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14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine echte Entdeckung!
Silvios Aufzeichnungen (Protagonist des Romans "Leidenschaft" von Irene Nemirovsky) bilden den Rahmen dieser spannenden Geschichte aus der Französischen Provinz. Die idyllische Fassade des ländlichen Lebens trügt: die im Schild getragene Ehrenhaftigkeit und Treue der Dorfeinwohner fangen an zu zerfallen, nachdem Colettes (die Protagonistin) Ehemann Jean bei...
Veröffentlicht am 29. November 2009 von Vladislav Jaros

versus
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2.0 von 5 Sternen Ich hätte mehr erwartet.
Dieses Buch trägt den Titel Leidenschaft. Allerdings finde ich in diesem Buch lediglich eine Stelle, bei der man sagen kann, dass es etwas wie Leidenschaft zu tun hat.
Mich hat das Buch enttäuscht.
Vor 22 Monaten von CeCe veröffentlicht


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14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine echte Entdeckung!, 29. November 2009
Rezension bezieht sich auf: Leidenschaft: Roman (Gebundene Ausgabe)
Silvios Aufzeichnungen (Protagonist des Romans "Leidenschaft" von Irene Nemirovsky) bilden den Rahmen dieser spannenden Geschichte aus der Französischen Provinz. Die idyllische Fassade des ländlichen Lebens trügt: die im Schild getragene Ehrenhaftigkeit und Treue der Dorfeinwohner fangen an zu zerfallen, nachdem Colettes (die Protagonistin) Ehemann Jean bei einem tragischen Unfall stirbt und im Dorf bekannt wird, dass Colette einen Liebhaber hat. Es wird im Dorf gemunkelt, aber doch geschwiegen, denn man will vor allem eines: das Leben in Ruhe. Der Leser wird in den Strudel der Ereignisse hineingezogen und ist erstaunt, was da alles zutage kommt.
In Nemirovskys Buch werden die gesellschaftlichen Mechanismen auf dem Land schonungslos durchleuchtet, doch die Charaktere mit Liebe gezeichnet. Ihre, für die Zeit in der sie lebte (1903 - 1942), moderne und zugleich poetische Sprache, ihr Auge fürs Detail, ihre Kenntnisse der menschlichen Psyche und der Kunst, den Plot zu entwickeln, ohne den Leitfaden zu verlieren und die gelungene Dramaturgie machen dieses Buch zu etwas Besonderem. In seiner literarischen Qualität ist das Buch vergleichbar mit "Die Glut", Sandor Marais Meisterwerk, in dem ebenfalls das Thema Leidenschaft hervorragend behandelt wird. Nach dem letzten Satz hat man das gute Gefühl, ein wertvolles Stück Weltliteratur gelesen zu haben. Und man ist dankbar, dass es in der heutigen Flut des Oberflächlichen auch solche Bücher gibt.
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Provinzroman voller Sinnlichkeit, 24. Dezember 2009
Von 
Carl-heinrich Bock "Literatur- und Kinofan" (Bad Nenndorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Leidenschaft: Roman (Gebundene Ausgabe)
Es ist ein schmales, großes, kleines Werk der russisch französischen Autorin Irène Némirovsky das als dritter Teil des Westbestsellers "Suite francaise" betrachtet wird. Die Autorin wurde als Tochter eines jüdischen Bankers in der Ukraine geboren. Als die Revolution in Russland ausbrach floh sie mit ihren Eltern über Finnland und Schweden nach Paris, wo sie blutjung mit 18 Jahren ein sehr reges und vielbewundertes schriftstellerisches Werk begann. Ihre Arbeit blieb verschollen nachdem sie in Auschwitz ihr Leben lassen musste. Ihre beiden Töchter Denise und Elisabeth überlebten mit Hilfe von Freunden den Krieg, flohen inzwischen konvertiert, von Kloster zu Kloster und führten in einem Koffer das letzte Manuskript der Mutter mit sich. Es handelte sich um den unvollendeten Roman "Suite francaise".

