Fashion Sale Hier klicken calendarGirl Cloud Drive Photos Philips Multiroom Learn More madamet HI_PROJECT Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Lego Summer Sale 16

Kundenrezensionen

3,7 von 5 Sternen83
3,7 von 5 Sternen
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:18,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 8. Juli 2015
Das letzte Mal, dass ich so einen dicken Schinken in den Händen gehalten habe, ist schon etwas her. Und ehrlich gesagt musste ich auch erstmal meinen inneren Schweinehund dazu überwinden, das Buch überhaupt in die Hand zu nehmen und anzufangen. Ich war gespannt auf die Story und nach dem ersten Durchblättern wollte ich auch unbedingt wissen, was es mit dem doch sehr speziellen Layout auf sich hat.

Der Roman besteht aus ganz normalen Kapiteln, doch der Textfluss ist nicht wie bei jedem anderen Buch auch (regelmäßig) sondern durcheinander. Das heißt, dass Worte teilweise z.B. spiegelverkehrt in Kästchen, auf dem Kopf oder von oben nach unten stehen. Auf manchen Seiten passen sich die Worte auch der Spannung oder dem Inhalt an. Diese Idee fand ich sehr originell und sie hat alles auch ein wenig anschaulicher gestaltet. Zwischendurch findet man ab und an auch Seiten, auf denen nur ein Wort oder sogar nur ein Buchstabe steht.

Ein wesentlicher Bestandteil, der noch dazu gehört sind die unzähligen Fußnoten. Manche sind in kurzen Zeilen am Seitenende zusammengefasst, andere erstrecken sich aber auch über mehrere Seiten hin. Meistens handelt es sich aber bloß um Namen oder Quellenangaben, bei denen sicherlich sehr viele fiktiv sind. Kurz: Uninteressant für denjenigen, der das Buch einfach nur lesen und nicht analysieren will.

So gut mir die Gestaltung auch gefällt, muss ich leider zugeben, dass sie mich hin und wieder von der eigentlichen Story abgelenkt hat. Die Spannung, die leider an nur wenigen Stellen wirklich hoch war, wurde durch lange Anmerkungen etc. unterbrochen. Wenn dann wirklich etwas aufregendes passiert ist, brachte der Autor im folgenden Kapitel sofort wieder ellenlange Ausschweifungen und Studien von Personen ins Spiel, die die Geschehnisse im Haus analysiert haben.

Danielewski hat seinen Roman in vier verschiedenen Erzählebenen aufgebaut. Die erste wäre die von Will Navidson, dem Schriftsteller der einen Film ("Navidson-Record") über das Haus dreht. Danach wiederum widmet sich ein blinder Mann mit dem Namen Zampano dem Skript und lässt alles nochmal neu aufschreiben. Als Zampano dann aber aus unerklärlichen Gründen stirbt, findet ein gewisser Jonny Truant die Unterlagen und entziffert Wort für Wort die Aufzeichnungen des Blinden. Truant ist also derjenige, der die Geschichte am Ende für den Leser wirklich (nach)erzählt. Die vierte Ebene wäre die der Herausgeber der Aufzeichnungen von Jonny Truant, die aber nur ab und an einige Ergänzungen hinzugefügt haben.
Das alles wirkte sehr verwirrend auf mich, doch glaube ich, dass es der Autor extra darauf abgezielt hat: Den Leser zu irritieren und zum Nachdenken anzuregen.

Alles in allem denke ich, dass der Autor mit ein bisschen weniger Text vielleicht genauso viel, wenn nicht noch mehr hätte erreichen können (was er mit dem Roman überhaupt erreichen will, habe ich noch nicht begriffen und ich bin mir auch sicher, dass ich nie dahintersteigen werde). Fußnoten, in denen der junge Junkie Truant aus seinem Leben erzählt, hätte er für meinen Geschmack auch einfach drastig kürzen können, da man durch sie immer wieder vom eigentlichen Handlungsstrang abgelenkt wird.

