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39 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Konventioneller Abschluss eines großen Werkes
Lange mussten die Leser nach der Lektüre der ersten beiden Bände von 1q84 auf Fortsetzung und Abschluss der Geschichte um Tengo und Aomame warten, aber es hat sich gelohnt! Die Geschichten der beiden verweben inneinander und münden in einem furiosen, aber letztendlich sehr konventionellen Finale. Tengo und Aomame werden zu einer modernen Variante von Romeo...
Veröffentlicht am 20. Oktober 2011 von Manfred Küper

versus
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Als Tiger gesprungen, als Bettvorleger gelandet
In drei Bänden verknüpft Murakami die verhinderte Liebesbeziehung zwischen Aomame und Tengo mit dem Machtausbau der militanten Sekte Sakigake. Er platziert sein Magnum Epos im Jahr 1984, allerdings einem 1984, das in einer Art Parallelwelt stattfindet und in dem gottähnliche Wesen, die wie die sieben Zwerge wirken, durch das Maul einer toten Ziege zu Tage...
Vor 4 Monaten von Miezekatze veröffentlicht


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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Als Tiger gesprungen, als Bettvorleger gelandet, 30. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: 1Q84. Buch 3 (Gebundene Ausgabe)
In drei Bänden verknüpft Murakami die verhinderte Liebesbeziehung zwischen Aomame und Tengo mit dem Machtausbau der militanten Sekte Sakigake. Er platziert sein Magnum Epos im Jahr 1984, allerdings einem 1984, das in einer Art Parallelwelt stattfindet und in dem gottähnliche Wesen, die wie die sieben Zwerge wirken, durch das Maul einer toten Ziege zu Tage treten, Puppen aus Luft bauen und die Herrschaft über die Menschheit anstreben.

Der erste Band hat mich mitgerissen – Aomame ist als Killerin tätig, die gewalttätige Männer beseitigt, und Tengo wirkt als Ghostwriter der mysteriösen Eriko Fukada und produziert mit ihr einen Bestseller. Die Verstrickungen von Eriko Fukadas Roman mit Sakigake und den sieben Zwergen war erst faszinierend, und die Aktivitäten von Aomame fand ich mitreißend. Ich erwartete einen großen Wurf, einen weltbedrohlichen Konflikt, was GANZ GROSSES. Der zweite Band flachte dann schon etwas ab, und im dritten Band kommt die Handlung fast zum Stehen und leuchtet viel Klein-Klein aus. Waren die beiden Perspektiven von Aomame und Tengo in den ersten beiden Bänden gelungen, so hat mich im dritten Band überrascht, dass Privatdetektiv Ushikawa eine eigene Perspektive bekommt. Davor war er für mich eine unheimliche Gestalt, vielleicht sogar erschaffen von den sieben Zwergen, jedenfalls ihr Sprachrohr, und im dritten Band wurde er als profaner Gescheiterter in allen Lebenslagen demaskiert, was mich ernüchterte. Sein Ende ließ mich dann rätseln, welche Funktion er überhaupt als dritte Erzählperspektive hatte, was der Autor mit Ushikawa als Erzählstimme bewirken wollte, außer dass der Roman immer langsamer und zäher wurde.

