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am 12. November 2012
„Im Schlafzimmer lag Sol-Britt Uusítalo auf dem Rücken in ihrem Bett. Die Augen standen offen, der Mund ebenfalls. Die Zunge hing halb aus dem Mund“.

Und, wie sich herausstellen wird, die Frau in der kleinen, schwedischen Stadt Kiruna ist keines natürlichen Todes gestorben. Eine Heugabel wurde mehrfach hart in sie hineingestoßen. Hundertfach, fast. Dies aber wird sich erst ein wenig später herausstellen, nachdem Rebecka Martinsson als Staatsanwältin fürs erste die Ermittlungen verantwortlich übernommen hat, nachdem die Polizistin Anna-Maria Mella mit ihrem Team Nachforschungen beginnt, anzustellen. Nachforschungen, die nicht recht von der Stelle kommen, denn der vermeintliche Augenzeuge der Tat, der siebenjährige Marcus, Enkel des Mordopfers, scheint traumatisiert. Lieber versteht er sich als Wildhund und schläft mit Vera, der sensiblen Hündin, in der Hundehütte des Polizisten Krister Ericksson. Der alles dafür tut, das Kind wieder zu sich zu bringen und feststellen muss, dass Marcus selbst in Gefahr steht.

Marcus Vater, Sohn von Sol-Britt starb drei Jahre zuvor bei einem Autounfall. Marcus Urgroßvater, Sol-Britts Vater, wurde vor nicht allzu langer Zeit von einem Bären verspeist. Zumindest fand man seine Überreste im Magen des Bären, nachdem dieser erlegt wurde.
Alles Zufall? Oder hat da jemand sehr konkret etwas gegen die ganze Familie?

In dieser kleinen Stadt voller verborgenen Lebens hinter den Fassaden der Gesichter. Krister Ericksson wurde als Kind verbrannt und trägt massive Brandnarben, doch er liebt Rebecka. Die aber hat gerade einen Freund. Nicht mit ganzem Gefühl mehr, aber ob da mehr für Krister möglich wäre? In einer Stadt, in welcher der Alkohol fließt, eheliche Treue nur vordergründig besteht (warum sonst sollte das Wort „Hure“ an der Wand der ermordeten Frau geschmiert worden sein?). Zudem muss Rebecka erst einmal damit fertig werden, dass die Intrigen ihres „Kollegen“ Carl von Post zunächst greifen und ihr der Fall entzogen wird. Von einem Mann, der voller verdeckter Aggression steckt, in dessen Ehe es ebenso nicht stimmt wie in so manch anderen Beziehungen, auf welche die Ermittlungen treffen werden und er sich rabiat seinen Weg zu bahnen gedenkt, egal, welche Opfer das kosten mag (und es wird Opfer seines Verhaltens geben).

Harte Einwohner, raue Sitten, giftige Worte, verborgene Gedanken, Asa Larsson geht in die Tiefe ihrer Charaktere, soweit, dass zunächst fast nur die (von der ganz eigenen Hündin Vera bis hin zum Rotzwelpen hin mit Nebenrollen bedachten) Hunde im Buch vollständig sympathisch wirken, während alle beteiligten Menschen auch ihre Schattenseiten zum Vorschein bringen. Fast alle, denn der kleine Marcus und der entstellte Polizist Krister zumindest wirken rein und aufrichtig. Soweit es ihnen möglich ist.

Ein Klima in der Stadt, dass nicht unbedingt neu ist. Denn schon 90 Jahre zuvor sind die Wurzeln des vorliegenden Falles zu finden. Als Elina Petterson, die spätere Mutter des vom Bären gefressenen rüstigen 90jährigen, Kiruna betritt. Auch sie wird die unglaubliche Härte so manches Bewohners ebenso zu spüren bekommen, wie die entscheidende Schwäche des ein oder anderen „wichtigen Mannes“. Ein Rückblick, den Larsson im Übrigen hervorragend nutzt, um in die Mentalität, die Atmosphäre dieser „dunklen“ Seite Schwedens einzuführen, Entwicklungen aufzuzeigen, die verdeutlichen, dass all die Härten und Schwächen, die Aggressionen und die Ohnmacht ihre tiefen Ursachen haben.

