Kundenrezensionen


6 Rezensionen
5 Sterne:
 (5)
4 Sterne:    (0)
3 Sterne:
 (1)
2 Sterne:    (0)
1 Sterne:    (0)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


26 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein ungewöhnlicher Mensch
Die Vita von Eric Hobsbawm ist so außergewöhnlich, dass sich schon aus diesem Grund die Lektüre lohnt: In Agypten 1917 als Kind eines britischen Beamten und einer Österreicherin geboren, in Wien aufgewachsen, in Berlin Anfang der 30er Jahre zur Schule gegangen und politisiert, nach Großbritannien emigriert und hier dann der langsame Aufsteig zum...
Veröffentlicht am 20. Februar 2004 von wilhelm272

versus
12 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nur mit Vorsicht zu geniessen!
Die Erinnerungen dieses britischen Historikers mit osteuropäischem Hintergrund, Jahrgang 1917, könnte man schon allein wegen seines faszinierenden Lebensweges als interessantes Zeitzeugnis passieren lassen. Aber Eric Hobsbawm ist zugleich ein Missionar mit einer Botschaft. Und die lautet, auch noch per 2002: Fortsetzung des Kampfes gegen den Kapitalismus...
Veröffentlicht am 23. Dezember 2009 von Michael Altenburg


Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

26 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein ungewöhnlicher Mensch, 20. Februar 2004
Rezension bezieht sich auf: Gefährliche Zeiten: Ein Leben im 20. Jahrhundert (Gebundene Ausgabe)
Die Vita von Eric Hobsbawm ist so außergewöhnlich, dass sich schon aus diesem Grund die Lektüre lohnt: In Agypten 1917 als Kind eines britischen Beamten und einer Österreicherin geboren, in Wien aufgewachsen, in Berlin Anfang der 30er Jahre zur Schule gegangen und politisiert, nach Großbritannien emigriert und hier dann der langsame Aufsteig zum heute allseits anerkannten Historiker, der früh die Sozialgeschichte entdeckt hat.
Man lernt in diesem Buch etwas über eine heute ferne Generation, was es bedeutete, als britischer Kommunist die Republik im Spanischen Bürgerkrieg zu unterstützen, der Kampf gegen den Krieg, die Marginalisierung im Kalten Krieg, die Hobsbawms wissenschaftliche Karriere um Jahrzehnte zurückwarf. In einem Alter, als andere sich schon fest im akademischen Betrieb etabliert hatten fing es für Hobsbawm erst so richtig an. Gottlob hat er ein gesegnetes Alter erreicht.
Man findet in der Autobiografie zwar mache Versatzstücke aus anderen Werken, wer die jedoch erkennt ist ohnehin ein absoluter Fan und dem macht dies nichts aus.
Hobsbawm galt in der 68er Linken als etwas weniger langweiliger Kommunist der alten Schule - eine Abneigung die Hobsbawm erwidert. Politisch ist Hobsbawm eben nicht ganz so einfach: Nie aus der moskautreuen kommunistischen Partei Großbritanniens ausgetreten (er hat sie ganz einfach überlebt) empfindet er heute die Wahlniederlage von Neil Kinnock als den traurigsten politischen Abend seines Lebens. Was angesichts dessen, was Hobsbawm so alles erlebt hat doch einigermaßen verblüfft.
Eine Freude ist Hobsbawms Humor. Etwas nervig habe ich die Selbstbeschreibung seines Sprachtalents empfunden - aber vielleicht liegt das daran, das ich selbst an fünf Sprachen gescheitert bin.
Eine Warnung zum Schluss: wer das Buch gelesen hat will mehr und wird die Antiquariate etwa nach Hobsbawms dreibändiger Geschichte des "langen 19. Jahrhunderts" durchstöbern.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Glücksfall, 9. Februar 2004
Von 
Dietrich Marquardt (Frankfurt/M) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Gefährliche Zeiten: Ein Leben im 20. Jahrhundert (Gebundene Ausgabe)
Wer an neuerer Geschichte, an umfassenden Porträts europäischer (und z.T. außereuropäischer) Länder oder einzelner Landschaften und Städte (wie Cambrigde) und an Kulturen in ihren Ausprägungen interessiert ist, hat hier einen Schatz zu heben.

Schon die Kapitel über das Frankreich und Italien der Jahrzehnte zwischen 1930 und 1995 (tatsächlich diese Zeitspanne, die er persönlich erlebt hat) sind wunderbare, kleine, geschlossene Bücher für sich. Exzellent geschrieben, leicht und nie oberflächlich ist das Buch - nach Lektüre der deutschen und englischen Fassung zu urteilen - ein feiner Genuss, vielleicht wie der Rotwein zu einem guten Essen. Es ist leider auch der etwas melancholische Blick zurück auf das, was sich immer mehr als das Goldene Zeitalter der Moderne erweist, die Zeit als "die Reichen", wie Hobsbawm bewusst vereinfachend schreibt, noch etwas abgeben mussten. Hobsbawm sieht wohl sein eigenes Leben als einen ungewöhnlichen und keineswegs vorhersehbaren Glücksfall an. Schön ist, dass er an diesem Glück andere teilnehmen lässt und ihnen Einsichten und Aussichten bietet.