Langsam ist 1Q84 von Anfang an, aber spätestens im dritten Band wurde aus Langsamkeit Langeweile. Nichts war's mit großem Weltentwurf, sondern die drei gewichtigen Bände enden im Besingen der Kernfamilie. 2 Sterne. Schade.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen große Enttäuschung, 13. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: 1Q84. Buch 3: Roman (Kindle Edition)
Nachdem ich erst im letzten Jahr zum Murakami Fan geworden bin, kam mit diesem Buch für mich die große Enttäuschung. Schon beim Band 1&2 von IQ84 wurde ich zunehmend "unruhig". Dieser 3. Roman war nun aber definitiv überflüssig. Bis auf einige inhaltliche Konstrukte (die Wandlung einer Vater-Sohn-Beziehung) wirkte vieles nur noch lieblos konstruiert. Einzelne Handlungsstränge verliefen einfach ins Nichts. Die immer wiederkehrenden Beschreibungen von Sexszenen wirkten ermüdent und trugen Nichts zur eigentlichen Handlung bei. Lediglich sprachlich konnte das Buch mich wieder halbwegs überzeugen.
Insgesamt: "Schade"
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51 von 63 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ziemlich unnötige Fortsetzung mit kitschigem Ende, 4. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: 1Q84. Buch 3 (Gebundene Ausgabe)
Wer die ersten beiden Bücher von 1Q84 gelesen hat, für den gebietet es sich von selbst, auch das dritte und voraussichtlich letzte Buch zu lesen. Nachdem Haruki Murakami auf den ersten 1000 Seiten eine ganze fantastische Welt von Rätseln erschaffen hat, wartete der Leser oder die Leserin auf das Erscheinen des abschließenden Werks, um endlich die Auflösung des vielfältigen Plots von 1Q84 zu erleben. Wer allerdings darauf hofft, weitere Einblicke um die Rätsel der Welt von 1Q84 in diesem Buch zu erhalten, wird enttäuscht, da sich dieser Band nur noch um die Beziehung zwischen Aomame und Tengo dreht und ansonsten kaum noch etwas passiert. So kommt am Ende des dritten Buches die Frage auf, warum dieses eigentlich überhaupt noch nötig war und weshalb Murakami den spärlichen und kitschigen Inhalt nicht einfach auf ein erträgliches Niveau gekürzt im Doppelband der ersten beiden Bücher untergebracht hat.

Die verhinderte Liebe zweier Menschen bildet das Leitmotiv in vielen Murakami-Romanen, wie zum Beispiel in "Mister Aufziehvogel" oder "Kafka am Strand". Doch während dort die Liebe eine reale Basis hat und die Sehnsucht der Protagonisten nach der verlorenen Liebe glaubwürdig ist, wird in diesem Buch die ewige uneingeschränkte Liebe zwischen zwei Menschen glorifiziert, die einzig und allein zwei Grundschuljahre miteinander verbracht haben, wobei sie kein Wort miteinander gesprochen haben, deren einzige Interaktion damals ein fünf-sekündiger, heimlicher Händedruck war, und die sich seit 20 Jahren nicht gesehen haben. Das hat leider mit großer Romantik und wahrer Liebe nichts mehr zu tun, sondern ist purer Kitsch, wie er normalerweise in den Taschenbüchern um fünf Euro am Bahnhofskiosk zu finden ist.
Diese Liebesgeschichte trat zwar bereits im vorausgehenden Doppelband auf, dominierte dort aber zumindest nicht übermäßig den genialen Plot, den 1Q84 ansonsten aufweist. Das dritte Buch dagegen wird völlig von dieser unsäglichen Liebesgeschichte dominiert, bis sich die beiden am Ende endlich treffen und die Regenbogenleiter hinaufsteigen dürfen.

Das Ende des dritten Buchs ist leider nur von sofern überraschend, dass es überraschend simpel und klischeehaft ist. Während Murakamis andere Romane den Leser oftmals ziemlich ernüchtert bis verstört zurücklassen und sich dankbarerweise einem typischen Happy End in Hollywood-Kitsch-Manier verweigern, so hat der Autor in diesem Buch dem Drang nach allgemeiner Glückseligkeit leider nicht widerstehen können. Auf geradezu lächerlich einfache Art entlässt er seine beiden Protagonisten aus 1Q84, lässt sie Hand in Hand dieser Welt entsteigen und dann schnurstracks in nächste Hotelbett hüpfen. Auch wenn ein klein wenig Unsicherheit suggeriert wird, ob es sich hier nun wieder um das echte 1984 handelt oder um eine dritte Realität, so ist der Tenor doch "Wir sind vereint, der Rest ist egal".

Warum Murakami sein größtes Werk so plump und klischeehaft enden lässt, kann nur spekuliert werden. Generell erscheint das dritte Buch von 1Q84 aber, als wäre es noch schnell als Anschluss an den ersten Doppelband geschrieben worden, um ein paar offene Handlungsfäden zu schließen. Dies geschieht aber nicht. Außer der Vereinigung und der Flucht aus 1Q84 von Tengo und Aomame gibt es keine weiteren Erklärungen. Im Gegenteil, am Ende des Buches werden sogar noch ein paar neue Türen aufgestoßen, deren Sinn höchstens in der Ermöglichung einer weiteren Fortsetzung in Form von Buch 4 liegen kann.