„Denn die Gier wird Euch verderben“ ist kein unbedingt hoch spannender Thriller, aber ein Buch mit genau beobachteten und präzise herausgearbeiteten Figuren (bis hin zu den erwähnten Hunden) in einer real und überzeugend geschilderten, ganz besonderen Atmosphäre, mit einer in sich logischen und folgerichtigen, dennoch natürlich am Ende überraschenden Auflösung des ursprünglichen Mordes.
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Åsa Larsson schreibt außergewöhnlich spannende, bewegende und stimmig konstruierte Kriminalromane. Der vorliegende Band ist der fünfte Teil der Krimiserie um die beiden Hauptfiguren, die Inspektorin und spätere Kommissarin Anna-Maria Mella und die Juristin Rebecka Martinsson. Beide sind sehr unterschiedlich. Anna-Maria Mella ist die mütterliche, pragmatische, dem Leben zugewandte, Rebecka Martinsson die grüblerische, deren fast schon destruktive Ader sie immer wieder in ausgesprochen gefährliche Situationen lenkt. Angesiedelt sind die Fälle im hohen Norden Schwedens in Kiruna. Kiruna liegt noch nördlich des Polarkreises und ist eine kalte Bergbaustadt, die ihre Existenz einer der reichsten Eisenerzminen der Welt verdankt.
Åsa Larssons Geschichten basieren auf ihrem eigenen biografischen Hintergrund. Sie lebte fast 20 Jahre (1970 – 1989) in Kiruna. Auch ist sie in dem Milieu der schwedischen Freikirchen groß geworden, das einige ihrer Geschichten prägt. Dies weil ihr Großvater Erik Larsson nicht nur ein mit einer olympischen Goldmedaille geehrter Langläufer (1936 in Garmisch-Partenkirchen), sondern auch ein stark gläubiger Mensch war, der eine strenge Lebensführung lebte. Die Autorin fand in ihren Jugendjahren selbst einen Weg zu diesem Glauben, von dessen Enge sie sich jedoch später (während des Jura- und Wirtschaftsstudiums und später als Finanzfachanwältin) löste.

Der Stil von Larsson ist besonders. Für den Leser entfaltet sich der Plot nicht wie an einer Perlenkette aufgereiht von außen erzählt, sondern als ein sich nach und nach zusammensetzendes Mosaik, das sich aus den unterschiedlichen Innenansichten, Gedanken und individuellen Handlungsempfindungen der Hauptakteure zusammensetzt. Geschickt schreibt Asa Larsson aus sehr vielen unterschiedlichen Perspektiven, wobei sie nicht nur in der Zeit hin- und her springt. Zum Beispiel denkt eine gerade beschriebene Person an eine Episode in ihrer Vergangenheit und schon wird für ein paar Absätze diese Episode in Gegenwartsform beschrieben. Auch integriert Larsson Besonderes in ihre Geschichte. So ist in Weiße Nacht (2006) die Geschichte einer Wölfin eingewoben. Im vierten Roman (Bis der Zorn sich legt) tritt eine ermordete Taucherin als Ich-Erzählerin auf und ermöglicht so immer wieder eine Darstellung der aktuellen Ereignisse aus der Metaebene eines Beobachters.

In diesem fünften Roman "Denn die Gier wird euch verderben" (2012) wird Rebecka Martinsson, die mittlerweise Staatsanwältin im nordschwedischen Kiruna ist, in einen besonders grausamen Mordfall verwickelt: Eine Frau wird brutal ermordet, ihr kleiner Enkel scheint die Tat gesehen zu haben, ist aber traumatisiert und kann so bei der Auflösung des Falles nicht wirklich helfen. Eingestreut in den heutigen Strang wird immer wieder die Geschichte eines vor langer Zeit begangenen Verbrechens, welches den Schlüssel zum heutigen Mord bereit zu halten scheint.

Auch in diesem Roman geht es Asa Larsson - neben der sich schließlich überraschend auflösenden Krimistory - doch vorwiegend wieder um die Personen, ihre Gefühlswelt und ihre Beziehungen zueinander. Auch werden die Charaktere und Geschichten der Haupt- und Nebenpersonen weiter vertieft.

