Kundenrezensionen


107 Rezensionen
5 Sterne:
 (55)
4 Sterne:
 (30)
3 Sterne:
 (10)
2 Sterne:
 (8)
1 Sterne:
 (4)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


28 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hochklassige Literatur mit spannendem "Who did it?"-Rätsel
Der fünfte (und wahrscheinlich letzte) Teil der Barbarotti-Reihe (nach "Mensch ohne Hund", "Eine ganz andere Geschichte", "Das zweite Leben des Herrn Roos", "Die Einsamen") ist erneut sehr gut, wie seine Vorgänger.

Krimi's sind für viele Autoren nicht nur Krimis, sondern vor allem eine Plattform, um gesellschaftliche und/oder persönliche...
Veröffentlicht am 9. Januar 2013 von Christian Bleis

versus
11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schuld und Sühne - jeder bekommt was er verdient
"Am Abend des Mordes" ist der erste Roman von Hakan Nesser, den ich gelesen habe, ich kenne also die Vorgängerromane um Barbarotti und seiner Kollegin Backman nicht.

Inspektor Barbarotti befindet sich in tiefer Trauer, denn seine geliebte Ehefrau Marianne ist tot, gestorben im Schlaf an einem Aneurysma. Nach kurzer Arbeitspause macht sich Gunnar dann aber...
Veröffentlicht am 18. Oktober 2012 von nicigirl85


‹ Zurück | 1 211 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

28 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hochklassige Literatur mit spannendem "Who did it?"-Rätsel, 9. Januar 2013
Von 
Christian Bleis (Hannover, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Der fünfte (und wahrscheinlich letzte) Teil der Barbarotti-Reihe (nach "Mensch ohne Hund", "Eine ganz andere Geschichte", "Das zweite Leben des Herrn Roos", "Die Einsamen") ist erneut sehr gut, wie seine Vorgänger.

Krimi's sind für viele Autoren nicht nur Krimis, sondern vor allem eine Plattform, um gesellschaftliche und/oder persönliche Themen zu hinterfragen. Hakan Nesser ist ein Meister dieses Faches.

Bei Nesser geht es in seinen Barbarotti-Büchern vor allem um die Einsamkeit seiner Hauptfiguren (Täter/Opfer). Zusätzliches Thema in diesem Buch ist die Trauer (sowie deren Bewältigung und die Hoffnung). Dieses Thema rankt sich um den persönlichen Schicksalsschlag von Barbarotti (seine Frau stirbt).

Verschachtelt entschlüsselt Nesser, literarisch gekonnt die Krimi-Geschichte, die erneut auf zwei Zeitebenen (Vergangenheit, Gegenwart) erzählt wird. Die Frage "Was ist da eigentlich passiert?" lässt einen das ganze Buch lang nicht los. Dafür sorgt auch die häppchenweise Verköstigung des Lesers mit immer wieder neuen Aspekten um die "mordende" (oder auch nicht) Hauptperson. Wirklich gut gemacht.

Die Grundstimmung des Buches ist ruhig. Nesser braucht, um Spannung zu erzeugen, keine bluttriefenden Szenen oder ständige Aktion. Der Titel und auch das Cover sind hervorragend gewählt, beziehen sie sich doch auf beide Morde (1989, 2007).

Ein erneut toller, lesenswerter Nesser auf literarisch hohem Niveau
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


33 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bye bye, Barbarotti!, 18. Oktober 2012
Von 
Eine leichte Melancholie beschleicht einen nun doch, wenn es gilt, nach 5 gelungenen Romanen (der Begriff Krimi wird den Büchern Nessers nicht gerecht) Abschied zu nehmen von Inspektor Gunnar Barbarotti. Aber wahrscheinlich ist es besser, eine Serie irgendwann zu beenden, als sie endlos und beliebig werden zu lassen (siehe Brunetti).

Zudem können wir uns auf Neues von Hakan Nesser freuen, der nicht nur die van-Veteren-Reihe schrieb, sondern vor allem mit seinen Entwicklungsromanen (Kim Nowak, Picadilly Circus...) und Nicht-Krimis Berühmtheit erlangte.

