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36 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Blick in die Seele der türkischen Gesellschaft
Das Buch sei jedem empfohlen, der Näheres über die türkische Gesellschaft, die sie prägenden Traditionen, aber auch die Bruch- und Verwerfungslinien innerhalb der Lebenswelten (am Beispiel der Provinzstadt Kars) und der Menschen selbst erfahren möchte.
Das Schöne ist, dass Klischees aller Art vermieden werden. Es gibt nicht "den"...
Veröffentlicht am 31. Januar 2006 von giorgaki

versus
15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Tolles Thema zäh verpackt
Die angesprochenen Themen in "Schnee" sind definitiv das fesselndste Element an diesem Roman. Sobald ich das Buch in der Hand habe, möchte ich wissen, wie es weitergeht, doch genau hier liegt der Knackpunkt: Die Handlung scheint oftmals zu stagnieren, Beschreibungen schweifen aus und selbst Stränge, die von der Thematik her fesseln sollten, sind unerwartet...
Veröffentlicht am 16. Juni 2007 von nosianai


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36 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Blick in die Seele der türkischen Gesellschaft, 31. Januar 2006
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Schnee: Roman (Gebundene Ausgabe)
Das Buch sei jedem empfohlen, der Näheres über die türkische Gesellschaft, die sie prägenden Traditionen, aber auch die Bruch- und Verwerfungslinien innerhalb der Lebenswelten (am Beispiel der Provinzstadt Kars) und der Menschen selbst erfahren möchte.
Das Schöne ist, dass Klischees aller Art vermieden werden. Es gibt nicht "den" Islamisten und auch nicht "den" Modernen. Der Islam hat viele Facetten; die Moderne auch. Und die kommen in den Menschen zur Sprache. Denn letzlich ist es immer der einzelne, der für sich selbst entscheiden muss, wohin er gehört. Und das ist nicht einfach (und meist schmerzhaft), ist mal so und mal so...
Auch atmosphärisch ein wunderbares Buch. Wie der Schee fällt, wie die Menschen miteinander umgehen. Sehr plastisch, emotional und sehr nah an der Wirklichkeit des Alltags. Die im Roman agierenden Personen könnten Ihnen ohne weiteres im nächsten Café, an der nächsten Ecke begegnen...
Nachdenklich stimmt allein, dass die Komplexität trotz allem um sehr wichtige Aspekte verkürzt ist. Weder wird das Kurdenproblem überhaupt angesprochen, noch werden die feudalen Prägungen (die besonders das Leben in den Dörfern und Kleinstädten des Ostens der Türkei beherrschen) thematisiert.
Alles in allem aber: Ein wunderbares Buch, für das wir dem Autor Dank schulden. Er hat uns die Türkei wieder ein Stück näher gebracht...
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43 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen unbekannte türkische Welt, 19. September 2005
Rezension bezieht sich auf: Schnee: Roman (Gebundene Ausgabe)
Die Lektüre des Buches ist so anstrengend wie die Schreibweise Pamuks ungewohnt: Der Leser kennt den Ausgang der Geschichte von Anfang an, die Erzählerperspektive wechselt gegen Ende und Ka, der un-glückliche Autor und Protagonist der Erzählung, ist keine leichte Identifikations-Figur. Ich habe das Buch dennoch gerne gelesen, weil es in eine mir unbekannte türkische Welt entführt, in der sich die Personen im Spannungsfeld zwischen den Gesetzen der weltlichen Regierung und denen ihres Glaubens mit hohem persönlichen Einsatz und großer Bewußtheit bewegen. Es widerspricht den vereinfachenden westeuropäischen Vorstellungen und Wertungen und setzt ein ganz anderes Bild entgegen, ohne zu urteilen, ohne Fronten aufzubauen.
