Kundenrezensionen


6 Rezensionen
5 Sterne:
 (4)
4 Sterne:
 (1)
3 Sterne:
 (1)
2 Sterne:    (0)
1 Sterne:    (0)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


23 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Brillant! (und missverstanden)
Dieses Buch muss man ganz einfach mögen, schon allein wegen Schlaffers Bemerkung, seine "Kurze geschichte der deutschen Literatur" sei so kurz, dass ihrem Leser Zeit bleibe, sich wieder der deutschen Literatur zuzuwenden, "der dieses Buch sein Dasein verdankt".

Fast alle Kritiker Schlaffers haben ihn missverstanden. Wer nicht einzelne Werke oder Autoren...
Veröffentlicht am 21. April 2002 von Manuel Haas

versus
3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Von deutschem Geist und Wesen ...
Heinz Schlaffer stellt in seiner kurzen Geschichte der deutschen Literatur die Frage, was den an Literatur Interessierten und Germanisten dazu bestimmt, die literarische Kultur Deutschlands und damit ein wesentliches Stück seiner eigenen Biografie als Deutscher zu studieren. „Dazu bestimmt“ ist das richtige Wort, weil diese passivische Wendung anzeigt,...
Veröffentlicht am 8. Oktober 2006 von buechermaxe


Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

23 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Brillant! (und missverstanden), 21. April 2002
Von 
Rezension bezieht sich auf: Die kurze Geschichte der deutschen Literatur (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch muss man ganz einfach mögen, schon allein wegen Schlaffers Bemerkung, seine "Kurze geschichte der deutschen Literatur" sei so kurz, dass ihrem Leser Zeit bleibe, sich wieder der deutschen Literatur zuzuwenden, "der dieses Buch sein Dasein verdankt".

