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Kundenrezensionen

4,1 von 5 Sternen54
4,1 von 5 Sternen
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am 24. März 2011
Vor mehr als 80 Jahren stöckelte Dorothy Parker in maßgeschneiderten Kleidern und kessen Hüten durch New York. Das, was sie dabei erlebte, schrieb sie auf - mit spitzer Feder und noch spitzerer Zunge. Keiner hat die Atmosphäre Manhattans in den zwanziger Jahren besser eingefangen als sie. Ihre Gedichte, Kritiken und Short Storys gehören zum Besten, was über das Amerika der 20er Jahre je geschrieben wurde, und brachten ihr den Ruf ein, die geistreichste Frau der USA zu sein. Ihre Bonmots wurden legendär, so zum Beispiel: 'Wenn Du wissen willst, was Gott über Geld denkt, brauchst Du Dir nur die Leute anzusehen, denen er welches gegeben hat'. Bisher ist diese Frau in Deutschland beschämend unbekannt ' ein Umstand, den dieses Buch hoffentlich ein für alle Mal ändern wird. Denn es ist voller Leidenschaft und Witz, voller Mitgefühl und voller Bewunderung und wird der Königin der Lästermäuler mehr als gerecht. Lesen! Lesen! Lesen!
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am 16. August 2011
Bin durch die lobende Besprechung in der FAZ auf das Buch aufmerksam geworden und hab es in einem Sitz verschlungen. Man fühlt sich wirklich ins New York der 20er Jahre zurückversetzt und hat das Gefühl, man sitzt mit Dorothy Parker und ihren Freunden beim täglichen Lunch am Round Table im Algonquin Hotel. Was für ein Herzchen und was für eine schräge Truppe! Fast unglaublich, dass diese Leute neben ihrer ausufernden Freizeitgestaltung noch Zeit hatten, so große Karrieren zu machen. Das Buch ist so tragikkomisch, dass man es ungern wieder aus der Hand legt. Ein echter Lesegenuss!
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am 26. März 2011
Endlich ist sie in Deutschland angekommen - Dorothy Parker. Sie, die sarkastische und geistreiche Schriftstellerin, Theater- und Literaturkritikerin im New York der Zwanziger Jahre blieb hierzulande weitgehend unbekannt. Das dürfte sich ändern, denn Michaela Karl hat eine äußerst lesenswerte Biographie verfasst. Sie nimmt die Leser auf ''Dotties'' unkonventionellen Lebensweg mit, der voller Sehnsüchte, Windungen und Brüche ist. Sie erinnert an deren Spott gegen überschätzte Machomänner, verlogene Politiker und selbstzufriedene Reiche. Und sie gibt Einblicke in ein aufregendes Leben zwischen Algonquin Hotel, Jazzclubs und Cocktails. ''Noch ein Martini und ich lieg unterm Gastgeber'' - ein anziehender Titel, der viel verspricht und vor allem auch hält.
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Die Biographie von Michaela Karl geht witzig und kurzweilig los, wird dann jedoch sehr traurig. Das liegt aber nicht an Karl, sondern daran, dass Parkers Leben immer düsterer und verzweifelter wurde. Der klebrige Staub von Depression und Einsamkeit legt sich beim Lesen auch über die eigene Seele. Doch so war Parkers Leben nun einmal. Vielleicht kann man ihr eine Art letzte Ehre erweisen, in dem man ihren Weg noch einmal mitgeht, um am Ende, wenn man an ihrem Grab steht, eine der typischen Ohrfeigen, die sie so gern austeilte, zu kassieren. "Wer dies liest, steht zu nah" ließ sie in ihren Grabstein meißeln. So blieb sie stolz und unnahbar bis über den Tod hinaus. Vermutlich war es dieser Stolz, der sie so kratzbürstig und widerborstig machte. Von der ehrfürchtigen Bewunderung, die viele ihr entgegenbrachten, hatte sie am Ende - nichts. Irgendwie tat's mir in der Seele weh, dieses Buch zu lesen. Die Geschichte einer kleinen Frau mit zarter Seele, die sich nach einer desaströsen Abtreibung von aller Hoffnung aufs Glück verabschiedete und immer härter und erbarmungsloser wurde, vor allem mit sich selbst. Michaela Karl hat eine Fülle von biographischem Material zusammengetragen und - für meinen Geschmack - genau den richtigen Ton getroffen.
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am 24. Mai 2011
Ein wunderbares Buch!
Fesselnd und sehr unterhaltsam von der ersten Seite bis zum letzten Wort. Und wenn man dieses gelesen hat, möchte man gleich wieder von vorne anfangen. Um Dorothy Parker nochmals zu begleiten von der unbekannten "Reime-Macherin" zur gefeierten Schriftstellerin, in der Entwicklung ihrer politischen Gesinnung und in ihrem heute noch aktuellen Liebesleben (ist es nicht nahezu beruhigend, dass sich auch eine so angesehene Persönlichkeit immer in die falschen Männer verliebte?). Und nicht zuletzt, um die atemberaubend bissigen, von der Autorin so treffend ausgewählten und platzierten Zitate der schlagfertigen Dottie nochmals zu lesen. Das MUST READ dieses Jahres!
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am 1. November 2011
Frisch, "spritzig" und gut recherchiert - insoweit stimme ich der "Süddeutschen" zu. Es ist schön, mal nicht fussnoten-überladene, papieren-raschelnde deutsche Historiker-Geschichtsschreibung lesen zu müssen, sondern anglo-amerikanisch unterhaltsame, quasi Prosa-Historik.
Ich habe das Buch nicht mehr aus der Hand gelegt - was ja per se ein grosses Lob ist - wenn man mal selbst bedenkt, bei wie vielen Büchern man das in der letzten Zeit sagen konnte.
Negativ: die Wiederholungen (z.B. wird R Benchley wieder und wieder als "Herzensmensch" geschildert - spätestens nach dem zweiten Mal weiss man das eigentlich). Dafür wäre bei anderen Personen, die mehr oder minder anglo-irische Namen tragen (Collins, Stewart, Mooney...) hin und wieder ein kurzer "reminder" nicht schlecht.

Ein grosser Pluspunkt ist, daß sehr deutlich wird, dass die Mitglieder des Round Table und auch D Parker letztlich alle (nach bürgerlichen Masstäben) unglücklich und/oder krank und/oder schwerst abhängig zugrunde gegangen sind. Leider versäumt es die Autorin, hierfür ein Deutungsmodell anzubieten - zumindest für ihre Hauptfigur wäre das wünschenswert und angemessen.

Fazit: tolles Buch, kleinere Schwächen - ein "must have" für den, der Biographien und/oder gut gemachte, "knackige" Geschichtsschreibung liebt.
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am 29. März 2011
Der Titel hat mich neugierig gemacht obwohl ich Dorothy Parker zuvor nicht kannte. Und ich bin total begeistert. Was für ein Leben! Voller Dramatik, aber auch voller Witz. Der Titelsatz ist ja noch harmlos gegen das was diese Frau sonst noch so von sich gab. Und das vor 90 Jahren!
Ich habe mir gleich ihre "New Yorker Geschichten" geholt. Schade, dass ihre Gedichte nicht übersetzt sind. Doch sie sind auch auf englisch gut. Das glänzend geschrieben Buch von Michaela Karl macht einfach Lust weiter zu lesen. Ein fesselndes Buch über eine ganz unglaubliche Frau!
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am 20. Juli 2011
Das Buch ist viel mehr als eine Biografie der "Königin von New-York" der goldenen Zwanziger .Der Leser erlebt nicht nur das Schicksal von Dorothy Parker, er erlebt den Wandel der Zeiten ab 1893( dem Geburtsjahr von D.)die Höhen und Tiefen nicht nur in ihrem Leben sondern auch im Leben von Weggefährten,von berühmten Zeitgenossen und Freunden .Er erfährt interessante Details über die politischen Auswirkungen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts auf die kulturelle Szene und den Literaturbetrieb.
Nachdenklich stimmen die oft sarkastische Selbstkritik von D. Parker, sowie ihr Kampf gegen den Alkohol bei sich und ihren Freunden.- Dorothy Parker setzte sich für die Menschenrechte weltweit ein und mußte dafür auch berufliche Nachteile hinnehmen.
Ein spannendes und einfühlsames Buch, das einlädt, die Werke von Dorothy Parker im
Original zu lesen.
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am 22. Januar 2014
Das wunderliche Leben der wunderbaren Mrs. Dorothy 'Dotty' Parker. Hervorragend recherchierte Biographie einer atemlosen Existenz. Hochintelligent, witzig und stets bestens gelaunt - das ist Dorothy Parker, die Königin der Tafelrunde im legendären Hotel Algonquin. Mit spitzer Zunge und spitzer Feder, gleicht sie einem intellektuellem Feuerwerk, das selbst in den Roaring Twenties noch spetakulär wirkte. In selbstentworfenen, maßgeschneiderten Kleidern und ausgefallenen Hüten war sie auch äußerlich betrachtet ein Hingucker. Als Schriftstellerin hochgelobt, Geliebte der interessantesten Männer ihrer Zeit, ebenso verwöhnt wie ehrgeizig, erklomm sie den Gipfel des Erfolgs - oberflächlich betrachtet. Zynisch und enttäuscht, durch eine traumatische Abtreibung körperlich und seelisch gebrochen, von Depression und den Folgen exzessiven Alkoholkonsums gezeichnet, wird ihr Leben zu einer rasanten Achterbahnfahrt -und sie schreibt um ihr Leben. Was ist hier Ursache, was ist Wirkung? In Dorothys Texten, die so leicht und mit einem Augenzwinkern daherkommen, schwingt die Erfahrung eines wahrhaftig gelebten Lebens mit. Michaela Karls Biographie wird dieser Frau gerecht. Was soll man Besseres über eine Biographie sagen? Spritzig und empathisch geschrieben, nähert sie sich ihrem 'Objekt' ebenfalls mit einem Augenzwinkern, das eine Träne wegblinzelt, die vielleicht den unbestechlichen Blick der Biographin trüben könnte. Man möchte beim Lesen lachen und weinen, bekommt Schutzinstinkte ("Dotty, bitte tu es nicht - nicht schon wieder!"), spürt Wut und freut sich - machmal sogar alles gleichzeitig. Für alle satuierten Schreiberlinge aus den Elfenbeintürmen der etablierten Literaturschmieden ein Muss! Alternative: Zehn Jahr Taxi fahren (und zwar nicht auf dem Rücksitz!).
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am 29. November 2013
Das Leben der Dorothy Rothschild Parker - in Deutschland eher unbekannt, in den USA eine Stilikone - wird hier in erzählerischer Form dargelegt. Dabei entsteht das Bild einer unglücklichen, alkoholkranken und vor allem den meisten Menschen im Grunde wohl eher unsympathischen Frau die bis an ihr Lebensende nicht den rechten Einstieg ins Leben findet. Ein Phänomen wie es bei vielen Promis auch noch heute zu beobachten ist. Erfolgreich - berühmt - bemitleidet - vergessen.

Sie stirbt einsam - und betrunken. Sie hat es so kommen sehen und war trotzdem nicht in der Lage etwas dagegen zu tun, traurig. Dabei hatte Mrs Parker ein ausnehmend soziales Wesen, dafür hat sie wirklich viel getan und auch vor persönlichen Repressalien nicht zurückgeschreckt. Das kann, das muss man ihr hoch anrechnen.

Und Frau Karl wird nicht müde dies alles zu betonen. Unter anderem da sehe ich einen Schwachpunkt - die mangelnde Kritikfähigkeit Michaela Karls gegenüber Dorothy Parker. Sie unterlässt es einen Erklärungsansatz für Dorothys Probleme bei Dorothy selbst zu suchen, vielmehr verharmlost sie Dorothy Parkers massiven Alkoholprobleme und sucht die Schuld dafür bei anderen, nur selten gibt es leise Kritik.
Zweiter Kritikpunkt ist die plumpe Sprache die fast völlig ohne Variationen auskommt und sich auf ziemlich niedrigen Niveau bewegt. Das kann, das muss man besser machen. Ein Autor sollte mehr Stilmittel verwenden können als "Als einmal Robert Benchley sagte...." oder "erwiderte sie trocken".

Insgesamt reicht das nicht für 5 Sterne, und auch die Klappentext-Lobhudelei von Frau Heidenreich kann ich nur bedingt nachvollziehen. Aber trotzdem ein gutes Buch.
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