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88 von 105 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spiegel der Welt in einer abgelegenen Provinzstadt, 14. August 2005
Von 
euripides50 (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Schnee: Roman (Gebundene Ausgabe)
Kedrim Alakrusoglu, im Buch „Ka"genannt, ist ein launischer, unglücklicher, aber halbwegs aufrechter Mensch in den Vierzigern, der sein Leben lang versucht hat, im Rahmen des europäisch definierten Individualismus glücklich zu werden. Nachdem er zwölf Jahre lang als politischer Asylant in Deutschland gelebt hat, verschlägt es ihn für eine Istanbuler Zeitung in die osttürkische Provinzstadt Kars, einem Ort an der Grenze der Zeiten und Kulturen, in dem Regionalwahlen bevorstehen und eine Reihe rätselhafter Selbstmorde junger Frauen für Aufsehen sorgt. Es ist Winter, und als Ka in Kars mit dem Zug eintrifft, empfängt ihn ein schier endloser Schneefall, der bis zum Ende des Buches nicht mehr aufhören soll. Aber es schneit nicht nur in Kars - es gärt auch in der Stadt: revolutionäre Kurden, islamitische Gruppen, Koranschüler, kemalistische Traditionalisten und der türkische Geheimdienst stehen sich unversöhnlich gegenüber und planen die gegenseitige Vernichtung. Jüngster Stein des Anstoßes ist der Kampf der „Turbanmaedchen", die sich einer eindeutigen Sure des Koran folgend ( 31. Vers der Sure „Das Licht") weigern, der vom Staat angeordneten Entschleierung auf der Universität Folge zu leisten. Von der extrem intoleranten kemalistischen Obrigkeit in die Enge getrieben, bringt sich die junge Studentin Teslime schließlich um ( S. 143), was den Mord an einem ihrer Lehrer durch einen islamitischen Aktivisten zur Folge hat. Ka, der bei der Ermordung des Lehrers im Teehaus zufällig anwesend war, gerät in den schnell in den Bannkreis der islamitischen Persönlichkeiten von Kars. Muktar, Kas ehemaliger linker Gesinnungsgenosse, der sich zum Politiker der islamitischen Wohlfahrtspartei gewandelt hat, der gütige Scheid Saadettin, dem Ka, zutiefst ungleucklich, die Hände küsst , die leicht durchgeknallten Koranschüler Necip und Facil und vor allem der Fundamentalist Laspislazuli wirken bei all ihrer intoleranten Bigotterie neben dem schmierigen Stadtjournalisten Serhan Bey, dem Garnisisonskommandeur oder dem affektierten Schauspieler und Moechtegern-Attatuerk-Darsteller Sunyar als vertrauenswürdige und ehrenwerte Persönlichkeiten, auch wenn sie mit dem Glauben und der Religion keinen Spaß verstehen Zwischen allen Stühlen befindet sich der hoffnungslos gutmütige und ewiggestrige liberal- antiislamistische und liberal- antikemalistische Hotelbesitzer Tugrul Bey mit seinen beiden Töchtern, der wunderschönen Ispek, in die sich Ka unsterblich verliebt und der strengen Kadife, der Geliebten des Fundamentalisten Lapislazuli. In dieser überhitzten Atmosphäre, durch den Schnee von der Außenwelt abgeschnitten, führt Sunyars Wanderbühne im Theater von Kars das groteske kemalistisches Propagendastueck „Vaterland oder Schleier"auf ( S. 173-195), dessen Pointe die Entschleierung einer Frau ist, die dadurch zu sich selbst finden soll, ein Plot, der die anwesenden Koranschüler bis aufs Ausserste reizt. Als die Frau im Stück in grober Manier den Schleier lüftet und die Koranschüler Anstalten treffen die Bühne zu