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40 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Hakan Nesser - Das zweite Leben des Herrn Roos
Rezension zu HÅKAN NESSERS: Das zweite Leben des Herrn Roos

In diesem Jahr ' 2009 ' erschien bei btb die deutschsprachige Ausgabe des dritten Falls von Inspektor Barbarotti.

Ein Krimi ' da erwartet man einen im Büro arbeitenden Inspektor, er erhält einen Anruf, eine Leiche ist gefunden und die Maschinerie der Polizei setzt sich in...
Veröffentlicht am 21. September 2009 von HamaRezensentin

versus
5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Das zweite Leben des Herrn Roos
Ich denke, dass die durchschnittliche Bewertung von 4 Sternen zu hoch angesetzt ist.
Über weite Strecken des Kriminalromans ensteht der Eindruck, dass es sich überhaupt gar nicht mehr um einen Kriminalroman handelt. Positiv daran ist, dass die Figuren sehr detailliert charakterisiert und vor allem psychologisiert werden. Allerdings könnte dies meiner...
Veröffentlicht am 25. August 2011 von Wichtelfrau


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40 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Hakan Nesser - Das zweite Leben des Herrn Roos, 21. September 2009
Rezension zu HÅKAN NESSERS: Das zweite Leben des Herrn Roos

In diesem Jahr ' 2009 ' erschien bei btb die deutschsprachige Ausgabe des dritten Falls von Inspektor Barbarotti.

Ein Krimi ' da erwartet man einen im Büro arbeitenden Inspektor, er erhält einen Anruf, eine Leiche ist gefunden und die Maschinerie der Polizei setzt sich in Gang.
Aber so geschieht es nicht im dritten Roman um den halb schwedischen, halb italienischen Polizisten Gunnar Barbarotti in der Stadt Kymlinge.
Er erscheint erst nach ungefähr der Hälfte des Romans auf Seite 249. Bis dahin geht es in zwei zunächst getrennten, dann sich vereinigenden Handlungssträngen um den mit seinem Leben unzufriedenen Ante Valdemar Roos und der einundzwanzigjährigen Anna Gambowska, die aus einem Heim für drogenabhängige Mädchen ausgerissen ist. Roos, ein Mann Ende 50, lebt ein extrem langweiliges Leben, ist verheiratet in zweiter Ehe und lebt mit Alice und zwei Stieftöchtern, bis er im Toto gewinnt. Er verrät dies niemandem, kündigt seine Stelle und kauft eine Hütte im Wald, ca. 70 Kilometer entfernt, wo er fortan seine Tage verbringt und Aphorismen schreibt. Gleichzeitig flieht Anna aus einem Heim, landet in der Hütte von Roos und erstaunlicherweise freunden sich beide an. Hier endet der erste Teil, im zweiten erfahren wir von Inspektor Barbarotti, der sich einen Fuß gebrochen hat und im Krankenhaus liegt. Durch einen Zufall erfährt er von Roos und dass dieser verschwunden ist und fängt mit Eva Backmann an zu ermitteln.
Im zweiten und dritten Teil des Krimis wird deutlich, dass es sich nicht um einen klassischen Kriminalfall handelt, sondern dass es um Beziehungen geht, die ein Leben lebenswert machen. Gemeint ist damit nicht nur die klassische Mann-Frau-Beziehung, sondern auch die Eltern-Kind-Beziehung, die Beziehung zwischen Freunden. Und diese Beziehungen bestimmen den Verlauf der Handlung, sodass vielleicht sogar ein drittes Leben für einige der Protagonisten möglich ist.
Wer einen typischen Krimi erwartet, wird eventuell enttäuscht sein, wer sich aber auf einen Roman einlässt, der sich intensiv und tiefsinnig mit dem Leben beschäftigt, wird vielleicht das Buch nachdenklich und zufrieden aus der Hand legen.
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36 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein köstliches Lesevergnügen, aber kein wirklicher, klassischer Krimi, 31. Oktober 2009
Von 
Christian Bleis (Hannover, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Die "Nordlichter" (Dahl, Edwardson, Fossum, Nesser, Mankell ...) schreiben selten nur Krimis bzw. Thriller. Ganz im Sinne ihrer sie prägenden Vorgänger Sjöwall/Wahlöö ist damit immer auch ein Blick auf das gesellschaftliche Geschehen und/oder die psychologische tiefgründige Betrachtung der Hauptfiguren verbunden.

Jeder der genannten Autoren hat seinen eigenen Stil. Nesser schreibt in der Regel ruhige, psychologisch fundierte Betrachtungen der Gesellschaft, die sich meist um einen rätselhaften Kriminalfall ranken. Nach 10 Krimis mit dem Maardamer Kommissar Van Veeteren, liegt hier nur der dritte Fall des Inspektors Barbarotti vor. Während sich die ersten beiden Fälle durch die sehr rätselhafte und sich erst am Ende auflösende, spannende Ausgangssituation auszeichnen, ist der dritte Fall "Das zweite Leben des Herrn Roos" vollkommen anders.

Der Mordfall, der erst in der Mitte des Buches geschieht, spielt eher eine untergeordnete Rolle. Im Vordergrund stehen zwei gesellschaftlichen "Loser" und ihre Gedanken und Sichtweisen, die die Gesellschaft und das Leben an sich thematisieren. Es sind ein fast 60-jähriger "Buchhalter", der die Inkarnation der Langeweile für seine Umgebung ist und ein 20-jähriges Mädchen, das bis vor kurzem drogenabhängig und gerade auf Entziehungskur ist. Bis zum Mord finden die beiden nicht nur sich auf eine sehr ungewöhnliche Art und Weise, sondern auch einen Weg (oder besser einen Ansatz), das bzw. ihr Leben zu genießen.

Diese Episode liest sich wunderbar ruhig und sehr schön. Man hat fast Angst vorm Weiterlesen, weil die drohenden Schatten sich immer mehr vergrössen, die dieses kleine Glück dieser beiden bedrohen. Wie subtil Nesser diese Angst immer mehr schürt zeigt eine Facette seiner schriftstellerischen Meisterschaft.

Natürlich kommen auch die wichtigen Hauptfiguren um Inspektor Barbarotti ins Spiel, wenn auch erst Mitte des Buches. Marianne, seine nunmehr geehelichte Frau, seine und ihre Familie, die Inspektorin Eva Backmann und viele mehr, die man aus den ersten beiden Fällen kennt.

Zu knobeln gibt es aber in diesem dritten Fall von Inspektor Barbarotti nicht wirklich viel. Einzig der Nebenstrang der ungelösten Grafitti-Schmierereien ist eine kleine, aber lösbare Nuß.

Wer einen Krimi, der klassischen Art erwartet, wird hier nicht bedient. Es ist eine wunderbar zu lesende, psychologisch fundierte Betrachtung der Vorgeschichte eines Mordfalles, die übergeht in die Jagd nach den Tätern. Derweil stellen die Protagonisten Überlegungen über die Gesellschaft und das Leben an, die einen immer wieder innehalten lassen und zum Nachdenken anregen.

Den Schluß des Buches fand ich sehr gelungen.

Insgesamt ein köstliches Lesevergnügen!!
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Außergewöhnlicher Krimi, 15. März 2010
Von 
Dieser Krimi ist ein Glücksfall. Er ist vor allem ein qualitativ besonders guter psychologischer Roman. Man erlebt und erleidet das Privatleben aller Beteiligten - Täter, Ermittler und Opfer. Darauf muss man sich zunächst einlassen, um dann den vollen Genuss an der Entwicklung der Story zu haben. Das mag vielleicht am Anfang langatmig wirken, ist aber nötig, um den Fortgang der Handlung zu erklären.

Nessers Erzähltechnik ist raffiniert. Die Handlung entwickelt sich immer auf einen Höhepunkt zu, kurz bevor man erfährt, was eigentlich passiert ist, wechselt Nesser jedoch immer den Schauplatz oder die Betrachterperspektive. So baut er eine erstaunliche Spannung auf, ohne dass man unmittelbarer Zeuge des Hauptverbrechens wird.

