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55 von 58 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine poetisch reizvolle Liebesgeschichte aus Japan
Hiromi Kawakami Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß Hanser ISBN 3446209999

Eine der schönsten Liebesgeschichten des Frühjahrs 2008 auf dem Büchermarkt kommt aus Japan.
Mit Leichtigkeit, Humor und unwiderstehlicher Neugier treffen sich Tsukiko und ihr ehemaliger Japanischlehrer zufällig nach langen Jahren in einer Kneipe...
Veröffentlicht am 16. Februar 2008 von cl.borries

versus
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Der "Liebesroman des Jahres" kommt erst im letzten Drittel in Fahrt
Die 37jährige Ich-Erzählerin Tsukiko trifft in der Kneipe zufällig ihren ehemaligen Lehrer, 67. Seither setzen sie sich gern am Tresen zusammen, machen auch mal einen Spaziergang. Eine Romanze deutet sich an, doch der Roman plätschert zwei Drittel der Strecke nur so dahin.

Das Buch erschien 2001 im Original als Sensei no kaban, wörtlich...
Vor 1 Monat von HansBlog.de veröffentlicht


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55 von 58 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine poetisch reizvolle Liebesgeschichte aus Japan, 16. Februar 2008
Rezension bezieht sich auf: Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß: Eine Liebesgeschichte (Gebundene Ausgabe)
Hiromi Kawakami Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß Hanser ISBN 3446209999

Eine der schönsten Liebesgeschichten des Frühjahrs 2008 auf dem Büchermarkt kommt aus Japan.
Mit Leichtigkeit, Humor und unwiderstehlicher Neugier treffen sich Tsukiko und ihr ehemaliger Japanischlehrer zufällig nach langen Jahren in einer Kneipe wieder.
Sie sitzen an der Bar, essen und trinken Sake, japanischen Reiswein. Tsukiko ist 38 Jahre alt. Der neben ihr sitzende Mann spricht sie an, und erst da nimmt sie ihn als ihren ehemaligen Japanischlehrer wahr. Sensei ist der respektvolle Titel, mit dem sie ihn anredet. Der Name steht für Lehrer oder auch Meister.

Tsukiko erzählt in der Ichform. Sie spricht in kurzen Sätzen, trocken, amüsiert und sehr spontan in der Wahrnehmung und Äußerung ihrer Gedanken. Zuerst sieht sie in ihm nur den alten Mann, denn er ist dreißig Jahre älter als sie. Ein wenig schrullig und verrückt kommt er ihr vor in seiner diszipliniert geraden Haltung und mit seinen belehrenden Einlassungen.
Nach anfänglichem Zögern treffen sie sich häufiger und immer wie zufällig in ihrer Stammkneipe.
Unspektakulär kommt die Handlung daher. Essen und Trinken sind wesentliche Unterhaltungsmomente. Gespräche verlaufen gleichmütig über fast nebensächliche Begebenheiten des Alltags: dass man gerne Pilze sammelt, welcher Wein am besten schmeckt, und ob man noch in die Kneipe gehen will oder einen Ausflug zusammen plant.
Die Handlung zeigt eine zunächst unauffällige, lakonische und teilweise komische Annäherung. Herausragend ist die Diskretion und feine Abstinenz. Man trifft sich immer wieder in der gleichen Kneipe und kann sich lange nicht einigen, wer wem den Wein einschenken darf. Aufmerksam bemerken sie, dass sie die gleichen Neigungen haben. Sie essen und trinken das Gleiche, und sie mögen gerne eine gewisse Distanz, die unausgesprochen funktioniert,---und sie siezen sich die ganze Zeit.

Sensei lebt in einem beträchtlichen Sammelsurium von Töpfen, alten Batterien und sonstigen Liebhaberstücken, von denen er sich nicht trennen kann, weil es doch <herzlos sei, solche altgedienten Sachen auf den Müll zu werfen>.
Zuweilen zitiert er poetische Gedichte, über die sie spottet, und er tadelt sie, weil sie eine schlechte Schülerin war. Doch sie dichten auch zusammen Haikus! Das sind Kurzgedichte, in deren Mittelpunkt jahreszeitliche Impressionen stehen.
Bewunderung erfahren die japanischen Kirschblüten, die als Synonym für die Poesie der japanischen Dichtung stehen. Die zitierten Gedichte sind von ausgewiesener Schönheit.
Der Erzählstrom strahlt Ruhe aus. Tsukiko hat koboldige Züge, ist mal fröhlich, dann wieder traurig und einsam. Sensei scheint in seiner Abgeklärtheit eher das Gegenteil davon zu verkörpern: er ist weise, bedächtig und zurückhaltend.
Von der zaghaften Annäherung, die unter der Tarnkappe der Burschikosität daherkommt, ist man sofort gefangen und wartet gebannt, wie alles weiter gehen wird.
Der gelegentlich fast brüske Ton verdeckt nur unzureichend die wachsende Zuneigung zwischen den beiden ungleichen Partnern. Immerhin ist der Altersabstand beträchtlich.
Uns begegnet eine Form des Dialogs, in dem vieles ungesagt bleibt und hinter dem sich Anziehung, Scheu, Würde und magische Wünsche verbergen. In der verhaltenen Diktion spürt man die unterschwellig vorhandene erotische Spannung, die dem Buch einen sinnlichen Anstrich gibt.
Ausflüge und Spaziergänge gewähren uns Einblicke in das japanische Leben und die schöne, ruhige Landschaft. Die Erzählweise vermittelt Leichtigkeit und eine Art von Unverbindlichkeit und ist dabei locker und offen.
Selten empfindsam und tief ist die wachsende Liebe, die sich erst allmählich zeigen wird. Atmosphärisch still und begleitet von den schönsten Zeilen des Schweigens und der Ruhe in der Natur erlebt man eine Liebesgeschichte, die ganz ohne Sexszenen auskommt und an die Gefühle der Leser rührt und ihn hoffen lässt, alles möge ein gutes Ende nehmen!
Man sollte diese ungewöhnliche Liebesgeschichte lesen!

Das Buch liegt zum ersten Mal in deutscher Übersetzung vor. Es ist verfilmt worden und erhielt einen japanischen Literaturpreis.
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24 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine romantische Liebesgeschichte, 13. März 2008
Von 
Carl-heinrich Bock "Literatur- und Kinofan" (Bad Nenndorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß: Eine Liebesgeschichte (Gebundene Ausgabe)
Die Autorin, die 1958 geborene Naturwissenschaftlerin Hiromi Kawakami, erzählt in diesem wunderbaren Buch eine rührende Liebesgeschichte. Warum in der Deutschen Übersetzung dieser Titel gewählt wurde kann ich nicht verstehen, denn im Japanischen heißt er im Hinblick auf die Geschichte viel passender"Die Mappe des Lehrers".

Protagonistin und Erzählerin ist die achtunddreißigjährige Tsukiko. Sie arbeitet in einem Büro, oft auch an Wochenenden, lebt allein in ihrer kleinen Wohnung, kommt mit keinem Mann zu Recht, glaubt für die Liebe nicht geboren zu sein. Kurzum, sie kriegt ihr Leben und die Liebe nicht in den Griff. Abends geht sie oft in ihre Stammkneipe, ersäuft ihren Kummer im Alkohol. Dort trifft sie eines Tages ihren alten Japanisch-Lehrer. Die Schulzeit liegt lange zurück, aber beide erkennen sich wieder.

Nun erzählt die Autorin in eindringlicher, behutsamer und doch auch wieder subtiler Form, auf ungefähr 180 Seiten, wie die beiden sich langsam annähern. Sehr langsam, sehr umständlich, mal aufeinander zugehend, mal voreinander fliehend erlebt der Leser wie zwei Menschen sich langsam öffnen. Einer sucht die Nähe des anderen, der Altersunterschied von dreißig Jahren spielt nie eine Rolle. Beide möchten wieder ins Leben zurück, möchten Halt im Leben finden. Die Treffen werden häufiger. Sie entdecken ihre gemeinsame Freude an den unterschiedlichsten Dingen, an ausgefallenem Essen und Trinken, am Kirschblütenfest, am Pilze sammeln, am Haiku Dichten (kürzeste Gedichtform der Welt). Sie kommen sich näher, freunden sich zunehmend an, gewöhnen sich aneinander. Sie nennt ihn zärtlich Sensei. Beide bleiben aber beim Förmlichen Sie. Hier erinnert mich die Geschichte an die mittelalterliche Art die Gefühle auszudrücken, wie Yasushi Inoue es in seinem Roman "Das Jagdgewehr" (Siehe auch meine Rezension für das entsprechende Hörbuch 18.11.2005) zeigt.

In rührender Verklemmtheit bleiben sie auf Distanz wie man es aus dem alten, traditionellen Japan kennt und doch wird das Band zwischen der jungen Frau, die sich bisher so gar nicht im Leben zurechtfinden konnte und dem in der Vergangenheit lebenden älteren Mann spürbar zunehmend enger. Tsukiko merkt sehr deutlich, dass sie sich an Sensei gewöhnt hat, an seine Wärme und Güte und sie fängt an ihn zu lieben. Eines Tages besucht sie ihn in seiner etwas verwahrlosten Wohnung. Von seiner inzwischen verstorbenen Frau wurde er vor einiger Zeit verlassen. Sie hat einmal den Satz gesagt:"Leben heißt anderen Schwierigkeiten bereiten", aber die kann man minimieren, indem man entsprechende Distanz einhält. Und dieses Distanzierte findet in dieser ganzen zarten Liebesgeschichte durchgehend statt, so wie beispielsweise auch in der ganzen japanischen Kultur und Ästhetik.

In der Konstellation ist Tsukiko die treibende, drängende Kraft, sie will viel unternehmen, gemeinsam mit ihm verreisen. Es ist eine Wohltat, wie sich in diesem Buch, mit einer beeindruckenden Genauigkeit und einer erfrischenden Langsamkeit die Seelen der beiden Protagonisten annähern, irgendwann dann auch ihre Körper, sinngemäß nicht vergleichbar mit westlichem Liebesleben. Nachdem sie eines Tages:"Ich liebe Sie" gesagt hat, geht man zum "Du" über. Es folgen vier Seiten die uns ihr gemeinsames Leben zeigen, dann kommt das Ende.

Die Autorin schenkt den kleinsten Dingen ihre Aufmerksamkeit und sie verbindet das Rituelle des alten Japan mit dem ganz Modernen Großstadtleben im industriellen Zeitalter. Eine denkenswerte Metapher ist die "Mappe des Lehrers", die er immer bei sich trägt und die Tsukiko andächtig verehrt. Nach dem Tod des Sensei erhält sie die Mappe, öffnet sie vor den Augen des Lesers und es ist eine große Leere darin. Doch wir haben durch die Lektüre dieses Buches gelernt, dass diese Leere in Wahrheit prall gefülltes harmonisches Leben ist.

Das Buch kommt daher, wie aus einer anderen Zeit, die Rituale sind höflich und liebenswürdig, eine Wohltat. Ein wunderbares, zartes, ausgesprochen atmosphärisch arbeitendes Buch zunächst über die quälende Einsamkeit und dann über die filigrane Pflanze Liebe. Das Buch zeigt Geduld in Vollendung und es erfordert Geduld und es hat nur einen Makel, es ist leider zu schmal, man möchte immer weiter lesen, denn es stimmt so versöhnlich das doch noch Leben drin ist. Ich hoffe, es kommen noch mehr Bücher von dieser großartigen Autorin auf den deutschen Markt.
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die schönste Liebesgeschichte der Welt, 10. August 2008
Rezension bezieht sich auf: Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß: Eine Liebesgeschichte (Gebundene Ausgabe)
Der Wettbewerb um die schönste Liebesgeschichte der Welt ist noch offen und letztlich muss jeder Leser/jede Leserin in diesem Wettbewerb selbst den Preisrichter spielen. Ich finde aber, dass dieses Buch einer japanischen Autorin ganz vorne im Feld mitläuft.

Die Handlung ist eher bescheiden, ein paar wenige Personen treten auf. Aber gerade die Konzentration auf wenige Orte, Personen und Begebenheiten lassen jeden Satz, jedes Wort überlegt wirken. Es wird nicht zuviel gesagt - es wird eher die Kunst der Auslassung ausgeübt. Neben den lebenden Personen ist es die Frau des Lehrers (sensei), die anschaulich geschildert wird - ohne dabei die Rätselhaftigkeit ihres Verhaltens und Verschwindens aufzulösen.

Wunderbar wird deutlich, wie der große Altersunterschied eine Barriere bildet, die merkwürdigerweise vom älteren der beiden Liebenden (dem verwitweten Mann) als höher empfunden wird als vom jüngeren (der noch nicht einmal vierzigjährigen, ungebundenen Frau). In der Tat empfindet sie den sensei als weniger alt und vor allem als vertrauter als ihren etwa gleichaltrigen Verehrer. Ohne jeden Jugendkult ist der sensei (nur so nennt seine ehemalige Schülerin ihn) in vielen Aspekten trotz Disziplin und Kultiviertheit jungenhaft und albern geblieben. Tsukiko fühlt sich von ihm, der sie durchaus mal robust kritisiert, zutiefst ernst genommen.

Die japanische Kunst des haiku, des sehr kurzen, meistens naturbezogenen Gedichts, spielt eine wichtige Rolle im Buch. Wer noch gar nicht mit japanischer Literatur in Berührung kam oder eine Abneigung gegen japanisches Essen oder Getränke hat - hier hat er die Chance seinen Horizont in mehrfacher Hinsicht zu erweitern. Ich schlage vor das Buch an einem langen Abend in einem japanischen Restaurant zu lesen. Offenheit für etwas, was zunächst befremdlich wirken mag, ist freilich schon erforderlich. Diese wird dann, wie ich finde, sehr belohnt.

Die Ausgabe des Verlages besticht in jeder Hinsicht durch eine schöne und außerordentlich sorgfältige Gestaltung. Ein Glossar mit einigen, wenigen der vielen japanischen Begriffe ist angefügt. Ein Buch von Sehnsucht und Appetit - das nur einen einzigen Nachteil hat: Es vergrößert beides.
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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Liebesgeschichte aus dem Land der Kirschblüten, 23. April 2008
Rezension bezieht sich auf: Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß: Eine Liebesgeschichte (Gebundene Ausgabe)
Tsukiko ist unsere Erzählerin. Knapp 40 - hält Sie sich selber nicht für echt erwachsen, sie hat auf ihrem Weg andere vorbeiziehen lassen.

Sie begegnet ihrem ehemaligen Japanisch-Lehrer "Sensei" von der Schule und begibt sich in den Bann von lehrerischer Strenge und milder Altersweisheit. Die beiden treffen sich, sporadisch, ungeplant und geniessen in einem Land voller Gegensätze und Formalität eine ungewollte Nähe. Sie essen - und trinken - und schwatzen.

Aus der Sicht und mit dem Herz von Tsukiko erleben wir die Gefühlsregungen gegenüber dem Sensei und die Reflexionen über ihr eigenes Leben und die Umwelt. Wir erleben, wie sich ein Wünschen und Flehen aufbaut, das durch Respekt und die Förmlichkeit des japanischen Alltags sowie die beim Gegenüber auftauchenden Fakten und Geschichten lange lange gebremst wird.

Wie hat es der Literaturclub vom Schweizer Fernsehen sinngemäss diskutiert? 180 Seiten genüssliche Seiten Kennenlernen und 6 Seiten Liebesbeziehung.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mit etwas Leseanlauf: großartig, 21. Mai 2009
Rezension bezieht sich auf: Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß: Eine Liebesgeschichte (Gebundene Ausgabe)
Das können nur die Japaner: Mit einer schlichten Eleganz Geschichten erzählen, die dann in ihrer vollen Blüte ein Fieber entfachen, das den Leser ganz mitnimmt in die Romanwelt. Diese Geschichte beginnt einfach und langsam. Es passiert wenig. Irgendetwas aber, vielleicht der Ton der Geschichte, lässt einen weiterlesen und dann ist man mittendrin und kann das Buch nicht mehr zur Seite legen.
Eine ganz andere Liebesgeschichte für Leser, die eigentlich keine Liebesgeschichten mögen. Großartig und unsentimental.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erwartung einer Liebe, 18. April 2009
Von 
Booktower (Frankfurt am Main, Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß: Eine Liebesgeschichte (Gebundene Ausgabe)
Ein Roman, der mit einem wächst. Man tastet sich mit den Protagonisten langsam vorwärts in Erwartung von Etwas, das kommen möchte, soll und letztendlich wird. Die Erzählerin treibt die Geschichte voran, sie ist es, die langsam in das Gefühl der Liebe hineingezogen wird, eigentlich ohne es zu merken. Mehr durch die Abwesenheiten ihres Geliebten wird ihr klar, was sie für ihn empfindet. Ungesagt bleibt so gut wie alles, was beide füreinander empfinden, gerade darum ist die Geschichte so intensiv. Die Dinge die sie teilen, Essen, Trinken, Spazierengehen, Wandern, ein Museum besuchen, im Park den Vögeln zuhören, strömen die Gefühle füreinander aus, die der 'Sensei', Tsukikos früherer Lehrer, gar nicht äußern kann. Sie jedoch gesteht ihm ihre Liebe, nach langem Warten und Zögern bricht sie aus ihr heraus. Die japanische Höflichkeit und Förmlichkeit hält ihn zurück und auch der Generationengap, denn er ist dreißig Jahre älter als sie. Die Geschichte erhält zusätzliche Schönheit durch die Beschäftigung mit der Kunst des japanischen Haiku und anderer Gedichte, die Kochkunst, Kalligraphie, alles trägt zur speziellen Ästhetik des Geschehens bei.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Der "Liebesroman des Jahres" kommt erst im letzten Drittel in Fahrt, 9. November 2014
Die 37jährige Ich-Erzählerin Tsukiko trifft in der Kneipe zufällig ihren ehemaligen Lehrer, 67. Seither setzen sie sich gern am Tresen zusammen, machen auch mal einen Spaziergang. Eine Romanze deutet sich an, doch der Roman plätschert zwei Drittel der Strecke nur so dahin.

