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Kundenrezensionen

118
4,1 von 5 Sternen
Am Abend des Mordes: Roman (Gunnar Barbarotti, Band 5)
Format: Gebundene AusgabeÄndern
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30 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Der fünfte (und wahrscheinlich letzte) Teil der Barbarotti-Reihe (nach "Mensch ohne Hund", "Eine ganz andere Geschichte", "Das zweite Leben des Herrn Roos", "Die Einsamen") ist erneut sehr gut, wie seine Vorgänger.

Krimi's sind für viele Autoren nicht nur Krimis, sondern vor allem eine Plattform, um gesellschaftliche und/oder persönliche Themen zu hinterfragen. Hakan Nesser ist ein Meister dieses Faches.

Bei Nesser geht es in seinen Barbarotti-Büchern vor allem um die Einsamkeit seiner Hauptfiguren (Täter/Opfer). Zusätzliches Thema in diesem Buch ist die Trauer (sowie deren Bewältigung und die Hoffnung). Dieses Thema rankt sich um den persönlichen Schicksalsschlag von Barbarotti (seine Frau stirbt).

Verschachtelt entschlüsselt Nesser, literarisch gekonnt die Krimi-Geschichte, die erneut auf zwei Zeitebenen (Vergangenheit, Gegenwart) erzählt wird. Die Frage "Was ist da eigentlich passiert?" lässt einen das ganze Buch lang nicht los. Dafür sorgt auch die häppchenweise Verköstigung des Lesers mit immer wieder neuen Aspekten um die "mordende" (oder auch nicht) Hauptperson. Wirklich gut gemacht.

Die Grundstimmung des Buches ist ruhig. Nesser braucht, um Spannung zu erzeugen, keine bluttriefenden Szenen oder ständige Aktion. Der Titel und auch das Cover sind hervorragend gewählt, beziehen sie sich doch auf beide Morde (1989, 2007).

Ein erneut toller, lesenswerter Nesser auf literarisch hohem Niveau
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37 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 18. Oktober 2012
Eine leichte Melancholie beschleicht einen nun doch, wenn es gilt, nach 5 gelungenen Romanen (der Begriff Krimi wird den Büchern Nessers nicht gerecht) Abschied zu nehmen von Inspektor Gunnar Barbarotti. Aber wahrscheinlich ist es besser, eine Serie irgendwann zu beenden, als sie endlos und beliebig werden zu lassen (siehe Brunetti).

Zudem können wir uns auf Neues von Hakan Nesser freuen, der nicht nur die van-Veteren-Reihe schrieb, sondern vor allem mit seinen Entwicklungsromanen (Kim Nowak, Picadilly Circus...) und Nicht-Krimis Berühmtheit erlangte.

Melancholisch ist auch die Grundstimmung des neuen Buches: Barbarotti trauert um seine plötzlich und viel zu früh verstorbene Frau. Seine Trauer, die Suche nach seinem neuen Platz in der Welt ohne seine geliebte Marianne, aber mit 5 Kindern und einem Beruf, der seine gesamte Aufmerksamkeit verlangt, zieht sich wie ein Roter Faden durch das Buch. Und lässt einmal mehr erkennen, wie einfühlsam und tiefgründig Nesser die Feder führt.

Auch die Krimihandlung ist wohltuend ruhig: Kein atemloser thrill, keine bluttriefenden Szenen, sondern Gespräche mit den Beteiligten lassen ein Bild entstehen, bei dem es beileibe nicht nur darum geht, who's done it, sondern vor allem um die Menschen, deren Persönlichkeiten, Geschichten und Motive. Und gerade das macht es so spannend, Nesser zu lesen. Und am Schluss bleibt immer ein wenig Hoffnung.

Absolut lesenswert. Und nach 2 1/2 Lesetagen beginnt die einjährige Wartezeit auf einen neuen Hakan Nesser-Roman, was immer er auch bringen möge.
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 18. Oktober 2012
"Am Abend des Mordes" ist der erste Roman von Hakan Nesser, den ich gelesen habe, ich kenne also die Vorgängerromane um Barbarotti und seiner Kollegin Backman nicht.

