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Kundenrezensionen

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am 23. April 2003
Mit "Bärentango" ist TdM ein neuer sensationeller Wurf gelungen.
Obwohl ich selber im Softwareumfeld arbeite und schon mit einer Menge Bären tanzen mußte, komme ich mir beim Lesen manchmal wie ein Schuljunge vor, dem gerade ein Licht nach dem anderen aufgeht.
Präzise, klar und mit einer unerbittlichen Logik zeigt deMarco wieder auf, warum so viele Projekte in die Hose gehen. Für Entwickler wird klar, warum sie trotz 24 Stunden-Schichten keine Chance haben zu gewinnen, für manchen Auftraggeber wird klar, daß bei einer Projektplanung, die den günstigst möglichen Fall zur Basis hat, der Tod von Anfang an im Topf ist und den Stakeholder/Managern wird sonnenklar, daß sich mittlerweile einige tödliche Unsitten in das Thema Aufwands-/Zeitenschätzungen eingeschlichen haben, so daß der, der eine wirklich belastbare Aussage haben möchte, unbedingt nach den Annahmen seiner Projektverantwortlichen fragen sollte.
Wie aber schon im Titel gesagt, ein absolutes Muß für die, die verkaufen, so wie ich, denn wir sind die, die in Wahrheit den Schlüssel zu Erfolg/Mißerfolg, Lust oder Frust der Projektteams in der Hand halten!
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am 20. April 2003
„Die Fähigkeit, bereits vor dem Frühstück an sechs unmögliche Dinge zu glauben ist wahrscheinlich in keinem Job der Welt so sehr ein Bestandteil des Anforderungsprofils wie im Softwareprojektmanagement." Die Alternative zu dieser zweifelhaften Fähigkeit ist Risiko-Management, das Thema des neuen Buches von Tom DeMarco und Timothy Lister.
Die beiden Autoren haben dabei das Risiko-Management nicht (neu) erfunden: ähnliche Ansätze kann man sicherlich auch in dickeren und theoretischeren Lehrbüchern nachlesen. An Praxisbezug ist „Bärentango" aber kaum zu übertreffen: zum Beispiel machen die Autoren gleich im ersten Kapitel klar, dass Software-Projekte ohne Risiken keinen Nutzen bringen und dass es daher nicht darum gehen kann, vor Risiken davonzulaufen. Dabei versäumen DeMarco und Lister nicht, auf die Umstände einzugehen, die Risiko-Management erschweren oder unmöglich machen: zum Beispiel eine Unternehmungskultur, in der es gefährlich ist, Zweifel und Unsicherheit zu äußern (zum Beispiel ob ein geplanter Liefertermin gehalten werden kann). Die Autoren beschreiben keine Methoden und Prozesse für erfolgreiche Software-Projekte (wie es viele andere Autoren tun...), sondern diskutieren, warum Projekte trotz aller Methoden und Prozesse immer wieder scheitern: viele Risiken liegen einfach in der Natur von ambitionierten Projekten: sie zu ignorieren wäre kindisch („Risiko-Management ist Projekt-Management für Erwachsene"). In den folgenden Kapiteln geben DeMarco und Lister eine detaillierte, aber niemals trockene oder langweilige, Anleitung zum Risiko-Management.
Es ist für mich immer wieder verblüffend wie die beiden Autoren mit wenigen Worten - und oft auch mit Humor und Ironie - einen Sachverhalt auf den Punkt bringen, was im englischsprachigen Original („Waltzing with Bears") noch besser zur Geltung kommt als in der deutschen Übersetzung.
Fazit: ein längst überfälliges Praxis-Buch über Risiko- und Projekt-Management von Software-Projekten und ein würdiger Nachfolger von „Peopleware".
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Zweifel sind nicht erlaubt, Scheitern ist keine Option, und Probleme sind dazu da, gelöst zu werden. Es ist dieses Selbstverständnis vieler Unternehmen, das Projekte letztendlich doch scheitern lässt. Wo Zuversicht zum Job-Profil gehört, ist es schwer, über Risiken oder gar das mögliche Scheitern offen zu sprechen. Bis alles zu spät ist. Das muss nicht sein, sagen die beiden amerikanischen Unternehmensberater Tom DeMarco und Timothy Lister. Wenn Risiken vor dem Start von Projekten offen benannt werden, lassen sie sich meist auch in den Griff bekommen. Wie das funktioniert, zeigt das Autoren-Duo auf sehr anschauliche und nachvollziehbare Weise. Bewusst praxisbezogen, lassen DeMarco/Lister die höhere Mathematik im Köcher. Auch wenn sich die Fallbeispiele nur auf die Software-Branche beziehen: Logik gilt überall. Wir empfehlen dieses Buch wärmstens allen Projektmanagern und IT-Experten.
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am 29. August 2003
Aus gemeinschaftlichen Bemühungen von Tom DeMarco und Timothy Lister entsprang der exzellenter Ratgeber �Bärentango. Mit Risikomanagement Projekte zum Erfolg führen� . In diesem Buch wird beschrieben wie den großen Risiken und Gefahren des aufregenden, schwierigen, konkurrierendem und schnell fluktuierendem Gebiet der Software-Entwicklung entgegengetreten werden kann. Die Autoren bringen dem Leser die Pro und Kontras der Risikomanagementtechniken und die Grundlagen des Risikomanagements nahe, geben Tipps zur erfolgreichen Wertquantifikation, führen zur Benutzung von Diagrammen hin und geben zu dem auch noch jede Menge Tricks im Umgang mit Stakeholdern, Vorgesetzten und Arbeitskollegen, sei es in Form von kleinen Anekdoten oder vereinfachten Modellen. Meiner Meinung nach, ein muß nicht nur für alt eingesessene Manager, sondern vorallem für jeden Neuling im Bereich des Sotwareengineerings (wie ich einer bin).
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am 30. August 2013
Dieses Buch ist vor 10 Jahren erschienen und ich habe es mir jetzt (2013) wieder durchgelesen, um zu entscheiden, ob ich es nicht evtl. entrümpeln sollte.