Das Buch erschien 2001 im Original als Sensei no kaban, wörtlich Die Mappe des Lehrers, auf Englisch als The Briefcase (diese Titel beziehen sich jeweils auf die 60jährige männliche Hauptfigur), ebenfalls in Englisch als Strange Weather in Tokyo. Die Geschichte war in Japan ein Erfolg, wurde offenbar 2003 verfilmt (ich finde sehr wenig dazu), 2008 auf Deutsch veröffentlicht und auch in einen Comic umgesetzt, Entschuldigung, in eine Graphic Novel, auch auf deutsch.

Der Himmel ist blau... bekommt erst im letzten Drittel deutlich Fahrt mit einem lebhaften, nachvollziehbaren Gefühlsdrama, zwar unterbrochen von einer diffusen, teils surrealen Traumszene, aber immerhin doch mit soviel Entwicklung, dass ich mit der zuvor drögen Lektüre fast versöhnt wurde. Nach etwa 178 Seiten beendet Kawakami das Buch.

Der 67jährige Ex-Lehrer ist mild heiter, oberlehrerhaft-pedantisch und ein wenig distanziert – kein Mann zum Schwärmen. Die ihn zunehmend anschmachtende Ich-Erzählerin wirkt entschieden dröge; Wochenenden vertrödelt sie gern zuhaus. Unter Stress führt sie sich auf wie ein albernes Huhn – momentweise an Bridget Jones erinnernd (Schokolade zum Frühstück), doch weit weniger amüsant. Die Ich-Erzählerin arbeitet im Büro, aber davon erfahren wir rein gar nichts (außer, dass sie einmal dienstlich nach Kappabashi muss).

Ebenso banal wie das Wesen der Erzählerin klingt ihre Sprache. Ich weiß nicht, ob es an der Übersetzung ins Deutsche von Ursula Gräfe und Kimiko Nakayama-Ziegler liegt: Der Ton ist belanglos, ohne jeden Glanz, nicht nüchtern, sondern lieblos, mitunter liegen Begriffe leicht schief, klingen Sätze unfreiwillig hölzern.

Auf dem Buchrücken lobt der dtv-Verlag die Sprache des Romans per Zitat und Kommentar:

"Würden Sie zum Zwecke eines Liebesverhältnisses eine Beziehung mit mir eingehen?"
In einer sinnlichen Prosa und starken sprechenden Bildern erzählt Hiromi Kawakami von einer ungewöhnlichen Liebe.

Selten lag Werbung so daneben: Dieses Zitat – egal ob ironisch oder ernst gemeint – ist alles andere als "sinnliche Prosa", aber es verdeutlicht in etwa den spröden Ton des Texts. Von "starken sprechenden Bildern" habe ich auch nichts gemerkt, und diese Kombination von Adjektiven und Hauptwörtern klingt auch höchst dubios.

Aufdringliche Botschaften:

Die Ich-Erzählerin will klarmachen: Sie verliebt sich allmählich in den heiter-freundlichen, leicht kauzigen, viel älteren Lehrer, ohne es selbst zu merken. Das reibt uns die Autorin mit Gewalt in die Augen:
- Die Ich-Erzählerin verschmäht die Avancen eines Gleichaltrigen (kein Ex-Lehrer, sondern ein Ex-Mitschüler);
- mit dem Gleichaltrigen trinkt sie Westliches wie Bourbon, Gin und Cocktails und hört "gedämpften Standard-Jazz"; mit dem 60jährigen fließen Sawanoi-Sake und Tochigi-Sake warm oder kühl, Bier, Wilkinson-Soda oder Tee;
- ein Betrunkener lästert über den Altersunterschied zwischen den beiden Hauptfiguren, die er für ein Paar hält (das sie da gar nicht sind);
- Tsukiko entwickelt bei kleinsten Gelegenheiten Eifersucht

Mahlzeit:

Eine Stärke hat das Buch: Die Ich-Erzählerin nennt unentwegt kuriose japanische Gerichte und Kochzutaten; es geht um die Dinge, die sie in der Kneipe verspeist oder zu verspeisen plant. Auf dem Menü stehen (hier in der Schreibweise des Romans): Abalonen-Sashimi in Muschelschalen, dazu Wasabi und Sojasoße, Sandklaffmuscheln, Plattfisch, gekochte Heuschreckenkrebse, fritierte Riesengarnelen, Misosuppe, Krakenfondue mit Pomeranzensaft-Dip, Walfischspeck mit Essig-Miso-Soße, Lachsschnitzel mit Reiskräckern, Bento Spezial mit Schweinefleisch und Kimchi, geräucherter Tintenfisch, heißer Tofu, Gelbschwanz-Teriyaki, in Honig eingelegte Zitronenscheiben, Äpfel, O-den-Eintopf, Schokolade, Sonnenblumenkerne, Forellen, frisch geerntete Gurke mit Salz-Pflaumen-Paste, feine Auberginenscheiben in Ingwer-Soja-Marinade, in Reiskleie eingelegter Kohl, Miso. Einiges davon erklärt das kurzen Glossar am Buchende.

