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19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen
Wann sollte man besser aufhören zu wünschen?,
Rezension bezieht sich auf: Das Leben der Wünsche: Roman (Gebundene Ausgabe)
Thomas Glavinic hat mit "Das Leben der Wünsche" einen meiner neuen Lieblinge geschrieben. Das Buch verläuft zwar in ganz anderen Bahnen als man erwarten würde, ist aber trotzdem auf seine eigenartige Art und Weise gut!Jonas ein Werbetexter, der mehr Zeit an der Luft als im Büro zu verbringen scheint, trifft einen eher zwielichten Mann im Park. Dieser nicht gerade märchenhafte Dschinn, der aber trotzdem sehr blau zu sein scheint, verspricht ihm spontan drei Wünsche. Nach einigem hin und her äußert Jonas dann auch drei Wünsche. Zuerst passiert noch nichts, doch plötzlich beginnen seine geheimen Wünsche und Verwünschungen sich selbstständig zu machen. Auf Jonas Wegen passieren sonderbare Dinge, seine Frau stirbt und macht Platz für die Geliebte, ein nerviger Fußgänger wird prompt überfahren und sogar die Aktienkurse steigen nach Wunsch. Doch hier müsste Jonas schon auffallen, dass langsam alles aus dem Ruder gerät, denn er wird durch seine Wünsche nicht glücklicher, im Gegenteil er wird immer ruheloser und apathischer bis er sich schließlich und letztendlich selbst ins Verderben stürtzt. Man darf hier nicht mit einem Thriller rechnen, es ist keiner. Vielmehr rührt das Buch in dem Leser, nach den eigenen Wünschen. Was würde passieren, wenn all unsere Unbedachten Wünsche plötzlich wahr würden? Würden wir dann etwa in einer Wunscheuphorie ersticken? Würden wir vorsichtig wünschen? Was würden wir uns wünschen? Durch die intelligente und komplexe Sprache baut der Autor eine Analyse der Gesellschaft auf, eine Welt in der Fantastik und Realität zu nah beieinander liegen. Gefährlich ist es für den Menschen in dieser Welt sich leichtfertig etwas zu wünschen, doch auch lernen tut er nichts. Unser Protagonist scheitert am eigenen Glück, er wird krank vor Glück, jeder Wunsch macht ihn kränker. Das Buch würde von mir alle Sterne bekommen, wenn ein paar Fragen geklärt werden würden und das Ende nicht ganz so abstrus wäre. Auch den Wunschverteiler hätte ich gerne noch einmal getroffen, über ihn erfahren wir Leser leider nichts mehr, man lässt uns alleine und grübelnd zurück. Noch nach der letzten Seite muss man über dieses Buch nachdenken und weiß nicht recht woran man ist und genau das macht es ja auch aus! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen
Schwer enttäuscht,
Rezension bezieht sich auf: Das Leben der Wünsche: Roman (Gebundene Ausgabe)
Aufgrund einer vorab erhaltenen Leseprobe hatte ich ziemlich hohe Erwartungen an dieses Buch. Doch leider wurden diese in keinster Weise erfüllt.Der Anfang klang so vielversprechend. Was hätte man nicht alles aus der Grundidee machen können, von einem mysteriösen Fremden 3 Wünsche erfüllt zu bekommen. Doch ab da wird das Buch nur noch verwirrend und konfus. Ich habe bis jetzt nicht verstanden, welche Wünsche die Hauptfigur Jonas jetzt eigentlich hatte. Das Buch ist unterteilt in 3 Abschnitte. Im ersten strirbt Jonas'Frau, im zweiten passieren ganz viele Dinge (u.a. unerklärliche Überschwemmungen, der Tod des Geliebten von Jonas' Frau, ein flotter Dreier mit seinem Arbeitskollegen und dessen Freundin, ein Techtelmechtel mit einer Kollegin und die Trennung seiner Geliebten von ihrem Ehemann). Im