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95 von 98 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Düster und spannend!
Eigentlich wollte ich während des Lesens ein Zitat raussuchen, mit dem ich diese Rezension beginne. Leider habe ich das während des Lesens total vergessen, denn dieses Buch wollte einfach gelesen werden, ohne Pause.
Und ich muss sagen: "Fegefeuer" ist eins der besten Bücher, die ich in den letzten Monaten gelesen habe.

Aliide findet ein...
Veröffentlicht am 20. August 2010 von Rude Lady

versus
25 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gut, aber überbewertet
Das wichtigste zuerst: "Fegefeuer" ist kein schlechtes Buch. Die Story ist originell und bisweilen auch sehr erschütternd, packend und spannend. Das Buch hat also alles, was ich von einem guten Roman erwarte. Doch jetzt kommt das große "Aber": Das literarische "Meisterwerk", als das es soviel gepriesen wird (ich glaube auf Buchrücken und Innenseite sind...
Veröffentlicht am 4. Juli 2012 von black_eyed


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95 von 98 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Düster und spannend!, 20. August 2010
Rezension bezieht sich auf: Fegefeuer: Roman (Gebundene Ausgabe)
Eigentlich wollte ich während des Lesens ein Zitat raussuchen, mit dem ich diese Rezension beginne. Leider habe ich das während des Lesens total vergessen, denn dieses Buch wollte einfach gelesen werden, ohne Pause.
Und ich muss sagen: "Fegefeuer" ist eins der besten Bücher, die ich in den letzten Monaten gelesen habe.

Aliide findet ein Mädchen in ihrem Garten - Zara - und nimmt sie bei sich auf, obwohl sie sie eigentlich lieber weiterschicken würde. Sie weiss im Gegensatz zu Zara nicht, dass die beiden verwandt sind. Zara ist auf der Flucht vor ihren Zuhältern und da Aliide die einzige Person ist, die sie in Estland zumindest von Erzählungen her kennt, flieht sie zu ihr. Die beiden lernen sich näher kennen, jedoch vertrauen sie einander zunächst nicht genug, um sich gegenseitig ihre Geschichte zu erzählen.
Denn diese ist bei beiden vor allem von einem gekennzeichnet: Gewalt durch Männer. Denn die Handlung beinhaltet auch die politische Geschichte von Estland vor, während und nach dem zweiten Weltkrieg und das damit verbundene individuelle Schicksal der beiden Frauen. Beide waren während dieser Zeit der Willkür von Männern ausgeliefert und zollen dieser Zeit nun Tribut. Aliide hatte außerdem noch eine ganz andere Geschichte zu bewältigen, die sie mit Zara wieder einholt.

Die Handlung ist unheimlich gut strukturiert: Die Kapitel sind nach Jahren aufgeteilt, in denen jeweils die Geschichte einer der beiden Protagonisten erzählt wird. Man erfährt langsam immer mehr aus der Vergangenheit von Aliide und Zara und versteht nach und nach, warum die beiden so ängstlich und verschlossen gegenüber Fremden im Allgemeinen und Männern im Speziellen sind.
Zwischendurch kehrt die Handlung immer wieder in die Gegenwart zurück, wodurch man immer besser versteht, warum die beiden sich so verhalten, wie sie es tun.
Was mich vor allem so fasziniert hat, war die Spannung, die im Buch aufgebaut wurde. Die Geschichte hat mich deutlich mehr gepackt als manch ein Thriller, was ich vor dem Lesen des Buchs so nicht erwartet hatte und was mir darum umso besser gefällt.
Das Hauptthema des Buchs ist zwar Gewalt, jedoch werden die meisten Szenen, in denen es um Gewalt geht, nicht ausformuliert. Es bleibt der Fantasie des Lesers überlassen, sich diese vorzustellen, weshalb die Atmosphäre des Buchs auch nicht zerstört wird. Denn diese ist bewusst nüchtern beschrieben, um dem Leser eben diese Freiheit zu geben, sich die Geschehnisse selbst vorzustellen.
Das einzige, was mir am Roman nicht so gut gefallen hat, waren die Titel der Kapitel: Sie stellen eine kurze Zusammenfassung der einzelnen Kapitel in Schlagwort-Form dar und sind damit einfach zu schlicht, um dem Rest des Buchs gerecht zu werden.
Fazit: Ein sehr düsterer, spannender und dramatischer Roman mit einer sehr interessanten Geschichte ' einfach rundum gelungen und vorbehaltlos zu empfehlen!
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen FleischFliegenLarven, 28. November 2010
Von 
Esther (Graz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Fegefeuer: Roman (Gebundene Ausgabe)
Allein zurückgeblieben im Haus der Eltern, die Tiere hatten sie ihr ermordet - im letzten Jahr, zuletzt den treue Hunde, der Ehemann vor Jahren verstorben - die große Liebe war er nicht, die Tochter war schon vor Jahren nach Finnland verschwunden, verbringt Aliide Truu ihre Tage mit Einkochen von Gemüse - Jahr ein, Jahr aus getrieben von den Jahreszeiten. Allein die lästigen Fliegen sind ihr geblieben in den Tagen nach der Zerschlagung der Sowjetunion, den Tagen der Unabhängigkeit Estlands. Misstrauen ist der erste Impuls, als sie vor ihrem Küchenfenster das menschliche Bündel bemerkt. Eine junge Frau - geschunden und verwundet, in westliche Kleider gehüllt, halb erfroren, zitternd vor Angst. Doch die junge Russin Zara ist nicht durch Zufall in Aliides Garten gestrandet.

Nach und nach rollt Sofie Oksanen in Rückblenden die Unheil bringende Geschichte einer estnischen Familie und deren Kampf gegen die Unterwerfung (durch Finnen, Russen, Deutsche ...) auf. Zerbrechen soll die Familie jedoch nicht am Joch der Unterdrückung und der Brutalität der Machthaber, sondern an einer unerfüllten Liebe, an der Ungleichheit zweier Schwestern. Eifersucht, Neid und Missgunst lassen hier einen hinterhältigen Plan Wahrheit werden, der keinen Weg zurück lässt.

Oksanen ist eine herausragende Beobachterin, die mit der Beschreibung von sehr fein skizzierten Details, ein ganzes Volk, eine Epoche jüngster europäischer Geschichte, ein Verbrechen an der Menschheit zeichnet. Das Elend, die Angst, die Wachsamkeit vorm Feind, die Armut und Entbehrung können auch die erlangte Unabhängigkeit und Liberalisierung, die Öffnung der Grenzen und der Einfluss des Westens nicht aus den Herzen der Menschen tilgen. Doch das Leben geht weiter - und nicht selten kreuzen sich Wege erneut!

Ein herausragender Roman, spannend vom ersten bis zu letzten Satz. Ein Roman über vier Frauen einer Familie, die sich durch Schlamm und Schmutz gewunden haben, um am Leben zu bleiben - sichtbare Spure an Leib und Seele. Dennoch kein Buch für Frauen allein - überzeugen Sie sich, werte Damen und Herren!
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25 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Heftig und aufwühlend...!, 28. November 2010
Von 
A. Zanker (CH) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Fegefeuer: Roman (Gebundene Ausgabe)
Solch, ein heftiges Buch, habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Der, mit Preisen ausgezeichnete Roman, erzählt vor allem, die Geschichte einer Frau, namens Aliide Truu, die während der vierziger Jahre, im letzten Jahrhundert, ein Drama erleben sollte, das in der estnischen sozialistischen Sowjetrepublik spielt, an der Grenze zu Finnland, das letztendlich in eine Traumaverarbeitung mündet, die mit grosser Beobachtungsgabe, vom Beschädigen jener Lebensentwürfe und Lebensschicksale erzählt, vor dem Hintergrund von Agenten und Menschen, denen man nicht trauen konnte, Kommunismus, dem Widerstand dem System gegenüber, jener Widerstandskämpfer, die sich für ein freies Estland, unter der Besetzung, der Russen einsetzen wollten, zu denen auch Hans Pekk (ein estnischer Bauer) gehören sollte, dessen Tagebuchblätter sporadisch eingestreut werden, der in einem besonderen Verhältnis zu Aliide stand, und dessen Widerstand, wie vieler anderer auch, letztendlich als Landesverräterische Tätigkeit mit fatalen Folgen bestraft worden wäre... hätte man ihn gefunden. Ein Land, das erst mit dem Fall des sowjetischen Reiches wirklich freikommt, im Jahr 1991. Ein Buch, das auch dazu beiträgt, sich ein wenig mit diesem Land und deren Geschichte zu beschäftigen.

Der Roman, der finnischen Schriftstellerin, der in 25 (!) Ländern erscheint, erzählt vor allem auf 2 Handlungsträngen (welch ein schreckliches Wort), nebst dem, dass jedes Kapitel, mit einer Jahreszahl beginnt, und wir als Leser ständigen Zeitsprüngen vor und zurück uns einzustellen haben... Ein Roman der zwischen 1936 und bis 1992 angesiedelt ist, wo er auch beginnt. Eine junge Frau, Zara, landet eines Tages, in der estnischen Provinz in der Nähe von Tallinn, vor dem Haus der alten Aliide. Hungrig, dreckig, verwahrlost. Sie nimmt sie auf, ohne zu wissen, wer sie ist. Wer ist die Frau, wo kommt sie her, was will sie, und warum ausgerechnet vor Aliides Haus? Daneben wird im Wechsel das Leben, von Aliide erzählt, von ihrer Schwester Ingel und ihrem Mann Hans, den sie insgeheim liebt. Durch seinen Widerstand, gegenüber dem politischen System, wird er von der Polizei gesucht. Aliide, hält ihn in ihrem Versteck versteckt, lässt Verhöre, Misshandlungen, Erniedrungen über sich ergehen, nur um diesem Mann, der eigentlich, mit ihrer Schwester verheiratet ist, zu schützen, um sein Leben zu retten.

Zara, ist eine junge Prostituierte, die im Westen das grosse Geld machen wollte, jedoch von ihrem Zuhälter Pascha verfolgt wird, von dem sie misshandelt und ausgebeutet wird. Weil, sie aus diesem Gefängnis von Brutalität und Erniedrigung ausbrechen will, haut sie ab. Beide Frauen, obwohl völlig unterschiedlich, in verschiedenen Generationen lebend, erleben Männer, die sie auf brutalste Art und Weise behandeln, mit körperlicher Gewalt, aber auch psychischem Druck, der die Frau gefügig machen soll. Obwohl beide Frauen, wenig voneinander wissen, teilen sie diese unscheinbare, unsichtbare Erfahrung unter ähnlichem Nenner. Beide Stränge, (immer noch schrecklich) entwickeln sich aufeinander zu. Oksanen verrät nicht alles, lässt den Leser mitforschen und miträtseln, wohin sich die Geschichte entwickeln will, und lässt vieles auch offen, oder unbeantwortet.

Die Autorin, beschreibt darin eine Atmosphäre, wo man den Atem anhält, Herzklopfen bekommt, völlig unter Strom ist, die, aber auch beklemmend, bedrohend, brutal, verstört und hart ist, wo das Männliche das Weibliche zu zerstören droht, und gleichzeitig das Weibliche das Männliche beschützen will, was wie absurd erscheint. Es ist, mit solcher eindringlicher Härte niedergeschrieben, dass man Gänsehaut bekommt und es ungemütlich wird. (Ziehen Sie sich warm an) Oksanen, mutet dem Leser diese Brutalität zu, auch, wenn sie dabei, dann doch nicht bis zum Letzten geht, den Leser in die eigene Vorstellung entlässt. Eine polizeiliche Einvernahme von Aliide, die verdächtigt wird, zu wissen, wo Hans Pekk ist, die vorgenommen wird, wird auf menschenverachtende Art und Weise behandelt, und so tief gehen sollte, was sie ihr ganzes Leben nicht mehr vergessen sollte...

Eine Traumaverarbeitung, einer mittlerweile alten Frau, die am Waldrand lebt, und Marmelade und Gemüse einkocht. Die, aus Liebe, ja sogar einer Art Abhängigkeit, einen Mann beschützt, dadurch ihr Leben riskiert und gleichzeitig mit mit ihrem Mann Martin verheiratet ist und zusammenlebt, ohne dass er davon weiss, dass sie Hans in einen Versteck in ihrem Haus versteckt. Vielleicht, ist dieses Buch ja ein Frauenbuch, dass die Brutalität der Männer, durch seinen politischen Hintergrund darstellen will. Es ist aber auch ein politischer Roman, der aufzeigt, wie politische Hintergründe bis in Einzelschicksale hineinwirkt, der davon erzählt, wo dieses Land in jenen Jahren stand, das sowohl von Russen als auch Deutschen besetzt wurde. Den weiblichen Widerstand, in all seinen Formen, aber auch die Selbstbehauptung gegenüber dem zerstörerischen Männlichen. Eine aufrüttelnde und bis zur Schmerzgrenze spannende Story, um die Standhaftigkeit einer Frau, in den vor allem vierziger Jahren, die sich nicht brechen lassen will. Es erzählt, wie die Brutalität der Männer, Frauen verändert, welche Spuren, Folgen, innere Konsequenzen und Narben es hinterlässt. Es erzählt von gebrochenen Menschen. Es zeigt sogar, im Laufe der Geschichte, die brutale Seite von Aliide auf...zu der sie vielleicht erst geworden ist..

Eine Lebensbeschreibung, die zeigt, was sie alles opfert, gibt, wie sie hofft und bangt und mit welchen Schicksalsschlägen und Enttäuschungen, sie zu kämpfen hat. Ein Erzählstil, wo die tieferen Zusammenhänge, erst nach und nach langsam an die Oberläche kommen. Eine Autorin, die einen Blick für das Detail hat, was ich sehr, mochte an diesem Roman. Eine Geschichte, die unglaublich viele Schichten und Dimensionen hat. Ein überaus lesenswerter Roman, nichts für zartbeseitete Menschen, der mehr als nur unter die Haut geht, und den Leser mit einer Heftigkeit aufsucht, wie man sie selten so stark auffindet, ein Roman, der einen nicht mehr so schnell los lässt, weil er so packend erlebt wird. Eine Geschichte über Gewalt, Opfer, Schuld und innere Abgründe, angesichts zweier verschiedener Frauengenerationen. Und, auch, wenn es weh tut, zu lesen, so etwas, habe ich schon lange nicht mehr gelesen, so etwas Durch und Durch Aufrüttelndes, wie dieser neue Roman von Sofi Oksanen, der eindringlicher aber auch aufwühlender nicht sein könnte...und dessen Wirkung weit über das Gelesene hinausgeht...ein starkes Buch.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geschichte Estlands in der Familiengeschichte, 5. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Fegefeuer: Roman (Gebundene Ausgabe)
Man war fast darauf eingestellt: du kannst den Roman nicht mehr schlecht finden, denn du hast zu viel darüber gelesen. Keine gute Voraussetzung für ein unabhängiges Urteil.

Doch die Technik des Erzählens und die Inhalte sind so ungewöhnlich, dass ich alles vergessen konnte, was an Lektüre über dieses Buch existierte. Diese Familiengeschichte ist derart schockierend und ungewöhnlich, dass es einem die Sprache verschlägt. Ganz davon abgesehen, dass man erfährt, was die deutschen Nazis und die russischen Kommunisten (bzw. Stalin) in Estland angestellt haben. Es ist so ungewöhnlich für eine Familiengeschichte, dass man alles vergisst, was man vorher in diesem Genre gelesen hat.

Dabei macht es einem die Autorin nicht leicht. An vielen Stellen muss man kombinieren und rätseln, wie das eine mit einem anderen zusammenhängt. Man wird über bestimmte Zusammenhänge lange im Unklaren gelassen.

Und doch: Diese Geschichte kommt "von ganz unten". Gewaltig und rücksichtslos. Ob man es empfehlen soll, weiß ich gar nicht. Das Buch ist extrem originell und sehr sehr gut.
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29 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein inhaltlich mitreißendes und literarisch anspruchsvolles Meisterwerk, 31. Dezember 2010
Von 
Rheinischer Lesekreis (Köln, Düsseldorf, Neuss, Hilden, Kaarst) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Fegefeuer: Roman (Gebundene Ausgabe)
Es wird gerne vergessen, dass all diejenigen, die in den Siebziger Jahren im Westen von einer friedlichen Koexistenz der marktwirtschaftlichen und kommunistischen Systeme träumten, keinen Gedanken an die unterdrückten Völker im sowjetischen Imperium verschwendeten: die Letten, die Litauer, die Ukrainer, Moldawier, von den Satellitenstaaten Osteuropas ganz zu schweigen - alles Schnee von gestern, der im Orkus der Nationalgeschichte verschwinden sollte.
Erst jetzt, nach dem Untergang des Kommunismus offenbaren sich die ökonomischen, sozialen und moralischen Verwüstungen, die der Kommunismus in seinem Jahrhundert angerichtet hat, in voller Härte. Jedes Volk, das aus sich aus dem russischen Völkerkerker emanzipierte, hat nun seine eigene Leidensgeschichte zu erzählen, millionenfach gebrochen in all den Einzelschicksalen, die der linke Totalitarismus während seiner Herrschaftszeit vernichtete - so auch das kleine Volk der Esten, dessen Schicksal in dem vorliegenden Meisterwerk der jungen estnischen Autorin Sofie Oksanen eine literarische Stimme findet, über die man nur staunen kann.
Von den Dreißiger Jahren bis an das Ende des 20. Jahrhunderts erzählt der Roman von dem Lebenslauf der Aliide Truu und ihrer Familie, der schönen Schwester Ingel und ihres Ehemannes Hans Eeriksohn Pekk, nach dem sich auch Aliide in geheimer Liebe verzehrt. Nach der Okkupation Estlands durch die Russen werden Ingel und ihre Tochter Linda nach Wladiwostok deportiert, während Ingels Ehemann Hans jahrelang von seiner Schwägerin Aliide in der Scheune ihres Bauernhofes versteckt wird. Vierzig Jahre nach diesen Ereignissen steht plötzlich Ingels Enkelin Zara als Flüchtling vor russischen Zuhältern vor der Türe ihrer Großtante Aliide, die zunächst gar nicht weiß, wen sie vor sich hat. In zahlreichen Rückblenden, Schnitten, Gesprächen und Erinnerungen entfalten sich nun die Verbindungslinien beider Generationen, bis die Handlung am Ende in einem furiosen Finale kulminiert. Dieses Finale soll und darf an dieser Stelle natürlich nicht vorweggenommen werden - nur so viel sei verraten: Zara entkommt ihren Zuhältern, und Aliide, die vermeintliche Heldin des Buches, erscheint am Ende dann plötzlich in einem ganz anderen Licht.
Aber es ist nicht nur eine packende und kunstvoll verschachtelte Familiengeschichte, die die junge Autorin mit erstaunlicher Souveränität erzählt - gleichsam nebenbei entfaltet sich auch das Drama Estlands, das nach der russischen Okkupation 1940 und 1944 um seine Exstenz fürchten muss. Halunken, Denunzianten, Folterknechte und Mörder prägen die Leidensgeschichte des estnischen Volkes, wobei die Verhältnisse nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Systems nur scheinbar besser werden, denn die Halunken, Denunzianten Folterknechte und Mörder sind ja keineswegs verschwunden, sondern sie haben unter dem bequemen Schirm der neuen Freiheit nur vom politischen Fach in den Bereich der organisierten Kriminalität übergewechselt. Was aus diesem Bereich über Mädchenhandel und Zwangsprostitution berichtet wird, gehört für mich zu dem Drastischsten, was es darüber zu lesen gibt.
So schroff und karg wie die Geschichte, die die Autorin erzählt, ist auch ihre Sprache. Sie vermeidet Zuckerguss und Endlossätze sondern passt sich in ihrer puristischen Kantigkeit dem Charakter der Figuren an: manchmal hat man geradezu das Gefühl, dass die Sätze, die die Autorin schreibt, genauso knarzen wie die Dielen, über die die alte Aliide läuft. Mit dieser Sprache erzählt Oksanen ihre Geschichte wie ein Beleuchtungskünstler, der in kurzen Schnitten einen großen, unbekannten Raum in kurzen flashs so ausleuchtet, dass sich erst am Ende eine Gesamtansicht ergibt, die der Leser in dieser Form ganz bestimmt nicht erwarten konnte.
Alles in allem ein ergreifendes Werk, das den Leser in einer ganz besonderen Weise ergreift. Ich jedenfalls habe über die Figuren des Buches und ihr weiteres Schicksal noch lange nachdenken müssen. Das ist mir lange nicht mehr passiert.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Aliide Tru ist Agentin Fliege..., 1. Dezember 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Fegefeuer: Roman (Taschenbuch)
....stellt sich im fünften Teil des Buches heraus Und ganz zu Anfang des Romans liest man Fliegen seien dumm und böse.

Aber ich will nicht vorgreifen und zunächst dem Roman ein paar Zeilen widmen, denn es ist ein vielschichtiger grossartiger Roman
Er schildert das Leben der Schwestern Aliide und Ingel, Linda, Ingels Tocher, und schliesslich deren Tochter Zara Pekk.
Bei Zara Pekk beginnt der Roman denn auch, eine Prostituierte die ihren Zuhälter erwürgt hat und nun auf der Flucht ist. Zara flüchtet zu Aliide weil sie weiss, dass das eine Verwandte ist, und weil sie hofft, dass die sie aufnehmen wird.
Während Aliide noch über die Herkunft des seltsamen Mädchens nachdenkt kreuzen deren Zuhälter auf und klären wer Zara ist, ohne sich der Tragweite ihrer Aussagen bewusst zu sein. Zara Pekk ist Aliides Enkeltochter. Wenngleich eine Wende eingetreten ist, sind die Halunken, Mörder und Folterer noch da und zwingen junge Frauen die ihr Glück im Westen suchen zur Prostitution. So glaubt Aliide einen KGB-Mann zu erkennen.
Parallel dazu zeichnet sich die Geschichte Aliides ab und verdichtet sich eine Familientragödie während der russischen Besetzung Estlands. Aliide kennt Männergewalt und die berechtigte Angst vor ihr aller Frauen.
Ein Spitzelnetz hatte damals ihren Wohnort überzogen in das sie durch die Heirat mit Martin Tru selbst hineingeschliddert ist. Aliide Tru war und ist bereit das Äusserste zu tun um überleben zu können.
Nach und nach wird der Leser vertraut mit den Vorgängen die oberflächlich gesehen eine ganz andere Qualität haben. Mit anderen Worten es entfalten sich die Schattenseiten der Aliide Tru. Aber hatte sie denn je eine Wahl gehabt....eine unter Folter gebrochene Frau die Schutz für sich selbst sucht.

Ein eindrücklicher spannender Roman der einen nicht mehr loslässt, Realität und Fiktion vielschichtig und tiefgründig verwoben in die Zeitgeschichte.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erschütternd..., 22. September 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Fegefeuer: Roman (Taschenbuch)
... aber doch fesselnd. Sofi Oksanen legt einen beeindruckenden Roman hin, der sowohl mit spannender Handlung als auch mit hoher literarischer Qualität aufwartet.

Estland 1992, kurz nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Aliide Truu, eine ältere Dame, die einsam und zurückgezogen (und mit einer großen Prise Menschenverachtung in sich) auf ihrem Hof lebt und dort den Alltag mit der Konservierung von Lebensmitteln verbringt, findet im Garten die stark mitgenommene und offensichtlich verwirrte Zara, an die vorerst kaum heranzukommen ist, Ganz gegen ihre Gewohnheit beginnt Aliide sich um das Mädchen zu kümmern, das sich in Lügen über ihre Vergangenheit verstrickt. Der Leser erfährt viel früher als Aliide, dass Zara auf der Flucht vor ihren Zuhältern bei Aliide gelandet ist und auch keineswegs zufällig ausgerechnet in ihrem Garten strandete. Nach und nach taucht der Leser in die jüngere Vergangenheit Zaras und die teilweise weit zurückliegende Vergangenheit Aliides ein, die sich im kommunistischen Estland der Kriegsjahre behaupten musste und unter anderem den Ehemann ihrer von den Kommunisten verschleppten Schwester versteckte. Dabei ist Aliide keineswegs frei von Schuld, wie sich herausstellt. Irgendwann wird auch klar, warum Zara Zuflucht bei ihr suchte, und die Ereignisse sowohl auf der gegenwärtigen als auch auf der vergangenen Handlungsebene nehmen Fahrt auf...

Kunstvoll verwebt Oksanen die Handlungsebenen und Stränge, die auch die Perspektiven wechseln und somit nach und nach ein multiperspektivisches Bild der Ereignisse ergeben, das den Leser schnell erahnen lassen, dass allen Beteiligten Grauenvolles widerfahren ist. Sie schafft das, ohne dass eben diese Kunstfertigkeit einem ständig ins Auge springt und man das Gefühl von "bemühter" Literatur hat. Der Perspektivwechsel lässt einen immer atemloser in die Handlung eintauchen, man möchte unbedingt die Beweggründe der beiden Protagonistinnen erfahren.

Neben der beeindruckenden Komposition beeindruckt auch Oksanens Sprache und Bildgewalt, die sich allerdings nie aufdrängt oder in metaphorischer Schwülstigkeit endet. Hier seien nur kurz das - auch auf dem Cover aufgedruckte - Leitmotiv der Fliege erwähnt, die immer wieder auftaucht und sowohl Aliides als auch Zaras Ekel vor dem Leben im Allgemeinen und vor Menschen im Besonderen symbolisiert. oder Aliides Leidenschaft für das Konsevieren von Lebensmitteln, das sie einst von ihrer Schwester übernahm und einen Großteil ihres Lebens und ihre Verstricktheit mit der Vergangenheit, ja ihr ausschließliches Leben in dieser, widerspiegelt.