Es ist eines der besten Bücher, das ich kenne. Ich hätte gerne immer einen Stapel zum Verschenken zur Hand.

Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ausgezeichneter Streifzug durchs vergangene Jahrhundert, 27. Dezember 2004
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Gefährliche Zeiten: Ein Leben im 20. Jahrhundert (Gebundene Ausgabe)
Eine hochinteressante Biographie in einem wechselvollen Jahrhundert. Seinen außer- und ungewöhnlichen Lebensweg stellt der Kosmopolit sehr anschaulich und gut lesbar dar. Stets zu verschiedenen Minderheiten zugehörig, beschreibt der in Ägypten geborene englische Jude, der weite Teile seiner Kindheit in Deutschland und Österreich verbracht hat, seinen Gang durch das "Zeitalter der Extreme". Neben privaten Entwicklungen und Neigungen (so z. B. die Darstellungen zum Jazz) wird stets der historische Kontext mit einbezogen. Vor allem für allgemein an der Geschichte des 20. Jahrhunderts interessierten Lesern bietet sich so eine kurzweilige und hochinteressante Lektüre. Kurzum: Hobsbawms Autiobiographie kann ich nur empfehlen!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kein Langweiler, 15. Januar 2004
Rezension bezieht sich auf: Gefährliche Zeiten: Ein Leben im 20. Jahrhundert (Gebundene Ausgabe)
Wer bereits das "Zeitalter der Extreme" gelesen hat, dem wird diese Autobiographie ein großes Vergnügen bereiten. An keiner Stelle versucht Hobsbawm angestrengt eigenen Fleiß und Genialität als Gründe für seinen Erfolg hervor zu heben. Er spricht von Glück und von den anregenden Beziehungen zu Freunden und Kolleg/innen. Nicht eine Meldung über den Triumph über Gegner in der Zunft, stattdessen milde Selbstironie und der Eindruck großer Ehrlichkeit. Das alles in einer gut lesbaren Sprache. Vorzüglich!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


12 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nur mit Vorsicht zu geniessen!, 23. Dezember 2009
Von 
Die Erinnerungen dieses britischen Historikers mit osteuropäischem Hintergrund, Jahrgang 1917, könnte man schon allein wegen seines faszinierenden Lebensweges als interessantes Zeitzeugnis passieren lassen. Aber Eric Hobsbawm ist zugleich ein Missionar mit einer Botschaft. Und die lautet, auch noch per 2002: Fortsetzung des Kampfes gegen den Kapitalismus!

Sein Bekenntnis zum Marxismus und zur Mitgliedschaft in der kommunistischen Partei hat ihn schon nach dem Zweiten Weltkrieg eine Karriere am Kings College der Cambridge Universität gekostet. Jahrzehntelang musste er sich mit Abendvorlesungen am Londoner Birckbeck College durchschlagen, bis er endlich 1970, schon 53-jährig, zum Professor der London University ernannt wurde. Aber so etwa um 1968 entspannte sich endlich die antikommunistische Hysterie der Kalten Kriegs-Phase nicht nur in Europa, sondern auch in den USA. Hobsbawm konnte am MIT und in Cornell als Gastprofessor lehren und entfaltete eine rege Veröffentlichungs-, Reise- und Vorlesungstätigkeit auch in Frankreich, Spanien, Italien, Lateinamerika...

Die einigermassen plötzliche und gewaltlose Implosion der UdSSR, in deren Folge 1991 auch die Komintern aufgelöst wurde (anscheinend endet "das kurze 20. Jahrhundert" für Hobsbawm deswegen in 1991 und nicht schon beim Fall der Berliner Mauer 1989) wirft allerdings ein paar grundsätzliche Fragen auf, die zahlreiche, auch zuvor marxistisch orientierte Denker zu der Schlussfolgerung führten - zugegebenermassen häufig mit den Übertreibungen des Eifers von Konvertiten -, dass sie einem falschen Konzept aufgesessen waren und der Fortschritt von Frieden und Gerechtigkeit weltweit auch - oder vielleicht nachhaltig sogar nur - möglich sei, wenn man bewusst und entschieden auf den bewaffneten Kampf als Mittel zur Durchsetzung des Paradieses auf Erden verzichtet.