In "Leidenschaft", dieser nun erstmals in Deutsch publizierten Geschichte erzählt die Autorin von der jungen Colette und dem um viele Jahre älteren Jean, die heiraten und dann zurückgezogen in Moulin-Neuf im Herzen der französischen Provence leben. Sie wollen ein glückliches Leben führen, geordnet und sittenstreng. Doch dem Feuer der Liebe und Leidenschaft kann sich Colette nicht erwehren, sie bricht die moralischen Schranken, kann ihr Geheimnis aber bewahren bis zu dem Tag als Jean unter sehr geheimnisvollen Umständen ermordet wird. Im Grunde weiß jeder wer der Mörder ist, aber man will zunächst nicht darüber reden, man könnte ja die Ruhe der Mitmenschen stören.

Dieses gespiegelte Gefälle fasziniert, wenn auch der Spannungsbogen arg konstruiert und grob gezeichnet ist. Einerseits das Herzerwärmende, die meist älteren Menschen, Provinzcharaktere, die eigentlich schon mit dem Leben abgeschlossen haben, ihre Enttäuschungen und Lebenslügen hinter sich haben und jetzt in einem so stabilen moralischen Gleichgewicht in Ruhe und Frieden leben. Andererseits die Glorifizierung der Jugend, die jungen Menschen, bei denen Blut und Leidenschaft kochen, die gleich nach der Hochzeitsnacht den gehörnten Ehemann betrügen, die Ruhe in der Provence stören.

Das Eingeklemmt sein in der Provinz und die Angst vor dem Alter waren bei der Autorin in ihrer Jugend selbst ein sehr starkes Motiv und so sind all dieses Sehnsüchte, die Sehnsüchte nach der Stadt, nach dem Aufbruch in der Leidenschaft und der Liebe und all das Süßliche des Sommers natürlich in diesem Buch wiederzufinden, denn auf ihren Wanderungen beobachtete sie aufmerksam und sinnlich alle Details. Und was unglaublich faszinierend ist, obwohl die Figuren die sie beschreibt bösartig und auf ihre Weise unsympathisch sind, entsteht beim Lesen eine Art Sehnsucht nach dieser eigentlich vergangenen Welt, der so genannten Provence der 30 er Jahre, weil Irene Némirovsky die Stimmung in der Landstruktur, in den Gärten, am Kamin, beim Herbstlaub, bei der Handarbeit, beim Rotwein genießen und Pfeife rauchen, beim Dreschen, bei vielen anderen einfachen Ritualen so friedlich einfängt. Das Leben dieser Menschen und das Leben der Natur machen eine faszinierende Mischung aus, es ist das Slawische in der tiefsten französischen Provence.

Es ist ein ganz wunderbares Buch, ein Roman der mit Sicherheit Frauen sehr gut gefallen wird.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Von verborgener Liebe...., 4. September 2009
Von 
A. Zanker (CH) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Leidenschaft: Roman (Gebundene Ausgabe)
Wie immer schreibt Iréne Némirovsky von zwischenmenschlichen Beziehungs-Konstellationen, beginnend vor dem ersten Weltkrieg, wo Frauen und Männer, auf der Suche sind, Ehepartner zu finden, sich sein Leben zu sichern,wo Zweckgemeinschaften gegründet wurden, wo Treue gelebt wurde, auch wenn im Innersten, in Gegenwart oder vergangener Zeiten Liebhaber existierten und sich trotz aller Gewohnheiten und gesellschaftlicher Normen, sich so etwas wie einstige Lieben und Leidenschaften in den inneren Bewusstseinswelten der damaligen Menschen, genauso wie heute bemerkbar machen. Verbringen wir doch oft unser Leben mit einem Partner und lieben im Grunde einen Anderen, oder haben einen Anderen geliebt, was sich auch nach 80 Jahren nicht geändert hat.

Es ist schon erstaunlich, wie ein Manuskript im Jahre 1942 von der Autorin, (bevor sie nach Auschwitz deportiert wurde und dort starb), noch in Sicherheit gebracht wurde, und wohl von ihrer Tochter Denise Epstein über 60 Jahre aufbewahrt wurde, bis es 2005 an den IMEC (Institut Mémoires de l'édition contemporaine) übergeben wurde.

(Im Nachwort der Herausgeber von Olivier Philipponat und Patrick Lienhardt wird darauf kurz eingegangen, die auch schon in Herr der Seelen: Roman das Nachwort verfasst haben und eine neue Biographie verfasst haben.)

Irène Némirovsky: Die Biographie

Erzählt wird aus Sicht des Protagonisten Silvio Vetter, der als Ich-Erzähler, die verschiedenen Lebensläufe verschiedener Paare und zweier Generationen schildert, von Colette und ihrem älteren Mann Jean, die ihre Eltern für ihre Art ihre Ehe zu führen bewundert und als Vorbild nimmt. Colette liebt im Grunde einen anderen Mann und hat sich mit Jean arrangiert. Durch einen dummen Unfall, bei der Jean um's Leben kommt, brechen Wahrheiten, verborgene Liebschaften, und vergangene Lieben zu neuem Leben auf, als ob sich die Liebe nicht aufhalten liesse, sich neue Wege für ihre Berechtigung einzufordern. Selbst an der als Vorbild genommenen Ehe ihrer Eltern, entstehen Risse, und alte Strukturen, dem Treusein eines langjährigen Ehepartners, beginnen zu bröckeln, als ob selbst die längst vergangenen Wahrheit ihren Weg ans Licht sich suchen würde.

Eine Art ländliche Tragödie wird hier aufgeblättert, wo Menschen sich mit ihren Lebenspartner arrangieren, und längst sich die Liebe im Stillen nach neuen Ufern und Menschen sich ausgebreitet hat. Némirovsky erzählt von verborgenen und vergangenen Lieben, wie verzweifelt wir sein können, wenn wir an der Seite eines Partners leben und gleichzeitig wissen, dass wir einen Anderen lieben. In welche angepassten Modi wir uns selbst oft aus Sicherheitsgründen manövrieren und zu leiden fähig sind, und wie sehr wir eigentlich lebendig werden, wenn wir aus einer authentischen Leidenschaft zu lieben fähig sind, die vielleicht viel tiefer geht und als Menschen noch viel mehr zu dem machen was wir sein wollen und im Grunde auch sind, liebende leidenschaftliche Liebespartner, die einander zu grossem Erleben fähig sind.

Mit wie immer grossem Feingespür, viel Einfühlungsvermögen und behutsamer Sprache, schildert uns Iréne Némirovsky das innere der damaligen Seelenwelten zwischen Mann und Frau, wo es darum geht, wie sehr wir bereit sind, unser Leben danach zu richten wen wir lieben und was wir dafür zu geben (oder aufzugeben) bereit sind und wie oft wir doch in angepasster selbstauferlegter Treue uns durch Leben schummeln und wir vielleicht durch unliebsame Zufälle aufgerüttelt werden, wo sich etwas in unserem Leben zeigen möchte, was etwas mit Wahrheit und Authentizität zu tun hat. Ein Roman der sich zwischen Vernunft und Strenge zum Einen, und Unvernunft und Leidenschaft zum Andern hin und herbewegt, wo Scham, Verzweiflung, Wahrheit,Leidenschaft, Illusion und Desillusion einen entsprechenden Mix abgeben, wo der Schrei nach Klarheit und Wahrhaftigkeit nicht mehr zu überhören ist.