Melancholisch ist auch die Grundstimmung des neuen Buches: Barbarotti trauert um seine plötzlich und viel zu früh verstorbene Frau. Seine Trauer, die Suche nach seinem neuen Platz in der Welt ohne seine geliebte Marianne, aber mit 5 Kindern und einem Beruf, der seine gesamte Aufmerksamkeit verlangt, zieht sich wie ein Roter Faden durch das Buch. Und lässt einmal mehr erkennen, wie einfühlsam und tiefgründig Nesser die Feder führt.

Auch die Krimihandlung ist wohltuend ruhig: Kein atemloser thrill, keine bluttriefenden Szenen, sondern Gespräche mit den Beteiligten lassen ein Bild entstehen, bei dem es beileibe nicht nur darum geht, who's done it, sondern vor allem um die Menschen, deren Persönlichkeiten, Geschichten und Motive. Und gerade das macht es so spannend, Nesser zu lesen. Und am Schluss bleibt immer ein wenig Hoffnung.

Absolut lesenswert. Und nach 2 1/2 Lesetagen beginnt die einjährige Wartezeit auf einen neuen Hakan Nesser-Roman, was immer er auch bringen möge.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schuld und Sühne - jeder bekommt was er verdient, 18. Oktober 2012
Von 
"Am Abend des Mordes" ist der erste Roman von Hakan Nesser, den ich gelesen habe, ich kenne also die Vorgängerromane um Barbarotti und seiner Kollegin Backman nicht.

Inspektor Barbarotti befindet sich in tiefer Trauer, denn seine geliebte Ehefrau Marianne ist tot, gestorben im Schlaf an einem Aneurysma. Nach kurzer Arbeitspause macht sich Gunnar dann aber doch wieder auf ins Präsidium, denn Arbeit lenkt ab. Doch Barbarotti wird nicht mit dem brisanten Fall um den Tod des Schwedendemokraten Raymond Fängström betraut, sondern soll sich um die Aufklärung eines ungeklärten Falls kümmern, der vor fünf Jahren stattfand. Soll das etwa Beschäftigungstherapie für ihn sein? Doch Barbarotti wäre nicht Barbarotti, wenn er nicht trotzdem den Fall untersucht und dabei auch langsam aber sicher fündig wird. Kann er den Fall klären? Und vor allem warum hat sein Chef ihm diese Aufgabe zugeteilt?

Also ich kann nur sagen, dass es sich hierbei nicht um einen klassischen Krimi handelt, sondern eher um einen Roman, der von einem trauernden Polizisten handelt, der nebenbei einen Fall lösen muss. Das Buch beschreibt in zwei Handlungssträngen das Geschehen. Zum einen begleiten wir Gunnar bei seiner Recherche und seinen Entdeckungen in der Gegenwart. Zum anderen gleiten wir in die Zeit zurück als die beiden mysteriösen Fälle stattfanden und begleiten die an den Morden beteiligten Personen. Die Schilderungen um das Mordgeschehen und die Gründe dafür gefielen mir noch gut und konnten mich fesseln. Die Ermittlungen und das Leben von Barbarotti sagten mir jedoch nicht so recht zu, da die Handlung hier einige Längen aufweist. Barbarotti befindet sich auch nicht zu hundert Prozent im hier und jetzt, denn er erlebt Begegnungen mit seiner toten Frau und Gott, was mich doch eher verwirrte. Der zweite erwähnte Fall, der von Kollegin Backman bearbeitet wird, hat rein gar nichts mit der restlichen Handlung zu tun und wird nur am Rande erwähnt. Ich frage mich allerdings wozu die Erwähnung des Falls überhaupt diente, denn eigentlich stört dieser die restliche Handlung nur statt sie zu stützen.

