In Begleitung einer astralen Erscheinung verliert sie sich zunehmend in Traumsequenzen und so weiter und so weiter...
Wer japanisch sinnliche,seicht verhangene Träumereien und Wanderausflüge in andere Welten liebt, ist da bei Haruki Murakami besser aufgehoben.
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19 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erinnert an Murakami und Yoshimoto, ist aber trotzdem ein typischer Kawakami-Roman!, 25. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: Am Meer ist es wärmer: Eine Liebesgeschichte (Gebundene Ausgabe)
Seitdem Keis Ehemann Rei vor 13 Jahren plötzlich verschwand, quält Kei der Gedanke, was mit ihm geschehen ist und warum er sie verlassen hat. Ihre einzige Spur ist der Küstenort Manazuru, den Rei in seinem Tagebuch erwähnt hat. Kei begibt sich in Manazuru auf die Suche nach der Wahrheit und entfernt sich damit immer mehr von der Wirklichkeit.

Kei wird gerade jetzt besonders zur Suche nach Kei getrieben, denn ihre gewohnte Welt um sie herum scheint sich aufzulösen. Am meisten hat sie seit Keis Verschwinden Angst davor, auch noch ihre Tochter Momo zu verlieren - die einzige Person, mit der sie sich je stark verbunden fühlte. Mit ihren 16 Jahren ist Momo aber nun so weit, sich von ihrer Mutter abzugrenzen.

Angst macht Kei außerdem, dass sie verfolgt wird. Von wem genau kann sie zunächst nicht sagen, aber als sie nach Manazuru kommt, wird die Figur - eine Frau - immer konkreter. Sie scheint aus einer anderen Wirklichkeit zu kommen, einer Wirklichkeit, in der auch Rei inzwischen lebt und kann Kei interessante Hinweise geben.

Desillusionierung und Ernsthaftigkeit

Am Meer ist es wärmer unterscheidet sich sehr stark von Kawakamis bisher veröffentlichten Romanen. Waren ihre Protagonistinnen bisher immer jung oder zumindest jung geblieben, scheint Kei nicht mehr so unbedarft, erwachsen und gereift. Gleichzeitig ist ihre Welt aber auch desillusioniert und einsam. Kawakamis bisherige Protagonistinnen leben zwar auch alleine in ihrem eigenen Mikrokosmos, fühlen sich aber nicht so einsam wie Kei. Für Kei gibt es keinen Halt, die Welt ist weniger eindeutig, auf ihre Fragen findet sie auch in Manazuru keine vollkommen eindeutigen Antworten.

Ähnlichkeit zu Murakami und Yoshimoto

Vollkommen neu ist in diesem Roman auch das Transzendente, Magische, die Thematisierung von mehreren Wirklichkeitsebenen, wie man es bisher vor allem von Haruki Murakami und Banana Yoshimoto kennt. An Yoshimoto erinnert vor allem die geisterhafte Frau, die Kei auf ihrer Suche begleitet. An Murakami dagegen Keis Übergang in eine andere Wirklichkeit. Es ist verblüffend, wie ähnlich sich dieses Motiv bei Murakamis Mister Aufziehvogel wiederfindet: auch hier sucht ein Mann seine verschwundene Frau, die in einer anderen Wirklichkeit gefangen ist.

Kawakami-Typisches

Ist Kawakamis Roman also nur eine Mischung aus Erfolgselementen anderer japanischer Schriftsteller? Definitiv nicht, denn auch wenn dieser Roman weitaus ernster als seine Vorgänger ist, findet sich doch auch der für Kawakami typische ruhige Erzählfluss: einzelne, kleine, scheinbar unbedeutende Episoden werden aneinander gereiht, ganz subtil entwickelt sich die Handlung, ohne dass der Leser es so richtig mitbekommt. Gemessen an westlichen Standards ist die Geschichte relativ handlungsarm, trotzdem aber nicht langweilig. Durchbrochen wird dieser ruhige Erzählfluss aber mit einer von Kawakami bisher nicht gekannten Dynamik ab dem Moment, als Kei beginnt, mit der fremden Frau in die andere Wirklichkeit hinüberzugehen.