Ich habe zu diesem Buch eine zweigeteilte Meinung: Auf der einen Seite ist es eine der besten Einführungen in die "wahrscheinlichkeitstheoretische Projektplanung". Die Erklärungen sind gut, alles ist nett erzählt und es gibt auch schöne Beispiele. Andererseits haben die beiden Autoren wohl nur in größeren Softwareprojekten Erfahrungen gesammelt. Denn die Projektlaufzeiten in den Beispielen sind z. T. 2 Jahre und als typische Kunden werden Flughäfen und das Verteidigungsministerium genannt. Das passt überhaupt nicht zu meinem Alltag, da ich meistens in kleineren Projekten arbeite. Daher kann ich Teile aus der zweiten Hälfte des Buchs nicht anwenden. Und außerdem merkt man leider auch schon das Alter des Buchs. Im Bereich der agilen Methoden ist in der Zwischenzeit sehr viel passiert. Der im Buch genannte Riskology-Simulator wurde zuletzt laut Webseite 2010 aktualisiert.

Dennoch gebe ich immer noch 4 Sterne, weil große Teile des Buches einfach sehr wichtig und sehr gut geschrieben sind. Als Einführung ist es sehr gut geeignet. Wenn man Risikomanagement konkret einführen möchte, muss man sich aber weiter in Richtung „Agile Risk Management“ umsehen.

Ich habe mir vorgenommen, dass Buch nicht zu entrümpeln und in spätestens 10 Jahren noch einmal zu lesen.