dritten Teil wird seine todkranke Ex-Freundin wieder gesund. Was davon hat er sich jetzt wirklich gewünscht ? Diese Fragen werden bis zum Schluss nicht aufgelöst. Hinzu kommt, dass einen der Protagonist Jonas nicht wirklich berührt. Es bleibt eine Distanz zwischen Leser und Jonas; man mag sich nicht mit ihm identifizieren, weil er einfach nicht sympathisch ist. Auch hat er merkwürdige Visionen, von denen man nie weiß, ob das nun Wirklichkeit oder Traum ist. Und was mich am meisten gestört hat, waren die fehlenden Anführungszeichen. Das führte beim Lesen oft zu Verwirrungen. Auch der Schreibstil von Herrn Glavinic ist sehr gewöhnungsbedürftig. Mir kommt die Sprache sehr unterkühlt vor. Es entwickelt sich nicht wirklich ein Spannungsbogen; man möchte auch gar nicht richtig wissen, wie es weitergeht. Zum Schluss hat mich das Buch nur noch gelangweilt. Fazit: Dieses Buch scheint mir nur für Leser geeignet, die den intellektuellen Zugang dazu finden. Mir ist das leider nicht gelungen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
23 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen
Unerfüllt blieben leider meine Wünsche,
Von
Rezension bezieht sich auf: Das Leben der Wünsche: Roman (Gebundene Ausgabe)
Glavinic lässt mich nach Ende des Romans mit vielem ziemlich allein und auch unruhig zurück. Man hat das Gefühl, dass da etwas Bedeutendes war, ich es aber auf irgendeine Weise verpasst habe. Nach diesem Roman muss man mit einem anderen Leser dieses Werks sprechen, ansonsten verurteilt man den Autor vorschnell.Und dennoch, ja, ich hätte mir nicht den tiefgehenden, intelligenten Thriller erwarten dürfen, der sich eingangs scheinbar eröffnet. Es wird immer szenischer, surrealer. Man glaubt dann wieder, im Zuge der Handlung am Gesamtbogen anschließen zu können, wird jedoch einige Absätze weiter wieder in einen hilflosen, antwortfreien Abgrund geworfen. Das soeben Gelesene lässt sich bis zum Schluss - für mich zumindest - nicht als Baustein für ein größeres Verständnis verwenden. Es ist schon gut, wenn man nicht alle Gedanken, Möglichkeiten, Bewertungen vorgekaut bekommt, aber nur von einer Ecke in die andere geworfen zu werden und nirgendwo die Botschaft oder die Denke des Autors erfahren, erahnen zu können, ist mir dann doch zuviel. Reihenweise können Dialoge und Beschreibungen, für sich genial und meisterhaft, herausgenonmmen und bestaunt werden, für einen Roman mit Tiefgang und Bogen, ist es mir dann doch zu stückhaft. Ich schätze es auch nicht, wenn einem laufend suggeriert wird, dass man als Leser nicht einmal das Offensichtliche begreift. Glavinic ist unbestritten ein glänzender Beobachter und ein Sprachtalent; und genau das rettet ihm den dritten Stern statt zwei und alles auf die Gefahr, dass ich das Werk weit verkannt habe. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
22 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Ein Buch zum darüber nachdenken,
Von
Rezension bezieht sich auf: Das Leben der Wünsche: Roman (Gebundene Ausgabe)
