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4,0 von 5 Sternen
Die Erbschaft des Herrn de Leon: Roman
Format: TaschenbuchÄndern
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 27. Januar 2010
Anna Enquist erzählt in ihrem Buch die fiktive Lebensgeschichte der gefeierten Pianistin Wanda Wiericke. Es ist die Geschichte einer Besessenen, für die es im Leben nur eines gibt - ihr Klavier und ihre Musik. Alles und jeder wird der Musik untergeordnet. Es gibt nichts anderes als das Klavierspiel und so wird die Musik oftmals auch zur Flucht vor den negativen Seiten und Unwägbarkeiten im Leben der Protagonistin. Wanda ist kein einfacher Mensch, sie stößt andere vor den Kopf, ist eigensinnig und eigenbrötlerisch und viele sind bei ihr einfach überfordert und reagieren auf ihre Unangepasstheit und Musikbesessenheit mit Unverständnis. Trotzdem verfallen alle ihrem einmaligen Klavierspiel.
Es gibt im Leben von Wanda nur einen Menschen, der ihr wirklich wichtig ist, dem sie sich öffnet und der für sie zum väterlichen Freund und Mentor wird. Es ist ihr jüdischer Klavierlehrer Herr de Leon und als Wanda mit ansehen muss, wie Herr de Leon von den Nazis verhaftet, durch die Straßen getrieben und auf einen Lkw verladen wird, erfasst sie den Ernst der Lage nicht und glaubt lange Zeit an seine Rückkehr. Erst Jahre später wird sie das ganze Ausmaß der Judenverfolgung erfahren und dass es keine Rückkehr für Herrn de Leon geben wird. So bleibt ihr von ihrem geliebten Klavierlehrer nichts weiter als ein Koffer voller Noten, den sie wie einen Schatz hütet. Und immer, wenn sie auf der ganzen Welt gefeierte Konzerte gibt, ist es letztendlich Herr de Leon, den sie sich im Zuschauerraum vorstellt und für den ganz allein sie spielt.

Die Autorin hat ihre Protagonistin Wanda psychologisch behutsam und fein herausgearbeitet und erzählt ihre Lebensgeschichte auf ständig wechselnden Zeitebenen. Die Sprache ist sehr zurückgenommen, wirkt durch kurze Sätze oft sehr abgehakt und erinnert an das Staccato in der Musik, dann wird sie wieder fließend und melodiös wie ein Legato. Die klassische Musik spielt in diesem Roman eine große Rolle und deshalb wird dieses Buch besonders die Leser ansprechen, die nicht nur niveauvolle Geschichten lieben, sondern sich auch für klassische Musik interessieren. Ich bin jedenfalls froh, dass mir dieser Roman in unserer Bücherei in die Hände gefallen ist.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 12. November 2001
Mit Genuß habe ich diesen Roman von Anna Enquist gelesen. Auch wenn ich anfangs ihren Stil gewöhnungsbedürftig fand, ihre Bilder und Ausdrücke manchmal fremd. Doch die Intensität mit der sie die Pianistin Wanda und ihr Spiel beschreibt, zog mich in ihren Bann. Ähnlich ergeht es wohl auch Bouw Kraggenburg, dem Ex-Mann, der sich nach Jahren auf die Suche nach Wanda macht. Er fühlt sich noch immer magisch angezogen von der Frau, die nur für ihre Musik lebte. Während sie sich ein neues Leben einrichtet, fährt er durch Frankreich mit seinen Gedanken in der Vergangenheit. Die Rückblenden auf Wandas gelebten Jahre weben sich durch diese beiden Handlungstränge, so dass es nicht an Spannung fehlt. Empfehlenswert.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 14. Januar 2005
Wanda ist ein kleines Mädchen, ihre Mutter ist Opernsängerin, sie hat auch einen Vater. In den Kriegsjahren lebt Wanda nur für das Klavier. Ihr Lehrer Herrn de Leon unterrichtet sie, doch bald wird er abgeführt, er ist Jude. Er hinterlässt ihr seine ganzen Noten. Wanda "schmeißt" später die Schule um Pianstin zu werden .....
Ein wunderschönes Buch, die Autorin versteht es einfach ausgezeichnet die Umgebung zu beschreiben und die Charaktere der Personen. Auch wenn der Schreibstiel an einen Grundschüler erinnert, ziemlich gestockt. Doch daran gewöhnt man sich bald.
Einfach selbst Lesen und sich seine eigene Meinung bilden! Es lohnt sich!
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am 23. Juni 2015
Ich habe das Buch lange liegenlassen bevor ich es doch las. Es hat mich tief getroffen, vielleicht aus Nähe zur Geschichte der Frau. Ich denke, es ist nicht für jeden nachvollziehbar, es geht viel um Musik, aber das hält nie auf, es führt einen weiter. Wanda ist mit einem Geheimnis aufgewachsen, es hätte auch für einen Kitschroman getaugt aber so ist es hier nicht, es zeugt stattdessen von der Sprachlosigkeit einer ganzen Generation und der Verständnislosigkeit der nachfolgenden Generation. Wandas Mutter Emma, ihr Vater Egbert, ihre Tante Ida und auch Herr de Leon selbst, sie alle reden nicht sondern handeln an Wanda vorbei, ohne sie, die Menschen in Wandas Nähe bleiben seltsam unerreichbar. Nur Stina, das Kindermädchen, ist fassbar und echt. Aber sie wird weggeschickt. Und so sucht Wanda die Wahrhaftigkeit in der Musik, in sich selbst und dort bleibt sie auch, teilen ist nicht möglich, weil teilen kommunizieren bedeutet. Nur mit ihrem schwerstbehinderten Bruder findet sie ganz seltene Momente der Verbindung. Sie versucht es in der Ehe mit Bouw, seine Sehnsucht nach Sicherheit aber kann sie nicht befrieden und so flüchtet sie auch von dort. In einen inneren Kern, der ihr im Grunde selbst auch verschlossen bleibt, erst in der Freiheit und Losgelöstheit vom Müssen und Kämpfen in den späteren Lebensjahren findet sie etwas Frieden. Und Bouw hört ihr von ferne zum ersten Male wirklich zu....
Ein starkes Buch über eine auf ihre Weise starke Frau, ganz anders als die, die uns heutzutage als "Powerfrauen" vorgeführt werden und die ich gründlich satt habe.
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1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 10. Juni 2011
Ein interessanter Roman über die Erlebnisse einer jungen Musikerin während der Nazizeit in Holland. Lassen Sie sich zu einem fast schon beim Lesen geahnten Schluss durch das Buch führen.
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