Dass das ganze Buch wie ein unvollendetes Konzept wirkt, dafür sorgen auch die vielen inneren Wiederholungen und Redundanzen, die den Lesefluss behindern und keine zusätzlichen Informationen liefern. So beschreibt ein Kapitel von Tengo ausführlich, wie er abends gemeinsam mit drei Krankenschwestern erst zum Essen ausgeht und die vier dann anschließend zusammen eine Karaokebar besuchen. Warum muss das nächste Kapitel von Tengo damit beginnen, diese Ereignisse zu rekapitulieren, bevor die Handlung ohne zeitliche Unterbrechung fortschreitet? Hält Murakami seine Leser für sehr vergesslich oder fehlt dem Buch einfach noch der endgültige Schliff, für den keine Zeit mehr war, da der Markt nach der Fortsetzung drängte?

Fazit: Insgesamt stellt dieses Buch den unbefriedigenden Abschluss eines großartigen Romans dar. Wer den ersten Doppelband gelesen hat, ist quasi gezwungenen, das dritte Buch auch noch zu lesen, um Antworten auf die vielen offenen Fragen zu bekommen. Doch statt diesen findet sich nur eine an Kitschigkeit kaum zu überbietende Liebesgeschichte mit einem plumpen, klischeebehafteten Ende, die die Leserinnen und Leser enttäuscht zurücklässt.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen leider langweilig, 24. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: 1Q84 (Buch 3): Roman (Taschenbuch)
Eigentlich bin ich ein ziemlich großer Murakami-Fan, aber dieses Werk hat mich nicht überzeugt.

Hatte es direkt nach Buch 1 & 2 gelesen in der Hoffnung, dass sich die Geschichte weiterentwickelt. Hinsichtlich des Aufbaus ist zu sagen, dass die Kapitel in diesem Buch nicht mehr nur mit Aomame bzw. Tengo überschrieben sind, sondern auch mit Ushikawa, der in den ersten beiden Büchern "nur" eine Nebenrolle hatte. Die Geschichte also auch aus seinem Blickwinkel erzählt wird.

Inhaltlich passiert eigentlich auf diesen 570 Seiten nicht wirklich viel und wenn, dann ist es vorhersehbar. Das Ende an sich ist auch ein wenig lau. Ca. 100 Seiten vor Schluss gibt es eine Szene, die Murakami recht gut beschrieben hat, aber das war es dann auch schon.

Bezüglich der Übersetzung fallen die ungewöhnlich vielen Tippfehler auf. Schade.

In Summe hätte ich nichts versäumt, wenn ich dieses Werk (immerhin 1600 Seiten gesamt) nicht gelesen hätte. Murakami hätte aus der eigentlich sehr guten Idee viel mehr machen können, ja vielleicht sogar müssen.
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21 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Tschechows Gesetz, 8. November 2011
Von 
Thomas Liehr (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: 1Q84. Buch 3 (Gebundene Ausgabe)
Etwa auf Seite 500 von "Buch 3", also auf Seite 1500 des gesamten "1Q84"-Epos, lässt Murakami seine Figuren über "Tschechows Gesetz" parlieren. Jene Maßgabe des vor über hundert Jahren verstorbenen russischen Schriftstellers besagte, dass eine Waffe, die im ersten Akt eines dramatischen Werks eingeführt wird, auch irgendwann im Verlauf der Handlung abgefeuert werden muss, aus Gründen der dramaturgischen Konsistenz (weil es sonst sinnlos wäre, die Waffe überhaupt zu erwähnen). "Literatur ist heute anders", erklärt eine Murakami-Figur, die Tschechow'sche Regel verneinend, was einer Botschaft an den Leser gleichkommt. Ob das mit der Andersartigkeit der Literatur grundsätzlich stimmt, sei dahingestellt, in jedem Fall aber gilt es für dieses Buch. Denn nur ein Bruchteil der vielen Aspekte, Handlungsstränge, Rätsel und Andeutungen, die Murakami über insgesamt fast 1600 Seiten hinweg eingeführt hat, wird im Verlauf von "1Q84, Buch 3" zu einer befriedigenden Auflösung geleitet. Immerhin, der Roman verfügt über ein Finale, hinterlässt den Leser aber mit mehr offenen Fragen als mit beantworteten. Was für Murakami-Leser keinen sonderlich ungewöhnlichen Umstand darstellt: Auch bei Büchern wie "Mister Aufziehvogel" oder "Kafka am Strand" fragte man sich nach der Lektüre das eine ums andere Mal, welche Bedeutung einige Elemente hatten, möglicherweise fälschlich unterstellend, dass es überhaupt eine gab. Und obwohl die ersten beiden Bücher, in Deutschland zusammengefasst zu einem, Hoffnung machten, scheint es auch bei "1Q84" wieder so zu sein.
Leider, wie ich aus persönlicher Sicht anfügen möchte.