FAZIT
"Das Haus" ist schon gar kein Buch mehr. Man kann es eher als literarisches Kunstwerk betrachten. Deshalb muss ich auch jeden enttäuschen, der sich eine spannende Story erhofft, denn es wird euch keine liefern. Es ist wie eine Horrorgeschichte, die etwas versteckt die Abgründe der menschlichen Seele aufzeigt und den Leser endlos darüber nachgrübeln lässt, was er da eigentlich gerade gelesen hat.
0Kommentar|4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Als ich dieses Buch hier entdeckte, war ich sofort fasziniert. Die Beschreibungen über die Drucksetzung haben mich angesprochen und herausgefordert. Aber ich war skeptisch, da es hieß, es soll so verworren sein. Monate später habe ich es mir dann mal im Buchladen angeschaut - und letztendlich entschieden, dass ich es kaufe. Nun habe ich es innerhalb von einer Woche gelesen. Es geht mir so ähnlich wie Johnny Truant mit dem Manuskript von Zampano. Es hat sich in mich hinein gefressen. Ich kann nicht davon lassen. Immer wieder denke ich darüber nach. Es verfolgt mich in meine Träume. Es gruselt mich im Dunkeln, denn ich muss an die endlosen dunklen Flure und Räume denken. Und nicht zuletzt entwickle ich eigene Theorien dazu, was der Autor uns sagen will. Ich weiß schon jetzt, dass ich es wieder und wieder aufschlagen werde, um die merkwürdigen Textstellen zu untersuchen. Z. B. eine in ein blaues Kästchen gesetzte Liste von allen normalen Hausintarsien, die NICHT in dem dunklen Labyrinth zu finden sind. Diese Liste zieht sich über viele Seiten hin, die jeweils rechts richtig herum gedruckt sind und wenn man umblättert, auf der Rückseite spiegelverkehrt zu lesen ist. Ich habe mich gestern abend über eine Stunde damit abgemüht, einen der Briefe von Johnnys Mutter zu "entschlüsseln", da sich in dem Buch ein Hinweis darauf findet, dass dieser Brief eine weitere Botschaft enthält. Ich habe sie gefunden und kann nichts damit anfangen. Nun grüble ich, wie ich auf des Rätsels Lösung kommen kann.
Tja, wie man sieht, ist das Buch quasi eine Adaption auf das Haus. Es ist endlos. Man geht von Raum zu Raum, öffnet eine Tür und sieht dahinter einen Raum mit einer weiteren Tür.
Die darin erzählten Geschichten von dem Haus und Johnny Truant sind kurz zusammengefasst. Zampano ist ein alter Mann gewesen, der an einem Manuskript über einen angeblich existierenden Videofilm arbeitete, der wiederum den Einzug der Familie Navidson in das Haus dokumentiert, sowie die Veränderungen des Hauses und die Erforschung seiner unendlichen Tiefen. Nach Zampanos Tod reißt sich Johnny die Truhe mit Zampanos Notizen unter den Nagel, beginnt zu lesen und sich in diesem Wirrwarr aus Zetteln zu verlieren, sowie seine eigene Geschichte zu entdecken.
Nun zu meiner Einschätzung:
Entgegen meiner Befürchtungen sind beide Handlungsstränge gut nachvollziehbar, nicht zuletzt wegen der unterschiedlichen Schriftarten.
Die Geschichte um das Haus an sich - also wie wörtliche Wiedergabe des Videofilms - ging mir unter die Haut, wie ich oben schon beschrieb. Obwohl eigentlich nichts passiert, habe ich mich schrecklich gefürchtet.
Die optische Aufmachung ist grandios. Mag sein, dass belesenere Leute als ich es als Kopie von anderen Autoren empfinden. Ich kannte dieses Stilmittel nicht und bin hellauf begeistert: Text, der ganz klein und eng zusammengesetzt in der Mitte der Seite steht, um zu verdeutlichen, wie eng der Tunnel ist, durch den Will Navidson kriecht. Oder es finden sich nur wenige Zeilen am unteren Rand der Seite, um zu zeigen, dass der Suchtrupp nun ganz unten am Ende der Treppe angekommen ist.
Vor allem aber muss ich mich tief verneigen vor dem Autor für diese meisterhaft ausgeklügelte Komposition, sowie vor der Übersetzerin, die sich an dieses Monster rangewagt hat. Ich möchte lieber nicht wissen, wie schwierig es war, den Glossar zu übersetzen und dann zuzusehen, dass die angegebenen Seitenzahlen auch wirklich stimmen.
Einziger, winziger Minuspunkt für mich war, dass man für die deutsche Ausgabe den Videofilm "Der Navidson Record" genannt hat. Das klingt total steif und hölzern und nicht zuletzt falsch. Denn record bedeutet Aufnahme / aufnehmen oder auch Akte. "Der Navidson Film" oder "Die Navidson Dokumentation" oder "Die Navidson Akte" wären da eine bessere Wahl gewesen.
Fazit: Das Buch lässt mich unbefriedigt zurück. Was ist mit Johnny? Wo sind die fehlenden Seiten? Wie kann ein blinder Mann einen Film sehen? Ich bin sicher, die Antworten finden sich in diesem Buch. Ich werde sie suchen.
55 Kommentare|44 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 19. Januar 2013
Selten habe ich einen so guten und intelligenten Roman gelesen wie diesen. Für mich der beste Roman der Postmoderne. Schade finde ich, dass aufgrund falscher Vorstellungen etlicher Leser, immer wieder schlechte Bewertungen für dieses Buch vergeben werden.