Fast alle Kritiker Schlaffers haben ihn missverstanden. Wer nicht einzelne Werke oder Autoren vorstellt, sondern die geistesgeschichtlichen Hintergründe, die sie verbinden, skizziert, dem darf man nicht vorwerfen, dass er diesen oder jenen Autor nicht erwähnt habe. Und dass Schlaffer die deutsche Literatur vor Lessing als nicht relevant abtut, hat nichts damit zu tun, dass er deren Qualitäten nicht zu schätzen weiß: Aber weder ein Wolfram von Eschenbach noch ein Andreas Gryphius haben eine Tradition begründet, auf die spätere Jahrhunderte aufbauen konnten. Das ist keine neue Erkenntnis, über die man zu streiten hätte: Schon Heinrich Heine nannte Lessing in seiner "Romantischen Schule" den "Stifter der neuern deutschen Originalliteratur".
Dass die deutsche Literatur mit dem Jahr 1950 ende, ist natürlich eine polemische Überspitzung, aber wenn man unsere Nachkriegs-Nobelpreisträger Grass und Böll neben Thomas Mann, Robert Musil oder Franz Kafka stellt, dann wird wohl jeder verstehen, was Schlaffer gemeint hat. (- Deutschland hat 1933-1945 seine besten Köpfe entweder vertrieben. Das konnte nicht folgenlos bleiben.)
Die Beobachtungen, die er über die er über die Blütezeiten der deutschen Literatur macht (1770-1830 und 1900-1950) streben ebenfalls keine Vollständigkeit an, sondern versuchen zu verstehen, warum gerade in diesen Zeiten die deutsche Literatur sich so entwickelte, wie wir sie kennen. Er tut das mit dem Blick des Komparatisten und kann so äußerst plausible Thesen über das spezifisch Deutsche der deutschen Literatur aufstellen. Der Bildungsroman und das liedhafte romantische Gedicht sind nun einmal Spezialitäten der deutschen Literatur.
Eine letzte Bemerkung noch zu Schlaffers ebenfalls umstrittener Behauptung vom Einfluss der Religion auf die deutsche Literatur. Alle europäischen Literaturen sind von Autoren geprägt, die dezidiert als Christen Literatur verfasst haben: Dante in Italien, Racine in Frankreich, Milton in England. Die zahlreichen Pfarrersöhne der deutschen Literatur greifen jedoch die Sprache der enthusiastischen Gottesunmittelbarkeit auf, um sie der neuen Religion der Poesie zu widmen. Dass sie damit eine völlig neue Sprache in die Poesie brachten, wurde überall in Europa verstanden - und nachgeahmt: Die europäische Romantik orientierte sich am ihr vorangegangenen deutschen Vorbild.
Schlaffer hat ein elegantes, spannendes und unterhaltsames Essay geschrieben, das jeder Freund der deutschen Literatur mit Gewinn und Genuss lesen wird. Dass man sich an manchen Stellen ärgern kann und widersprechen möchte, das gehört sicher zu den Qualitäten dieses Buches: Schlaffer hat es geschafft, die Germanistik wieder ins Gespräch zu bringen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lesenswert, 30. Mai 2002
Rezension bezieht sich auf: Die kurze Geschichte der deutschen Literatur (Gebundene Ausgabe)
Heinz Schlaffers Buch stellt, schon in Bezug auf den quantitativ eher bescheidenen Umfang, eine erklärte Provokation der germanistischen Fachgemeinschaft dar. Entgegen der Tendenz zur immer weiter anschwellenden Spezialliteratur legt der Autor eine "kurze Geschichte der deutschen Literatur" in Form eines Essays auf 158 Seiten vor. Seine Hauptthese besteht darin, daß die eigentliche Blütezeit der deutschen Literatur im Unterschied zu den europäischen Nationalliteraturen wie Frankreich oder Italien kurz gewesen sei. Unterschieden wird zwischen einer ersten Hochphase von ungefähr 1770-1830 (die klassisch-romantische Epoche) und einer zweiten Phase von 1900-1950. Schlaffer vertritt dabei die Ansicht, daß die deutsche Literaturproduktion ganzer Jahrhunderte (so des 15. und 16. Jahrhunderts) ohne Relevanz ist und deshalb heute auch nicht mehr gelesen werden muß (S. 35 f.); für die Zeit nach 1950 ruft Schlaffer das "Ende" der deutschen Literatur aus (S. 132 ff.).
Natürlich kann man dem Autor den Vorwurf machen, daß er seine kurze Geschichte nur auf Kosten von erheblichen Aussparungen und Verkürzungen schreiben kann. Auf der anderen Seite ist es Schlaffer dadurch möglich, übergreifende Strukturen und Zusammenhänge der Genese der deutschen Literatur sichtbar zu machen, die in konventionellen, detailorientierten Literaturgeschichten nicht zu finden sind, und Überlegungen anzustellen, die innerhalb des literaturwissenschaftlichen Diskurses als ungewöhnlich gelten können. Interessant sind beispielsweise die vom Autor angeführten Gründe dafür, warum die mittelhochdeutsche Literatur für die Werke späterer Epochen in keiner Weise traditionsstiftend gewirkt hat (S. 22 ff.), oder die Herleitung der Literatur der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts aus der protestantisch-pietistischen Sprache (S. 54 ff.). Ob die christliche Religion tatsächlich über Jahrhunderte hinweg von entscheidendem Einfluß auf die deutsche Literatur gewesen ist - und sei es nur zu dem Zwecke, die Religion durch die Ästhetik abzulösen und die Kunst in einen quasi-metaphysischen Rang zu erheben - ist sicher einer der streitbarsten Diskussionspunkte der Publikation. Auch die Überlegungen zur Literatur des 20. Jahrhunderts vermögen nicht immer zu überzeugen. Dennoch: Wer einen intelligenten, vom Common Sense der wissenschaftlichen Gemeinschaft abweichenden Beitrag zur deutschen Literaturgeschichte lesen will, kommt an Schlaffers Buch nicht vorbei.
Andreas Rabe M.A.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein informativer Crashkurs, 5. August 2003
Von Ein Kunde
Der Titel lässt aufhorchen: Nicht " E i n e " , nein " D i e kurze Geschichte der deutschen Literatur" wird hier dargestellt. Und dass die deutschsprachige Literatur "nur" zwei relativ kurze, verglichen mit anderen Literaturen verspätete Blütezeiten erlebt hat, legt Heinz Schlaffer auf nüchtern-pointierte Weise dar. Dabei umschifft er mit Bravour die Klippen von Selbstmitleid auf der einen und Glorifizierung auf der anderen Seite. Anhand vieler Beispiele zeichnet Schlaffer die Entwicklung der deutschen Literatur nach, wobei er zum einen das Mittelalter entzaubert, dem seiner Ansicht nach eine echte Hoch-Literatur deutscher Sprache schlichtweg fehle, und er zum anderen den Pietismus und das protestantische Pfarrhaus als Wiege unzähliger Dichterkarrieren überzeugend darstellt. Kurzum: Ein Buch, das sich mit seinen gut 150 Seiten - fundiert und faktenreich, aber nicht theorieüberfrachtet - als ein Crashkurs in deutscher Literaturgeschichte liest.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