Ich empfand den ganzen Roman eher als eine Geschichte über Trauerbewältigung und die bedrückende Stimmung zieht auch den Leser irgendwie negativ mit, so ging es zumindest mir. Auch dass der Fall nicht so richtig aufgeklärt wurde, konnte mir nicht so recht gefallen. Das Ende war teils überraschend, teils auch etwas zu weit hergeholt, zumindest erschien mir der Grund, warum Gunnar die Fälle überprüfen sollte doch sehr aus der Luft gegriffen.

Fazit: Ein solider Roman, der bestimmt für Barbarotti Fans ein Muss ist. Ich hatte jedoch einen spannenden Krimi erwartet und war dann doch ein bisschen enttäuscht, da mir die Ermittlerarbeit allein nicht ausreicht, um einen guten Krimi auszuzeichnen. Daher kann ich das Buch nur bedingt empfehlen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie guter Wein, 31. Januar 2014
Dies ist nun der 5. Band aus der Barbarotti-Reihe (ich habe alle in chronologischer Reihenfolge gelesen) und ich muss sagen, beim Lesen eines Nesser-Romans geht es mir wie mit einer guten Flasche Wein - man sollte ihn sich auf der Zunge zergehen lassen. Während bei den ersten Van Veeteren-Bänden noch eine relativ kühle Sprache vorherrschte, wird Nessers Ausdrucksweise mit den Jahren immer poetischer und es blitzt eine subtile Ironie durch, vor allem in den Gesprächen mit seiner Kollegin Backman, aber auch mit Gott und Barbarottis geliebter verstorbener Frau Marianne. Diese Unterhaltungen haben mich - im Gegensatz zu anderen Rezensenten - nicht gestört, es ist die Art und Weise Barbarottis, mit seiner Trauer fertig zu werden.

Während Barbarotti sich anfangs noch fragt, warum er diesen alten Fall aufrollen soll und mit dem Verlust seiner Frau nicht fertig zu werden scheint, nimmt die Handlung nach kurzer Zeit an Fahrt auf und zieht vor allem mit den Rückblenden in das Jahr 1987 den Leser - und auch Barbarotti in seinen Bann, wenn sich das Geschehen um einen schlecht ermittelten Fall zu klären beginnt.

Als besonderes Highlight möchte ich die Begegnung mit seinem Studienkollegen Wallman am Flughafen Arlanda anführen - ein skurriler Typ, welcher ein Buch über das Überleben Hitlers in Südschweden vorbereitet - wobei Barbarotti sich insgeheim fragt, ob Wallman aus dem Irrenhaus ausgebrochen sei.

Aber auch das einfühlsame Gespräch mit der "Schlächterin" Bjarnebo, die wegen Mordes an ihrem ersten Mann 11 Jahre im Gefängnis saß und wegen des Verschwindens des zweiten Ehegatten wieder in Verdacht geriet, hat mich sehr beeindruckt.

Mir war der Roman nicht zu schwermütig, im Gegenteil - immer wieder keimt Hoffnung auf (mit leisen ironischen Untertönen), der Fall löst sich und nichts ist mehr so, wie es vorher den Anschein hatte - und wie es mit Gunnar Barbarotti und Eva Backmann weitergeht - darüber kann man nur spekulieren!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hakan Nesser und Dietmar Bär ...einfach nur gut!, 25. August 2014
Von 
Ritja - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Am Abend des Mordes (MP3 CD)
Hakan Nessers Geschichten und Dietmar Bärs Stimme sind fast wie für einander gemacht. Obwohl dieser Krimi über 400 Minuten lief, wurde ich der Stimme von Dietmar Bär nicht überdrüssig. Er schaffte es mich zu fesseln und den Charakteren die richtige Stimmung einzuhauchen.

