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Kundenrezensionen

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am 19. Oktober 2009
Als Åsa Linderborg vier Jahre alt war, hat ihre Mutter sie und ihren Vater verlassen. Von da an wuchs Åsa bei ihrem Vater auf - zwar mit ein wenig Unterstützung von dessen Eltern und einigen Tanten und Onkeln, aber doch vor allem mit und bei ihrem Vater. Und dieser Vater war ein liebevoller Mann, allerdings war er, trotz all seiner Fürsorglichkeit und Liebe Åsa gegenüber auch ein Alkoholiker.
Åsa Linderborg beschreibt in diesem autobiographischen Roman auf eine sehr ehrliche und persönliche Art und Weise, wie es war, so aufzuwachsen. Dabei spürt man aus jeder Seite die Liebe der kleinen Åsa zu ihrem Vater und auch dessen Liebe zu seiner Tochter. Zugleich möchte man auf jeder Seite aufspringen und Leif, den Vater, packen und schütteln, denn man kann einfach nicht nachvollziehen, wie er seine Tochter, die er ja so offensichtlich liebt, so aufwachsen lassen kann.
Der zweite Teil des Romans beschreibt die Zeit als Åsa älter wird und anfängt, sich von ihrem Vater abzukapseln. Sie verbringt wieder mehr Zeit mit ihrer Mutter und deren neuer Familie, studiert und bekommt selbst Kinder. Dennoch bricht sie die Beziehung zu ihrem Vater nie völlig ab, doch man merkt wie schwer es ihr fällt das zu verstehen, was auch der Leser zu verstehen versucht: wie ist es möglich, dass ihr Vater Åsa einerseits so "gut" behandelt und auf der anderen Seite nie auch nur den Versuch zu unternehmen scheint, vom Alkohol wegzukommen um sie wirklich "gut" aufziehen zu können.
Ein ergreifendes Buch, ein teilweise trauriges Buch, aber vor allem ein sehr berührendes Buch. Sehr eindrucksvoll finde ich auch die Antwort von Åsas Mutter auf die Frage, warum diese ging und Åsa bei ihrem Vater zurückließ: "Ich fragte Mama, warum ich an jenem Abend, als sie uns verließ, nicht hatte mitgehen dürfen. Sie gab mir immer die gleiche Antwort. Papa tat ihr so leid, dass sie ihm das Schönste schenkte, was sie hatte."
Und zum Schluss noch ein wie ich finde interessanter Hinweis: Das Coverfoto des Buches ist ein echtes Bild von Åsa Linderborg mit ihrem Vater Leif.
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TOP 100 REZENSENTam 19. Oktober 2009
Heute ist Åsa Linderborg, Jahrgang 1968, Kulturredakteurin bei der schwedischen Zeitung Aftonbladet. Sie hat studiert und promoviert. Dass dazu nicht nur Talent, sondern auch Disziplin gehört, wird wohl niemand bestreiten. Nachdem ich dieses Buch über ihre Kindheit und Jugend gelesen habe, bewundere ich ihre Leistung noch mehr. Nicht nur ihre beruflichen Erfolge, vor allem die Tatsache, dass sie sich mit Mann und Kindern eine funktionierende Familie aufgebaut hat (soweit man das aus dem Inhalt dieses Buches beurteilen kann).

Åsa ist vier Jahre alt, als die Mutter die Familie an einem Winterabend im Januar 1972 verlässt. Der Vater Leif, ein Metallvergütungsmeister im schwedischen Västerås, ist Alkoholiker. Ein Grossteil seines Verdienstes verschwindet aufgrund seiner Sucht. Gegessen wird bei den Grosseltern. Selten, in der Regel wenn er seinen Lohn erhalten hat, bereitet der Vater Penne mit Hackfleischsauce für seine Kleine. Åsa ist genauso schlecht gekleidet wie ihr Vater und - genau wie er - wäscht sie sich nicht und putzt sich nicht die Zähne. Der Mangel an persönlicher Hygiene steht im Widerspruch zur Pflege des Heims. Vorhänge, Zierkissen und Kristallleuchter, aber eben auch die Spuren von Erbrochenem rund um den groblöchrigen Küchenabfluss, fehlende Handtücher auf der Toilette. Kein Wunder, wenn die Freunde von Åsa irritiert sind.