P. S. Ich kann dieses Buch auch allen Politikern empfehlen, damit sie die Risiken ihrer Projekte, z. B. des Euros, besser managen.
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am 16. April 2003
"Bärentango" ist ein tolles Buch aber zum Teil auch deprimierend. Ich bin deswegen deprimiert, weil ich zum Teil sehr einfache Dinge in diesem Buch nicht schon früher umgesetzt habe und ich einen Teil der Methoden nicht kenne, obwohl ich mit Software Projekten mein Geld verdiene. Toll ist das Buch, weil es einem dabei helfen wird, Software Projekte besser zu managen.
"Bärentango" geht weit über nur eine Beschreibung von Risk Management hinaus. Es beschreibt zusätzlich noch die vielen "weichen" Faktoren, warum wir in der Software Industrie mit Risk Management solche Probleme haben ("Das schaffen wir" Einstellung in der Firmenkultur verankert, schlechte Nachrichten werden bestraft und der Bote auch usw.).
Super finde ich die Anregung zu lernen (und sich nicht selbst zu überschätzen) "das Problem von gestern, ist das Risiko von heute". Den Kernsatz "Risiken zu ignorieren ist infantil" sollte man sich vielleicht an die Wand in seinem Büro pinnen.
Alleine die Liste - der immer auftretenden - Software Projekt Risiken mit einer Auftretenswahrscheinlichkeit ist schon das Geld für das Buch wert:
- inhärent Fehlerhafter Zeitplan
- Inflation der Anforderungen
- Mitarbeiterfluktuation
- Spezifikationskollaps
- Geringe Produktivität
Klasse sind die Ansätze einen Teil der Risiken (KO Kriterien, in diesem Buch Spielverderber genannt) auf die Stakeholder (Auftraggeber) abzuwälzen. Man sollte auch immer versuchen den Auftrageber zu einer Quantifizierung des Nutzens zu überreden und ihn die nützlichsten Komponenten der zu implementierenden Software zu benennen, um diese in der inkrementellen Implementation zuerst zu entwickeln.
Super finde ich die Visualisierung von Risken (bzw. Unschärfe, Unsicherheit) in Risiko Diagrammen. Anhand dieser Diagramme kann man dem Auftraggeber sicherlich gut klar machen, was ein erreichbarer Termin ist (und was nicht) bzw. mit welcher Wahrscheinlichkeit man einen Termin erreichen wird.
Dieses Buch ist nicht nur informativ sondern auch unterhaltsam. Der Stil ist witzig und gut geschrieben.
Ich kann das Buch jeder Person, die mit Software Projekten beschäftigt ist, sehr ans Herz legen.
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am 2. Juli 2008
Erfolg ist in den meisten Fällen direkt mit seinem Gegenspieler, dem Risiko, verbunden. Wie schon ein altbekanntes Sprichwort sagt: "No risk, no fun!". Wer in einem Projekt jedem Risiko aus dem Weg geht, wird scheitern - das zumindest ist eine der Grundthesen von Tom DeMarco und Timothy Lister, die sie in ihrem Buch "Bärentango" vertreten. Den meisten IT-Arbeitern muss man die beiden Autoren gar nicht mehr vorstellen - kaum ein anderes Autorenpaar hat so viele Meilensteine im Projektmanagement gelegt wie sie. Schließlich arbeiten sie bereits seit über 30 Jahren als Berater und fast jedes ihrer Bücher enthält unschätzbare Weisheiten für den Projektalltag - vorgetragen in einem eingängigen und kurzweiligen Schreibstil, gewürzt mit hervorragenden Anekdoten.

"Wenn ihr nächstes Projekt kein Risiko birgt - lassen Sie die Finger davon". Eine ziemlich harte Aussage, aber auch definitiv eine wahre. Ein Projekt ohne Risiko verfolgt entweder kein lohnenswertes Ziel (denn sonst wäre es schon längst von der Konkurrenz realisiert worden) oder aber Sie haben einige Risiken übersehen oder gar mit Absicht ignoriert. In keinem Fall eine gute Sache. Aus diesem Grund plädieren DeMarco und Lister für ein rigoroses Risikomanagement. Schließlich kann man Risiken nur dann versuchen zu kontrollieren, wenn man sich ihnen bewusst ist. Und oft ist es der einzige Weg, der "Das-schaffen-wir"-Mentalität in Unternehmen beizukommen, denn Risiken kann man weder wegbeten, noch ohne Schaden ignorieren. Oder wie es die Autoren selbst sagen: "Schlechte Dinge, die sich ereignen können (Risiken), ausdrücklich zur Kenntnis zu nehmen und entsprechende Gegenmaßnahmen zu treffen, ist ein Zeichen von Reife". Dabei vergessen sie aber nicht zu erwähnen, dass Risikomanagement natürlich auch seinen Preis hat und sowohl Geld als auch Zeit kostet. Doch dass es dennoch ein lohnenswertes Unterfangen ist, zeigen die Autoren im Verlauf vieler Fallbeispiele wirklich eindrucksvoll.