Gunnar Barbarotti war krankgeschrieben und soll nun langsam wieder in den Dienst zurückkehren. Doch was gibt man einem Mann, der trauert und vielleicht noch gar nicht richtig arbeiten kann? Sein Vorgesetzter, der seinen Schreibtisch so kurz vor dem Ruhestand sauber haben möchte, übergibt ihn zwei alte Akten. Er soll sich damit befassen und vielleicht findet er etwas. Barbarotti glaubt selbst ebenfalls an eine "Beschäftigungstherapie" und trotzdem setzt er sich mit dem Fall auseinander und mit viel Akribie und Hartnäckigkeit puzzelt er ein Stück nach dem anderen zusammen. Das Bild, welches sich daraus entwickelt, ist erschreckend und macht nachdenklich.

Ich fand die Geschichte sehr gut, auch wenn sie phasenweise etwas lang wurde. Jedoch sind diesmal gerade die privaten Passagen sehr gut gelungen. Der Umgang mit der Trauer und wie sich Barbarotti immer wieder zum Weiterleben und Weitermachen motiviert. Trotz seines Willens sackt er manchmal in dunkle Gedanken, führt Zwiegespräche mit sich, Marianne und Gott und hofft so auf Hilfe von oben. Diese Seite von Barbarotti fand ich interessant.

Wer noch nichts von Hakan Nessers Barbarotti gelesen oder gehört hat, sollte möglichst nicht mit diesem Hörbuch starten. Die Haupthandlung ist zwar selbständig und neu, jedoch geht Hakan Nesser immer wieder beim Privatleben von Barbarotti in die Vergangenheit. Um seine Trauer, seinen Schmerz und die Gedanken besser nachvollziehen zu können, sollte man die Vorgeschichte kennen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Warnung - Schlaftablette!, 21. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Am Abend des Mordes: Roman (Taschenbuch)
Warnung vor diesem Buch von Hakon Nesser! Es ist kein richtiger Krimi, schon gar kein Thriller, aber auch kein unterhaltsamer Roman, sondern weitgehend nur ein überlanger Bericht von der Trauerarbeit des schwedischen Kriminalinspektors Barbarotti, der vor kurzer Zeit seine geliebte Frau durch eine Krankheit verloren hat.Titel und Cover sind irreführend. Es geht zwar um die Aufklärung eines Mordes, doch entsteht von Anfang bis Ende keine Spannung. Die Dialoge haben keinen Witz, es wird nicht eine einzige spannende Situation geschildert. Das Nähere zur Handlung kann bei vielen Rezensenten nachgelesen werden, doch ist man verwundert über die hohe Punktzahl, die trotz herber Kritik vergeben wird. Man kann in Glaubensfragen verschiedener Meinung sein, aber es ist für den aufgeklärten Leser doch eine Zumutung, wenn immer wieder die verstorbene Frau zu Barbarotti spricht, laufend die Bibel zitiert wird und sogar Gott zu Wort kommt. Mit diesen Passagen wird das Buch aufgebläht. Dies geschieht auch durch den breiten redundanten Stil, der nichts kurz und bündig auf den Punkt bringt, sondern sich in vielen Fragen ergeht. Nesser "menschelt" allzu gerne und Barbarotti will alles nur "verstehen".
Eine weitere Zumutung ist das 34. Kapitel, Hier trifft Barbarotti zufällig seinen alten Kommilitonen Axel Wallmann. der einen Bestseller verfasst hat, in dem Hitler und seine Geliebte Eva Braun den Krieg in Südschweden überlebt und eine Tochter haben, die wiederum eine Enkelin hat. Was soll so etwas? Satire? Dann misslungen!
Unnötig breit wird der Roman auch durch eine Parallel-Ermittlung von Barbarottis Kollegin Backman, die den Mord an einem schwedischen Politiker aufzuklären versucht, was mit der Haupthandlung überhaupt nichts zu tun hat.
Kurz: Die Lektüre dieses Buches zieht sich wie Kaugummi in die Länge.
Während sich in Nessers Roman "Kim Novak badete nie im See Genezareth" das Warten auf einen spannenden Hauptteil lohnte, wird dieses Buch am Ende immer schwächer und die Aufklärung am Schluss wirkt konstruiert. Schade.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Exzellenter Roman, als Krimi solide, 13. Januar 2013
Von 
Tobias Fabian-Krause (Landau, Pfalz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Mit "Am Abend des Mordes" legt der Schwedische Bestsellerautor Hakan Nesser Band 5 seiner Reihe um den Kriminalinspektor Gunnar Barbarotti vor. In meinen Augen handelt es sich dabei um das beste Buch dieser Reihe. Nicht das erste Mal bei Nesser glaube ich allerdings, dass die reinen Krimienthusiasten nicht voll auf ihre Kosten kommen, wohingegen die literarische Qualität des Buches als Roman aus meiner Sicht sehr hoch ist.

