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122 von 128 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein kleines Juwel
Julius Winsome lebt in den Wäldern von Maine. Allein. Seit er denken kann. Die Winter sind lang in Maine, doch er spürt keine Einsamkeit, denn er hat seine Bücher und Hobbes seinen Pitbullterrier, der ihm ein treuer Gefährte geworden ist. Als jemand eines Tages scheinbar absichtlich den Hund erschießt, zerbricht etwas in Julius und sein Leben...
Veröffentlicht am 17. September 2009 von Eskalina

versus
6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein wenig enttäuschend
Nach all den euphorischen Rezessionen, (Buch des Jahres etc.) habe ich mir mehr doch etwas mehr erwartet.
Gut, es ist wunderschön geschrieben, das Buch, der Protagonist wirkt echt, und der Stil, in dem er 'seinen' Text schreibt, ist glaubhaft, aber die Geschichte selbst ist mir ein wenig zu flach, der Ablauf stellenweise sogar unlogisch.
Und ganz am...
Veröffentlicht am 14. Februar 2012 von Rieger


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122 von 128 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein kleines Juwel, 17. September 2009
Von 
Eskalina (Hannover) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Winter in Maine: Roman (Gebundene Ausgabe)
Julius Winsome lebt in den Wäldern von Maine. Allein. Seit er denken kann. Die Winter sind lang in Maine, doch er spürt keine Einsamkeit, denn er hat seine Bücher und Hobbes seinen Pitbullterrier, der ihm ein treuer Gefährte geworden ist. Als jemand eines Tages scheinbar absichtlich den Hund erschießt, zerbricht etwas in Julius und sein Leben ändert sich dramatisch...

Vorab eine kleine Empfehlung: Wer dieses Buch genießen will, sollte sich die Begründung der Jury die es zum "Buch des Jahre 2008" gewählt hat, erst nach der Lektüre gönnen, denn meiner Meinung nach wird darin sehr viel vom Inhalt verraten.

Julius ist ein Mensch, der in seiner eigenen kleinen Welt lebt, mit ganz eigenen und ungewöhnlichen Denkstrukturen. Ein Außenseiter, dessen Leben sich komplett von dem der Menschen in seinem Umfeld unterscheidet, der immer alles hingenommen und akzeptiert hat, wie es gerade kam, ohne sich Gedanken darum zu machen. Doch nun nach dem Verlust seines Hundes blickt Julius auf sein bisheriges Leben zurück. Ein Leben das von Verlusten geprägt ist. Mutter, Vater und die große Liebe, alles hat er verloren und alles das erlebt man gemeinsam - verliert man zusammen mit dem Protagonisten.

Donovan hat seine Figur trotz dieser Vita sehr arm an Emotionen entworfen, und es ist, als ob er beim Schreiben die Zuständigkeiten aufgeteilt habe: Julius ist für das Erleben zuständig und der Leser hat die Aufgabe, das Erlebte zu fühlen. Die Schönheit der Sätze wirkt wie ein behutsames Kratzen an der Oberfläche, so intensiv, bis die Oberfläche brüchig wird und man den Sinn des Buches sehr nahe an sich heran lässt und irgendwann merkt man, dass man nicht nur über das Verlorene in dieser Geschichte nachzudenken beginnt...

Mein Fazit: Den Titel "Buch des Jahres" der englischen Tageszeitung "The Guardian" hat dieses Meisterwerk meiner Meinung nach uneingeschränkt verdient. Ich konnte einfach nicht genug bekommen von der Sprache in diesem Buch, die einen einwickelt und überwältigt, die den Leser nachdenklich zurück lässt - so schön, so schmerzlich und so nah geht sie. Ich habe schon lange kein Buch mehr gelesen, dass so unter die Haut geht, dessen Stimmung mich so einfangen konnte, wie dieses kleine Juwel.
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14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Über die Einsamkeit, die Liebe und die Verzweifelung, 3. Mai 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Winter in Maine. 5 CDs (Audio CD)
Es ist ein einsamer Mensch, den uns Gerard Donovan in diesem Roman vorstellt: belesen, intelligent, sensibel. Einzig sein Hund Hobbes leistet ihm Gesellschaft in der Einsamkeit Maines, wo sonst nur vereinzelt die Schüsse von Jägern zu hören sind.