So sehr ich die diese überaus talentierte Autorin des Zwischenmenchlichen schätze, so traurig macht es mich auch, dass sie in ihrem kurzen Leben nicht weiter leben durfte und dem Drama der Inteloranz nicht entgehen konnte. Wer die Notizen und das Nachwort aus ihrem Band Suite française: Roman gelesen hat, weiss wie berührend und traurig ihr Leben geendet hat. (Dieser Roman wurde in 38 Sprachen übersetzt und wurde 1.3 Mio. mal verkauft). Iréne Nemirovsky zählt mittlerweile zu meinen Liebslingsautoren, sie schreibt über Lebensthemen die uns alle angehen, die etwas Zeitloses an sich haben, und an ihrer Aktualität nach weit über 60 Jahren nichts verloren haben. Durch ihr Schaffen wird sich wohl Iréne Némirovsky in die zeitlosen Klassiker einreihen, was ihre Literatur zu etwas Kostbarem aufleuchten lässt, was mich an dieser aussergewöhnlichen Autorin immer wieder von Neuem anzieht und im Leseerlebnis in berührter aber auch dankbarer Betroffenheit zurücklässt.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderschön, 3. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Leidenschaft: Roman (Taschenbuch)
An dem Roman "Leidenschaft" von Irène Némirovsky hat mich zuallererst die Sprache beeindruckt. Stimmungsvoll, fast poetisch, dabei ganz ohne Schwulst und Pathos, so etwas habe ich in der letzten Zeit nur selten zu lesen bekommen. Durch den Ich-Erzähler Silvio, einen alten Verwandten der Hauptfiguren Colette und ihrer Mutter Hélène, findet der Leser schnell in die Geschichte und kann sich leicht in die Stimmung auf dem französischen Land zwischen den Weltkriegen und in die Gepflogenheiten der dortigen Bewohner einfinden. Ein kleiner Wermutstropfen war allerdings, dass der Roman recht abrupt endet. Ich hätte mir gewünscht, zu erfahren, wie die Figuren des Romans mit den letzten Endes zu Tage getretenen Wahrheiten umgehen, und in wie weit diese ihr weiteres Leben beeinflussen. Dennoch, für mich eines der besten Bücher, die ich bislang in diesem Jahr gelesen habe.
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4.0 von 5 Sternen Der Schatz im Koffer, 18. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Leidenschaft: Roman (Taschenbuch)
Als von den Nazis verfolgte Jüdin kam die vor dem zweiten Weltkrieg in Frankreich recht erfolgreiche Schriftstellerin ukrainischer Herkunft Irène Némirovsky 1942 im KZ Auschwitz um. Ihr Schicksal vorausahnend hatte sie ihren beiden Töchtern einen Koffer mit Tagebüchern und Manuskripten übergeben, der durch die Wirren des Krieges gerettet werden konnte und dann jahrzehntelang unbeachtet blieb. In diesem Koffer wurde 2005 unter anderem auch das vollständige Manuskript des bis dato als Fragment angesehenen Romans «Chaleur du sang» entdeckt, der daraufhin zwei Jahre später in Frankreich erstmals publiziert wurde. Im Nachwort der deutschen Erstausgabe unter dem Namen «Leidenschaft» werden von den Herausgebern die äußerst interessanten Hintergründe zu Autorin, Werk und speziell zu diesem Roman näher beleuchtet. Eine solche Wiederentdeckung nach sechzig Jahren ist ja wahrlich kein alltägliches Ereignis in der Literatur, und das macht neugierig, mich jedenfalls!

Der schmale Band enthält eine schnörkellos erzählte, spannende Geschichte aus der tiefsten Provinz Frankreichs in den 1930er Jahren, eine idyllische Gegend, die einen ganz besonderen, bäuerlichen Menschenschlag hervorgebracht hat, bodenständig, schwerfällig, misstrauisch, verschlossen. Ich-Erzähler Silvio ist ein weitgereister Mann, den es in seinen jungen Jahren in die Fremde hinausgezogen hat, der viel erlebt hat dabei und sein Leben in vollen Zügen zu genießen wusste. Nun ist er alt, fristet ein bescheidenes Leben in einem baufälligen Haus, bedauert zuweilen, all sein Geld verprasst zu haben und jetzt unter so armseligen Verhältnissen leben zu müssen. Aber er hat sich abgefunden damit, unterhält gute Beziehungen zu seiner Cousine Hélène und deren Mann François, ein in seiner unverbrüchlichen Liebe geradezu modellhaft wirkendes Ehepaar. Colette, deren Tochter, die kurz vor der Heirat mit dem um einiges älteren Jean steht, wünscht sich nichts sehnlicher als eine genau so innige Liebe, eine ebenso harmonische Ehe wie die ihrer Eltern. Es kommt anders, aber mehr will ich zum Plot nicht sagen, um nicht die Spannung zu zerstören. Ich selbst hatte gottlob vorweg nichts über diesen Roman gelesen und konnte so die Dramatik der Geschichte ungeschmälert genießen.

