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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schubladensache
Wie selten gehen hier die Meinungen der Rezensenten auseinander. Vielfach beklatscht wird die Ansicht, der Roman habe keine Resonanz. Bei mir allerdings, muss ich sagen, hallt er noch immer nach, obwohl ich ihn schon vor einer Woche las. Dann wird die weniger geschwurbelte Sprache einerseits beklatscht, andererseits beklagt. Hier findet jemand die Psychologie gelungen,...
Vor 2 Monaten von Dorfrichter Adam veröffentlicht

versus
46 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ohne Resonanz
Schon seltsam, wenn man einen Roman liest und sich währenddessen ständig fragt, ob er tatsächlich aus der Feder der auf dem Umschlag genannten Schriftstellerin stammt. Ein geschätzter Autorenkollege nennt sie augenzwinkernd-liebevoll "Schwafeltrine", die gute Juli Zeh, die in ihren überklugen, aufwendig komponierten und mehr als ambitionierten...
Vor 17 Monaten von Thomas Liehr veröffentlicht


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46 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ohne Resonanz, 12. November 2012
Von 
Thomas Liehr (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Nullzeit (Gebundene Ausgabe)
Schon seltsam, wenn man einen Roman liest und sich währenddessen ständig fragt, ob er tatsächlich aus der Feder der auf dem Umschlag genannten Schriftstellerin stammt. Ein geschätzter Autorenkollege nennt sie augenzwinkernd-liebevoll "Schwafeltrine", die gute Juli Zeh, die in ihren überklugen, aufwendig komponierten und mehr als ambitionierten Büchern Bandwurmsätze und Metaphern auffährt, als könne man allein dadurch einen (literarischen) Sieg garantieren.

Ganz anders in "Nullzeit". Der Roman ist ohne Frage kein "furioser Thriller", wie das Zitat auf der Umschlagrückseite behauptet, aber immerhin eine furiose Umorientierung. Wer zuvor "Spieltrieb", "Adler und Engel" und/oder "Schilf" gelesen hat, wird sich des Eindrucks nicht erwehren können, dass Zeh hier entweder versucht, kommerzieller zu schreiben (wogegen nichts zu sagen ist), oder ein gewieftes Spielchen mit der Lesererwartung treibt. Vielleicht aber auch nichts davon; die Antworten auf diese und einige andere Fragen kennt allein Juli Zeh.

Sven Fiedler wäre beinahe Jurist geworden, hat aber kurz nach dem Staatsexamen die Reißleine gezogen und sich auf die Insel abgesetzt, genauer: Nach Lanzarote. Gefolgt von der Jugendliebe Antje, in die Sven nie wirklich verliebt war, die aber in der neu gegründeten Tauchschule genau jene Lücken füllt, die Sven wenig interessieren, hat er sich auf der Vulkaninsel ein Refugium geschaffen, sein persönliches Rückzugsgebiet vom "Kriegsschauplatz" Deutschland.

Seine aktuellen Exklusivschüler sind Jola, die junge, bildschöne Schauspielerin, die es dem gut vernetzten Vater zu verdanken hat, in der TV-Soap "Auf und Ab" (AuA - jawoll!) zum festen Ensemble zu gehören, und Theo, ihr deutlich älterer Freund, seines Zeichens Schriftsteller, der aber seit dem Jahre zurückliegenden, vielbeachteten Debüt nie wieder nachgelegt hat. Sie nennt ihn den "alten Mann", er schlägt sie - möglicherweise; Erniedrigung spielt in diesem Roman wohl eine Rolle. Da "Nullzeit" aus Svens Sicht erzählt wird, Jolas Version aber in Form von Tagebuchauszügen liefert, kann sich der Leser nie sicher sein, was der Wahrheit entspricht. Jola träumt davon, in der aufwendigen Filmbiografie der Tauchpionierin Lotte Hass die Hauptrolle zu spielen, und Theo träumt - vielleicht - davon, Jola zu behalten. Wovon Sven träumt, wird bis zum Ende nicht klar. Er verliebt sich irgendwie in die junge Frau, gerät, um mal eine themenbezogene Metapher zu wählen, gar in ihren Strudel - und dann ist da auch noch dieser 100-Meter-Tauchgang, den er an seinem vierzigsten Geburtstag absolvieren will, und den er schon lange plant. Dieser soll am letzten Tag von Jolas und Theos Aufenthalt stattfinden.