Zum Inhalt: ich denke, ich verrate nicht zu viel, wenn ich erwähne, dass zu Beginn von "Am Abend des Mordes" die Frau von Inspektor Barbarotti, seine heißgeliebte Marianne, an einem Aneurisma verstirbt. Das wirft ihn emotional völlig aus der Bahn. Bei seiner Rückkehr zur Kriminalpolizei betraut ihn sein Chef Asunander mit einem vermeintlich unbedeutenden Fall, der seit Jahren als "aunaufgeklärt" in den Aktenschränken verdorrt. Es geht um das spurlose Verschwinden von Arnold Morinder, der 5 Jahre zuvor von einem Einkauf an einer Tankstelle nicht mehr zurückgekehrt. Zunächst wird seine Partnerin, Ellen Bjarnebo, verdächtigt, da sie 1989 wegen Mordes an ihrem Ehemann verurteilt wurde. Doch war ihr was Morinder betrifft nichts nachzuweisen, zu viele Fragen blieben offen, so dass die Ermittlungen gegen sie eingestellt wurden. Doch Morinder blieb verschwunden. Barbarotti ermittelt zunächst lustlos, findet aber nach und nach immer mehr Interesse an dem Fall, insbesondere da er auf eine Reihe von Ungereimtheiten stößt und vor allem auf nachlässige Ermittlungsarbeit seiner Vorgänger.

Wie gesagt: über Originalität, Spannung, Nachvollziehbarkeit und damit die Qualität der Kriminalhandlung dieses Buches könnte man sich meines Erachtens lange streiten. Nicht dass eine plumper, schlechter Krimi von Nesser vorgelegt worden wäre. Der Autor versteht sein Handwerk durchaus, aber wenn man das Buch als reinen Krimi liest hat meiner Meinung nach doch seine Längen und was schlussendlich vorliegt ist ordentlich, aber es gibt Tausende Krimis, die auf gleichem Niveau sind.
Was "Am Abend des Mordes" für mich zu einem großen Lesevergnügen machte sind daher auch weniger krimispezifische Qualitäten als vielmehr allgemein literarische. Ich finde, Nesser geht sehr einfühlsam und liebevolle mit seinen Protagonisten um. Es sind sensible Portraits, die hier von Gunnar Barbarotti, seiner Kollegin und engen Freundin Eva Backmann und Ellen Bjarnebo, der "Schlächterin" gezeichnet werden. In Rückblenden beleuchtet der Autor immer wieder in die eigentliche Handlung eingestreut, was sich 1989 und schließlich 2007 tatsächlich abgespielt hat und warum es so kam. Wie Gunnar Barbarotti von seiner Trauer belastet und schlussendlich mit ihr umgeht wird aus meiner Sicht derart klug und lebensnah geschildert, dass ich zwischendurch mal überlegt habe meinen Psychotherapie-Patienten, die eine Trauersituation zu bewältigen haben zur Lektüre dieses Krimis zu raten. Ich bin schlussendlich davon abgekommen, da das Thema schlussendlich doch sehr auf Barbarotti zugeschnitten behandelt wird. Aber dennoch: es ist extrem gut gemacht, denke ich. Ansonsten: ich lese Nesser einfach gerne. Die kleinen ironischen Bemerkungen, die er (und sein Übersetzer) ständig irgendwo unterbringen, kleine lustige Skurilitäten, die sich durch die Handlung ziehen, das macht einfach Spaß es zu lesen, weil es nicht nur irgendwie auf Klamauk aus ist, sondern einfach die Atmosphäre zwischendurch immer auflockert. Auch die Mischung zwischen ernsten und heiteren Passagen bzw. Passagen, die beides enthalten, machen dieses Werk zu einem typischen Nesser und damit zu einem exzellenten Buch. Nesser hat angekündigt, Barbarotti seiner Wege ziehen zu lassen, so dass es keine Fortsetzung geben wird. Das ist schade. Ich finde, gerade jetzt haben Nesser und seine Hauptfigur erst so richtig zueinander gefunden. Aber gut, vielleicht gilt der gute alte Spruch, man soll aufhören, wenn es am schönsten ist. Ich bin gespannt was danach kommt!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Barbarotti ermittelt, 15. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Am Abend des Mordes: Roman (Taschenbuch)
Diesmal stimmt die Werbung zu diesem Buch wirklich. Es ist wirklich Barbarottis persönlichster Fall. Wobei dies nicht unwesentlich daran liegt, dass er morgens neben seiner Frau aufwacht und feststellt, dass sie kalt und tot ist. Eine unheimliche Vorstellung, die man keinem wünscht. Und die Trauer und die Verarbeitung dieses Verlusts ziehen sich wie ein roter Faden durch das Buch. Barbarotti wächst daran irgendwie und verarbeitet seinen Schmerz auch mit der Lösung des verzwickten Falles einer mutmaßlichen Ehegatten-Mörderin.