Aber auch wenn man deren Ausgang kennt, ist «Leidenschaft» ein wunderbares Leseerlebnis, in einer angenehm zu lesenden Sprache nämlich wird sehr anschaulich ein umfassendes Sittengemälde der damaligen Zeit gezeichnet. Das alles wird geradlinig und ohne langatmige Umwege erzählt von Silvio, diesem etwas schrulligen alten Knaben, der es aber faustdick hinter den Ohren hat, so mein Eindruck, und der einem vom ersten Satz an sofort sympathisch ist. Überhaupt ist die Figurenzeichnung der Autorin bemerkenswert, wie bei einem in wenigen Strichen skizzierten Portrait wird hier das Wesen der Protagonisten knapp, aber absolut treffsicher in der Wortwahl beschrieben. Und es sind auch nicht die Befindlichkeiten der Protagonisten, die uns in Romanen heutiger Zeit ja oft bis zum Überdruss vorgeführt werden, es sind vielmehr die realen Handlungen ihrer Figuren, auf die sich Némirovsky, schnell und zielsicher voranschreitend, konzentriert. Dabei benutzt sie als Stilmittel die wunderbaren inneren Monologe ihres Ich-Erzählers ebenso wie die glaubhaften, realitätsnahen Dialoge ihrer uns geradezu greifbar nahe erscheinenden Figuren. Deren schicksalhafte Verbindungen vor dem gesellschaftlichen Hintergrund der Provinz mit seinen festgefügten Normen, der Scheinmoral und den Eigenarten der Landbevölkerung ergeben ein Psychogramm, in dem glühende Liebe und wilde Leidenschaft den unverrückbar scheinenden Konventionen gegenübersteht und nur im Verborgenen ausgelebt werden kann.

Die romantischen Illusionen einer jungen Frau werden auf radikale Weise zerstört in dieser spannenden Geschichte. Schade nur, dass sich all dies auf wenig mehr als hundert Seiten abspielt, ich hätte gerne noch lange weiter gelesen.
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5.0 von 5 Sternen Hervorragende Übersetzung, 19. März 2013
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Rezension bezieht sich auf: Leidenschaft: Roman (Taschenbuch)
Die Autorin hat eine außerordentliche Begabung zur intensiven Beschreibung im Detail, und die Übersetzung hat das voll nachvollzogen. Bewunderung für die Übersetzerin.
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 7 Sterne..., 28. Dezember 2009
Rezension bezieht sich auf: Leidenschaft: Roman (Gebundene Ausgabe)
...hätte ich vergeben wollen. Übrigens: Vergeben und Vergeblichkeit ohne Vergessenkönnen oder Vergessenmüssen: auch dies ein Element dieses für menschliche Widersprüchlichkeiten, Schwächen, hell- und nachsichtigen Werks. Wunderbar, einmalig, man lese auch "Suite Francaise", ach, jeder Titel von Nemirovsky hat mich bisher beeindruckt.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Irène Némirovsky: Leidenschaft, 15. November 2011
Von 
Rezension bezieht sich auf: Leidenschaft: Roman (Taschenbuch)
In dem schmalen Bändchen erzählt Némirovsky von zwei Affären. Die junge Colette, frisch verheiratet mit Jean, hat eine heftige Affäre mit Marc. Dann kommt Jean unter mysteriösen Umständen ums Leben und Colette schämt sich ihrer Leidenschaft für Marc. Die Geschichte wird begleitet von den moralischen Kommentaren ihrer Eltern und des Cousins ihrer Mutter, Silvio. Gegen Ende erfährt der Leser, dass ausgerechnet Colettes Mutter und ihr Vetter Silvio eine Liason hatten. Die gemeinsame Tochter wurde nach der Geburt "abgeschoben", damit der Fehltritt in der Gesellschaft nich bekannt wurde.

Irène Némirovsky prangert hier die Doppelmoral ihrer Elterngeneration an. Sicher vieles hat sich verändert. In manchen Belangen sind wir heute toleranter. Ein uneheliches Kind ist keine Schande mehr. Es ist ein gleichwertiges Mitglied der Gesellschaft. Dennoch urteilen wir täglich über andere, obwohl wir selbst eine Menge Schuld oder Verantwortung mit uns herum tragen. Das Buch ist damit aktuell wie eh und je!

Knaus Verlag Verlagsgruppe Random House Bertelsmann 2009
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ich hätte mehr erwartet., 17. Februar 2013
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Rezension bezieht sich auf: Leidenschaft: Roman (Taschenbuch)
Dieses Buch trägt den Titel Leidenschaft. Allerdings finde ich in diesem Buch lediglich eine Stelle, bei der man sagen kann, dass es etwas wie Leidenschaft zu tun hat.
Mich hat das Buch enttäuscht.
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1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Leidenschaft, 21. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Leidenschaft: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ein wunderschönes, interessantes Buch, das pünktlich geliefert wurde und meinen Erwartungen voll gerecht wurde. Der Verkäufer ist weiter zu empfehlen
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Leidenschaft: Roman
Leidenschaft: Roman von Irène Némirovsky (Taschenbuch - 13. Juni 2011)
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