Inspektor Barbarotti befindet sich in tiefer Trauer, denn seine geliebte Ehefrau Marianne ist tot, gestorben im Schlaf an einem Aneurysma. Nach kurzer Arbeitspause macht sich Gunnar dann aber doch wieder auf ins Präsidium, denn Arbeit lenkt ab. Doch Barbarotti wird nicht mit dem brisanten Fall um den Tod des Schwedendemokraten Raymond Fängström betraut, sondern soll sich um die Aufklärung eines ungeklärten Falls kümmern, der vor fünf Jahren stattfand. Soll das etwa Beschäftigungstherapie für ihn sein? Doch Barbarotti wäre nicht Barbarotti, wenn er nicht trotzdem den Fall untersucht und dabei auch langsam aber sicher fündig wird. Kann er den Fall klären? Und vor allem warum hat sein Chef ihm diese Aufgabe zugeteilt?

Also ich kann nur sagen, dass es sich hierbei nicht um einen klassischen Krimi handelt, sondern eher um einen Roman, der von einem trauernden Polizisten handelt, der nebenbei einen Fall lösen muss. Das Buch beschreibt in zwei Handlungssträngen das Geschehen. Zum einen begleiten wir Gunnar bei seiner Recherche und seinen Entdeckungen in der Gegenwart. Zum anderen gleiten wir in die Zeit zurück als die beiden mysteriösen Fälle stattfanden und begleiten die an den Morden beteiligten Personen. Die Schilderungen um das Mordgeschehen und die Gründe dafür gefielen mir noch gut und konnten mich fesseln. Die Ermittlungen und das Leben von Barbarotti sagten mir jedoch nicht so recht zu, da die Handlung hier einige Längen aufweist. Barbarotti befindet sich auch nicht zu hundert Prozent im hier und jetzt, denn er erlebt Begegnungen mit seiner toten Frau und Gott, was mich doch eher verwirrte. Der zweite erwähnte Fall, der von Kollegin Backman bearbeitet wird, hat rein gar nichts mit der restlichen Handlung zu tun und wird nur am Rande erwähnt. Ich frage mich allerdings wozu die Erwähnung des Falls überhaupt diente, denn eigentlich stört dieser die restliche Handlung nur statt sie zu stützen.

Ich empfand den ganzen Roman eher als eine Geschichte über Trauerbewältigung und die bedrückende Stimmung zieht auch den Leser irgendwie negativ mit, so ging es zumindest mir. Auch dass der Fall nicht so richtig aufgeklärt wurde, konnte mir nicht so recht gefallen. Das Ende war teils überraschend, teils auch etwas zu weit hergeholt, zumindest erschien mir der Grund, warum Gunnar die Fälle überprüfen sollte doch sehr aus der Luft gegriffen.

Fazit: Ein solider Roman, der bestimmt für Barbarotti Fans ein Muss ist. Ich hatte jedoch einen spannenden Krimi erwartet und war dann doch ein bisschen enttäuscht, da mir die Ermittlerarbeit allein nicht ausreicht, um einen guten Krimi auszuzeichnen. Daher kann ich das Buch nur bedingt empfehlen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
VINE-PRODUKTTESTERam 25. August 2014
Hakan Nessers Geschichten und Dietmar Bärs Stimme sind fast wie für einander gemacht. Obwohl dieser Krimi über 400 Minuten lief, wurde ich der Stimme von Dietmar Bär nicht überdrüssig. Er schaffte es mich zu fesseln und den Charakteren die richtige Stimmung einzuhauchen.

Gunnar Barbarotti war krankgeschrieben und soll nun langsam wieder in den Dienst zurückkehren. Doch was gibt man einem Mann, der trauert und vielleicht noch gar nicht richtig arbeiten kann? Sein Vorgesetzter, der seinen Schreibtisch so kurz vor dem Ruhestand sauber haben möchte, übergibt ihn zwei alte Akten. Er soll sich damit befassen und vielleicht findet er etwas. Barbarotti glaubt selbst ebenfalls an eine "Beschäftigungstherapie" und trotzdem setzt er sich mit dem Fall auseinander und mit viel Akribie und Hartnäckigkeit puzzelt er ein Stück nach dem anderen zusammen. Das Bild, welches sich daraus entwickelt, ist erschreckend und macht nachdenklich.

