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Kundenrezensionen

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am 31. Mai 2008
Eitan Ennoch, ein junger, erfolgreicher Israeli, überlebt nur durch einen glücklichen Zufall ein palästinensisches Selbstmordattentat. Kurz zuvor macht er die Bekanntschaft von Giora, der bei eben diesem Anschlag umkommt. Eitan macht sich auf den Weg, Gioras Familie zu besuchen. Dabei entgeht er zwei weiteren Anschlägen nur um Haaresbreite.

Während Eitan für die jüdischen Israelis zur Symbolfigur des Widerstandes wird und in Fernseh- und Rundfunkshows auftritt und er gerade aus diesem Grund für die palästinensischen Extremisten selbst zu einem Ziel voller Symbolkraft wird, gerät sein eigenes Leben zusehends aus allen Fugen.

Parallel wird die Geschichte des Palästinenser Fahmi erzählt, der vor dem Hintergrund der israelischen Besatzung seiner Heimat immer tiefer in den Extremismus der verschiedenen Aktivistengruppen gerät.

Am Ende kommt es zum verhängnisvollen Aufeinandertreffen dieser beiden Schicksale.

Assaf Gavron gelingt es, diesen schwierigen Stoff mit wunderbarer Leichtigkeit und subtilem Humor zu schildern, ohne dabei das Thema für eine Pointe zu verraten. Gavron bezieht nicht Stellung, übt keine Schuldzuweisung und macht gerade damit eindrucksvoll deutlich, warum es so schwer ist, das Pulverfass Naher Osten zu befrieden.

Ein beeindruckendes Buch, das auf unterhaltsame Weise ein komplexes Thema mehr erhellt, als die meisten Sachbücher.
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am 27. Februar 2008
Die schier ausweglose Situation zwischen Israelis und Palästinensern ist in der Vergangenheit schon das Thema zahlreicher Romane und Erzählungen gewesen. Je nach Blickwinkel wurden dabei unterschiedliche Erfahrungswelten und Betroffenheiten in den Mittelpunkt gestellt. Jessica Durlachers "Emoticon" zum Beispiel hat vor etwa zwei Jahren eindeutig Partei ergriffen und den hinterhältigen Terror der palästinensischen Organisationen gegeißelt. Viele israelische Autoren wie Amos Oz, David Grossmann haben in der Vergangenheit sich literarisch diesem fast unlösbaren Verhältnis gewidmet und dabei nie die Hoffnung aufgegeben, dass es trotz des tiefsitzenden Hasses auf beiden Seiten zu einer Annäherung kommen kann, ja muss. Besonders beeindruckt haben mich im vergangenen Jahr drei Bücher aus Israel, die sich mit dem Verhältnis zwischen Juden und Palästinensern befassen: Avirama Golans "Die Raben", Eshkol Nevos "Vier Häuser und eine Sehnsucht" und das auch bei Luchterhand erschienene Buch des jungen Schriftstellers Yiftach Ashkenazy von "Der Geschichte vom Tod meiner Stadt".

Das neue Buch von Assaf Gavron nun beschreibt den alltäglichen Wahnsinn im Nahen Osten auf eine ganz besondere, eigene und unverwechselbare Art, wie ich sie so voller Komik und Ironie vorher noch nicht gelesen habe.

Gavron, in Israel als einer der originellsten und besten Schriftsteller sehr geschätzt, beschreibt in seinem neuen Roman die Geschichte von Eitan Enoch, einem jungen Israeli, der mit seiner Tätigkeit bei einer Hightech-Firma, die sich auf Programme und Systeme spezialisiert hat, die ihren Kunden überall in Europa helfen wertvolle Zeit zu sparen, was Gavron voller Ironie schildert, gutes Geld verdient und sehr erfolgreich ist. Die dauernden Attentate von palästinensischen Terroristen nimmt er eher auf die leichte Schulter, während seine Freundin, die als Anwältin arbeitet, über die ganze Situation sehr besorgt und verängstigt ist.