Jedes der Bücher dieser Krimireihe ist ausgesprochen lesenswertes. Da steht dieses neueste den Vorgängern in nichts nach. 5 Sterne!
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TOP 100 REZENSENTam 21. November 2012
...das ich kaufen und lesen werde. Denn ... platter geht's ja wohl nimmer!
Nein, die Figuren sind mir zu eindimensional geworden - platt wie Schatten.
Rebekka - die "Spinnerin", weil sie ja nach einem schweren Schock in der Klapsmuehle war...
Ihr Verlobter Mans, absolut nicht Manns genug fuer unsere Anti-Heldin...
Krister, die "Teufelsfratze", das Gesicht durch einen Brand total verunstaltet - der immrer hilfsbereite Engel, der Ritter in der weissen Ruestung...
Von Post, Rebekkas Widersacher, ein Klischee wie es schlimmer nicht mehr geht! So eine Figur lechtzte in den 60-er-Jahren B-Filmen der Heldin nach...
Und auch Rebekkas schwacher Vorgesetzter, von ihr liebevoll mehrfach als Schw***lu****er tituliert...
Auf der zweiten Erzählebene das gleiche Bild: Die Urgrossmutter, Lehrerin - das scheue Mädel vom Lande in der "Grossstadt" Kiruna weit oben in Schwedens Norden, der Bergwerksdirektor, der sich unsterblich in sie verliebt, hach... und der verheiratete Vize desselben, der versucht, sich ihr mit Gewalt aufzudrängen, geifer, lechtz ...
Und der liebe Nachbar, die sterbende Mutter, die sich aufreibende Cousine, die Dorfhure... es nimmt kein Ende.

Sicher - die eigentlichen Hauptpersonen sind SUPER gezeichnet: Die Hunde - Vera schwer geschockt, Rotzwelpe in der Pubertäe, Bella, Tintin und Roy treu und lieb ... alle 100% authentisch. Bis sie dann abserviert werden. Und der "Wildhund" Markus, der vom Mord an seiner Oma doch sehr viel mehr mitbekommen hat, als er mit Worten ausdrücken kann. So bellt er denn ...
Denn der Mord - dutzende Male wurde auf sie eingestochen - mit einer Heugabel - ist eigentlich Nebensache. Denn war doch schon der erste Stich tödlich. Ein an die Wand geschmiertes "Hure" soll die Ermittler - für die Leser offensichtlich - auf eine ganz spezielle falsche Spur locken.
Und doch - zu viele Todesfälle tummeln sich in Markus' Familienchronik. Der Opa - vor kurzem von einem Bären zur Hauptnahrungsquelle erwhlt. Der Vater, von einem Fahrerfluechtigen angefahren und sterbend im Graben gelassen.
Und die junge Urgrossmutter ... ermordet auch sie, Jahrzehnte zuvor.
Allerdings zeichnet sich fuer den geübten Krimileser doch zu früh, viel zu früh ein moegliches Motiv ab. Deutet doch alles in eine einzige Richtung. Und das war's dann auch schon. Motiv und Moerder erkannt - Spannung gebannt.
Da kann auch die zweite Handlungsebene, die um den ersten Weltkrieg herum spielt, nichts herausreissen.
Und dann müssen halt wieder die Hunde herhalten - wie immer, wenn unsere Asa schocken will und es mit der eigentlichen Handlung nicht schafft. Und DIESES "Spannungsmoment" hat sie fuer mich nun einmal zu viel angewandt.
Selbst für Abgebrühte tummeln sich - um mich selbst zu zitieren - zu viel tote Hunde in Asa Larsson's Krimi-Chronik.

Wie bereits die Autorin, die von sich selbst spricht am Ende im Nachwort, zitiert wurde: "Ich lüge, schlage Rebekka den Schädel ein und ermorde Hunde ..."
Seltsame Aussage einer rennomierten Krimiautorin, die ernst genommen werden möchte...
Und .. ich tendierte schwer zu 2 Sternen, aber die Hunde haben den dritten verdient!

Nun, für m i c h hat Asa einen Hund zuviel ermordet - den letzten, von dem ich in einem ihrer Bücher in der Zukunft lesen werde. Das Geld kann ich anderswo besser anlegen. Ihre billigen Tricks auf Kosten der Unschuldigen interessieren mich nicht mehr.
Ciao, Asa ...
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VINE-PRODUKTTESTERam 19. November 2012
Mit "Denn die Gier wird euch verderben" legt die schwedische Autorin Asa Larsson nun den 5.Band um die psychisch schwer belastete Staatsanwältin Rebecka Martinsson vor. Der Krimi kann als solches schon eigenständig gelesen werden, aber Rebecka als Hauptperson entwickelt sich natürlich von Band zu Band stetig weiter, so dass eine chronologische Reihenfolge (Sonnensturm - Weiße Nacht - Der schwarze Steg - Bis dein Zorn sich legt) natürlich, wie immer bei solchen Serien, empfehlenswert ist.

