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Kundenrezensionen

4,2 von 5 Sternen59
4,2 von 5 Sternen
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am 19. Mai 2011
.., was Capus aus dieser Geschichte gemacht hat. Das Buch kann vieles sein: Kritische Betrachtung deutsch-kaiserlichen Größenwahns, eine Entlarvung der deutschen Kolonialgeschichte, interessante historische Ostafrikareise, Abenteuerbuch und etliches mehr.

Was es aber bestimmt ist, das ist eine genial formulierte Geschichte über eine handvoll "stinknormaler" Deutscher im Zeitalter des Kaiserreichs, die sich plötzlich als Teil eines Krieges wiederfinden, den sie nicht verstehen.

Dabei wertet der Autor an keiner Stelle. Er erzählt lediglich eine hochinteressante, spannende Geschichte. Alles andere überlässt er, wohltuenderweise, dem Leser.

Ein tolles Buch!
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am 18. Dezember 2009
Das erste Mal mußte ich mich über eine andere Rezension richtig ärgern, denn diejenige, die diesem tollen Buch nur zwei Sterne gibt und darüber hinaus nur mit unerheblichen Spitzfindigkeiten aufwartet, wird dem Roman in keiner Weise gerecht! Ob ein oder zwei historische Kleinigkeiten unzutreffend sind, ist doch völlig nebensächlich, es handelt sich ja nicht um ein Geschichtswerk! (zumal keineswegs von Hermann Göring, sondern seinem älteren Bruder die Rede ist, und insgesamt der Geist der Zeit durchaus eindrucksvoll zur Geltung kommt). Wenn man das Werk als Romanleser und nicht als Faktenklauber betrachtet, muß man zu einem viel besseren Ergebnis kommen, selbst wenn das Buch den Zeitgeist erfüllen mag, aber das haben andere gute Romane ja auch getan.

Die Geschichte selbst ist schon überaus interessant: Drei deutsche Werftarbeiter reisen 1914 mit einem auseinandergebauten Dampfer nach Afrika, um in einer deutschen Kolonie das Schiff wieder zusammenzumontieren, damit man damit den Tanganikasee beherrscht. Allerdings kommen ihnen das Klima, die Mentalität der Menschen und der Ausbruch des Ersten Weltkriegs dazwischen. Gleichzeitig wird ein kauziger, relativ durchgekrachter englischer Offizier damit beauftragt, seinerseits zwei Kanonenboote von Südafrika Richtung Tanganikasee nach Norden zu transportieren, um die englische Herrschaft durchzusetzen.

Auch stilistisch ist es ein sehr schönes Buch! Vielschichtig, zum Teil angepaßt an die Sprache der Zeit, aber niemals zu schwierig oder zu gedrechselt. Im Gegenteil: Durch die ironische Schreibweise muß man trotz des an sich ernsten Themas mehrmals schmunzeln, und Capus hat es geschafft, ein Kapitel besser werden zu lassen als das andere, da er jedesmal einen neuen erzählerischen Trick findet, um Spannung und Lesefreude wach zu halten (z.B. passende, keineswegs bemühte Perspektivenwechsel, Einarbeitung von - scheinbar - authentischem Material, sehr gute Figurenzeichnung...).