"Das Leben der Wünsche" setzt Glavinics früheres Werk "Die Arbeit der Nacht" thematisch fort. Jonas ist verheiratet, liebt seine zwei kleinen Söhne abgöttisch und ist dennoch mit seinem Leben unzufrieden. Er wünscht sich aktiver zu sein, mehr zu erleben und mehr vom Sinn des Lebens zu verstehen. Er betrügt seine Frau Helen mit der verheirateten Marie, die er am liebesten ganz für sich alleine haben möchte. Er arbeitet mehr schlecht als recht in einer Werbeagentur, in der scheinbar alle Kollegen noch weniger motiviert als er selbst sind, dennoch bekommt er nur die Routineaufgaben übertragen.In dieser Situation wird Jonas von einem Fremden in der Mittagspause abgepaßt. Der Fremde (mit Goldkettchen behangen und nach Alkohol riechend) weiß über Jonas Leben bescheid und bietet Jonas an, ihm seine Wünsche zu erfüllen. Jonas körperlich etwas zurückgebliebener Sohn beginnt zu wachsen und die Entwicklung seines Aktiendepots kennt nur noch eine Richtung. Jonas Leben wird spannender, er erlebt eine Mord an einer Tankstelle. Jonas wird draufgängerischer. Jonas wird interessanter, die Presse reißt sich um ihn, nachdem er nur knapp einem Flugzeugabsturz entgangen ist. Erst als sich seine privaten Verstrickungen zu entspinnen beginnen, wird für Jonas auf dramatische Weise deutlich, dass die Erfüllung seiner Wünsche für sein Umfeld schlimme Folgen haben kann. Seine Frau stirbt, und wenig später hat er auch Marie für sich alleine. Es ereignen sich zunehmend abstrusere Vorkommnisse. Naturkatastrophen brechen über sein Umfeld herein und ein befreundetes Ehepaar bittet Jonas zum Sex zu dritt. Jonas beginnt zu ahnen, dass nicht nur seine bewußten, sondern auch seine unterbewußten Wünsche sich zu erfüllen beginnen. Er bekommt Angst davor, welche Wünsche er eventuell noch vor seinem Bewußtsein geheim hält. Glavinic hat ein kluges und hintergründiges Buch geschrieben. Was passiert wenn alle Wünsche wahr werden? Nähert sich Jonas seinem Glück oder ist sein Leben dem Untergang geweiht, wenn im übertragenen Sinne alles zu Gold wird, was er anfaßt? Eine fast schon klassisch-griechische Kernfrage der Philosophie. Schnell stellt sich dem Leser die Frage, was sich Jonas eigentlich wirklich wünscht. Wird ihm Geld und Sex ausreichen oder wieviel Leid wird er seinen Mitmenschen zumuten? Ist sein erster Reflex noch der Wunsch nach Weltfrieden gewesen, sprechen die wahrwerdenden Wünsche schnell eine weniger friedfertige Sprache. Welche dunklen Abgründe werden sich auftun? Wie immer bei Glavinic besticht der Roman durch eine minimalistische Sprache. Die Sätze sind zumeist kurz, die Dialoge prägnant. Für den Leser besteht dadurch die Gefahr, das Buch sehr schnell zu lesen und so mit dem Nachdenken über das Geschrieben (und vor allem das Nichtgeschriebene) nicht hinterherzukommen. Dennoch vergebe ich nur 4 von 5 Sternen und habe sogar über eine noch niedrigere Bewertung nachgedacht. Glavinic läuft meiner Meinung nach Gefahr, es sich zu einfach zu machen. Seine Bücher leben zunehmend davon, in Andeutungen und im Ungewissen zu verharren. Er arbeitet mit bedeutungsschweren aber surrealen Vorkommnissen. Die eigentliche "Arbeit" überläßt er nicht der "Nacht", sondern dem Leser. Dem Leser bleibt es überlassen, die zwischen den Zeilen versteckten Fragen und Gedanken auszusprechen und zu überdenken. Eigentlich spielt in Glavinics Büchern die Handlung nur noch eine untergeordnete Rolle. Dass es keine Happy-Ends gibt, ist dabei nebensächlich. Das Ende seiner Bücher ist insgesamt sogar egal, da das Ende seiner Bücher ja im Kopf der Leser nach dem Wegleben des Romans stattfinden soll. Somit wird auch jeder individuelle Leser, "Das Leben der Wünsche" anders lesen (und verstehen). Glavinic spielt mit dem Hype um seine eigene Person und vertraut darauf, dass dieser Hype ihm erlaubt erzählerisch