Und dennoch, der Vater kümmert sich im Rahmen seiner Möglichkeiten rührend um sein Kind, bringt es zur Kita, kauft Kinderbücher, die beiden nutzen ihr Boot für Ausflüge auf dem Mälarsee. Dass er auf einen Abgrund zusteuert, wird erkennbar, als er aufgrund von Nerven- und Alkoholproblemen zurückgestuft wird und sich nicht mehr Vorarbeiter nennen darf. Später dann nach Beginn der Restrukturierungen bei ABB verliert er seine Arbeitsstelle. Die Abfindung ist bald aufgebraucht, er schlägt sich mehr schlecht als recht durchs Leben.

Seine Tochter hat ihn zu diesem Zeitpunkt längst verlassen. Anders als die Mutter war es ein Abschied auf Raten. Sie schleicht sich hinaus, stiehlt sich davon. Mit 14 Jahren zieht sie endgültig zur Mutter und deren neuer Familie. Der Vater verliert hierdurch offensichtlich den letzten Halt. Zwar ist er bei der Abiturfeier noch mit dabei, aber zur Doktorfeier lädt ihn die Tochter nicht ein. Er, der kaum über Geld verfügt, schenkt ihr dennoch 500 Kronen, ist stolz auf sein Kind.

Mehr als einmal kamen mir bei diesem Buch die Tränen, obwohl es völlig unsentimental, nüchtern geschrieben ist. Wenn die beiden sich wochen- und monatelang nicht sehen. Åsa ihm zum Geburtstag ein Buch durch den Briefeinwurf schiebt und davonläuft, danach zwei Jahre keine Begegnung. Verpasste Gelegenheiten. Verpasste Gespräche. Immer habe ich auf eine Aussprache gewartet, manchmal schien es soweit zu sein ... aber die beiden weichen einander aus, nur wenige vorsichtige Informationen werden ausgetauscht. Nie beklagt sich der Vater, nie schimpft er über die Mutter. Bei all seinen Fehlern ein aussergewöhnlicher Mann. Kein Wunder, dass seine Tochter ihre Kindheit trotz allem nicht gegen eine andere eintauschen wollte.

"Vielleicht fanden sie, dass sie mich im Stich gelassen hatten.
Andere erklärten, das hätten sie, jeder auf seine Art, beide getan. Besonders hart fiel das Urteil über Mama aus - wie konnte eine Frau nur ihr Kind verlassen?
Hatten sie mich im Stich gelassen?
Sie vielleicht, er jedoch nicht. Er hatte mir doch alle Liebe gegeben, die er mit geben konnte.
Er vielleicht, sie jedoch nicht. Sie war ja in Wahrheit immer da gewesen." (S.243)

In Schweden war dieses Buch monatelang auf Platz 1 der Bestsellerliste, wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Diesen Erfolg wünsche ich ihm auch in Deutschland. Ein bewegender Bericht einer etwas anderen Vater-Tochter-Beziehung.

Zur Lesbarkeit: flüssig und gut geschrieben, die Autorin drückt ihre Gefühle und Erinnerung klar und deutlich aus, ohne ins Sentimentale abzugleiten. Trotz Rückblenden hatte ich nie ein Problem dem Geschehen zu folgen. Soweit sie es rekonstruieren konnte erzählt sie aus der Familiengeschichte ihres Vaters und ihrer Mutter, so dass der Leser Verständnis für das Verhalten von beiden Personen haben kann. Keine Beurteilung geschweige denn Verurteilung. Lediglich eine Chronik des Geschehens, welche aber umso eindrücklicher wirkt.

