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am 27. August 2012
Eine Familiengeschichte, die 1902 in Brody (Galizien) beginnt und über New York, Wien und Moskau bis ins Berlin der Nachwendezeit führt. Eine Geschichte voller Not, Entbehrungen, rassistischer und politischer Verfolgungen und tragischer Schicksale. Doch so fesselnd der stoffliche Gehalt ist, so erkennbar großartig recherchiert vor allem die Zustände in den Armutbezirken Wiens vor und nach dem Ersten Weltkrieg sind, was diesem Roman seinen Rang verleiht, ist die ungewöhnliche Darstellungsform: Jenny Erpenbeck erzählt das Leben ihrer Hauptfiguren gleichsam in Alternativversionen: An bestimmten Wendepunkten ihrer jeweiligen Viten stellt sie dar, wie alles hätte anders kommen können.
Es beginnt damit, dass ein 17-jähriges jüdisches Mädchen Johann heiratet,einen "Goj", einen Christen, der als k.uk. Beamter der Galzisischen Eisenbahn immer in der elften, untersten Geahltsklasse bleiben wird. Die Ehe beginnt vielversprechend, voller Erotik und Innigkeit. Doch dann erleidet Johanns erste Tochter den plötzlichen Kindstot. Er wandert in seiner Verzweiflung nach Amerika aus, die junge Frau, die er im Stich gelassen hat, arbeitet indes in einem Lebensmittelladen, gibt sich einem Offizier hin, der sie - was sie natürlich nicht beabsichtigt hatte -nach und nach zur Prostituierten macht.
Ein Schreckensmoment verändert so das ganze Leben von zwei Menschen. Doch was wäre, wenn die junge Mutter in jener verhängnisvollen Nacht die Eingebung gehabt hätte, unmittelbar nachdem sie merkte, dass die Atmung ihres Kindes aussetze, eine Handvoll Schnee von dem Fenster zu nehmen, das Kind einzureiben und so durch die Schockwirkung wieder zum Atmen zu bringen? Erpenbeck erzählt diesen ganz anderen Lebensentwurf, der dann Wirklichkeit würde, mit der gleichen Intensität. Diese Ausblicke in eine mögliche parallele Existenz wird sie im Verlauf des Buches noch dreimal an entscheidenden Wendepunkten der Geschichte wagen.
Dieses poetische Verfahren ist nicht neu. Eric Emanuel-Schmitt hat es seinem hierlande erst 2008 veröffentlichten
Buch "Adolf H. Zwei Leben" probiert, Rana Dasgupta hat es 2009 in seinem großartigen Roman "Solo" gestaltet, und hier findet es auf wieder andere Art Verwendung. Man könnte dahinter eine Spätfolge der strukuralistischen Philosphie (Lacan, Foucault) vermuten, die bekanntlich den Begriff des autonomen menschlichen Subjektes völlig auflöste, aber mir scheint es eher eine Verteidung des Zufälligen, eben des Schicksalhaften zu sein, das wir im Zeitalter der totalen Medialisierung, wo man sein eigenes Leben noch in einer Zeitleiste sozusagen objektiviert und normiert, auszuschalten versuchen.

Ein solches poetisches Verfahren könnte schnell papieren, künstlich wirken. Doch dieser Gefahr entgeht "Aller Tage Abend" mühelos. Das liegt an der ebenso bildhaften wie lebendigen Sprache, an der Eindringlichkeit, mit der z.B. die Leiden einer jungen Kommunistin in den 30er und 40er Jahren dargestellt werden (hier entscheidet der Zufall, etwa der erste Name des Nachnamens, über Leben und Tod!)und auch an den vielen besonderen Beobachtungen. Wenn Jenny Erpenbeck etwa in der Zeit unmittelbar nach dem Fall der Mauer die Verwirrung der Menchen bechreibt, die sich plötzlich einem Riesen-Warenangebot ausgesetzt sehen, und anmerkt: "Man sieht es den Leuten hier an, dass sie daran gewöhnt sind, in schnellen Autos zu fahren ... und keinen Grund haben zu zögern, bevor sie beim Kellner ein Glas Prosecco zum Frühstück bestellen."
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TOP 500 REZENSENTam 8. Januar 2013
Wer hätte sich nicht schon des Öfteren gefragt, wie sein Leben abgelaufen wäre, wenn ihm dieses und jenes nicht widerfahren wäre? Meist imaginiert man dabei positivere Verläufe der eigenen Biografie und vergisst, dass alles noch hätte viel schlimmer kommen können. Zwischen diesen Trassen der reinen Möglichkeit entwirft der vorliegende Roman ein faszinierendes Vexierspiel von was wäre gewesen, wenn..." am Beispiel einer jungen Frau, der die Autorin mit Hilfe der literarischen Einbildungskraft dazu verhilft, ihren eigenen Tod gleich viermal zu überleben.

