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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bedrückend und schmerzvoll, doch ein wunderbares Buch
"Am 27. Mai 1992, während der Belagerung von Sarajevo, schlugen nachmittags um vier Uhr mehrere Mörsergranaten in einer Gruppe von Menschen ein, die hinter dem Markt (...) nach Brot anstanden. Zweiundzwanzig Personen wurden getötet (...). In den nächsten zweiundzwanzig Tagen spielte Vedran Smailovic, ein berühmter einheimischer Cellist, an dieser...
Veröffentlicht am 2. September 2010 von Colin Wood

versus
2 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen bedrückend eintönig moralisch
Die Idee des Buches mag interessant sein, die Recherchen gründlich, die Gespräche mit Betroffenen erleuchtend. Allein, ein Buch entsteht daraus noch nicht. Die Personen vollziehen auf den letzten Seiten einen wunderbaren Wandel (mehr wird nicht verraten). Dieser Wandel geschieht jedoch so unvermittelt, dass man ihn nicht nachvollziehen kann. Der eigentliche...
Veröffentlicht am 29. September 2012 von E.


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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bedrückend und schmerzvoll, doch ein wunderbares Buch, 2. September 2010
Von 
Colin Wood - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Der Cellist von Sarajevo: Roman (Taschenbuch)
"Am 27. Mai 1992, während der Belagerung von Sarajevo, schlugen nachmittags um vier Uhr mehrere Mörsergranaten in einer Gruppe von Menschen ein, die hinter dem Markt (...) nach Brot anstanden. Zweiundzwanzig Personen wurden getötet (...). In den nächsten zweiundzwanzig Tagen spielte Vedran Smailovic, ein berühmter einheimischer Cellist, an dieser Stelle zu Ehren der Toten Albinonis Adagio in g-Moll. Seine Auftritte regten mich zu diesem Roman an (.....)" schreibt Steven Galloway im Nachwort seines Romans.

Diese Auftritte bilden das Handlungsgerüst. Es gibt drei Protagonisten, die sich nicht kennen und sich auch nie begegnen werden, aus deren Sicht diese Geschichte erzählt wird: Striejela, eine junge Scharfschützin, Dragan, ein schon etwas älterer Mann, Bäcker von Beruf, und Kenan, ein Familienvater von etwa fünfunddreißig Jahren. Diese drei begeben sich aus unterschiedlichen Motiven täglich in das zu weiten Teilen nur noch aus Ruinen bestehende Sarajevo. Somit sind es eigentlich drei individuelle Geschichten, deren Schnittmenge die belagerte Stadt ist. Und jeden Tag wird weiter geschossen: aus der Deckung der umliegenden Berge zielen die dort verschanzten Soldaten auf alles, was sich bewegt.

Auf ihren Gängen durch die Stadt liefern die drei Protagonisten Beschreibungen von der vergangenen Schönheit Sarajevos. Ihre Erlebnisse, Ängste, Gefühle, Sehnsüchte, Wünsche und ihre Hilflosigkeit angesichts von soviel Leid werden eindrucksvoll und sensibel beschrieben, so dass sich der Leser wie eine unsichtbare vierte Person fühlen kann. Diesem fiktiven literarischen Text gelingt es sehr viel anschaulicher und einfühlsamer als jedem mit bewegten Bildern versehenen Tagesschaubericht, die Situation vorstellbar zu machen, in der die Menschen vier lange Jahre lebten. Dabei wird das Bild der Stadt und der Ereignisse im Verlauf des Buches immer bedrückender, auswegloser und verzweifelter. Es gelingt dem Autor hervorragend, diesen Zustand der Hilflosigkeit und Ohnmacht zu vermitteln.