Ich fand die Geschichte sehr gut, auch wenn sie phasenweise etwas lang wurde. Jedoch sind diesmal gerade die privaten Passagen sehr gut gelungen. Der Umgang mit der Trauer und wie sich Barbarotti immer wieder zum Weiterleben und Weitermachen motiviert. Trotz seines Willens sackt er manchmal in dunkle Gedanken, führt Zwiegespräche mit sich, Marianne und Gott und hofft so auf Hilfe von oben. Diese Seite von Barbarotti fand ich interessant.

Wer noch nichts von Hakan Nessers Barbarotti gelesen oder gehört hat, sollte möglichst nicht mit diesem Hörbuch starten. Die Haupthandlung ist zwar selbständig und neu, jedoch geht Hakan Nesser immer wieder beim Privatleben von Barbarotti in die Vergangenheit. Um seine Trauer, seinen Schmerz und die Gedanken besser nachvollziehen zu können, sollte man die Vorgeschichte kennen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 31. Januar 2014
Dies ist nun der 5. Band aus der Barbarotti-Reihe (ich habe alle in chronologischer Reihenfolge gelesen) und ich muss sagen, beim Lesen eines Nesser-Romans geht es mir wie mit einer guten Flasche Wein - man sollte ihn sich auf der Zunge zergehen lassen. Während bei den ersten Van Veeteren-Bänden noch eine relativ kühle Sprache vorherrschte, wird Nessers Ausdrucksweise mit den Jahren immer poetischer und es blitzt eine subtile Ironie durch, vor allem in den Gesprächen mit seiner Kollegin Backman, aber auch mit Gott und Barbarottis geliebter verstorbener Frau Marianne. Diese Unterhaltungen haben mich - im Gegensatz zu anderen Rezensenten - nicht gestört, es ist die Art und Weise Barbarottis, mit seiner Trauer fertig zu werden.

Während Barbarotti sich anfangs noch fragt, warum er diesen alten Fall aufrollen soll und mit dem Verlust seiner Frau nicht fertig zu werden scheint, nimmt die Handlung nach kurzer Zeit an Fahrt auf und zieht vor allem mit den Rückblenden in das Jahr 1987 den Leser - und auch Barbarotti in seinen Bann, wenn sich das Geschehen um einen schlecht ermittelten Fall zu klären beginnt.

Als besonderes Highlight möchte ich die Begegnung mit seinem Studienkollegen Wallman am Flughafen Arlanda anführen - ein skurriler Typ, welcher ein Buch über das Überleben Hitlers in Südschweden vorbereitet - wobei Barbarotti sich insgeheim fragt, ob Wallman aus dem Irrenhaus ausgebrochen sei.

Aber auch das einfühlsame Gespräch mit der "Schlächterin" Bjarnebo, die wegen Mordes an ihrem ersten Mann 11 Jahre im Gefängnis saß und wegen des Verschwindens des zweiten Ehegatten wieder in Verdacht geriet, hat mich sehr beeindruckt.

Mir war der Roman nicht zu schwermütig, im Gegenteil - immer wieder keimt Hoffnung auf (mit leisen ironischen Untertönen), der Fall löst sich und nichts ist mehr so, wie es vorher den Anschein hatte - und wie es mit Gunnar Barbarotti und Eva Backmann weitergeht - darüber kann man nur spekulieren!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 12. Oktober 2012
Barbarotti hat einen schweren Schicksalsschlag zu verarbeiten. Sein Chef ist sich nicht sicher, wieviel er ihm noch zumuten kann und teil ihm einen kalten Fall zu oder ist es Kalkül, dass er nur Barbarotti zutraut auch nach 5 Jahren noch zutraut diesen Fall zu lösen.