Risikomanagement besteht aus einer Reihe von Teilaktivitäten, wie der Risikoidentifikation, der Risikobewertung, der Eventualfallplanung, der anschließenden Risikobewertung sowie einer fortlaufenden Beobachtung der Eintrittsindikatoren, gefolgt von einer abschließenden Post-mortem-Analyse um Verbesserungen voranzutreiben. Die Autoren gehen auf jede dieser Aktivitäten ausführlich ein und liefern nebenbei hervorragende Hinweise, wie man Risikomanagement im Unternehmen am besten etabliert.

Im Laufe des Buches entwickeln DeMarco und Lister ein Rezept, anhand dessen der Leser seinen eigenen Risiken auf die Schliche kommen kann. Nach der Lektüre dieses Buches werden Sie Unsicherheitsdiagramme lieben und werden Projekttermine mit anderen Augen betrachten. Mithilfe der Werkzeuge in diesem Buch werden Sie Risiken einzuschätzen lernen und sie visualisieren können. In summa: Sie werden ihre Projekte unter Kontrolle haben. Zwar werden deswegen immer noch nicht alle Projekte Erfolg haben, aber zumindest wissen sie schon früh, wenn Probleme auftreten, und erfahren es nicht erst drei Wochen, nachdem das Projekt für gescheitert erklärt wurde. Kurz und knapp: Wenn Sie für dieses Buch keinen Platz mehr auf ihrem Regal haben, wird es Zeit für eine größere Wohnung! :-)
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am 30. Juli 2006
Diese Publikation passt so etwa in die Reihe "...für Dummys". Sie ist wirklich leicht lesbar und verständlich. Sie soll wohl eher den technisch nicht versierten Manager wachrütteln und ihn für das Thema sensibilisieren. Für die praktische Anwendung ist sie aber viel zu unverbindlich und oberflächlich. Hier bietet sich dann eher ein Standardwerk wie "A Guide to the Project Management Body of Knowledge (PMBOK)" an, welches dem Thema 20 großformatige Seiten mit expliziten Handlungshilfen anbietet.

Leider ist das dem Buch zu Grunde liegende, von Tom deMarco programmierte Tool RISKOLOGY, das von einer im Buch angegebenen Internetseite geladen werden kann, grob fehlerhaft und führt zu völligen Fehleinschätzungen von Risiken (bedingt durch grobe Fehler in der Programmierung und der fehlenden Berücksichtigung von Wahrscheinlichkeiten).
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am 5. Juli 2013
Tom DeMarco, der Erfinder der Strukturierten Systemanalyse, hat bereits einige bewährte Klassiker verfasst, die man jedem an
Projektmanagement und Softwareentwicklung Interessierten mit gutem Gewissen empfehlen kann, zum Beispiel Wien wartet auf Dich!, Spielräume oder Der Termin.

Bärentango, das vorliegende Werk, so viel sei gleich zu Beginn verraten, spielt in dieser Liga ganz vorne mit.
Projektmanagement für Erwachsene, so benennt er die Disziplin des vorausschauenden Risikomanagements, welche rechtzeitig darauf schaut, was zu tun ist, wenn etwas passiert.