stürmen, schlägt die Armee völlig überraschend nach einem vorher ausgekuegelten Plan zu: Soldaten kommen während des Tumultes auf die Bühne, feuern in die Menge, verhaften, foltern und ermorden Aktivisten, und der Schauspieler Sunyar errichtet zusammen mit dem kemalistischen Provinzgeneral ein Revolutionsregiment in der abgeschnittenen Stadt. Gegen diesen Staatsstreich wollen die oppositionellen Gruppen - Islamisten, Kurden, Sozialisten, Liberale durch eine Proklamation in der Frankfurter Rundschau protestieren, ein halb grotesker, halb tragischer Plan, dessen Diskussion zwischen den Exponenten der einzelnen Gruppen zu einer Art orientalischem Weltgespräch mit sich selbst und mit Europa wird. (323/340). Aber auch der Geheimdienst ist nicht derweil nicht untätig: Lapislazuli wird verhaftet und mit diesem Unterpfand soll Kadife, die geistige Führerin der Turbanmädchen, gezwungen werden, sich in einem neuen von Sunyar bearbeiteten Theaterstück öffentlich als Zeichen ihrer Einsicht zu enthüllen. In diesem, zugegeben etwas unwahrscheinlich daherkommenden Plot, an dessen Ende Sunyar von Kadife vor laufender Kamera erschossen wird, spielt Ka den Vermittler zwischen allen Stühlen, wobei er eine geradezu jaemmelriche Figur abgibt und am Ende alles verliert: Ispek, die ihm nicht nach Frankfurt folgt, und sein Leben, weil ihm die Islamisten die dann doch vollzogene Ermoderung Lapislazulis anlasten. Soweit die Handlung, die auf einer Gesamtlänge von immerhin 500 Seiten an keiner Stelle langweilig wird. Was aber ist die Moral von der Geschichte? Ist es die Warnung vor der trügerischen Kraft des Islamismus, der offenbar in der Lage ist, den Ärmsten der Armen ihre Würde wiederzugeben ( 112)? ist es ein Portrait der modernen Türkei zwischen Kemalisten und Islamisten ( 243), ist es eine Beschreibung schonungslose Beschreibung des komplexen Verhältnisses zwischen der Türkei und Europa (323ff.)?, ein Gleichnis über die Liebe als Surrogatform der Religion (345), eine Anhandlung über die Melancholie und die Rückständigkeit der Türkei ( 444) oder eine Paraphrase der Verschlungenheit von Realität und Dichtung, wie sie anhand der 19 fiktiven Gedichte von Ka deutlich wird? Ist es eine Anklage gegen den brutalen tuerkischen Polizeiapparat und die rabiate Natur des türkischen Staates, der auf jeder Seite des Buches wie ein Leviathan auftritt, vor dem selbst hartgesottene Islamisten in die Hosen machen? Oder geht es um das gott-lose, einsame und liebebeduerfige westliche Individuum und seine tuerkischen Klone, die allesamt zu schwach zur Liebe und zu schwach zum Glauben sind? Es geht um alle diese Themen gleichzeitig, vor allem aber um den dramatischsten Bruchlinienkonflikt der Gegenwart, der diese und die folgenden Generationen beschaeftigen wird und der in diesem Meisterwerk eine nobelpreisverdächtige Form gefunden hat. Und übrigens: Jeder der dieses Buch gelesen hat, wird schnell verstehen können, warum es sowohl einen nationalistisch gesinnten Türken, einen Islamisten und einen liberalen Gutmenschen fassungslos machen kann - es ist dann die Fassungslosigkeit vor dem jeweils eigenen Spiegelbild, das man so noch niemals gesehen hat.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Viel Literatur zu vielen Themen, 28. Februar 2007
Von 
Rezension bezieht sich auf: Schnee: Roman (Gebundene Ausgabe)
Der Autor schafft einen Mikrokosmos,die Stadt Kars,die tatsächlich existiert,um sie als Beispiel für die ganze Türkei zu nehmen.