Wer mit der Überzeugung eine Horrorgeschichte vor sich zu haben, anfängt zu lesen, sollte am besten gleich wieder aufhören, denn dass ist diese Erzählung ganz sicher nicht. Vielmehr handelt es sich um eine geschickte Kombination verschiedener Genres. Vor allem sehe ich jedoch eine Satire auf die moderne Literatur in diesem Werk. Bemerkbar durch die vielen Verweise, die ins Paradoxe führen, würde man sich alle zu Gemühte führen (Aufzählungen, Spiegelschrift, Namensverweise ...)

Bemerkenswert sind auch die beiden verschiedenen Erzählebenen, die geschickt miteinander in Beziehung stehen. Mit der Zeit zerfällt nicht nur allmählich die Erzählstrukktur der einen Ebene, sonder auch der Erzähler der zweiten Ebene leidet immer mehr unter Wahnvorstellungen.

Für echte Literaturfans ist das Buch nur zu empfehlen, für alle die eine Lektüre zur Unterhaltung suchen ist es jedoch nicht geeignet.
11 Kommentar|2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
VINE-PRODUKTTESTERam 5. Dezember 2010
Der Einzug in das Haus. Türen, wo vorher keine waren. Ein Labyrinth, das sich stetig zu verändern scheint. Eine Erkundung, die zur Katastrophe verkommt.

Es dürfte zweifellos eines der innovativsten Hörspiel-Projekte der letzten Zeit sein: Das Haus. Ursprünglich für das Medium Radio konzipiert, liegt dieses Hörspiel nun auch in einer schmucken DVD-Box vor.
Auf drei Ebenen soll hier ein Hörspiel erzählt werden, bei dem man problemlos zwischen den einzelnen Ebenen hin und her schalten und sich so seine ganz persönliche Version des Hörspiels kreiieren kann. Natürlich ist es aber genauso möglich einfach jede Ebene für sich zu konsumieren.

Soweit die Idee des ganzen. Wie stellt sich das ganze denn nun in der Praxis konkret dar?

Die DVD startet mit einem stimmungsvollen Intro inklusive Bildern. Anschließend bekommt man als Hörer die Möglichkeit, sich auszusuchen, welchen Weg man gehen möchte. Dabei stehen einem drei Optionen offen:

"One Way" - die drei Hörspielteile nacheinander
"Own Way" - seinen eigenen Weg zusammenstellen
"Follow Way" - sich durch einen zufälligen Pfad leiten lassen

Das Hörspiel besteht aus drei Teilen, die jeweils ein eigenes vollwertiges Hörspiel mit einer Spieldauer von jeweils etwa 53 Minuten darstellen: Labyrinth, Fäden und Dunkelkammer.
Wie aber sind diese konkret gestaltet? Immerhin soll es ja möglich sein, zwischen diesen hin und her zu wechseln. (Randbemerkung: die Hörspiele selbst werden nicht wie beim Intro durch Bilder untermalt. Man bekommt es also mit einer rein akkustischen Darbietung zu tun.)