Die beiden Monde sind noch immer am Himmel, während Aomame und Tengo, keine 300 Meter voneinander entfernt in einem Vorort von Tokio lebend, darauf warten und hoffen, sich zu begegnen, was durch Aomames Isolation - sie versteckt sich vor ihren Häschern - und Tengos Unkenntnis von ihrer Nähe nicht gerade erleichtert wird. Zugleich befindet sich der verwachsene, unansehnliche, aber sehr gewiefte Privatermittler Ushikawa auf der Suche nach Aomame, beauftragt von den "Vorreitern", jener Sekte, deren Anführer Aomame auftragsgemäß getötet hat, und die sich seitdem, vor allem aber seit dem Erscheinen des Fantasy-Romans "Die Puppe aus Luft", den Tengo umgeschrieben hat, in einer existentiellen Krise zu befinden scheint. "Buch 3" erzählt wechselnd aus den Perspektiven von Tengo, Aomame und Ushikawa, und nicht selten wiederholt sich dadurch, was man aus Sicht einer anderen Person bereits erfahren hatte. Das täuscht kaum darüber hinweg, dass die Handlung eher schmal ausfällt - diese Fortsetzung, die möglicherweise auch das Ende ist, handelt vom Warten. Genau das tut auch der geneigte Leser: Er wartet darauf, dass sich die beiden endlich treffen. Leider bleibt unterm Strich auch nicht viel mehr übrig. Anders gesagt: Das Warten hat sich nicht gelohnt.

Die ausdrücklich - stellvertretend durch sein Romanpersonal - erwähnte Ablehnung herkömmlicher dramaturgischer Konzepte und "Vollständigkeitszwänge" hat bei diesem ansonsten doch recht klassisch erzählten Buch die Wirkung eines langen und sehr komplizierten Rätsels, dessen Lösung man schließlich entnervt ergoogelt. Stunden-, gar tagelang hat man herumprobiert, gegrübelt, verworfen und erneut ausprobiert, um schließlich zur Erkenntnis zu gelangen, dass man schlicht zu dumm ist - oder der Rätseldesigner einen entscheidenden Fehler gemacht, also ein unlösbares Rätsel konstruiert hat. Was auch in Ordnung wäre, hätte es bisher wenigstens Spaß bereitet. Das aber gilt leider nur für die ersten beiden Teile; "Buch 3" kommt nicht nur mit einer anderen Struktur daher, sondern scheint auch sprachlich und stilistisch ziemlich auf der Bremse zu stehen. Es gibt beispielsweise eine Stelle, an der Tengo zur Einäscherung seines Vaters fährt und ein Krematorium aufsucht. Die Beschreibung des Ortes fasst der Autor in Worte, die die sprachliche Simplizität des gesamten Werkes - Murakami ist fraglos kein großer Stilist - noch in den Schatten stellen, was wirklich etwas heißen will. Und überhaupt mutet "Buch 3" seltsam linear, ermüdend, selbstreferentiell an, verstrickt sich in Wiederholungen, repetierten Behauptungen und Beobachtungen. Ja, die Zeit steht still. Natürlich geht es - in gewisser Weise - genau darum im gesamten "1Q84". Aber es gibt abseits derjenigen, die Tschechow formuliert hat, noch andere Regeln, die eben nicht ungültig sind. Eine davon lautet: Wenn etwas nicht interessant genug ist, um erzählt zu werden, dann erzähl es eben bitteschön auch nicht. Der (vorerst?) letzte Band des vielversprechend gestarteten "1Q84" scheint aber hauptsächlich aus solchen Elementen zu bestehen. Und er laviert dabei auch noch ständig am Rand zur sprachlichen Katastrophe.