Zur Sprache kommen auch Kinugasa-Pilze, Kiefernpilze, Kakishimeji-Pilze, Fliegenpilze, Lachpilze und Tsukiyotake-Pilze, die den Shiitakes ähneln. Ich wüsste gern, wie die Aufzählung der fernöstlichen Köstlichkeiten auf einen Japaner wirkt.

Meist werden die Gerichte ohne weiteren Kommentar aufgelistet, gelegentlich allgemein gelobt. Es gibt kaum Details zu Zubereitung oder Geschmacksnoten.

Die Akteure diskutieren auch kaum über das Konsumierte. Darum ist auch diese kulinarische Komponente des Romans nicht "sinnliche Prosa" – auch nicht, wenn die Autorin einmal "unbeschreiblichen Wohlgeschmack" erwähnt; dieser Ausdruck signalisiert vielmehr sprachliches Unvermögen. Allein mit der Deutbarkeit der Speisenfolgen im Roman befasst sich das Buch Polysemantische Mahlzeiten.

Auffällig oft beschreibt Kawakami auch Jahreszeiten, Vegetationsphasen und Wetter.

Fazit: Zunächst langatmig dahinplätschernd, sprachlich sehr reizlos, wenig interessante Akteure, nur die Essensbeschreibungen stechen heraus. Im letzten Drittel deutlich lebendiger. Insgesamt enttäuschend.

Kritikerstimmen - der "Liebesroman des Jahres":

HansBlog.de:

Zunächst langatmig dahinplätschernd, sprachlich sehr reizlos, wenig interessante Akteure, nur die Essensbeschreibungen stechen heraus. Im letzten Drittel deutlich lebendiger. Insgesamt enttäuschend.

Die Zeit:

"Hat das Zeug, zum Liebesroman des Jahres aufzusteigen. So behutsam, so zart verläuft die Annäherung der beiden, so diskret und rücksichtsvoll gehen sie miteinander um, so leise flüstert die Sprache der Liebe, so untergründig entwickelt sich die Spannung... auch der japanferne Leser dürfte sich wundern, wieso auf diesen knapp zweihundert Seiten all die Motive zur Sprache kommen, die er als kulturelle Allgemeinplätze kennt ((Essen, Kalligraphie, Kirschblüten, Haikus, Pachinko-Spielhöllen etc., Anm. von HansBlog.de)).

FAZ (via Buecher.de):

"Der Gleichklang dieses ungleichen Paares zeigt sich denn auch eher in den Speisen als in der recht belanglosen und spärlichen Konversation... nicht ganz klischeefreie Geschichte... Was diese nicht ganz klischeefreie Geschichte von einer Frau, die nicht wirklich erwachsen werden will, und ihrem verwitweten Lehrer, der immer noch insgeheim seiner Frau nachtrauert, dennoch zur unterhaltsam-vergnüglichen Lektüre werden lässt, sind verblüffend unscheinbar, aber dabei überraschend natürlich und überzeugend wirkende, geradeheraus erzählte Szenen, denen nichts von Gedankenschwere oder Symboltiefe anhaftet. Manchmal streifen die Situationen das Skurrile... Nicht, dass wir nicht schon genügend Geschichten über jüngere Frauen und alte Männer gelesen hätten, und nicht, dass wir nicht ahnten, worauf diese nur kurz währende Beziehung hinausliefe. Aber hier wird sie in ganz neuem Tonfall serviert. Das hat etwas packend Authentisches und ist von einer erfrischenden Leichtigkeit."

Die Welt hält Hiromi Kawakami für männlich und findet:

"Sehr zart, sehr anrührend. Für alle Charlotte-Roche-geschädigten Leser ein Fest." Kawakami zelebriere Respekt und Distanz - darum könne der Mitteleuropäer die Japaner beneiden.

Neue Züricher Zeitung:

"Von Anfang an ist klar, was ablaufen wird in diesem Roman. Plakativ ist vieles, und ganz kitschfrei geht die Sache nicht ab. Hiromi Kawakamis Kunst aber besteht in der erotischen Dehnung, im subtilen Spannungsaufbau... die Suggestion eines echten, in der Tradition beheimateten Lebens ist es wohl auch, was die Schriftstellerin Hiromi Kawakami bei ihren modernitätsgestressten Landsleuten so beliebt macht. Den westlichen Leser aber irritiert die Wegblendung von Alltagsrealität – so als ob es in Japan nur eine Freizeitgesellschaft gäbe"

Süddeutsche Zeitung:

"Die Konstellation "älterer Mann und jüngere Frau", der in den letzten Büchern eines Walser und eines Philip Roth ein peinlicher Ruch von Betrug und Selbstbetrug anhaftet, gewinnt bei der 1958 in Tokio geborenen Hiromi Kawakami eine Leichtigkeit des Seins, die sich mit den besten Passagen eines Milan Kundera messen kann... sehr einfühlsam übersetzte Erzählung in all ihrer Burschikosität die schönste und subtilste Liebesgeschichte dieses Bücherfrühlings... Hiromi Kawakami beschreibt den anrührenden, aber auch mit komischen Missverständnissen und Peinlichkeiten garnierten Beginn einer Liebe, gegen die sich beide nur wehren, weil sie Ablehnung fürchten"

Japanische Literatur (Blog):

"So plätschert die Handlung vor sich hin und besticht durch bodenständige Schlichtheit, während der Leser auf ein Happy End für das ungleichaltrige Pärchen hofft... Die kauzige Art des Sensai, dessen Figur angeblich an den exzentrischen Schriftsteller Hyakken Uchida angelehnt sein soll, und die schmollenden Reaktionen von Tsukiko machen die Protagonisten unglaublich sympathisch. Der schmucklose Erzählstil passt genau zu der eher burschikos wirkenden Tsukiko. Und trotzdem wirkt die Stimmung zauberhaft und atmosphärisch."

Bücherwurmloch:

"Schön an Der Himmel ist weiß, die Erde ist blau ist der enge Bezug zur japanischen Kultur, die Teil des Inhalts und zugleich Bedingung und Kulisse der Ereignisse ist. Es wird viel japanisches Essen beschrieben und verspeist, die japanische Dichtkunst hat ebenfalls ihren Platz, und die berühmte asiatische Zurückhaltung ist in jeder Geste spürbar. Mit einer klassischen Liebesgeschichte hat dieser Roman wenig zu tun, er ist poetisch, undurchdringlich und gleichzeitig ganz simpel"

Japanliteratur.net:

"Es geht weniger um die Überwindung des Altersunterschiedes, sondern viel mehr darum, die Bindungsangst zu überwinden und sich einem anderen Menschen zu nähern... Die Handlung plätschert insgesamt sehr ruhig dahin. Es gibt zwar Handlungsumschwünge, diese kommen aber nicht allzu abrupt und überraschend. Nicht ganz in diese ruhige, realitätsnahe Erzählweise passt eine Szene gegen Ende des Romans hinein, deren surreale Szenerie überrascht."

Die Leselust:

"Es ist ein ganz sachtes Annähern, das die Autorin hier in wunderbar lakonischer Sprache erzählt. Besonders gefällt mir dabei, wie behutsam sie mit ihren Figuren umgeht: die werden in all ihren Schrulligkeiten durchaus nicht geschont, aber dabei doch so respektvoll geschildert, dass auch der Leser nicht in Versuchung gerät, Tsukiko aufgrund ihres Alkoholkonsums etwa geringzuschätzen. Hier ist es nicht der stürmische Rausch der Gefühle, der im Vordergrund steht, sondern ein immer stärker werdendes Gefühl von Verbundenheit. Und als Leser hat man das seltene Glück, das Wachsen dieser Nähe selbst mit erspüren zu können."

Beauty Is a Sleeping Cat (Blog):

"There are many wonderful and typically Japanese elements which could have turned the book into a cliché if a lesser writer had attempted to write about them... Kawakami can evoke an atmosphere and emotions in a few lines, and artfully captures how they are changing constantly"

A Novel Approach:

"There is no coherent through-line to follow. Instead, each chapter is a different encounter—I’d call them dates, but that doesn’t seem quite right, particularly since hints of romance don’t really appear until much, much later in the novel."

Japan Kaleidoskop:

"Although the story is told in a light tone, it is not shallow. Tsukiko and the Sensei are caring for each other respectfully, but with sense for fun and play, so they can open themselves up to each other, and so they overcome their difference of age"

The Complete Review:

"The charm of The Briefcase lies in how gently Kawakami allows this relationship to unfold. Even when her feelings are clear to her -- not that she's admitted them to herself -- Tsukiko warily sidesteps even the possibility of taking things any further… The creepiness of the age difference is made palatable by how Kawakami manages the relationship: the age difference (and just how old Sensei already is) is barely noticeable, as it's entirely different parts of their being that is her focus… stilted sincerity… Agreeably understated, The Briefcase is a fine, odd relationship story"

Seeing the World through Books (Blog):