Ein sehr geistreiches und lesenswertes Buch ohne Längen und Schwächen! Großartig!
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am 3. September 2007
In seinem neuen Roman erzählt Alex Capus eine wahrlich wahnwitzige Geschichte. Ein komplettes Dampfschiff wird in Papenburg gebaut, wieder in seine Einzelteile zerlegt und über den Wasser- und Landweg nach Deutsch-Ostafrika gebracht. Dort soll es die koloniale Vorherrschaft des Kaiserreiches sichern. Soweit der tatsächliche historische Hintergrund. Wenn sich ein Autor eine solche Geschichte ausdächte, lachte man ihn aus. Das Leben schreibt die verrücktesten Geschichten. Keine verrückte Geschichte erzählt allerdings Alex Capus hier. Mit feinem Humor und präzisem Hinetrgrundwissen legt der Autor die persönliche Dimension dieses Unternehmens dar. Die drei von der Werft abgestellten Arbeiter wollen sich aus dem sich anbahnenden Krieg heraushalten und nur "ihren Job" tun, eben das Schiff wieder zusammenzusetzen. Es ist selbstverständlich, dass die Bestie Krieg auch die drei Zivilisten verschlingt. Der zweite, eigentlich unterhaltsamere, Erzählstrang handelt von der britischen Gegenseite, von einem prahlerischen Großmaul von Kapitän, der ein ähnliches Unterfangen zu verantworten hat, den Transport zweier schneller Kanonenboote an eben denselben See, quasi als Reaktion auf die deutschen Bewegungen. In dieser Geschichte spielt Capus seinen ganzen Humor aus und es ist eine kurzweilieg Lektüre, die Missgeschicke Spicer Spencers, so der Name, nachzuerleben. Für historisch interessierte sowieso aber auch für Liebhaber guter Erzählliteratur ist dieses Buch ein seltener Leckerbissen.
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am 17. April 2012
Bereits "Munzinger Pascha" von Alex Capus hat mir so gut gefallen, dass ich mir gleich auch noch "Eine Frage der Zeit" und "Reisen im Licht der Sterne" gekauft habe. Besonders die Detailtreue der historischen Abläufe und Personen hat mir sehr gut gefallen, auch bei "Eine Frage der Zeit".

Das Buch ist wunderbar zu lesen. Man bleibt bis zum Schluss "dabei". Dennoch sind mir ein paar historische Unstimmigkeiten bei "Eine Frage der Zeit" aufgefallen:

1) Die Karte auf der hinteren Deckelseite zeigt das spätere Tanganjika und nicht Deutsch-Ostafrika. Zu Deutsch-Ostafrika gehörten auch die beiden vormaligen Königreiche Ruanda und Urundi, die erst nach dem 1. Weltkrieg an Belgien fielen, sowie ein etwas kleinerer Landstrich im Süden der Kolonie, der nach dem 1. Weltkrieg an Portugiesisch-Mosambik fiel. Dieser Fehler findet sich auch auf Seite 196, Zeile 9, wo Kapitänleutnant von Zimmer davon träumt, welche Länder man noch für Deutschland erobern könnte. Ruanda und Urundi waren zu diesem Zeitpunkt bereits deutsch...

2) Seite 53, Zeile 7 ff: Eine Deutsche Luftwaffe gab es erst von 1935 bis 1945. Zum Zeitpunkt der beschriebenen Feier gab es in Deutschland nur eine "Fliegertruppe", im Laufe des 1. Weltkriegs dann Heeres-Luftstreitkräfte genannt. Hermann Göring war zum Zeitpunkt der Feier (Ende Jänner 1914) gerade erst Leutnant bei der Infanterie geworden. Erst ab Ende Oktober 1914 wurde er zuerst zum Beobachter ausgebildet, flog dann als Beobachter einige Aufklärungseinsätze mit dem Piloten Bruno Loerzer und wurde von Juni bis Oktober 1915 als Pilot ausgebildet. Seinen ersten Luftsieg errang er erst Ende November 1915. Von "Furore machen" kann also zum Zeitpunkt der Feier noch keine Rede gewesen sein.

3) Seite 74, Zeile 17 u. 18: Winston Churchill wurde erst 1953 (!) "Sir", als ihm der Hosenbandorden (KG) verliehen wurde.

4) Noch zu "Oberleutnant" Spicer Simson: Den Rang "Oberleutnant" gab es in der Royal Navy nicht. Entweder Sub-Lieutenant (entspricht dem deutschen Leutnant bzw. Oberleutnant zur See) oder Lieutenant (entspricht dem deutschen Kapitänleutnant bzw. dem Hauptmann bei Heer). Der nächsthöhere Rang bei der Royal Navy war der Lieutenant-Commander (beim Heer Major, bei der Deutschen Marine Korvettenkapitän).

Diese Unstimmigkeiten sollen den Roman nicht schmälern, aber einem aufmerksamen Lektor hätten sie auffallen müssen.

Schade, dass Anton Rüter und Kapitänleutnant von Zimmer im Busch verschwunden sind - ich hätte noch stundenlang weiterlesen können.
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am 8. November 2009
Das gut recherchierte Buch beschreibt ein skuriles Kapitel der deutschen Kolonialgeschichte. Drei deutsche Handwerkern bauen auf dem Tanganijka-See ein in einer Papenburger Werft vorgefertigtes großes Schiff wieder zusammen und geraten dann in die Wirren des ersten Weltkrieges.
Die Rahmenbedingungen sind sehr gut recherchiert, (das Boot wurde wieder gehoben und ist heute noch auf dem See unterwegs), gleichwohl hält sich der Autor nicht sklavisch an die Fakten. Dabei kommt ein ausgesprochen lesenswertes Buch heraus, dem es auf sehr elegante Weise gelingt, den Leser sowohl zum Schmunzeln zu bringen und ihm gleichzeitig sehr eindringlich die menschenverachtenden Seiten von Krieg und Kolonialismus vor Augen zu führen.
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Der Schweizer Autor Alex Capus erzählt nicht anmaßend eine ganz unfassbare, doch in ihren Einzelheiten wahre Geschichte, wobei sein Doppeltalent, gut zu recherchieren und exzellent zu erzählen, vorzüglich zum Ausdruck kommt. Es ist ein Roman der Realität und Fiktion auf wunderbare Weise vermischt, ähnlich wie man es bei Kehlmann in der "Vermessung der Zeit" finden konnte.

Zum Plot: Es ist Kaiser Wilhelm II der, um seine imperialen Prätentionen zu untermauern, drei brave norddeutsche Werftarbeiter beauftragt ein mächtiges Dampfschiff auseinander zu nehmen, in tausende von Kisten zu verpacken und damit ins tiefste Afrika, nach Deutsch - Ostafrika, an den Tanganjikasee, im Süden des Kilimandscharo zu fahren. Dort müssen sie das Schiff anschließend wieder zusammensetzten. So will der Kaiser den Schwarzen seine Stärke unter Beweis stellen. Die Werftarbeiter fahren nach Deutsch - Ostafrika, hoffen auf guten Lohn und lassen sich von der reizvollen, fremdländischen Landschaft und der attraktiven deutschen Gouverneurin begeistern.

Womit der deutsche Kaiser allerdings nicht rechnen konnte war, dass etwa zur gleichen Zeit, im fernen England Winston Churchill, den verschrobenen, aber durchaus sympathischen Oberstleutnant Spicer Simson damit beauftragte, in herrlicher Irrwitzigkeit, zwei Kanonenboote durch die Savanne und den Dschungel, also über Land, durch halb Afrika, an den Tanganjikasee zu transportieren. Irgendjemand musste doch auf das deutsche Dampfschiff schießen.

Die deutschen Werftarbeiter wollen ursprünglich dort schnell wieder weg, doch da bricht plötzlich der Erste Weltkrieg aus und vereitelt ihre Rückkehr. An den Ufern des Tanganjikasees liegen sich nun das deutsche Dampfschiff und die beiden englischen Kanonenboote gegenüber. Und so treffen, fern der Heimat, eines Tages britisches Heldentum und preußisches Pflichtbewusstsein aufeinander. Allmorgendlich treten die deutschen Werftarbeiter mit den Kolonialsoldaten in ihren schicken Uniformen zum Appell an. Sie sind alle in irgendeiner grotesken Weise "Gefangene der Zeit" und werden mit ihrem Schicksal auf sehr unterschiedliche Weise fertig. Und eines Tages passiert es dann, die Schiffe schießen aufeinander und versenken sich gegenseitig.

Dem Autor gelingt es vorzüglich, den ganzen kolonialen Dünkel und den Irrsinn menschlicher Prahlerei und Großspurigkeit aufs Korn zu nehmen und in unkonventioneller und unglaublich komischer Form sprachlich flott, verdammt gut und lebhaft zu erzählen. Ein sehr, sehr lustiges, amüsantes und durchaus unterhaltsames Buch welches dem Leser Sternstunden der Lektüre bereitet.
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am 7. Januar 2008
Drei Deutsche Werftarbeiter sollen an einem afrikanischen Binnensee ein Dampfschiff zusammenbauen, um dem Kaiser seine Kolonien zu erhalten: Capus’ Buch ist von Beginn an reizvoll ( was bei weitem nicht jeden Buch gelingt ), die Kulisse ist selten und meines Erachtens damit schon interessant, die humorig-subtilen Beschreibungen der bewunderns- und beklagenswerten Charaktere sind mit das Beste an einem rundherum gelungenen Buch, dessen letzte Seiten zu plötzlich daher kommen: Ich hätte gern noch mehr erfahren, über die Menschen, über das Land und über den Krieg, der von jenen in diesem geführt wird. Mit Leichtigkeit gelingt es dem Autor, den Krieg als eine Aneinanderreihung von seltsamen und lächerlichen Ereignissen darzustellen. Wie sehr das alles historisch ist, ist für mich zweitrangig, aber auf mich wirkt - auch nach kurzer eigener Recherche - alles bestens recherchiert.
Der Erzählstil ist beschreibend und sehr gut verständlich
Stärken des Buches sind die Charakterbeschreibungen und die knappen, pointierten Dialoge sowieso der rundherum gelungene Plot. Nachdem mein Freund das Buch ebenfalls verschlungen hat, halte ich das Buch für Mann und Frau geeignet. Ich persönlich habe oft mit einem Lächeln gelesen und werde ( und habe schon ) das Buch weiterempfehlen. Am liebsten würde ich vier und einen halben Stern vergeben, damit für andere Sternstunden immer noch Luft nach oben ist, aber im Zweifel für das Buch. Darum fünf.
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am 17. Januar 2016
Das Buch nimmt einen mit auf eine Reise in ein fernes Land und erzählt mit feinsinnigem Humor die Geschichte aus der Sicht zweier Gegenspieler, die jeweils der kriegerischen Zeit gemäß handeln müssen. Dabei stehen die stimmig angelegten Hauptpersonen mit ihren Stärken und Schwächen angenehm im Vordergrund. Mit spielerischer Leichtigkeit lässt der Autor technische Details und strategische Zusammenhänge einfließen und erreicht es ein Bild von Land und Leuten der Zeit aufzubauen.
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am 17. Dezember 2015
Das Buch entführt in eine Welt, die fremd und fern ist - Deutsch-Ostafrika vor und während des ersten Weltkriegs - und saugt den Leser von der ersten Seite an ein. Obwohl die Figuren anders denken und handeln als heutzutage, kommen sie einem nahe - weil sie großartig gezeichnet sind, ebenso wie die gesamte Handlung. Es ist eine Zeitreise, die einen ein Stück Geschichte hautnah erleben lässt - und ein gut recherchiertes und wunderbar geschriebenes Buch. Absolute Leseempfehlung!
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am 5. November 2015
Alex Capus überzeugte mich mit Leon und Luise, weshalb ich noch mehr von ihm lesen wollte.
Dieser Roman ist trotz der Charaktere, welche eher wie antihelden wirken so fesselnd und spannend geschrieben, dass ich es einfach nicht weglegen konnte.
Besonders beeindruckend finde ich sämtliche Hintergrundinformationen (Orte, Geschehnisse, etc.) , welche wirklich belegt sind, die Alex Capus beschreibt.
Absolutes Muss, nicht nur für Fans von historischen Romanen!
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