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Am 2. November 2004 wurde der niederländische Regisseur Theo van Gogh in Amsterdam auf offener Straße niedergeschossen. Im Anschluss schnitt der Täter, ein junger Moslem, der sich in seinen "religiösen Gefühlen" beleidigt sah, dem am Boden liegenden noch die Kehle durch und spazierte in aller Seelenruhe davon. Wenige Wochen zuvor, am 29. August 2004, zeigte das niederländische Fernsehen van Goghs letzten Film "Submission", in dem er die durch den Koran sanktionierte Gewalt Frauen gegenüber anprangerte. Zusammen mit dem Mord an dem Rechtspopulisten Pim Fortuyn im Mai 2002 sorgte der Tod von van Gogh für heftige Auseinandersetzungen in den Niederlanden.

In seinem Buch "Die Grenzen der Toleranz" versucht Ian Buruma eine Art persönlich motiviertes Stimmungsbild der Niederlande zu geben und zu zeigen, was in der Vergangenheit falsch gelaufen ist, so dass es zu den Morden an Fortuyn und van Gogh kommen konnte. Dabei konzentriert er sich auf die schillernden Figuren des Rechtspopulisten, des Regisseurs sowie von Ayaan Hirsi Ali, der Autorin von "Submission", die mittlerweile aus Furcht vor Anschlägen in die USA übergesiedelt ist. Buruma hält mit seiner Meinung nicht hinterm Berg und stellt diese drei Personen als mutige Vorkämpfer im Kampf gegen eine dekadente Toleranz und eine außer Kontrolle geratene "political correctness" da. Als Ursachen der fehlgeschlagenen Integrationspolitik sieht Buruma die zu liberale Einwanderungspolitik sowie den ausufernden Wohlfahrtsstaat, der Eigeninitiative ersticke und es Immigranten somit erschwere, sich durch eigenen Ehrgeiz in die niederländische Gesellschaft einzufügen.

"Die Grenzen der Toleranz" ist ein Plädoyer für eine auf den Werten der Aufklärung basierenden Gesellschaft, die es wieder lernen muss, Mut zur Intoleranz denjenigen gegenüber zu haben, die die in der westlichen Welt gebotenen Freiheit missbrauchen wollen, um eben diese zu bekämpfen. Fortuyn und van Gogh sind sicherlich keine Vorbilder, denen man sich kritiklos abschließen sollte. Doch zeichnet sich unser Gesellschaftsbild ja gerade dadurch aus, dass auch solche kontroversen Persönlichkeiten ihre oft verletzenden Ansichten und Äußerungen ohne Gefahr für Leib und Leben ihre Meinungen äußern können. Pim Fortuyn hat dieses Prinzip kurz vor seinem Tod prägnant auf den Punkt gebracht: "Ich hasse den Islam nicht. Ich halte ihn für eine zurückgebliebene Kultur. Ich bin in vielen Teilen der Welt gewesen. Überall, wo der Islam regiert, ist es einfach gespenstisch. Die ganzen Zweideutigkeiten. Ein bißchen sind sie wie die alten Calvinisten. Warum? Weil ihre moralischen Prinzipien so hoch sind, daß die Menschen unmöglich danach leben können. Dasselbe sieht man in der muslimischen Kultur. Schauen Sie sich die Niederlande an. Wo könnte der Kandidat einer großen politischen Bewegung wie meiner offen homosexuell sein? Ich bin stolz drauf. Und ich möchte, daß es so bleibt" (60).

Fazit: Poltisch deutlich gefärbter Einblick in die Mentalität der Niederlande nach 9/11 und den Morden an Fortuyn und van Gogh. Sehr interessant, auch wenn es an der nötigen Tiefenschärfe fehlt.
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