Der Roman beginnt mit einer Szene in einem Bus, mit dem Eitan zur Arbeit fährt, und der, kurz nachdem er den Bus verlassen hat, Ziel eines Selbstmordattentäters wird. Ein junger Mann, mit dem Eitan noch kurz vor seinem Verlassen des Busses über eine verdächtige Person im Bus geredet hat, wird bei dem Anschlag getötet. Das schlechte Gewissen lässt Eitan keine Ruhe, und das ganze Buch über ist er auf der Suche nach der Geschichte dieses jungen Mannes, lernt dessen Freundin kennen, der er eine Botschaft überbringen sollte, und verliebt sich in sie.

Auf dieser Suche gerät er kurz hintereinander in zwei weitere Anschläge und überlebt sie. Eitan wird zum Held, präsent in allen Fernsehsendungen. Gleichzeitig macht ihn dies zur endgültigen Zielscheibe der Terroristen, über deren Pläne, Gedanken, politisch-wirren Vorstellungen und Gespräche wir vom Autor parallel zur anderen Handlung immer wieder informiert werden.

Denn der Palästinenser Fahmi Sabih, der die Attentate plante, liegt im Krankenhaus im Koma, ist aber bei vollem gedanklichen Bewusstsein und erzählt, immer abwechselnd mit Eitan, die Geschichte weiter. Er hadert mit seinem Schicksal und seinem Bruder, der nicht nur ihn zu diesen Attentaten angestiftet hat und dafür aus dem Gaza-Streifen auch die nötigen finanziellen Mittel bekommen hat.

Wir erfahren, wie die Palästinenser von einem großen Schlag träumen und doch keine blasse Vorstellung davon haben, wie ihre Zukunft aussehen könnte. Ich fühlte mich bei der Lektüre immer wieder erinnert an Dan Diners wegweisendes Buch "Versiegelte Zeit. Über den Stillstand in der islamischen Welt", das ich auf diesem Weg allen Lesern des Buches von Gavron sehr ans Herz legen möchte.

Und wir erfahren etwas vom Umgang der israelischen Gesellschaft mit dieser dauernden Bedrohung, mit der man zu leben gelernt hat und mit der man dennoch nicht wirklich leben kann, weil sie alles zerstört, was diesem Staat und dieser Gesellschaft wichtig war und ist. Darauf haben besonders Amos Oz und David Grossman in der letzten Zeit immer wieder in zahlreichen Zeitungsartikeln hingewiesen.

Indem Gavron durch die Komposition seines Buches quasi eine Symmetrie des Leidens auf beiden Seiten herstellt, bringt er den Konflikt, seine Wurzeln, aber auch seine Aussichtslosigkeit auf den schmerzhaften Punkt. Dass es ihm dabei gelingt, dem allen eine tragikkomische Seite abzugewinnen, macht die Lektüre dieses Buches zu einem Ereignis, das nicht nur in Israel sicher manche Leser auf die Palme bringen wird. Denn wie gesagt, er schildert nicht nur die Situation der Opfer, sondern führt uns weit in die Gedankengänge und Gefühlswelten der terroristischen Täter hinein. Fern ab vom Geschehen, kann sich der deutsche Leser nur vorstellen, welche Diskussionen dieser absolut lesenwerte und spannenden Roman in Israel ausgelöst hat.

Ich wünsche diesem Buch in Deutschland viele Leser, die sich danach vielleicht intensiver mit der Situation in Israel befassen werden, und vielleicht auch zu anderen Büchern über dieses endlose Themen greifen werden.
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am 6. April 2013
Ich bin bei dem Buch innerlich etwas gespalten. Ich interessiere mich sehr für den Nahostkonflikt und war selbst schon mehrfach in Israel. Der Grundkonflikt wird in dem Buch anhand des Beispieles gut beschrieben.

Ich habe es auch bis zum Ende gelesen und würde es auch nicht unter die schlechten Bücher einsortieren. Aber der Erzählstil lässt in Anbetracht des Hintergrundes von 3 Attentaten im Buch nicht durchgehend Spannung aufkommmen. Es gab mehr als eine Stelle im Buch, durch die ich mich hindurch kämpfen musste, um es nicht an die Seite zu legen.

Wer den Hintergrund des Israel-Konfliktes mehr ergründen will, findet hier im Buch eine weitere Facette. Wer aber ein spannendes, vielleicht sogar literarisch fesselndes Buch möchte, ist hier nicht gut bedient.
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am 10. Februar 2010
In Tel Aviv fliegt an einem schönen Morgen ein Bus in die Luft, und Einoch preist sich glücklich, dass er den Bus zuvor verlassen hat. Es ist ja nicht ungewöhnlich, dass diese Attentate täglich passieren. Einoch, der erfolgreicher IT Fachmann, sah noch einen verdächtigen Mann mit Kleidersack und Wollmütze einsteigen, maß diesem jedoch nur geringe Bedeutung bei. Giora Gueta, ein anderer junger Mann, etwas ängstlich schon, hat in böser Vorahnung Einoch eine Botschaft an seine Freundin mit gegeben. Schuli ist hübsch und bald untröstlich, als sie vom Tod ihres Freundes hört.
Später fragt sich Einoch, ob er die anderen nicht doch hätte warnen sollen. Zu spät! Wie er es auch dreht und wendet: jede Warnung hätte zum spontanen Auslösen des Zünders geführt, denn dem Attentäter war Zeit und Stunde für sein Vorhaben egal. Weitere Attentate folgen und Einoch entgeht wie durch ein Wunder wiederholt dem Tod. Er wird zur Berühmtheit in Funk und Fernsehen,weil man vermutet, er könne das Schicksal vorhersehen.
Was ihn aber besonders interessiert: was wollte der junge Giora Gueta in Jerusalem? Eitan findet heraus, dass niemand etwas von Gioras Reise nach Jerusalem wusste.

Eingepackt in eine Überraschungs- Story aus Liebe, Berufserfolg, Auftragsmord und Eifersucht verfolgt der Autor Assaf Gavron die Problematik der zwischen Israel und Palästina schwelenden Konflikte.

Mit Zeitlupenblick beginnt seine Geschichte.
Täglich passieren Explosionen, sterben Menschen, junge, alte und Kinder. Keiner weiß, wenn er am Morgen zur Arbeit fährt, ob er am Abend gesund nach Hause kommen wird. Nach jedem Attentat, das sofort über die Nachrichtensender verbreitet wird, bangen Angehörige um ihre Lieben. Die Atmosphäre der täglichen Angst ist unüberhörbar.
Nebenan in den Gebieten um Israel leben Palästinenser in ihren Notunterkünften, vertrieben aus ihren Städten und Dörfern und sinnen auf Gegenwehr. Einer von ihnen ist Fahmi Sabih, der auf einer Krankenstation im Koma liegt und als Drahtzieher zahlreicher Attentate gilt.
Eine unhaltbare Lage auf beiden Seiten der Kriegszonen führen zu Hass und Rache.

Das Verdienst liberaler und aufgeklärter israelischer Schriftsteller liegt in der Fähigkeit, sich in die eine und die andere Seite hineinzuversetzen. Auf diese Weise wird der Nahostkonflikt in seiner ganzen ausweglosen Grausamkeit nachvollziehbar. Barbarisch kämpfen hier zwei Lager darum, zu überleben. Mit biblischen Ausmaßen wird die tägliche und fast apokalyptische Tragödie aufgezeigt. Die Erzählung ist nicht witzig, wie auf dem Klappentexte vermerkt ist, sondern höchst dramatisch und gelegentlich sehr traurig. Die Figuren haben alle ihre Eigenheiten und sind aus der Nähe betrachtet Menschen wie Du und ich. Sie verfangen sich im Netz der aufgerichteten Schranken und sehen sich als Gegner,ohne wirklich zu wissen, was der andere empfindet und denkt.