Ich habe mich bei meinem ersten Ausflug in da Haus für die "One Way"-Variante entschieden. Begrüßt wird man zunächst durch einen Prolog, der einem eröffnet, was man in den drei Ebenen zu erwarten hat. Und dann geht es auch schon los:

"Labyrinth" liefert einen Bericht der Ereignisse von Zampano. Zwar orientiert sich dieser am zeitlichen Verlauf der Ereignisse, fällt aber dennoch alles andere als linear aus. Vielmehr ist er gezeichnet von länger andauernden, allgemeinen Erzählpassagen mit Gedankenspielen, immer wieder unterbrochen von weiteren verschiedenartigen Einsprengseln. Sei es das Einblenden der aktiven Rückblicke der Ereignisse in dem Haus, oder die Darstellung einer zweiten Metaebene.
Dabei ist das Ganze in verschiedene Kapitel eingeteilt und erklärt so letztlich auch, wie es möglich ist, zwischen den verschiedenen Ebenen zu wechseln. Denn trotz unterschiedlicher Schwerpunkte bei der Darstellung gibt es verschiedene Punkte, die sich mit den gleichen Geschehnissen beschäftigen - vor allem beim Einbinden der aktiven Rückblenden.

In diesem Wechselspiel wirkt die Inszenierung trotz des großen Anteils der Erzählerpassagen erstaunlich lebendig. Allerdings bleibt inhaltlich vieles äußerst rätselhaft. Zwar wird einem einiges klarer, wenn man alle drei Ebenen kennengelernt hat, es bleibt jedoch selbst dann noch genug an ungelösten Mysterien.
Nur mit allerhöchsten Konzentration wird es einem hier gelingen, das Gesamtbild zu durchdringen. Einfache Kost ist das Haus wahrhaftig nicht. Die Darstellung trägt für mein Empfinden bisweilen gar schon Lovecraftsche Züge.

Zampano spielt auch in den beiden anderen Teilen eine bedeutsame Rolle. Die zweite Ebene "Fäden" gehört jedoch beinahe ganz dem Aushilfsarbeiter Johnnny Truant, dem das Schicksal wahrhaftig übel mitgespielt hat. Für mich war dies aber dennoch diejenige Ebene, die mich am wenigsten mitreißen konnte. Was möglicherweise mit daran gelegen haben mag, dass man sich hier etwas stärker vom Zentrum der Handlung entfernt hat.
Den wahren Kern - das akkustische "Originalmaterial" aus dem Film "The Navidson record" nimmt man sich dagegen in der dritten Ebene "Dunkelkammer" vor. Hier werden einem die Ereignisse von Anfang bis Ende in Form der äußerst intensiven Livemitschnitt samt eines zusätzlichen Erzählers und immer wieder mal eingestreuter Randkommentare vorgestellt. Auszüge aus diesen Aufzeichnungen gibt es in allen drei Ebenen zu hören - und jeweils erfährt man ein wenig mehr vom großen Ganzen. So erweist sich die dritte Ebene als die eindeutig erhellendste.

Die akkustische Inszenierung ist eindrucksvoll und absolut auf der Höhe der Zeit. Die Arbeit mit Musik und Geräuschen erinnert nicht selten an den Stil modernen Horrorfilme. Zwar ist "Das Haus" weit mehr als eine simple Horrorgeschichte, nichtsdestotrotz passt diese Klangkulisse, die sich zudem auch von Ebene zu Ebene unterscheidet ohne dabei stilstisch zu brechen, wie die Faust aufs Auge.
Exemplarisch benannt sei ein Stilmittel, das mir hier ziemlich gut gefallen hat: die Verfremdung des Wortes "Haus" hin zu einem unmenschlichen, überirdischen Zischen.

Die Sprecherriege ist umfangreich und man bekommt sogar einige bekanntere Stimmen zu hören. Unter anderem sind Wolfram Koch, Sascha Icks, Anna Thalbach und Tom Schilling mit von der Partie. Die Rolle Zampanos (Robert Ciulli) ist dabei jedoch fast die markanteste. Anfangs durchaus etwas gewöhnungsbedürftig, aber insgesamt einfach genial.

Allein die optische Gestaltung unterstreicht das Besondere dieser Produktion. Wann bekommt man neben der DVD schon ein ganzes (Notiz)Buch mitgeliefert, welches das Konzept somit auf einer vierten Ebene weiterführt?

Fazit: "Das Haus" ist ein Gesamtkunstwerk, welches auf dem Hörspielsektor so bisher absolut einmalig ist. Die Idee ist allemal interessant und insbesondere die akkustische Umsetzung erstklassig. Die Geschichte selbst ist dabei mit ihrer Vielfalt an Ebenen (tatsächlich weit mehr als die erwähnten drei) allerdings auch sehr komplex, rätselhaft und damit nicht immer ganz einfach. Hierfür muss man sich zweifellos Zeit nehmen und hochkonzentriert bei der Sache sein.

P.S.: Einen interessanten Einblick in den Entstehungsprozess bieten die filmischen Extras auf der DVD.
0Kommentar|14 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 3. November 2007
Ganz klar, dieses Buch polarisiert, das sieht man schon an den bisherigen Rezensionen. Entweder, der Leser findet es einfach nur genial und hat es regelrecht verschlungen, oder aber, er kann absolut nichts damit anfangen.
Ich gebe zu, ich habe mir das Buch aus reiner Neugier gekauft weil ich mir einen außergewöhnlichen Roman erwartet hatte, der noch dazu auch spannend sein sollte. Allerdings war ich bereits enttäuscht, als ich es dann in Händen hielt und durchblätterte. Ich habe mich tapfer durchgekämpft, aber wirkliche Spannung wollte bei mir leider nicht aufkommen, weil ich mich ständig über das "Chaos" im Buch geärgert habe, und mich dadurch wahrscheinlich nur bedingt auf die komplexe und zweifellos sehr gut durchdachte Doppelhandlung einzulassen. Ich finde es nicht spannend, wenn ein aufregender Satz (der sogar recht kurz ist) sich über viele Seiten lang hinzieht, auf denen bestenfalls drei Wörter stehen. Es gibt z.B. auch eine Seite, die komplett leer ist, weil davor das Wort: "weiße", und danach das Wort: "Leinwand", steht. Mich nervt das, und ich halte das auch für Papierverschwendung, aber auch dies ist Ansichtssache.
Ich denke, der Autor wollte durch die abenteuerliche Textgestaltung auf die Struktur des Hauses hinweisen, die scheinbar keinen Regeln zu folgen scheint, und letzten Endes ist das Buch wohl Kunst, aber eben keine Kunst, die mir zusagt.

Ich möchte niemanden davon abhalten, das Buch zu lesen, das für ihn vielleicht ein wahres Meisterwerk sein könnte, ich möchte nur den wohlgemeinten Rat geben (vor allem in Anbetracht des Preises), das Buch vorher ein wenig durchzublättern und sich zu entscheiden, ob man selbst es lesen und sich auf die Handlung einlassen wird können.
Ich gebe drei Sterne, nicht weil mir das Buch gefallen hat, sondern weil ich durchaus anerkennen kann, welch enorme Arbeit dieser Roman den Autor gekostet haben muss.
22 Kommentare|49 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 17. März 2011
Ich habe dieses Buch als Geschenk bekommen, las den Klappentext - und war voll freudiger Erwartung auf einen spannenden und unheimlichen Roman. Noch dazu in einem solchen Umfang.

Leider hat sich das Ganze aber als total verworrenes und unausgegorenes Misch Masch entpuppt, das ohne jeglichen Erzählfluss auskommt. "ROMAN" steht auf dem Einband zu lesen. Ein Roman ist für mich etwas Anderes...
Das eigentliche Thema dieses Hauses - die Story an sich - wäre in den Händen eines wirklich talentierten Geschichtenerzählers zu einem guten und bisweilen verstörenden, sicher auch schockierenden Roman geworden, den man nach Stunden fiebrigen Lesens nur ungern beiseite legt, um sich den Dingen zu widmen, die man vernachlässigt hat.

Aber es finden sich in dem ganzen Wälzer nur Versatzstücke, Bruchstücke, immer wieder eingestreutes endloses und furchtbar unwichtiges - und anödendes - Geschwafel, das anscheinend eine nicht vorhandene Authentizität des ganzes Werkes vorgaukeln soll. Querverweise auf nicht existierende Bücher und Studien, Seitenweise Erklärungen, denen vielleicht die intellektuellsten der Intellektuellen mit großem Interesse folgen können (und wollen) - die aber den "normalen" Leser einfach bloß langweilen.

Auf mich wirkt das Buch wie der Erstlingsversuch eines Kunststudenten, der auf Teufel komm raus unbedingt originell sein möchte.
Wer Filme wie "Blair Witch Projekt" für die Krone der filmischen Kunst hält, der mag sich an Büchern wie diesem erfreuen. Für alle anderen ist es eine Qual und eine herbe Enttäuschung.

Für mich einer der größten Flops, der mir je unterkam.
Bloß nicht einfach so blind kaufen, ohne vorher wenigstens mal hineinzulesen!
22 Kommentare|7 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 5. April 2012
Auch ich habe dieses Buch gelesen und mich drauf eingelassen. Und das ist notwending, ansonsten hat man keine Chance es je zu 'bezwingen'.
Es ist definitiv kein Buch für Zwischendurch. Welches Genre es bedient, weiß ich bis heute nicht, aber es ist alles dabei.
Thrill, Psycho, Sex, Horror, Humor ... Gerade den Humor mochte ich sehr gerne.

Für zarte Gemüter ist Das Haus nicht zu empfehlen, da es psychisch doch sehr tief geht und der Autor alles sehr detailiert beschreibt.
Egal ob ein Mensch gerade zu Brei geschlagen wird, einem Einblicke in die kranke Psyche von Johnnys Mutter gewährt wird
oder Johnny mal wieder seiner Libido unter Drogen freien Lauf lässt.

Die Tatsache, dass diese Lektüre aus drei Handlungssträngen besteht, ist sehr auflockernd und interessant. Auch das ganze Layout
hat mich sehr gefesselt. Es war lustig, das Buch drehen zu müssen oder von hinten nach vorne zu blättern oder ganze Abschnitte
rückwärts zu lesen.

Nur vier Sterne vergebe ich, weil es an manchen Stellen etwas zu schleppend war. Aber Johnny entschuldigt sich öfters freundlich
dafür, dass er nicht den Rotstift gezückt und den Text gekürzt hat. Dann denkt man: Gott sei dank, ich bin doch nicht zu blöde für dieses Buch! ;o)

Wer Lust auf schwere Kost hat und bereit ist, sich auf alles einzulassen, der ist als Leser für dieses Buch geeignet.
Die Story an sich ist schnell erzählt und eher zweitrangig, es ist das Drumherum, die Gesamtheit, was dieses Buch ausmacht.
0Kommentar|2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Ich habe vorhin dieses riesen Werk von Mark Z. Danielewski beendet und bin auch froh darüber. Es ist erleichternd dieses Buch, nicht nur wegen seines Gewichtes, nicht mehr mit sich rumschleppen zu müssen.
Dieses Buch nimmt einen gefangen; man kann nicht mehr entrinnen und MUSS einfach lesen.

Den Inhalt dieses Romans/dieser Abhandlung/etc. zusammenzufassen ist auch sehr schwierig:
Es existiert ein Video, der "Navidson-Report", der dokumentiert, welches Grauen eine Familie in dem besagten Haus durchmachen muss. Dieses Video wiederrum wird von einem blinden Mann, mit Namen Zampano schriftlich wiedergegeben und analysiert. Diese Abhandlung von Zampano bekommt der junge Johnny in seine Hände und arbeitet diese wieder auf.
Nebenbei sind die Niederschriften mit eigenen persönlichen Ereignissen von Johnny gespickt, die verstörender kaum sein können.

Der Autor spielt förmlich mit dem Leser. Der Leser geht mit auf die Expedition durch das Haus und ergründet dessen Schrecken als stummer Tourist.
Es kommt selten vor, das ein Buch mir regelrecht Angst macht, aber das ist bei diesem Buch passiert.
Die Sequenzen, in den Johnny "zu uns spricht" sind mehr als beängstigend und aufreibend.
Wahnsinn!

Mark Z. Danielewski lässt den Leser in Fallen tappen, lässt ihn miträtseln und -raten; wobei der Leser weiß, dass nichts so ist, wie es scheint.

Die Typographie ist in diesem Roman komplett auf den Kopf gestellt; und das im wahrsten Sinne des Wortes.
Manche Textpassagen sind auf dem Kopf geschrieben, viele Seiten sind in Spiegelschrift und eingige Abschnitte in Blindenschrift verfasst.
Der Leser muss sich zudem durch 450 (!!!) Fußnoten kämpfen, die wirr angeordnet und teilweise komplett aus dem Zusammenhang gegriffen sind.

Das Buch kann ich Ihnen nun leider nicht empfehlen! Genau so wenig, wie ich Ihnen zu dem Buch raten kann.
Probieren Sie es aus; leihen Sie es sich von einem Bekannten oder einem Freund/In und lesen sie es stichprobenartig. Und wenn es Ihnen gefällt, sollten Sie es sich kaufen.

Ein beängstigendes Machwerk! Ein Wahnsinn! Ein (Vor)-Rezensent schrieb: "Es lebt." Und ja, das tut es.
0Kommentar|14 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 23. März 2014
Der Pulitzerpreisträger Will Navidson zieht mit seiner Frau und den Kindern in das Haus und filmt den Einzugs- und Familienalltag für eine Dokumentation. Auf einmal verfügt das Haus über Räume, die es eigentlich laut Grundriss nicht haben sollte. Diese Räume dehnen sich noch dazu immer weiter aus und das Haus entwickelt ein grausiges Eigenleben.

Das Haus ist ein Buch über einem Film in einem Buch und in drei Erzählstränge gegliedert:

Der alte, blinde Zampano hatte Unterlagen zum Navidson Record - diesem Dokumentarfilm - zusammengetragen und an einem Buch gearbeitet, bis er verstarb.
Der dem Drogenkonsum sehr zugeneigte Johnny Truante entwickelt den Zwang dieses Buch fertig zu stellen.
Anhand seiner Bemühungen wird der Leser mit dem Navidson Record und den Ereignissen im Haus vertraut.

Wenn man sich mit diesem Buch beschäftigt wird man in ein Labyrinth gesogen und findet nur schwer wieder heraus.

Zampanos Teil besteht aus den Ereignissen im Haus (hier sei angemerkt, dass ein Blinder einen Dokumentarfilm schildert!), wissenschaftlichen Abhandlungen, Gedichten, Interviews und dies auch noch in verschiedensten Sprachen.

Johnny Truante beschreibt seitenweise seine Bemühungen, den Alltag, seine Meinungen und Befürchtungen anhand von seitenlangen Fußnoten.

Richtig bizarr wird es, wenn man sich nach und nach durch die Aufmachung des Buches kämpft. Manche Seiten sind verkehrt herum beschrieben, manchmal braucht man einen Spiegel, andere Seiten sind so vollgeschrieben, dass man sich erst einmal orientieren muss, andere Abschnitte sind durchgestrichen, dann hat man es wieder seitenweise mit diversen Namen zutun, man trifft leere Seiten, dann gibt es nur ein Wort oder mehrere Buchstaben, … usw. Man muss das Buch drehen, wenden, blättert manchmal rasch durch oder sitzt stockend vor einem Rätsel.

Zu guter Letzt kann ich nicht einmal sagen, ob es mir gefallen hat. Es ist auf jeden Fall das bizarrste Buch, das ich je gelesen habe, und ich habe absolut keine Ahnung, was mir der Autor damit sagen will.
0Kommentar|4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 20. Februar 2013
Die Einleitung beginnt mit Johnny Truant, der in einem alten Haus von Zampano eine Truhe mit Schriftstücken findet. Es stellt sich heraus, dass es der Navidson Record ist. Zampano hat diesen untersucht und analysiert. Johnny will diesen Record durchsehen und dann veröffentlichen.
In diesem Navidson Rekord geht es um ein Haus, das sich stets innen verändert. Äußerlich sieht man nichts, aber innen erscheint ein finsteres Labyrinth. Will Navidson ist mit seiner Frau Karin und seinen beiden Kindern Daisy und Chad in dieses Haus gezogen um wieder mit seiner Frau näher zu kommen. Will ist Kriegsreporter und bisher in der Weltgeschichte rumgefahren. Als dann das erste Mal ein total finsterer Flur auftaucht, beginnt Navidson diesen zu erkunden und schafft es gerade noch mal zurück. Daraufhin ruft er seinen Bruder Tom und Reston um Hilfe. Inzwischen hat sich das Haus weiter verändert und die drei nehmen alles auf Ton oder Videoband auf. Auch schriftlich wird einiges festgehalten. Doch die drei kommen nicht weiter und holen professionelle Hilfe: Holloway, Jed und Wax. Doch auch sie kommen nicht hinter das Geheimnis des düsteren sich stets ändernden Labyrinthes. Es kommt zum Eklat....

Das Buch fesselt einen trotz seiner 797 Seiten und stößt einen gleichzeitig ab, da es total verwirrend ist. Wer Blair Witch" liebt, wird dieses Buch auch lieben. Das Wort Haus ist immer in Blau gedruckt, da es was Besonderes darstellen soll. Die einzelnen Erzähler (Johnny, Zampano, Navidson) sind in unterschiedlichen Schrifttypen gehalten und laufen teilweise parallel zu einander. Außerdem gibt es sehr viele Fußnoten in diesem Buch.
Die Einleitung beginnt wie gesagt mit Johnny und dann kommt der Navidson REcord im nächsten Teil .Und da fängt es erst an, richtig interessant zu werden. Denn ab hier fängt das Buch an ein Eigenleben zu führen. Die ersten paar Seiten sind ja noch normal geschrieben, aber umso weiter man liest, um so labyrinthenhafter werden die Seiten. Es kann schon mal ein Text in einen Kasten stehen, es wird Text durchgestrichen, mal muss man das Buch nach links oder rechts drehen, oder sogar auf den Kopf. Dann fällt der Text wieder oder er steigt auf. Auf anderen Seiten sind nur ein paar Wörter oder sogar nur ein einziges. Spiegelverkehrt wurde auch hier geschrieben.. Zwischendurch kommt immer wieder Johnny zu Wort, oftmals parallel zu Navidson.
Im Anhang befinden sich dann die sogenannten Pelikan Gedichte (die man meiner Meinung nach hätte weglassen können.) Briefe von der Mutter an ihren Sohn Tom, Dokumente, Zeichnungen und Bilder.

FAZIT: Dieses Buch liest man nicht nur, man erlebt es. Man geht mit in diesen dunklen Labyrinth und spürt das gewisse Grauen, was sich dahinter in der Dunkelheit verbirgt. Man schaut sich immer über die Schulter, ob man noch allein ist. Oftmals denkt man, hey, das könnte ja ein Tatsachenbericht sein (so wie man bei Blair Witch das Gefühl bekommt). Jedenfalls kann man diese 797 Seiten nur schwer aus der Hand legen und das liegt nicht daran, dass es etwas größer und dicker ist als ein normales Buch, sondern weil es fesselt einen.
Das Cover ist sehr passend und schon der Anblick gruselt ein wenig. Ein Haus das in Grautöne gehalten ist, und scheinbar harmlos aussieht.

Ach und übrigens, wenn sie an dem Bücherladen vorbei kommen, bleiben Sie auf jeden Fall stehen und gehen dort rein. Gucken Sie sich ja um und warten dann auf den Grusel, wenn Sie dieses Buch gekauft haben.
0Kommentar|4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen

25,95 €