"Though some readers may become frustrated by the excruciatingly slow pace at which the relationship between Tsukiko and Sensei develops, with long months often elapsing between some of the key events, the author’s ability to show the subtle changes which occur between these two strong and independent people will delight lovers of precise writing and careful development… The writing is clean – pristine, even – with every word, every event, and every psychological nuance presented clearly. Rarely have I seen a novel of such psychological acuity, and the emotions it evokes, especially toward the character of Sensei, are strong and empathetic."
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Der Himmel ist blau und die Erde weiß, 2. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Sehr nett geschrieben, aber zu langatmig im Inhalt. War eine Empfehlung des Lesekreises, würde lieber etwas mit mehr Inhalt lesen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine etwas andere Liebesgeschichte..., 16. September 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß: Eine Liebesgeschichte (Gebundene Ausgabe)
Was für eine schöne Geschichte über Tsukiko und ihren Sensei, beide sind einsam und sehr ungewöhnliche Charaktere. Tsukiko ende dreißig und fühlt sich bei gleichaltrigen unwohl, sie selbst mag es gern allein zusein. Der Sensei um die siebzig wurde verlassen von seiner Frau und sammelt merkwürdige Dinge. Beide begegnen sich immer wieder in einer Kneipe und es wird eine ungewöhnliche Freundschaft daraus, bis Tsukiko merkt das sie sich verliebt hat und der Sensei sich den gewachsen fühlt vergehen viele Kapitel mit lustigen Situationen, aber die einen auch nachdenklich stimmen. (bei den Kapitel übers Pilze sammeln, musste ich so lachen, da ich in genau der selben Situation auch schon steckte und mich fragte, was machst du eigentlich hier)
Erzählt wird hier aus Tsukikos Sicht, in einer Art und Weise die schnell zu lesen und zum schmunzeln anregt . Die Bilder die dabei im Kopf entstehen sind so lebendig, das man meint, man ist dabei. Aber auch eine kleine Warnung, wieviel über essen und trinken steht lässt einen schon den Magen knurren.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine wunderbare Geschichte, 25. Juni 2012
Von 
josbookcorner (Espa) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß: Eine Liebesgeschichte (Gebundene Ausgabe)
Was für eine schöne Liebesgeschichte. Selten liest man so ein ruhiges Buch, in dem so wenig geschieht und genießt trotzdem jede einzelne Seiten.

Tsukiko ist 38 Jahre alt und etwas einsam. Sie arbeitet viel, weiß jedoch in ihrer Freizeit wenig mit sich anzufangen. Sie glaubt, dass sie für die Liebe kein Talent hat. Mit trockenem Humor und etwas Verbitterung erzählt sie von sich und ihrem Leben.

Eines Tages trifft sie in ihrer Stammkneipe ihren fast doppelt so alten ehemaligen Japanisch Lehrer, sie nennt ihn Sensei (Lehrer), da ihr sein Name nicht mehr einfällt und sie wird diesen Namen bis zum Schluss beibehalten.
Beide kommen ins Gespräch und obwohl sie sich nie wirklich verabreden, treffen sie sich doch immer wieder zum Essen und vor allem zum Sake trinken. Wer die japanische Küche liebt, wird hier auf seine Kosten kommen ' Tofu, Tintenfisch, Soja, Pilze, warmer Sake, kalter Sake'. Als Europäerin fragte ich mich, wie man bloß so viel Sake vertragen kann ;)

Nach und nach gewöhnen sich die beiden aneinander, besuchen sich gegenseitig, suchen ihre gegenseitige Nähe und haben doch gleichzeitig Angst davor. Das höfliche 'Sie' bleibt selbst nachdem sie sich schon lange treffen und sogar zusammen wegfahren. Kawakami beschreibt die Beziehung der beiden sehr sacht, geradezu behutsam, aber gleichzeitig auch sehr eindringlich. Eigentlich ist viel mehr von Essen und Trinken und Haikus die Rede als von Liebe und doch bemerkt man sie auf jeder Seite.

Es ist eine einfach Geschichte, ohne Dramatik oder große Worte und trotzdem hat sie mein Herz berührt. Die Art, wie Tsukiko mit dem Sensei umgeht, wie der Sensei zögert, wie sie scheinbar beide ignorieren, was da zwischen ihnen passiert und dann wieder doch nicht. Und dann die Frage: 'Würden Sie zum Zweck eines Liebesverhältnisses eine Beziehung mit mir eingehen?'. Einfach wunderbar!

Wer die leisen Töne liebt, wer gern langsam liest, der wird mit diesem kleinen Buch sicher sehr glücklich werden.

5 liebevolle Sterne und einen Sake obendrauf!
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Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß: Eine Liebesgeschichte
Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß: Eine Liebesgeschichte von Hiromi Kawakami (Gebundene Ausgabe - 9. Februar 2008)
EUR 17,90
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