Wie schade. Wie äußerst schade. Was bleibt? Der großartige Eindruck, den die ersten beiden Teile hinterließen. Und die Möglichkeit, des Rätsels Lösung zu ergoogeln.
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3.0 von 5 Sternen "Fast-Food Literatur" oder ein "zartes Buch"? Traumwandeln in der surrealen Welt Murakamis, 2. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: 1Q84 (Buch 3): Roman (Taschenbuch)
Schon allein der epische Auseinandersetzung zwischen Marcel Reich Ranicki und Sigrid Löffler über ein früheres Buch des Autors wegen (in welcher im Übrigen der Nagel ziemlich genau auf den Kopf getroffen wird), hatte ich wieder mal Lust, ein Buch von Haruki Murakami zu lesen.
Will man den ziemlich komplexen und gewohnt verworren Plot, mit samt seiner magisch-mystischen Atmosphären, knallig farbigen Bildern auf den Punkt bringen, handelt es sich bei dem in einer überaus knappen Sprache verfassten Roman (Frau Löffler sprach seinerzeit von Fast-Food Literatur und Gestammele) letztendlich um die Geschichte einer Jugendliebe (es ist somit derselbe Stoff verarbeitet worden wir im früheren Werk „Gefährliche Geliebte“). Hierzu muss allerdings gesagt werden, dass – bis man darauf kommt – eine regelrechte Odyssee durch ein magisch-phantastisches Handlungsknäuel und surrealen Atmosphären durchlaufen werden muss.
Obgleich Murakami im Vergleich zu anderen Werken (z.B. Tanz mit dem Schafsmann) in diesem Epos der Mainstream-Kultur etwas näher sein mag, bleiben auch hier viele Fragen offen. Das irgendwie offene Ende des Buchs sollte für Murakami-Leser keinen sonderlich ungewöhnlichen Umstand darstellen.
„1Q84“ bleibt bei einem Spagat zwischen philosophisch-mystischen Traumwandeln und einer Pop- und Großstadtkultur, zwischen ausführlichen literarischen Überlegungen (Zitate von Proust bis Tschechow) und aufreißerischen Themen (sexuelle Perversion, Mord, Sektentum, Privatdetektiven, usw.).
Ein Plot der eigentlich nicht sonderlich japanisch ist und in der gesamten westlichen Welt spielen könnte. Dennoch, es verwundert nicht, dass dieser Roman aus Japan stammt. Ist die japanische Kultur doch genau von jener großen Widersprüchlichkeit zwischen Mediation und Tradition einerseits und Rastlosigkeit und Technologiewahn andererseits gekennzeichnet, die man auch hier irgendwie wiederfinden kann.
Eines muss man dem Autor lassen. Trotz dieser manchmal etwas wunderlich anmutenden Koexistenz zwischen magisch-mystischem Surrealismus und einer Grossstadt- und Popkultur, schafft er es im Buch eine unglaubliche Sogwirkung zu schaffen und bis zum Schluss aufrecht zu erhalten. Es ist gar nicht so einfach, sich vom Buch loszureißen. Und das, obgleich im Grunde genommen eigentlich nicht sonderlich viel passiert.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Sinnfreie Dialoge und eine sich nicht bewegende Handlung machen das Lesen sehr mühsam, 21. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: 1Q84 (Buch 3): Roman (Taschenbuch)
Dieser Teil schließt direkt an den Vorgänger an und erzählt die Geschichte von Tengo und Aomame weiter. Konnte mich der Vorgängerteil noch fesseln und faszinieren, war ich von diesem Teil ziemlich schnell gelangweilt und oft versucht das Buch abzubrechen. Das Ende ist, finde ich, ziemlich vorhersehbar und die Entwicklungen bis dahin konnten mich irgendwie gar nicht mehr richtig fesseln.

Ganz schlimm sind mir gerade in diesem Teil die absolut sinnfreien Dialoge auf die Nerven gegangen, die oft daraus bestehen, dass die eine Person etwas sagt, die andere genau das wiederholt und dann wieder irgendetwas anderes Sinnfreies gesagt wird. Diese ewigen Gespräche zwischen zwei Protagonisten, die die Handlung überhaupt gar nicht voran gebracht, bei mir oft auch einfach nur Fragezeichen erzeugt und mir das Gefühl gegeben haben, das ich einen Schulaufsatz lese, in der Dialoge geübt werden müssen, fand ich einfach furchtbar.

Auch sehr anstrengend waren die oft philosphischen Abschweifungen der Gedanken der einzelnen Figuren. Im Vorgängerband war das noch irgendwie spannend zu lesen und für mich noch faszinierend. Hier fand ich es nur noch anstrengend und habe oft die Passagen zum Teil übersprungen, um endlich voran zu kommen. Hauptproblem ist dabei, dass die gesamte Handlung sich einfach nur noch darum dreht, ob und wann sich Tengo und Aomame endlich begegnen. Während im ersten Teil die Lebensgeschichte der beiden erzählt wurde und auch viele andere Personen Erwähnung fanden, dreht sich dieser Teil fast ausschließlich nur noch um die beiden. Die Zeit zieht sich dahin und nach dem ich zum x-ten Mal gelesen hatte, dass Aomame sich einen Tee oder Kakao aufkocht, ihre Übungen macht und sich dann auf den Balkon setzt, war es irgendwie mehr als genug.

Auch wenn es sich eigentlich ja um ein Märchen handelt, sind mir auch noch viele Dinge einfach zu offen geblieben. Was es genau mit diesen Little People auf sich hat, ist mir bis jetzt immer noch nicht so ganz klar und auch viele andere Geheimnisse bleiben einfach offen. Natürlich könnte man die Romantik in den Vordergrund stellen und das Ganze einfach als Liebesgeschichte betrachten, dafür sind für mich dann aber viele Dinge nicht so wirklich nachvollziehbar und einiges mutet eher seltsam, denn romantisch an.

Alles in allem bin ich von diesem Teil sehr enttäuscht und vergebe gerade noch einen Stern, da ich sonst diese Rezension nicht einstellen kann. Ich bin einfach nur froh, dass ich das Buch beendet habe. Für mich ein absoluter Buchflopp!
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15 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Betrug am Leser, 1. April 2013
Rezension bezieht sich auf: 1Q84. Buch 3 (Gebundene Ausgabe)
Eins vorweg: Am Ende von Buch 3 weiß man endlich, dass eine Liebesgeschichte - ausgehend von einer Sandkastenliebe - auf 1500 Seiten aufgebläht wurde (ob mit oder ohne Happy End, soll hier nicht verraten werden, falls es doch noch jemand gibt, der dieses Machwerk lesen will).

Der Weg dahin ist jedoch mit Abstrusitäten gepflastert, deren Sinn man auch beim besten Willen nicht erkennen kann. Konnte man am Ende von Buch 2 noch die Hoffnung haben, dass der Autor für die Merkwürdigkeiten und Unmöglichkeiten noch einigermaßen glaubhafte Auflösungen findet, so wird diese Hoffnung am Ende von Buch 3 gnadenlos enttäuscht: für keines - auch nicht eines - der rätselhaften Phänomene und Ereignisse (denen Murakami in Buch 3 noch einiges Haarsträubende hinzufügt) macht der Autor auch nur den Versuch, eine Erklärung zu geben. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, er habe, um das angesichts der zahlreichen Wiederholungen und weit ausholenden Rückblenden erlahmende Interesse des Lesers wieder etwas anzufachen, dem Leser von Zeit zu Zeit einen neuen Köder in Form von eigentlich Unerklärbarem vorgeworfen, aber zum Schluß (oder von Anfang an geplant?) erkannt, dass sich Unerklärbares nicht erklären lasse, und habe deswegen den Roman eben ohne Erklärungen ausplätschern lassen.

Letztendlich ist das alles eigentlich nicht überraschend. Vielmehr setzt Murakami mit "1Q84" konsequent eine Linie fort, die mit "Hardboiled Wonderland" beginnt und sich über "Kafka am Strand" fortsetzt: während er in "Hardboiled Wonderland" noch eine zwar überraschende, aber nachvollziehbare Auflösung für die Merkwürdigkeiten findet, verzichtet er in "Kafka am Strand" bereits weitgehend darauf, um schließlich den Leser in "1Q84" mit einer Aneinanderreihung von Absurditäten (Little People, Mother and Daughter, 2 Monde, Puppe aus Luft, nur aus einer Richtung existierender Autobahn-Notausstieg, Fern-Schwängerung) sowie zahlreichen nicht zu Ende geführten Handlungssträngen quasi an der Nase herum zu führen. Und so etwas nenne ich Betrug am Leser, der treu bis zur letzten Seite durchgehalten hat.