Der vorliegende Band ist erneut eine typische Larsson-Geschichte, durchaus blutig, aber auch mystisch und psychologisch sehr ausgefeilt. Eine Frau wird brutal ermordet aufgefunden, ihr kleiner Enkel scheint die Tat gesehen zu haben, ist aber zu verstört, um zu berichten; es stellt sich heraus, dass bereits viele Mitglieder der Familie durch ungewöhnliche Todesfälle ums Leben kam. Während ein Kollege versucht, Martinsson auszubooten, und sie trotzdem auf eigene Faust ermittelt, kommt der kleine Junge, in liebevoller Obhut von Polizist Krister Ericksson und seinen Hunden, dem Kern des Verbrechens langsam nahe ...

Eingestreut in den heutigen Strang ist die Geschichte eines vor langer Zeit begangenen Verbrechens, welches den Schlüssel zum heutigen Mord zu halten scheint. Larsson hält dadurch über das ganze Buch einen enormen Spannungsbogen, man fliegt förmlich durch die Seiten. Erneut spielen die düstere Landschaft Nord-Schwedens und die Tieren, Bären und vor allem die Hunde, eine große Rolle. Larsson hat ein großes Herz für ihre Personen, vor allem für die gequälte Rebecka und den durch Brandnarben entstellten Ericksoon; die psychologische Ausleuchtung der Charaktere sind erneut die stärksten Passagen des Buches. Seit Band 1 fällt mir auch, dass pro Buch mindestens ein Hund stirbt (hier sterben drei), eine bedrückende Tatsache für mich als Hunde-Liebhaber (über die Menschen-Morde will ich ja schließlich leben; darum lese ich ja einen Krimi ;) .

Für mich ist Asa Larrson die beste schwedische Krimi-Autorin. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass die Bücher nicht jedermanns Sache sind.
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am 1. Februar 2013
Ich lese sehr gerne Krimis u.Thriller, vorallem auch aus Skandinavien. Dieses Buch war mit Abstand das beste,das ich seit langem aus diesem Genre gelesen habe. Was mir besonders gefallen hat, mal abgesehen vom Schreibstil,der wirklich gut ist,
ist, dass nicht nur der Mord und seine Auflösung beschrieben werden, also der Autor sich nicht nur auf die reine Handlung beschränkt, sondern auch die Charaktere der mitspielenden Personen sehr einfühlsam dargestellt sind . Desgleichen wird auch die Region, die Natur ,die Landschaften und auch die jeweiligen Wetterverhältnisse immer genau beschrieben. Dies ermöglicht es einem , so richtig in den Roman" einzutauchen", quasi im Geschehen ganz dabei zu sein.
Sehr schade finde ich es , dass es Asa Larssons weitere Romane noch nicht als e-books zu kaufen gibt
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am 7. Januar 2013
1914 - Kiruna, Nordschweden. Winter. Elina Pettersson, eine junge Lehrerin, nimmt eine Stelle in Kiruna an, freut sich auf die Herausforderung, ist bald beliebt in der Schule, findet eine neue Freundin und vor allem die große Liebe in dem Bergwerksdirektor und wird von ihm schwanger.

Heute - Kiruna. Es ist Herbst. Sol-Britt wird durch eine Heugabel ermordet in ihrem Bett aufgefunden. Der Hund ist verschwunden, Marcus, der siebenjährige Enkel scheint zuerst auch nicht auffindbar, aber Krister, der örtliche Polizist, gibt nicht so schnell auf und findet den Jungen versteckt in der Nähe des Hauses. Rebecka Martinsson, die Staatsanwältin, wird natürlich eingeschaltet, doch ihr größter Konkurrent, Carl von Post, ebenfalls Staatsanwalt, dem die Kollegin schon länger ein Dorn im Auge ist, weiß geschickt Rebeckas - wenn auch oberflächliche - Verbandelung mit dem Mordopfer zu nutzen und kann sie aus den Ermittlungen rauskicken. Schon bald kommt raus, dass Sol-Britts Vater erst kürzlich ums Leben gekommen ist, genauso wie ihr Sohn, alle erst seit einigen Monaten tot. Rebecka wird hellhörig und ermittelt, unabhängig von Polizei und Staatsanwaltschaft, auf eigene Faust.