Dieser Roman ist anders als seine Vorgänger, aber das macht ihn nicht schlecht, eher abwechslungsreich. Die Kombination von Ruhe und Dynamik, von naturalistischen und fantastischen Erzählszenen, macht seinen Reiz aus. Am Meer ist es wärmer ist keine bloße Kopie von Murakami oder Yoshimoto. Kawakami gestaltet das Motiv der fließenden Grenzen zwischen verschiedenen Wirklichkeitsebenen auf ihre ganz eigene Weise aus.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Was bleibt?, 6. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Am Meer ist es wärmer: Eine Liebesgeschichte (Gebundene Ausgabe)
Ich habe mich sehr über die Veröffentlichung des neuen Kawakami-Romans gefreut und das Buch auch regelrecht verschlungen. Die typische Vermischung von Wirklichkeit und Parallelwelt, für die die bei uns bekannten, zeitgenössischen japanischen Schriftsteller stehen, findet auch in "Am Meer ist es wärmer" statt. Aber irgendwie fühlt man sich von der Autorin am Schluss etwas im Regen stehen gelassen. Was wollte sie dem Leser sagen?
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7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zwischen Traum und Wirklichkeit!, 12. August 2010
Von 
k. und k. privilegierter Bücherwurm (Österreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Am Meer ist es wärmer: Eine Liebesgeschichte (Gebundene Ausgabe)
Mein erstes Buch einer japanischen Schriftstellerin. Vor zig Jahren habe ich einmal Suzie Wong. gelesen, das und ein paar Reisedokumentationen die ich im fernsehen gesehen habe; mehr weiß ich nicht über Japan.
Trotzdem hat mich dieses Buch gestern magisch angezogen. Heute liegt es bereits gelesen auf meinem Schreibtisch. Man erfährt wenig über Japan selbst oder über die Sitten und Gebräuche; ist es ja auch ein Roman und nicht eine Reiselektüre. Trotzdem hat Kawakami einige Gebräuche einfließen lassen, die uns doch fremd sind, z.B.: dass, wenn ein Baby, welches gerade mal 2-3 Wochen alt ist lächelt, nicht sein Gegenüber anlächelt sondern einen Geist, oder, dass wenn ein Baby 3 Monate alt ist das Fest "Okuizome" gefeiert wird, da es dann das erste Mal feste Nahrung bekommt...
Im Roman selbst geht es um Kei. Ihr Mann Rei ist vor 13 Jahren spurlos verschwunden; von einem Tag auf den anderen. Jahrelang lässt sie dieses Thema unverarbeitet in sich ruhen, zieht die gemeinsame Tochter Momo auf und zieht zu ihrer Mutter. Sie beginnt ein Verhältnis mit einem verheirateten Mann, welcher 3 Kinder hat. Keine Verpflichtung. Kein Ärger. Sie liest all die Jahre allerdings immer wieder Reis Tagebuch und plötzlich zieht sie ein Ort magisch an, in welchem sie vor kurzem unbewusst selbst war. Manazuru. Eine Kleinstadt am Meer. Außerdem kann Kei immer schon schattenartige Menschen sehen; sie verfolgen sie auf Schritt und Tritt, allerdings hat sie dieses Geheimnis nie jemanden anvertraut. Eines Tages erscheint eine Frau, die immer mehr aus dem Nebel heraustritt und sie in die Vergangenheit begleitet...was ist mit Rei geschehen?
Zwischen Traum und Wirklichkeit schreibt Kawakami und selbst als Leser weiß man oft nicht wo man sich gerade befindet. Der Schreibstil ist melodiös und einfühlsam, man kann das Buch nicht mehr zur Seite legen, obwohl man als Leser weiß, dass es das alles so gar nicht geben kann...
Ein wunderschöner Roman, der einen kurzfristig (225 Seiten) in einen Tagtraum hineinversetzt und mitfiebern lässt; findet sie Rei und erfährt (man) was mit ihm passiert ist?
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3.0 von 5 Sternen Schöner Schreibstil im Surrealismus verfangen, 17. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Leider konnte ich mit diesem Buch wenig anfangen, auch wenn meine Gefühle zwiegespalten waren. Dachte ich zu anfangs noch, was für eine schlichte Poesie in den einfachen alltäglichen Beobachtungen und Sätzen steckt, kam mir die Handlung jedoch bald abhanden. Ich habe den Durchblick verloren.
