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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die letzten Tage Stefan Zweigs
Wiederauferstehen lässt Laurent Seksik in seinem Roman sowohl im Stil als auch im Inhalt die vergessene Welt der 'schöngeistigen Schriftsteller', die zu ihrer Zeit der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts mit Fug und Recht lange der Überzeugung sein konnten, mit ihren sprachlich ausgereiften und inhaltliche tiefgehenden Romanen die Welt zu bewegen.
Eine...
Veröffentlicht am 23. Mai 2011 von M. Lehmann-Pape

versus
5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zweig sollte man durch seine eigenen Werke nahe kommen
Stefan Zweig ist einer der Autoren, die mich durch ihre Sprachgewalt beeindrucken. Obwohl es schon einige Jahre her ist, das ich seine Werke gelesen habe, sind mir einzelne Stimmungen die er allein durch Worte heraufbeschwören konnte, noch gegenwärtig. Besonders seine Novelle "Angst" habe ich mit Begeisterung gelesen. Nie vorher und nie wieder danach, habe ich...
Veröffentlicht am 20. Juni 2011 von R.E.R.


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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die letzten Tage Stefan Zweigs, 23. Mai 2011
Wiederauferstehen lässt Laurent Seksik in seinem Roman sowohl im Stil als auch im Inhalt die vergessene Welt der 'schöngeistigen Schriftsteller', die zu ihrer Zeit der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts mit Fug und Recht lange der Überzeugung sein konnten, mit ihren sprachlich ausgereiften und inhaltliche tiefgehenden Romanen die Welt zu bewegen.
Eine Welt der Ästhetik, in der Stefan Zweig einer der geachteten Schriftsteller war, eine Welt, die durch die Machübernahme Hitlers in eine lange, dunkle Nacht überführt wurde.

Ganz ähnlich auch im Stil, wie er Zweig zu eigen war, nähert sich Seksik der letzten Monate im Leben des Autors und zeigt die dynamische Kurve des gesamten Romans bereits auf den ersten Seiten exemplarisch auf. Dort, wo Zweig aufatmend durch die Fenster seines neuen, vorläufigen Domizils, eines kleinen Hauses in Petropolis, Brasilien, schaut.

Mut und Zuversicht machen sich auf den ersten Seiten zunächst breit. Endlich eine feste Adresse, 'ein Ort des Neubeginns'. Aber umgehend holt ihn die innere Düsternis wieder ein. 'Diese Zeit würde nie mehr wiederkommen....... Die Nacht hatte sich für immer abgesenkt'.
Und wiederum schwingt die Stimmung um. Seine junge Frau, seine zweite Ehefrau, betritt den Raum. Er spürt die Verantwortung und was er ihr mit all dem Exil ebenso antut. Lotte, die schwer mit ihrem Asthma zu kämpfen hat. Fast zärtlich wird er, dann aber überkommt ihn die Begrenztheit auch dieses Hauses. Nur für 6 Monate gilt der Mietvertrag. Nur, um sich dann doch der neuen Vertrautheit dieses Ortes hinzugeben.

Emotionale Schwankungen, denen Zweig fast wehrlos ausgesetzt ist, die sich seiner Kontrolle entziehen. Das ist der innere Leitfaden dieses ästhetischen und die Innenwelt des Schriftstellers in seinen letzten Tagen nachvollziehenden Romans. So viele seiner eng vertrauten Freunde sind verloren in der Zeit. Tot, verzweifelt, kontaktlos. So verloren ist die ganze Welt des Stefan Zweig, seit er sein geliebtes, kleines Schloss in Salzburg 1934 vorausschauend verlassen hat. Selbst der warme Empfang in Brasilien, das materiell relative Wohlergehen in dieser Zeit, die Kontakte, die er knüpft, seine fast 30 Jahre jüngere Frau, die ihm treu zur Seite steht, selbst all dies kann nicht verhindern, dass sich immer wieder die Nacht über ihn senkt. Nicht umsonst heißt sein letztes Buch, seiner Memoiren, welches im Roman fertig gestellt werden wird, 'Die Welt von Gestern'. Ein Abgesang und eine Erinnerung an all das Verlorene, welches Zweigs Welt ausgemacht hat.

Ein Prozess, den Seksik feinfühlig in Worte zu kleiden versteht und dem, allgemein bekannt, am Ende dieser letzten Etappe in Brasilien, der gemeinsame Freitod des Ehepaares am 22.2.1942 folgte. In diese Zeitspanne, von September 1941 bis Februar 1942 fasst Seksik konzentriert, neben der inneren Entfaltung der 'Nacht' in Zweig selbst, noch einmal diese goldene Ära künstlerischen Schaffens der 20er Jahre in Deutschland und Europa ein und versteht es so, neben dem detaillierten Psychogramm Zweigs, die Hintergründe offen zu legen, aus denen heraus Zweig für sich selbst keine andere Wahl mehr sah. Denn es ging nicht nur um den Verlust der äußeren Heimat, sondern letztlich um die Zerstörung seines inneren Heimatlandes, der Kunst im Rahmen der europäischen Verbundenheit und der Hoffnung, durch Freundschaften und Austausch ein friedliches Miteinander der Völker zu befördern.

Sprachlich hervorragend geschrieben und die Atmosphäre jener Tage und der Innenwelt Stefan Zweigs treffgenau wiedergebend ist Seksik ein wunderbares Buch gelungen.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine Annährung an einen großen Autoren...., 9. Juni 2011
Von 
Catrin Nack (Hamburg Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Stefan Zweig gehört schon während meiner Abiturzeit zu meinen absoluten Lieblingsautoren, die SCHACHNOVELLE habe ich bestimmt 10x gelesen, ebenso seine Maria Stuart- und Marie Antoinette-Biographien und diverse Kurzgeschichten ("Brief einer Unbekannten" ist mir besonders im Gedächnis geblieben). Komischerweise habe ich mich aber nie mit seinem Leben und Sterben auseinandergesetzt, und dieses Buch baut da eine Brücke, und fordert beinahe zum "Weiterlesen" (in Biographien etc.) auf.
Bei diesem durchaus ambitionierten Werk des Franzosen Laurent Seksik, der in Frankreich Herausgeber einiger Literaturzeitschriften ist, handelt es sich zwar um eine fiktive Geschichte; der Rahmen, die Handlung, die Orte sind aber natürlich real. Seksik beschreibt die letzten Monate des Schriftstellers Stefan Zweig und seiner (zweiten) Ehefrau im Exil in Brasilien, und lässt den Lebenslauf Zweigs - wenn auch natürlich stark komprimiert, das Buch hat nur rund 250 Seiten - in Rückblenden einfliessen. Um flüssiges Lesen zu erleichtern, hat der Autor den handelnden Personen, vor allem natürlich Zweig und seiner Frau, direkte Sprache in den Mund gelegt; hier liegt natürlich künstlerischer Freiheit vor. So schafft es Seksik aber , ein beklemmendes Bild der verzweifelten Lage der Emigranten zu entwerfen; düster sieht es in Zweig aus, und trotz der blühenden brasilianischen Landschaft versinkt der Autor immer mehr im Dunkel und kann die Schatten seiner Vergangenheit nicht abschütteln. Der Freitot ist am Schluss eine Erlösung.

Allein schon die Tatsache, das dieser Roman einen der größten deutschsprachigen Schriftsteller überhaupt der Vergessenheit entreisst und einem weiterem Publikum zugänglich macht, als es eine reine Biographie je könnte, verdient viele Sterne. Der Stil mag ein wenig spröde (französisch halt) daherkommen, liest sich aber im Verlaufe des Buches immer besser. Eine Anäherung an einen Autor von ganz anderer Seite, und auf eine ganz andere Art, die man sich -vor allem natürlich als Fan von Stefan Zweig, aber dann natürlich auch als Fan von deutschsprachiger Literatur überhaupt, keinesfalls entgehen lassen sollte.

Eine interessante Neuerscheinung.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Schuld des Überlebens, 12. Juni 2011
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Laurent Seksik hat einen Roman geschrieben, der fast schon eine Biographie darstellt. Beruhend auf Zeitzeugenberichten und erhalten gebliebenen Briefen zeichnet er die letzten Monate des österreichischen Autors Stefan Zweig und seiner Frau Lotte im brasilianischen Exil nach. Die Zweigs - beide selbst Juden - verließen Österreich und danach Europa bereits kurz nach Hitlers Machtergreifung. Doch nun - in den Jahren 1941 und 1942 - quälen Stefan die Geister der Vergangenheit: Freunde, Bekannte und Verwandte, die sie verloren haben, suchen ihn nachts heim. Und immer schlimmere Berichte von den Greueltäten der Nazis und dem Fortschritt des Krieges versetzen die Zweigs in Angst und Schrecken.

Stefan Zweig wirkt schon von Anfang des Buches an schwermütig und selbstzweifelerisch. Die Verbrennung und das Verbot seiner Bücher erschüttern sein Selbstbild als Autor. Aber auch die literarischen Kritiken und Rezensionen der Vergangenheit lassen ihn an seinem Stil und seiner eigenen Leistung zweifeln. Er selbst scheint sich nur als zweitklassig wahrzunehmen. Im Exil versucht er dennoch, weiter zu schreiben, was ihm jedoch sehr schwer fällt. Auch seine Frau Lotte kann ihn nicht aus seinen dunklen Gemütszuständen herausholen. Rückblickend scheint das Ende des Buches ein zwangsläufiges Ergebnis zu sein. Und gleichzeitig entsteht unglaubliches Mitgefühl mit den Zweigs. Ihre Verzweiflung, auch am Ende der Welt nicht sicher vor den Nazis zu sein, ist geradezu greifbar. In diesen schweren Jahren gestatten sie sich selbst keinen glücklichen Moment, da sie glauben, kein Glück verdient zu haben. Und auch wenn Stefan Zweig immer wieder sein politisches "Nichtstun" als echten, neutralen Pazifismus rechtfertigt, fühlt er sich doch wie ein Feigling. Beide haben so viel verloren und trauern so vielem nach, dass das Retten des eigenen Lebens dies nicht ausgleichen kann.
Dieser Roman von Seksik bringt dem Leser die Gefühlswelt von jüdischen Emigranten während des zweiten Weltkriegs sehr nah, auch wenn Stefan Zweig kein emotionaler und manchmal nicht mal mögenswerter Protagonist ist. Ausgeglichen wird dies wiederum durch Seksiks sehr poetischen und bildhaften Schreibstil.
An manchen Stellen wiederum wirkt der Roman zu analytisch und distanziert. Besonders die wiederholte Aufzählung von Zweigs prominenten Kontakten fand ich irritierend. Aus der reinen Verwendung der vollen oder lediglich Nachnamen wird nicht deutlich, in welcher Beziehung Zweig zu diesen stand. Immer wieder wird Sigmund Freud erwähnt ohne jedoch dessen persönlich Bedeutung für Zweig herzustellen. Dadurch kommt manchmal etwas der Eindruck auf, als handeln einzelne Passagen lediglich von der Aufzählung der Schicksale berühmter Emigranten. Wüssten man von den Beziehungen zu Zweig, würden einige der Verluste beim Leser sicher noch schwerer wiegen.

Dieser "biographische Roman" widmet sich einer anderen Betrachtungsmöglichkeit des zweiten Weltkriegs - der der Exilanten, die sehnsüchtig darauf warten, endlich in ihre europäischen Heimaten zurückkehren zu können und wie unterschiedlich sie damit umgehen können. Zudem gibt er einen guten Einblick in die Persönlichkeit und das literarische Schaffen eines weltbekannten Autors. Gleichzeitig ist der Roman nicht so trocken und analytisch wie eine reine Biographie und somit - trotz der schweren Thematik, aber dank des wunderschönen Sprachstils - ein Lesegenuss mit sehr viel Potenzial für grüblerische Nachhaltigkeit.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hymne an die Macht der Poesie, 9. Juni 2011
Von 
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Stefan Zweig war zu seiner Zeit das, was man heutzutage einen Bestsellerautoren nennen würde. Weltweit verkaufte er über 60 Millionen Exemplare seiner Bücher. Gleichzeitig war er auch ein Starautor, der mit prominenten Zeitgenossen verkehrte. Er stand im geistigen Austausch mit Sigmund Freud, Albert Schweizer und Albert Einstein. Außerdem war er ein leidenschaftlicher Autogramm- und Kunstsammler.
Von all dem erzählt der biografische Roman "Vorgefühl der nahen Nacht" ein wenig, während er sich hauptsächlich auf Zweigs letzte Monate im Exil konzentriert. Nach einer Odyssee über London, Bath, und New York ist der Österreicher schließlich mit seiner zweiten Ehefrau Lotte in der brasilianischen Stadt Petrópolis gestrandet. In seinem Gepäck befindet sich nur noch ein kläglicher Rest seiner ehemals umfangreichen Bibliothek. Einer seiner größten Schätze, die Tagebücher Beethovens, ist inzwischen in den Besitz Hermann Görings übergegangen. Aus der Ferne beobachtet Zweig den Krieg in Europa und blickt gleichzeitig auf sein eigenes Leben zurück.

Was Laurent Seksik da so schreibt über die Schwermut eines alternden Schriftstellers, ist ergreifend. Selsik scheut sich nicht, emotional zu sein. Mit wenigen Worten erzeugt er kraftvolle Bilder. Als Romanautor gelangt er dabei zu Deutungen, die ihm als reiner Biograf vielleicht nicht möglich gewesen wären. Aber er geht behutsam damit um. So lässt er Zweigs Freund Feder darüber spekulieren, ob Heinrich von Kleists Werk "Kampf mit dem Dämon" Zweig zur Nachahmung angeregt hat. Gewöhnungsbedürftig fand ich lediglich die wiederkehrenden seitenlangen Monologe. Hier sind sie als bewusstes Stilmittel eingesetzt. Sie sind sicherlich Geschmackssache. Manchem mögen sie unrealistisch erscheinen, wenn sich ein einfacher Mann von der Straße darin verliert. Sie bleiben aber nur eine Fußnote in einem Roman, der eine beklemmende Liebesgeschichte über Lotte und ihrer Hörigkeit zu einem Mann erzählt, dem sie bis in den Freitod folgt. Ein wirklich lesenswerter Roman, nach dessen Lektüre man sich gleich auf die Klassiker stürzen möchte, die man immer mal lesen wollte. Nicht nur auf Stefan Zweig, sondern auch auf Balzac. Eine Hymne an die beflügelnde und gleichzeitig auch zerstörerische Macht der Poesie. Wirklich lesenswert.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Leben im Exil, 7. Juni 2011
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Ein Buch über Stefan Zweig, interessant, dachte ich und begann begeistert zu lesen. Dieses Buch ist aber vielmehr, als ein Einblick in Zweigs Leben. Ms.Seksik beschreibt sehr einfühlsam und eloquent, was es bedeutet im Exil zu leben. In ewiger Unsicherheit, abgetrennt von allem Vertrauten. Die Menschen einem etwas bedeuten in alle Winde zerstreut, ein eben so zerrissenes Leben zu führen wie Zweig selber. Immer wieder, obwohl aus dem Geschehen heraus, mit Horrormeldungen konfrontiert. Die Freitode einiger Freunde und Kollegen, die das Leben in ständiger Flucht nicht mehr ertragen haben. Die Hilflosigkeit, denen die in Österreich und Deutschland geblieben sind, nicht helfen zu können. Dazu noch die Fremdheit in der Beziehung zu seiner viel jüngeren Frau Lotte, welche wiederum ihre eigenen Leiden hat. Asthma und die Beschwerden des Exilleben. Eifersucht auf die 1. Frau des Mannes, die doch den weit grösseren Teil des Lebens mit dem Ehemann geteilt hat.
Es ist ein wundervolles und einfühlsames Buch, welches ich nur sehr empfehlen kann. In sanften Tönen und klaren Worten zeigt Ms. Seksik wie viele Opfer die Nazizeit noch gefordert hat.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein großes Buch!, 23. Juli 2011
Von 
Ulf Evers (Wattenbek) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
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Die meisten Leser dieses Buches werden um Stefan Zweigs Ende wissen, vielleicht wünschen einige von ihnen eine Verurteilung des Freitodes zu lesen, diesen Gefallen erweist Laurent Seksik ihnen nicht. - Genausowenig rechtfertigt er den Freitod. Ihm gelingt auf den knapp 230 Seiten Größeres: er beschreibt den Weg Zweigs in den Freitod nachvollziehbar; und nicht nur den Weg Zweigs, sondern auch den Weg anderer prominenter Exilanten.
Beim Lesen dieses Buches habe ich erstmals eine Ahnung der Gründe erhalten, die z.B. Walter Benjamin in den Tod getrieben haben mögen: der allgegenwärtige Verrat der Vernunft! Und dabei geht es nicht um die Frage, wie lange sich das von Millionen getragene faschistische System halten wird, sondern vielmehr auch um die Angst, wie man nach dem Zerfall des tausendjährigen Reiches mit diesen Millionen zusammen leben soll...

Es ist nicht nur diese Beschreibung, die das Buch so lesenswert machen, sondern auch die vielen Gedanken und Fragen, die in ihm stecken und denen nachzugehen sich lohnt, noch lange nachdem man dieses Buch aus der Hand gelegt hat. Unmöglich an dieser Stelle alle Denkanstöße aufzuzählen, vielleicht nur ein Beispiel: "Er vertrat die schwer zu vermittelnde Idee, dass es nicht die Aufgabe der Juden war, gegen den Antisemitismus zu kämpfen. Vielleicht war der Antisemitismus nicht einmal eine jüdische Angelegenheit, sondern versinnbildlichte nur die Schande der Völker, die sich von ihm leiten ließen."

Auch diejenigen, die unbedingt eine Schwachstelle finden müssen, werden fündig werden. Vielleicht bei der Übertragung des von Zweig geschriebenen Kleist-Essays auf die Lebenssituation von Stefan Zweig und seiner Frau Lotte... aber selbst wenn diese Passage nicht so gelungen sein sollte, dann zeigt sie doch nur die Meisterschaft Seksiks in den anderen Bereichen.

Darüberhinaus ist das Buch sprachlich ein funkelnder Schatz; die Übertragung ins Deutsche von Hanna van Laak kann nicht oft genug gelobt werden!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bewegendes Psychogramm über das tragische Ende von Stefan Zweig, 5. Juli 2011
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"Vorgefühl der nahen Nacht" skizziert die letzten Lebensmonate von Stefan Zweig und seiner zweiten Frau Lotte.

Nach jahrelanger Flucht vor den Nationalsozialisten und ständig wechselnden Exilorten wenden sich die Zweigs zuletzt nach Brasilien, in der Hoffnung, hier endlich ein Refugium zu finden, das ihnen langfristig Sicherheit und Frieden bietet.

In eingestreuten Rückblenden werden einige Stationen seiner Flucht aufgezählt: England, wo Zweig zunächst willkommen ist. Er, der meistgelesene Schriftsteller seiner Zeit, Freund und Kenner der gesamten kulturellen Elite Europas wird in Ehren aufgenommen. Er lässt sich von Frau Friderieke scheiden und heiratet seine Sekretärin, die beinahe 30 Jahre jüngere Lotte Altmann. Mit Fortschreiten des Krieges wird er aber zuletzt zur unerwünschten Person und ein Bleiben in England wird zunehmend unmöglich. Daraufhin versucht das Ehepaar, in der Neuen Welt Fuß zu fassen und reist nach New York, Sammelbecken europäischer Emigranten, darunter auch zahlreiche Schriftstellerfreunde. Lottes angeschlagener Gesundheitsheitszustand (sie leidet unter Asthma) und Stefans fortschreitende Depression machen aber auch hier einen dauerhaften Aufenthalt unmöglich. In Brasilien nun finden sie die vermeintlich endgültige Zufluchtsstätte und quartieren sich in einem gemieteten Haus in Petropolis ein. Aber auch hier lässt vergangenes und gegenwärtiges Grauen sie nicht los, können sie die Augen nicht vor den Realitäten des Krieges und der nun von vielen Zeugen berichteten systematischen Vernichtung des jüdischen Volkes verschließen. Sie, die Überlebenden, die Entkommenen, finden keinen Frieden mehr, egal, wohin sie sich wenden. Nachts wird Stefan Zweig heimgesucht von Visionen inzwischen verstorbener Freunde wie Joseph Roth. Die morbide Faszination des tragischen Endes, die ihn bereits in jungen Jahren angezogen hat und auch ein immer wiederkehrendes Motiv in seinen Büchern ist, beschleunigt nun Zweigs Abdriften in Verzweiflung und Todessehnsucht. Er versucht zu arbeiten, schreibt hier "Die Welt von Gestern", versinkt aber immer öfter in depressive Grübeleien und verliert gegen Ende seine Schaffenskraft zur Gänze.

Seine Frau Lotte (charakteristisch für die Beziehung: sie siezt ihn bis zuletzt) versucht, mit ihren eigenen Dämonen fertig zu werden und gleichzeitig ihrem Mann aus seinen depressiven Verstimmungen herauszuhelfen. Der Rückzug Zweigs von der Welt, den Menschen und auch von ihr schmerzt die junge Frau, deren anbetend schwärmerische Liebe für ihren Mann sie selbst langsam zugrunde richtet. Er, dem in seinem literarischen Werk die Darstellung der inneren Leidenschaften der Menschen stets ein Hauptanliegen war, ist im Privatleben ein eher zurückhaltender, kontrollierter und distanzierter Mensch, dem offene Gefühlsbezeugungen unangenehm sind. Und doch sehnt sich die kränkelnde, stille Lotte nach solch einem offenen Zeichen seiner Zuneigung, zweifelt, hadert, hasst abwechselnd ihn und sich selbst, zerfleischt sich in unerfüllter Liebe zu ihrem Idol, ständig schwankend zwischen euphorischer Hoffnung und bodenloser Betrübnis. Zwei Existenzen, die nebeneinander her auf den Abgrund zugehen, jeder von ihnen getrieben von der eigenen Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit. Und die den Schritt über den Rand hinaus am Ende Hand in Hand gehen.

Seksik gelingt es bewundernswert, sich die Zweig'sche Technik der Seelenbetrachtung zunutze zu machen in der Art seiner Darstellung. Es ist ein Roman, also Fiktion, keine detaillierte oder zwingend authentische Biografie, sondern eher ein skizzenhaftes Aneinanderreihen von Begebenheiten der letzten Monate im Leben des Ehepaares Zweig mit dem Hauptaugenmerk auf die seelische Befindlichkeit der Figuren, die letztendlich den Ausschlag zu ihren Aktionen geben. Er wahrt in seiner Erzählweise eine gewisse Distanz, ist ein außenstehender Berichterstatter der äußerlichen Ereignisse. Trotzdem vermag er es, das innere Seelenleben der Figuren vor uns zu entfalten, stellt sehr gelungen ihre Getriebenheit dar, zieht uns damit in ihre Gedankenwelt hinein und führt stringent zum letzten logischen und zwangsläufigen Schritt, dem endgültigen Sich-Entziehen aus dem Verharren in der Ausweglosigkeit durch den Freitod.

Seksik bietet einen gedanklicher Entwurf, wie es gewesen sein könnte. Der Autor erhebt sicher keinen Anspruch darauf, das Seelenleben der Zweigs bis in ihre Tiefen intim gekannt zu haben. Aber den Ansatz, basierend auf dem Wissen, dass er über Zweig, seine Zeit und seine Werke sowie Zeitgenossen zusammengetragen hat, finde ich durchaus überzeugend. Mich jedenfalls hat das Buch auf emotionaler Ebene sehr ergriffen und bewegt. Ich habe es mit Genuss gelesen, und es hat mich in Machart und Stil durchaus ein wenig an Bücher von Zweig erinnert. Die mich ebenfalls weniger auf der intellektuellen als auf der emotionalen Ebene angesprochen haben. Leidvoll, bedrückend, gleichzeitig herzzerreissend und anrührend.

Ein Buch, das es lohnt, gelesen zu werden.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Wird Zweig nur schwerlich gerecht, 22. Juni 2011
Von 
rebellyell666 "rebellyell666" (Münster) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
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Inhalt:

Stefan Zweig ist ein bekannter und gefeierter Schriftsteller des frühen 20. Jahrhunderts. Als die Regierung in Deutschland umschwingt und Juden verachtet, verfolgt und vertrieben werden, flieht er vor dem nahenden Tod: Auch er ist Jude, zwar Atheist, doch ' da er in aller Munde ist ' ein Ziel der Machenschaften der NSDAP. Sein letztes Ziel heißt Brasilien: In Persepolis begibt er sich auf die Suche nach dem Sinn, weiterzuleben'

Schreib-/Erzählstil:

Seksik versucht, was viele Schriftsteller sich zur Aufgabe gemacht haben: Er möchte der Nachwelt von einer bedeutenden Persönlichkeit berichten, die in gewisser Weise eine Ära geprägt und beschrieben hat. Er schildert uns die letzten Monate, Wochen, Tage von Stefan Zweig. Leider verstrickt sich Seksik nach einem erfolgreichen und gelungenen Anfang seiner Schilderung in langatmige Sätze, Ausschweifungen, Dialoge ohne jedwede Erwiderung und die stete Verehrung, die Zweig für einige große Schriftsteller hegte. Die zweite Frau Zweigs stellt Seksik als willenloses, an Asthma erkranktes junges Ding dar, die erste Frau Zweigs schildert Seksik hingegen mit großer Zuneigung, Begeisterung und stillen Charme. So stellt er im Nachhinein Wertungen auf, die dem Leser vermeintlich aufgedrängt werden sollen. Ein eigenes Bild der Persönlichkeiten kann man sich so leider nicht machen.

Meine Meinung:

Bereits an der charakterlichen Ausarbeitung hapert es gewaltig. Aber auch die Erzählstränge, die Seksik in einzelne Monatsabschnitte ' insgesamt begleiten wir Zweig fast ein Jahr in Brasilien ' unterteilt hat, lassen stark zu wünschen übrig. An den richtigen Stellen lässt Seksik schnell Gedanken fallen, so dass der Leser allein dasteht. Stattdessen ergeht sich Seksik seitenlang in Bewunderungen von Mann, Goethe und vor allen Dingen Balzac, der es Zweig angetan hat. Natürlich birgt das auch Anregungen für den Leser, sich diesen Schriftstellern, die Zweig verehrt hat, zu widmen. Dennoch ist es auf die Dauer ermüdend, ständig lesen zu müssen: Ach, der ist sooo toll!

Zweig kommt dabei nur wenig zu Wort. Tatsächlich beschreibt Seksik eher negative Eigenschaften seines vermeintlichen Hauptprotagonisten: Ihm fehle es an Entscheidungsfreudigkeit, auswärtige Treffen bereiten ihm schnell Langeweile und der stete Drang, das Kämpfen aufzugeben und sich des nahen Todes zu freuen, ist allgegenwärtig. Ich habe Zweig nicht als glühenden Schriftsteller kennen gelernt ' auf diese Jahre geht Seksik nur spärlich bis gar nicht ein. Die zweite Frau Lotte von Zweig lernen wir aber viel näher kennen: Sie ist zwar durchaus noch jung, aber schon alt in ihren Wahrnehmungen, in ihren Aussagen und in ihrem Bestreben, den alten Mann Zweig hervorzulocken. Sie verlangt nicht viel, nur ein Liebesgeständnis, was sie bisher nicht hören durfte. Seksik drückt dem Leser hier seine Meinung derart auf, dass man die Freude am Lesen selbst verliert.

Das Ende ist hingegen wieder sehr aufregend und wahnsinnig einfühlsam geschildert. Es bleibt zwar eine kühle Distanz, aber Seksik weiß hier, seine Worte richtig zu wählen, so dass einem mulmig auf den letzten Seiten wird.

Fazit:

Der Anfang und das Ende sind gut geschildert. Die mittleren Stränge bleiben auf der Strecke, die Charaktere sind eingefahren. Ich frage mich, ob die Toten sich bei dieser Erzählweise nicht im Grabe umdrehen'
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zweig sollte man durch seine eigenen Werke nahe kommen, 20. Juni 2011
Von 
R.E.R. "R.E.R." - Alle meine Rezensionen ansehen
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Stefan Zweig ist einer der Autoren, die mich durch ihre Sprachgewalt beeindrucken. Obwohl es schon einige Jahre her ist, das ich seine Werke gelesen habe, sind mir einzelne Stimmungen die er allein durch Worte heraufbeschwören konnte, noch gegenwärtig. Besonders seine Novelle "Angst" habe ich mit Begeisterung gelesen. Nie vorher und nie wieder danach, habe ich einen Schriftsteller gefunden der dieses elementare Gefühl auch nur annähernd so beschreiben konnte. Mir fehlen die Worte um auszudrücken, was mir damals beim Lesen durch den Kopf ging. Nur so viel, ich verstand was es heißt Angst zu haben. Ich verstand in welch mannigfachen Regungen sie sich ausdrücken kann. Wie subtil die Angst einen umkreist, umzingelt, gefangen nimmt.

Ein ebensolches Beispiel für den Sog der Worte den Stefan Zweig unnachahmlich beherrschte ist die Novelle "Brennendes Geheimnis". Wie hier die Gedanken des jungen Edgar ausgebreitet werden, in verstörender Offenheit seziert und in gnadenloser Liebe zu seiner Mutter begründet, das gehört mit zum Besten, was ich jemals gelesen habe.

Nun hat der Franzose Laurent Seksik mit "Vorgefühl der nahen Nacht" eine Art Biographie der letzten Lebensmonate des Schriftstellers in seinem brasilianischen Exil herausgebracht. Er beschreibt die Lebenssituation besonders aber die Gefühlslage des Ehepaares Zweig, bevor sich beide im Februar 1942 das Leben nahmen.

Seksik schreibt einfühlsam. Mir kam es so vor, als wolle er den Stil Zweigs nachahmen. Seine Versuche Emotionen tiefenpsychologisch auszuloten sind gut, reichen aber nicht an sein literarisches Vorbild heran. Er versucht in die Gedankenwelt des großen Schriftstellers einzudringen, kratzt aber letztlich nur an der Oberfläche dessen, was gewesen sein könnte.

Die Handlung orientiert sich an den historischen Fakten, bietet aber keine neuen Erkenntnisse. Das Geschehen ist durch eine fundierte Recherche in den Nachlassbriefen und anderen Werken angereichert worden. Seine Quellen führt Seksik am Ende an.

Das Buch ist ein ansprechender Versuch trockene Fakten in ein gefühlsbetontes Umfeld zu betten. Die Ansätze sind gut und durchaus lesenswert. Dennoch würde ich empfehlen dem Schriftsteller Zweig durch seine eigenen Werke nahe zu kommen. Und das Interesse an seinem Leben und Werk durch eine rein sachliche Biographie abzudecken.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen In Namen Zweigs, 14. Juni 2011
Von 
Sonja von Faltin "Kaffeetrinker" (Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Stefan Zweig war einer DER Schriftsteller zu Beginn des 20.Jahrhunderts, er wurde weltweit gelesen, in alle möglichen Sprachen übersetzt und verdiente schon in jungen Jahren gutes Geld mit seiner Schriftstellertätigkeit. Er war überzeugter Humanist und Pazifist. In seinen letzten Lebensjahren befand er sich fortwährend auf der Flucht vor den Nazis, in seinen letzten Lebensmonaten in Brasilien, genauer in Petropolis, einer sehr europäisch anmutenden Stadt, erbaut von österreichischen Einwanderern ab 1825.

Das vorliegende Buch beschreibt in Romanform die letzten Lebensmonate Zweigs in einer Villa in Petropolis, bis zu seinem Selbstmord.
Begleitet in den Jahren der Flucht wurde Zweig von der jungen Charlotte Altmann, welche er in England heiratete. Beide waren jüdischen Glaubens, Zweig allerdings ein überzeugter Atheist, der sich nicht mit seinem Glauben identifizieren konnte.
Auch Charlotte Altmann brachte sich, zusammen mit Stefan Zweig, um.

In den einzelnen Kapiteln wird sehr genau und anschaulich beschrieben, warum Zweig glaubte, bis nach Brasilien flüchten zu müssen, selbst dort seine Angst nicht loszuwerden, daß die Nazis ihn auch in Petropolis finden würden.
Sein Lebenswerk wird vorgestellt, sein Leben als umfeierter Schriftsteller in den 20-iger Jahren mit rauschenden Empfängen, Festen und Ehrungen, seine vielen Freunde, die meisten von ihnen ebenfalls Schriftsteller, der Leser lernt Zweig als Kunstsammler kennen, dessen Sammlung sich die Nazis unter die Finger reissen.
Seine Frau hingegen tut sich schwer mit dem Ehemann, von dem sie sich vernachlässigt fühlt. Charlotte Altmann ist schwer asthmakrank, nur in Petropolis findet sie nach den anstrengenden Jahren der Flucht endlich wieder Luft zum Atmen.
Und freundet sich an mit dem Gedanken, ihren Mann in den frei gewählten Tod zu begleiten, sie will ihm bis zum Ende ihre Liebe beweisen.

Das Buch ist gut geschrieben, gerade die vom Autor entworfenen Bilder der Judenverfolgung in Europa und die unendliche Verzweiflung, die Zweig deswegen befällt, sind sehr beeindruckend.

Der Versuch eine Biographie in Romanform zu schreiben, scheitert aber in meinen Augen an zwei Dingen: erstens fand ich den etwas verächtlichen Ton des Autors Seksik für die zweite Frau Zweigs, Charlotte Altmann, befremdlich.
Obwohl sie sicher unreif war, naiv und von grenzenloser Bewunderung für den älteren Zweig geblendet, so habe ich die offensichtliche Abneigung des Autors nicht nachvollziehen können.
Ausserdem hatte ich beim Lesen immer den Eindruck, in einen Spiegel zu sehen, hinter dem sich das Leben Zweigs abspielte. Nie hat mich das Buch wirklich ergriffen, bis auf die bereits erwähnten Schilderungen der Nazigreuel.
Der Schreibstil ist wirklich gut, aber irgendwie zu glatt für meinen Geschmack. Alles wirkt zu berechnend, nach einem Schema geschrieben, aber irgendwie auch energielos.

Fazit: das Buch ist durchaus empfehlenswert für die gebildete Leserschaft, als Biographie taugt es allerdings nur bedingt, weil viele Ereignisse gewertet werden, als Roman empfinde ich das Buch als zu kalt; auch wenn eine düstere Atmosphäre geschaffen werden soll, so habe ich diese als herbeigeschrieben empfunden, aber nicht als echt.
Der echte Zweig ist um etliches lesenswerter in meinen Augen.
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Vorgefühl der nahen Nacht: Roman
Vorgefühl der nahen Nacht: Roman von Laurent Seksik (Taschenbuch - 8. Oktober 2012)
EUR 9,99
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