Über den Zustand von räumlicher Nähe und innerer Trennung berichtet Assaf Gavron in seinem Roman mit Empathie und Verständnis. Er gilt in Israel als Bestsellerautor.
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am 15. August 2010
Assaf Gavron hat mit "Ein schönes Attentat" einen packenden, erschütternden und zugleich spannenden Roman über das Leben zwischen den Fronten des israelisch-palästinensischen Konfliktes geschrieben. Eitan Einoch entgeht in kurzer Folge drei Anschlägen und wird dadurch zu einer medialen Berühmheit. Dass er zwar mit dem Leben davongekommen ist, sein Leben zugleich aber nie wieder wie vor den Anschlägen sein wird, wird ihm erst langsam klar. Fahmi Sabih liegt scheinbar im Koma. Tatsächlich bekommt er aber mit, was um ihn herum geschieht. Viel mehr noch verfolgen ihn aber die Erinnerungen an die Geschehnisse, die ihn schließlich mit einer Handgranate in der Hand zum Selbstmordattentäter gemacht haben. Aus zwei Richtungen - abwechselnd aus der Perspektive Eitans und aus der Fahmis - nähert sich der Leser dem schicksalhaften Zusammentreffen der beiden.

Gavron gelingt es, alle Facetten des arabisch-israelischen Konfliktes am Anfang der 21. Jahrhunderts in seinen Roman einfließen zu lassen. Einerseits die palästinensische Seite: die Vertreibung der Palästinenser durch die Gründung des Staates Israels, das Leben in der Westbank in Armut und totaler Perspektivlosigkeit, das Aufwachsen in und mit der Intifada und die wahllosen Übergriffe und Vergeltungsmaßnahmen durch die israelische Armee. Andererseits die israelische Seite: Das Leben im Auge des Terrors, die Verzweifelung der Hinterbliebenen der Terroropfer und die traumatisierten Überlebenden. Die Wut der Bevölkerung und der Wunsch nach Frieden. Gavron schreibt nicht einseitig, sondern arbeitet die Zerrissenheit beider Seite heraus. Keine Seite besteht nur aus Opfern oder nur aus Tätern. Besonders augenscheinlich in den Figuren Eitans und Fahmis: Eitan, der selbstsichere Karrieremensch, dessen Leben völlig aus der Bahn gerät. Fahmi, um den der Vater und der Bruder einen erbitterten Kampf führen. Der Vater, der ihn auf der Universität sehen will. Der Bruder, der Selbstmordattentäter rekrutiert und auch Fahmi für den heiligen Krieg gewinnen will.

Zwar ist "Ein schönes Attentat" aufgrund der Vielzahl israelischer und arabischer Namen und Ortsbezeichnungen für den europäischen Leser phasenweise anstrengend zu lesen, dennoch erschließt sich spätestens nach 100 Seiten eine Welt, die zwar in der Tagesschau all zu häufig präsent ist, deren menschliche Dimension aber durch diesen Roman erst wirklich erfassbar wird. Es bleibt zu hoffen, dass es auf beiden Seiten eines Tages eine junge Generation geben wird, die sich - ähnlich wie Gavron - trotz eines Lebensweges, der von der Intifada geprägt ist, den differenzierenden Blick für die Ängste und Bedürfnisse der jeweils anderen Seite bewahrt haben wird.
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am 2. September 2008
Während Eitan Einoch alias Krokodil als Time-Manager jeder Sekunde seiner Kunden und seines Lebens hinterher hechtet, entgeht er knapp - womöglich durch Vorsehung, vielleicht durch Zufall - drei Anschlägen palästinensischer Selbstmordattentäter in Tel Aviv und Jerusalem. Gerade rechtzeitig wird er den kleinen Neuner verlassen, den Stuhl wechseln, ehe die Bombe explodiert. Ohne es selbst wahrzunehmen, verändert Eitan sein Leben und seine Beziehungen zu Familie und Freunden, wird zum Helden, zum Symbol des Kampfes gegen den Terror, zum Star der israelischen Medien.