Es gibt in "Nullzeit" Entwicklungen und einen Spannungsbogen, sogar einen Höhepunkt, vor allem aber die unbeantwortete Frage nach dem Warum. Das liegt in erster Linie an der Hauptfigur, dem Tauchlehrer-Juristen, dem man beides (und all seine Entscheidungen) nicht so recht abnehmen will. Sven ist mal gefühlsgesteuerter Depp und dann wieder sich selbst und das Umfeld perfekt reflektierender Beobachter, schafft es aber nie, sich von der Erzählerin zu lösen, die es einfach nicht lassen kann, ihren Figuren altkluges Geschwätz in den Mund zu legen. Sie präsentiert einen durch und durch konstruierten Protagonisten, der quasi die Rolle der romanfüllenden Metapher übernimmt, aber keinerlei menschliche Züge entwickelt, merkwürdig diffus bleibt. Das immerhin passt zum perfiden, zuweilen klugen (wenn auch nicht ganz logischen) Ränkespiel der B-Prominenz, die Zeh in Form von Jola, Theo und einigen anderen Vertretern der Kategorie "zweitwichtigste Menschen" auftreten lässt.

Nullzeit bezeichnet jene Spanne, die man während eines Tauchgangs zur Verfügung hat, ohne beim Auftauchen Dekrompressionsstopps einlegen zu müssen. Natürlich drängen sich bei einem Roman mit diesem Titel Vergleiche auf, womit man aber in Zehs nasse Falle tappen würde. Er liest sich tatsächlich flott und man kehrt in die reale Welt zurück, ohne das Gefühl zu haben, nennenswert Zeit verschenkt zu haben, aber es bleibt jene - weiter oben angedeutete - Frage. Irgendwie findet sich am Ende alles zusammen, doch damit hat es sich auch schon. Man war Gast in einer seltsamen Welt, in der man nie zu Gast sein wollte, und kehrt unverändert in die Realität zurück.

Leider findet sich nicht einmal jene Begeisterung für das Tauchen, die zur Romanidee führte, im Buch wieder. Zwischen sehr technischen Beschreibungen und den Begegnungen mit ein paar gelangweilten Fischen gibt es unter Wasser nur einen Moment, der das Absonderliche dieses Grenzübertritts veranschaulicht, und ausgerechnet in diesem Augenblick schlägt Frau Zeh mit der Dramatikkeule zu.

Dem Roman fehlt es - mir fällt leider kein besseres Wort ein - an Resonanz. In dem Augenblick, da man ihn beiseitelegt, hört er damit auf, zu schwingen, hat aber eigentlich nie damit begonnen. Themen, die eine solche Resonanz erzeugen könnten, werden durchaus angerissen, etwa die Relativität der Wahrheit, oder die Frage, ob eine versuchte Tat im Hinblick auf die immanente Schuld tatsächlich der ausgeführten Tat gleichkommt, Aspekte wie Erniedrigung und Abhängigkeit, und, klar, "Liebe". Aber den nüchtern konturierten Figuren gelingt es nicht, dem genug Energie zu geben, um ein Nachbeben auszulösen. Man liest ein gutes Buch, nämlich "Nullzeit" von Juli Zeh, aber schon in der Minute danach fragt man sich, ob das wirklich der Fall war.
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Schuster bleib bei deinen Leisten!, 21. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Nullzeit (Gebundene Ausgabe)
Mit dem geheimnisvollen Titel des neuen Romans von Juli Zeh ist für Kundige auch gleich das Milieu genannt, in dem die Autorin ihre in der Gegenwart spielende Geschichte angesiedelt hat, es geht ums Tauchen. Das im Klappentext als «Psychothriller» bezeichnete Buch entführt den Leser in einem wahrhaft abenteuerlichen Plot in die Welt eines Aussteigers auf Lanzarote, der dort mit seiner Freundin zusammen eine Tauchschule betreibt. In diese abgeschiedene Idylle hinein platzt ein ziemlich neurotisches Pärchen und zerstört sie für immer.