Es wird haarklein erzählt,wie es zu einem Militärputsch kommt,der von einem Schauspieler geleitet wird.

Alle brisanten Themen,staatliche Schnüffelei,Kopftuchstreit,ethnische Auseinandersetzungen mit Kurden und Armeniern,das Stadt-Land-Gefälle,der Komplex,in den Augen des Westens nicht genug Anerkennung zu finden,die Trennung von Religion und Staat,alles wird behandelt,dazu noch Liebesgeschichten und das Schicksal des einsamen türkischen Poeten in Frankfurt.Das hat auf mich dann recht überladen gewirkt,trotz der über 500 Seiten kam mir keines dieser Themen als deutlich umrissen vor.

Der Autor ist dafür zu loben,dass er zu jedem Thema alle Standpunkte aufzeigt,ohne dass seine pro-westliche"Gesinnung"in den Vordergrund tritt.

Bei diesem Aufwand hätte er sich wohl besser auf 2-3 Themen konzentriert,dann wäre das Buch ein echtes Meisterwerk geworden.
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30 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ka, kar, kars, 19. Januar 2006
Von Ein Kunde
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Schnee: Roman (Gebundene Ausgabe)
kar heisst auf türkisch schnee - und die geschichte handelt in kars. abgesehen davon, dass ich mich freue, dieses wortspiel entdeckt zu haben, hat mich das buch auch sonst sehr gefesselt. die handlung ist sehr dicht, auch die schreibweise, man muss die sätze schon manchmals mehrmals lesen, und man erfährt als leser viel über die befindlichkeiten des türkischen volkes in dieser mischung aus krimi, drama, liebesgeschichte. die türkei ist ein zerissenes land, und hier wird das sehr deutlich.
vom stil her hat's mich ein wenig haruki murakami erinnert, aber das ist eine sehr subjektive meinung. und obwohl ich mehrmals der versuchung erlag ein bisschen 'vorauszulesen' (schlechte angewohnheit), konnte ich doch nicht das ende der geschichte vorhersehen.
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15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Tolles Thema zäh verpackt, 16. Juni 2007
Rezension bezieht sich auf: Schnee: Roman (Gebundene Ausgabe)
Die angesprochenen Themen in "Schnee" sind definitiv das fesselndste Element an diesem Roman. Sobald ich das Buch in der Hand habe, möchte ich wissen, wie es weitergeht, doch genau hier liegt der Knackpunkt: Die Handlung scheint oftmals zu stagnieren, Beschreibungen schweifen aus und selbst Stränge, die von der Thematik her fesseln sollten, sind unerwartet zäh und schleppend beschrieben. Es wurde für mich zunehmend schwerer, mich überhaupt zum Lesen durchzuringen.

Ein weiteres Problem liegt beim Protagonisten Ka. Seine Handlungen sind oftmals völlig unverständlich für den Leser. Im Laufe des Romans wurde mir Ka zunehmend unsympatischer, was einfach daran lag, dass ich ihn nicht verstehen konnte. Einige der Nebencharaktere waren viel lebendiger und weniger widersprüchlich beschrieben.

Die ersten 50 Seiten waren fantastisch; zwar war der Stil auch hier nicht sonderlich flüssig, aber die beschriebene Kultur faszinierte. Die Einblicke, die Pamuk gibt, schienen einzigartig und wertvoll. Das greift sich aber schnell ab, wenn man weiterliest, und übrig bleibt nur eine sehr stockende Abhandlung, die irgendwann ihre Anziehungskraft verliert. Das Buch erstickt an Pamuks ausschweifendem Stil bzw. seinem Hang, unendlich und unnütz viele Details in eine Szene stopfen zu müssen.
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37 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mehr als ein genialer Kriminalroman, 24. April 2005
Von 
Carl-heinrich Bock "Literatur- und Kinofan" (Bad Nenndorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Schnee: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ein Dichter, der lange in Frankfurt im Exil gelebt hat gehört zu den herausragenden Prosaikern der Türkei. Es geht in dem Roman um eine islamitische Mädchengruppe mit Selbstmordtendenzen, will sagen, die jungen Mädchen haben sich das Leben genommen, weil man sie drängte das Kopftuch abzulegen. Und als nun ein Fremder in diese türkische Provinzhauptstadt kommt, wo die Menschen explosiv versammelt sind, um die Ermittlungen aufzunehmen, da kommt es unter den Anhängern einer laizistischen Türkei zu Putschabsichten. Ein Schauspieler ruft zum Umsturz auf, Soldaten greifen ein, es kommt zu blutige endenden Auseinandersetzungen. Keiner
kann fliehen weil ununterbrochen viel Schnee fällt.
Und wie Parnuks bisherigen Romane haben wir auch hier zwei Reflektionsebenen, das hin- und herschwanken zwischen überlieferten Brauchtum und neuzeitlichen Einflüssen. Entstanden ist ein ausgezeichneter Kriminalroman, ein sehr stimmungsvoller Roman, der die ganze Problematik eines Volkes aufzeigt, das mit den strengen Ritualen des Glaubens und den Einflüssen der westlichen Zivilisation ständig konfrontiert wird. Es ist ein Buch das ausgesprochen atmosphärisch arbeitet.
Kaufen, lesen und eventuell auch verschenken.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannend, traurig, aber amüsant erzählt, 6. Juli 2007
Von 
Rezension bezieht sich auf: Schnee: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ich hatte einen türkischen Bekannten gefragt, was ich lesen sollte, um die türkische Poltik besser zu verstehen. Er schlug mir Orhan Pamuks Roman "Schnee" vor. Hoppla, dachte ich, ein Roman und kein Sachbuch! Na gut, Sachbücher über Politik sind eh nicht mein Fall. Lieber lese ich einen Krimi oder etwas Lustiges. Da kam mir ein Roman schon entgegen.

