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am 17. März 2010
"Ich glaube nicht an Gott, aber ich vermisse ihn!"

Mit diesem Eingangssatz ist schon die ganze Theorie umrissen, mit der sich der Autor bei seinen Überlegungen über den Tod und zu Reflexionen und Rückbesinnungen auf Todesfälle in der Familie und anderswo auseinandersetzt.

Wer kennt sie nicht, die Frage nach dem, was nach uns kommt? Ungewöhnlich allerdings sind diese Gedanken für einen 12 -15 jährigen Jungen. In diesem Alter hat sich Julian Barnes bereits mit dem Thema Tod und Sterben beschäftigt, und er fürchtete den Tod.
Mit einem ironisch- belustigten Ton setzt Julian Barnes seine Betrachtungen zu dem brisanten Thema fort, in dem es um Todesfälle in der Familie, bei Bekannten, Freunden und anderswo geht. Wie denkt z.B. sein Bruder darüber? Dieser, ein Philosoph, antwortet auf die eingangs zitierte Feststellung:" Sentimentaler Quatsch!"
Und weiter geht es mit der Beschreibung dessen, was Barnes an Denkansätzen in seiner Familie erfahren hat. Die Großmutter war eine "Reihenhaus"'- Sozialistin, der Vater ein milde gesonnener Liberaler, die Mutter nüchtern und realitätsnah. Nun sind sie alle tot und beim Aufräumen des Nachlasses kommen die Erinnerungen. Da er und sein Bruder unterschiedliche Wahrnehmungen haben, hält Julian Barnes fest, dass es keine reine "Wahrheit" über das vergangene Leben und über das Erinnern gibt.
Er lässt seine Fantasie schweifen und bemüht Aussagen großer Dichter und Philosophen, um sich mit Tod und Sterben zu befassen. Aus seinen Aufzeichnungen ist ein leichtes und luftiges Werk entstanden, in dem er das Für und Wider des Glaubens an einen Gott und an das Leben nach dem Tod überdenkt. Im Austausch mit dem atheistischen Bruder erfährt der Agnostiker Barnes nützliche Hinweise,die zur Verständigung seiner Ausführungen hilfreich sind.
In seinem Buch ist häufig von Gott die Rede, an den Julian Barnes jedoch nicht glaubt!
Er wendet die alten Fragen der Menschheit nach dem Sinn und Unsinn unseres Lebens, nach der Erfüllung im Denken und täglichen Handeln, nach Glauben und Unglauben, nach den Vererbungen, den Genen und vielen anderen belustigenden Beobachtungen hin und her und zieht das Fazit, dass der Tod nichts ist, "...was man fürchten müsste".

Besinnlich, nachdenklich und melancholisch sind seine Betrachtungen, die es einem leicht machen, ihm zu folgen. Es lohnt sich, das Buch zu lesen, das in einer guten Übersetzung von Gertraude Krueger vorliegt.
33 Kommentare52 von 52 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Julian Barnes. Nichts, was man fürchten müsste"

Eine, oder besser unzählige Geschichten über den Tod und das Sterben. Viele Beispiele aus dem eigenen Erleben und aus der Geschichte. Manchmal verliert man die Übersicht.
Leicht, locker und ironisch geschrieben, mit einem deutlichen Hauch von Melancholie. Witzige Passagen, man lacht laut auf. Daneben traurig resignierend. Immer mit dem typisch britischem, spöttischen Unterton, alles anscheinend nicht Ernst nehmend.
Der Autor ist angeblich Agnostiker, ich glaube, jedoch eher Atheist, wenn auch nicht so kompromisslos wie sein Bruder.
Es gibt unglaublich gute Passagen, so die über die Verweigerung der Weitergabe der selbstsüchtigen Gene. Nach der 3. Generation ist man als Person sicher vergessen (Urenkelgeneration), existiert vielleicht noch als ferne Fabel. Das eigene Genmaterial in den Urenkeln beträgt noch 12,5 %, also 87,5 % der Gene sind fremd. Nach einer weiteren Generation ist fast nichts mehr vorhanden. Der Autor setzt den freien Willen gegen den biologischen Determinismus der Gene, die ihrer Bestimmung folgend allein ihre Weitergabe erzwingen wollen. Das Hauptargument der Menschen und Eltern ist, dass sie meinen, sie werden durch ihre Kinder nach dem Tod "fortgeführt". Doch führen wir unsere Eltern oder Großeltern wirklich in irgendeiner Weise fort? Wohl eher nicht. Siehe oben.
"Führe Dein Leben hier und jetzt voll aus -tue Dein Bestes, und wenn Sie mich fragen warum- ich weiß es nicht."
Lessing bezeichnet die Geschichte als das Ordnen von Zufällen, und für Barnes ist ein Menschenleben dasselbe im Kleinformat: "Eine Bewusstseinsspanne, in der sich gewisse Dinge ereignen, von denen manche vorhersehbar sind, andere nicht: In der sich gewisse Muster wiederholen, in der das Wirken des Zufalls und des ....freien Willens in eine Wechselbeziehung treten..."
Max Frisch sagte, der Mensch erfinde eine Geschichte und halte sie für sein Leben.
Barnes sagt:" Wir verwandeln seltsamen, unbegreiflichen, widersprüchlichen Input in irgendeine Art von glaubwürdiger Geschichte, aber glaubwürdig vor allem für uns selbst"
Und dann zum Schluss beschreibt Barnes einen Gedankengang des Astrophysikers und Astronomen Martin Rees,der darauf hinweist, daß noch eine unermessliche Zeitspanne vor unserem Planeten und dem Leben liegt ( die Sonne hat noch nicht einmal die Hälfte ihrer Lebenszeit hinter sich), und daß wir gar nicht ahnen können, wohin der darwinsche Selektionsprozess noch führen mag, was noch an Geschöpfen und Bewusstsein entstehen wird. Auch wenn sich die Menschheit noch einige Male atomar oder sonst wie vernichtet. "Was es dann noch an Geschöpfen gibt, wird so verschieden von uns sein, wie wir uns von Amöben und Bakterien unterscheiden."

Eine Fülle tiefer und banaler, zeitweise witziger und trauriger, aber immer lesenswerter Gedanken.
Ein Buch, welches man vor allem in der zweiten Hälfte, nicht mehr aus der Hand legen mag.
Sehr zu empfehlen.
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am 16. Juni 2010
Witzig, geistreich, überraschend hat er in seinen erfolgreichen Romanen schon immer geschrieben, der britische Schriftsteller Julian Barnes. Nun hat er sich mit gewohntem Witz an ein gar nicht witziges Thema gemacht: An seine Furcht vor dem Tod.

Ein Essay über den Tod, das Selbstportrait eines, der Angst vor dem Sterben hat und die Reflexionen eines Gottverlassenen –wie kann man darüber lustig schreiben ? Geht das überhaupt, kann man damit das Thema tief genug ausloten ? Ja, es geht- und es geht hervorragend. Aber nur, wenn der Autor Julian Barnes heißt, der Sätze wie diesen schreiben kann:
"Ich glaube nicht an Gott, aber ich vermisse ihn."

Was für ein Satz. So einfach. Und so paradox. Genau wie das ganze Buch. Das erzählt Barnes‘ eigene Geschichte, ist aber keine Autobiographie. Auch kein lupenreiner Essay. Dafür von allem ein bisschen:

Ein Mann beschreibt seine obsessive Angst vor dem Tod, und weil der Mann Julian Barnes heißt, ist das witzig. Denn Julian Barnes beschreibt zum Beispiel schlimme und gute Phantasien möglicher Todesumstände.

"Meine Fantasievorstellung zum besten Fall handelte früher von einer Krankheit, die mir gerade genug Zeit und geistige Klarheit ließ, um noch ein letztes Buch zu schreiben – das Buch, das alle meine Gedanken über den Tod enthielt. Doch welcher Arzt stellte einem schon eine Diagnose, die genau zu den eigenen literarischen Bedürfnissen passt?
`Ich hab leider eine gute und eine schlechte Nachricht für Sie.' – `Raus mit der Sprache, Doktor, ich muss es wissen. Wie lange?'
`Wie lange? Etwa 200 Seiten, würde ich sagen, vielleicht auch 250, wenn Sie Glück haben oder schnell arbeiten.`"

Julian Barnes zitiert Literaten, Philosophen (unter anderem seinen Bruder, der Philosophieprofessor ist) und lässt sich doch von keinem geistigen Trost beschwichtigen. Stattdessen wehrt er sich mit der einzigen Waffe, die ihm zur Verfügung steht: Mit scharfsinnigem Witz und hellsichtiger Ironie.

Wer so klug und so leicht, so tief und so wagemutig, so radikal und amüsant über die Angst "vor der Grube" schreiben kann, der gibt dem Prädikat "Galgenhumor" eine ganz neue Dimension. Ob es hilft? Natürlich nicht. Aber es macht Spaß. Ich habe als Theologe das Buch mit einem ganz besonderen Interesse gelesen und muss sagen, so lasse ich mir die radikale Absage an die religiöse Transzendenz, die Verweigerung irgendeines Glaubens an ein Leben nach dem Tod gefallen. Es ist ein Atheismus der leichten Art, von dem ich viel gelernt habe .
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am 22. November 2013
Klug ohne geschwätzig zu sein, nachdenklich und dabei nicht depressiv, humorvoll ohne jeden Zynismus - wer so über das letzte Thema schreiben kann, sollte langsam mal auf die Kandidatenliste für den Literatur-Nobelpreis.
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am 5. Januar 2011
Es geht um schwere Themen, um Krankheit, Sterben, Tod und Vergänglichkeit. Julian Barnes vermag locker und leicht, mit viel Witz und Beobachtungsgabe darüber zu sprechen.

Er berichtet Anekdoten aus dem Familienleben. Er referiert aus den Werken und Bografien großer Geister (Flaubert, Renard, Zola). Er spricht offen über seine Ängste, stellt Fragen, wägt Für und Wider ab, bekennt seine heimlichen Hoffnungen.

Das macht das Buch lesens- und bedenkenswert. Jedoch fehlt dem Buch eine erkennbare Struktur. Um es mit Barnes eigenen Worten zu sagen, das Buch 'holpert'. Nach zwei Dritteln des Buches liefert Barnes auch eine Begründung hierfür: Das Leben sei eben holprig, entwickle sich von Anekdote zu Anekdote, für logische Folgerichtigkeit und raffinierte Strukturierungen sei wenig Platz.

Dies mag stimmen oder nicht. Dem Buch erwächst daraus jedoch eine deutliche Schwäche: Barnes kreist immer wieder um bestimmte Fragestellungen, es kommt zu Wiederholungen der Gedankengänge und Zitate, ohne dass ein neues Aspekt hinzugefügt worden wäre. Das Buch kann auf diese Weise ebenso gut noch hundert Seiten weiter fortgeführt werden oder hundert Seiten früher enden.

Das ist Schade. Denn Barnes spricht über wichtige Themen, thematisiert Ängste und Hoffnungen, die jeden Menschen betreffen.
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am 28. Juni 2010
...aber vielleicht habe ich auch nur die falschen Kritiken dazu gelesen. Es ist mehr eine Autobiographie gemischt mit BarnesŽ historisch wichtigen Persönlichkeiten. Ganz ehrlich kommt mir persönlich der Tod und das Sterben ein wenig zu kurz, auch wenn das natürlich das Hauptthema des Buches ist, habe ich die Umsetzung in einer anderen Form erwartet.
Trotzdem ist die ganze Thematik von Barnes sehr nett in seine eigene Familiengeschichte eingebettet, ergänzt um und einige ausgewählte literarische, künstlerische oder philosophische Quellen. Ein empfehlenswertes Buch, welches ich in drei Tagen ausgelesen habe. Nur leider wissen wir am Ende noch immer nicht, was uns erwartet bzw. wie schrecklich es tatsächlich werden wird, aber auch das ist ja nur eine Frage der Zeit, denn wie schreibt Barnes so schön. Irgendwann hat jeder Autor seinen letzten Leser.
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am 26. April 2010
Wie man Julian Barnes kennt, feiner britischer Humor gepart mit einem ernsthaften Umgang mit dem Thema Sterben und Tod - absolut lesenswert!
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am 20. August 2010
Durch eine Buchbesprechung in FAZ neugierig geworden, wurde ich die ersten beiden Drittel des Buches enttäuscht. Der Rezesent hatte in einer Übereinstimmung mit dem Klappentext von einem leichten zum Thema Sterben/Tod gesprochen. Zwei Drittel des Buches erzählen aber nur von der Familiengeschichte und vom teilweisen skurilen Sterben der Vorfahren.
Erst am Ende des Buches kommt Julian Barnes ins philosophieren und erfüllte meine Erwartungen.
Das Buch ist leicht geschrieben und flüssig zu lesen und hat gute Querverweise auf die franz. Literatur.
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am 12. Januar 2014
Habe das Buch gleich an die Bibliothek weiterverschenkt. Vielleicht findet sich ein Leser, dessen Geschmack es trifft.
Schau mer mal.
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am 4. Januar 2013
Da findet sich jemanf super toll mit seinen vermeindlich philosophischen Gedanken.
Meine Erwartungen waren vielleicht zu hoch, aber ich finde:
"Nichts, was man gelesen haben müsste"
11 Kommentar0 von 14 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

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