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29 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Keine Heldinnen - und kein "Buch zum Film"
Die letzten Tage des 2. Weltkriegs im zerbombten Berlin. Stundenlang kauern die Menschen, oft willkürlich zusammengewürfelt, in kalten, düsteren Luftschutzkellern und warten. Warten, dass der Krieg vorbei ist. Warten auf die Sieger. Die Russen, die Rote Armee. Unter ihnen eine Frau in den Dreißigern. Eine gebildete, weitgereiste und unabhängige...
Veröffentlicht am 30. Oktober 2008 von Helga Kurz

versus
6 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ueberleben um jeden Preis
Anonyma beschreibt in ihrem Aufzeichnungen die Tage nach dem Krieg im Berlin, dass von den Rotarmisten heimgesucht wird. Um zu ueberleben, bietet sie ihren Koerper an. Sie schaetzt die Maenner nach ihrer Position ein, danach, ob sie ihr weiterhelfen koennen, gibt sich denjenigen hin, die bereit sind, dafuer in Naturalien zu bezahlen, ihr Schutz vor den anderen zu bieten,...
Veröffentlicht am 1. Dezember 2009 von faustino888


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29 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Keine Heldinnen - und kein "Buch zum Film", 30. Oktober 2008
Von 
Helga Kurz "Helga Kurz" (Stuttgart) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Eine Frau in Berlin: Tagebuch-Aufzeichnungen vom 20. April bis 22. Juni 1945 (Taschenbuch)
Die letzten Tage des 2. Weltkriegs im zerbombten Berlin. Stundenlang kauern die Menschen, oft willkürlich zusammengewürfelt, in kalten, düsteren Luftschutzkellern und warten. Warten, dass der Krieg vorbei ist. Warten auf die Sieger. Die Russen, die Rote Armee. Unter ihnen eine Frau in den Dreißigern. Eine gebildete, weitgereiste und unabhängige Journalistin mit wachen und präzise beobachtenden Augen. In die Schablone einer deutschen Hausfrau und Mutter passt sie nicht. Sie ist allein, der Freund ein Sandkorn in der Wüste der Wehrmacht, Kanonenfutter, wenn es ganz schlecht läuft. Ist sie eine überzeugte Nationalsozialistin? Eine Faschistin?, wie sie schon bald von einem russischen Offizier gefragt werden wird? Wohl nicht. Vermutlich hat sie sich mit innerer Distanz irgendwie durch die Zeit des Dritten Reiches manövriert, hat Zugeständnisse gemacht, wenn es die Arbeit erforderte, ist Außenseiterin geblieben, ohne groß aufzufallen. Jetzt herrscht Endzeitstimmung. Es gibt keine ablenkende Arbeit mehr, das Schreckgespenst des Hungers wird von Tag zu Tag größer und bedrohlicher. Immer größer wird auch die Angst davor, was geschehen wird in den kommenden Tagen und Wochen, in dieser seltsamen Leere, in dem der Krieg vorbei und Frieden noch lange nicht in Sicht sein wird.

Geordnete Verhältnisse, dieses urdeutsche Bedürfnis, wird es lange nicht mehr geben. Wird diese noch immer junge Frau überleben, und wenn ja, um welchen Preis? Klug und nachdenklich wie sie ist, macht sie sich keine Illusionen hinsichtlich der Sieger, die, traumatisiert und verroht, ihre Belohnung einfordern werden. Wie nach jedem Krieg, werden die Frauen der Besiegten diesen speziellen Preis bezahlen. Trieb und das Wissen, den Gegner auf eine Art und Weise zu verletzten, die kein Kampf und keine Waffe bieten kann, gehen eine grausame Allianz ein. Gewiss, nicht alle Soldaten sind Vergewaltiger, und nicht alle Frauen werden vergewaltigt. Kein Trost, wenn man vergewaltigt wird. So sitzen sie in den Kellern und warten, und das junge Mädchen aus Ostpreußen, das vom Krieg schon einmal überrollt wurde, wimmert. Beten kann sie nicht, die Frau, deren Namen wir nicht erfahren werden, aber schreiben. So fängt sie an, gegen ihre Angst an- und die Ereignisse aufzuschreiben: Einmarsch der Rotarmisten, Hunger, Not, Verrat, Niedertracht, Überleben um jeden Preis, verzweifelte Improvisationen und Auflösung der Keller-, Haus- und Zwangsgemeinschaft. Und Vergewaltigungen. Immer wieder Vergewaltigungen, zu jeder Zeit, fast an jedem Ort. Die wenigen deutschen Männer stehen - manchmal auch im eigentlichen Sinne des Wortes - ohnmächtig daneben. Die Kinder ebenso. Immer wieder bedrückend häufig Schändungen, denen auch "Anonyma" nicht entgeht, in einer Zeit, in der sich die Frauen mit der Frage "wie oft?" in die Augen sehen und manche mit Galgenhumor auch Witze reißen, ein Bollwerk gegen das Grauen.