Fazit: Wer sich nicht nur auf irgendwelche Bestsellerlisten verläßt, sondern auch Wert auf eine einigermaßen schlüssige Romanhandlung legt, die den Leser nicht frustriert zurücklässt, ist mit "1Q84" schlecht beraten.
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39 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Konventioneller Abschluss eines großen Werkes, 20. Oktober 2011
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: 1Q84. Buch 3 (Gebundene Ausgabe)
Lange mussten die Leser nach der Lektüre der ersten beiden Bände von 1q84 auf Fortsetzung und Abschluss der Geschichte um Tengo und Aomame warten, aber es hat sich gelohnt! Die Geschichten der beiden verweben inneinander und münden in einem furiosen, aber letztendlich sehr konventionellen Finale. Tengo und Aomame werden zu einer modernen Variante von Romeo und Julia.
In 31 Kapiteln setzte Murakami die atemberaubende Erzählung um die "little people" und "die Puppe aus Luft" fort. Jetzt sind es nicht mehr nur die Erzählperspektiven Aomames und Tengos, die im Wechsel fortgeführt werden, sondern auch die Ushikawas, der von den Vorreitern angeheuert wird, um Aomame zu finden. Ein Such- und Versteckspiel beginnt. Ushikawa sucht Aomame, Aomame sucht Tengo. Tengo sucht in seiner Vergangenheit. Und wieder zieht die Erzählung, die deutlich an Fahrt gewinnt, den Leser schnell in den Bann. Es stellen sich Fragen, die nach einer Lösung schreien. Und viele der offenen Fragen werden tatsächlich im Laufe der Geschichte beantwortet.
Mit diesem konventionellen Abschluss der Trilogie erfüllt Murakami die Erwartungen der Leser und genau das ist für ihn untypisch: Gerade die nicht geklärten Fragen machen seine bisherigen Bücher so wertvoll und lassen die in ihnen enthaltenen Geschichten beim Leser nachklingen. Aber verzeihen wir ihm diesen Ausflug ins Kommerzielle und sehen angesichts dieses unglaublichen Werkes großzügig darüber hinweg.
Denn in der Tat hat hier ein ganz großer Schriftsteller etwas wunderbares geleistet: 1q84 ist große Literatur. Dass sie auch noch kommerziell erfolgreich ist, spricht nicht gegen ihre Qualität. Nur dem Nobelpreiskomitee scheint der Erfolg suspekt: Erneut ging Murakami, der als Mitfavorit um den Litaraturnobelpreis galt, leer aus. Vielleicht auf ein Neues im nächsten Jahr. Er hat ihn sich mehr als verdient!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Happy End?, 10. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: 1Q84. Buch 3: Roman (Kindle Edition)
Nach den zwar sehr ausführlich und manchmal etwas redundant geschriebenen, aber dennoch spannenden und phantasievollen ersten beiden Teilen wird die Geschichte um Tengo, Aomame und Fukaeri nun aufgelöst, allerdings nur zum Teil. Der 3. Band konzentriert sich fast ausschließlich auf die außergewöhnliche Liebesgeschichte zwischen Tengo und Aomame. Dass eine dritte Erzählperson, der Detektiv Ushikawa, eingeführt wird, ändert daran nichts. Die Handlung steht auf einem Großteil der 500 Seiten beinahe still, es kommt zu mehreren Fast-Begegnungen der Liebenden, ansonsten passiert fast nichts - allein durch die Ermittlertätigkeit Ushikawas wird die Spannung noch leidlich aufrecht erhalten. Durch die Überschneidung der drei Ebenen kommt es außerdem zu noch mehr Wiederholungen als in den ersten beiden Teilen. Der Handlungsstrang mit den Little People, der in den beiden ersten Bänden dem Leser die meisten Rätsel aufgegeben hat, wird nicht einmal ansatzweise aufgelöst, dafür erfährt die Liebesgeschichte eine Art "Hauruck-Happy-End", das manche sogar kitschig finden könnten (ich selbst bin da nicht so heikel).
Fazit: Wenn man die beiden ersten Teile gelesen hat, kommt man um den dritten nicht herum, leider fällt er gegen diese deutlich ab - er wirkt fast so wie von einem Ghostwriter nach unvollständigen Notizen des Autors angefertigt. Schade.
Trotzdem kann ich durchaus noch drei Sterne vergeben, denn die Geschichte des gesamten Romans (aber eben besonders der ersten beiden Teile, die von mir eine bessere Wertung bekommen würden) ist originell erfunden und wird auf interessante Weise erzählt.
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1Q84  (Buch 3): Roman
1Q84 (Buch 3): Roman von Haruki Murakami (Taschenbuch - 11. März 2013)
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