Hobsbawm beschreibt, analysiert, erklärt den Untergang der UdSSR und all dessen, was damit zusammenhing, mit keiner Zeile. Nachdem zuvor die Bekämpfung des Nationalsozialismus zur Rechtfertigung des Stalinismus herhalten muss, wendet er sich in der Nachkriegsphase (Roosevelt als Stalinverbündeter und Mitsieger über Hitler bleibt noch ungeschoren) gegen den US Imperialismus: Vietnam, Kuba, Lateinamerika...

An seiner Interpretation, dass in Italien die kommunistische Partei nach dem 2. Weltkrieg umgehend die Macht übernommen hätte, wenn die USA nicht mit Hilfe der siziianischen Mafia (die damals eigentlich schon kaum noch existierte), die korrupte Democrazia Italiana und den ebenso korrupten PSI eines Bettino Craxi Jahrzehnte lang mühsam über Wasser gehalten hätten, mag ein Körnchen oder auch ein Batzen Wahrheit hängen. Aber warum kollabierte auch die PCI nach 1989? Doch bestimmt nicht wegen irgendwelcher Machenschaften des CIA oder des FBI. Und warum konnte sich danach ausgerechnet der krypto-faschistische Berlusconi relativ mühelos durchsetzen?

Zu Spanien kommentiert Hobsbawm, dass sich das Franco-Regime nur deswegen so lange habe halten können, weil das Land die Greuel des Bürgerkrieges satt hatte (Vater gegen den Sohn, Bruder gegen den Bruder) und einfach, egal unter welcher Ordnung, Ruhe nach den Jahren der Metzelei wollte. Kein Wort über die aussöhnende Rolle von Juan Carlos, den Franco 1975 auf den Thron zurückkehren liess und dem es gegenüber der reaktionären spanischen Rechten gelang, die Wege zu einer liberalen Demokratie (mit konstitutionell eingebundener Monarchie) unter bisweilen sozialistischen Regierungschefs (Gonzales, Zapatero)zu ebnen.

Inmitten begeisterter Ausführungen über die terroristischen Aktivitäten des "Leuchtenden Pfades" in Peru und der FARQ in Kolumbien und Verdammungen der korrupten Generalsherrschaft überall in Lateinamerika erwähnt Hobsbawm ebenso wenig Fernando Henrique Cardoso, der ab 1994 als Präsident, davor als Finanzminister von Brasilien die Hyperinflation beendete und deutliche Fortschritte in Demokratie und Rechtstaatlichkeit durchsetzte.

Der Harvard Ökonom Schumpeter hat die Zukunftsaussichten des Kapitalismus schon vor 1950 kritisch eingeschätzt, ganz ohne Klassenkampf und Weltrevolution. Mit Bedauern, aber eben skeptisch aufgrund einer mit der Globalisierung zunehmenden Volatilität der Entwicklung mit jähen Sprüngen und Abstürzen. Aber Schumpeter hat auch gesehen, dass nur dem Kapitalismus die unglaubliche Dynamik und Kreativität innewohnt, die gerade seit dem 2. Weltkrieg zu unerhörten Produktivitätsfortschritten geführt haben. Die emanzipatorische, mehr Gleichheit und sozale Aufstiegschancen auch in der Dritten Welt katapultierende Wirkung von Internet und Mobilphon werden von Hobsbawm nicht zur Kenntnis genommen. Kein Wort zum technischen Fortschritt.

Natürlich gibt es immer Probleme. Und es ist auch richtig, dass die USA ab dem 9.11.2001 wieder einen stärker hysterischen Zug angenommen haben, diesmal mit dem Islamismus als Verkörperung des Bösen in der Welt. Diese USA, denen Hobsbawm in seiner 2002 erschienen Autobiographie aber nicht einmal die Wahl einer Frau oder eines Juden zum Präsident zutrauen wollte, haben inzwischen G.W.Bush hinter sich gebracht und Barack Obama einem John McCain vorgezogen. Der macht zwar auch Fehler, aber verdient kritisches Vertrauen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


7 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beeindruckend, 6. September 2003
Rezension bezieht sich auf: Gefährliche Zeiten: Ein Leben im 20. Jahrhundert (Gebundene Ausgabe)
Ausgezeichnet fand ich die Schilderung Österreichs der Zwischenkriegszeit. Weiters hilft das Buch, das Phänomen Kommunismus neu zu verstehen: Vom kometenhaften Aufstieg einer Ideologie zwischen 1917 und ca. 1955, historisch vergleichbar dem Islam im 8. und 9. Jahrhundert, und dann der Verfall bis 1991. Mich haben ausserdem die Kapitel über Frankreich, Spanien und Italien sehr angesprochen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Gefährliche Zeiten: Ein Leben im 20. Jahrhundert
Gefährliche Zeiten: Ein Leben im 20. Jahrhundert von Eric Hobsbawm (Gebundene Ausgabe - 4. August 2003)
EUR 24,90
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen