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am 6. Januar 2013
Irgendwo las ich, dass man dieses Buch an jeder beliebigen Stelle aufschlagen und lesen kann. Dem ist wirklich so. Olga Martynova Roman besteht aus 88 mehr oder weniger kurzen Prosatexten, die fast vollständig unabhängig voneinander gelesen werden können. Der rote Faden ist die Beziehung Marinas zu ihrem deutschen Freund Andreas und der Dichterkreis um Daniil Charms.

Sogar die Papageien überleben uns ist eine ungewöhnliche Reise durch Zeit und Geschichte. Es handelt vom Zeitfluss, von Zeitflussweibern, von "Dingen, von früher" und "Dinge aus dem anderen Leben" und wirkt ein wenig selbstverliebt als Roman. Es braucht das ein oder andere Mal ein wenig Durchhaltevermögen um den Unsinn der Gedankenspiele zu druchschauen, aber insgesamt amüsieren die geistigen Achterbahnfahrten der Autorin.

“Wwedenskij sagte: Und überhaupt: Jede Beschreibung ist falsch. Der Satz: >>Ein Mensch sitzt, über seinem Kopf ist ein Schiff<< ist doch vielleicht richtiger als >>Ein Mensch sitzt und liest ein Buch.<<”

Es wäre falsch zu sagen (das habe ich in meinem Vortrag nicht mitgeteilt): Ich stehe in einem schattigen Hof. Neben mir steht ein deutscher Schauspieler. Ich warte, bis er sein Foto signiert hat. Nein. Ich stehe in einem schattigen Hof. Über meinem Kopf kauen die Kamele das dürftige Grün, das nicht einmal grün ist. Unter meinen Füßen hinter dem Schattengatter (-gitter?) staubt der gelbe Himmel der Wüste, der Andreas und mir vor fast zwanzig Jahren golden war.” [S. 59]

Auch an den Gesprächen der Oberiuten (Charms und seine Dichterfreunde), die “den Unsinn als Erkenntnisform gewählt haben, um die absurde Welt, in der sie zu leben hatten, besser zu verstehen”, die ähnliche (aber unterhaltsamere) Formen hatten, dürfen wir dank der Autorin teilhaben.

Der Roman ist sicherlich ein Exot unter den Nominierungen zum Deutschen Buchpreis. Vielleicht einen Hauch zu verspielt, zu wenig ernsthaft um in den Kreis der Shortlistnominierten aufgenommen zu werden. Olga Martynovas Sätze sind lang, verschachelt und bewusst konfus (mit zahlreichen gedanklichen Abschweifungen in Klammern versehen). Klammerung innerhalb von Klammerungen nicht ungewöhnlich bei Frau Martynova. Insgesamt macht es Spaß dieses Buch zu lesen, da es einfach anders ist und zum Mitdenken und Miträtseln auffordert. Ihren scherzig bissigen Tonfall setzt die Autorin mit Bravour ein.

Fazit: Die Kernaussage ist bei mir nicht so richtig angekommen, aber das Buch hat irgendwie etwas. Etwas, was Spaß macht . Eine lyrische Reise durch die Ereignisse des 20. Jahrhunderts in Russland. Ganz sicher nicht jedermans Geschmack.
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am 15. April 2013
"Die dummen Männer in einer intellektuellen Gesellschaft führen oft lange, rege und sinnlose Unterhaltungen." - Marina, russische Literaturwissenschafterin und Daniil Charms Expertin begibt sich auf eine Reise in die russische Vergangenheit. In jene ihrer geschätzten DIchter ebenso wie in ihre eigene, in der sie noch vor der Perestroika die Bekanntschaft von Andreas macht. Den deutschen Literaturwissenschafter verbindet mit Marina eine gemeinsame Jugend. Im ZUge einer Vortragsreise in Deutschland macht er Marina einen Heiratsantrag, nachdem beide gescheiterte Ehen hinter sich haben. Marina fällt es schwer, eine Entscheidung zu treffen, zu sehr haben sie die Jahre verändert, ebenso wie sich ihre Heimat St. Petersburg verändert hat. Martynova erzählt eine wunderbare Geschichte, gespickt mit intellektuellen Weisheiten und fein gesponnenen Gedankenanstößen. Unbedingt lesenswert!
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am 14. Oktober 2010
betrachtet erscheint das 20. Jahrhundert als wild romantisches Zeitalter. Ein Mann geht nach Russland (anno 1942) und lässt bei Stalingrad seinen rechten Arm zurück. Ein anderer Mann geht nach Russland (anno 1986), um eventuell diesen Arm, der einmal seinem Vater gehört hat, aufzulesen und lässt stattdessen sein Herz in Leningrad zurück.
Es vergehen 20 Jahre. Leningrad gibt es nicht mehr. Genauso wenig wie Stalingrad. Nur das zurückgelassene Herz lebt, und schmerzt, und will geheilt werden.
Erzählt wird diese internationale Liebesgeschichte von der Frau, in die sich der deutsche Student Andreas 1986 unvorsichtig verliebt hat. Aus der kühnen siebzehnjährigen Germanistikstudentin von damals ist eine verträumte Germanistikprofessorin geworden. Ihre Welt besteht zu 80 % aus Literatur, und die restlichen 20 % sind ihrer Jugendliebe Andreas vorbehalten. Sie sinniert sehr viel über die Vergangenheit nach: ihre eigene wie die Russlands, was für eine Frau in ihrem Alter als ein wenig früh erscheint. Außerdem hat sie eine große Affinität zu den Vögeln. So gut wie jeden Menschen in ihrer Umgebung ordnet sie einer bestimmten Vogelart zu. Das ist meistens präzise beobachtet und mit den Zitaten aus der Weltliteratur hübsch unterlegt.
Im Sommer 2006 kommt sie zu einem Kurzbesuch nach Deutschland. Aber nicht um Fußball zu gucken, auf gar keinen Fall, sondern um an einer höchstwissenschaftlichen Literaturtagung teilzunehmen. Die alte Liebesgeschichte bekommt eine (glückliche) Fortsetzung. Ob das empfindliche Herz von Andreas dies verkraften wird?
Der Roman ist in kurze Kapitelchen untergeteilt, konsumentenfreundliche Lesehäppchen. Die Sprache ist meist poetisch und, wie bereits erwähnt, reich an Zitaten. Manchmal ist es zuviel des Guten. Die ganze Linie der OBERIUten (eine eher unscheinbare Lyrikrichtung in der russischen Avantgarde) erscheint z. B. überflüssig. Ein Nebenheld, ein vom sowjetischen Regime verfolgter Dichter, der in den Demokratiezeiten aufhört, Dichter und schwul zu sein, ist ebenfalls ein verzichtbares Beiwerk.
Das Ganze erscheint außerdem viel zu artifiziell, was jedoch an der leicht lebensfernen Erzählerin liegen mag. Am Ende des Romans lässt die Heldin jedoch durchblicken, dass das Meiste an ihrem literarisch-esoterischen Selbstbild nur Maske ist, um innere Unsicherheit und Angst vor der Liebe und damit dem realen Leben zu verbergen.
Das Buch ist für alle Akademikerinnen, sensiblen Frauen, Russlandsinteressierten und Slavistikstudenten empfehlenswert.
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