Um Ungeheuerliches, später nur allzu oft kollektiv Verdrängtes, geht es in diesem Buch, bei dem man sich nicht einig wird, ob es ein authentisches Zeugnis, ein zeithistorisches Dokument, ein tatsächlich existierender Tagebuchbericht ist. Als das wurde und wird es vermarktet. Die erste, die amerikanische Ausgabe aus dem Jahr 1954 wurde von Kurt W. Marek herausgegeben, einem Autor (Götter, Gräber und Gelehrte), der sich unter anderem darauf spezialisiert hatte, Tagebücher und andere Dokumente Dritter zu "literarisieren", also stilistisch zu überarbeiten und effektvoll zu ergänzen. Bei seiner Witwe liegen die Rechte an diesem Buch, und sie ist wohl auch im Besitz des Originaltagebuchs, das aus Heften, einer Kladde und etlichen Zetteln bestehen soll. Walter Kempowski, der im Streit um die tatsächliche Existenz der Aufzeichnungen hinzugezogen wurde und diese begutachtete, hatte keinen Zweifel an der Authentizität des emotional so bewegenden Textes.

Letztendlich bleibt es dem Leser überlassen, was er glauben will. Auf mich wirkt das Buch stimmig, es ist mit stilistischem Geschick und schriftstellerischem Talent geschrieben. Faszinierend ist der distanzierte, manchmal kalt berechnende Ton. Allerdings glaube auch ich, dass die Autorin ihre Aufzeichnungen später überarbeitet und ausgeschmückt hat. Auffallend dabei ist, dass zwischen all dem Elend und Horror immer auch schwarzer Humor und eine ironisch, distanzierte Betrachtungsweise mitschwingt; Eigenschaften, die wohl der Autorin zu eigen waren. Diese ist nicht so anonym, wie sie es sich über ihren Tod hinaus gewünscht hatte. Ihre Identität, wenn es denn die richtige ist, ist dank des Internets leicht ausfindig zu machen. Warum sie als Vergewaltigungsopfer anonym bleiben wollte, liegt auf der Hand. Auf Deutsch erschienen die Aufzeichnungen erstmals 1959. Lesen wollten sie die wenigsten. Man wollte nach vorne schauen, das Vergangene vergessen und wenn das nicht möglich war, wenigstens tief vergraben, verdrängen. Die vergewaltigten Frauen sollten schweigen, das haben die meisten auch getan. Dass an ihnen Kriegsverbrechen begangen wurden, durften sie nicht glauben. Glauben durften sie, dass es eine Schande ist, wenn man vergewaltigt wird - und dass man irgendwie selbst daran Schuld hat und hinterher entsprechend weniger Wert ist. Wen wundert es, dass die anonyme Autorin vielen als Nestbeschmutzerin galt.

Ein verletzter oder gar gefallener Mann war ein Held. Eine Frau, die sich angesichts roher Gewalt, oft mit Waffengewalt einhergehend, ins Unvermeidliche fügte, danach Strategien entwickelte, um weiterleben zu können, und noch später die Trümmer des Krieges beseitigte, war keine Heldin. Wenn sie ihr Schicksal beklagte, war sie eine minderwertige Schlampe. Also schwieg sie, lebte nach dem Krieg oft alleine oder bekam irgendwann ihren Mann beschädigt zurück. In diesem Fall musste sie wieder zurück in die Rolle, die sie vor dem Krieg innehatte. Ins zweite Glied, um ihre Ehe nicht zu gefährden. Ein dicker Mantel des Schweigens wurde über das Vergangene gelegt, es galt nach vorne zu schauen. Später diente Konsum und wachsender Wohlstand als Balsam für die geschundene Seele. Verständlich, dass die Kinder dieser Generation, die später die "68-er" genannt wurden, ihre Mütter, ihre Eltern nicht verstehen wollten und konnten.

Geschockt von der öffentlichen Meinung, soll "Anonyma" einer weiteren Veröffentlichung im deutschsprachigem Raum Zeit ihres Lebens nicht mehr zugestimmt haben. Am meisten hat wohl an ihren Aufzeichnungen gestört, dass sie nicht gewillt war, die Opferrolle passiv hinzunehmen. Sie suchte sich schon sehr bald aus, wer sie haben - ernähren und beschützen - sollte. Ein Leitwolf sollte es sein. Einer, der ihr die anderen Wölfe vom Hals hielt. Diese Strategie half, wenn es auch mit einem Alphatier allein nicht getan war. Der gleichnamige Film, der dieser Tage in die deutschen Kinos kommt, will diese grausame Geschichte dem durchschnittlichen Popcornkonsumenten nicht pur zumuten. Den kommerziellen Erfolg fest im Auge, wurde der harte Stoff mit einer Liebesgeschichte verdünnt, die in diesem Buch noch nicht einmal anklingt. Nein, "Anonyma" war wohl kein philosophierendes deutsches Fräuleinwunder mit sanften, rehbraunen Augen, dem auch in der größten Not der passende Lippenstift und das gekonnt verwuschelte Blondhaar zur Verfügung steht. Es gab auch keine Seife, kein blütenweißes Bettzeug und keinen russischen Offizier von Hollywoodformat, der am Morgen danach im perfekt gebügelten, hochgeschlossenen Hemd lächelnd aufwachte. Hier kann man das nachlesen. Das "Buch zum Film" ist es nämlich nicht. Andersherum wird ein Schuh daraus: Der Film, durchaus sehenswert, basiert mit allen künstlerischen Freiheiten auf diesem Buch.

Helga Kurz
30. Oktober 2008
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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kriegsbeute, 13. August 2008
Vergewaltigung in Zeiten des Krieges ist weniger eine sexuelle Handlung als eine Geste der Macht, der Unterwerfung. Frauen werden entmenschlicht durch Schändung- teilweise in serienweiser Form ( "... angestanden haben sie")
"Vergewaltigung ist eine sexualisierte Form der Ausübung von Macht und Kontrolle und nicht etwa die Befriedigung eines Sexualtriebes. Sie ist tief in den patriarchalen Kulturen verwurzelt. So findet man die Darstellung von Vergewaltigungen schon in Schöpfungsmythen und Legenden. Vergewaltigung dient dazu, Frauen zu demütigen und einzuschüchtern. Die Täter sind meist nicht abnorm oder psychisch gestört. Ziel ist, dem Opfer die Persönlichkeit zu nehmen, indem es auf sein Geschlecht reduziert wird. Deshalb sind Vergewaltigungen für die Opfer psychisch viel belastender als andere aggressive Handlungen."

So nüchtern über das Thema zu schreiben, fällt mir nicht leicht; es könnte der Vorwurf entstehen, man habe keine Empathie, könne sich nicht in das Leid von Frauen einfühlen- als Mann.
Ich könnte auf eine Stellungnahme verzichten, um diesen Vorwurf zu entgehen. Nehme aber das Risiko auf mich, weil dieser Bericht dieser Frau so bemerkenswert ist. Wie sieht es mit der Moral in solchen Zeiten aus ?

Im Vordergrund steht das Überleben. Wie komme ich heute über die Runden ?
Das gilt für die geschändete Frau ebenso wie für die nicht betroffenen Männer, die der Frau zurufen, nun gehen so schon mit, sie gefährden ja uns alle.
Unter Friedensbedingungen finden wir eine solche Bemerkung abscheulich.
Wenn die Gefährdung des Lebens akut ist, relativiert sich ein solches Urteil. Es ist bemerkenswert, wie analytisch dieser Bericht der Frau ist.
Sie weiss- selbstreflektiert- dass sie Überleben will. Das gesteht sie auch anderen zu. Deswegen beschreibt sie nur, verurteilt nicht.
Gerade dadurch, dass sie beobachtet und aufschreibt ( auf das Papier gespien), ist dieses Dokument so unentbehrlich. Dass sie es so scheinbar distanziert schreiben kann, ist ihre Überlebensgarantie.
Sie will überleben- das trägt sie durch alles Elend. Dadurch verwandeln sich ihre eigenen Wertmaßstäbe auch gänzlich. Dass das Unterzeug bei einer Schändung zerreist, ist jetzt wirklich wichtig. Es waren die letzen heilen Sachen.

Der Mann dazu ? Er liest es, kann die Schilderung nicht wirklich an sich heranlassen. Erst Verurteilung ( ihr seid schamlos wie Hündinnen), dann Verweigerung des Verstehens ( kann mich nicht durchfinden), dann Abhauen.
Ein anderer " musste" anhören, wie seine Frau nebenan geschändet wurde.