Unbedingt lesen! (... und - meine Empfehlung - Taschentücher bereithalten)
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VINE-PRODUKTTESTERam 11. September 2010
Die Autorin ist mutig. Sie beschreibt ihre Kindheit, ihr Leben mit einem alkoholkranken Vater, mit all den Schwierigkeiten und Hindernissen. Das Buch zeugt auch von einer großen Liebe und Zärtlichkeit zum Vater, sie akzeptiert ihn so wie er ist. Sie nennt die Probleme und weiß um seine Liebe und Zuwendung und sein Unvermögen, seine Schwachheit. Sie schätzt seinen Charakter. Das Erzählte lässt auch die Traurigkeit und Hilflosigkeit nicht aus, die diesen Leben kennzeichnet und die Kindheit prägt. Ein wenig zu schwedisch war mir das Buch am Ende doch: sie schreibt auch viel von der schwedischen Politik und es tauchen etliche Namen auf, die mir wenig sagen. Die Ehrlichkeit des Erzählten ist beeindruckend, sie lässt auch keine stinkenden Füße aus und selbst daran konnte sie sich als Kind gewöhnen bzw. es gehörte zu ihrem Vater dazu.
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am 10. Oktober 2010
Asa Linderborg hat hier ein Zeugnis abgelegt über ihre eigene Kindheit und es ist ein gelungener autobiografischer Roman daraus geworden.
Als sie 4 Jahre alt ist verläßt die Mutter die Familie und Asa bleibt zurück bei ihrem alkoholkranken Vater. Dessen Erziehung ist sehr locker und Regeln, wie Waschen und Zähneputzen müssen nicht zwingend eingehalten werden. Vielmehr wird die Zeit der Abende und Wochenenden genutzt um sich zu unterhalten, fernzusehen und andere Dinge wie Radfahren, zu tun. Gegessen wird das was da ist und wenn das Geld nicht mehr reicht, helfen die Großeltern väterlicherseits immer wieder aus; und das kommt öfter vor als man denkt, denn der ganze Lohn wird am Monatsersten abgehoben und in den Alkoholladen gebracht...
Trotzdem empfindet die Autorin ihre Kindheit bis zu ihrer Pubertät nicht als lieblos und erst später beginnt sie sich abzunabeln und sie sieht ihren Vater mit anderen Augen. Der Kontakt wird weniger da sie in der Zeit auch viel bei ihrer Mutter und deren neuer Familie ist und die Zeiten der Begegnung mit ihrem Vater immer weniger werden.

Asa Linderborg schreibt mit stoischem Gleichmut ohne anzuklagen, wie ein Leben für ein Kind bei einem alkoholkranken Elternteil ist! Wie ihr Vater im Laufe der Zeit von Bier auf Schnaps umsteigt und die Bedrohung des endgültigen Abgrundes ständig über ihm und auch ihr schwebt. Sie verabschiedet sich mit leisen Schritten aus seinem Leben und erst Jahre später als sie selbst Kinder hat gibt es wieder eine Annäherung und eine Art der Versöhnung, die kurz vor seinem Tod ihre Vollendung findet.

Beim Lesen dieses Buches kommt viel Mitgefühl auf, das gerade dadurch entsteht, das die Autorin ohne Vorwürfe und Zorn schreibt. Es ist wie es ist und war und genau daraus entsteht dieses beklemmende Bild und der Einblick in eine Kindheit bei der man an sich fragt: Wann ist eine Kindheit lieblos? Denn Asa Linderborg nimmt dieses Wort selbst nie in den Mund...

Mein Fazit: Ein berührender Roman der nachwirkt...
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TOP 100 REZENSENTam 6. April 2012
Inhalt:
Noch vor Åsas 4. Geburtstag verlässt ihre Mutter Åsas Vater und zieht aus der gemeinsamen Wohnung aus. Åsa bleibt bei ihrem Vater, einem Alkoholiker, der seinen Lohn meistens direkt in Alkohol umsetzt. Warmes Essen gibt es bei Åsas Großeltern.

Åsas Kindheit ist geprägt von unkonventioneller Erziehung: Regeln und Verbote gibt es nicht, Grundzüge von Hygiene oder gesunder Ernährung werden vom Vater nicht vermittelt.