minimalistische Bücher zu schreiben. Er versucht dieses auszugleichen, indem er verwirrende Elemente in seine Romane einflechtet. Bewußt läßt Glavinic Personen in der Handlung auftreten, deren Beziehung zu Jonas erst viel später im Roman aufgeklärt werden. An anderer Stelle wird ein lateinischer Sinnspruch eingeflochten, der sich sehr vielseitig übersetzen läßt. Es besteht der Verdacht, dass die literarische Nebelkanone eingesetzt wird, um die Schlichtheit des erzählerischen Bühnenbildes zu kaschieren. Glavinic war noch nie ein Autor, der für seine Bücher recherchieren mußte. Seine Bücher entsprechen eher einem Gedankenexperiment. Am Anfang steht eine Idee. Was wäre, wenn. Die für mich zunehmend interessante Frage ist, was gewesen wäre, wenn dieses Buch von einem No Name Autor verfaßt worden wäre? Wäre die öffentliche Perzeption ähnlich positiv? In vielen der Beurteilungen zu Glavinic Romanen ist zu lesen, dass man seine Bücher mehrfach lesen müsse, um sie voll zu ergründen. Dieser Beurteilung liegt vermutlich zugrunde, dass viele Leser am Ende seiner Bücher zunächst ein Gefühl der Enttäuschung verspüren: Das war schon alles? Mir ging es bei "Das Leben der Wünsche" ähnlich. Daher werde ich nun tatsächlich das Experiment wagen und "Die Arbeit der Nacht" (im Abstand von 18 Monaten) zum zweiten Mal lesen, um herauszufinden, ob diese Wiederholung tatsächlich zu einer veränderten Aufnahme des Gelesenen führt. Insgesamt bleibe ich dennoch bei 4 Sternen, da "Das Leben der Wünsche" eine Buch ist, welches zum Denken anregt und die Grundidee des Romans nicht nur kreativ, sondern auch ungewöhnlich ist. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen
Vom Leiden am Lesen,
Von
Rezension bezieht sich auf: Das Leben der Wünsche: Roman (Taschenbuch)
Nachdem man die Vorgängerwerke Glavinics mit einigem Vergnügen gelesen hat, legt man dieses am Ende, so man es erreicht, ermüdet zur Seite. Es gibt Rezensionen zu diesem Buch - auch von gelernten KritikerInnen - bei denen man zweifeln darf, ob sie das Buch überhaupt (zu Ende) gelesen haben, und wenn ja, ob es nicht vielleicht ein anderes war. Philosophische oder psychologische Deutungen und dergleichen sind angesichts des Inhaltes, na ja, obsolet. Das Personal, dass hier bemüht wird, geht einem zum überwiegenden Teil auf die Nerven, und hätte man es im Leben ausschliesslich mit Exemplaren derlei Zuschnitts zu tun, man begnügte sich mit einem einzigen und zugleich letzten Wunsch...Der Protagonist Jonas, den zu begleiten wir das Missvergnügen haben, stolpert durch die mittels seiner erfüllten Wünsche mehr oder minder verwüstete Welt, will heissen von Beischlaf zu Beischlaf, fortwährend per Handy/SMS das Triebmanagement organisierend. Die moderne Kommunikationstechnik schlägt zu, früher griff man zur Zigarette, heute greift man zum Handy; und der Leser zu trostspendenden Alkoholika. Da ist, um ein Beispiel zu nennen, seine Lieblingsgeliebte Marie mit einem Russen namens Apok (Apolitischer Kaukasier(!?)) verheiratet, der sich dann ins Kriegsgetümmel nach Ossetien absetzt und dort wahrscheinlich vom Heldentod ereilt wird. Jonas' Wunsch war ihm sozusagen Befehl und der Weg ins Glück ist frei. Dies, nachdem schon seine eigene Angeheiratete in der Badewanne dem weniger heldenhaften schnellen Herztod zum Opfer fiel. So einfach ist das in Zeiten wo das Wünschen hilft. Dass Jonas in einer Werbeagentur - wo sonst - beschäftigt und von