Die Hauptdarstellerin Kei macht sich in der Realität sowie in einer Art Traumwelt auf die Suche nach ihrem verschwundenen Mann. Dabei begegnet ihr eine geheimnisvolle Frau. Ob diese Frau wirklich existiert und was diese Frau mich Reis Verschwinden zu tun hat, bleibt offen. Mit ihr erlebt Kei Sprünge in die Vergangenheit oder in Träume. Oft weiß man gar nicht, ob sie sich in der Realität befindet oder nicht wieder in einer Zwischenwelt. Darüber gibt es wohl auch keine eindeutige Antwort. Ich mag ein bisschen Surrealismus. Das vieles im Ungewissen und geheimnisvoll bleibt, dass es keine Antworten auf Fragen gibt, war ein raffiniertes Stilmittel. Dazu die schlichte, angenehm minimalistische Schreibweise der Autorin, der sie nach "Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß" und "Herr Nakano und die Frauen" treu bleibt (beide Bücher fand ich klasse!), machen das Buch lesenswert. Leider war mir der surreale Aspekt, zu phantastisch, zu verwirrend. Das hin und her springen zwischen Realität und Vorstellung, die unterschiedlichen Zeiten, die verwendet werden - ich war selbst ganz durcheinander. Sicherlich ein interessanter, trauriger Roman, über Liebe und Hoffnung, der schnell zu lesen war. Den kann man lesen, muss man aber nicht.
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3.0 von 5 Sternen Ich hatte etwas anderes erwartet / erhoft, 8. Februar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Nach dem wunderbaren Buch "Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß" bin ich voller Vorfreude ans Lesen gegangen. Ach, ach, ach... wie zog sich das Lesen hin. Die Protagonistin und ihr Handeln blieben mir völlig fremd. Auch sprachlich hat das Büchlein mich nicht erreicht. Jedoch: ich denke öfters darüber nach, denn nun nach Monaten des Lesens keimt ein leichtes Verstehen in mir auf. Das Hardern, die Selbstzweifel, die Verlustängste, die Wahnvorstellungen...
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5.0 von 5 Sternen Schönes Buch, von dessen Sorte man mehr möchte, 19. Oktober 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Mir hat es Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen! Hätte ich mehr Zeit gehabt, hätte ich es wahrscheinlich in einem Stück durchgelesen.
Die Geschichte ist schön aufgebaut und die Protagonistin und ihre Gefühle, vorallem die zwischen ihr und ihrer Tochter, wurden realistisch beschrieben (auch wenn die Protagonistin surrealistische Dinge erlebt, so hat man dennoch den Eindruck, dass alles genauso in der Realtität passiert sein könnte).
Kawakami zählt zu meinen Lieblingsautoren und ich würde mir wünschen, dass mehr Bücher in Deutschland von ihr erscheinen würden.
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5.0 von 5 Sternen Die Hoffnung stirbt zuletzt, 14. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Am Meer ist es wärmer: Eine Liebesgeschichte (Gebundene Ausgabe)
Kei lebt mit ihrer Mutter und ihrer Tochter in Tokio. Rei, ihr Mann und Vater ihrer Tochter Momo, verschwand vor vielen Jahren von einem Tag auf dem anderen, als das Kind 3 Jahre alt war. Seitdem leidet Kei unter dieser abrupten und für sie unvorhersehbaren Trennung, über die auch ihr verständnisvoller Freund Seiji nicht hinweghelfen kann. Kei sieht sich im Geiste von einem Wesen verfolgt. Im Verlauf der Handlung konkretisiert sich diese Figur und materialisiert sich zu einer Frau, die zu Kei spricht. Ein Dialog entwickelt sich. Kei verspricht sich von dieser "virtuellen" Frau wertvolle Hinweise auf den Verbleib ihres Mannes, von dem sie sich nicht lösen kann. Immer noch hofft sie auf ein Wiedersehen - wie soll man jemanden lieben, der nicht da ist? Je mehr sie sich an die Fersen dieses geistigen Wesens heftet, desto weiter entfernt sie sich von der Realität und den Menschen, die ihr nah sind. Kei geht einen Weg in die Richtung, in der sie ihren geliebten Mann vermutet - in Richtung Jenseits. Am Scheideweg zwischen Leben und Tod muss sie sich entscheiden, im Jenseits mit ihrem Mann oder im Jetzt mit ihren Angehörigen zu leben.