Mein Eindruck:
Åsa Linderborg erzählt in 'Ich gehöre keinem' von ihrer eigenen Kindheit, vom Leben mit ihrem und ohne ihren Vater, von Liebe, Scham und Traurigkeit. Dabei berichtet sie sachlich und nüchtern von den schlimmen Zuständen, in denen sie aufwuchs. Als Leser wird man bisweilen wütend ob des Verhaltens des Vaters, doch man ist auch berührt von seinem Bemühen, das Leben irgendwie zu meistern und für seine Tochter da zu sein. So entsteht ein komplexes Bild einer Beziehung und keine simple Schwarz-Weiß-Malerei der Kindheit und des Vaters.

Durch die kurzen Kapitel, die einfache Sprache und den flüssigen Schreibstil Linderborgs lässt sich 'Ich gehöre keinem' schnell lesen und bietet zudem tiefe Einblicke in die Gefühls- und Gedankenwelt sowie das Verhalten von (alkohol-)abhängigen Personen.

Mein Resümee:
Mich hat das Buch sehr berührt, und ich kann es vorbehaltlos empfehlen.

Meine Empfehlung:
Für Leser von 'Schloss aus Glas' (Jeannette Walls), 'Die Asche meiner Mutter' (Frank McCourt) und 'Als der Tag begann' (Liz Murray).
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am 20. Januar 2010
Asa und ihre liebe zu einem liebevollen,chaotischen alkoholkranken Vater wird detailreich beschrieben und rührt auch zu Tränen.Peinliche und ekelige Situationen sind manchmal schockierend aber immer schimmert Liebe durch die Gefühlswelt der Schriftstellerin.Empfehlenswert!
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am 9. Januar 2010
Ich habe das Buch an jemanden verschenkt, der gern Bücher mit traurigen Familien- oder Liebesgeschichten liest. Die Rückmeldung des Beschenkten war gut: ein Buch, das berührt, trotzdem nicht allzu schwermütig, gut geschrieben, so dass man gern weiterliest.
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am 31. Mai 2013
Als ich den Klappentext las, war ich etwas skeptisch, denn ich befürchtete, ein trauriges, frustrierendes Buch in Händen zu halten. Diese Befürchtung hat sich für mich aber überhaupt nicht bewahrheitet.

Es ist eine anrührende Biografie eines Scheidungskindes, das bei seinem alkoholabhängigen Vater aufwächst. Entgegen gängiger Erwartungen wächst die kleine Asa aber in einer liebevollen Atmosphäre auf. Es ist zwar sehr vieles nicht so wie bei "normalen" Leuten, aber das tut der Liebe zwischen ihr und ihrem Vater und der Lebenszufriedenheit des kleinen Mädchens keinen Abbruch.

Nebenbei erfährt der Leser auch etwas über die sozialen Verhältnisse und gesellschaftlichen Strömungen Schwedens zu der Zeit, in der die Protagonistin Kind und Jugendliche war.

Die Geschichte handelt auch vom familiären und verwandtschaftlichen Zusammenhalt auf der einen Seite, kleinen und größeren Gehässigkeiten bei denselben Personen auf der anderen Seite.

Da mir das Buch so gut gefiel und ich es so "besonders" fand, habe ich es auch nochmal verschenkt.
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am 28. November 2013
über die Liebe zwischen Vater und Tochter in einer nicht perfekten Welt. Ich bin auf das Buch gestoßen, weil es nun mit meinem schwedischen Lieblingsschauspieler Mikael Persbrandt verfilmt wurde. Auf die Umsetzung bin ich sehr gespannt. Asa Linderborg schafft es in wunderbarer Weise, das Leben mit ihrem alkoholkranken Vater zu schildern, ohne dabei in Vorwürfe oder Hass zu verfallen. Zwischen den Zeilen geht es um Liebe, Verzweiflung, Familie und gescheiterte Lebensziele. Ich habe es verschlungen!
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am 16. August 2010
Ein fesselndes und berührendes Buch und das im besten Sinne. Die Komplexität der Vater-Tochter-Beziehung zeigt eine große Liebe und Nähe, die doch oft am Abgrund steht.Bemerkenswert ist auch die Beschreibung der politischen Situation der 70er und 80er Jahre.Durch die detaillierte bildhafte Sprache kann der Leser in die Absurdität der Wohnsitutation eintauchen.Versöhnend das Ende- einfach ein wunderbares Buch.
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