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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine wunderschöne Sprache!
Ein ungleiches Ehepaar, fünf unverheiratete Töchter, die unterschiedlicher nicht sein könnten, Offiziere, vermögende Junggesellen und fantastische Dialoge...
Willkommen bei Stolz und Vorurteil!
Mein Interesse zur Austen-Lektüre wurde geweckt, als ich zum ersten Mal den Film "Stolz und Vorurteil" vom Regisseur Joe Wright sah und von...
Veröffentlicht am 14. August 2009 von Bella

versus
0 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Guter Klassiker
Das Buch lässt sich gut lesen aufgrund der recht einfachen Sprache. Manche Szenen sind jedoch für meinen Geschmack zu langatmig. Generell habe ich es aber gern gelesen...
Veröffentlicht am 3. Januar 2013 von schalke


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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine wunderschöne Sprache!, 14. August 2009
Ein ungleiches Ehepaar, fünf unverheiratete Töchter, die unterschiedlicher nicht sein könnten, Offiziere, vermögende Junggesellen und fantastische Dialoge...
Willkommen bei Stolz und Vorurteil!
Mein Interesse zur Austen-Lektüre wurde geweckt, als ich zum ersten Mal den Film "Stolz und Vorurteil" vom Regisseur Joe Wright sah und von Anfang an gefiel mir die Welt von Jane Austen und der selbstbewussten und klugen Protagonistin Elizabeth Bennet. Eines war klar: Das Buch musste unbedingt gelesen werden und wie in den meisten Fällen gefiel es mir noch besser als der Film. Ich habe die verschiedenen Charaktere sofort liebgewonnen, während der Lektüre immer wieder geschmunzelt und verspürte manchmal das starke Verlangen der einfältigen und dummen Mrs. Bennet den Kopf umzudrehen...
Man verliert sich in Jane Austens Sprache, vor allem die einzelnen Dialoge zeugen vom grossen Können der britischen Autorin und ich genoss die gepflegte Konversation zwischen den Personen in vollen Zügen.

Ein wunderbarer Roman in dessen Sprache man für mehrere Stündlein wohlig versinken kann!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Heiratszirkus, 7. Juli 2014
Von 
Volker M. - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 10 REZENSENT)   
Das sind Sorgen: Die wohlhabende Familie Bennet ist mit fünf Töchtern gesegnet und einem leider sehr ungünstigen Erbvertrag. Die auskömmlichen Ländereien und Besitztümer der Bennets dürfen nur in der männlichen Linie vererbt werden, sodass mit dem Tod des Vaters seine Töchter und Frau ziemlich mittellos dastehen würden. Also setzt Mrs. Bennet alles daran, die fünf Kandidatinnen wohl versorgt zu wissen - schon alleine zur eigenen Altersversorgung. Als dann im Nachbaranwesen die beiden ledigen und noch dazu steinreichen Freunde Bingley und Darcy mit familiärer Entourage einziehen, sieht Mrs. Bennet die ersehnte Chance gekommen und beginnt gleich mit ihren mehr oder weniger plumpen Anbahnungsversuchen, begleitet vom zynischen Spott ihres Ehemannes, der generell keine hohe Meinung vom Verstand der Frauen hat und im speziellen eine besonders geringe vom Verstand seiner Frau. Nur die Selbständigkeit und Intelligenz seiner Tochter Elisabeth genießt Bennets Achtung. Doch Intelligenz alleine führt einen Menschen nicht unbedingt auf den richtigen Weg. Elisabeth verabscheut zunächst den neuen Nachbarn Darcy aufgrund von vorgefestigten und anschließend sauber zementierten Meinungen und Vorurteilen. Auf der anderen Seite besticht Mr. Darcy anfangs durch einen offen zur Schau gestellten Dünkel, der ihn nicht gerade liebenswürdig erscheinen lässt. Bis diese beiden starken Charaktere zueinanderfinden, wird es noch viele Irrungen und Wirrungen geben, die dem Leser die Welt des Großbürgertums und des englischen Landadels der Zeit um 1800 sehr anschaulich vor Augen führen. Es ist eine Welt, die geprägt ist von Standesdünkel (und das erheblich ausgeprägter als im auch heute noch vergleichsweise dünkelhaften englischen Adel), unproduktivem Zeitvertreib und Konversation. Der Small Talk ist die soziale Klammer, die diese Gesellschaft zusammenhält und niemand beherrscht die Kunst des Small Talk so vollendet, wie Jane Austen. Ihre Dialoge sprühen vor Witz und sind Musterbeispiele für die unterschwellige Andeutung. In gehobenen Kreisen werden Beleidigungen mit Stil ausgeteilt und in "Stolz und Vorurteil" ist Mr. Bennet der absolute Meister des Zynismus. Er genießt es geradezu, seiner tumben Ehefrau die eigene intellektuelle Überlegenheit um die Ohren zu hauen und das auf eine derart witzige Weise, dass er schon nach den ersten Seiten zu meiner persönlichen Lieblingsfigur im Buch wurde. Er ist keineswegs ein liebloser Vater, der sich nicht um das zukünftige Wohl seiner Töchter kümmert, er ist auch kein Frauenverächter, sondern er animiert seine Töchter konstant zu einem selbstbewussten und selbstbestimmten Leben. Und das ist letztlich auch die Botschaft Jane Austens, denn sie geißelt besonders gerne Standesdünkel und reinen Materialismus, den sie als Hauptgrund für eine lieblose Ehe erkennt. Wie in einem Liebesroman nicht anders zu erwarten (zumal in einem von Jane Austen), finden die Protagonisten am Ende doch zueinander, aber natürlich ist der Bruch der gesellschaftlichen Konvention ("morganatische Ehe") nicht so drastisch, dass er das traditionelle Gefüge durcheinanderbringen würde. So sehr sich Jane Austen, die selber aus dem niederen Landadel stammte, für die Aufstiegschancen ihrer Gesellschaftsschicht stark macht und gegen den Dünkel der noch Reicheren und Höherstehenden stichelt, so wenig hat sie eine Antenne für die gleichen Ambitionen aus dem niederen Volk. Sie ist keine Revolutionärin, sondern "nur" eine feine Beobachterin ihrer Zeit und ihrer gewohnten Umgebung.

Neben den göttlichen Dialogen, deren subtile Zwischentöne die ausgezeichnete Übersetzung wunderbar einfängt, ist es vor allem dieser authentische Blick in den Alltag der gehobenen Gesellschaft, die den Leser über 600 Seiten gefangen hält. Es ist eine Welt des Müßiggangs, in der körperliche Arbeit verabscheut wird, eine Welt in der vollendete Umgangsformen mehr zählen als Gefühle, eine Welt der unsichtbaren Lakaien und des dezenten Luxus. Jane Austen ist dabei nie unmodern geworden, denn ihr lebendiger Stil, die kontrastreichen Figuren und ihre geradezu filmreifen Dialoge sind auch heute noch höchst lesenswert. Selbst nach 200 Jahren lässt Jane Austen da manchen aktuellen Autor ganz schön alt aussehen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lesenswerter Klassiker, 25. November 2013
Der Inhalt dürfte hinreichend bekannt sein, das Buch handelt von der Liebesgeschichte zwischen Elizabeth Bennet und Fitzwilliam Darcy vor dem Hintergrund eines skurrilen, teilweise leicht überzogen dargestellten Familien- und Bekanntenkreises.
Was das Buch auch heute noch absolut lesenswert macht, ist die gute Verständlichkeit des Inhalts. Im Gegensatz zu Büchern wie 'Rot und Schwarz' oder 'Wahlverwandtschaften' kommt der Leser hier gut ohne erklärende Anmerkungen aus, der Übersetzung (höchstwahrscheinlich auch dem Original)gelingt eine Sprache, die erstaunlich zeitnah klingt, und die Figuren sowie die Geschichte sind auch aus heutiger Sicht gut vorstellbar und nachvollziehbar.
Neben diesen Aspekten, die meines Erachtens einige literarische Werke inzwischen weniger leicht zugänglich machen und die hier nicht zutreffen, glänzt der Roman durch einen Humor, der den Leser oft schmunzeln lässt, und natürlich mit Dialogen, die so herrlich spitz und intelligent erdacht sind, wie man sie in moderner Literatur leider kaum mehr antrifft. Dass die Protagonisten sich körperlich so gut wie nie näher kommen, also die heute obligatorischen Bett- oder wenigstens Kussszenen gänzlich fehlen, stört überhaupt nicht, es fiel mir eher erst durch das Nachwort der Übersetzerin auf.
Der einzige, minimale und sehr persönliche Aspekt, der mir hier gefehlt hat, ist der Umstand, dass der Leser bezüglich der visuellen Eindrücke völlig allein gelassen wird. Man kennt weder die Haarfarben der Figuren, noch erfährt man etwas über ihr Aussehen oder über das der Häuser, Gärten oder Städte. Von Mr. Darcy erfährt man nur, er sei groß und gutaussehend. Über Elizabeth weiß man, dass sie schöne Augen hat. Es ist erstaunlich, dass die moderne Filmindustrie daraus schloss, dass Bingley blond und Darcy brünett sein müsse, hingegen Elizabeth brünett und Jane sicher blond sei ... in meinem Kopfkino folgte ich dann recht phantasielos diesen Vorbildern.
Insgesamt ist 'Stolz und Vorurteil' auf jeden Fall ein Werk, das man wunderbar leicht und schnell durchlesen und mit dem man herrliche Abende verbringen kann.
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13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie Schokolade essen!, 6. Dezember 2005
Jane Austen ist etwas zum Genießen!
Und "Stolz und Vorurteil" ist ein Buch, in das man eintaucht und Seite um Seite verschlingt. Dabei muss man sich von Zeit zu Zeit fast zur Ordnung rufen, denn Jane Austens Formulierungen, ihr Witz und ihre Ironie sind zu schade zum schnellen Ge- und Verbrauch!
"Stolz und Vorurteil" erzählt von Elizabeth Bennett, einer Landadeligen, die möglichst vorteilhaft unter die Haube gebracht werden soll. Dabei bringt sie es fertig, ihren eigenen Weg zu gehen, einen Bewerber auszuschlagen und nach langem Hin und Her schließlich eine noch viel vorteilhaftere Partie zu machen und eine Liebesheirat einzugehen. Ränke und Widerstände, Schein und Sein sind die Leitmotive dieses Buches, dass ein Sittenbild des frühen achtzehnten Jahrhunderts ist.
Dennoch wirkt es zeitlos und die Patina, die sich ein wenig über die Seiten legt und dem Leser mitteilt, tut dem Lesevergnügen keinerlei Abbruch! Ob mit oder ohne Schokolade ist das Buch - am schönsten wie immer bei Manesse - eine echte Wonne!
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22 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kein Hörbuch sondern die opulente Würdigung eines Klassikers, 24. Januar 2006
Das Recht der Frau auf freie Partnerwahl
„Es ist eine allgemein anerkannte Wahrheit, dass ein Junggeselle im Besitz eines schönen Vermögens nichts dringender braucht als eine Frau.“
Mit diesem viel zitierten Satz beginnt Jane Austens Roman „Stolz und Vorurteil“, in dessen Verlauf wir das Leben der jungen Elisabeth ein kurzes Stück begleiten. Sie ist eine der fünf Töchter der Bennets, einer der Oberschicht angehörigen Landadelsfamilie mit nur geringem Vermögen. Oberstes Ziel der Mutter ist es, ihre Töchter schnellstens zu verheiraten. Aber in der Provinz mangelt es an standesgemäßen und vermögenden Heiratskandidaten. Da kommt frisches Blut wie der neue Nachbar Mr. Bingley gerade recht. Unverzüglich macht sich Mrs. Bennet daran, Bingley mit ihrer Tochter Jane zu verkuppeln, was zunächst misslingt.
Bei einem Besuch der Bennets bei Bingley lernt Elisabeth, die intelligenteste und eigenwilligste der Töchter, Mr. Darcy kennen, der gesellschaftlich weit über ihr steht. Dieser macht kurze Zeit später Elisabeth einen Heiratsantrag. Doch das Unvorstellbare geschieht: sein Antrag wird abgelehnt. Übrigens ist dies schon der zweite Antrag, den Elisabeth zum Entsetzen ihrer Familie ablehnt.
Die Mauern der gegenseitigen Ablehnung scheinen schon fast unüberwindbar, da lernt Elisabeth Darcy bei einem zufälligen Treffen von einer gänzlich anderen Seite kennen. Doch bevor die jetzt aufkeimende gegenseitige Zuneigung in eine Ehe münden kann, gilt es noch weitere gesellschaftliche und moralische Schranken zu überbrücken.
Gesellschaftliches Aufbegehren oder Sturm im Wasserglas?
Die Figur der Elisabeth in dem 1813 erschienen Roman handelt für damalige Verhältnisse geradezu revolutionär. Das Recht der Frau auf freie Partnerwahl war vor 200 Jahren de facto nicht vorhanden. Ehen wurden häufig unter dem Gesichtspunkt der materiellen Absicherung und nicht aus Liebe geschlossen. Diese und ähnliche Konstellationen führt uns Jane Austen auch genüsslich vor Augen wie beispielsweise die „Geldhochzeit“ zwischen Charlotte und Collins. Einzig die Beziehungen Elisabeth und Darcy sowie Bingleys und Janes sind geprägt von gegenseitiger Achtung und Liebe.
Allerdings finden die beiden Paare erst zusammen, nachdem eine ganze Reihe von Vorurteilen und Missverständnissen ausgeräumt sind. So wird Darcy beispielsweise von seinem Verwandten Wickham bei Elisabeth verleumdet. Dieser handelt jedoch nicht aus Großmut, sondern aus Eigennutz und Bosheit. Elisabeth vermag jedoch nicht hinter die Fassade zu blicken, vertraut dem Verleumder und lehnt in Folge dessen den Heiratsantrag Darcys ab.
Erst durch einen Rechtfertigungsbrief Darcys an Elisabeth kommt es zu einer Klarstellung. Elisabeth muss ihre Vorurteile revidieren und erkennt den wahren Charakter Wickhams. Im späteren Verlauf der Geschichte entpuppt sich Wickham denn auch für alle sichtbar als charakterloser Lump. Er brennt mit Lydia durch und kann erst zur Hochzeit bewogen werden mit der Zusicherung eines hohen Geldbetrages, den ausgerechnet Darcy seinem Erzfeind zahlen will.
Minimal aber genial
Das Ziel Jane Austens in ihrem Gesamtwerk war es stets, Miniaturporträts und Modellcharakter zu entwickeln. Dabei gelang es ihr immer wieder, nicht ins klischee- oder schablonenhafte abzurutschen. Sie bedient sich hierzu einer pointierten Darstellung der inneren Vorgänge der Personen oder ausgefeilter Rededuelle. Besonders geschickt verwendet sie in „Stolz und Vorurteil“ die erlebte Rede. Innerhalb der Geschehnisse weist sie jedem Charakter bestimmte moralische Züge oder Normen zu. Doch dies allein führt nicht dazu, dass die Handlungen der Personen richtig sind. Erst die Erkenntnis- und Urteilsfähigkeit ermöglicht den Protagonisten die notwendige Weiterentwicklung. Fehlt jemandem die Fähigkeit, Vorurteile zu hinterfragen und zu revidieren, führt dies zu Stillstand oder Rückschritt. So brechen Wickham und Lydia zwar aus den gesellschaftlichen Konventionen aus. Doch bedeutet dies keine Weiterentwicklung. Nur oberflächlich betrachtet rebellieren sie, knicken jedoch sofort ein, als man ihnen finanzielle Absicherung zusagt.
Die große Kunst Jane Austens besteht in der ironischen Sichtweise auf ihre Charaktere. Besonderes Highlight sind die geschliffenen Dialoge zwischen Darcy und Elisabeth. Diese Gespräche werden vom Erzähler witzig kommentiert, Blickwinkel richtig gestellt, Vorurteile lächerlich gemacht und Gedanken oder Ereignisse ergänzt. Dies in Verbindung mit der Modellhaftigkeit der Porträts und Personen führt dazu, dass die Lektüre dieses Romans auch fast 200 Jahre nach seinem Erscheinen immer noch einfach nur Spaß macht. Und das will in unserer knallbunten Event-orientierten, schnelllebigen Zeit schon etwas bedeuten.

Tanz auf dem Trommelfell
Jane Austen ist bei Hoffmann & Campe als gekürzte Lesefassung auf 7 CDs erschienen. Die Sprecherin Marion Martienzen kann auf eine lange und erfolgreiche Theaterbühnen-Karriere zurückblicken. Für Hoffmann & Campe hat sie bereits drei Hörbücher von Helene Hanff gelesen. In Jane Austens Roman legt sie besonderen Wert auf die Verdeutlichung der Standesunterschiede allein mittels einer Änderung der Ausdrucksweise. Diese bringt deutlich die Arroganz, Eitelkeit und Hochnäsigkeit des englischen Adels gegenüber anderen Ständen zum Ausdruck. Aber auch die Geringschätzung innerhalb der Adels-Hierarchie zwischen höfischem und Landadel wird prägnant herausgearbeitet. Besonders gut gelingt ihr dies bei Elisabeth Mutter, die enervierend anmaßend über alle herzieht und dabei ständig versucht, ihre Töchter möglichst gewinnbringend an den Mann zu bringen. Auch der Diskrepanz zwischen Gesagtem und Gemeintem trägt sie Rechnung, in dem ihre Stimme leicht ausschlägt wie der Zeiger eines Geigerzählers. Ihre Tonlage ist im Allgemeinen unüberhörbar-kraftvoll, vernehmlich-dynamisch und in Zügen parodistisch-ironisch. Bei den Männerstimmen setzt sie noch einen Drauf und liest diese polternd-kellerdunkel, herablassend-arrogant oder vielfältig-einfältig.
Dadurch wird dem Hörer zwar ein treffendes Charakterbild der einzelnen Personen ans Ohr gegeben und der Wiedererkennungswert deutlich gesteigert. Allerdings laut
Fazit: Mehr eine Theateraufführung denn eine Lesung. Genussvoll bringt Marion Martienzen mit Stimmgewalt und parodistischem Können das Trommelfell zum Schwingen und lässt Jane Austens Figuren wie bei einem Reigen darauf tanzen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderschön!!!, 1. Mai 2010
Kinder-Rezension
Ich habe die Verfilmung von Stolz und Vorurteil gesehen und muss zugeben dass ich mich ein bisschen in diese Geschichte verliebt habe. Desshalb beschloss ich das Buch zu lesen. Als ich es begann war es erst schwer für mich, mit der Sprache zurechtzukommen (Das bestimmt an meinem Alter liegt), doch mit der Zeit tauchte ich in die Geschichte ein.
Man muss sich zwar sehr konzentrieren um das Buch zu lesen, doch wenn man erstmal angefangen hat, kann man nicht mehr aufhören. Desshalb kann ich dieses Buch nur weiterempfehlen.
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5.0 von 5 Sternen Muss man einfach lesen und lieben, 13. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Stolz und Vorurteil: Roman (Taschenbuch)
In „Stolz und Vorurteil“ geht es im Wesentlichen um die junge Elizabeth Bennet, die Darcy, den Freund ihres neuen Nachbarn kennenlernt. Zunächst kann Elizabeth Darcy nicht ausstehen und hält ihn für stolz und hochmütig. Im Laufe des Romans wird sie ihre Einschätzung aber noch einmal überdenken. Neben Elizabeth spielt natürlich ihre gesamte Familie eine große Rolle, denn auch ihre Schwestern sind noch unverheiratet.

Rein vom Thema her, hätte ich mich das Buch eigentlich nie angesprochen. Denn auch wenn es schon gut 200 Jahre alt ist, geht es im Prinzip wie in so vielen modernen Frauenbüchern eigentlich nur um das Thema: Kriegen sie sich am Ende oder nicht? Ich lese normalerweise eher „moderne“ Literatur, aber ich dachte, ich könnte es auch mal mit einem Klassiker versuchen, deshalb habe ich diesem Roman eine Chance gegeben.

Und was soll ich sagen? Ich bin begeistert.
Anfangs ist es etwas schwierig in den Roman hineinzufinden, was hauptsächlich an der altmodischen Sprache liegt. Aber wenn man erst mal angefangen hat, lässt einen das Buch nicht mehr los. Ich konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen, so gefesselt war ich von der Handlung, so begeistert von den Charakteren.

Wäre das Buch vor wenigen Jahren geschrieben worden, hätte ich es wahrscheinlich nicht so gut gefunden, denn ich hätte vermutet, dass es einige Gegebenheiten damals, sowie den Humor und die Art einiger Charaktere zu der damaligen Zeit in der Form nicht hätte geben können. Aber da das Buch ja wirklich zu eben dieser Zeit geschrieben wurde, ist es authentisch. Es ist faszinierend, wie sehr sich damals alles um Geld und Ansehen gedreht hat, wie wichtig eine Hochzeit war und welch kleine Rolle die Liebe dabei oftmals gespielt hat.

Vielleicht hat mir diese „Liebesgeschichte“ auch grade so gefallen, weil sie durch die andere Zeit einfach anders aufgebaut ist. Es geht (logischerweise) nicht darum, jemanden schnell ins Bett zu kriegen oder sich doch nochmal schnell um zu entscheiden, sondern es geht um Liebe. Okay, auch ein bisschen ums Geld und das Ansehen. ;)

Mir haben wirklich alle Charaktere dieses Buch gut gefallen (was selten vorkommt), ich habe oft gelacht und mich keine Sekunde gelangweilt.

Ich kann diesen Roman also auch Menschen empfehlen, die sonst nicht gerne Liebesgeschichten lesen.

Den Titel "Stolz und Vorurteil" find ich übrigens mehr als passend, denn die Thematik zieht sich durch den gesamten Roman.

Eine kleine Anmerkung noch zu der Übersetzung meiner Ausgabe (btb, übersetzt von Andrea Ott):
Ich habe diese Ausgabe gewählt, weil mir in vielen anderen Ausgaben die Schrift einfach zu klein war. Insgesamt fand ich die Übersetzung auch sehr gelungen, was mich nur hin und wieder gestört hat ist, dass oft von „Miss Bennet“ die Rede, obwohl alle Schwestern anwesend sind. Es ist also manchmal unklar, wer gemeint ist. Auch wird Jane häufig als Miss Bennet bezeichnet, Elizabeth aber im gleichen Satz als Elizabeth. Z.B. „Elizabeth ging mit Miss Bennet spazieren“. Das fand ich doch etwas irritierend. Ich habe dies mit einer anderen Ausgabe verglichen, dort wird an den entsprechenden Stellen der Vorname genannt, was mit besser gefallen hat, da es eindeutiger ist.
Auch hätte ich es schön gefunden, wenn die Briefe kursiv gedruckt oder sonst irgendwie hervorgehoben worden wären.
Ansonsten war aber alles toll.
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5.0 von 5 Sternen Ein tolles Buch, 18. August 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Stolz und Vorurteil: Roman (Taschenbuch)
Ich bin durch diesen Roman durch die BBC-Verfilmung 1995 aufmerksam geworden und habe die letzten beide Teile extra nicht gesehen, weil ich kurz entschlossen das Buch lesen wollte und natürlich nicht vorher wissen wollte, wie es ausgeht.

Das finde, dass das Buch wirklich gut geschrieben ist. Erst musste ich mich ein wenig an die ältere Sprache gewöhnen, aber das ging sehr schnell. Neben einer Haupthandlung gibt es auch ein wenig Nebenhandlung, die sich ab und zu ein wenig hinzieht, was mich aber nur ein wenig gestört hat. Gegen Ende des Buchs wird es auch noch einmal richtig spannend und ich konnte das Buch fast nicht aus der Hand legen.

Die Stars dieses Buchs sind meiner Meinung nach die verschiedenen Charaktere, auch die Nebencharaktere wie z. B. Mr. Bennet mit seinem komischen Humor, den ich manchmal erst nicht verstanden habe. Nachdem der Groschen aber gefallen war, hatte ich beim Lesen meistens ein dickes Grinsen im Gesicht :-).

Wer Romantik mit einem guten Schuss Humor lesen möchte, kann meiner Meinung nach mit diesem Buch nichts falsch machen.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Liebe als Heilerin aus Stolz, Vorurteil und Wahn hinaus, 20. Oktober 2013
Ihren Roman "Stolz und Vorurteil" ("Pride and Prejudice") schrieb die englische Schriftstellerin Jane Austen (1775 - 1817) im Jahre 1813. Sie erzählt die Erlebnisse der Familie Bennet, die etwa um jene Zeit im Südwesten Englands wohnt. Ein Ehepaar, bestehend aus einem gebildeten, liebevollen, jedoch nicht geldreichen Vater und einer simpel gestrickten Mutter, weist fünf Töchter im etwa heiratsfähigen Alter auf. Das Hauptinteresse widmet die Autorin der zweitältesten, nämlich Elisabeth, die noch nicht einundzwanzig Jahre alt ist, aber schon Alles zu wissen denkt. Besonders genau weiß sie, dass ein gewisser junger Mann namens Fitzwilliam Darcy der unsympathischste Mensch in ganz England sei. Das muss er ja sein, denn er äußert - für sie hörbar! - seinem Freunde gegenüber, der ihn zum Tanzen mit Elisabeth zu animieren suchte, dass sie nicht schön genug sei, ihn in Versuchung zu führen. Weil über diesen Mr. Darcy schon zuvor die Gerüchte umliefen, er habe 10.000 Pfund Einkommen pro Jahr (ein immenses Zahlungsvermögen in jener Zeit!), muss seine zurückhaltende Art den Menschen gegenüber eine zwingend arrogante sein.
Köstlich, feinsinnig und plausibel beschreibt Jane Austen den als "Klugheit" und "Tatsachen" erlebten Wahn dieser jungen Elisabeth. Ein durchtriebener Lügner namens Wickham (dem ebenso bedingungslos geglaubt wird wie dem Hetzer Jago in "Othello"!) trägt mit seinen Verleumdungen dazu bei, das Bild des Mr. Darcy zu verfinstern. Erst nach und nach kommen gute Tatsachen an das Licht, die den von Elisabeth mit prüdem Stolz und dünkelhafter Vorurteilsfolgsamkeit ausgelebten Wahn zu schmelzen bewegen. Weil sie aber beinahe bis zuletzt noch immer denkt, diesen Mann könne sie unmöglich lieben, wird dem Leser zunehmend deutlich, dass die Geschehnisse wie die ungute Äußerung über ihre mangelhafte Schönheit oder die Lügen des Neiders Wickham nicht der Grund für Elisabeths Wahn sind, dass Mr. Darcy nicht ihr Traummann sei. Der Grund für diesen Wahn ist ihre Angst vor der Nähe eines männlichen Menschen, der sich nicht zum Affen macht und ihr nicht unterlegen ist, obwohl er sie liebt!
Zugleich erlebt aber auch dieser Mr. Darcy den Wahn, dass Elisabeth unmöglich für ihn geschaffen seien könne! Stammt sie doch aus einer Familie mit nur niederen Verbindungen, und weist eine Mutter auf, die sich nicht geniert, mit ihrer unweisen, vorlauten, geldgierigen Dummheit öffentlich Beifall zu heischen. Und doch muss Mr. Darcy sich eingestehen, dass er Elisabeth liebe. Im Kampfe gegen seinen eigenen starken Stolz überwindet er diesen nur so unzureichend, dass der erste Heiratsantrag krampfhaft unromantisch ausfällt. Doch je länger die beiden für einander Bestimmten Umgang mit einander pflegen, desto weicher wird Mr. Darcy, seinen Stolz fahren zu lassen, und desto minder ängstlich wird Elisabeth, die Nähe dieses Mannes zuzulassen.
Am Ende siegt keine der Kampfparteien, also weder Stolz noch Vorurteil noch Intrige oder Neid noch Missgunst, sondern gewinnt die Liebe in kampfloser Tiefe. Wunderschön!
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5.0 von 5 Sternen Ich fand sehr gut geschrieben, 5. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Stolz und Vorurteil: Roman (Taschenbuch)
Ich habe das Buch an einem Stück durchgelesen. Ich liebe es und werde es garantiert nochmal lesen. Auf diese Handlungsstränge zu kommen finde ich Wahnsinn, ich bin gespannt auf mehr von dem Autorin.
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Stolz und Vorurteil: Roman
Stolz und Vorurteil: Roman von Jane Austen (Taschenbuch - 11. Oktober 2010)
EUR 9,99
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