Hier steht nicht nur die Kriminalgeschichte im Vordergrund, auch die Lebensumstände, die persönlichen Befindlichkeiten der Akteure finden große Beachtung. Schweden, 1914 sowie heute, wird nicht nur von seiner idyllischen, sommerlichen Seite dargestellt, sondern auch von seiner anderen, weniger angenehmen Seite. Kleinbürgertum, Obrigkeitsdenken heute wie damals, absonderliches Verhalten scheinen die Menschen hoch im Norden genauso geprägt zu haben und immer noch zu prägen, hinzu kommen sicher auch die extremen Wetterbedingungen und die langen Nächte im Winter.

Beim Lesen, speziell von Mans` Gedanken, kamen mir die Erinnerungen an das Kiruna, wie ich es - kurz - kennengelernt habe: in jenem Sommer viele Mücken, sehr viele Mücken, nicht auszuhalten ohne Netz vorm Gesicht. Das muss man schon mögen. Einen Krimi als gebundenes Buch zu kaufen, habe ich nicht bereut, denn als ein schwedisches Sittengemälde ist er das Geld allemal wert, aber auch die Kriminalgeschichte kann einen in ihren Bann ziehen.
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am 10. April 2014
Bei diesem Krimi handelt es sich um einen Frauenkrimi. Die Art, wie die Autorin das Familienleben und Zusammenleben mit Kindern und Hunden beschreibt, und die liebevolle Art, wie sie über Außenseiter schreibt, weist auf eine Frau als Autorin hin und richtet sich in erster Linie an Leserinnen.
Frauen sind fast ausnahmslos warmherzig und sympathisch, als feinsinnig charakterisiert. Das gilt sogar für die Mörderin, bevor sich diese plötzlich unerwarteter Weise als solche entpuppt.
Die Autorin kennt sogar die Gedanken von Hunden, was darauf hinweist, dass sie vermutlich mit Mann, Kindern und Hund auf dem Land lebt.
Überhaupt, die Hunde: Statt als Frauenkriminalroman könnte man es auch als Hundekriminalroman bezeichnen. In so gut wie jeder Szene ist ein Hund präsent, ob der jetzt an den Ermittlungen beteiligt ist, eine Spur findet oder einfach nur dem Ermittler auf den Schoß springt, weil er gekrault werden will.
Männer sind dagegen eher Schwächlinge, die von ihren Frauen geschlagen werden, geile Tyrannen, karrieresüchtige Anwälte oder aber sympathische Außenseiter, zum Beispiel der durch einen Brandunfall als Kind verunstaltete Polizist.
Man sieht: es geht politisch korrekt zu, wie es sich für Schweden gehört.
Der Kriminalfall selber gerät unter diesen Randbedingungen eher zur Nebensache.
Graham Greene, der das Milieu, über das er schrieb, genau kannte, hat auf die Frage, warum er Romane statt Sachbücher schriebe, einmal geantwortet, neben der dichterischen Freiheit sei der Grund, dass Romane weniger angreifbar wären.
Und das ist hier wirklich nachvollziehbar, denn an Asa Larssons juristischen Kompetenzen wäre so einiges angreifbar.
Hier erfolgt anscheinend eine Strafverfolgung à la Pippi Langstrumpf: Die Bösen werden schicksalhaft bestraft, ob sie jetzt zerschreddert werden oder ertrinken.
Die Ermittler verstoßen in Serie gegen geltendes Straf- und Zivilrecht, wobei ich mal davon ausgehe, dass das schwedische Straf- und Zivilrecht sich mit dem deutschen einigermaßen deckt: U.a. durch Beleidigung, Erpressung, Arbeitsverweigerung und weitere Verstöße gegen arbeitsrechtliche Regelungen wie Privatermittlungen. Präsentiert wird ein unbeschreiblich unfähiger Staatsanwalt, der interne Informationen an die Öffentlichkeit gibt und die Unschuldsvermutung mit Füßen tritt, sogar Schuldige benennt, bevor überhaupt Anklage erhoben ist.
Man könnte meinen, wenn das Ganze nicht so humorfrei wäre, die Autorin versuchen sich an einer Satire auf Polizei und Justiz.
Aber auch in einem Roman kann man nicht einfach alles so runterschreiben, wie es einem in den Sinn kommt, ohne sich unglaubwürdig zu machen. Und so ist auch der gewalttätige Teil dieses Romans von vorn bis hinten fadenscheinig.
Von der Unfähigkeit der Justiz werden auch die Mörder und Verdächtigen angesteckt. So kann sich die Mörderin gelegentlich nicht entscheiden, ob sie ihre Opfer per Unfall, mit dem Gewehr oder anderen Hilfsmitteln aus dem Weg räumen soll. Ein Verdächtiger gesteht grundlos einen Mord und begeht Selbstmord, obwohl er ein unwiderlegbares Alibi für die Tatzeit hat.
Tiefpunkt des Romans ist sicherlich das Finale, in dem die verfolgte Staatsanwältin ohne erfindlichen Grund einen Hund erschlägt. Diese Szene ist an Peinlichkeit wirklich kaum zu überbieten.
Das ist schade, denn Larsson versteht sich auf die Entwicklung ihrer Frauenfiguren und ist eine passable Erzählerin. Die Atmosphäre des nordschwedischen Winters ist gut gezeichnet und die Geschichte der Bergwerksindustrie und der Arbeitskämpfe im Schweden des Ersten Weltkriegs ist historisch unterfüttert.
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am 21. Januar 2013
Nachdem ich dieses Buch gelesen habe, habe ich mir auch alle anderen Bücher dieser Autorin besorgt. Sie sind alle klasse und total spannend, aber ihr letztes ist das Beste. Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen, die gleichermaßen gut zu lesen sind. Die Auflösung des Falles ist überraschend.
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am 1. Mai 2014
Das Buch ist spannend und gut geschrieben. Die 378 Seiten liest man so weg.
Trotzdem ist der innere Aufbau nicht ganz folgerichtig. Die Geschehnisse der Jahre 1914 bis 1926 erfährt nur der Leser. Die Protagonisten, insbesondere Rebecka Martinsson finden diese nicht heraus, obwohl dazu Gelegenheit bestanden hätte die Handlungsstränge zum Beispiel wie bei Arne Dahl in seinen Krimis miteinander zu verknüpfen. Denn der Urgroßvater von Oberstaatsanwalt Björnfoot war damals als Polizeichef mit den Geschehnissen befasst und hatte die Wahrheit auch herausbekommen. Es hätte also Gelegenheit bestanden, dass Martinsson diese beispielsweise in einem Gespräch mit Björnfoot hätte erfahren können. So stolpert Martinsson mehr zufällig über einige alte ...(was wird hier nicht verraten). Der erste Mord an Elina bleibt so für die aktuelle Truppe in Kiruna eigentlich unaufgeklärt.
Im Übrigen fristet Anna Maria Mella hier nur eine Nebenrolle und tritt kaum in Erscheinung. Grandios beschrieben dagegen, wie sich der Gernegroß Carl von Post blamiert und wie ein Elefant im Porzellanladen benimmt.
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am 6. Februar 2014
Ich lese gerne und seit ich Rentnerin bin, auch viel und nicht nur Spannungsliteratur/Krimis. Schilderungen zum Ihnalt kann ich mir ersparen, da sich andere Leser schon hinlänglich geäußert haben. Nur, ich muß es einfach loswerden: "Seit längerer Zeit habe ich kein derart "besonderes" Buch mehr gelesen". Berührend, spannend; ach, was soll ich sagen - in der vergangenen Nacht habe ich doch tatsächlich durchgelesen - und ich fasse es nicht, aber ich mußte zwischendurch weinen, so sehr hat mich die Geschichte, die hier erzählt wird, berührt. Dies ist hier meine erste Bewertung, wobei ich bisher gar nicht auf die Idee gekommen wäre, meine Empfindung mitzuteilen, denn viele Kommentare, die ich hin und wieder lese, wenn ich auf der Suche nach Lektüre bin, sind zum Teil recht informativ und tragen oftmals dazu bei, mich für oder gegen ein Buch zu entscheiden.
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