Obwohl das Buch sehr bedrückend ist, mag man es nicht aus der Hand legen, sondern verspürt den Drang, es in einem Rutsch zu lesen. Die Wirkung dieses Textes ist sehr nachhaltig, man kommt lange nicht davon los und mag auch zunächst nichts anderes lesen. Ich habe bei der Lektüre viel über Sarajevo gelernt, Dinge recherchiert und mich für eine Stadt begeistert, die nur etwa zwei Flugstunden entfernt ist und doch so unendlich weit weg aus unserem Bewusstsein. Ich empfehle dieses Buch jedem Leser, ganz gleich, wo seine individuellen Vorlieben liegen.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unglaublich, 15. Mai 2012
Rezension bezieht sich auf: Der Cellist von Sarajevo: Roman (Taschenbuch)
Sarajevo während der langen Belagerung. Ein Cellist gibt seine eigene Antwort auf ein Massaker. Er spielt für jedes der 22 Opfer ein Adagio. Pünktlich 16:00 auf einem Haufen Schutt. 22 Tage lang.
Das macht so doch keinen Sinn. Dadurch ändert sich nichts.
So denken auch die Protagonisten in diesem Roman. Aber sie sind auf ihre Art mit dem Cellisten verbunden und stellen fest, dass sie doch hier oder da Freiräume haben.
"Ich heiße Alija und niemand sagt mir wen ich hassen soll"
Das ist der letzte Satz - vom Buch und von Alija.
Ist überleben alles?
Ein Buch, das beklemmt, berührt, leise und doch lauter als die Granaten ist - ohne Happy End und doch Hoffnung und Mut machend.

Und der Leser erkennt: Es geht nicht nur um Sarajevo - es geht um viel viel mehr
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beeindruckend und ergreifend, 1. März 2012
Von 
Marie C. - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der Cellist von Sarajevo: Roman (Taschenbuch)
Im Bosnienkrieg wurde die Stadt Sarajevo von April 1992 bis Februar 1996 belagert. Strom, Wasser und Lebensmittel waren knapp, von anderen Gütern ganz abgesehen. In der Stadt wimmelte es von Heckenschützen, die auf alles schossen, was sich bewegte. Am 27. Mai 1992 schlug eine Mörsergranate beim Markt in der Vase Miskina-Straße ein. Dabei kamen 22 Menschen ums Leben, rund 60 weitere wurden schwer verletzt. Der Angriff wurde als "Breadline Massacre" bekannt, da ausschließlich Zivilisten betroffen waren, die auf die Verteilung von Brot warteten. An den folgenden 22 Tagen spielte ein Cellist an dieser Stelle das Adagio in G-Dur von Albinoni. Soweit die Tatsachen.

In Steven Galloways Roman ist der Cellist, der von seinem Fenster aus das Massaker mitansehen muss, das Bindeglied für die Bewohner der Stadt. Zuverlässig jeden Nachmittag um 16 Uhr setzt sich der 1. Cellist der Philharmonie von Sarajevo im Frack mit seinem Cello auf einen Hocker inmitten des Gerölls und spielt, 10 bis 15 Minuten lang, ungeachtet der Gefahr, in die er sich begibt, 22 Tage lang, für jeden Toten ein Tag. Er spielt zum Gedenken an die Toten, er trotzt damit dem Krieg, er lässt die Menschen ein paar Minuten verschnaufen und träumen, er bringt kurzzeitig Hoffnung.

Stellvertretend für alle Bewohner Sarajevos begleitet der Leser drei weitere Menschen durch diese 22 Tage.

Strijela war Studentin und Mitglied der Schützenmannschaft der Universität. Sie wurde von den Verteidigern der Stadt als Scharfschützin rekrutiert. Sie wollte nie einen Menschen töten, hatte auch vorher nie auf einen geschossen, ließ sich aber einreden, dass noch viel mehr Menschen ums Leben kommen würden, wenn sie nicht die Heckenschützen in den Bergen und in der Stadt erledigen würde. Sie kämpft einen schweren inneren Kampf.

Kenan, ein Familienvater, geht alle paar Tage den weiten Weg zur Brauerei, wo es Trinkwasser gibt und schleppt die schweren Kanister nach Hause. Der Weg ist gefährlich, überall lauern Heckenschützen. Die Menschen versuchen, sich nur im Schutz von Häusern oder Containern, die extra zu diesem Zweck aufgestellt wurden, zu bewegen. Doch führt der Weg auch immer wieder über eine offene Straße, Kreuzung oder Brücke, wo die Heckenschützen leichtes Spiel haben. Man weiß nie, ob und wo sie gerade lauern, "Sarajevo-Roulette" nennen sie das. Kenan ist kein Held, er hat Angst zu sterben, hat Angst, nicht mehr für seine Familie sorgen zu können.