Der Roman beginnt im Jahre 1902 in Galizien gleich mit dem ersten Tod. Die weibliche Hauptfigur ist gerade im Alter von nur acht Monaten gestorben. Der Vater verzweifelt über diesen Verlust und wandert nach Amerika aus, seine Frau sinkt zur Prostituierten herab.
Dann die Überraschung. In einem Intermezzo" wird zunächst im Konjunktiv von einem Überleben des Babys durch die rettende Tat der Mutter und damit einer gänzlich anderen Weiterentwicklung der Familiengeschichte fabuliert, die im 2. Kapitel entfaltet wird. Wir befinden uns nun im Wien der Nachkriegszeit unmittelbar nach dem Zusammenbruch der Donaumonarchie. Die im ersten Teil als Baby verstorbene Tochter ist inzwischen ein junges Mädchen und kämpft mit ihrer Familie inmitten eines schockierend eindringlich beschriebenen Versorgungselendes um das nackte Überleben. Als auch noch Liebeskummer hinzukommt, begeht die junge Frau - verleitet durch einen liebesbekümmerten jungen Mann - Selbstmord. Wir schreiben das Jahr 1919.
Im zweiten Intermezzo wird über die zahlreichen Zufälligkeiten räsoniert, die zum Selbstmord der jungen Frau geführt haben. Ein einzige Detail zu wenig, und der Selbstmord hätte nicht stattgefunden. So also überlebt die junge Frau, tritt im 3. Kapitel in die kommunistische Partei ein und flieht in den Dreißiger Jahren vor dem Nationalsozialismus in der Sowjetunion. Obwohl sie viele Unschuldige der stalinistischen Mordmaschinerie hat zum Opfer fallen sehen, obwohl ihr eigener Mann verhaftet wurde, wird die inzwischen als Literatin bekannt gewordene "Genossin H". am Kommunismus nicht irre. Vergebens - sie wird in ein sibirisches Arbeitslager verschickt, wo sie elend erfriert. Wir schreiben das Jahr 1941.
So wäre es gewesen, wenn nicht, ja wenn nicht einer der zahlreichen kommunistischen Henkerbürokraten ihre Akte immer nur auf die linke, die Todesseite gelegt hätte. Nun legte aber einer dieser Henker ihre Akte auf die richtige Seite (Intermezzo3), sodass sie als Überlebende der Säuberungen nach dem 2. Weltkrieg aus der UdSSR in die DDR übersiedelt, wo sie Ulbricht-Staat literarisch reüssiert. Um 1960 ist sie die Treppe heruntergefallen und gestorben.
Das vierte Intermezzo deutet nur kurz an, wie leicht der Treppensturz hätte vermieden werden können. Also lebt die Genossin H weiter und erlebt als uralte Frau 1989 die Verwandlung des "Ostvolkes" in ein "Westvolk". Der literarische Rum der Parteischreiberin, die noch kurz vor dem Mauerfall den höchsten Literaturpreis der DDR erhalten hatte, verschwindet mit den Staatsverlagen. Umgeben von uralten und kranken Menschen beginnt ihr im Altenheim die eigene Erinnerung zu entgleiten, sie fühlt sie sich "eingesperrt in ihr Alter wie in einem Gefängnis" (259) und stirbt einen Tag nach ihrem neunzigsten Geburtstag im Jahre 1992. Damit endet das Buch.