In einer surrealen Gefühlsreise, die zwischen Traum und Wirklichkeit pendelt, wird deutlich, wie sehr eine verletzte Liebe und die Frage nach dem Warum, einem Menschen pathologisch zusetzen kann. Kleine Hinweise zwischendurch regen die Phantasie des Lesers an, sich eigene Gedanken über das Verschwinden von Rei und die Beziehung der beiden zueinander zu machen. Für mich war es eine magische Lektüre, wie ein Tagtraum von dem man bis zum Schluss nicht weiß, wie er ausgeht.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine seltsame Geschichte, 2. August 2010
Von 
Günter Nawe "Herodot" (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Am Meer ist es wärmer: Eine Liebesgeschichte (Gebundene Ausgabe)
Selbst dreizehn Jahre später hat Kei das Verrschwinden ihres Ehemanns Rei noch nicht verwunden. Seit dreizehn Jahren lebt sie mit ihrer (und Reis) Tochter sowie ihrer Mutter zusammen. Mit Seiji ist sie eine neue Bindung eingegangen. Das Verhältnis zu ihrer pubertierenden Tochter ist nicht einfach. Und das Leben ohne Rei ohnehin nicht.

"Auch nachdem er mich verlassen hatte, liebte ich ihn noch. Ich konnte nicht aufhören, ihn zu lieben. Es war schwierig, jemanden zu lieben, der nicht da war". "Aber eigentlich wusste ich immer noch nicht, was das Wort Liebe bedeutet". So Kei über ihre Empfindungen.

Eine seltsame Geschichte von Liebe und Sehnsucht also. Von körperlicher Distanz und emotionaler Nähe. Und von der Suche nach dem Geliebten. Der "Sehnsuchtsort" heißt Manazuru und liegt am Meer. Er ist auf einer der letzten Tagebuchseiten von Rei notiert. Diesen Ort sucht Kei in regelmäßigen Abständen auf. Hier erlebt Kei Hoffnung auf Wahrheit und die Angst vor der Erinnerung. Hier - am Meer, das zugleich eine großartige Metapher in diesem Buch ist - muss sie um den Verlust ihrer Sinne bangen. Vorstellung und Realität klaffen auseinander. Und "was wirklich ist, weiß sowieso kein Mensch".

Mit großer Meisterschaft erzählt die japanische Schriftstellerin Hiromi Kawakami diese Liebesgeschichte, die gleichzeitig eine Geschichte auf der Suche nach sich selbst ist. Mit äußerster Genauigkeit, mit großartiger Zurückhaltung, sinnlich und warm und vielleicht gerade deshalb mit großer Intensität lässt sie den Leser teilhaben an dieser seltsamen Geschichte. Und über allem liegt ein Hauch von Melancholie. Der Roman etwas Schwebendes, etwas Unwirkliches und ist doch eine sehr reale Geschichte. Der Leser erinnert sich an frühere, erfolgreiche Bücher diese Autorin ("Herr Nakano und die Frauen", "Der Himmel ist blau, der Himmel ist weiß") und an die Bücher von Haruki Murakami - obwohl Hiromi Kawakami einen ganz eigenen Ton hat. Und so ist der Autorin ein besonderes, fantastisches Buch gelungen, eine wunderbare Liebesgeschichte, sinnlich und warm und voll tiefer Symbolik. Eine der schönsten Liebesgeschichten, die wir in den letzten Jahren lesen konnten.

Eine seltsame Geschichte auch, weil Kei auf der Suche nach Rei einer Frau aus einer anderen Welt begegnet. Erst als ein Hauch, ein Schatten, dann immer näher und körperlicher wird diese Frau zu ihrer ständigen Begleiterin. Woher kommt sie? Aus der Welt, in der auch Rei ist? Was weiß die Frau, die anfangs so etwas wie eine Bedrohung für Kei darstellt? Findet Kei bei ihr die Lösung? Mit großer Sensibilität schildert Hiromi Kawakami gerade diese Begegnung,

Resignation und Hoffnung also erlebt die etwa 40-jährige Kei, die an einem Roman schreibt. Ist es diese Geschichte? Ein Roman, in dem Kei auch von ihrer Vergangenheit mit Rei erzählt und von ihrem Leben mit Momo, Reis Tochter. Auch mit ihr, die sie liebt, kämpft sie um Nähe. Eine Nähe, die ihr Momo verweigert.. Was wiederum mit dem Verschwinden des Vaters zusammenhängt.

Was also ist mit Rei? Wo ist Rei? "Ob mein Mann sterben wollte? Oder war er verschwunden, weil er leben wollte?" Auch die unbekannte Frau will es nicht wissen. Und so bleibt am Ende für Kei nur, ihren Mann für tot erklären zu lassen. Die Hoffnung aber bleibt. "Rei, irgendwann in ferner Zukunft können auch wir uns wiedersehen.... Aus dem Nichts kommen wir, und ins Nichts kehren wir zurück."
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Am Meer ist es wärmer: Eine Liebesgeschichte
Am Meer ist es wärmer: Eine Liebesgeschichte von Hiromi Kawakami (Gebundene Ausgabe - 26. Juli 2010)
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