Das ergibt einen Kriminalroman, der ohne blutrünstige Detaildarstellungen auskommt. Ja, es bleibt am Schluss bei der Lösung sogar einiges offen. Das ist nicht das übliche "Wer war der Täter"-Schema, sondern ein gelungenes in sich schlüssiges Krimi-Kunstwerk.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das zweite Leben des Herrn Roos, 2. Juni 2010
Die früheren Hakan Nesser Krimis mit Van Veeteren hatten mich schon fasziniert. Doch die neue Figur des Inspektor Barbarottis ist noch eine Klasse besser. Nicht nur dass die Figur eine positive Ausstrahlung hat, sondern die literarische Qualität des Buches ist einfach überwältigend. Da passiert in der ersten Hälfte des Buches lang nichts, was den Namen Krimi verdienen würde, dennoch ist ungemein lebendig und lebensnah beschrieben, wie der "Langweiler" Herr Roos nach einem überraschenden Totogewinn sein zweites aber geheimes Leben aufbaut, seine Auseinandersetzung mit seinem Leben und seiner quengelnden Ehefrau, bis die Geschichte kulminiert im schicksalhaften Zusammentreffen zweier einsamen Menschen in der Kate von Herrn Roos. Erst nach dem darauf folgenden Eklat tritt Barbarotti auf die Bühne und rollt die Geschichte aus seiner kriminalistischen Sicht auf. Die verschiedenen Ebenen machen das Buch unheimlich lesenswert, aber auch sein Schreibstil, wie die so ganz einfach hingeworfenen Sätze oder Satzstücke, welche genial sind und die Gedankenspiele der Figur widerspiegeln. Es macht grossen Spass, Hakan Nesser zu lesen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wieder einmal ein Lesevergnügen, 17. Oktober 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wieder war der Schluss des Buches nicht vorhersehbar, wieder war ich gefesselt von der Geschichte, so daß die Hausarbeit warten musste.
Der Fall war ungewöhnlich. Man konnte die Hauptfigur Valdemar Ante Roos verstehen, er wollte nur seine Ruhe haben. Das Mädchen, das im Entziehungsheim falsch verstanden wird kommt mir fast bekannt vor. Man kann beider Menschen Verhalten nachvollziehen, aber natürlich musste der Mord aufgeklärt werden.
Inspektor Barbarotti ist ein Gewinn für die Leseratten, er hat Humor, eine passende Kollegin, Familie und ist kompatibel im Umgang mit Menschen. Obwohl ich alle van Vetereen-Fälle fast gefressen hätte, war er im Gegensatz zu Barbarotti ein düsterer Charakter.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kein Krimi, sondern Literatur!, 24. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Das zweite Leben des Herrn Roos: Roman - Ein Fall für Inspektor Barbarotti (Taschenbuch)
Wer hier einen typischen Krimi erwartet ist ganz falsch. Aber wer wie ich genug hat von Serienmördern und Brutalitäten schlimmster Sorte in Büchern, deren Titel alle irgendwie mit "Ver-" anfangen, der liegt hier richtig. Worum geht es? Ante Valdemar Roos führt ein normales, langweiliges Leben: er ist seit 25 Jahre in einer Firma beschäftigt, die Thermoskannen herstellt und hasst seine Arbeit. Innerhalb seiner Familie ist er auch nur Statist: seine Frau Alice und er leben nebeneinander her und seine beiden Stieftöchter interessieren sich nur für ihn, wenn sie Geld brauchen. Dieses Leben beschreibt Hakan Nesser aus Sicht des Herrn Roos mit einer herrlichen Ironie. Beispiel: als Stieftochter Signe ihren neuen Freund Birger zum Abendessen mitbringt, stellt Herr Roos für sich nur trocken fest: 'Seine Hose ist so rot wie sein Hemd gelb'. Ein Totogewinn führt dann dazu, dass Herr Roos sich seinen Traum erfüllen kann: einen Ort zu schaffen, an dem er seine Ruhe hat. Diese Ruhe währt aber nur ein paar Tage, denn er trifft auf Anna, die, ebenfalls eine Aussenseiterin der Gesellschaft, aus einem Heim für drogensüchtige Mädchen abgehauen ist. Die Ereignisse nehmen ihren Lauf, es geschieht ein Mord und nun tritt Inspektor Barbarotti auf den Plan. Da ich vorher noch kein 'Barbarotti'-Buch gelesen habe, waren die Figuren neu für mich. Sie waren durchaus interessant und sympathisch beschrieben, haben mich aber aus dem Sog der 'Roos'-Geschichte ziemlich herausgerissen. Für diesen Bruch gebe ich einen Stern weniger, denn es hat gedauert, bis die Geschichte dann auch wieder Fahrt aufgenommen hat. Bei der Aufklärung des Falls hilft Kommissar Zufall kräftig mit und ganz am Schluss ist Herr Roos wieder alleine im Wald. Es bleibt vieles offen, was ich aber schön finde, denn es ist eben kein klassischer Krimi.
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13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nesser in Bestform, 26. August 2009
Von 
Ante Valdemar Roos müsste eigentlich ein glückliches Leben führen: Der 59-jährige lebt gemeinsam mit seiner Frau Alice ud deren beiden erwachsenen Töchtern in einem Haus in der Stadt und arbeitet als Ingenieur bei der Firma Wrigmans Elektriska. Aber allem Anschein zum Trotz ist er nicht glücklich. Wie Nesser sein Leben in all dessen Trostlosigkeit beschreibt, ohne dabei den Humor zu verlieren (köstlich die Beschreibung von Valdemars Firma, die ausschließlich Thermoskannen herstellt) ist gleich zu Beginn dieses schwedischen Krimis ein literarisches Glanzstück und ein Beweis für Nessers Qualitäten.