Eva Backmann versucht derweilen einen eigenen Fall zu lösen und man fragt sich, ob die Fälle nicht doch zusammenhängen. Wie immer macht es Spaß, einen Nesser-Roman zu lesen. Er versteht es, den Leser von der ersten Seite an in die Geschichte hineinzuziehen und dann so zu fesseln, dass man es nicht mehr aus der Hand legen möchte. Auch dieser roman besticht nicht durch Blutigkeit und Brutalität sondern durch Raffinesse, Seelenforschung und Recherchearbeit der Ermittler. Eine angenehme Mischung, die sich wohltuend aus dem Krimi-Genre hervorhebt, welches oft etwas platt und nichtssagend ist.

Die Handlung ist dicht gewebt und spannend verschachtelt. Man rät mit den Ermittlern mit, leidet mit Barbarotti und freut sich an seinen Erfolgen. Ich hoffe sehr, dass dies nicht wirklich der letzte Fall ist, da mir die Charakter ein bisschen ans Herz gewachsen sind. Wobei natürlich auch was Neues von Nesser was für sich hat. Volle Punktzahl von mir.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein alter Fall und neue Trauer, 12. Dezember 2012
„ 1. Warum beschäftige ich mich überhaupt mit diesem Fall? (Diesen Fällen)
2. Warum bekomme ich keinen Kontakt zu Ellen Bjarnebo?
3. Was geschah wirklich mit Arnold Morinder?
4. Ist tatsächlich denkbar, dass er noch lebt?
5. Habe ich in den Gesprächen, die ich trotz allem geführt habe, etwas übersehen?
6. Welche Maßnahmen sind im Weiteren zu ergreifen?“

Sechs Fragen, die sich Inspektor Gunnar Barbarotti mitten in den Ermittlungen stellt, bei denen er einfach nicht wirklich weiterkommt. Und das liegt nicht nur an dem Schock, den ihm der Tod seiner Frau mit auf den Lebensweg gegeben hat. Marianne lag eines Morgens kalt und tot neben ihm im Bett und das ist noch nicht lange her. Hat ihm sein Vorgesetzter die Untersuchung eines unaufgeklärten Falles nur deswegen aufgetragen, um ihn abzulenken, ihn ein wenig wieder auf den Arbeitsalltag vorzubereiten oder gab es wichtige, andere Motive für diese Aufgabe?
Selbst diese Frage bekommt Barbarotti nicht geklärt, denn sein Vorgesetzter hat seit Tagen keine Zeit, ist nicht greifbar, um ihm diese Frage überhaupt zu stellen.