dauerbesoffenen oder sonstwie weggetretenen, also unter branchenüblichen Beschwerden leidenden KollegInnen umgeben ist, mag als Zeichen von Ironie verstanden werden. Ob Frauen, ob Männer, alle haben sie modische Neurosen oder sonstige Krankheiten und einige noch Kinder sowie Haustiere dazu. Muss man das lesen ? Das Leben ist zu kurz für schlechten Wein, sagt man; analoges gilt für Bücher. Mag ja sein, dass man hier den hintersinnigen Humor Glavinics ganz einfach nicht kapiert; man bedenke, der Autor ist Österreicher. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Wunscherfüllung die keineswegs zu dem Paradies auf Erden führt.,
Von Carl-heinrich Bock "Literatur- und Kinofan" (Bad Nenndorf) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) (HALL OF FAME REZENSENT) (VINE®-PRODUKTTESTER) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Das Leben der Wünsche: Roman (Gebundene Ausgabe)
Wie in seinem vor Jahren erschienen Buch "Die Arbeit der Nacht" zaubert der in Wien lebende Autor auch in "Das Leben der Wünsche" eine surreale Geschichte aus dem Hut. Im Mittelpunkt dieses apokalyptischen Märchens steht der Protagonist der auch wieder Jonas heißt. Damals wacht dieser Jonas auf und befindet sich auf einer Welt, die nicht durch Menschen bevölkert ist. Es gibt eine Verbindung zwischen den beiden Romanen, die liegt in den Hauptmotiven, denn in beiden Büchern geht es um Angst, Einsamkeit und Liebe. Bei "Die Arbeit der Nacht" steht nicht, wie man zunächst meinen könnte, die Einsamkeit im Vordergrund sondern die Angst, dann die Einsamkeit und die Liebe. Bei dem verstörend, ergreifenden Roman "Das Leben der Wünsche" geht es zunächst einmal um Liebe und dann um Angst und Einsamkeit.Zum Inhalt: Das Buch fängt zunächst einmal wie ein Märchen an. Die Geschichte beginnt teils spannend, teils belustigend, denn Jonas erscheint ein zwielichtiger Mann, es ist keine Märchenfee wie bei Johann Peter Hebels, die würde nicht in einen urbanen Roman passen, sondern es ist ein in Weiß gekleideter, ziemlich heruntergekommener Mensch, der ein Goldkettchen trägt und nach Bier riecht. Dieser zwielichtig aussehende "Versucher", der erstaunlich viel über das Leben von dem Protagonisten Jonas weiß, eröffnet ihm, dass er drei Wünsche frei hätte. Jonas ist ein sehr intelligenter Mensch und sagt sehr schnell, eigentlich habe ich nur einen Wunsch und der lautet, dass mit alle meine Wünsche erfüllt werden. Das geschieht dann auch auf zunächst ganz angenehme Weise und dann wird es immer bedrohlicher und dann nimmt das Ganze eine brisante Eigendynamik an. Jonas, der Held dieses Buches, ein Mittdreißiger, arbeitet in einer Werbeagentur, ist mit Helen verheiratet, hat zwei Kinder, Tom und Chris. Er ist mit seinem Liebesleben unzufrieden, deshalb hat er ein außereheliches Liebesverhältnis mit einer verheirateten Frau, Marie, einem total verworrenen Charakter. Jonas soll den Wünschen Zeit zur Entfaltung geben. Und so beginnt alles ganz positiv. Sein Aktiendepot nimmt an Wert zu, er entgeht zufällig einem Flugzeugabsturz doch dann plötzlich liegt seine Frau tot in der Badewanne. Jonas erlebt nun, dass geheime Wünsche nicht immer die schönen Seiten des Lebens bedienen. Sein Leben wird immer verworrener. Jonas bekam nicht das erhoffte Paradies auf Erden. Er erlebt eine Überschwemmung, die durch einen Dammbruch verursacht worden ist, erfährt dass seine Frau einen Geliebten hatte. In der Folge