Erzählt wird der Roman in einer besonderen, raunenden Art - fast so, als würde der Rabbi an der Gebetsmauer eine unendliche Folge von Haupt-, Halb- und Nebensätzen von sich geben - die Sprache besitzt etwas litaneienhaft Klagendes, was allerdings die Inhalte, die geschildert werden, auf eine frappierend eindringliche Weise verdeutlicht. Immer wieder wird der Text unterbrochen (man könnte auch sagen: überhöht) durch Passagen mit regelrechten poetischen Anrufungen - etwa über das Alleinsein ( S. 236), die Angst (S.261f.) oder die Welt am anderen Ufer (S.281). Darüber hinaus ist das Buch voller kurzer, fast aphoristischer Anmerkungen, die viel zu schade zum Überlesen sind. "Mit der Scham also musste man sich das Leben in Freiheit erkaufen", heißt es auf Seite 50,"oder bestand eben darin die Freiheit, dass die Scham hier nichts mehr galt?" Oder an einer anderen Stelle."Merkwürdig, denkt er, dass man ausgerechnet den Ort als toten Winkel bezeichnet, der einem, um etwas erkennen zu können, zu nah ist."(S.236).
Soweit die Sprache. Wie aber ist die Umsetzung des außergewöhnlichen Plots inhaltlich gelungen? Vor allem im ersten und zweiten Kapitel werden - eben durch das fiktive Überleben der Hauptperson - tatsächlich differente Entwicklungsgänge beschrieben, was dem Leser durch die Brechung der Betrachtungsebenen ein reizvolles und neuartiges Leseerlebnis beschert. Ab dem dritten Kapitel aber wird die Grundidee des Buches merkwürdigerweise nicht mehr so konsequent angewendet wie in den beiden ersten Kapiteln - die Technik der "Intermezzi" nutzt sich ab, und der Roman verwandelt sich von einer Fabel von fünf sich überlagernden Leben in eine Sammlung von Kurzgeschichten, die immer weniger miteinander zu tun haben, je mehr sich der Roman dem Ende nähert. Auch die inhaltliche Intensität, die das Buch in den ersten beiden Kapiteln auszeichnete (meisterhaft: die Schilderung des Überlebenskampfes im Nachkriegs-Wien auf S. 103 und anderswo), lässt im dritten Kapitel nach, um im vierten und fünften Teil dann vollends abzuflachen. Mich jedenfalls hat spätestens ab dem vierten Teil, in dem die Genossin H. zur Staatsdichterin wurde, das Interesse an der Figur verlassen. Wenn sie wirklich so reflektiert war, wie es dem Leser der erste Teil des Romans nahe gelegt wurde, muss ihr doch spätestens in Moskau oder Ostberlin die Negierung der kommunistischen Ideale durch die kommunistische Praxis zum Problem werden. Aber nichts davon. Am Ende ist sie eine schrullige Tante, die (übrigens ebenso wie ihr Sohn) das Alltagsleben im Oststaat vorsichtig verklärt.
Besonders gelungen finde ich dagegen die Behandlung des Antisemitismus in dem vorliegenden Buch. Ihre Herkunft, "in die sie eingesperrt war wie einen Käfig"(S.96) ist die Schneise, die ihr den Lebensweg nach Moskau und Ostberlin bahnt und damit eine jeder Notwendigkeiten, über die der Zufall, der ihr die vier Leben bescherte, gerade keine Macht besaß.
Man sieht, ein komplexes Werk, an dem man das eine oder andere kritisieren kann, was seinen Rang aber nicht mindert. Die Autorin hat inmitten des literarischen Allerleis ein markantes Werk mit einem außergewöhnlichen Plot und einer unverwechselbaren Sprache geschaffen, das die Lektüre auf jeden Fall lohnt.
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TOP 500 REZENSENTam 10. Oktober 2012
So sehr das neue Buch von Jenny Erpenbeck von Kritikern und dem Feuilleton in den Himmel gelobt werden mag, so sehr kann man sich ebenso fragen, ob das denn die Leser auch so empfinden oder nicht. Für mich eine anspruchsvolle Lektüre mit brillant geschriebenen Passagen und ebenso etwas hölzerne und spröde Sätze die sich einem quer aufdrängen und alles andere als begeistern. Selten eigentlich, hatte ich den Eindruck beim Lesen, dass zumindest dieses Buch irgendwie völlig durchgeplant ist, für mich wirkte dabei manches allzu konstruiert, fast ein wenig künstlich, so dass ich beim Lesen, so etwas wie Esprit, einen freudvollen Lesefluss oder gar Genuss vermeintlich gesucht und letztendlich eben dann doch vermisst habe. Jenny Erpenbecks Buch kreist um Lebensverläufe, denen sie angesichts des Todes / Sterbens verschiedene Varianten und Möglichkeiten entgegensetzt, als ob man beim Zeitpunkt des Lebens noch mal alles zurück drehen könnte, um eben dann einen anderen Verlauf zu ermöglichen.