Risiken sind zukünftige Ereignisse, die eintreten können und damit auf Kosten, Ergebnis oder Verlauf eines Projekts Auswirkungen hätten. Wohlgemerkt positive oder negative, obgleich üblicherweise meist nur die Schädlichen betrachtet werden. Natürlich kann auch ein Projekt, das durch ein bestimmtes Ereignis früher fertig wird, für eine Organisation ein Risiko sein – könnte sie damit entsprechend umgehen und das Produkt ihren Kunden rasch zur Verfügung stellen?

Zugegeben, dieses Ergebnis ist im Projektgeschäft eher selten, gerade deswegen ist es ein gutes Beispiel für die notwendige
Herangehensweise, durch Brainstorming im Team wesentliche Risiken zu erfassen, ihre Ursachen, ihre Auswirkungen,
Eintrittswahrscheinlichkeit, Eintrittsindikatoren, sie in Zeit und Geld zu bewerten, den erstellten Risikoplan mit möglichen Maßnahmen und vorausschauenden Aktivitäten zu hinterlegen, die Teil des Gesamt-Projektplans werden, von dem Profis wissen,
dass er nicht nur aus einem Balkenplan besteht, um ein komplexes Vorhaben gesamthaft steuern zu können.

Dem Autor gelingt es hervorragend, Notwendigkeit und Vorgehen anhand praktischer Beispiele greifbar zu machen, mit anschaulichen Skizzen, wie von Hand gezeichnet, wodurch hohe Authentizität erzeugt wird. Das Buch ist daher nicht nur für ProjektmanagerInnen und andere Prangerkandidaten geeignet, es sollte vor allem für Stakeholder und Auftraggeber
zur Pflichtlektüre werden, insbesondere, da es einige hochinteressante und anwendbare Konzepte vorstellt.

Ganz zu schweigen von den beiläufig eingestreuten Hinweisen, mit denen man manche Projekte fast schon
im Vorbeigehen retten könnte, wenn die eine oder andere Idee umgesetzt würde. Zum Beispiel von Anfang an im Projekt mit einer leicht personellen Überkapazität zu arbeiten, um das Risiko der Personalfluktuation, eines der klassischen Risiken, das typischerweise oft zum Scheitern beiträgt, rechtzeitig abzufedern. Oder Datenflüsse, die in das System hinein und hinaus gehen, auf Datenelementebene festzulegen (Boundary Elements Closure) und zwar innerhalb der ersten 15% der Projektdauer, um das Risiko des Spezifikationskollaps auszuschalten.

Er kritisiert Organisationen, die sich in Illusionen flüchten, erkennbar an lächerlich präzisen Abschätzungen, die sich später als ungenau herausstellen. Oder solche, die unattraktive Voraussetzungen sanktionieren, nicht aber unattraktive Ergebnisse („Er konnte den Termin nicht halten, aber er hat es immerhin versucht“). Die Indy-500-Analogie hielt ich für besonders gelungen, zu viel möchte ich hier nicht verraten, es soll ja noch Anreiz geben, das Buch selbst zu lesen.

Tom DeMarco befürwortet, Aussagen mit der Quantifizierung von Unsicherheiten vorzunehmen, mit Risikodiagrammen zu arbeiten,
ausgehend vom sogenannten Nano-Prozent-Datum, dem Zeitpunkt der frühesten Projektfertigstellung, der im Bestfall (null Prozent Wahrscheinlichkeit) möglich ist.

Davon ausgehend solle man beispielsweise mit Simulationen (das Werkzeug Riskology kann dafür von der Webseite [...] kostenlos heruntergeladen und verwendet werden) Stichprobenergebnisse ermitteln, mit deren Hilfe entsprechende Aussagen über die zeitliche Wahrscheinlichkeit der Projektergebnisse getroffen und veranschaulicht werden können. Der Clou dabei ist, dass standardisierte Risiken bzw. unternehmensspezifische Anpassungen in diesen Modellen gleich mitberücksichtigt werden.