kommt es zu Machtkämpfen, Tod und Traurigkeit. Vieles wurde schlimmer in Jonas Leben. Und da Jonas, wie auch wir Leser in der Wirklichkeit verhaftet ist, will er nicht realisieren, dass der Wunschanbieter echt war. Er kommt dann doch allmählich drauf, denn er sagt zu Marie, es gibt einen Gedanken den ich nicht denken darf, weil er gefährlich ist, ich muss um ihn herum denken. Der Autor muss es ja auch nicht deutlich machen und so führt er den Leser an die Grenzen des Begreifbaren. Teile unseres Lebens und Teile unserer Wünsche, die nachdenklich machen, sind in diesem etwas philosophischen Buch verborgen. Was hat es mit der Wunscherfüllung auf sich? Wünschen wir uns im Grunde genommen am Ende Dinge die besser gar nicht in Erfüllung gehen? Haben wir gar keine Verantwortung für unsere Wünsche? Müssen wir uns vor den tiefsten Sehnsüchten hüten, weil sie wahr werden könnten? Was ist unleidlicher, alle Wünsche erfüllt zu bekommen oder keine Wünsche mehr zu haben? Thomas Glavinic erweckt mit seinem lakonischen Erzählstil unendliches Grauen in unschuldig trivialen, alptraumhaften Situationen und man würde insistieren, dass Jonas seine Wünsche und die schrecklichsten Dinge im Hinterkopf besser im Griff hätte. Es ist ein Fantasy Roman von der Leerräumung der Welt, wobei für den Protagonisten die Erlebnisse adäquat sind, denn es ist das, was er wirklich anvisiert. Sein Hauptwunsch ist ein dramatisches Leben knapp am Abgrund, das erzählt der Autor mit wechselnden Stilmitteln, Surrealismus, Fantasy und Science Fiction. Ein bemerkenswertes Buch das die unterschiedlichsten Leseinteressen bedienen kann. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen
Du hast 3 Wünsche frei...,
Von
Rezension bezieht sich auf: Das Leben der Wünsche: Roman (Gebundene Ausgabe)
So fängt dieser Roman an - Jonas wird von einem unbekannten Mann angesprochen, der ihm 3 Wünsche erfüllen will. Beginnt der Roman noch wirklich vielversprechend mit einem langsam aufbauenden Spannungsbogen der im Tod von Jonas Frau gipfelt, ging es danach leider - für mich - rapide mit diesem Buch bergab.Meine drei Wünsche wären gewesen: weniger bizarre Traumszenen, ein verständlicherer Ablauf der Geschichte, Anführungszeichen in der wörtlichen Rede. Punkt 1 und 2 führten dazu, das ich mich in der zweiten Hälfte des Buches kaum noch auf die Handlung konzentrieren konnte, unterstützt von Punkt 3. Denn jedesmal, wenn ich den Faden zu verlieren drohte, musste ich mehrfach nachlesen, wer denn jetzt was zu wem gesagt hat, man konnte es kaum erkennen auf den ersten Blick! Schade, schade, schade... Nach dem guten Beginn dieses Romanes habe ich mir soviel mehr erhofft! Wegen dem guten flüssigen Erzählstil des Autoren, und der eigentlich tollen Idee, gibt es von mir trotzdem noch 2 1/2 Sterne - aufgerundet auf 3. Vielleicht ist es ein Buch, das man nach einiger Zeit ein zweites Mal lesen sollte, damit einem der tiefere Sinn dahinter aufgeht. Mich lässt es auf jeden Fall nach dem Lesen etwas ratlos und unzufrieden zurück. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen
Das Leben der Wünsche,