Julius Winsome ist 51 Jahre alt und lebt in einer Hütte in den Wälder Maines, am nördlichsten Punkt der USA. Wer hier lebt, legt keinen Wert auf Nachbarn. Schon sein Vater und sein Großvater haben in dieser Hütte gewohnt und schon als Kind hat Julius Shakespeare gelesen und sich an dessen Sprache erfreut, die außer ihm heute niemand mehr versteht.

Eines Tages taucht eine Frau unerwartet aber keineswegs zufällig auf. Doch Claire sucht die Sicherheit eines Mannes, der sie und eine Familie versorgen kann - und verlässt den Einsiedler Winsome nach wenigen Monaten so plötzlich, wie sie gekommen ist. Wer will schon einen Gelegenheitsarbeiter als Ehemann, der nur im Sommer mit Gartenarbeiten seinen bescheidenen Unterhalt für ein ganzes Jahr verdient und im Winter in seinen 3282 Bücher liest und unspektakulär durch die Wälder streift?

Sie hat Winsome jedoch zu seinem Gefährten, den Terrier Hobbes aus dem Tierheim, verholfen. Donovan führt den Leser in die Welt der Hunde ein: Wie bellen, wedeln, tollen und den Menschen Freund sind. So schreibt nur ein Hundefreund.

Hunde sind bedingungslos treu. Und so verschmerzt Winsome den Verlust Claires. Doch als vier Jahre später eines Tages sein geliebter Hobbes grundlos erschossen wird, bricht in ihm eine Welt zusammen: Ein Mann sieht rot.

In literarisch anspruchsvollen Romanen erleben wir Menschen, die mitten in ihrem ansonsten überschaubaren Leben durch ein einziges Ereignis aus der Bahn gerissen werden. Manchmal ist es nur ein Tropfen, der der Fass zum Überlaufen bringt. Durch die jäh entstandene Einsamkeit verliert Julius Winsome seinen Halt.

Mit einem uralten Karabiner aus dem Ersten Weltkrieg geht Winsome auf Rachefeldzug. Völlig kaltblütig tötet er einen Jäger nach dem anderen - immer im Glauben, dieser habe seinen Hund getötet. Aus einem völlig friedfertigen und besonnenen Menschen wird über Nacht ein Serienkiller.

Gerard Donovan ist ein psychologisch tiefgründiger Roman ganz in der amerikanischen Tradition eines Truman Capote (In cold blood") oder eines Georges Simenon gelungen. Dicht, kompakt und doch aufgeladen wirkt die Atmosphäre, eingefärbt von der Trauer des Protagonisten. Und genau so dicht ist auch Donovans Sprache. Ohne jeden Zweifel gehört dieser Roman zu den bedeutendsten englischsprachigen Werken der vergangenen Jahre, eine große literarische Leistung.

Die ungekürzte Lesung wird auf 5 CDs 328 Minuten von Markus Hoffmann vorgelesen. An einem Booklet wurde leider gespart (man hat stattdessen eine Werbebeilage vorgezogen). Hoffmann hat den diesem Buch angemessenen melancholischen Ton gefunden, auch wenn dieser überaus monoton und zuweilen ermüdend ist.
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31 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Faszination, Winterkälte und ein Rausch von Worten..., 7. Dezember 2009
Rezension bezieht sich auf: Winter in Maine: Roman (Gebundene Ausgabe)
...das waren meine Gefährten in den zwei Tagen, in denen ich das Buch gelesen habe.

Es ist lange her, daß ich eine solche Sprache gelesen habe. Nicht nur, daß man die Kälte fühlt, die Stille des Waldes, nein, auch die Einsamkeit, die Ruhe, die Gelassenheit, die ein Mensch nach 50 Jahren in der Wildnis empfindet - bis hin zu der in seinem Kosmos klaren Selbstverständlichkeit, mit der er aus anderer Sicht moralisch Verwerfliches tut. Man ist verwirrt, hineingezogen, versteht, lehnt ab, ist verwundert, ergriffen, fasziniert, staunt, ist erschüttert...die Aufzählung könnte immer weiter gehen. Der kleine, aber feine Unterschied, ob es sich um einen Hollywood-Reißer handelt oder um eine Novelle...

In der Tat ein kleines Juwel, daß da als schmales Büchlein daherkommt.
Lesen und begeistert sein.
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch, das bleibt, 13. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: Winter in Maine: Roman (Gebundene Ausgabe)
... und zwar nicht nur in bester Erinnerung, sondern auch allen Flohmärkten trotzend im Bücherregal.
Ich habe es im Winter 09/10 gelesen, sicher die beste Jahreszeit für dieses Werk.

In manchen Reszensionen wird mangende Spannung beklagt ' dies ist kein Krimi ' oder eine oberflächliche Handlung ' gut, dann schlage derjenige ein Buch vor, das mehr Tiefe aufweist. Ich bin gespannt.
Mich hat dieses Buch gefesselt. Selten habe ich mich einem eremitisch lebenden Menschen näher gefühlt, und bin selten mehr in den Ort der Handlung, diese kleine Stadt und das Holzhaus irgendwo in Maine abgetaucht. Für mich war es eine Parabel über die Liebe, die Ungerechtigkeit der Welt, über Zufälle und Verwirrung und Hass ' die in der Summe zu einem nicht nachvollziehbaren Amoklauf führen, der als einziges Ziel das eigene Ende hat.
Dass hier der Tod eines Haustieres der Auslöser ist, ist umso verstörender.
Wenn ein Leben sich nicht richtig entwickeln kann, wenn es im Ansatz stecken bleibt und nur im Kopf (Büchern) stattfindet, ist im Extrem alles möglich.

Ein Buch, das man nicht jedem schenken kann ' und das ist doch wunderbar.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Den Donovan merke ich mir, 16. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Winter in Maine: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ich bin begeistert.
Anfangs dachte ich, es ginge in diesem Buch um die Verhältnismäßigkeit der Mittel, oder die Frage ob ein Menschenleben mehr wert ist als das eines Hundes. Diese Frage ist auch ständig präsent und u.a. dadurch hält sich die Spannung. Aber das ist nur vordergründig das Thema.

Ein Schlüsselsatz ist für mich:
"...Aber bei den Ereignissen des Lebens muss man die eigene Anerkennung gewinnen. Es gibt niemanden, dem man etwas vorführen kann, niemanden, der sagt: Gut gemacht."
Das ist keine gleißende Erkenntnis, die man aus dem Zusammenhang nehmen und sich ins Poesiealbum schreiben könnte. Aber sieht man genauer hin, findet man viele solcher Sätze, die man als Kernaussagen deuten könnte. Und das macht den Reiz aus.
Julius Winsome berichtet vom Tod seines Hundes und den Ereignissen danach. Kurz, lakonisch "... ich sah, ich dachte, ich schoss ..." Ohne große Wertung, ganz nüchtern, detailliert, in kurzen Kapiteln. Er erzählt nicht direkt von seinem Schmerz, sondern davon, was die Liebe eines Hundes und die Liebe zu einem Hund ausmacht, wie eine Frau ihn gefunden und verlassen hat, von seinem Vater, Großvater, der Geschichte dessen Gewehrs. Puzzlestücke ergänzen einander nach und nach zu einem Bild und jeder kann darin seine eigene Botschaft finden, jeder Leser leistet an Julius Winsome's statt eigene Gefühlsarbeit und verarbeitet das Leben des Protagonisten auf seine eigene Weise.
Das Ganze ist grandios geschrieben. Weglassen kann man da nichts mehr und Ausschmückungen oder zusätzliche Erklärungen wären dem Buch nicht bekommen. Alles ist im richtigen Maß und im richtigen Rhythmus geschrieben.

Großartig.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Winter in Maine!, 11. April 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Winter in Maine: Roman (Gebundene Ausgabe)
Eines zu Anfang: Winter in Maine", das ist ein Buch, wie man es nur alle paar Jahre in die Hände bekommt. Und das ist auch gut so. Wäre jedes Buch so gut, ich würde das Lesen schlichtweg nicht mehr ertragen...

Das Buch ist von einer so erschreckenden Nähe geprägt, dass es einen jeden Pazifisten eines Besseren belehrt.