7 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kleines Buch ganz groß!!!, 10. April 2006
Rezension bezieht sich auf: Die kurze Geschichte der deutschen Literatur (Gebundene Ausgabe)
Ich habe das Buch jetzt in einigen Jahren mehrfach gelesen und es gefällt mir von Mal zu Mal besser. Es ist gescheit, witzig und gut geschrieben. Dazu hat der Autor Recht, was will man mehr verlangen?
Die deutsche Literatur beginnt um 1750, ihren Höhepunkt hat sie zwischen 1770 und 1830, mit einigen Nachwehen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die wirklichen Leser werden hier zufrieden nicken. Amen!
Dass sich der Verfasser erst als Emeritus zu diesem Wagnis entschloss, scheint mir nur recht und billig, kenne ich doch in meinem persönlichen Umfeld genug Germanisten, die ihn als Nestbeschmutzer beschimpfen und ihm die Qualifikation absprechen. Ein weiterer Ritterschlag wie ich finde ...
Freilich kann man dieses Buch erst würdigen, wenn man mehrere Literaturgeschichten, ein- oder mehrbändig, benutzt oder gar gelesen hat, wenn man durch eigene Lektüre bereits auf einen reichhaltigen Schatz eigener Leseerfahrungen aus dem Gebiet der deutschen Literatur zurückblicken kann. Es ist ein Buch nicht für Laien und Anfänger, sondern für erfahrene und kluge Leser. Die Freude der Illiteraten, die sich hier bestätigt finden, ist unbegründet. Man darf durchaus eine Menge Bücher wegwerfen, aber vorher sollte man sie schon lesen.
Der einzige ernsthafte Vorwurf, den man dem Autor machen könnte, ist, dass sein Werk viel zu lang sei. Meine deutsche Literaurgeschichte umfasste nur Namen mit Lektürebefehl:
Luther
Grimmelshausen
Lessing
Wieland
Goethe
Schiller
Jean Paul
Kleist
Büchner
Heine
Fontane
Nietzsche
Kafka
Thomas Mann
Brecht
Arno Schmidt
Das ist doch gar nicht so schwer ...
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


7 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lesenswert, 10. Oktober 2002
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die kurze Geschichte der deutschen Literatur (Gebundene Ausgabe)
Gut und flüssig zu lesen, eine interessante und diskussionswürdige These vorstellend, in jedem Sinne lehrreich, stellt Schlaffer mit diesem Bändchen seine unterhaltsame, kurze Geschichte der deutschen Literatur vor. Verdichtet, straff, bisweilen reduzierend reitet er flott durch ein Sammelsurium großer und kleiner Autoren, ohne daß er seinen roten Faden, die Kürze und Würze der deutschen Literatur darzustellen, aus den Augen verliert. Eine Bereicherung!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Von deutschem Geist und Wesen ..., 8. Oktober 2006
Rezension bezieht sich auf: Die kurze Geschichte der deutschen Literatur (Gebundene Ausgabe)
Heinz Schlaffer stellt in seiner kurzen Geschichte der deutschen Literatur die Frage, was den an Literatur Interessierten und Germanisten dazu bestimmt, die literarische Kultur Deutschlands und damit ein wesentliches Stück seiner eigenen Biografie als Deutscher zu studieren. „Dazu bestimmt“ ist das richtige Wort, weil diese passivische Wendung anzeigt, dass es kein Selbstverständnis gibt wie ein gesundes Nationalbewusstsein oder die Liebe zu Deutschland, zu seiner Andersartigkeit als die anderer Nationen, allenfalls die zur deutschen Sprache vielleicht. Denn das andere dieses Landes ist immer auch der Tod, der aus Deutschland kam, das uns noch immer erschrecken lässt. Es ist aber auch ein Anderssein, das sich bestimmt aus einem typisch deutschen Herkommen vergangener Jahrhunderte, wie der Autor in seinem Buch über deutsche Literatur, Kultur und Sozialisation aufzeigt. Denn Schlaffers Analyse zeigt die Bildung des deutschen Kulturgeistes auch auf dem Hintergrund eines in Vielstaaterei zerklüfteten Nationalbewusstseins, das in seiner Vielgestaltigkeit über sehr lange Zeiträume zu allerlei Exaltiertem, Schrulligem, Ideologischem und Kleingeistigem geführt hat; aber auch zu den ganz großen geistigen Leistungen der europäischen Kultur, wie sie z.B. in Goethe und Schiller, in Kant und Hegel, Humboldt und all den vielen anderen vor uns steht. Durch das Brennglas der deutschen Literatur schafft Schlaffer so einen farbenreichen Bogen zur Sozialisation des Deutschen über Jahrhunderte, in dessen Spektrum das eigene Sosein besser begriffen werden kann, nicht nur die deutsche Literatur. Wodurch das ein wirklich wichtiges Buch ist, und nicht nur für Germanisten!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Die kurze Geschichte der deutschen Literatur
Die kurze Geschichte der deutschen Literatur von Heinz Schlaffer (Gebundene Ausgabe - 18. Februar 2002)
Gebraucht & neu ab: EUR 0,80
Auf meinen Wunschzettel Zahlungsmöglichkeiten ansehen
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen