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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Fesselnd!
Eine überzeugend geschriebene Geschichte über das Leben einer Frau an der Seite eines berühmten Mannes.

Das Buch hat mich sehr gefesselt. Für Kurzweil sorgen die abwechselnden Schilderungen des Lebens von Elizabeth Cook und den Erlebnissen ihres Ehemannes James Cook.

Alles in allem eine traurige Geschichte. Jahrelanges Warten auf...
Veröffentlicht am 13. April 2009 von Elefant

versus
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kritik zum Hörbuch
Inhaltlich fand ich es ein gutes Buch mit reichlich Einblicken in das Leben von J. Cook und vor allem in die Gefühle seiner Frau in der Auseinandersetzung mit der Zeit, den Erfolgen Ihres Mannes und dem Sterben und Leben Ihrer Kinder. Inhaltlich bietet das Buch viele Emotionen, als Hörbuch gelingt es Barbara Rudnik oft nicht diese Emotionen zu transportieren...
Veröffentlicht am 19. Februar 2009 von D. Baumann


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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Fesselnd!, 13. April 2009
Rezension bezieht sich auf: Letzte Reise: Roman (Taschenbuch)
Eine überzeugend geschriebene Geschichte über das Leben einer Frau an der Seite eines berühmten Mannes.

Das Buch hat mich sehr gefesselt. Für Kurzweil sorgen die abwechselnden Schilderungen des Lebens von Elizabeth Cook und den Erlebnissen ihres Ehemannes James Cook.

Alles in allem eine traurige Geschichte. Jahrelanges Warten auf die Rückkehr des Ehemannes, immer wieder von ihm Abschied nehmen müssen ohne zu wissen ob er zurückkehren wird, den Tod der Kinder alleine verkraften, mit den Enttäuschungen über die Nichterfüllung der eigenen Lebensträume fertig werden. Ein schweres Leben, das damals viele Frauen führen mussten.

Ein lesenswertes Buch.
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21 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein historisches Zeitdokument aus anderer Perspektive, 16. November 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Letzte Reise (Audio CD)
Wer Sachbücher oder Romane über Entdeckungsreisen liebt, kommt an diesem Werk wohl kaum vorbei.

Schon das Tagebuch von James Cook ist eine hoch interessante Lektüre. Doch in diesem Werk lernen wir Hintergründe und Hintergründiges kennen.

Anna Enquist ist es gelungen, dem Leser bzw. Hörer das Leben von James Cook und dessen Ehefrau Elisabeth Batts von einer Seite zu schildern, die in den offiziellen Büchern und Biographien nicht zu finden ist.

Das Schicksal von Frau und Kindern steht für James Cook stets hintan. Ihn zieht es hinaus aufs Meer. Cook ist der Entdecker vieler pazifischer Inseln, von denen eine noch heute seinen Namen trägt.

Das Bild der "wilden" Ureinwohner erfährt durch Anna Enquist ein neues Verständnis. Cook selber versteht sich nach ihren Recherchen weniger als Kolonisator. Ihn interessiert die fremde Welt. Er versucht die Mythen zu verstehen.

Das Elend ist am Ende groß. Für die vermeintlichen "Wilden", für James Cook und seine Mannschaft, besonders aber für seine eigene Familie. Von sechs Kindern überlebt keines.

Durch das duale Erzählsystem, bei denen abwechselnde Passagen die Erlebnisse James Cooks und seiner Frau wiedergeben, taucht der Leser in zwei unterschiedliche Welten ein: Hier der männliche Entdeckungsreisende, dort die einfühlsame Frau. Anna Enquist wertet dabei nicht. Die Passagen über James Cooks Reisen sind ebenso interessant wie die über seine auf ihn wartende Frau ergreifend sind.

Das Hörbuch wird von Barbara Rudnik kongenial vorgelesen.

Fazit: Ein Muss für nicht nur für Kopfabenteurer.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Anna Enquist letzte Reise, das Leben von Elisabeth Cook, 28. Dezember 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Letzte Reise: Roman (Taschenbuch)
Das Buch hat mir so gut gefallen, dass ich es bereits mehrfach verschenkt habe. Man erfährt nicht nur wie die Ehefrau des großen Entdeckers gelebt hat. Wie sie teilweise bis zu 3 Jahre auf seine Rückkehr wartete und er ihr natürlich fremd geworden war. Sie hatte kein leichtes Leben, bekam 6 Kinder, die meist vor der Abreise Cooks gezeugt und während seiner Reise zur Welt kamen. Alle starben sehr jung und Elisabeth mußte mit diesen Schicksalsschlägen meist alleine zurechtkommen. Man erfährt aber auch viel von den Entdeckungsreisen Cooks, seine ersten Begegnungen mit Eingeborenen, wie er seine Manschaft einerseits besser behandelte als andere Captäne, andererseits konnte er bei Fehlverhalten seitens der Manschaft sehr hart sein. Fazit, das Buch hat mir so gut gefallen, dass ich mir in Bonn im Museum die Ausstellung (bis Februar 2010) über James Cook ansehen werde.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Entfremdung und Wiederannäherung zwischen Haus und Schiff, 12. Juli 2007
Von 
HG (Dresden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Letzte Reise (Audio CD)
Über zehn Jahre lang hat Anna Enquist (niederländische Konzertpianistin und praktizierende Psychotherapeutin) alle bereits bekannten Daten, Fakten und Veröffentlichungen über James Cook, den berühmten englischen Entdecker und Seefahrer, zusammengetragen und daraus schließlich einen Roman gemacht?
Was hat sie dazu bewegt? War es vielleicht die Faszination von seiner Forschungsbesessenheit, die 1779 mit seiner rätselhaften Ermordung auf Hawaii endete? War es die Ausnahme-Karriere eines Mannes, der es vom Bauernsohn bis zum Admiral der englischen Flotte und damit in die gesellschaftliche Elite des Landes geschafft hat? Oder war es vielleicht ihr Wissen darum, dass hinter großen Männern zumeist starke Frauen stehen, die in der Geschichtsschreibung eher übergangen werden?

Cooks Frau Elizabeth ist die Protagonistin des Romans. Für die Autorin ist gerade die weibliche Perspektive interessant. Wie lebt es sich an der Seite eines Mannes, der sein halbes Leben auf See verbringt, der vom König hoch geschätzt und von den Menschen seiner Umgebung rückhaltlos bewundert wird?

Diese Fragen versucht Anna Enquist in dem äußerst informativen, spannenden und großartig von Hanni Ehlers übersetzen Roman zu beantworten. Sie schildert - natürlich nur fiktional - das Lebensgefühl einer Frau, die vor über 200 Jahren gelebt und ihren Mann um 56 Jahre überlebt hat, hält sich jedoch trotzdem unglaublich genau an bekannte Wahrheiten aus dem Leben des großen James Cook.

Das Buch ist in drei Teile gegliedert.
Teil Eins und Zwei umfassen einen Zeitraum von Anfang April 1775 (der Ankunft James Cooks nach seiner zweiten Seereise) bis zum Mai 1776 (der Abreise zu seiner dritten Entdeckungsreise). Der dritte Teil setzt am 10. Januar 1780 - mit der Überbringung der Nachricht vom bereits mehrere Monate zurückliegenden Tode James Cooks - ein und endet kurz vor ihrem Tod im Jahre 1835.

Mit ungewöhnlich sensiblem Einfühlungsvermögen versetzt sich die Autorin in die Gefühls- und Wahrnehmungswelt von Elizabeth Cook, in deren Sorgen und Freuden, kleinen Schwärmereien und familiären Nöten. Ihr gelingt es, vor allem Elizabeths schwierige Aufgabe - eine vertrauensvolle Ehe über Phasen langjähriger Trennungen hinwegzuretten - authentisch nachzuzeichnen, dieses zarte Wechselspiel aus Nähe und Fremdheit ("Sie bewegten sich in getrennten Welten, mochten sie sich auch noch so sehr anstrengen, einander zu erreichen. Sie verfolgten, was der andere tat, hielten von Zeit zu Zeit inne, um einander anzusehen und aufeinander zuzugehen, stießen aber auf einen unsichtbaren Zaun").
Es entsteht dabei das Bild einer klugen und starken Frau, die tragische Schicksalsschläge, das Sterben all ihrer Kinder und den Tod ihres Mannes alleine bewältigen musste und sich darüber doch nicht verlor.

"Letzte Reise" ist ein wunderbares und beeindruckendes (Hör-)Buch, das sich vielschichtig einordnen lässt, zum einen kann es als historischer Roman über das vorviktorianische England gelesen werden, zum anderen ist es eine fein gezeichnete Charakterstudie einer Ehe. Wer darin eine Abenteuergeschichte sucht, kommt ebenso auf seine Kosten. Und natürlich spielt die Liebe eine Rolle.
Kurz, es ist für jeden etwas dabei.

Dabei gelingt es der Sprecherin Barbara Rudnik großartig, eine starke, kluge und selbstbewusste Elizabeth Cook zu inszenieren. Aber auch ihre innere Zerrissenheit vermag sie einfühlsam wiederzugeben. Mittels ihrer warmen, voluminösen Stimme versetzt sie den Hörer in die Zeit der großen Entdeckungen, ins England des 18. Jahrhunderts. Sie vermag eine liebevolle Mutter genauso souverän darzustellen, wie eine von Selbstzweifeln geplagte
(Ehe-)Frau.

Die Kürzungen für die Hörbuchausgabe sind sensibel vollzogen. Der Gesamtinhalt des Buches ist immer noch klar umrissen, obwohl gerade die kleinen, aber manchmal umso wertvolleren Passagen dieses dichten Romanes dem Cut zum Opfer gefallen sind.

Jedoch ist es immer noch - um einen Satz von Anna Enquist zu adaptieren - "ein Roman, in den man einsteigt wie in ein Boot."
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kritik zum Hörbuch, 19. Februar 2009
Rezension bezieht sich auf: Letzte Reise (Audio CD)
Inhaltlich fand ich es ein gutes Buch mit reichlich Einblicken in das Leben von J. Cook und vor allem in die Gefühle seiner Frau in der Auseinandersetzung mit der Zeit, den Erfolgen Ihres Mannes und dem Sterben und Leben Ihrer Kinder. Inhaltlich bietet das Buch viele Emotionen, als Hörbuch gelingt es Barbara Rudnik oft nicht diese Emotionen zu transportieren. Der Vortrag ist oft durch die allzu sorgfältige Betonung von Buchstaben und Worten steril und klingt gestelzt wenn eigentlich Emotion und flüssiger Vortrag verlangt wäre. Auch wenn jedes "t" als hartes "t" ausgesprochen wird und oft ein flüssiger Rhytmus der Sprache zugunsten der Aussprache geopfert wird ist es spannend gelesen und erfährt auch oft Dynamik und Stimmung leider aber zu selten.Die Stimme von Frau Rudnik ist angenehm und eher zurückhaltend was dem Inhalt an einigen Stellen sehr entgegen kommt. 3 Sterne heisst es ist empfehlenswert und hörenswert aber im Vergleich mit z.Bsp. Wassermusik, Der Weltensammler und Keraban der Starrkopf schwächer gelesen.
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21 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein großartiges Buch - Liebesgeschichte und Abenteuerroman, 24. November 2006
Von 
Carl-heinrich Bock "Literatur- und Kinofan" (Bad Nenndorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Letzte Reise: Roman (Gebundene Ausgabe)
Jedem Leser ist der berühmte Forscher und Entdeckungsreisende, der Admiral der englischen Flotte, Captain James Cook bekannt. Er hat mit seinen Segelschiffen die Südhalbkugel erforscht und kartographisiert. Vom Leben seiner Frau Elizabeth ist weniger bekannt, sie stand im Schatten ihres berühmten Mannes. Jetzt ist sie die Hauptfigur dieses Romans. Anna Enquist, die niederländische Autorin, erzählt in ihrem großartigen Roman, wie diese Frau ihr Leben in England, während der Abwesenheit ihres Mannes, gemeistert hat. Sie schenkte sechs Kindern das Leben, hat sie allein groß gezogen. Alle sind vor ihr gestorben. Sie musste sie im Kindesalter oder als junge Erwachsene begraben. Elizabeth selbst ist für damalige Verhältnisse unwahrscheinlich alt geworden. Sie starb im Alter von 94 Jahren.

Die Autorin beschreibt mit großer Klarheit und Wärme, wie diese Frau es schaffte, neben der Rolle als Ehefrau und Mutter, eine eigene Persönlichkeit aufzubauen, denn sie verfügte über einen sehr wachen Geist. Als ständig Daheimgebliebene wurde sie auch in eine kleine Liebesaffäre verstrickt. Großartig, mit einer Sprache voll erstaunlicher Präzision, schildert uns Anna Enquist den Alltag in der vorviktorianischen Zeit.

Cook ließ sich entgegen der Bitten seiner Frau, zu einer dritten Reise überreden. Von dieser letzten großen Reise ist er nicht mehr zurückgekehrt. Elisabeth meistert auch diesen schweren Schicksalsschlag und geht vehement daran, gegen den Widerstand der Admiralität, die Umstände des Todes aufzudecken. Das Geheimnis um den Tod von James Cook, arbeitet sie dabei voller Spannung, Schritt für Schritt auf.

Ein großartiges Buch, voller Kraft und Wärme. Vor einem historischen Hintergrund wird hier eine ganz packende Geschichte grandios erzählt. Der Roman, für Männer und Frauen gleichermaßen geschrieben, denn es ist ein Mischung aus Liebesroman und Abenteuerroman, ist von solcher Sogkraft, dass man ihn, einmal begonnen, nicht wieder aus der Hand legen wird.
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14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Heimkehr, 25. Dezember 2006
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Letzte Reise: Roman (Gebundene Ausgabe)
Im Niederländischen heißt das Buch "Thuiskomst" (Heimkehr) und das trifft den Inhalt auch genauer; es geht nicht um die "letzte Reise" James Cooks, auch nicht um die letzte Reise im übertragenen Sinne, obwohl der Tod eine große Rolle in dem Buch spielt, schließlich hat Elizabeth Cook alle ihre Kinder und ihren Mann überlebt.

Es geht darum, bei sich anzukommen, Frieden mit sich selbst zu finden, all die Widrigkeiten des Lebens zu überstehen und einen eigenen Weg darin zu finden.

Anna Enquist kann eindrucksvoll erzählen, macht die Figuren dadurch auch für Heutige lebendig, vermeidet es aber mit Recht, mit unserer Psychologie an ein vergangenes Jahrhundert heranzutreten.

Was zu allen Zeiten gleich war, die Freude am Leben, die Trauer um Verstorbene, die Hoffnungen und Befürchtungen - das kann man erzählen, ohne den historischen Figuren Unrecht zu tun. Anna Enquist ist eine Meisterin darin, nachhaltige Bilder für menschliches Leid und menschliche Freude zu finden.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Augen einer Frau, 13. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: Letzte Reise: Roman (Taschenbuch)
Ich mochte historische Romane oder gar Reiseberichte nie - bis zu diesem Buch! Anna Enquist ist es gelungen, dass ich trotz o.g. Abneigung diesen doch recht umfangreichen Roman nicht wieder aus der Hand legen konnte. Vielleicht liegt es daran, dass ich mich als Frau mit der Heldin des Romans identifizieren kann, auch wenn sie zu anderen Zeiten gelebt hat. Über James Cook und seine Gefährten gibt es genug Literatur, Artikel, Filme etc. Ihn braucht man nicht mehr zu einem Denkmal aufrichten. Anna Enquist stellt Cooks Frau und Familie in den eigentlichen Mittelpunkt des Romans. Es geht nicht darum, was Cook alles entdeckt oder nicht entdeckt hat, sondern um seine Position und die seiner Frau in ihrer gemeinsamen Familie. Die Autorin behandelt damit eine durchaus bis heute aktuelle Problematik - die der Rolle der Ehefrau- die Ehefrau eines berühmten Chirurgen, eines bedeutenden Politikers, eines Seemannes, eines Offiziers im Auslandseinsatz. Von ihnen allen ist in den Erinnerungen der Völker nicht viel zu spüren. Anna Enquist widmet ihnen einen Roman, der wie kein anderer eben die Befindlichkeiten der "Daheimgebliebenen" thematisiert,und das in einem historisch interessanten und spannenden Kontext.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen (Leider) kein großes Buch, 20. Juli 2011
Rezension bezieht sich auf: Letzte Reise: Roman (Taschenbuch)
Grundsätzlich: Ich bin kein Freund historischer Romane. Lieber lese ich historische Sachbücher. Natürlich sind diese subjektiv, erheben aber im besten Fall den Anspruch von Wahrhaftigkeit oder versuchen zumindest, Strittiges sowie Theorien nachvollziehbar zu erklären.
Ich habe "Letzte Reise" gelesen, da mich das Thema James Cook und seine Pazifikreisen sehr interessiert. Besondere Erwartungen an das Buch hatte ich nicht, obwohl im Internet und auch hier viele positive Rezensionen zu lesen sind.