Lange bevor man in der Mitte des Textes angelangt ist wird einem klar, dass man dieses Buch, nur weil man bald die letzte Seite aufgeschlagen haben wird, damit noch lange nicht zu Ende gelesen hat.
Man wird es mehrmals lesen müssen, damit man es verstehen, damit man alle Informationen daraus ans Tageslicht befördern kann...
Und man wird es auch deshalb mehrmals lesen müssen, weil man es erst dann, wenn die Emotionen geringer sind, wohl besser verstehen kann.
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21 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Ein kleines Meisterwerk..., 19. Oktober 2009
Von 
Spaddl "spaddl" (SH) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Winter in Maine: Roman (Gebundene Ausgabe)
...eines jener seltenen Bücher, die lebensklug und dabei höchst unterhaltsam sind", schreibt Colum McCann, der Autor von Büchern wie "Der Tänzer" oder "Der Himmel unter der Stadt" - absolute Zustimmung!

Aufmerksam geworden bin ich auf diese kleine knapp 200 seitenumfassende Geschichte durch die neue Büchersendung "West.Art Bücher mit Christine Westermann" auf dem WDR, die dieses Buch besprochen und in höchsten Tönen geschwärmt hat. Nachdem bei amazon auch nur positive Rezensionen zu finden waren, habe ich mir das Buch gekauft und binnen eines Tages durchgelesen.

Die Geschichte von Julius Winsome, dessen Hund und langjähriger Begleiter Hobbes, zu dem er schon ein beinahe freundschaftliches Verhältnis hat, unbemerkt aus nächster Nähe erschossen wird und er daraufhin einen amokähnlichen Rachefeldzug beginnt, ist absolut fesselnd erzählt.
In leiser, kluger Sprache und ohne Effekthascherei erzählt Gerard Donovan von der Lebensgeschichte dieses Mannes, der unter knapp 3.800 Büchern in einer abgelegenen Hütte im tiefsten Walde von Maine lebt, der seinen einzigen Freund durch eine solche Gräueltat verloren hat. Der erste Rachemord, den Julius verübt, geschieht ganz unerwartet und nebenbei - ohne vorher viel Spannung aufzubauen; ein bestes Exempel für die literarische Qualität dieses Romans, der zurecht mit dem Titel "Buch des Jahres" im Jahr 2008 von der Zeitung "The Guardian" ausgezeichnet wurde, denn für eine solche gewalttätige Szene hätten andere Schriftsteller ihr gesamtes blutrünstiges Talent spielen lassen, damit diese Sequenz so brutal wie möglich wirkt. (Verstehen Sie mich nicht falsch, ich lese besagte Romane sehr gerne, aber als Literatur kann man diese dann trotzdem in den meisten Fällen nicht bezeichnen.)

Die Kapitel, in denen Gerard Donovan von den Vergangenheit Julius Winsomes schreibt, sind ebenfalls gelungen und machen das spannende Ende logisch nachvollziehbar.

Für diesen, beim Luchterhand Verlag publizierten Roman spreche ich meine absolute Lese- und Kaufempfehlung aus, denn lange hat man nicht mehr über Einsamkeit, Verlust und Melancholie so interessant und nachdenklich lesen können, wie in "Winter in Maine".
Ich hoffe, wir werden in der Zukunft noch mehr Bücher von Gerard Donovan lesen dürfen.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "In der Kälte und dem Alleinsein können nur kurze Sätze und lange Gedanken überleben.", 10. Januar 2012
Von 
Regina Berger "Gina" (Rottach-Egern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Winter in Maine: Roman (Taschenbuch)
Solch` treffende Worte, treffsicher wie die Kugeln des Mörders und schneidend wie der kalte Wind in den North Woods von Maine hat Gerhard Donovan in seiner Erzählung gefunden. Was für ein Buch! Dieser im Winter spielende Roman lässt niemanden kalt - und das nicht nur wegen der schneebedeckten Landschaft, die in ihrer erzählerischen Dichte fühlbar ist. Wie gebannt folgt man der Handlung innerhalb der wenigen Tage (vom 30. Oktober bis zum 05. November), während der Wind die Silben aus den Sätzen weht.

Julius Winsome lebt zurückgezogen in einer Hütte in den Wäldern Nordamerikas. Er hat sich in der kleinen, geschützten Welt einer Jagdhütte mit einem warmen Kaminofen und der Hinterlassenschaft seines Vaters, 3.282 katalogisierten Büchern, ein gleichförmig verlaufendes Leben eingerichtet, fernab der Außenwelt in einer menschenleeren Gegend. Von seinem Vater hat er außer den Büchern seine Schießfertigkeiten, vom Großvater Kriegsgeschichten und ein Scharfschützen-Gewehr aus dem 1. Weltkrieg geerbt. In seine Einsamkeit trat vor vier Jahren die liebenswerte Claire und kurze Zeit später auf ihr Anraten der lebhafte Pitbullterrier Hobbes. Als Claire Julius eines Tages ebenso stillschweigend verlässt, wie sie in sein Leben getreten ist, gilt seine ganze Liebe dem Hund. Doch dieser wird auf einem seiner Streifzüge durch`s Revier absichtlich erschossen. Aus Rache wird Julius zum Mörder, als er Jagd auf den Mörder seines Hundes macht. Dabei geschieht der erste Mord so beiläufig, so abgeklärt, dass man das Geschriebene erneut lesen muss, um zu begreifen. Unfassbar!

In beherrschter, ruhiger Sprache aus Sicht des Ich-Erzählers führt der Autor den Leser anhand präziser Gedankengänge statt gefühlvoller Ausschweifungen durch die Handlung. Klare Worte lassen die Einsamkeit förmlich spüren. Überhaupt spielen Worte und Bücher eine gewichtige Rolle in dem Leben des Einzelgängers Julius. Mußte er doch als Kind wortweise Shakespeare lernen. Das elisabethanische Vokabular treibt die bereits aufgeladene Atmosphäre voran, Aussagen wie "blutdurchsiebt, bestoben" verleihen der Handlung beklemmenden Nachdruck. Erstaunt folgte ich den gnadenlos konsequenten Ausführungen des Autors; den kurzen Kapiteln, die genau das richtige Maß halten, um Wesentliches auszusagen. Ohne Wertung steht geschrieben, was es bedeutet, wenn ein Mensch sich in seinem Schmerz verliert. Dies alles im Einklang mit der Natur; mit sensibel gezeichneten Landschaftsbildern. Und während unbeeindruckt all der Geschehnisse der Schnee in den Wäldern von Maine fällt, zittert man beim Lesen vor Anspannung, nicht vor Kälte.

Die Frage, die sich stellt ist, ob die Geschichte eines Mannes, der sich auf einen Rachefeldzug wegen seines erschossenen Hundes begibt, interessant ist? Es ist mehr als das! Es ist ein ungewöhnlicher Roman, der in die Tiefen der amerikanischen Wälder und die Abgründe der seelischen Landschaft führt. Ein Roman, der kontroverse Emotionen auslöst, denn er ist andersartig und in meinen Augen großartig!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen grossartig - speziell - nicht der Stoff für Jeden., 18. Dezember 2011
Rezension bezieht sich auf: Winter in Maine: Roman (Gebundene Ausgabe)
Winter in Maine ist für mein Empfinden ein grossartiges Buch. Es ist zugleich auch ein spezielles Buch, das nicht jeden Leser ansprechen wird. Ich habe mir, bevor ich hiermit nun die eigene Rezension schreibe, einige der bereits verfassten Beiträge durchgelesen, wurden gute oder schlechte Bewertungen abgegeben. Nun ist es bei Rezensionen so, dass sich Subjektives mit Objektivem vermischt. So erkläre ich mir die Bewertungsvielfalt zu "Winter in Maine".

Julius Winsome, ein alleinstehender 51 jähriger Mann, der in einer abgeschiedenen Hütte lebt, sich mit seinem Hund "Hobbes" stimmungsmäßig auf den nahenden Winter einstellt. Das Leben in hohen Norden bringt zuerst einmal nicht viel Abwechselung mit sich. Sein Terrier und die ihn ungebende Natur, sein selbst angelegtes Blumenbeet, die Landschaft mit den Tieren, das raue Klima und die vielen Bücher, mit denen er aufgewachsen ist und die ihm sein Vater vererbt hat, schenken ihm Abwechselung an den kalten trüben Tagen. Wäre da nicht der plötzliche Mord an seinem Hund und von nun an die für ihn zermürbende Lärmkulisse der Schüsse durch die Jäger...

G. Donovan versteht es, den eigenbrödlerischen Charakter seines Protagonisten zu beschreiben. Er führt den Leser durch bildhafte Szenen, sowohl in den Umgebungsbeschreibungen, als auch in der Gedankenwelt des Julius Winsome immer mehr in den Roman hinein. Was hier sooft bemängelt wurde, das sich Leser nicht haben mit dem Handeln und den gefühlsmäßigen Stimmungen identifizieren können, kann ich nicht bestätigen. Die Liebe zur Natur, der persönliche Umgang mit einem Hund, der im Einklang mit der Natur stehende Lebensstil. All dies muss man ansprechend finden, um das Buch genießen zu können.

Wer hierbei versucht in der ganzen Handlung Logik zu finden, der hat für mein Empfinden nicht gründlich genug "geschnuppert". Ausserdem ist es fraglich, ob jede Handlung wirklich Logik haben muss! Sollte nicht eher der Lesegenuss und die gute Lesbarkeit = roter Faden als Leitmotiv im Vordergrund stehen? Ich persönlich denke schon. Und das ist G.Donovan gelungen. Die Sprache ist feinfühlig, flüssig, bildhaft, teilweise mit melancholischer "Klangfärbung", aber immer stimmig.

Ohne mehr preisgeben zu wollen: Ein grossartiger Roman. Unterhaltsam, die Handlung speziell, zum Lieben oder Hassen, nur leider ein wenig kurz. Der Wendepunkt kommt plötzlich. Ich hätte mir nach dem Wendepunkt noch ein wenig mehr versprochen. Den Punkt Abzug zur vollen Fünf gibts genau dafür und für die "Waffenkunde" und "Schusswissenschaft" aus den Überlieferungen von Großvater und Vater (ein wenig zu euphorisch dargestellt, zu verherrlichend).

Ich freue mich auf weitere Rezensionen, ob das vielleicht auch jemand so sieht , wie ich...

Prädikat: Sehr lesenswert!!!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gerard Donovan - Winter in Maine, 29. September 2011
Von 
hasewue - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Winter in Maine: Roman (Gebundene Ausgabe)
Julius Winsome lebt allein in den Wäldern von Maine, umgeben von den über dreitausend Büchern seines verstorbenen Vaters und zusammen mit seinem Pitbullterrier Hobbes als einzigen Gefährten.
Eines kalten Winternachmittags hört er einen Schuss und findet daraufhin seinen geliebten Hund angeschossen vor seiner Haustüre ' offensichtlich wurde Hobbes mit Absicht erschossen.
Mit Hobbes verlor er den einzigen Freund, den er neben seiner Liebe zu Shakespeare besaß. Julius fasst daraufhin einen Entschluss, der weitreichende Folgen hat.
Gerard Donovan hat mit 'Winter in Maine' ein wunderschönes und vor allem hoch emotionales Buch geschrieben.
Ganz besonders der Anfang des Buches hat mich zu Tränen gerührt und sehr bewegt. Das liegt auch besonders an der wunderschönen und außergewöhnlichen Sprache, die Donovan benutzt. Das Buch wird dadurch erst richtig lebendig, außergewöhnlich und sorgt dafür, dass sich der Leser ganz in der Handlung fallen lassen und seinen Gedanken freien Lauf setzen kann. Durch den flüssigen Erzählstil war ich von Beginn an in der Geschichte gefangen und merkte gar nicht wie schnell die Zeit beim Lesen verging. Die dichte Atmosphäre zog mich so richtig tief in die Handlung und es war als ob ich selbst ein Teil davon war.
'Winter in Maine' ist ein so wunderschönes Buch, das sich wie eine Hommage an Shakespeare und die Liebe zur Literatur liest.
Julius Winsome ist ein sehr eigensinniger und besonderer Charakter für den ich im Verlauf der Handlung groteskerweise Mitgefühl und Sympathie aufbaute. Ich fieberte und litt mit Julius und das ging so weit, dass ich das Ende als sehr unbefriedigend und fast schon enttäuschend fand. Der einzige Kritikpunkt an einem thematisch sehr guten und sprachlich sehr gewaltigen Buch.
Wenn das Ende anders gewesen wäre, wäre es für mich eines der besten Bücher überhaupt. Sprachlich gesehen ist 'Winter in Maine' das definitiv.
Ein Buch, das einen besonders im Winter schöne und bewegende Lesestunden beschert.

4 von 5 Sternen!
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Winter in Maine: Roman
Winter in Maine: Roman von Gerard Donovan (Taschenbuch - 8. August 2011)
EUR 9,99
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