Arnold, ein Handwerker, der 5 Jahre zuvor spurlos verschwand und nie wieder aufgetaucht ist. Ellen Bjarnebo, die Lebensgefährtin von Arnold, ist hochradig verdächtig, da sie vor vielen Jahren ihren Mann umbracht und erstückelt haben soll, diese Tat hat sie auch gestanden.

Nach anfänglichem Zögern taucht Barbarotti in den Fall ein und findet in kurzer Zeit auch schon Ungereimtheiten, die auf schlampige Arbeit der Polizei in beiden Fällen hindeuten. Barbarotti spricht mit Zeugen und versucht lange Ellen Bjarnebo zu erreichen, um sie schließlich weit ab der Zivilisation in einem kleinen Hotel bei einer Freundin zu finden. Ellen ist völlig gelassen bis genervt, dass sie nach 5 Jahren noch nicht von der Polizei in Ruhe gelassen wird und es entwickelt sich ein ungewöhliches Verhör/Gespräch zwischen den beiden. Das Ende hält wie immer eine Überraschung parat.

Es empfiehlt sich mit dem ersten Barbarotti anzufangen und sie der Reihe nach zu lesen, da das Privatleben der Hautpersonen doch aufeinander aufbauen und man sicherlich einiges doch besser versteht. Nesser versteht es immer wieder Neugierde zu wecken mit seinen teilweise philosophischen Ausführungen zu unterhalten und den roten Faden der Geschichte nicht zu verlieren. Ich bin traurig, dass diese Serie nun zu Ende ist, ich hätte gern noch einige Barbarottis gelesen.

Es gibt einen Punktabzug, da mir der Vorgänger - Die Einsamen - doch sehr viel besser gefallen hat.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 21. April 2014
Warnung vor diesem Buch von Hakon Nesser! Es ist kein richtiger Krimi, schon gar kein Thriller, aber auch kein unterhaltsamer Roman, sondern weitgehend nur ein überlanger Bericht von der Trauerarbeit des schwedischen Kriminalinspektors Barbarotti, der vor kurzer Zeit seine geliebte Frau durch eine Krankheit verloren hat.Titel und Cover sind irreführend. Es geht zwar um die Aufklärung eines Mordes, doch entsteht von Anfang bis Ende keine Spannung. Die Dialoge haben keinen Witz, es wird nicht eine einzige spannende Situation geschildert. Das Nähere zur Handlung kann bei vielen Rezensenten nachgelesen werden, doch ist man verwundert über die hohe Punktzahl, die trotz herber Kritik vergeben wird. Man kann in Glaubensfragen verschiedener Meinung sein, aber es ist für den aufgeklärten Leser doch eine Zumutung, wenn immer wieder die verstorbene Frau zu Barbarotti spricht, laufend die Bibel zitiert wird und sogar Gott zu Wort kommt. Mit diesen Passagen wird das Buch aufgebläht. Dies geschieht auch durch den breiten redundanten Stil, der nichts kurz und bündig auf den Punkt bringt, sondern sich in vielen Fragen ergeht. Nesser "menschelt" allzu gerne und Barbarotti will alles nur "verstehen".
Eine weitere Zumutung ist das 34. Kapitel, Hier trifft Barbarotti zufällig seinen alten Kommilitonen Axel Wallmann. der einen Bestseller verfasst hat, in dem Hitler und seine Geliebte Eva Braun den Krieg in Südschweden überlebt und eine Tochter haben, die wiederum eine Enkelin hat. Was soll so etwas? Satire? Dann misslungen!
Unnötig breit wird der Roman auch durch eine Parallel-Ermittlung von Barbarottis Kollegin Backman, die den Mord an einem schwedischen Politiker aufzuklären versucht, was mit der Haupthandlung überhaupt nichts zu tun hat.
Kurz: Die Lektüre dieses Buches zieht sich wie Kaugummi in die Länge.
Während sich in Nessers Roman "Kim Novak badete nie im See Genezareth" das Warten auf einen spannenden Hauptteil lohnte, wird dieses Buch am Ende immer schwächer und die Aufklärung am Schluss wirkt konstruiert. Schade.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 13. Januar 2013
Mit "Am Abend des Mordes" legt der Schwedische Bestsellerautor Hakan Nesser Band 5 seiner Reihe um den Kriminalinspektor Gunnar Barbarotti vor. In meinen Augen handelt es sich dabei um das beste Buch dieser Reihe. Nicht das erste Mal bei Nesser glaube ich allerdings, dass die reinen Krimienthusiasten nicht voll auf ihre Kosten kommen, wohingegen die literarische Qualität des Buches als Roman aus meiner Sicht sehr hoch ist.