Anna Enquist entschied sich für den Blickwinkel von Elizabeth, der Ehefrau des Seefahrers. Grundsätzlich eine gute Idee, da "große Männer" nicht im luftleeren Raum schweben, sondern ja meistens Familie haben, die in der historischen Wahrnehmung meist untergeht. Leider bleibt Elizabeth Cook im Roman seltsam farblos, besser gesagt, einfarbig. Das Gefühlsleben der Protagonistin drückt sich meistens in Gleichgültigkeit, Wut oder Abneigung aus. Tiefgehende Innenansichten fehlen jedoch. Es wäre interessant zu erfahren, ob die Schilderung der Persönlichkeit Elisabeth Cooks auf eventuellen Aufzeichnungen (z.B. Tagebüchern und Briefen) beruht oder sie großteils fiktiv sind.
In vorangegangenen Rezensionen wurde erwähnt, dass ihre Gedanken "zu modern" sind. Das emfpand ich ebenfalls. Woher weiß die Autorin zum Beispiel, dass Religion im Leben und Denken der Hauptfigur eine so geringe Rolle spielte, wie sie über James Cook dachte und was sie für ihn und seinen "Beruf" empfand? Dass für sie nichts im Leben von Belang war? Wahrscheinlich ist vieles davon rein spekulativ. Da Anna Enquist auch Psychoanalytikerin ist, könnte sie eventuell zu sehr von ihrer Perspektive oder gar ihrem eigenen Empfinden ausgehen (was in einem Roman natürlich legitim ist).

Ein weiterer Aspekt, der mir nicht behagte: Die am Ende des Buchs zitierten Aufzeichnungen James Cooks scheinen mir eher fiktional zu sein, als auf Tatsachen zu beruhen. Sie erwecken den Eindruck, als hätte James Cook seine Tötung mehr oder weniger bewusst herbeigeführt. Meines Wissens nach sind die genauen Umstände, die zu seiner Ermordung geführt haben, nach wie vor nicht ganz geklärt.

Laut Klappentext schildert die Autorin "farbenprächtig die vorviktorianische Zeit, Cooks Abenteuer und Ideen". Was die Schilderung von Epoche und Gesellschaft betrifft, stimme ich ganz und gar nicht zu. Der einzige Hintergrund für die Figur Elizabeth ist ihr persönliches Umfeld. In Verbindung mit ihrer zu "modernen" Gedanken- und Gefühlswelt muss man sich beim Lesen immer verdeutlichen, dass die Ereignisse schon 230 Jahre zurückliegen. Somit entführt das Buch den Leser gerade nicht in die geschilderte Zeit. Und was Cooks Ideen betrifft, so werden diese nur angeschnitten. James Cook leidet ebenfalls etwas unter Farblosigkeit, obwohl über ihn viel mehr bekannt ist, als über seine Frau.

Anna Enquist hat viel über James Cook und dessen Reisen recherchiert, und die Ergebenisse ihrer Nachforschungen sind geschickt mit der Handlung verwoben. Fakt und Fiktion sind nicht immer leicht auseinander zu halten (das spricht wenigstens für einen historischen Roman). Wenn man sich aber schon etwas mit James Cook auseinandergesetzt hat, findet man auch hier wenig Neues. Es wäre zum Beispiel spannend, mehr über die britische Seemacht zu erfahren, sowie über den Einfluss auf die Männer, die in ihr dienten (und somit auch deren Familien).

Mein Fazit: Als Einstieg in das Thema Cook ist "Letzte Reise" ein lesenswertes Buch. Trotzdem empfehle ich dafür eher "Cook. Die Entdeckung eines Entdeckers" von Tony Horwitz. Auch die vierteilige TV-Miniserie "Wind und Sterne" ist dazu bestens geeignet.

P.S.: Ich werde wohl nicht umhin können, mir die Cook-Biografie von Beaglehole zu besorgen, obwohl sie meines Wissens nicht auf Deutsch erschienen ist.
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4.0 von 5 Sternen Autobiografisches Drama der Anna Enquist, 11. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Letzte Reise: Roman (Taschenbuch)
.
Das Buch habe ich bereits vor einigen Jahren gelesen, als ich mich ausführlich mit Cooks Weltreisen befasste. Beim Lesen kam mir der Gedanke, dass es nicht nur um Elizabeth Cooks Leben bzw. ihre Familie gehen kann. Ein Blick ins Nachwort, obwohl es nur einen Satz zu meiner Vermutung gab, und ein wenig Recherche um die Autorin war mir Bestätigung …
Hier nun erwähnt es niemand, so dass ich mich aufgerafft habe, darüber zu schreiben.

* De Thuiskomst - Heimkehr – Selbstfindung *

Zwischen Fiktion und Wahrheit bewegt sich dieser beachtliche Roman – äußerlich um das Leben Elizabeth Batts (1741 - 1835), der Ehefrau des britischen Entdeckers und Weltumseglers James Cook (1728 – 1779). Der Roman beginnt mit Elizabeths Warten auf Cooks Heimkehr von dessen zweiter Weltreise, gleichwohl gibt es Rückblicke. Die Geschichte schließt kurz vor ihrem Lebensende als sie alle Brücken zur Vergangenheit abbricht.

Der Inhalt des Romans ist zugleich von autobiografischen Zügen durchwoben, dient m. E. im Grunde als Hülle für die eigenen unverarbeiteten traumatischen Erfahrungen der niederländischen Autorin Anna Enquist. Ein "Psychogramm" als historischer Roman also. Gleichwohl macht gerade diese Verbindung das Buch interessant. Die Darstellung ist depressiv, unterkühlt, selbst Helles erscheint getrübt. Wer für solche Emotionen empfänglich ist, eventuell ähnliche Erfahrungen machen musste, sollte Vorsicht bei der Auswahl von Enquists Büchern walten lassen.

Bei entsprechendem Vorwissen um die Umstände der Autorin(Näheres dazu unten)wird man das Buch mit anderem Verständnis lesen, als es der Verlag offeriert. Man hat es leider nicht verstanden, das Buch seiner Leserschaft wirklich nahezubringen und sie über Hintergründe aufzuklären. Der Klappentext etc. ist in dieser Hinsicht genauso daneben wie die Titelübersetzung. Damit erheben sich Zweifel, ob man beim Verlag das Buch, mehr noch die Autorin verstanden hat – oder vor allem sie sich selbst. Es erscheint fast unglaubwürdig, dass sich die Autorin schon lange vor dem Schreiben mit dem Thema Cook als Romanthema befasst haben will. Das Buch ist keine Liebesgeschichte im herkömmlichen Sinn, schon gar nicht ein spannender farbenprächtiger Abenteuerroman, denn Cook war kein Abenteurer. Infolge werden u. U. nicht nur falsche Erwartungen erweckt, es kommt ebenso zu Fehlinterpretationen.

Der Text besticht durch den anspruchsvollen, bannenden Schreibstil der Enquist. Die Kleinteiligkeit der Gedankenwelt der Hauptfigur Elizabeth erscheint einem wie das Tropfen von Zeit, einem langsam rieselndes Stundenglas. Manchmal braucht es Geduld, manchmal muss man zwischen den Zeilen lesen, was einen gewissen Freiraum für Eigenes lässt.

* Zu den Hintergründen *

Die Autorin hält sich bei den Darstellungen um Cook weitgehend an die historischen Tatsachen; von daher für Kenner der Materie nichts Neues. Dass die Autorin die Person Cook ansonsten nicht näher betrachtet, ist der Ausrichtung auf die Sichtweise seiner Ehefrau Elizabeth geschuldet.

James Cook, ein aus einfachsten Verhältnissen stammender ehrgeiziger Autodidakt und in der Royal Navy bis zum Post Captain aufgestiegen (er war nie Admiral wie im Klappentext behauptet wird), konnte auf keiner seiner Weltreisen die ihm von der Royal Society übertragenen Aufgaben vollumfänglich erfüllen, obwohl er und die mitreisenden Wissenschaftler auf vielen Gebieten Großartiges leisteten und Pioniertaten vollbrachten, die zahlreiche Folgeexpeditionen und -entdeckungen auslösten und von denen die Nachwelt noch heute profitiert. Cooks späte Entscheidungen - entgegen allen widrigen Umständen - wurden durch dieses „sich Beweisen wollen/müssen“ einerseits und „Versagen“ trotz Anerkennung sowie die auch damit verbundenen Anfeindungen andererseits beeinflusst. Sein Ende entspricht der Realität. Gleichwohl sind die letzten Elizabeth erreichenden Mitteilungen Fiktion und der persönliche Beweggrund von Cooks „Schmach“ und dessen Offenlegung eine Unterstellung. Diese Lösung erscheint indessen nicht unbedingt abwegig, wenn man neben den realen Gegebenheiten Cooks Wandlungen in Verbindung mit den äußeren Handlungen im Zeitlauf der Reisen in Betracht zieht. Welche ungeheuer kräftezehrenden physischen wie psychischen Strapazen diese Männer damals unterworfen waren, ist für uns heute nur mehr schwer vorstellbar.

Über das wahre Leben Elizabeth Batts, seiner Ehefrau und der Hauptperson des Romans, weiß man so wenig wie über Cooks ganz privates Denken und Fühlen – kurz vor ihrem Tod verbrannte sie alle Papiere, die der Nachwelt darüber Aufschluss hätten geben können. So bleibt einzig Cooks offizielle, meist bearbeitete und u.U. zensierte Hinterlassenschaft Quelle für einen solchen Roman, insbesondere Cooks Logbücher der Schiffsreisen und Briefe u. a. an die Admiralität sowie auch Tagebücher bzw. Berichte zeitgenössischer Dritter in deren eigenen Sichtweisen. Gerade über diese Drittmeinungen schwebt stets die Frage: Waren die Beurteilungen seines Charakters reel? Da ist von einem „milden“ Charakter die Rede, ebenso von gelegentlichen Wutausbrüchen. Er soll ein „vorbildlicher“ Vater und Ehemann gewesen sein. Was bedeutet das alles, vor allem unter dem Blickwinkel damaliger Ansichten und Vorstellungen? Muss man dem folgen, zumal dafür keinerlei private Belege mehr existieren?

Elizabeth war seit ihrem 21. Lebensjahr mit dem dreizehn Jahre älteren Cook vierzehn Jahre lang verheiratet. Nach ihrer Hochzeit verbrachten sie vier Monate zusammen, sie blieb (wie immer) schwanger zurück, er stach wieder in See. Vier Jahre sollte es überhaupt nur ein gemeinsames Leben geben. Dabei bleibt ungeachtet der fiktiv dargestellten Liebe zueinander unsäglich viel Raum für Distanz, Unverstand und Entfremdung, was die Autorin u. a. durch - wörtlich wie im übertragenen Sinn - mangelnde Dialoge zwischen den Ehepartnern auszudrücken versteht. Die immer wieder hervortretenden Diskrepanzen im Denken und Handeln Elizabeths haben auch darin ihre Wurzeln.
Zudem resultiert die Darstellung aus dem die Frauen an sich stark einengenden, patriarchisch geprägten Frauenbild des 18. Jahrhunderts. Frauen besaßen keinerlei Rechte, häusliche Gewalt war keine Ausnahmeerscheinung. Das Leben einer Frau war schwer, so und so, das einer Seemannsfrau besonders, obwohl und weil sie selbständig viel Verantwortung tragen musste, die sie weitgehend abzugeben hatte, wenn der Mann wieder zu Hause war, wenn denn das Hoffen und Bangen um dessen Heimkehr überhaupt einen positiven Abschluss fand. Diese Frauen mussten stark sein trotz aller Zerbrechlichkeit. Elizabeth hatte als Witwe zumindest den „Vorteil“, finanziell relativ gut gestellt und dadurch unabhängig zu sein. Nach ihrem Tode sorgte sie mit einer Stiftung sogar für die Unterstützung anderer Seemannsfrauen.
Sechsundfünfzig Jahre währte Elizabeths Witwenstand. Sie sprach von „Mr. Cook“ wie von einer öffentlicher Person, in Ehrfurcht, und nicht wie von einem vertrauten Ehemann. Ob ihr, zuvor wie währenddessen, außer ihrem Cousin Rear Admiral Isaac Smith, mit dem sie sich das Haus in Clapham teilte, jemand freundschaftlich oder intim zur Seite stand ist genauso unbekannt wie Cooks Verhältnis zu Frauen (oder Männern?) während seiner Reisen. So bleibt auch ihr Verhältnis zu Cooks fünf Jahre älterem Freund und Förderer bei der Admiralität, Sir Hugh Palliser, ungewiss.

Man kann vor diesem Hintergrund sagen, dass Elizabeth so gut wie alleinerziehend war. Aus der Ehe mit Cook gingen fünf Jungen und ein Mädchen hervor, von denen Elizabeth alle an Jahren weit überlebte. Im 18. Jahrhundert war die Kindersterblichkeit sehr hoch und die durchschnittliche Lebenserwartung generell gering, wobei im Falle der Cooks auch Unglücke eine Rolle spielten.
Die besondere Fixierung der Hauptfigur auf den Tod ihrer einzigen Tochter Elly und das damit verbundene Trauma und fortdauernde Leiden ist insoweit Fiktion, als die erst vierjährige Tochter tatsächlich an Wassersucht und nicht durch einen Unfall starb.
Man weiß nicht, wie die Jahr um Jahr daheim wartende Elizabeth und ihr weltumsegelnder Ehemann, der seine eigenen Kinder weniger kannte als die Männer seiner Schiffe, mit dem jeweiligen Verlust umgingen und ihn verarbeiteten. Sie dürfte es vermutlich schwerer verkraftet haben als er, der im Grunde ständig mit dem Tod konfrontiert war, was nicht heißen muss, dass er dem abgestumpft gegenüber gestanden hat. Dass Eltern einzelne ihrer Kinder bevorzugen ist keineswegs realitätsfremd – damals nicht und heute nicht. Gründe gibt es viele, manche lassen sich nur schwer erklären. Und mitunter münden bereits einzelne Verluste in der Zerstörung der Ehe bzw. Familie.

Die Parallelen sind mehr als deutlich:
Enquist selbst hatte zwei Kinder, im Jahr 2001 verlor sie ihre 27jährige Tochter durch einen Verkehrsunfall während sie im Ausland weilte, ihrem Sohn ist das Buch gewidmet. Verlust, Schmerz, Trauer und die Fragen nach Schuld versuchte sie in ihrem Roman „Kontrapunkt“ sowie in Gedichten zu verarbeiten. Auch in anderen Büchern vermochte sie sich offenbar nicht von diesem Thema zu lösen – vgl. „Die Eisträger“.
Dass die Autorin den Leser mitunter wie ihre Protagonistin alleinzulassen scheint, mag mit der hinterlassenen Leere, ihrer eigenen Depression und den daraus für sie nicht beantwortbaren Fragen zusammenhängen. Ihr ursprünglicher Beruf als Psychoanalytikerin macht(e) ihr die Bewältigung offensichtlich keinesfalls leichter. Ebenfalls spielt ihr (eigen-therapeutisches) Verhältnis zur Musik – sie ist ausgebildete Pianistin – immer wieder eine Rolle, hierzu sei insbesondere auf die wiederholt verwendete Bachthematik verwiesen.

In einigen Kundenrezensionen wird die Darstellung Elizabeths hinsichtlich Abkehr vom Glauben auf Grund des frühzeitigen Ablebens mehrerer ihrer Kinder als unrealistisch beanstandet und die somit angeblich zu moderne Betrachtungsweise abwertend bemängelt.
Als Kind war Elizabeth nach dem Tod ihres Vaters in eine Quäkerfamilie gegeben worden. Unter den Quäkern existierten viele Strömungen, so dass man hieraus nichts Nähers schließen kann. Cook selbst war Baptist und alle späteren Vorgänge deuten auf eine entsprechende Glaubenseinstellung der Familie hin. Baptisten vertraten das Prinzip der Glaubensfreiheit. Außerdem lebte die Familie in der Hauptzeit der Aufklärung, was überdies treffender formuliert gewesen wäre als „vorviktorianische Zeit“.
Das Verhältnis der realen Elizabeth zum Glauben ist ungeachtet der erwähnten Tatsachen unbekannt. Wahrscheinlich veranlasste sie ihren jüngsten Sohn, Baptisten-Prediger zu werden, statt dem bestimmenden Willen Cooks zu entsprechend und auch ihn zur Marine zu schicken. Vor erneutem Verlust hat sie diese Entscheidung dennoch nicht bewahrt. Unbeantwortbar bleibt die Frage, ob Cook sich für die seine beiden älteren Söhne betreffenden Entscheidungen ähnlich schuldig gefühlt hätte wie seine Frau wegen des Todes der Tochter.
Abgesehen davon, dass es zu jeder Zeit aus den unterschiedlichsten Gründen Glaubenszweifler und -abkehrer gab, ist die fiktive Haltung Eliszabeths durchaus verständlich und folgt vor allem im weitesten Sinn den Zweifeln der Autorin – am Sinn ihres eigenen Berufes, vielleicht auch am Glauben, was auch immer „Glauben“ bedeuten mag.

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Letzte Reise: Roman
Letzte Reise: Roman von Anna Enquist (Taschenbuch - 1. September 2008)
EUR 9,99
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