Nicht gerade hilfreich, aber wer will Richter sein ?

Dieser Bericht ist durch seine Nüchternheit ein beklemmendes Dokument, wie sehr die Umstände Menschen aller Werte und auch der Würde berauben können.

Anonyma hat den Opfern ein wertvolles Denkmal für die Nachwelt gesetzt.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eindringlich und vorausschauend, 29. Juli 2007
Ich kann sehr gut verstehen, dass dieses Buch zeitweilig für eine Fälschung gehalten wurde. Die Tagebuchschreiberin betrachtet die Geschehnisse am Ende des 2. Weltkrieges mit so viel Weitblick und einer dermaßen präzisen Beobachtungsgabe für das Wesentliche, dass man leicht denken könnte, jemand habe hier im historischen Rückblick ein Thema wieder aufgegriffen. Umso eindringlicher wirkt die Lektüre im Bewusstsein ihrer Authentizität. Es beeindruckt aus heutiger Sicht sehr mit welch kühlem Kopf die Autorin in den Kriegswirren der letzten Tage gehandelt hat und wie es ihr trotz Leid und Gewalt an allen Ecken und Enden gelingt auch den Feinden noch Menschliches abzugewinnen. Absolute Gänsehaut-Literatur.
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21 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderbare Autobiographie aus schrecklicher Zeit, 5. April 2006
Von 
Eine Autobiographie von literarischer Qualität. Fesselnd und trotz des schweren Themas überraschend angenehm zu lesen.
In meiner Kindheit (geb. Mitte der 50'er Jahre) gab es viele „Kellergeschichten". Ich konnte sie nie wirklich richtig einordnen. Natürlich waren sie nicht vollständig, und sie waren auch emotional irgendwie schräg - für ein Kind höchst verwirrend. Da habe ich im Deutschlandfunk eine äußerst positive Rezension dieses Buches gehört. Ich musste es lesen und irgendwie haben sich meine Erinnerungen normalisiert. Die Autorin haucht dieser Zeit und dem damaligen Sein Leben ein, der auch weit über ihr persönliches Schicksal trägt.
Es ist einfach schön die Welt - so schrecklich sie damals auch gewesen ist - mit den Augen der Autorin anzuschauen. Der Stil ist leicht, genau, offen, neugierig, aufmerksam mit einem Hauch von Humor. Das beschriebene Leben war - stark untertrieben gesagt - abenteuerlich. Wahrscheinlich könnte man es ohne die Hilfe der bezaubernden Autorin gar nicht so genau anschauen.
Schade, dass die Autorin aus nur zu verständlichen Gründen anonym geblieben ist. Ich hätte gerne noch mehr von ihr gelesen.
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47 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zwangsverkehr, 22. Oktober 2004
Von 
H. P. Roentgen - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
„Ganz klar, hier muss ein Wolf her, der mir die Wölfe vom Leib hält. Offizier, so hoch es geht, Kommandant, General, was ich kriegen kann. Wozu habe ich meinen Grips [...] Ich legte mir Sätze zurecht, mit denen ich einen Offizier ansprechen könnte, überlegte, ob ich nicht zu grün und elend aussähe, um zu gefallen. Fühlte mich körperlich wieder besser, nun, da ich [...] nicht mehr nur stumme Beute war."
Eine Frau erlebt die letzten Kriegstage, die ersten Besatzungstage in Berlin. Die letzten amerikanischen Bombenteppiche, die einziehenden Russen und wie ein Grauen das andere ablöst. Denn sehr bald sind Frauen Freiwild. Viele reagieren mit Galgenhumor: „Besser ein Russki auf dem Bauch als ein Ami auf'm Kopf". Zwar gibt es einen Ukas von Stalin, der Vergewaltigung verbietet, mit der Todesstrafe bedroht, doch jetzt, wo der Krieg aus ist, die Deutschen besiegt, scheint sich keiner mehr dafür zu interessieren.
Die stereotype Frage von Frauen, die sich länger nicht gesehen haben, lautet: „Wie oft?" Alte wie junge Frauen werden in Ecken gedrängt, im Flur vergewaltigt, als wollten die Russen die Nazipropaganda nachträglich wahrmachen von den slawischen Untermenschen.
Doch es gibt auch andere Beispiele. Oft kramen Russen Photos von daheim hervor, schleppen Lebensmittel in die Wohnungen, sobald eine Frau ihnen auch nur zulächelt und viele Frauen nehmen sich russische Liebhaber. Als Schutz und um zu überleben, denn es dauert, bis es wieder was zu Essen gibt und auch dann ist es lächerlich wenig. „Essen anschlafen" heißt das Gebot der Stunde, die Klinik nennt die Vergewaltigungen „Zwangsverkehr".
„Es lässt sich keinesfalls behaupten, dass der Major mich vergewaltigt. Ich glaube, ein einziges kaltes Wort von mir genügt, und er geht und kommt nicht mehr. Also bin ich ihm freiwillig zu Diensten. Tue ich es aus Sympathie, aus Liebesbedürfnis? Da sei Gott vor. Einstweilen hängen mir sämtliche Mannsbilder mitsamt ihren männlichen Wünschen zum Hals heraus [...] Tue ich es für Speck, Butter, Zucker, Kerzen, Büchsenfleisch? Ein wenig bestimmt. [...] Womit ich die Frage aber noch nicht beantwortet habe, ob ich mich nun als Dirne bezeichnen muss, da ich ja praktisch von meinem Körper lebe."
Was ist es, dass aus Menschen Wölfe macht, aus Soldaten Vergewaltiger? Denn „die Unseren werden es nicht anders gemacht haben", sagt eine Frau. Die Wohnungen werden auch von Deutschen wie Russen geplündert, leergeräumt. Wer „das Boot" gelesen hat, weiß, wie sich die U-Boot Fahrer auf Urlaub aufführten, sich zusoffen, nicht anders als die Russen nach dem Krieg, wie sie herumgehurt haben. Aber die deutschen Marinesoldaten hatten Bordelle und Fronturlaub, die Russen nicht - so abgeschmackt es klingt, diese Behauptung, die niemand gerne hört. Jedenfalls scheint sich gerächt zu haben, dass anders als die Engländer und die Amerikaner die sowjetische Führung dieses Problem nicht wahrnahm, nicht wahrnehmen wollte, der neue, der „sozialistische" Mensch vergewaltigt nicht und Basta!
Vielleicht glaubten sie auch, nachdem der Krieg zu Ende sei, müsse man den Soldaten die Zügel mal lang lassen, sie sich austoben lassen (manche französische Einheit tat es den Russen nach); mancher wird auch gedacht haben, geschieht den Deutschen recht, nach allem, was sie verbrochen haben.
Vor jedem Mann hüten sich die Frauen, lassen keinen auf der Strasse aus den Augen, jeder bedeutet Gefahr. Und selbst Momente, die fast schon rührend sind, wenn der Major trotz Knieverletzung auf dem Tisch tanzt und mit einer einfachen Mundharmonika dazu mitreissende Melodien spielt, die russische Soldaten klatschen, selbst solche Momente der Freude über das Kriegsende können die Frauen nicht genießen. Zu tief sitzen die Verletzungen.
Das Thema ist lange tabu gewesen. Selbst die alten Nazis, die in den fünfziger, sechziger Jahren das dritte Reich und seine Verbrechen mit dem Bombenkrieg der Allierten rechtfertigen wollten - „das waren auch Kriegsverbrechen" - haben das Thema so gut wie nie aufgegriffen. Aus Scham, weil sie im Krieg ebenso ...?
Die Frauen jedenfalls haben darüber geschwiegen. Helke Sanders erzählt 1999 in „Befreier und Befreite" wie viele der interviewten Frauen ihr in den Neunzigern(!) sagten, sie würden mit ihr zum ersten Mal darüber sprechen, was damals geschehen sein. Auch in dem Tagebuch taucht dies auf: „Die Ältere [...] sagt, ihr sei alles egal gewesen - die Hauptsache sei jetzt, dass ihr Mann, wenn er mal von der Westfront wiederkomme, nichts davon erfahre."
Die Autorin hatte keine Hemmungen, es wenigstens ihrem Tagebuch anzuvertrauen. Aber ihr Freund reagiert empört, als er von den Geschehnissen erfährt, nicht empört über die Russen, sondern über seine Freundin; sagt: „Ihr seid schamlos wie die Hündinnen geworden, ihr alle miteinander hier im Haus. Merkt ihr das denn nicht? Es ist entsetzlich, mit euch umzugehen. Alle Maßstäbe sind euch abhanden gekommen." Kein Wunder, dass die Autorin das Tagebuch nur anonym veröffentlicht und auch dafür fast zehn Jahre braucht. Dieses Schweigen, diese nachträgliche Schuldzuweisung hat es den Frauen nicht leichter gemacht.
Im Nachwort von 1958 verteidigt der Herausgeber die Autorin, man dürfe ihr keine Vorwürfe machen, sie habe so handeln müssen. Heute mutet diese Diskussion fast gespenstisch an, in einer Zeit, in der jeder sein Sexualleben in Talkshows breittritt und ist es nicht interessant genug, erfindet man etwas dazu.
Jedenfalls liegen die Vergewaltigungen, die Prostitution aus Not - beschönigend „Fräuleinwunder" genannt - im und nach dem zweiten Weltkrieg noch immer im Dunkeln. Nicht nur die der Russen, auch die deutsche Wehrmacht, die Japaner und die anderen Armeen haben keine weiße Weste. Man kann nicht junge Männer jahrelang in Kommisstiefel stecken, durch die Weltgeschichte scheuchen, Kopf und Kragen riskieren lassen, sie jahrelang in Männerbünden halten und erwarten, dass sie sich anständig und ritterlich gegen Frauen verhalten. Das „soldatische Rittertum" ist leider ein schönes Märchen, nicht realer wie der neue, der sozialistische Mensch Stalins. Der Krieg macht im allgemeinen aus Menschen keine bessere Menschen, sonder verroht. Die Witwe und ihr Untermieter, bei der die Autorin unterkriechen kann, nimmt das Essen des Majors gerne von ihr an. Sobald der Major fort ist, kein Nachschub mehr kommt, schmeißt sie sie aus der Wohnung. Die Autorin erzählt es nüchtern, lakonisch, scheinbar ohne Gefühl, nicht anders als die Vergewaltigungen.
Doch nicht nur Vergewaltigungen („Schändung" nennt es die Autorin) kennzeichnen das Leben in diesen Wochen. Der Wassermangel, stundenlang stehen die Frauen an der einzigen Pumpe und als die kaputtgeht, müssen sie verschmutztes Teichwasser holen, die Kartoffeln, als endlich welche ausgegeben werden, sind teilweise bereits in Gärung übergegangen, wer ein Fahrrad hat, ist reich und was für ein Glücksgefühl, als nach Wochen wieder Wasser aus Leitungen fließt, als es wieder Strom gibt statt Kerzen, als sie erstmals wieder in einer funktionierenden S-Bahn sitzt.
Es ist der Blick für das Detail, für den Widerspruch, der das Buch so lesenswert macht. Die gleichen Russen, die betrunken und des Nachts vergewaltigen, schätzen Intelligenz und Ausbildung bei einer Frau über alles. Anders als die deutschen Männer, denen gegenüber die Autorin ihr Licht oft unter den Scheffel stellen musste, um nicht „unweiblich" zu wirken. Die Kinderliebe der russischen (wie auch der anderen) Soldaten, manche Frau kann der Vergewaltigung entgehen, weil sie kleine Kinder hat. Die beiden Schwestern im dritten Stock, die einen lustiges Offiziersclub gegründet haben (wohl eher ein Offiziersbordell) haben einen kleinen Sohn, der von den Russen nach Kräften verwöhnt wird. Fast scheint es, als ob die Russen nach all den Kriegsjahren einfach ausflippen, ausflippen müssen, sich aber im Grunde nur nach einem sehnen: dass alles wieder normal werden möge. Was die Frage aufwirft, ob die sowjetische Armeeführung diese Massenvergewaltigungen nicht hätte verhindern können, wenn sie eine andere Politik gegenüber den eigenen Männern eingeschlagen hätte, wenn sie das Problem überhaupt wahrgenommen hätte. „Die zehn Minuten gehen schnell vorüber", sagen Offiziere oft, wenn sich Frauen hilfesuchend an sie wenden. Ob sie meinen, das sei harmlos gegen die Gräuel der Front; gegen das, was die Deutschen in Russland angerichtet haben; dass das vorübergeht, bald kehrt die Normalität wieder ein; dass es den Deutschen recht geschieht? Vermutlich von allem etwas.
So ist das Buch ein schonungsloses, präzises Zeitzeugnis vom Leben in den letzten Kriegs- und den ersten Friedenswochen.
Und die Diskussion, von der SZ angezettelt, ob das Buch „echt" sei oder von dem Autor Marek überarbeitet, scheint mir völlig daneben. Denn dass es ein „echtes" Bild des Frühlings 1945 entwirft, daran zweifelt keiner. Wen interessiert es da noch, ob die Autorin es selbst so geschrieben hat oder ob Marek es überarbeitete, lektorierte?
(c) Hans Peter Roentgen, Textkraft.de Moderator
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Erschütternd, aber..., 24. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: Eine Frau in Berlin: Tagebuch-Aufzeichnungen vom 20. April bis 22. Juni 1945 (Taschenbuch)
Viel und kontrovers ist über dieses Buch diskutiert worden. Da wurde zum einen über die Identität der Autorin als auch über die Echtheit der geschilderten Ereignisse aus dem Berlin des Zusammenbruchs im Frühjahr des Jahres 1945 gestritten. Und auch wenn sich die Nebel gelichtet haben, die 2001 verstorbene Journalistin Marta Hillers als Autorin des 1954 erstmals in englischer Sprache veröffentlichten Buchs identifiziert wurde, bleiben bei mir dennoch Irritationen über die Authentizität der als reale Tagebucheintragungen deklarierten Schilderungen sexueller Gewalt zum Ende des Zweiten Weltkriegs zurück. Warum ist das so?

Historisch unstrittig ist, dass das Vorrücken der Roten Armee in Deutschland von hunderttausendfachen Vorfällen von Vergewaltigung begleitet wurde, welche nicht selten mit dem Tode der Opfer endeten. Die im Buch dargestellten Gräuel entspringen also nicht purer Phantasie, ebensowenig wie die mehrfach belegte Taktik potentiell gefährdeter Frauen, sich mit Hilfe einer Beziehung zu einem möglichst hochrangigen Offizier eines gewissen Schutzes zu versichern. So weit, so gut. Unglaubwürdig wirkt auf mich allerdings der vermittelte Eindruck, unmittelbar nach überstandenen Gewaltakten literarisch druckreife Tagebucheinträge zu verfassen. Vielmehr halte ich "Eine Frau in Berlin" für ein nachträglich verfasstes Werk, ein Eindruck, der durch das Gutachten Walter Kempowskis nicht restlos entkräftet wurde. Diese Literarisierung trübt den Gesamteindruck ein ums andere Mal.

Nichtsdestotrotz ein erschütternder Zeitzeugenbericht aus einer dunklen Phase deutscher Zeitgeschichte.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kriegsende in Berlin 1945, Betrachtungen einer Frau, 11. Mai 2010
Von 
Gromperekaefer "gromperekaefer" (Luxembourg) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Eine Frau in Berlin: Tagebuch-Aufzeichnungen vom 20. April bis 22. Juni 1945 (Taschenbuch)
Ein Frauenschicksal in Berlin während dem Untergang der Nazis und der anschliessenden russischen Besatzung 1945. Steht anfangs die Angst durch einen Bombenabwurf der Alliierten, wird diese durch den russischen Invasor ersetzt. Speziell für Frauen ist die neue Situation katastrophal, da die Russen diese als « Freiwild » betrachten. Die Autorin erreicht durch strategische Zugeständnisse eine Verbesserung ihrer Lage, und versucht das Beste aus der Lage zu machen. Zusätzlich zu den Erniedrigungen gesellen sich Hunger und andere chaotische Zustände, wie die Abwesenheit von Strom, fliessendem Wasser oder das unsichere Leben in Ruinen. Die Menschen fristen so ein zielloses Dasein. Mit dem Teilabzug der Besatzer und einer teilweisen Reorganisation des täglichen Lebens bessert sich die Lage.

Zeitzeugenberichte wie dieser geben einen besseren Einblick in das Leben in jener schweren Zeit. Deshalb ist es der Autorin hoch anzurechnen, ihre Erfahrungen der Nachwelt erhalten zu haben.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einzigartiges Zeitdokument, 4. September 2008
Die Anonymität der Verfasserin lässt jene Offenheit zu, die dieses Buch zu einem ganz außerordentlichen historischen und literarischen Dokument macht.

Im Jahr 1954 erscheint "A Woman in Berlin" zunächst in den Vereinigten Staaten, anschließend folgten Übersetzungen in acht weiteren Sprachen. 1959 publiziert der Schweizer Verlag Kossodo eine deutsche Ausgabe. Mitten im Kalten Krieg bleibt das Buch unbeachtet. Kurz vor ihrem Tod hat die Autorin das Manuskript nochmals durchgesehen und einige Veränderungen vorgenommen. Auf dieser Version beruht die jetzt in der Anderen Bibliothek erschienene Ausgabe.

Der Frau in Berlin dient ihr Tagebuch zur Selbstvergewisserung, sie schreibt, um zu spüren, daß sie noch Mensch ist in all der Barbarei und auch, um die Zeit zu festzuhalten.

Der Trieb, der sie am Leben erhält, ist der Hunger: Für eine anständige Mahlzeit nimmt sie sogar russische Gesellschaft in Kauf.

Es ist müßig, dieses ungeheuerliche Buch mit anderen Aufzeichnungen jener Zeit, zu vergleichen: Es ist einzigartig - seine Verfilmung obligatorisch.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eines der wichtigsten Bücher meines Lebens, 31. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Eine Frau in Berlin: Tagebuch-Aufzeichnungen vom 20. April bis 22. Juni 1945 (Taschenbuch)
Ich erinnere mich sehr gerne an meine Großeltern, die für mich als Oma und Opa perfekt waren. Untereinander hatten sie ein sehr schwieriges Verhältnis. Meine Oma hatte oft etwas sehr verachtendes und verbittertes gegenüber meinem Opa. Dieses Buch hat mir sehr dabei geholfen, zu verstehen, warum das so gewesen sein könnte. Ein Grund war sicherlich, dass diese Frauen-Generation eine vollständige Demontage des Mannes erlebt hat: Helden, die zu Krüppeln wurden. (Mein Opa verlor einen Arm im Krieg.) Ehemänner, die nicht da sind, wenn man sie braucht. (Meine Oma musste alleine mit zwei Kindern aus Ostpreußen fliehen). Fremde Männer, die gewalttätig sind und Leid bringen. (Meine Oma hat manches Mal von den vielen Vergewaltigungen gesprochen, ob es ihr selbst passiert ist, weiß ich nicht.) Eigene Männer, Landsleute, die einen nicht beschützen können, da sie es sonst vielleicht mit dem eigenen Leben bezahlen müssen. Oder wie die Autorin schreibt: "Aber es ist den Russen lieber, wenn sie den Ehemann solange aus dem Weg bringen können, ihn wegschicken, einsperren oder so. Nicht aus Angst. Die haben schon gemerkt, dass hier so leicht kein Ehemann explodiert. Aber er stört sie, solange sie noch nicht völlig blau sind."

Auch aus anderen Gründen fand ich es absolut lesenswert. Die Autorin ist bemerkenswert intelligent, hellsichtig und kann wundervoll schreiben. Und wer heute durch Berlin läuft, wird die Stadt nach der Lektüre mit anderen Augen sehen. Klare Kaufempfehlung!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unbeschreiblich--- Ein absolutes MUSS, 14. Dezember 2009
Von 
Oehler "290873" (Magdeburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Eine Frau in Berlin: Tagebuch-Aufzeichnungen vom 20. April bis 22. Juni 1945 (Taschenbuch)
Zum Inhalt dieses Buches:

In diesem Buch geht es um die erschütternden Aufzeichnungen einer jungen Frau über die letzten Tage des Zweiten Weltkriegs im Frühjahr 1945 und dem Einmarsch der Roten Armee in Berlin. Schonungslos offen und mit einem feinsinnigen Gespür für diese beispiellose Zeit berichtet die vielleicht 30-jährige Frau, die aus verständlichen Gründen anonym bleiben möchte, vom ständigen Hunger, den zahllosen Bombardements der Stadt, den Nächten im Keller, dem Einmarsch der roten Armee, den Vergewaltigungen durch die russischen Soldaten, dem immer wiederkehrenden Ekel, der unbeschreiblichen Gewalt und der ständigen Angst. In drei Schulhefte hat sie alles notiert, was ihr während dieser Tage und den Nächten widerfahren ist, aber statt sich in Selbstmitleid oder Hass zu flüchten, wächst in dieser jungen Frau ein unerschütterlicher Überlebenswille heran.

Mein Fazit:

Um es kurz zu machen, dies ist eines der besten Bücher, die ich zu diesem Thema und aus dieser beispiellosen Zeit bisher gelesen habe. Durch die autobiografische Erzählweise in Form ihrer Tagebuchaufzeichnung und der offenen, fast schon ironischen Schreibweise ist ein Dokument von unbeschreiblicher Klarheit entstanden. Deshalb vergebe ich auch fünf von möglichen fünf Sternen.
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Eine Frau in Berlin: Tagebuch-Aufzeichnungen vom 20. April bis 22. Juni 1945
Eine Frau in Berlin: Tagebuch-Aufzeichnunge
n
von Anonyma (Taschenbuch - Oktober 2008)
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