"Am Ende eines Tages, an dem gestorben wurde, ist längst noch nicht aller Tage Abend." Dieser Satz zieht sich im Grunde wie eine Hauptbotschaft durchs ganze Buch, denn natürlich wird hier viel gestorben, nur dann beginnt Jenny Erpenbeck gegen den Tod wie anzuschreiben, sie will es richtiggehend mit ihm aufnehmen. Da liegt ein verstorbener Säugling anfangs des Romans, und wird zu Grabe getragen, da wird der Ehemann der Grossmutter von Polen regelrecht abgeschlachtet und als eine ältere Tochter von Zweien, lässt sich von einem Medizinstudenten in den Kopf schiessen...Der Leser begibt sich zwischen die Fronten, nämlich der Reaktionen der zurückgebliebenen und den letztendlichen Annahmen und Mutmassungen einer Jenny Erpenbeck, die mit "was wäre wenn".... beginnen...um eben in andere vorstellbare Lebensverläufe hinein zu gehen. Das ganze ist in 5 aufgeteilten Büchern chronologisch aufgeteilt. Denn mit jedem Buch erscheint die verstorbene Hauptprotagonistin wieder, jeweils einen guten Lebensabschnitt älter, wobei das Ganze manchmal ein wenig konfus wirkt und man achtgeben muss, noch den Überblick zu behalten oder nicht zu verlieren... Fünf Leben, fünf Abschnitte, die dann letztendlich ein Leben ergeben sollen, irgendwo zwischen 1919 und 1989 angesiedelt.

Eine jüdische Grossmutter, die von Galizien nach Wien flüchtet, wie erleben 1. Weltkrieg, Russland, Kommunismus, DDR und Deutschland wo wir irgendwann im Pflegeheim landen. Mord, Totschlag, Hitler, Armut, Hunger, Krieg, Diktatur, Leid, Sozialismus, Kommunismus, das volle Programm.

Hier ein paar Sätze, die mich dann doch stutzig gemacht haben:

"Ich habe, sagt sie, meine Angst vor dem Werdenden nicht gescheitert. (..) Weisst Du, ich möchte leben und ich kann nicht. (..) Ihr Körper ist eine Stadt. (..) Irgend ein Tod wird schon der auch dann der Tod sein. (..) Wachse, werde alt, und wenn die Leiche fertig ist, dann geht's ans Sterben? (..) Am nächsten Morgen ist seine Mutter immer noch tot. (..) Im negativen Bereich gegen Unendlich. (..) Das Leben war von da an einfach nur noch das Leben gewesen. (..) Später geht er mit sich selbst aus dem Cafe hinaus." Ich meine: Was sind das für blödsinnige Sätze????

Trotz für mich wirklich gut geschriebener Passagen, konnte mich dieses Buch leider nicht überzeugen, von einem sogenannten "Lesesog" oder gar einer "Begeisterung" war ich vermutlich Lichtjahre davon entfernt. Ein Buch das mich wenig bis gar nicht berührt hat und ich viel eher als beklemmend erlebt habe. Ein nominierter Buchtitel, den zumindest ich schon bald wieder vergessen haben werde, weil er wenig bietet, was mich noch beschäftigen würde...Schade.

Bewertung: 3,5 Sterne.
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am 17. Mai 2014
Ich kann durchaus behaupten, dass das Buch mich phasenweise in den Bann gezogen hat. Doch leider gab es auch Phasen, in denen ich der Geschichte gewaltig überdrüssig wurde. Teils wurde eine erschütternde Familiengeschichte mit Schicksalsschlägen, Antisemitismus, sowjetischer Repressionskampagnen und vielem mehr geschildert. Dann wiederum erkannte ich im gesamten Lesestrang keine nachvollziehbare Struktur. Hier fiel es mir schwer zu verstehen, um wen und in welcher Generation, geht es augenblicklich. In diesen Phasen der Geschichte empfand ich das Buch als bis zum Erbrechen langweilig bzw. abwegig. Oft schaffte die Autorin dann den Bogen wieder und konnte mich dann wieder eine Zeit lang fesseln, denn sprachlich kann man eigentlich nicht meckern. Inhaltlich war es für mich eher dürftig. Auf dem Buchcover wird Andreas Platthaus von der FAZ mit dem nichtssagenden Spruch "Dieses Buch wird bleiben." zitiert. Das Buch mag bleiben, nur halt nicht in meinen bleibenden Erinnerungen.
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Mit "Aller Tage Abend" hat die preisgekrönte Berliner Schriftstellerin Jenny Erpenbeck einen der besten Romane dieses Jahres geschrieben, auch wenn dieser nicht auf der short list für den Deutschen Buchpreis zu finden war. Der Roman führt uns im Jahr 1902 Nach Galizien in das Dorf Brody. Wir stehen am offenen Grab eines Säuglings der im Alter von 8 Monaten erstickt ist. Wir lesen den ersten Satz dieses Romans den die Großmutter zu ihr" gesagt hat:"Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's genommen." Aber das stimmte eigentlich nicht wirklich, denn der Herr hatte viel mehr genommen, nämlich all das, was aus dem Kind im Leben hätte werden können.