Der Romans teilt sich in zwei Handlungsstränge - der Eitans, des Israeli und nationalen Helden, der den Zorn der Terroristen schürt und den jungen palästinensischen Terroristen Fahmi aus dem Schatten rückt, um die Sicht des Attentäters im zweiten Strang klarer darzustellen. Fahmi's Geschichte wird in Rückblenden aus dem Koma aufgebaut, begleitet von Familie und Freunden, während sich Eitan von Beginn an das Geschehen heran wagt. Beide Erzählungsstränge werden sich treffen auf dem Höhepunkt - des Schaffens des einen und der Gleichgültigkeit des anderen.

Die Auswahl und Darstellung der Charaktere ist sehr gut gelungen - zumal Wertigkeiten füreinander und für ihr Handeln sehr deutlich hervorgehoben sind. Es ist schwer für jemanden Partei zu ergreifen (und wohl auch nicht so gedacht), da die Hauptakteure aus Liebe und Hass geknüpft sind. Aussichtslosigkeit - beinahe Resignation - zieht sich als roter Faden durch den Roman.

Herausragende Spannung ist zu erwarten, ihre Spitzen werden von den Attentaten unterstützt und reichen darüber hinaus. Die Trostlosigkeit der Geschichte mag mitunter anstecken und macht traurig! Dennoch ein sehr empfehlenswerter, aktueller und moderner Roman, der sich ins Zeitgeschehen einfügt.
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TOP 500 REZENSENTam 1. August 2010
Inhalt:
Eitan Einoch, ein erfolgreicher Israeli, überlebt im Abstand von wenigen Tagen mehrere Attentate. Er wird der Held Israels, der dem Tod drei Mal entrinnen konnte, doch sein Leben gerät mehr und mehr aus den Fugen, er findet nicht mehr zurück in seinen Beruf und entfremdet sich von seiner Freundin. Eitan trifft schließlich auf Fahmi - Palästinenser und Drahtzieher der Attentate.

Mein Eindruck:
Assaf Gavron erzählt eindringlich, sehr bewegend und evoziert intensive Gefühle. Dabei ergreift er keine Partei und weist weder der palästinensischen noch der israelischen Seite klar die Schuld zu. Stilistisch und sprachlich-formal werden die beiden Geschichten wenig voneinander getrennt, auch Vergangenheit und Gegenwart fließen ineinander über. Gavron vermittelt dadurch ein realistisches Bild des Nahostkonflikts als komplexes Phänomen, das man durch Schwarz-Weiß-Denken nicht verstehen kann. Beide Seiten sind geprägt von Verlusten, von Hass, Angst, Liebe und Enttäuschung. Beide Seiten haben ihre Gründe, warum sie wie handeln, und werden von der Gegenseite nicht verstanden, nicht akzeptiert, nicht ernst genommen.