Zum Inhalt: ich denke, ich verrate nicht zu viel, wenn ich erwähne, dass zu Beginn von "Am Abend des Mordes" die Frau von Inspektor Barbarotti, seine heißgeliebte Marianne, an einem Aneurisma verstirbt. Das wirft ihn emotional völlig aus der Bahn. Bei seiner Rückkehr zur Kriminalpolizei betraut ihn sein Chef Asunander mit einem vermeintlich unbedeutenden Fall, der seit Jahren als "aunaufgeklärt" in den Aktenschränken verdorrt. Es geht um das spurlose Verschwinden von Arnold Morinder, der 5 Jahre zuvor von einem Einkauf an einer Tankstelle nicht mehr zurückgekehrt. Zunächst wird seine Partnerin, Ellen Bjarnebo, verdächtigt, da sie 1989 wegen Mordes an ihrem Ehemann verurteilt wurde. Doch war ihr was Morinder betrifft nichts nachzuweisen, zu viele Fragen blieben offen, so dass die Ermittlungen gegen sie eingestellt wurden. Doch Morinder blieb verschwunden. Barbarotti ermittelt zunächst lustlos, findet aber nach und nach immer mehr Interesse an dem Fall, insbesondere da er auf eine Reihe von Ungereimtheiten stößt und vor allem auf nachlässige Ermittlungsarbeit seiner Vorgänger.