Nun gibt Jenny Erpenbeck diesem Leben das nach nur acht Monaten endete vier neue Chancen. Mit einer wahnsinnig faszinierenden Kunstfertigkeit und großartiger Erzählkraft mobilisiert sie unsere menschliche Vorstellungskraft mit der unprätentiösen Fragestellung, was wäre wenn? Immer wieder kann die Hauptfigur dem Tod entkommen. Plötzlich sind wir im Jahr 1919, Wien nach dem Ersten Weltkrieg. Es geht dann mit wichtigen Brüchen weiter durch drei weitere Leben in New York, Moskau und Berlin nach der Wendezeit. Am Ende stirbt die Protagonistin 90 jährig in einem Berliner Pflegeheim.

Das Buch nötigt mir einen großen Respekt ab, denn die Autorin hat sich sehr viel, vorgenommen. Das Buch hat ein interessantes Konstrukt, es ist dieselbe Figur und ich sehe diese Identität sich 90 Jahre lang an verschiedenen Orten, mit fein eingebautem Konjunktiv, entwickeln. Einzigartig, diese Finesse einer Figur immer wieder eine neue Chance zu geben und sich in ihrem Leben dabei neu entfalten zu lassen. Das Buch hat ein kluges Konzept, jedes Detail ist atmosphärisch dicht beschrieben, in einer intellektuellen Sprache die mit einem emotionalen Kern garniert ist. Immer wieder geht es in diesem nicht klassischen Generationenroman um die simple Lebensfrage, was wäre wenn? Häufig sind es winzige Zufälle, die unser Leben entscheidend verändern. Weil Jenny Erpenbeck diese unterschiedlichen Lebensentwürfe so überzeugend entwickelt, fragt man sich als Leser immer wieder, welches möglicherweise das ideale Lebensende gewesen wäre. Genial gemacht.

Die Autorin erzählt kongenial alle Lebensabschnitte in einem großartig gebauten Erzählkonstrukt, nämlich wie die Figur ihre Identität plausibel entwickelt und, das spielt auch eine große Rolle, wie sie ihr Leben in totalitären Staatsformen gestaltet.

Jenny Erpenbeck schreibt als große Erzählerin in spannungsreicher Art und Weise gegen den Tod an, fokussiert verschiedene Lebensphasen dieser Frau und spiegelt damit gleichzeitig die ganzen Brüche des zwanzigsten Jahrhunderts in einem einzigen Frauenleben. Das fand ich beeindruckend und bewegend.
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am 28. Juni 2013
Gewissensbisse und die Ungewissheit, ob das Leben anders verlaufen würde, wenn man das nicht so gemacht hätte, wie man es hat, gehören zum geheimnisvollen Dasein einfach dazu. In der heutigen virtuellen Welt ist das noch relevanter, wo fast jeder ein imaginiertes digitales Reserve-, besser gesagt Doppelleben führt, man ist es gewohnt auf Neustart zu drücken, falls was schief geht. Wo man nichts riskiert, doch alle Möglichkeiten auskostet, was im realen Leben nicht möglich ist, oder man sich nur der Monotonie hingibt und in der Masse versinkt.

In dem Werk von Jenny Erpenbeck, Aller Tage Abend wird eine Möglichkeit aufgezeigt, dass es nicht nur einen linearen Weg des Schicksals gibt, dass durch das einschreiten des Zufalls, Glücks, des Unvorgesehenen, das Leben einen anderen Zweig einschlägt, der sich als fruchtbarer erweist, als die Hauptvariante. Unser Weilen auf der Erde ist vergleichbar mit einem Baum, dessen Krone mit den Jahren sich in verschiedene Richtungen ausweitet, die verschiedene Länge zeigt unsere Zeit im Diesseits. Es liegt an uns selber und am Glück, welche Abzweigung wir nehmen, bzw. uns ermöglicht wird.

Der ganze Roman, in all seiner Breite, schließt pränatales Leben von der Hauptfigur, bis zum ihrem Tod und darüber hinaus ein, denn postmortale Geschichten gibt es viele, fünf insgesamt, wo die letzte die beste Abrundung erfährt. Die einfach verständliche Sprache lässt einen tief in die Geschichten eintauchen, denn in diesem Werk ist nicht das Ende wichtig, sondern allein die Art und Weise des Erzählens, die Geschichte selbst, welchen Nutzen man daraus ziehen kann und was die Lehre davon ist. Im Laufe unseres Lebens gerät man an vieles, doch man lernt niemals aus, deshalb bereichert dieses Buch manche Seelen, denn die Erfahrungen findet man normalerweise nicht, die erfährt man mit Mühen. Durch die sinngemäße Verflochtenheit des Leidens und Lebens der Hauptfigur ist man in der Lage mit der Protagonistin mitzufühlen, denn man bekommt den Hintergrund an jeder Spalte dazu geflochten.

An manchen Stellen verliert man den Überblick, wie was passiert ist, was in der Vergangenheit dazu geführt hat, doch stets ist eine Rückblende zur Stelle, um Einschübe oder Erklärungen vorzuweisen. Die detaillierte Wiedergabe der Umgebung und der Umstände festigt nur die Authentizität des Romans, deshalb hat es den Anschein eine wahre Geschichte zu sein. Es werden viele Wiederholungen eingesetzt, um den Leser klar zu machen, das könnte sich wirklich so abgespielt haben, oder die Situation zu verdeutlichen und jedes Misstrauen an die Geschichte zu zersplittern. Lieber Gott, lieber Gott, den wir Vater heißen, wenn du uns schon Zähne gabst, gib uns auch was zu beißen. Was an die Nachkriegszeit 1919 und an die Hungersnot der Bevölkerung erinnert. Vielleicht ist es aber auch eine Tatsache, dass die Menschen in Not jegliches Mitgefühl verlieren und nur die überleben, die Gefühllos um ihr Leben kämpfen?

Der allwissender Erzähler lässt nichts aus, auch die politische Lage nicht, erst die der Österreichischen Monarchie, in der die Protagonistin ihren ersten Atemzug machte, ihre politische Engagiertheit in der roten Partei, und ihre spätere Migration nach Russland, die dann weiter nach Berlin führt. Wegen der Beschreibung ihrer literarischen Auszeichnungen, bekommt man den Eindruck, sie sei eine reale Person, oder man sich wünscht es sich.

Obwohl sie eine rothaarige Jüdin ist, dessen Problematik die Autorin auch am Anfang thematisiert und bruchhaft an manchen Stellen auf die Oberfläche rinnen lässt, gelingt es ihr sich ihren Weg zu erkämpfen. Nicht üblich ist es auch, dass der Wohnung und den Möbeln in ihrem heimischen Wien eine eigenen Gedankenzweige gewidmet sind. Jedes Stück hatte eine Bedeutung und Vergangenheit, wie die Standuhr und die Goethe- Bücherreihe, die einen Schlag von dem Stein bekommen hat, von dem ihr Vater auf grausame Weise getötet wurde. Dadurch wird dem Leser ihre Verbundenheit mit ihren Wurzeln, ihrer Heimat klar.

Der Roman wirkt auf den Leser durch seine scheinbare Schlichtheit überraschend, denn man wird auf Umwegen, dem Ende entfliehend, auf den längsten Weg gelenkt, der durch den fassettenreichsten Wald des Lebens führt. Erst dann wird man sich seiner Endlichkeit bewusst, wenn man auf sein eigenes Leben zurück blickt und Abzweigungen entdeckt, die zum anderen Ergebnis führen könnten. Wenn das passiert, kann man nur über die Fähigkeiten der Autorin staunen. Nennt man es Schicksal oder nur glückliche Aneinanderreihung von Ereignissen, letztendlich hat jeder einen Zweck auf dieser Erde zu erfüllen.
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am 7. Januar 2014
Zufall bestimmt unser Leben, und das gilt nicht nur für die Mutationen in der Darwinschen Theorie, sondern auch für unser Schicksal, den Tod eingeschlossen. «Was wäre wenn» lautet die Kardinalfrage, der Jenny Erpenbeck in ihrem Roman nachgeht, denn auch wenn gestorben wird an einem Tage, so ist doch längst noch nicht «aller Tage Abend». Der Modus einer als unwirklich hingestellten Annahme, der Irrealis also, dient hier als Mittel zum Zweck, in fünf Bücher gegliedert erlebt der Leser nämlich entsprechend viele Varianten des Lebens einer jeweils identischen Protagonistin. Einen Triumph des Konjunktivs, ein faszinierendes Spiel mit den Möglichkeiten erleben wir in diesem erstaunlichen Plot, bei dem unverkennbar das Leben von Hedda Zinner, hoch dekorierte DDR-Schriftstellerin und Großmutter der Autorin, als Anregung gedient haben dürfte.