Ich nehme an, dass es für viele durchaus schwierig ist, ein frühestmögliches Projektfertigstellungdatum, das vor allem so gut wie unrealistisch ist, zu ermitteln, da viele im Hinterkopf ihre Erfahrung miteinfließen lassen, die sie davor bewahrt, einen zu frühen Termin, auf den sie festgenagelt werden könnten, zu nennen. Aber da nur mit dem einen oder anderen Querdenken eine Verbesserung bisher praktizierter Projektmanagementmethoden möglich ist, sollte man solche Konzepte, die prinzipiell schlüssig sind, auf sich wirken lassen, sich mit ihnen beschäftigen und vor allem ausprobieren.

Natürlich ist für Risikomanagement ein gewisser Reifegrad in der anzuwendenden Organisation notwendig, sonst wird man nicht nur zum Rufer in der Wüste, sondern zum Narren am Projektschiff, was wohl die meisten instinktiv zu vermeiden suchen. Aber auch in einem weniger geeigneten Umfeld lassen sich die Methoden anwenden. Zumindest weiß man damit für sich selbst, welche Erfolgswahrscheinlichkeiten ein bestimmter Termin hat. Man kann ja immer noch die eine oder andere Erkenntnis homöopathisch in seine Foliensätze einfließen lassen.

Wenn hier das Buch zu Ende wäre, hätte es seinen Zweck bereits mehr als erfüllt. Wer jemals Schwierigkeiten dabei hatte, den Fertigstellungsgrad eines Arbeitspakets mittels Earned Value Analyse zu bestimmen, sollte sich die Ratschläge zur inkrementellen Versionsplanung zu Herzen nehmen, womit das Buch auch noch einen Brückenschlag zwischen klassischen und agilen Projektmanagementmethoden vornimmt.

Mit den Kapiteln 18 bis 21, welche gerade mal 21 Seiten umfassen, setzt Tom Demarco noch mal nach und präsentiert Verfahren wie die Quantifizierung des Nutzwerts, der ebenso hochgradig mit Unsicherheit behaftet ist und daher genauso mit Wahrscheinlichkeiten bewertet werden muss. Der Tipp, durch eine inkrementelle Nutzwert-Kosten-Analyse, durch das Abtauschen von Prioritäten zwischen den Stakeholdern, zu einer validen Versionsplanung zu gelangen, ist genau genommen ein agiles Vorgehen, dadurch unterstützt, dass von Beginn an nicht nur die wesentlichen Anforderungen vorliegen, sondern aufgrund ihres Nutzwerts stimmiger priorisiert werden können. Einige der auf diesen wenigen Seiten präsentierten Hinweise und Vorschläge, konsequent umgesetzt (!), würden bereits genügen, um in manchen Unternehmen Projektinvestitionen vermehrt in die richtige Richtung zu lenken.

Zwanzig Euro als Ausgabe für das Buch sind also mehr als gerechtfertigt. Der einzige Verbesserungsvorschlag, den ich habe: Mir persönlich hätte noch ein Anhang mit mathematischen Erklärungen oder Formeln gefallen, um die Verteilung der Kurven besser zu verstehen. Vor allem auch, um sie in der Praxis gegegebenenfalls erklären und nicht nur mit „höherer Mathematik“ begründen zu müssen (daher der im Buch genannte Erklärungsvorschlag: Simulation!). Aber das ist angesichts des erfahrenen persönlichen Nutzwerts ein Risiko, das ich mit einer noch zu definierenden Maßnahme sicherlich rechtzeitig abzuwenden weiß, es soll ja nicht umsonst gewesen sein, das Buch gelesen zu haben.
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am 24. Oktober 2003
Ein sehr gutes Buch. Es erläutert das Vorgehen im Risikomanagement von Anfang bis zum Ende, für Anfänger oder auch Profis.
Erschrenkend ist, dass die Autoren den Finger auflegen und sofort die Wunde treffen. Selten habe ich beim lesen so ein schlechtes Gewissen gehabt und dabei habe ich immer gedacht, ich würde ein gutes Risikomanagement betreiben.
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