So wendet sich Barbarotti an den Herrgott, was seine Trauer angeht, an die 5 Kinder in seiner Patchworkfamilie, um gegenseitig Halt zu finden, an Eva Brackhaus, seine Kollegin (und Jugendfreundin) um das alles zu verarbeiten und als Hilfe für diesen vertrackten Fall (wobei diese mit eigenen Ermittlungen zum Gifttod eines rechtslastigen schwedischen Politikers eigentlich genug zu tun hat).
Und er wendet sich an all jene, deren Namen er in den alten Ermittlungsakten findet.

Arnold Morinder scheint eines Tages vor 5 Jahren mit seinem Moped einfach weggefahren zu sein. Weg von allem, weg von seiner Ehe. Einer Ehe mit jener Ellen Bjarnebo, die als verurteilte Mörderin eine Haftstraße hinter sich gebracht hat. 20 Jahre her ist dieser Mord an ihrem ersten Mann Helge, den sie fachgerecht zerstückelt einfach in Tüten im Wald hinter dem Hof abgelegt hatte. Natürlich wurde die Polizei hellhörig, dass wieder ein Mann dieser Ellen verschwunden ist. Aber da keine Leiche gefunden wird, kann der Fall nicht abgeschlossen werden. Und nun ist Gunnar Barbarotti auf der alten und kalten Spur.

Nesser erzählt seine Geschichte langsam und gründlich und legt seinen Schwerpunkt auf die innere Befindlichkeit und innere Entwicklung aller seiner Personen, vor allem aber der des Gunnar Barbarotti im Schock der Trauer.
Wie nebenbei lässt er zudem aus der Perspektive der verurteilten Ellen Bjarnebo die Geschichte damals auf dem Hof mit einfließen und wendet sich auch in dieser Perspektive der psychologischen „Innenseite“ zu.
Nicht um Action oder Spannung somit geht es in diesem ruhigen Thriller, sondern um Personen in allen Facetten, um Irrtümer und Glauben, um innere Not und Stärke.

Trübe von allen Seiten zunächst stellt sich die Atmosphäre dar. Trauer bei Barbarotti, Trennung bei Eva Brackhaus, Gewalt und Unterdrückung vor 20 Jahren erlebte Ellen Bjarnebo, plastisch und intensiv vermittelt Nesser das Innenleben seiner Protagonisten und nimmt sich viel, viel Zeit und Anlauf. Erst nach deutlich mehr als 100 Seiten tauchen erste Ahnungen beim Inspektor und beim Leser auf, in welche Richtung ungefähr eine Erklärung all des Vorgefallenen zu finden sein könnte. Aber auch diese Ahnungen werden hier und da trügen, so dass, trotz der gründlichen Darstellung und dem ständigen „up to date“ sein des Lesers die eigentlichen Auflösungen voller Überraschungen stecken werden. Bis zum Motiv hinunter, warum Barbarotti überhaupt auf diese alten Fälle angesetzt wurde.

Hakan Nesser legt wieder einmal einen psychologisch stimmigen und in der Atmosphäre dichten, ruhig erzählten Thriller vor, der den Leser Seite für Seite langsam, aber sicher, in den Bann zieht und nicht so schnell wieder loslässt.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Süchtig nach Hakan Nesser, 13. April 2014
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Am Abend des Mordes: Roman (Kindle Edition)
Das Denken und Fühlen der Menschen, die Sehnsucht nach einem erfüllten Leben, die Auseinandersetzung mit dem Nichtsichtbarem sind seine Themen. Das Kriminalistische erfüllt meine Ansprüche auf Spannung vollkommen , ist auf hohem Denkniveau und gut integriert. Seine Sprache hebt sich wohltuend von vielen Schreibern seiner Zunft ab.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 211 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Am Abend des Mordes: Roman
Am Abend des Mordes: Roman von Håkan Nesser (Taschenbuch - 10. März 2014)
EUR 9,99
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen