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am 9. November 2007
Das kennt jeder: Diesen Moment im Kino, mitten in diesem besonderen Film, in dem diese eine Sache passiert und der ganze Saal raunt. Man möchte aufspringen und applaudieren. So ein Moment habe ich tatsächlich beim Lesen von Finn-Ole Heinrichs Debüt-Roman 'Räuberhände' erlebt. Auf Seite 195.

'"Wer ist stärker?'"

In einem Satz läuft die gesamte Erzählung zusammen und verdichtet sich auf eine einzige Frage. Und doch ist das Buch mehr: Es ist immer wieder diese besondere Erzählstimme von Heinrich. Seine spürbare Sucht nach Bildern, der er sich ergibt und dessen Resultat Passagen wie diese hier sind:

"'Istanbul ist ein Schlauch. Ein heißer Raum ohne Anfang und Ende, der an meinen Nerven zerrt und überlaut die Töne aufeinanderschichtet, von allen Seiten Gerüche in meine Nase fächelt, die wie Feinde sind.'"

Ich war noch nie Istanbul. Und doch nimmt mich Janik, Heinrichs Ich-Erzähler, an die Hand und irrt mit mir durch das Labyrinth dieses stickigen Molochs. Auf der Suche nach ... Aber nein. 'Räuberhände' ist eines von den Büchern, bei denen es schlimmer wäre, die Geschichte als das Ende zu erzählen.

Eine Geschichte, durch die Heinrich (Foto) seine Figuren scheucht. Sie mit ihrem Schicksal schlammcatchen lässt. Janik, Samuel, Bubu, Lina, Irene und immer wieder die Eltern. Figuren, die mit feinem Strich gezeichnet sind und dabei doch deutliche Konturen bilden ohne auch nur einmal einen stereotypen Finger zu heben.

"Lina hatte raspelkurzes schwarzes Haar und Augenbrauen, die einen Schwung haben, dass man darin Achterbahn fahren möchte, Augenbrauen wie sie selbst, etwas übertrieben und auf eine elegante Weise exaltiert. Die Brauen sind ein hauchdünner Rahmen für ihre unglaublich großen, runden tiefen Augen, die braun sind und eigentlich schwarz vor lauter Pupille und ruhig und im selben Moment etwas spitz, schelmisch, so, als hätte Lina immer noch etwas in der Hinterhand, einen Witz etwa.'"

Wer möchte sich nicht mit dieser Lina auf ein Schokoeis treffen, die Füße im Fluss baumeln lassen und einfach dort sein, weil es keinen besseren Ort gibt als diesen.

Am Ende legt man das Buch zur Seite, löscht das Nachtlicht und schließt die Augen. Eine der wundervollsten Erzählungen über Freundschaft und das Übertreten der Schwelle zum Erwachsenwerden hinter sich lassend. 'Räuberhände' ist eins von den Büchern, die man noch einmal lesen möchte. Nicht, weil man es nicht verstanden hat, sondern weil man es genossen hat. Ja. Ich denke 'Räuberhände' werde ich noch einmal lesen. (Nach dem hier natürlich.) Ich muss es einfach wissen:

'"Wer ist stärker?'"

Ich ahne es, Finn!
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am 2. Mai 2012
Als ich das Buch "Räuberhände" von Finn-Ole Heinrich in meinen Händen hielt, hatte ich noch keine Ahnung, wie sehr mich dieses Buch faszinieren wird. Außer den kurzen Zitaten aus verschiedenen Medien, die das Buchcover verzieren und dem Klappentext, der wenig Auskunft über die zu erwartende Geschichte gibt, habe ich nichts über das Buch gewusst und wollte dies auch nicht. Somit konnte ich mir mein eigenes Bild von dem Roman machen und wusste nicht, was mich in dem Roman erwarten wird.
Normalerweise lese ich nur mehrteilige Fantasy-Romane, die alles andere als nah an der Realität sind wie z.B. die Harry Potter oder Eragon Reihe. Somit war der Roman "Räuberhände" so gut wie Neuland für mich.
Während des Lesens war ich in Gedanken nicht mehr auf dem Sofa, sondern immer bei Samuel und Janik, denen man gerne beim erwachsen werden folgt. Das Buch hat mich sehr in seinen Bann gezogen und wenn ich mal Pause machen musste mit dem Lesen, dann habe ich mich immer darauf gefreut zu erfahren, was als nächstes passiert. Meine Leseerfahrung fällt also komplett positiv aus.

Meine Lesefreude setzte sich aus vielen kleinen Stücken zusammen und ergaben am Ende ein komplettes großes, positives Bild.
Zum Einen bietet das Buch eine unglaubliche Bandbreite an persönlichen Identifikationsmöglichkeiten. Mit den Hauptfiguren konnte ich mich gut identifizieren. Janik habe ich als sehr gefühlvollen und fürsorglichen Menschen kennengelernt, der offener dafür ist, über eigene Gefühle zu reden und der nicht so verschlossen und "stark" wie Samuel ist. Dass die beiden Hauptfiguren so unterschiedlich sind und doch trotzdem durch dick und dünn zusammen gehen, finde ich sehr bewundernswert. Dadurch schafft der Roman ein Bild von Freundschaft, welches in vielen Hinsichten erstrebenswert ist. Die Pubertät ist die Zeit, in der die Eltern schwierig werden und die jeder Mensch durchmachen muss. Ich persönlich konnte somit den Drang nach Freiheit, sowie die Suche nach sich selbst, sehr gut nachvollziehen, weil ich diese Zeit selber gerade erst durchgemacht und in manchen Hinsichten sicher noch nicht abgeschlossen habe.
Ein anderer Punkt, der zur Lesefreude geführt hat war die Sprache. Der Autor hat einen, an die Jugendsprache angepassten Sprachstil verwendet, der einem den Lesefluss ermöglicht und dem es an Fachwörtern, sowie verschachtelten Satzstrukturen mangelt. Gleichzeitig war die Sprache aber auch sehr bildhaft und gefühlvoll, sodass man sich gut vorstellen konnte, wo sich die Personen gerade befinden und wie sich die Personen in bestimmten Umgebungen fühlen.
An ein paar Stellen hat mich das Buch auch verwirrt, zum Beispiel habe ich mich immer gefragt, ob Janik mehr als nur Freundschaft für Samuel empfindet, weil immer Andeutungen gemacht worden sind, dass er ihm nah sein möchte. Diese anfängliche Verwirrung führte dann eher zu Spannung, weil ich herausfinden wollte, ob sich dieser Strang weiterentwickelt oder sich irgendwann verliert.
Eine kleine Schwierigkeit am Anfang war, dass man sich erst einmal bewusst machen musste, dass es drei verschiedene Handlungsstränge gibt, die zu verschiedenen Zeitpunkten im Leben von Janik stattfinden und am Ende alle zusammen führen. Dies hat sich aber schnell wieder gelegt, als man den Aufbau des Romans durchblickt hat.
Ich habe während des Lesens die ganze Zeit darauf geachtet herauszufinden, warum der Autor das Buch "Räuberhände" genannt hat. Oberflächlich gesehen bezeichnet der Ausdruck die Hände von Samuel. Wenn man jedoch rückblickend auf die komplette Handlung schaut beschreiben sie genau das, was die beiden Jungs in der Pubertät durchmachen mit besonderem Augenmerk auf Samuel.
Er achtet sehr auf sein gepflegtes Äußeres, jedoch spiegeln seine kaputten Fingerkuppen seinen inneren Kampf wider und was er mit Worten nicht ausdrücken kann. Er hat gelernt, sehr stark zu sein und seine Gefühle unter seinem harten Äußeren zu verbergen, denn Schwäche konnte er während seiner Kindheit nicht zeigen, weil seine Mutter alkoholabhängig war und bis zu ihrem Tode auch noch ist. Er musste für sie stark sein und durfte nicht an ihrer Alkoholsucht zerbrechen. Dieser innere Kampf zwischen Fürsorge und Kraft für seine Mutter und der Drang nach Freiheit und die Selbstfindung spiegeln sich in dem Titel "Räuberhände" wieder.
Der letzte Punkt, der mir erst ganz zum Schluss aufgefallen ist, aber das Buch noch interessanter gemacht hätte ist der, dass zu jedem Kapitelbeginn ein kleiner Text steht, der, wenn man alle nach einander liest, eine eigene kleine Geschichte ergeben. Dort ist Janik in der Wohnung von Irene und Samuel und räumt diese nach ihrem Tode aus. Während des Lesens habe ich das wirklich geniale Extra, welches Auskunft über das Ende gibt, leider nicht ganz verstanden bzw. bemerkt. Rückblickend finde ich es jedoch sehr gelungen.

Alles in einem finde ich das Buch einfach nur faszinierend. Besonders für Jugendliche, die selber den Drang verspüren, die Welt selbst zu entdecken und frei von elterlichen Regeln zu sein, ist das Buch sehr zu empfehlen.
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am 4. Juni 2016
Mir fehlen die Worte! Da fallen echt Sätze aus den Seiten dieses Buches, die es schaffen die eigenen Erinnerungen der Jugend zu überstrahlen. Das ist ganz großes Kino... will nicht weiterlesen, weil dann ist es ja irgendwann zu Ende. Die Handlung ist eigentlich Nebensache, denn das Buch lebt von den Miniaturen und Bildern, von den Sekunden und Beobachtungen, die zu halben Seiten werden, die man zwei, dreimal liest... Wahnsinn. Ein ganz Großer. Verneige mich in Ehrfurcht und genieße.
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am 17. Juni 2008
dieses buch hat mich erstaunt. man liest und liest wie hypnotisiert und merkt dann erst, dass man mittendrin ist. gerade die klare, unaufgeregte sprache bringt einem die protagonisten ungewohnt nahe. das sind keine literarischen figuren, das sind lebendige wesen! ein buch zum drin versinken. das beste daran ist, dass der autor einen so richtig mitfühlen lässt. vorallem Irene, die "pennermutter" habe ich gemocht, als würde ich sie seit jahren kennen. gleichzeitig driftet das buch niemals in den kitsch ab, sondern findet immer genau den richtigen ton für diese bewegende, spannende geschichte. ein liebevolles buch,- und ein lese-muss, genauso wie das erste buch von finn ole heinrich "die taschen voll wasser". mehr davon!
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am 14. Juni 2013
Kind aus dem Milieu gehobener Mittelstand und Kind einer Alkoholikerin und Pennerin, wie das bei Finn-Ole Heinrich anschaulich politisch unkorrekt heißt, wachsen als allerbeste Freunde auf und suchen ihren Weg ins Leben, ihre Identität. Eine unwahrscheinlich klingende, aber vom Autor zwanglos dargebotene Konstellation die Einblicke in die Bedürfnisse, Reibungsflächen, den inneren Aufruhr der Hauptfiguren und deren Ursachen erlaubt.
Was wie ein zu gewollt wirkendes Konstrukt daherkommt entpuppt sich beim Lesen als überzeugend dargebotene Geschichte Janiks und Samuels, gerade mit dem Abi durch und sich in Istanbul auf die Suche nach Samuels Vater begebend. Istanbul ist für Samuel der Sehnsuchtsort, identitätsstiftend, für Janik zunächst Fluchtort, Raum sich selbst zu finden, fort von Fremdbestimmtheit daheim.
In Parallelmontagen wird die Freundschaft der beiden beleuchtet, das gemeinsame Leben unter dem Dach von Janiks Mittelstandseltern, Geschehnisse rund um Samuels Mutter, Janiks erste Liebe Lina und natürlich die innige Beziehung die die beiden haben. Diese parallel erzählten Einblicke kulminieren in einem Ereignis das ihre Freundschaft und Loyalität auf denkbar schwerste Weise, ja nicht prüft sondern bis aufs äußerste belastet.

Der Autor lässt uns all dies aus der Sicht Janiks erleben. Sprachlich ist das stimmungsvoll, gut beobachtet mit leicht melancholischem Unterton, wie den Verlust der jugendlichen Unbekümmertheit vorwegnehmend. Das Lebensgefühl Janiks wird dabei eindrücklich geschildert, seine Versuche sich von den toleranten aber bestimmten und wohlanständigen, erzieherisch alles perfekt machenden Eltern abzugrenzen, die man, wie es im Buch heißt, "zwar bewundern, aber nicht lieben kann". Janiks Gefühlswelt ist erleb- und nachvollziehbar. Die Gespräche der Jugendlichen haben einen eigenen Tonfall und der Autor findet für sie einen Mix aus Umgangssprache und Jugendslang der stets lesbar bleibt und nicht in peinliche "so spricht die Jugend von heute" Ranschmeiße verfällt. Auch wenn es um die großen Gefühle, um Liebe und Freundschaft ebenso wie um Streit und Abneigung geht, findet der Autor die treffenden Formulierungen, die man Janik und Samuel abnimmt.

Ein thematisch und von der Erzählstruktur her ungewöhnlicher Roman, durchaus anspruchsvoll aber nicht schwer zu lesen. Das Ereignis bzw. die Tat Janiks welche zum Dreh- und Angelpunkt des Buchs wird, schockt den Leser geradezu. Restlos überzeugt hat Heinrich mich damit nicht. Aufgewogen wird das aber durch die klare Sprache und die unverstellten, klugen Beobachtungen, in denen der Autor stets ehrlich und offen bleibt, auch wenn der Istanbul Teil für mich einige Längen aufwies.
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am 11. Februar 2014
Ein Roman, der auf einer wirklich guten Beobachtung des Autors basiert, der trotz seiner Jugend (er war beim Schreiben des Romans 24 Jahre alt) die agierenden Figuren sehr treffend zeichnet. Den etwas naiven Sohn aus dem "salonsozialistischen" Lehrerhaushalt, der seinen Freund, den wesentlich robuster scheinenden Sohn einer Alkoholikerin, zunächst geradezu schwärmerich bewundert, aber während der Freundschaft, besonders zum Ende des Buches hin, charakterlich wächst und reift und seinen eigenen Weg findet ebenso wie die "Lehrereltern", die Alles unter pädagogischen Gesichtspunkten betrachten und sich in ihrem Gutmenschentum auch gern wohlfühlen und die ins asoziale Milieu abgerutschte Mutter des Freundes.

Etwas gewöhnungsbedürftig ist die Erzählweise des Autors, der insgesamt mit dem Ende der Geschichte beginnt und dann in sehr sprunghaft erscheinenden, stets bruchstückhaften Retrospektiven erst sehr langsam aus dem Zusammensetzen der Moasiksteinchen ein erkennbares Bild zusammensetzt. Erst gegen Ende des Buches versteht man die ganze Handlung nebst der kleinen "Einblender" am oberen Seitenrand zu jedem Kapitelanfang - man muss, um die Lektüre wirklich genießen zu können, also das Buch mindestens zweimal lesen. Das ist es aber auch wert.
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am 19. März 2014
Dies ist ein ernster, mitreißender, hoffnungsvoller, offener und dramatischer Roman, in dem es um Freundschaft und um die Sehnsucht nach Geborgenheit und Freitheit zweier junger Männer geht, um deren Eltern und um deren Außenwelt.
Wir Menschen identifizieren uns hautpsächlich über unsere Freunde, dies gilt besonders für Jugendliche. Freunde helfen, sind füreinander da und vertrauen einander. Wie es Samuel und Janik schaffen oder es manchmal verzweifelt versuchen, können wir in dieser Geschichte sehr gut miterleben. Unterschiedlicher können die Lebensstartpositionen nicht sein. Daher sind auch beide durch die Höhen und Tiefen des Lebens nicht gleich angreifbar.

Absolut lesenswert!

Finn-Ole Heinrich benutzt eine klare und offene Sprache.

Seite 62
"Ich hasse, dass Eltern diese Macht besitzen, sich immer und ständig einzumischen und alles durcheinander zu bringen. Man muss sie ausschließen, so oder so, egal, ob sie Heroin spritzen oder Plätzchen backen. Sie werden immer einen Platz in unserem Leben fordern, sie schummeln sich hinein, mit Tränen, Blumen oder Häkelsachen. Eltern müssen egal sein, man muss sie vergessen, vergraben, man muss sich gegen sie verhärten. Oder man wird ewig ihr Kind bleiben."
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am 2. März 2016
Ich habe das Buch in der Schule lesen müssen. Eigentlich lese ich gerne, aber nur wenn mir danach ist und nicht auf Zwang. Mit diesem Buch verhielt es sich ähnlich, wie mit den anderen Schullektüren. Es wanderte erstmal in die Ecke... Dann fingen wir im Unterricht an damit zu arbeiten und auf einmal war ich echt ziemlich begeistert von dem Buch! Samuel tut einem echt leid und Jannik auch. Die Geschichte handelt von Identitätssuche, dem Erwachsenwerden und Freundschaft. Dir Räuberhände packen einen und ziehen dich in die Geschichte!
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VINE-PRODUKTTESTERam 24. Februar 2012
Es muss nicht immer Tempo sein. Finn-Ole Heinricht belegt in "Räuberhände", wie man einen Roman langsam anlegen kann und dabei trotzdem fesselt. Die Charaktere sind zutiefst glaubwürdig und sensibel gezeichnet. Die Sprache findet einen ganz eigenen Rhythmus. Der Taktschlag der Szenen ist optimal austariert. In aller Zeit, die es braucht, erzählt der Roman die Geschichte einer Freundschaft, die auf der Kippe steht und zeichnet ganz "nebenbei" ein so genaues, stimmungsvolles und glaubwürdiges Bild der Stadt Istanbul, dass man einige Stellen als Fallbeispiele für vollendete Ortsbeschreibungen herauskopieren möchte. Diese Szenen sowie die ausführlichen, aber immer sensiblen und genauen Einblicke in das Innere der Charaktere illustrieren, was es heißt, leise und präzise mit dem Pinsel zu zeichnen statt mit der Kamera auf Dauerfeuer zu schalten. Eine Lektüre, die nachwirkt.
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am 27. Dezember 2013
Subjektive (!) Meinung: Nichtssagend, langwierig und eine unerträgliche Erzählerstimme! Der Ich-Erzähler ist ja schon ein Unsympath und beim Hören seiner postpupertären trivialen "Probleme" "oh nein oh nein meine Eltern sind so perfekt" muss man schon den Kopf schütteln (dies mag manchen Menschen durchaus so gehen...kann man aber damit ein Buch füllen? Antwort: Man kann vllt., sollte es aber nicht) ABER die Stimme des Autors dazu ist einfach total nervend. Bei diesem Hörbuch ging es mir wie beim Lesen von "Feuchtgebiete"...Wenn man schonmal 2 Stunden geopfert hat, soll es nicht umsonst gewesen sein und man liest/hört es halt bis zum Ende...Ein bisschen Identitätsfindung hier, ein bisschen jugendliches Aufbegehren dort und das ganze Buch über ein rumjammernder Ich-Erzähler--> lesenswert vielleicht gerade noch aber in keinem Fall hörenswert.
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