Doch das Leben von Ante Valdemar Roos ändert sich abrupt durch einen nicht unerheblichen Lottogewinn. Statt seine Familie einzubeziehen, verheimlicht er den Gewinn, kündigt seinen Job und kauft sich eine kleine, einfache Katstelle im Wald, in der er von Montags bis Freitags die Zeit verbringt, die er ansonsten in seiner Firma vergeudet hat. Valdemar genießt sein neues Leben in vollen Zügen.

Vollständig wird sein Glück durch Anna, ein 21-jähriges Mädchen, das nach einem Drogenentzug aus dem Heim geflohen ist und in Valdemars kleinem Paradies Zuflucht findet. Die beiden freunden sich an.

Leider ist ihnen das Glück nicht lange hold. Inspektor Barbarotti kommt zum Einsatz.

Dass sich Nesser dazu entschieden hat, nach Abschluss der van Veteren-Krimis eine neue Serie mit dem sympathischen, humorvollen und menschlichen Kriminalinspektor Barbarotti zu schreiben, ist für Freunde des skandinavischen Krimis ein absoluter Glücksfall: Skandinavien hat in der Tradition von Sjöwall und Wahlöö viele gute Krimiautoren hervorgebracht, aber keiner von ihnen hat das literarische Niveau Hakan Nessers.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Das zweite Leben des Herrn Roos, 25. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Das zweite Leben des Herrn Roos: Roman - Ein Fall für Inspektor Barbarotti (Taschenbuch)
Ich denke, dass die durchschnittliche Bewertung von 4 Sternen zu hoch angesetzt ist.
Über weite Strecken des Kriminalromans ensteht der Eindruck, dass es sich überhaupt gar nicht mehr um einen Kriminalroman handelt. Positiv daran ist, dass die Figuren sehr detailliert charakterisiert und vor allem psychologisiert werden. Allerdings könnte dies meiner Meinung nach auch in einem geringeren Umfang der erzählten Zeit geschehen, denn zum Teil sind die zu langatmig geratenen ca. ersten 250 Seiten zu langweilig für einen Kriminalroman.
Insgesamt finde ich außerdem, dass es unterschwellig zu viele Brüche in dem Buch gibt, die zwischen Banalitäten und Tiefe bestehen. So ist zum Beispiel der eigentliche Mordfall, als er dann eintritt, an sich eher banal und vorhersehbar. Dadurch, dass der Leser ca. 200 Seiten vor Ende des Romans eigentlich weiß, welche Motive dem Mord zu Grunde lagen und was wahrscheinlich passiert ist, kommt es durch die nun einsetztenden Ermittlungen der Polizei um Inspektor Barbarotti zu zahlreichen Wiederholungen.
Tiefe erlangt er wiederum durch die intensive Psychologisierung der Hauptfiguren und deren z.T. interessanten Gedankengängen und Fragen so z.B. bei der Schilderung der Art und Weise der polizeilichen Ermittlungen oder in den voneinander abweichendenden Charakterisierungen der Hauptfiguren durch weitere Charaktere.
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen niveauvoll und spannend, 4. September 2009
Wer würde nicht gern ein Doppelleben führen, um aus seinem eigenen, langweiligen Leben ausbrechen zu können? Mit dieser Frage beschäftigte sich Håkan Nesser und verwob sie geschickt mit einem Kriminalfall für Inspektor Barbarotti.