Die anschaulich geschilderte Lebenswelt galizischer Juden ist der geschichtliche Hintergrund des ersten Buches, in dem ein 1902 geborenes Mädchen noch im Säuglingsalter plötzlich an Atemstillstand stirbt. Durch die zwischen die Kapitel geschalteten Intermezzi werden Alternativen für das Geschehen aufgezeigt, hier also wird die Frage aufgeworfen, wie wäre die Geschichte weitergegangen, wenn durch eine beherzte Schockbehandlung die Atmung wieder eingesetzt hätte? Das erfahren wir im zweiten Buch, wo wir sie als junge Frau im Wien des Jahres 1919 wiedertreffen, sie wird Mitglied der Kommunistischen Partei und fristet mehr schlecht als recht ein karges Leben, das gewaltsam durch Mord auf Verlangen endet. Nach dem zwischengeschalteten Intermezzo erleben wir sie als Siebenunddreißigjährige im dritten Buch in Moskau, wohin sie sich als inzwischen verheiratete Kommunistin mit ihrem deutschen Mann geflüchtet hat. Sie stirbt in russischer Gefangenschaft nach einem grotesken Justizverfahren, bei dem das Urteil von vornherein feststeht. Als angesehene Schriftstellerin erleben wir sie im real existierenden Sozialismus der DDR anschließend wieder, dem Arbeiter- und Bauernparadies auf deutschem Boden, wo sie als Sechzigjährige sehr profan durch einen Sturz auf der Kellertreppe stirbt. Im fünften Buch schließlich sehen wir sie nach der Wende als demenzkranke greise Dame im Altersheim wieder, wo sie ihre letzten Tage verbringt und schließlich stirbt.

Ein allwissender Erzähler, aus häufig wechselnder Innensicht der verschiedenen Personen berichtend, spiegelt in diesem Roman die Brüche eines ganzen Jahrhunderts in einem einzigen Frauenleben wieder. Der historische Kontext ist stets präsent in diesem Roman, die Österreichische Monarchie zunächst, die Aktivitäten der Kommunistischen Partei im Wien der Zwischenkriegszeit, der Aufstieg der Nazis, der Stalinismus in Russland, die Realität eines zweiten deutschen Staates nach dem verlorenen Weltkrieg, die Wiedervereinigung schließlich. Viele Figuren der Erzählungen bleiben namenlos, werden allenfalls nach ihrem Verwandtschaftsgrad als Mutter, Tochter, Vater, Mann oder auch nur mit den Anfangsbuchstaben ihrer Namen bezeichnet, was an Usancen der Geheimdienste erinnert.

Das Ganze erscheint mir arg konstruiert, es ist außerdem melancholisch auch ziemlich überfrachtet, emotional strapaziös jedenfalls, fast depressiv machend. Durch das Verwirrspiel mit den Figuren wird es zuweilen recht schwierig für den Leser, der Handlung zu folgen. Die Sprache ist teilweise hölzern und an manchen Stellen schlicht absurd, mir fehlte gelegentlich jedes Verständnis dafür, Sammler von Stilblüten hingegen dürften ihre helle Freude daran haben. Ein äußerst fragwürdiges Stilmittel in meinen Augen, denn sprachliches Unvermögen darf man wohl ausschließen bei dieser Autorin. Ihr zweifellos ambitioniertes Vorhaben ist misslungen, als Leser wird man wahrlich nicht mitgerissen von dieser Geschichte, und von den wenigen darin enthaltenen philosophischen Gedanken auch nicht wirklich bereichert. Schade eigentlich!
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VINE-PRODUKTTESTERam 16. Juni 2013
Am Anfang empfand ich den Roman als sehr bedrückend, in der Mitte hat er mich seitenweise gelangweilt und am Ende total gefesselt.
Ein Durchspielen verschiedener Todeszeitpunkte ein und derselben Person - wäre sie als Kind gestorben, als Jugendliche, als junge Frau, als Mutter eines siebzehnjährigen Sohnes, als Bewohnerin eines Altenheimes. Warum starb sie, wie erlebte sie den Tod, wie erlebten die Verwandten den Tod. Was passiert danach, was passiert unmittelbar davor ...
Kurze, knappe Sätze, manchmal verlässt Jenny Erpenbeck diese Sprachform und greift zu Satzbruchstücken, Aneinanderreihung von Worten, so wie aufgeschnappt und mit geschrieben, in kürzester Form protokolliert und trotzdem verständlich und vielleicht gerade in dieser Form eindringlicher. Genau wie viele abgehakte, knappe Sätze.
Es gibt Gegenstände, die sich wie ein roter Faden durch den Roman ziehen.
Es gibt Schilderungen, die so präzise nachempfunden sind, dass ich dies als genial bezeichne. Die Beschreibung des Zeitempfindens in einem Altenheim von den Bewohnern. Das ist fantastisch. Es ist erschreckend im Ergebnis, aber faszinierend im Formulieren. Ausdrücken der Gefühle auf höchstem Niveau. Bravo!
Schicksal, Sekunden, Minuten, kleine Entscheidungen, die über Leben und Tod bestimmen können. Das alles wird ausformuliert und vieles ist wieder erkennbar aus Zeiten eigener Trauer.
Ein sehr gutes Buch, um sich mit dem Thema Sterben auseinander zu setzen, der Frage nach Schicksal, der Frage nach Beziehungen.
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TOP 500 REZENSENTam 15. Oktober 2013
Die Rezensionsüberschrift bezieht sich auf den Titel des Romans. Und wirklich hoffe ich, dass in meiner Lesebeziehung zur Autorin Jenny Erpenbeck noch nicht aller Tage Abend ist. Aber ich muss konstatieren, dass ich mit dem hochgepriesenen und gut verkauften Werk nie richtig warm geworden bin. Die Idee ist großartig, Erpenbeck kann hervorragend schreiben und dennoch fand ich nicht hinein in die Welt der Frau Hoffmann, die als Kind stirbt, dann als junge Frau in Wien auf Abwegen gerät und stirbt, nach Moskau in die Welt des Sozialismus, Kommunismus und Regimes flüchtet und dort stirbt, als gereifte Frau einen tödlichen Treppensturz erleidet und schließlich im hohen Alter demenzkrank in einem Pflegeheim entschläft.

Es ist ein Roman über das Mögliche, über den Zufall. Ein Roman, der nicht auf irgendein Schicksal abzielt, sondern beschreibt, an welch dünnem Faden unser Leben letztendlich hängt und von welchen Kleinigkeiten die Frage abhängt, ob es weitergeht. Den einzelnen Kapiteln, die Lebensstationen der Protagonistin beschreiben, gehen Intermezzi voran, in der Erpenbeck das bisher Geschehene umschreibt. Das hat einen ganz deutlich konstruktivistischen Ansatz, der unter anderem auch in zwei Sätzen in der Mitte des Romans deutlich wird: "Durch die Bewegungen, die in der Gegenwart stattfanden, bewegte sich also auch die Vergangenheit. Aber konnte ein Blick auf die Dinge tatsächlich die Dinge selbst verwandeln?" Ein Konstruktivist beantwortet diese Frage mit einem klaren Ja.

Erpenbeck passt ihren Schreibstil der jeweiligen Zeit und der Umgebung an. Und so wird ein im wahrsten Sinne des Wortes sehr zentrales Kapitel, das über die Zeit in Moskau nämlich, für mich schwer lesbar. Ich habe mir eine Pause verordnet mitten im Buch, um die Chance zu erhalten, Begeisterung zu entfalten. Aber es ist nicht gelungen. Das Ende ist sehr leicht lesbar, so einfach wie die Welt in einem Heim mit Demenzkranken überschaubar geworden ist. Aber das ist dann eben auch nicht die beste Passage im Roman.

Es freut mich, dass ich mit dieser Meinung zwar nicht alleine, aber doch in der Minderheit bin. Und Jenny Erpenbeck werde ich sicher wieder lesen, nur nicht sofort im Anschluss.
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am 9. September 2012
Goethe begleitet die Familie in diesem neuen Roman Jenny Erpenbecks. Immer wieder wird Goethe zitiert, oder seine Gedichte und Stücke spielen kurze Rollen in den Leben der Erzählung. Nicht 'im' Leben, sondern 'in den Leben'.
Das Buch steht ansonsten fest in anderer Tradition, nicht Goethe, sondern Joseph Roth, Arthur Koestler, Danilo Kis, und ist insofern vielleicht etwas weniger originell als ihre früheren Bücher, besonders die Heimsuchung und das Wörterbuch. Allerdings geht sie in wörtlichem Sinn weiter als diese Vorfahren. Ihre Geschichte erstreckt sich ins geteilte und wiedervereinigte Deutschland.

Unsere Protagonisten durchleben verschiedene Leben. Aufgeteilt in 5 Stationen, unterbrochen durch erklärende Intermezzi. Wir beginnen 1902 in Brody, Galizien. Über Wien 1919 wandern wir nach Moskau 1938, die DDR 1962, und Gesamtdeutschland 1992.
Die Hauptperson stirbt fünfmal. Als Baby am Krippentod, als Neunzigjaehrige am Altsein. Fuer die Zwischenstufen findet Erpenbeck ebenfalls zeit- und altersgerechte Todesarten.

So gesehen handelt es sich um die Lebensgeschichte einer einzigen Frau.
Und wir muessen sehen, das Fazit ist nicht gut. 'Und dann ist es so armselig geworden. Wir haben versucht, alles zu machen, aber wir haben es falsch gemacht.' So denkt Frau Hoffmann einen ihrer letzten Gedanken.

Komplex strukturiert und emotional strapaziös.
Sollte Erpenbeck den deutschen Buchpreis gewinnen, für den sie nominiert ist, wäre ich erstmals voll mit dem Urteil der Jury einverstanden.
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