Wie gesagt: über Originalität, Spannung, Nachvollziehbarkeit und damit die Qualität der Kriminalhandlung dieses Buches könnte man sich meines Erachtens lange streiten. Nicht dass eine plumper, schlechter Krimi von Nesser vorgelegt worden wäre. Der Autor versteht sein Handwerk durchaus, aber wenn man das Buch als reinen Krimi liest hat meiner Meinung nach doch seine Längen und was schlussendlich vorliegt ist ordentlich, aber es gibt Tausende Krimis, die auf gleichem Niveau sind.
Was "Am Abend des Mordes" für mich zu einem großen Lesevergnügen machte sind daher auch weniger krimispezifische Qualitäten als vielmehr allgemein literarische. Ich finde, Nesser geht sehr einfühlsam und liebevolle mit seinen Protagonisten um. Es sind sensible Portraits, die hier von Gunnar Barbarotti, seiner Kollegin und engen Freundin Eva Backmann und Ellen Bjarnebo, der "Schlächterin" gezeichnet werden. In Rückblenden beleuchtet der Autor immer wieder in die eigentliche Handlung eingestreut, was sich 1989 und schließlich 2007 tatsächlich abgespielt hat und warum es so kam. Wie Gunnar Barbarotti von seiner Trauer belastet und schlussendlich mit ihr umgeht wird aus meiner Sicht derart klug und lebensnah geschildert, dass ich zwischendurch mal überlegt habe meinen Psychotherapie-Patienten, die eine Trauersituation zu bewältigen haben zur Lektüre dieses Krimis zu raten. Ich bin schlussendlich davon abgekommen, da das Thema schlussendlich doch sehr auf Barbarotti zugeschnitten behandelt wird. Aber dennoch: es ist extrem gut gemacht, denke ich. Ansonsten: ich lese Nesser einfach gerne. Die kleinen ironischen Bemerkungen, die er (und sein Übersetzer) ständig irgendwo unterbringen, kleine lustige Skurilitäten, die sich durch die Handlung ziehen, das macht einfach Spaß es zu lesen, weil es nicht nur irgendwie auf Klamauk aus ist, sondern einfach die Atmosphäre zwischendurch immer auflockert. Auch die Mischung zwischen ernsten und heiteren Passagen bzw. Passagen, die beides enthalten, machen dieses Werk zu einem typischen Nesser und damit zu einem exzellenten Buch. Nesser hat angekündigt, Barbarotti seiner Wege ziehen zu lassen, so dass es keine Fortsetzung geben wird. Das ist schade. Ich finde, gerade jetzt haben Nesser und seine Hauptfigur erst so richtig zueinander gefunden. Aber gut, vielleicht gilt der gute alte Spruch, man soll aufhören, wenn es am schönsten ist. Ich bin gespannt was danach kommt!
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13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 9. Oktober 2012
Inspektor Barbarotti ist am Boden zerstört, da seine geliebte Frau Marianne gestorben ist. Nach einer gewissen Zeit tritt er seinen Dienst wieder an, doch bekommt einen Fall zugewiesen, der fünf Jahre zurückliegt und nicht aufgeklärt werden konnte. Warum ist dieser Fall auf einmal so wichtig für seinen Chef? Oder ist es nur eine Beschäftigungstherapie? Zum Ende klärt sich die Sache auf, doch hier wird nichts verraten!
Arnold Morinder, ein ehemaliger Elektriker ist spurlos verschwunden. Zuletzt gewohnt hat er bei der "Schlächterin" von Klein-Burma, Ellen Bjarnebo, die ihren Mann ermordet und zerstückelt haben soll. Sind es zwei Fälle, die geklärt werden müssen - oder hängen sie evtl. zusammen? Was ist damals auf dem Hof Klein-Burma geschehen? Und warum spricht Ellens Sohn Billy so wenig?
Inspektor Barbarotti macht sich gemächlich auf Spurensuche, sogar bis in den hohen schwedischen Norden führt ihn sein Weg - den Weg der Wahrheit. Zwischendurch kämpft er mit der Trauer um seine Frau und wartet sehnsüchtig auf ein Zeichen von ihr.
Die Wahrheit wird aufgedeckt, allerdings nicht für die Öffentlichkeit und Inspektor Barbarotti ist auf dem besten Weg mit seiner Trauer umgehen zu können. Seine Kinder und seine Kollegin Eva helfen ihm dabei tatkräftig.
Da sich die Story ziemlich in die Länge zieht, bekommt sie von mir nicht so viele Sternchen. Das Thema ist gut, doch hätte ich mir mehr Spannung gewünscht.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 28. August 2013
Über den Inhalt haben andere Rezensenten bereits geschrieben (Frau des Kommissars ist gestorben. Alter Fall wird neu aufgerollt. Der Kommissar trauert. Bei der ursprünglichen Untersuchung wurde wohl geschlampt und es gibt Zweifel an der Täterschaft usw.). Hinzufügen möchte ich hier nur, dass die Hörbuchfassung sehr spannend ist. Erstens liest Dietmar Bär hervorragend (ruhig, angenehme Stimme, einfühlsam aber ohne Übertreibungen), und zweitens kommt die Geschichte nun konzentriert daher. Die üblichen 6 CD's mit ca. 7 h Dauer sind der momentane Standard und hier hat es keine langatmigen Szenen mehr drin.

Die Faszination an diesem Buch gründet sich auf der einfühlsamen Beschreibung der Protagonisten. Sowohl Täter als auch Opfer sind so brillant beschrieben, dass man mitleidet und mitfiebert. Wie der Kommissar Schritt für Schritt einzelne Puzzlesteine aufspürt und zusammenfügt, ist hoch spannend. Die Grundstimmung ist insgesamt etwas melancholisch. Nun, es gab Tote. Und die Täter haben hier nicht aus Vergnügen gemordet. Es geht nicht um einen Serienkiller, den man zur Strecke bringen muss, sondern um ein menschliches Drama, das uns hier enthüllt wird.
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