Ein großer Roman, melancholisch und zugleich lakonisch, bild- und sprachgewaltig, anspruchsvoll, ohne mit aufgezwängter Bildung oder unnötigen Exkursen überfrachtet zu sein, über ein Thema, über das wahrscheinlich nicht viele Menschen viel wissen und der allein deswegen schon sehr viel Beachtung verdient.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Literarische Lehrstunde, unerhört spannend !, 10. Januar 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Fegefeuer: Roman (Gebundene Ausgabe)
Als Aliide Tru, eine alte Frau, die allein in einem Bauernhaus auf dem estnischen Land lebt, ein Bündel in ihrem Garten findet, das sich als junge Frau entpuppt, schluckt sie ihre Skepsis und Menschenverachtung herunter und nimmt Zara in ihr Haus auf. Zara ist auf der Flucht vor ihren Zuhältern, die sie mit brutalster Gewalt zu Willfährigkeit gezwungen haben und ihr schon dicht auf den Fersen sind. Doch Zara sucht keineswegs so zufällig Unterschlupf bei Aliide, wie diese glaubt: Aliide könnte die Schwester ihrer Großmutter sein.
Während Zara noch Beweise für die Verwandtschaft sucht und nach einer Möglichkeit, Estland zu verlassen, fühlt sich Aliide von der jungen Frau bedroht: Zu oft musste sie Leib und Seele, Hab und Gut vor Eindringlingen schützen.
Raffiniert in Rückblenden aufgebaut, gelingt es Sofi Oksanen, geboren 1977, Tochter einer estnischen Mutter und eines finnischen Vaters, mit "Fegefeuer" ein Portrait zweier Frauen unterschiedlichen Jahrgangs aufzubauen, die unter ihrem politischen System gelitten haben. Die Familientragödie beschreibt, in einer unerhört fesselnden Sprache und mit schmerzhaften Bildern, das scheinbar zufällige Zusammentreffen der älteren Aliide mit der jüngeren Zara, die sich auf der Flucht befindet.
In Rückblenden entsteht das immer schärfer werdende Bild einer Familientragödie, die fast fünfzig Jahre zuvor, als Estland von den Russen besetzt wurde, ihren Höhepunkt fand. Eindringlich wird die Brutalität der Männer gegenüber den Frauen dargestellt und eine mitreißende (weil sprachlich brillante) politisch-literarische Lehrstunde erteilt.
Ein "*" Abzug gibt es für das etwas zügig abflachende Ende (nicht im Sinne von belanglos, eher wirkt es - im Vergleich zum restlichen Roman - etwas gehetzt). Zudem wirken die Dokumente am Ende ein wenig farblos (was sie ohne Zweifel einst auch waren, es kratzt aber ein wenig am sprachlich herausragenden Gesamteindruck dieses Werks).
Unbedingte Empfehlung - es lohnt sich!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen absolut faszinierend. Vorsicht. Buch verursacht Jet Lag!, 26. Juli 2011
Rezension bezieht sich auf: Fegefeuer: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ich habe das Buch im November zum Geburtstag geschenkt bekommen. Die ersten 10 Seiten gelesen und auf den Stapel im Arbeitszimmer /Bibliothek "Lesen, wenn mehr Zeit" gelegt. Auf dem Flug Chicago nach Muenchen gelesen. Keinen Film geschaut, meinen Sitznachbarn wegen Leselampe auf Dauerbetrieb vom Tiefschlaf abgehalten. Vor der Kueste Englands die Leselampe ausgeknipst und aufgewuehlt aber fasziniert vom Inhalt eingeschlafen. Es hat sich gelohnt.

Der Inhalt ist in anderen 5-Sterne-Rezensionen ausgiebig beleuchtet. Ich stimme allen zu. Lesen, unbedingt Lesen!
Was das aber mit Stieg Larsson gemeinsam haben soll kann ich nicht erklaeren. Man sollte nicht immer alles mit irgendeinem anderen Autor vergleichen wollen. Dieses Buch ist besonders, eigenstaendig, anders. Hat den finnischen Buchpreis auf jeden Fall verdient.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine Ahnung vom Ende, 9. Februar 2015
Rezension bezieht sich auf: Fegefeuer: Roman (Taschenbuch)
Die finnische Autorin Sofi Oksanen hat die Handlung ihres dritten Romans «Fegefeuer», dem ein Jahr vorher ein gleichnamiges Theaterstück vorausging, in Estland angesiedelt, dem sie durch ihre estnische Mutter verbunden ist und dessen Sprache sie beherrscht. Als ausgewiesene Feministin angesehen, sind ihre bisherigen Themen konsequent frauenbezogen gewesen, sie widmen sich Problemen wie Gleichberechtigung oder Gewalt gegen Frauen in patriarchalisch geprägten Gesellschaften. Schon der Titel dieses autofiktiven Romans, in dem sie Autobiografisches mit Erfundenem vermischt, deutet voraus, dass es um Unerquickliches gehen dürfte, dass die Hölle darin zur Realität wird, und diese Hölle heißt hier UDSSR. Die zornige Autorin scheut sich nicht vor schwierigen Themen, das kommunistische System, nach ihren eigenen Worten eines der schlimmsten der Weltgeschichte, sei bisher im Gegensatz zum Nationalsozialismus viel zu selten thematisiert worden.

Zara, eine junge russische Prostituierte, landet auf der Flucht vor ihren brutalen Zuhältern bei Aliide, einer alten Bäuerin in Estland. Widerwillig nimmt diese die geschundene junge Frau auf und versteckt sie in ihrem Haus. Erst allmählich stellt sich heraus, dass Zara nicht zufällig bei Aliide Unterschlupf gesucht hat, ihre Oma ist deren Schwester. Diesem nur wenige Tage im Jahre 1992 dauernden Handlungsstrang, also nach dem Fall des Eisernen Vorhangs und der Unabhängigkeit Estland, steht ein zweiter gegenüber, der zeitlich mehr als vierzig Jahre zurückliegt und Aliides Leben als junge Frau schildert. Deren Schwester heiratet Hans, einen estnischen Nationalisten, und stürzt sie damit in ein lebenslanges Trauma, war Hans doch ihr Märchenprinz. Sie selbst heiratet später einen kommunistischen Apparatschik, und in einer spannenden Geschichte um Schicksal, Gewalt, Eifersucht, Verrat, Angst und Scham schält sich nach und nach das Bild einer menschlichen Tragödie heraus, die sich damals abgespielt hat, während Stalins Schreckensherrschaft. Bei dieser kurzen Skizzierung will ich es bewenden lassen, mehr zu verraten wäre einfach unfair den potentiellen Lesern gegenüber.

Die Autorin versteht es meisterhaft, mit einfacher Sprache verwickelte Zusammenhänge zu schildern, sie erweitert immer nur fein dosiert mit zusätzlichen Details ihr fiktionales Werk, das sich dann allmählich puzzleartig zu einem Panorama fügt. Und trotz der sprachlichen Schlichtheit schafft sie es, ihre Figuren und das Umfeld, in dem sie leben, glaubhaft und plastisch vor dem Auge des Lesers entstehen zu lassen, das Rotlicht-Milieu in Berlin ebenso wie das Landleben in Estland. Ähnlich polarisierend sind auch ihre beiden Protagonistinnen angelegt, Russin aus Wladiwostok gegen Estin, Jung gegen Alt, Nutte gegen Bäuerin, und die zwei wichtigen Männerfiguren sind ebenfalls konträr, estnischer Nationalist gegenüber sowjetischem Apparatschik. All das verleiht der atmosphärisch dicht erzählten Geschichte eine zusätzliche Dramatik. In Form der erlebten Rede rekapitulieren ihre Figuren häufig das Geschehene und dessen Hintergründe, eine detektivische Methode zur Klärung des Erkenntnisstands, die auch dem Leser hilft, den Durchblick zu behalten. Ergänzend werden Tagebucheinträge des untergetauchten estnischen Nationalisten eingeblendet, letzte Klärung bringen dann viele am Ende des Romans angefügte KGB-Dossiers, die das fünfte Kapitel bilden, ein raffinierter Schluss, der dem Roman fast so etwas wie Authentizität verleiht.

Ohne Pathos stellt Oksanen mit ihrem großartigen Roman geschundene Frauen in den Mittelpunkt, denen jedwedes Grundvertrauen abhanden gekommen ist, die ihr Martyrium mit unglaublicher Zähigkeit ertragen, es mutig abzuwenden versuchen und dabei selbst auch nicht schuldlos bleiben. Trotz der menschlichen Abgründe, in die uns Sofi Oksanen blicken lässt, trotz aller brutalen Härte, ist am Ende ihres raffinierten Psychodramas ein versöhnlicher Ausgang immerhin zu erahnen.
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Fegefeuer: Roman
Fegefeuer: Roman von Sofi Oksanen (Taschenbuch - 12. März 2012)
EUR 9,99
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