Auch Dragan, der Bäcker, hat Angst. Trotzdem nimmt er jeden Tag den gefährlichen Weg zur Arbeit auf sich. Seine Frau und seinen Sohn hat er zu Beginn der Unruhen nach Italien geschickt, so weiß er wenigstens sie in Sicherheit. Aber er vermisst sie. Sein missmutiger Schwager kann sie nicht ersetzen.

Der Leser erlebt mit Strijela, Kenan und Dragan den schrecklichen Alltag in der belagerten und stark zerstörten Stadt. Man hat das Gefühl, wirklich mittendrin zu sein. Die Schilderung wirkt absolut authentisch. Der Roman übt einen wahnsinnigen Sog aus. Man hält förmlich den Atem an, wenn man mit den Protagonisten über die Straße geht und wartet jederzeit auf die tödliche Gewehrkugel. Die Charaktere haben eine enorme Tiefe, man glaubt jeden schon ewig zu kennen. Dabei kennen sie sich angesichts der Umstände manchmal selbst nicht wieder.

Selten hat mich ein Buch so berührt wie dieses. Die Menschen lernen, mit dem Krieg zu leben, die Situation als "normal" zu empfinden. Doch wirklich normal kann es ihnen doch nicht vorkommen. Immer wieder denken sie an früher, als alles noch in Ordnung war, und an die Zukunft, wenn hoffentlich wieder als in Ordnung sein wird. Sie arrangieren sich mit den Umständen, aber sie finden sich nicht damit ab. Für mich sind Strijela, Kenan und Dragan Helden.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Cellist von Sarajewo, 8. April 2011
Rezension bezieht sich auf: Der Cellist von Sarajevo: Roman (Taschenbuch)
Ein wunderbares Buch! Aus der Perspektive einzelner Personen erzählt ist mir die tägliche Bedrohung des Lebens in Sarajewo während der Partisanenkämpfe nacherlebbar geworden. Gleichzeitig erfuhr ich durch die ergreifende Geschichte, welche Kraft von der Musik, von dem Mut eines Einzelnen ausgehen kann. Unbedingt lesen!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wunderbarer, einfühlsamer und mit großer und tiefempfundener Menschlichkeit geschriebener Roman, 9. August 2012
Von 
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Der Cellist von Sarajevo: Roman (Taschenbuch)
Dieser wunderbare, einfühlsam und mit großer und tief empfundener Menschlichkeit geschriebene Roman des Iren Steve Galloway führt den Leser zurück an den Beginn der neunziger Jahre, als im Herzen Europas ein Krieg tobte, der an Brutalität alles in den Schatten stellte, was man damals, kurz nach dem Fall des Eisernen Vorhangs in Europa noch für möglich gehalten hätte. Durch die Halbdiktatur Titos über Jahrzehnte in Schach gehalten, brachen im ehemaligen Jugoslawien nach 1989 die jahrhundertealten Konflikte zwischen den verschiedenen Ethnien wieder auf, und Nachbarn wurde nicht nur zu Feinden, sondern fielen wie die Tiere übereinander her. Massenmorde geschahen von beiden Seiten, den Christen und den Moslems, wie sie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr in Europa stattgefunden hatten. Dieser Krieg, der sogar die Grünen unter Joschka Fischer von ihrem strikten Pazifismus abbrachte, war für den umgebremsten Friedens- und Fortschrittsglauben nach dem Fall der Berliner Mauer ein harter Dämpfer, der bei denen, die Geschichte nicht so schnell vergessen, bis heute als eine Art historischer Skeptizismus weiter wirkt.