Rezension bezieht sich auf: Das Leben der Wünsche: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ich habe schon lange kein Buch mehr gelesen, daß so viel versprechend begonnen hat und mich mit solch einem riesigen Fragezeichen im Kopf zurückgelassen hat.Ich habe mich durch dieses Buch gequält, in der Hoffnung doch noch ein paar halbwegs befriedigende Antworten zu erhalten. Aber ich wurde leider enttäuscht. Ich muß gestehen, daß ich noch nicht einmal das Ende verstanden habe. Ich fand den größten Teil der Charaktere, allen voran den Hauptcharakter, extrem unsympathisch. Eine Gesellschaft voll mit ehebrechenden, selbstsüchtigen und rücksichtslosen Idioten. Beim Lesen sollte man doch mit den Personen mitfühlen, sich mit ihnen freuen oder weinen, aber bei mir tat sich nichts. Ein schlechtes Zeichen, da ich ein sehr emotionaler Mensch bin. Mit den "Traumsequenzen", ein besseres Wort fällt mir nicht ein, konnte ich am allerwenigsten anfangen. Waren das Hinweise auf bevorstehende Wünsche die in Erfüllung gehen? Sind diese Ereignisse tatsächlich so oder so ähnlich passiert? Wie schon erwähnt: für mich ein absolut schreckliches und unbefriedigendes Buch, was vielleicht daran liegen mag, daß ich es einfach nicht verstanden habe. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Man sollte sich nicht wünschen, ...,
Rezension bezieht sich auf: Das Leben der Wünsche: Roman (Gebundene Ausgabe)
... dass die eigenen Wünsche tatsächlich in Erfüllung gehen.Jonas, dem bereits aus "Die Arbeit der Nacht" bekannten Protagonisten von Glavinic' neuen, grandiosen Roman begegnet gleich in der ersten Szene ein zwielichtiger Mann, der zu viel über ihn weiß und der ihm die Erfüllung seiner Wünsche anbietet. Jonas nimmt ihn nicht ernst (wer würde das schon?), äußert aber im Gespräch so einiges: "Ich hätte gern mehr über den Tod gewusst, ehe ich sterbe." - "Ich hätte gern gewusst, wie es ist, knapp davonzukommen." - "In die Zukunft oder die Vergangenheit schauen." Und dann, ganz bauernschlau: "Ich wünsche mir, dass sich alle meine Wünsche erfüllen. Dies ist mein erster Wunsch, und auf die zwei anderen kommt es nun nicht mehr an, ich schenke sie Ihnen." Der Mann erwidert: "Sie verstehen mich ganz falsch, es geht nicht darum, was Sie wollen, sondern darum, was Sie sich wünschen." Nach kurzer Irritation über diese seltsame Begegnung lebt Jonas sein Mittdreißiger-Jedermannleben weiter, der kleinwüchsige Sohn wächst plötzlich, sein Portfolio gewinnt an Wert, schön, aber nichts Besonderes. Immer mehr schleicht sich aber das Unheimliche ein, das äußerlich gefestigte Leben Jonas' bröckelt, Unfälle, Todesfälle, seltsame Begegnungen, Erfahrungen des Außerkörperlichen etc. - die Wünsche Jonas' werden mehr und mehr zum Omen der persönlichen Apokalypse. Eine hervorragende Geschichte, in der Glavinic es schafft, in einer klarer Sprache existenzielle philosphische und psychologische Fragen zu stellen, ohne zu moralisieren. Die Antwort müssen die LeserInnen dann allerdings für sich selber finden, manche mag das überfordern. Es heißt, der Satz "Mögen sich alle Deine Wünsche erfüllen", sei ein alter Fluch. Wie wahr. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen
Ich wünschte....,
Rezension bezieht sich auf: Das Leben der Wünsche: Roman (Taschenbuch)
ich hätte dieses Buch nicht gelesen. Ich habe es mir aufgrund von Empfehlungen als Urlaubslektüre gekauft und ich kann es überhaupt nicht weiterempfehlen. Weder sprachlich noch inhaltlich hat mich dieses Buch überzeugt.... Ich wünschte nur, ich wünschte nur....
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Das Leben der Wünsche: Roman von Thomas Glavinic (Gebundene Ausgabe - 17. August 2009)
EUR 21,50
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