Mein Resümee:
Ein wichtiges Buch, das oft befremdend wirkt und dem Leser durch die detailreichen Beschreibungen bisweilen einen Schauer über den Rücken jagt. Meiner Meinung nach eines der besten Bücher über den Nahostkonflikt.
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am 22. Mai 2016
meine Meinung:
Die Geschichte wird kapitelweise abwechselnd aus der Ich-Perspektive Eitans (Israeli) und Fahmis (Palästinenser) erzählt. Fahmi liegt während dieser ganzen Zeit im Koma. Seine Gedanken über die Vergangenheit vermischen sich mit seinen Empfindungen und Wahrnehmungen während seiner Zeit im Koma. Dies ist auf Grund der plötzlichen Orts- und Zeitwechsel teilweise etwas unübersichtlich. Auch tauchten für mich zu viele neue Personen auf, die teilweise erst auf den folgenden Seiten näher eingeführt wurden. Dies störte teilweise den Lesefluss.
Die Geschichte beider ist interessant und gut nachvollziehbar. Hier gibt es kein „gut“ oder „böse“. Beide sind auf Grund ihrer Herkunft in ein Schema gepackt und sehen keine Möglichkeit, diesem zu entkommen.
So ist Eitan zwar der „Held“, das „Krokodil“, welcher alle Anschläge überlebt, aber die Spirale, die dies auslöst, bringt ihm kein Glück. Er verliert Freundin und Job, wird zum Spielball der Medien und ist traumatisiert. Unfähig, ein normales Leben zu führen.
Fahmi ist eigentlich ein netter Junge, der allerdings von seinem Bruder und dessen Gruppe negativ beeinflusst wird. Getrennt von Schwester und Freundin (die er beide sehr liebt), bleibt ihm nur der Bruder. So beginnt er, auf dessen Wunsch, Bomben zu basteln und Anschläge mit zu organisieren (die Anschläge, die Eitan überlebt). Am Ende bekommt er sogar den Auftrag, Einan, das „Krokodil“ zu beseitigen. Allerdings haben sich da die beiden schon kennen gelernt und angefreundet …
Das Ende war für mich stimmig und, wie ich finde, ein guter und nachzuvollziehender Abschluss einer nachdenklich stimmenden Geschichte.

Bewertung:
Ein Plädoyer für Frieden, Freiheit, Toleranz und Freundschaft.
Der Leser erfährt einiges Interessantes über die aktuelle Situation im Nahost-Konflikt zwischen Israel und Palästina und über die Menschen, die damit leben müssen. In die Tiefe geht die Geschichte allerdings nicht. Dies würde meiner Meinung nach auch zu weit führen.
Einzig die teilweise sehr plötzlichen Zeit- und Ortssprünge und die vielen Nebencharaktere fand ich etwas störend und unübersichtlich dargestellt.
Wer eine interessante Gesellschaftsstudie lesen und mehr über den Nahost-Konflikt erfahren möchte, der ist mit diesem Buch gut beraten. Auch Leser spannender Geschichten kommen auf ihre Kosten.
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am 2. März 2008
Da mein Vorrezensent den Inhalt dieses Buches bereits auf den Punkt gebracht hat, möchte ich mich nur auf folgende Anmerkungen beschränken:
Dieses Buch hat mich fasziniert, weil diese schwierige politische Situation, die wir Europäer gar nicht richtig einschätzen und beurteilen können, auf äußerst informative und unterhaltsame Weise dem Leser nahe gebracht wird.
Schon der Titel, "Ein schönes Attentat", ist ja ein Widerspruch in sich und dieser Widerspruch zieht sich durch den ganzen Roman.
Das Buch liest sich leicht, trotz der schweren Thematik. Es ist eine Bereicherung für jeden der sich für dieses Land interessiert.
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am 15. November 2011
Humor und Terrorismus gehen auf den ersten Blick nicht zusammen. Doch Gavron macht das Unmögliche möglich.

Die Hauptfigur ist ein israelischer Yuppie aus der IT-Szene. Eitan entgeht drei Mal hintereinander Attentaten und wird so zum Helden der israelischen Medien. In seinem Büro trifft er auf den zweiten Protagonisten der Geschichte ' Fahmi. Als arabischer Selbstmordattentäter verzweifelt der an der Überlebensfähigkeit Eitans. Beiden entgleitet ihr bisheriges Leben und sie finden sich in eine Art Freundschaft wieder.

Aber welche Art von Freundschaft entsteht, erfährt nur der Leser dieses außergewöhnlich klugen und witzigen Romans.

Luchterhand Literaturverlag 2006
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