Mit sich, seiner Arbeit, seiner Familie und überhaupt der ganzen Welt unzufrieden fristet der 59-jährige Arnte Valdemar Roos ein langweiliges und unauffälliges Dasein. Eines Tages geschieht jedoch das Unglaubliche: Er gewinnt eine große Summe bei der Lotterie. Doch anstatt seiner Frau davon zu erzählen, kündigt er seinen Job, kauft sich ein kleines Häuschen am Waldrand und verbringt hier seine Zeit unter der Woche, anstatt zu arbeiten. Als er dann noch Anna, der 21-jährigen Drogenabhängigen, Zuflucht gewährt, scheint sein Doppelleben perfekt. Doch die Idylle wird alsbald von Annas Ex-Freund gestört und Inspektor Barbarotti muss ermitteln...
Die Stilistik, die atmosphärische Dichte und die Intensität der Geschichte trägt unverkennbar die Handschrift von Håkan Nesser, der nicht umsonst als einer der bedeutendsten Autoren Schwedens gehandelt wird. Als Sprecher glänzt erneut Tatort-Kommissar Dietmar Bär, mit dessen Stimme besonders Barbarotti Individualität eingehaucht wird.
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17 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen barbarotti zum dritten....., 23. August 2009
Von 
Martin Schmidl (trossingen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
welcher mensch fände es nicht verlockend ein zweites leben zu führen - ganz geheim und im stillen , nur für sich bewahrend und schützend - abseits des alltags und des funktionieren müssens , nur dazu da um der leichtigkeit des seins zu frönen ?
mal ehrlich wem würde das nicht gefallen ? ein verwegener gedanke - werden da so manche einwenden ...... wo kämen wir denn da hin .... mag ja sein ,aber auch verlockend und reizvoll .

ante valdemar roos - 59 jahre alt - ein seltsamer mann mit einem seltsamen namen , ein langweiler wie er im buche steht - eine graue maus - bekommt die möglichkeit genau dies zu tun - ein zweites leben zu leben - ein leben nach seiner facon und nach seinem geschmack .....das dies natürlich seinen preis kostet versteht sich von selbst.....

..... davon , und ob dieser preis zu hoch ist , weiß uns hakan nesser in seinem neuen roman "das zweite leben des hr. roos" zu berichten und gibt uns damit gleichzeitig einblick in den weiteren werdegang des inspector gunnar barbarotti , welcher quasi als van veeteren nachfolger bereits in den beiden vorgängerbüchern ermitteln durfte.

manchmal philosophisch ,oft ironisch und mit hoher literarischer qualität versehen , entwickeln die buchseiten eine gehörige sogkraft und tiefe , so das es einem schwer fällt - mir gings zumindest so - mit dem lesen aufzuhören. mit viel psychologischem gespür begleitet uns nesser auf eine reise in das innere seiner protagonisten welche zugleich fesselnd sowie spannend ist und manchmal auch zu tränen rührt.

vielleicht nicht sein bestes buch - aber immer noch gut und gerne fünf sterne wert.
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Das zweite Leben des Herrn Roos: Roman - Ein Fall für Inspektor Barbarotti
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