Zunächst erwartete ich von dem Buch "Überlängen" in Form von politischen Details, durch die man sich durchquälen muss. Nein, es kam ganz anders. Man konnte sich gemütlich zurücklehnen und bekam von einem sympathischen Erzähler eine spannende Geschichte über Liebe, einen Putsch, das Leben im Winter in einer Provinzstadt und dem Kopftuchstreit dargeboten.
Allerdings musste man immer gut aufpassen, musste mitdenken, mitfühlen und auch schon mal voraus denken. Auf diese Weise ergaben sich viele überraschende Momente und man hatte das Gefühl, dass man neben dem Autor sitzt. Obwohl das Thema sehr traurig ist, ist das Ganze charmant und amüsant erzählt. Bei so traurigen Inhalten neige ich schon mal dazu, ein Buch ganz weit weg zu legen, weil ich selbst zu traurig werde. Aber hier hielt mich der lebensbejahende und positive Grundton am Lesen. Außerdem war es ziemlich spannend.

Fazit: Ja, so gefällt mir politische Weiterbildung.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wichtiges Buch, 5. Februar 2007
Rezension bezieht sich auf: Schnee: Roman (Gebundene Ausgabe)
Schnee schafft es, kritische Themen wie Kopftuchstreit oder (nicht nur religiösen) Fanatismus ohne den erhobenen Zeigefinger zu behandeln. Die Auseinandersetzung ist wunderschön und wirkungsvoll in die Geschichte eingebaut. Wer Probleme mit der deutschen Übersetzung hat und das Buch nicht im Original lesen kann - die englische Version ist auch hervorragend.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Weit weg von Istanbul, 6. Juli 2007
Rezension bezieht sich auf: Schnee: Roman (Gebundene Ausgabe)
Einer der letzten Sätze in diesem Roman lautet: "Keiner kann uns aus der Ferne verstehen." Es scheint so, als bemühe sich Orhan Pamuk mit diesem Roman um ein eigenes Verständnis der Geschehnisse in seinem Land. Mit unserem westlichen Blick bleiben uns die Konflikte fremd, angelesen, wir können Schnee nur als etwas lesen, wie wir ein Bild betrachten, für das wir uns Zeit lassen müssen. Trotz eines Putsches, Morden, einer großen verzweifelten Liebe und dem Ringen um die letzendliche Wahrheit.

Nicht nur durch die Einführung eines außenstehenden Berichterstatters erscheint alles doch nur erzählt, nicht wirklich erlebt. Man sitzt im Kreis zusammen und redet, man schmiedet Pläne und redet, man träumt vom Ruhm und redet, redet über alles. Vor allem wie es sein könnte. Dagegen steht die politische, wie religiöse Realität eines Landes, das in EU drängt. Wer sich dem zerrissenen Inneren der Türkei nähern will, dem sei der Roman empfohlen, der wird auch über die ein oder andere ausschweifende Wiederholung hinwegsehen.

Es schneit und alles steht still und am liebsten würde man aufstehen und schreien, doch in diesem Roman wird viel geweint. Und manchmal läßt Pamuk einem mit dem Gefühl zurück, daß die Dinge sind wie sie sind und sich nie ändern.
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Schnee: Roman
Schnee: Roman von Orhan Pamuk (Gebundene Ausgabe - 31. Januar 2005)
EUR 25,90
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