Verhaltensanomalie ist übrigens auch das Kennzeichen der anderen Protagonisten, jeder hat so seine Macke. Genau da aber liegt eine Schwäche dieses Buches, denn die Psyche aller Charaktere ist weder glaubwürdig noch tiefgründig dargestellt, alle bleiben seltsam langweilig und farblos. Das gilt für die um ihre Karriere bangende junge Schauspielerin Jola ebenso wie für den von ihr ausgehaltenen, erfolglosen Schriftsteller Theo, die sich ohne erkennbaren Grund gegenseitig nach dem Leben trachten. Plausibilität ist keine Eigenschaft des haarsträubenden Plots, er ist bei aller Raffinesse in der Konstruktion damit letztendlich unglaubwürdig, man fühlt sich irgendwie unwohl bei der Lektüre, weil einiges absolut nicht zusammenpasst.

Neben dem Hauptstrang des Ich-Erzählers und Tauchlehrers Sven blendet Juli Zeh immer wieder im Wechsel die Tagebuchaufzeichnungen von Jola ein, die eine zunehmend abweichende Geschichte erzählt, was als dramaturgisches Mittel den Leser wohl irritieren soll, seine Gewissheiten fragwürdig erscheinen lässt. In einer klaren, fast spröde wirkenden Sprache mit bühnentauglich formulierten Dialogen erzählt die Autorin leichtfüßig und unbekümmert eine kuriose Dreiecksgeschichte, deren Hintersinn jedoch verborgen bleibt. Man wird bestens unterhalten jedenfalls, der Spannungsbogen steigert sich kontinuierlich und mündet dramaturgisch wirkungsvoll in einen Show-down, den man zu Recht als filmreif bezeichnen kann.

Bereichert aber wird man nicht mit diesem schnell lesbaren Buch. Ein Rezensent hat es nicht ganz zu unrecht als U-Bahn-Lektüre bezeichnet, was bei einer mit Buch-Preisen überhäuften Autorin mit dem Renommee, anspruchsvolle Literatur zu schreiben, mich denn doch sehr überrascht hat. War da mit Sex and Crime ein Bestseller geplant, mit Riesenauflage? Das aber können andere deutlich besser, und nicht nur Patricia Highsmith. Schuster bleib bei deinen Leisten!
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66 von 86 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Viel Lärm um fast gar nichts, 31. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Nullzeit (Gebundene Ausgabe)
Es gibt sie, diese Bücher, die man mit einem Gefühl von "nie gelesen" zuklappt. Man seufzt, blickt ratlos in die Ferne, grübelt ein paar Augenblicke lang über sinnlosen Fragen wie "Und jetzt?" oder "Was war DAS?" oder "Was wollte der Dichter uns damit eigentlich sagen?", bevor die Geschichte dann wirklich in den Keller des Vergessens trudelt, wo sie dann für immer bleibt.

Juli Zehs "Nullzeit" ist für mich eines dieser Bücher, der Hype auf diesen Seiten lässt mich staunen. Vielleicht liegt es am Plot, der von drei menschliche Ruinen erzählt, von denen mich allerdings keine wirklich zu berühren oder faszinieren wusste. Da sind Jola, die getriebene, von einem Vaterkomplex beladene, gefährlich-schöne Schauspielerin, Tauchlehrer Sven, der viel von emotionaler Tieffliegerei zu berichten weiß und Schriftsteller Theo, der seinen Nicht-Erfolg mit weinerlichem Sadismus kompensiert. Das könnte interessant, ja sogar hochspannend sein, ist es aber nicht. Was vielleicht wiederum daran liegt, dass die angekündigte "fatale Dreiecksverbindung" im Grunde nicht mehr ist, als eine dieser "Die-Durchgeknallten-aus-dem-Kultur/Show-Geschäft"-Geschichte, die mir persönlich trotz präziser und bildreicher Sprache nichts zu sagen hat. Zu kalt und distanziert, zu vordergründig und entwicklungsarm, ja, zu eindimensional und damit zu klischeebeladen kommt mir das Ganze daher. Es fehlt ihm schlicht an Seele, die es aber braucht, damit aus einer gut ausgedachten Story ein Wunderwerk werden kann.

Immerhin ist davon auszugehen, dass die Autorin etwas vom Tauchen versteht oder zumindest gut zu recherchieren weiß.
Ansonsten fällt der Roman für mich in die Kategorie: Außer Spesen nichts gewesen.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schubladensache, 24. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Nullzeit: Roman (Taschenbuch)
Wie selten gehen hier die Meinungen der Rezensenten auseinander. Vielfach beklatscht wird die Ansicht, der Roman habe keine Resonanz. Bei mir allerdings, muss ich sagen, hallt er noch immer nach, obwohl ich ihn schon vor einer Woche las. Dann wird die weniger geschwurbelte Sprache einerseits beklatscht, andererseits beklagt. Hier findet jemand die Psychologie gelungen, dort misslungen. Und ich frag mich, ob all die Kommentare überhaupt noch etwas über das Buch aussagen und nicht nur noch über den Kommentator reden.
Halten wir mal fest: Während Juli Zeh als linksintellektuell gilt und deshalb von Intellektuellen gelesen wird, ist beispielsweise Ferdinand von Schirach eher etwas für Hausfrauen und Zahnärzte. Und wenn Zeh mal die Grenzen des Klischees mit denen des Genres überschreitet und einen hochgradig eindrucksvollen - das musste an dieser Stelle mal gesagt werden - Thriller schreibt, dann ist das natürlich viel zu normal für anspruchsvolle Intellektuelle.
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17 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kanarisches Kammerspiel mit drei Durchgeknallten, 17. September 2012
Von 
euripides50 (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Nullzeit (Gebundene Ausgabe)
Unter "Nullzeit" versteht man in der Tauchersprache die Zeitspanne, die man unter Wasser bleiben kann, ohne dass bei einem plötzlichen Auftauchen Gesundheitsschäden zu befürchten sind. Ein Begriff, der sich als Metapher geradezu anbietet: wie lange kann ein Paar in der eigenen emotionalen Hochdruckzone seinen Privatwahnsinn treiben, ohne dass eine Rückkehr für die beiden in eine normales Leben unmöglich wird?

Theo und Jola sind ein solches Paar, bei dem der Leser von Anfang an befürchtet, dass sie den Nullpunkt schon längst überschritten haben. Sie, eine bildschöne Schauspielerin aus bestem Hause auf der Suche nach dem endgültigen Durchbruch in der Rolle der Lotte Hass - er, zwölf Jahre älter, ein larmoyanter und wenig erfolgreicher Schiftsteller, haben sich seelisch und sozial derart ineinander verheddert, dass sie für ihre Umwelt unberechenbar werden. Gesten extremer Anhänglichkeit und Verliebtheit folgen auf mit Kälte, Herabsetzungen ("der alte Mann") und körperliche Attacken - und umgekehrt.

Die soziale Umwelt, das sind im vorliegenden Buch der Tauchlehrer Sven und seine Lebensgefährtin Antje, zwei Aussteiger, die auf einer nicht genannten Insel ( es handelt sich um Lanzarote) eine Tauchschule betreiben und bei denen Theo und Jola einen exklusiven und sehr kostspieligen Tauchurlaub gebucht haben. Die Beziehung von Sven und Antje ist stabil, aber langweilig, eine bessere Kameradschaft, ein störungsfreies und dauerhaftes Einvernehmen, das als "Liebe" bezeichnet wird. Kein Wunder, dass der gut gebaute Sven bei aller Kritik am Verhalten von Theo und Jola von Anfang an ein besonderes Auge auf die schöne Jola wirft.
Erzählt wird die Geschichte aus zwei Perspektiven - mal von Sven, mal von Jola in ihren Tagebüchern - allerdings so unterschiedlich, so dass der Leser über die Triebkräfte der Handlung lange im Unklaren bleibt.

Der Inselaufenthalt von Jola und Theo steht schnell im Zeichen einer sich anbahnenden Beziehungskatastrophe. Theo und Jola verhalten sich von Tag zu Tag durchgeknallter, und schnell gerät auch der Tauchlehrer Sven in den Bannkreis des verrückten Paares. Der zunächst so gelassene Aussteiger verwandelt sich in einen Gehetzten, der sich davor fürchtet, mit Jola in eindeutigen Posen gesehen zu werden, in einen Spanner, der seine Gäste in der Nacht beobachtet und in einen Masturbator, der sich während der Laptopaufzeichnungen von Jolas Filmen einen herunter holt.

Am Ende kulminieren die Ereignisse im Rahmen eins lange geplanten Tauchganges an Svens vierzigstem Geburtstag. Wie, soll an dieser Stelle natürlich nicht verraten werden, wenngleich die Logik der Auflösung gegenüber dem Gesamtniveau des Buches ein wenig abfällt. Aber was soll man meckern? Neben all dem hypermodernen und ambitionierten Schmus, den man heute von jungen Autoren lesen muss, ist Julie Zeh ein gut zu lesender und handwerklich erstklassig ausgearbeiteter Beziehungskrimi gelungen, den man im Rahmen eines Strand- oder Tauchurlaubes auf den Kanaren durchaus empfehlen kann. Wahrscheinlich hat die Autorin sogar absichtlich auf zu schwere Bleigewichte der Bedeutung verzichtet, amit das Buch jene scheinbare Öberflächlichkeit erlangen kann, die Lesbarkeit und Verkauffserfolg zugleich garantieren. Gut gemacht, Julie!
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5.0 von 5 Sternen Spannendes Psychogramm, 29. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Nullzeit (Gebundene Ausgabe)
Dies war mein erster Roman von Juli Zeh und ich muss sagen, dass mir dieses Buch sehr gefallen hat. Eine schöne Sprache, eine lebendig beschriebene Umgebung, ein interessanter Einblick in die Welt des Tauchens und in die Tiefen der menschlichen Psyche. Der Roman hat einen kontinuierlichen Spannungsbogen und je weiter die Handlung fortschreitet, um so mehr fragt man sich, wo denn die Wahrheit wohl liegen mag bzw. wie es möglich ist, dass Dinge subjektiv so unterschiedlich erlebt werden können. Nullzeit liest sich im "null komma nichts" und lässt einen tatsächlich atemlos zurück - ist das denn die Möglichkeit?!! Wie kann einem rechtschaffenen Menschen so etwas passieren?! Was tut man, wenn man mit Extremen konfrontiert wird?! Wie weit kann Wahrheit verdreht werden und diese dann als vollkommen gegensätzlich erlebte Realität angenommen werden?! Herausfordernde Fragen aus einer herausragend erzählten und sauber recherchierten Geschichte. Von mir eine klare Leseempfehlung!
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4.0 von 5 Sternen guter plot, in schöner sprache geschriebener roman, 24. März 2014
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Nullzeit: Roman (Taschenbuch)
mir hat es freude gemacht diese geschichte zu lesen, sie hat immer wieder erquickliche einsichten, erkenntnisse und inspirationen parat.ich tauche nicht, ich kann mir vorstellen, dass es eine taucherIn noch packender findet!
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3.0 von 5 Sternen Aufruhr in der Taucherglocke, 4. Dezember 2013
Von 
Eskalina (Hannover) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Nullzeit (Gebundene Ausgabe)
Ich hatte zuvor noch nichts von Juli Zeh gelesen und so ging ich ohne besondere Erwartungen an das Buch, das sich aufgrund seiner geringen Seitenzahl schnell mal eben lesen lässt.

Sven, der seine Juristenkarriere in Deutschland aufgegeben hat, weil er Angst hat, vor der ständigen Beurteilung durch andere Menschen, flieht nach Lanzarote und baut sich dort eine Tauchschule auf. Praktischerweise ist seine Jugendfreundin Antje mitgekommen, die alle organisatorischen Arbeiten für ihn übernimmt. Liebe sieht anders aus, aber Sven hat auch keine Lust auf große Gefühle.

Als das Pärchen Jola und Theo ihn exklusiv für einen Tauchlehrgang buchen, ahnt er noch nicht wie sehr sie sein selbstgewähltes Exil in der Käseglocke aufmischen werden.
Erzählt wird das Ganze von Sven, doch regelmäßig lernt man auch die Sicht von Jola kennen, in dem man Einblick in ihre Tagebucheinträge erhält und eigentlich sollte man nun etwas verwirrt sein, da sich die Eindrücke der beiden ziemlich voneinander unterscheiden. Haben Sven und Jola etwas miteinander? Will Theo Jola hier auf der Insel ermorden?

Theo und Jola lieben einander, doch es ist keine zärtliche, keine normale Liebe, so scheint es, wenn man Jolas Tagebuch liest und der arme Sven könnte einem fast leidtun, denn er wird sehr tief in ihr Spiel hineingezogen - fast leidtun", denn er ist ein für mich unsympathischer Realitätsflüchtling, der sich in einem Leben eingerichtet hat, das keine Höhen und Tiefen (außer der Wassertiefe) kennt. Und so hat er es eigentlich verdient, dass man ihn aufrüttelt und aus seiner Dumpfheit heraus holt, auch wenn die Mittel absolut nicht fair sind.

Bandwurmsätze oder intellektuelles Geschwafel", wie man Juli Zeh schon vorgeworfen hat, findet man in Nullzeit" nicht und so kommt der Roman, den ich nicht als Krimi einordnen würde, gut verträglich und gut verständlich daher.
Die Handlung fand ich interessant und gut aufgebaut, doch ich habe das Ganze höflich interessiert und ohne Empathie gelesen - wie meistens, wenn mir die Figuren alle unsympathisch sind. Sie alle wirkten auf mich ein wenig zu konstruiert, etwas zu wenig echt und teilweise recht blass.

Ich habe eine ganze Zeit, nach dem ich das Buch beendet habe, nachgedacht, was ich sagen würde, wenn mich jemand fragen würde, wie mir das Buch gefallen hat und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass ich sagen würde:"Es war ganz nett..." nicht mehr und nicht weniger - das würde ich mit drei Sternchen übersetzen.
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6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen sprachlich wunderbar, inhaltlich sonderbar!, 8. Oktober 2012
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Nullzeit (Gebundene Ausgabe)
Frau Zeh spielt mit der Sprache,- virtuos wie immer, was jedoch den Inhalt angeht bleiben für mich die Protagonisten im Inneren unverständlich und fremd, meist sogar verstörend. Mit keiner der handelnden Personen konnte ich ich wirklich identifizieren. Man fragt sich nur: Warum bleibt eine junge, hübsche Frau mit einem Mann zusammen, den sie hasst und immer nur "den alten Mann" nennt, und den sie mehr oder weniger offensichtlich versucht umzubringen? Und wieso bleibt ein Mann mit so einer Frau zusammen, heiratet sie am Ende sogar?? Fazit: sprachlich toll, Psychologisch in keinster Weise nachvollziebar.
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23 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Langweilig!, 10. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Nullzeit (Gebundene Ausgabe)
Freunde haben mir die Autorin empfohlen, müßte ich unbedingt mal lesen. Also habe ich zum neuen Buch gegriffen und bin maßlos enttäuscht. Von einer Preis-gekrönten Schrifstellerin erwarte ich andere Qualität. Psycho-Geschichten in dieser Form gibt es nun wirklich wie Sand am Meer und hat man schon hundertmal im TV gesehen. Ein literarisches Schmankerl in Wort und Ausdruck ist das Werk nun auch nicht gerade. Und mit Highsmith zu vergleichen? Also, bitte, da fehlt doch noch einiges. Fazit nach einem langweiligen Lesetag: Man hat etwas über das Tauchen gelernt und weiß, was eine Nullzeit ist. Kann man mal im Urlaub lesen, wenn man nichts besseres zu tun hat, muß man aber nicht. Leicht witzig sind die Passagen über die TV-Soap "Auf und Ab", kurz "AuA" mit Bella Schweig als Serienfigur. Aua, ja, das dachte ich mir auch und schweige jetzt besser.
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Nullzeit: Roman
Nullzeit: Roman von Juli Zeh (Taschenbuch - 13. Januar 2014)
EUR 9,99
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