Das vorliegende Buch von Steve Galloway trägt sein Eigenes dazu bei, dass dem Vergessen gewehrt wird. Der Autor tut es auf eine poetische und literarische Weise, indem er eine wahre Begebenheit zum Ausgangspunkt nimmt, eine beeindruckende und bewegende Geschichte aus Sarajevo zu erzählen. Er beginnt mit einer Szene, als ein Musiker im belagerten und aus den umliegenden Bergen von Scharfschützen permanent beschossenen Sarajevo aus seinem Fenster auf den gegenüberliegenden Bäckerladen blickt, vor dem eine lange Schlange von Menschen nach dem endlich wieder erhältlichen Brot ansteht und Zeuge wird, wie durch eine Explosion einer Mörsergranate zweiundzwanzig Menschen den Tod finden. Der Musiker war vor dem Krieg der Erste Cellist des Philharmonischen Orchesters von Sarajevo und er beschließt, von nun an zweiundzwanzig Tage lang jeden Tag nachmittags um vier, angetan mit seinem Frack und seinem Cello in der Hand, sich vor sein Haus zu setzen und das Adagio von Albioni zu spielen.

Normalerweise ist das der sichere Tod für den Musiker, doch für sein Leben haben bestimmte Kräfte, die die Stadt verteidigen, die ehemalige Sportschützin und jetzige Scharfschützin Strijela ( der Pfeil) abkommandiert. Sie ist eine von mehreren Personen, aus deren Blickwinkel nun eine Geschichte erzählt wird, die mitten in der Gewalt und der Hoffnungslosigkeit des belagerten Sarajevo von Hoffnung und Zukunft erzählt, von Liebe und Menschlichkeit.
Es ist eine Geschichte über die grenzüberschreitende Wirkung von Musik und ein Beispiel, wie mitten in Situationen des Todes und der absoluten Dunkelheit, Leben wachsen und Hoffnung gedeihen kann.
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4.0 von 5 Sternen Nachmittags um vier Uhr ... zweiundzwanzig Tage lang, 17. April 2015
Von 
Jürgen Zeller (Kanton Bern, Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der Cellist von Sarajevo: Roman (Taschenbuch)
Ein Buch über den Krieg der in den 90er Jahren in Ex-Jugoslawien gewütet hat. Gewiss kein Thema mit dem ich mich in meiner Freizeit eingehend befassen möchte und doch hat es dieses Buch geschafft, das ich mich in den letzten zwei, drei Tagen gedanklich damit beschäftigt habe. Nur eine paar Tage im belagerten Sarajevo werden in diesem Buch geschildert aber diese kleinen Episoden aus einem langen Krieg haben etwas bewegendes in sich. Aus der Sicht von drei Personen, die sich nicht kennen, wird der schreckliche Alltag erzählt wie er sich vor knapp zwanzig Jahren abgespielt hat. Mann muss wissen, dass Sarajevo inmitten des Dinarischen Gebirges liegt und diese geografische Lage führte dazu, dass Heckenschützen sich in den umliegenden Wäldern und Felsformationen verschanzen und Menschen über etliche hundert Meter Distanz gezielt töten konnten. Für die Zivilbevölkerung ein unmenschlicher Gräuel weil jeder, der sich auf offener Strasse bewegte, sich nie sicher sein konnte ob er nicht gerade unbemerkt von einem Scharfschützen ins Visier genommen wird. Irgendwann muss aber jeder das Haus verlassen um sich Lebensmittel zu beschaffen oder sich um Freunde und Verwandte zu kümmern.

Ein wahre Begebenheit steht für die Rahmenhandlung dieser Geschichte Pate. Eine Mörsergranate tötete zweiundzwanzig Menschen die am Markt Brot kaufen wollten. Ein bekannter Cellist hat dieses Massaker miterlebt und es hat ihn dazu bewogen, vom nächsten Tag an an zweiundzwanzig aufeinanderfolgenden Tagen ein Musikstück auf seinem Cello zu spielen. Einen Tag für jedes Opfer und dies auf offener Straße in freier Schusslinie für die heimtückischen Heckenschützen. Immer Nachmittags um vier Uhr setzt er sich im Frack hin und spielt Musik. Eine absurde Tat inmitten des kriegerischen Wahnsinns aber eine Geste der Menschlichkeit. Aber für wen spielt er? Für die Toten? Für die Lebenden? Für sich selbst? Was kann er bewirken? Er tut schlicht und einfach das was er gelernt hat und das was er kann und das er in dem Moment für das Richtige hält. Es wird zwar kaum etwas bewirken oder verändern aber er hat zumindest das gute Gefühl ein Zeichen zu setzen.

In diesem Roman geht es aber nicht um den Cellisten. Er ist bloss der Schnittpunkt um einen kurzen Lebensabschnitt von drei fiktiven Figuren zu schildern. Strijela, Dragan und Kenan leben und überleben in Sarajevo. Eine Scharfschützin, ein älterer Mann und ein Familienvater. Sie werden sich nie begegnen, jeder hat seine eigene Geschichte und sie stehen ohnmächtig dem schicksalhaften Gang des Lebens gegenüber. Mit wohlgewählten Worten und einem besonnen Schreibstil benötigt der Autor Steven Galloway nur rund 230 Seiten um in Ruhe das zu erzählen, was er der Leserschaft mitteilen will. Gegen das Ende hin wird es vielleicht etwas gar schnell, auch mit der Entwicklung der Figuren, aber es entfaltet dennoch die gewünschte Wirkung. Ein gutes Buch und Literatur die zum Denken anregt und gegen das Vergessen ankämpft.
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4.0 von 5 Sternen Geschichte hautnah, 11. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Cellist von Sarajevo: Roman (Taschenbuch)
Es ist nicht ungebedingt eine Urlaubslektüre, aber sehr packend geschrieben und führt solche Kriegshandlungen wie wir derzeit fast täglich in den Medien erleben hatnah vor. Wir bringen die Bilder via TV ins Wohnzimmer, aber die Auswirkungen bleiben draußen. Der permanente Kampf ums Überleben in einer Stadt, gleich einem Ghetto, die Brutalität (sind sie noch fast mild beschrieben!) an Zivisten sind bedrückend. Sarajewo - man erkennt so vieles wieder ganz aktuell in der Ukraine. Heckenschützen, Leid und alles wegen einer politischen Machtströmung.
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5.0 von 5 Sternen Eine Roman der die Gräueltaten der serbischen Agressoren auf Sarajevo darstellt, 7. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Es ist ein Roman, der sehr eindrucksvoll die Angst der Bewohner vor den "da oben auf dem Berg", den Scharfschüzen, der Artillerie der bosnisch-serbischen "Armee" in den 1250 Tagen der Belagerung des "Jerusalem von Europa" beschreibt. Ein toller, lesenswerter Roman.
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2 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen bedrückend eintönig moralisch, 29. September 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Cellist von Sarajevo: Roman (Taschenbuch)
Die Idee des Buches mag interessant sein, die Recherchen gründlich, die Gespräche mit Betroffenen erleuchtend. Allein, ein Buch entsteht daraus noch nicht. Die Personen vollziehen auf den letzten Seiten einen wunderbaren Wandel (mehr wird nicht verraten). Dieser Wandel geschieht jedoch so unvermittelt, dass man ihn nicht nachvollziehen kann. Der eigentliche Auslöser, der Cellist, tritt in keinen erkennbaren Zusammenhang mit diesem 'Wunder'. Der Spannungsbogen ist für mich persönlich verpufft, die Erwartungen an ein Buch, dass vielleicht wenigstens auf das letzte Fünftel noch zeigt, dass es sich zu lesen gelohnt hat, sind enttäuscht worden. Was übrig bleibt ist der moralische Zeigefinger: Böse Waffen, schlimmer Krieg, unsinniger Kampfwahn - triviale Lebensweisheiten, die durch schlechtes Buch keineswegs annehmbarer werden.
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Der Cellist von Sarajevo: Roman
Der Cellist von Sarajevo: Roman von Steven Galloway (Taschenbuch - 8. Juni 2010)
EUR 9,95
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