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am 22. Dezember 2006
Ich bin erst jetzt, 2006, auf die Erzählungen von Borowski gestoßen. Mein Fehler, sicherlich, denn es gab ja Ausgaben. Dennoch: Wenn man diese erschütternden, sprachlos machenden literarisierten "Vernichtungs-Erlebnisse" liest, mit einem Abstand von 60 Jahren, muss man annehmen, dass eine frühzeitigere Verbreitung dieser Texte unbequem, unangenehm war: Weil der Autor damals schon zu "klarsichtig" war, menschliche Wahrheiten angesprochen hat - deutlich "selbstquälerisch", wie es Imre Kertes nennt - , die nicht so einfach in das ideologische Schema "hier die peinigenden Nazis, dort die gepeinigten Opfer" passen. Borowskis Erzählungen beschönigen nichts, sie zeigen die Verrohung des Menschen, ohne den "Verroher" oder den "Verrohten" zu schonen. Eine höchst wertvolle Lektüre.
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am 16. Januar 2011
Autobiographische Erzählungen eines jungen polnischen Dichters, der von 1943 bis 1945 in Auschwitz und anderen deutschen Konzentrationslagern festgehalten wurde. Zum Teil berichtet der Autor in einem Zynismus und mit einer Kaltschnäuzigkeit, die mir den Atem geraubt hat und die wohl nur dem unmittelbar Betroffenen erlaubt ist (eine Erzählung trägt den Titel: Proszê, Pañstwu, do gazu - Bitte, die Herrschaften, ins Gas); allerdings scheint das der Panzer gewesen zu sein, der es Borowski ermöglichte, das Unglaubliche zumindest eine zeitlang zu verarbeiten. Geschafft hat er es nicht, er brachte sich 1951 im Alter von 29 Jahren um. Seine Geschichten erzählen vom Alltag in Auschwitz, in dem er als Pfleger eine etwas privilegierte Position einnahm, über die Hierarchien im Lager - Kapos, Pfleger, Arbeiter, Muselmane -, den täglichen Kampf ums Überleben, um ein Stück Brot und einen Löffel Suppe und die Brutalitäten der Häftlinge untereinander. Er erzählt über Gefangenentransporte und Auslesen (wer geht gleich ins Gas und wer darf noch ein bißchen leben) und die Gier der Kapos und SS-Männer, sich der Habseligkeiten dieser Menschen zu bemächtigen. Er erzählt über seine Zeit im besetzten Warschau unmittelbar vor seiner Gefangennahme, als in einem Baustofflager arbeitete und seine Verlobte Maria deportiert wurde, als sie zufällig in eine Razzia geriet (Maria war - getrennt von ihm - ebenfalls in Auschwitz, auch sie überlebte, sie trafen sich nach dem Krieg in Warschau wieder, heirateten und bekamen eine Tochter). Er erzählt über die Monate unmittelbar nach dem Krieg, als er in amerikanischen "Camps for displaced people" lebte, in denen die Zustände sich von denen in deutschen Lagern nicht wirklich zu unterscheiden schienen. In Borowskis Erzählungen ist nicht ganz klar, wer der Schuldige ist und wer das Opfer. Er wertet nicht und klagt nicht an. Diese Haltung hat ihn auch in Konflikt mit seinen Landsleuten gebracht. Die Katholiken beschuldigten ihn des Nihilismus, der Dekadenz und der Amoralität. Er wandte sich zwar den Kommunisten zu, die die Welt hübsch in Helden und Verräter, Märtyrer für die gerechte Sache und Klassen- und Staatsfeinde eingeteilt hatten, zerbrach allerdings an den Widersprüchen zwischen dem propagierten neuen Menschen und der stalinistischen Realität.
Die Geschichten Borowskis sind beklemmend und lehrreich zugleich und helfen einem Menschen der heutigen Generation, sich dem damaligen Irrsinn in Grenzen anzunähern. Völlig zu recht wird der Autor immer wieder mit Imre Kertesz in Zusammenhang gebracht, dessen Roman eines Schicksallosen wohl der Höhepunkt der KZ-Literatur ist.
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TOP 500 REZENSENTam 15. Februar 2016
Auschwitz-Birkenau. Der größte und der bekannteste deutsche Konzentrationslager, ein Symbol der Judenvernichtung. Der sogenannte Stammlager wurde 1940 errichtet, später kam dazu Birkenau, konzipiert als Arbeits- und Vernichtungslager. Etwa 1,1 Millionen Juden sind nach Auschwitz deportiert worden, daneben 140.000 Polen, 20.000 Sinti und Roma, über 10.000 russische Kriegsgefangene und mehr als 10.000 Häftlinge anderer Nationalitäten. 400.000 davon wurden registriert, die nicht registrierten, etwa 900.000 – allesamt Juden – wurden direkt nach der Ankunft umgebracht: vergast. (Wikipedia).

Für viele Menschen bedeutete Aschwitz den schnellen Tod, vielen gelang es aber, die Hölle zu überleben. Einer davon war Tadeusz Borowski, der junge polnische Literaturstudent und Dichter. Die Erzählungen, in denen er sein Leben in dem von Nazis besetzten Warschau, seinen Aufenthalt in Auschwitz-Birkenau und seine Internierung im amerikanischen Lager literarisch umgesetzt hat, sind der sogenannten Lager-Literatur zuzuordnen. Doch dieses Buch ist anders, besonders was die Lager-Erzählungen angeht, düstere und beklemmende Geschichten, die sich im Lager abspielen, die auch die besten in diesem Band sind. Sie sind ganz eigenartig. Geschrieben aus der Perspektive eines Ich-Erzählers, der zwar auf die Erfahrungen Borowskis zurückgreift, mit ihm aber nicht identisch ist, drücken sie keine Emotionen aus. Borowski schildert in ihnen den Alltag im Konzentrationslager, ohne es zu groß kommentieren (die Reflexion überlässt er dem Leser). Diese Art, über Auschwitz zu erzählen, als wäre alles, was dort passiert, ganz normal, ist sehr beklemmend, weshalb Borowski des Nihilismus bezichtigt wurde.

Doch gerade das ist es, was den Sinn dieser Geschichten ausmacht: Der Protagonist dieser Erzählungen ist ein typisches Lagerprodukt, ein typischer Häftling, der sich dem Leben im Lager optimal angepasst hat. Aus der Perspektive eines Menschen, der dieses Buch heute liest, kann man das Verhalten von Tadzik, so heißt er, kaum nachvollziehen: er ist so jung, und dabei so illusionslos, fast zynisch, so gleichgültig gegenüber dem Leiden der Mithäftlinge, dass man es kaum mit der Gestalt eines sensiblen Dichters in Einklang bringen kann. Die Stellen, wo er die Landschaften, die normale Welt um ihn herum, beschreibt, sind auch sehr poetisch, und gerade dieser Kontrast ist es, der es dem Leser zu schaffen macht. Wie kann ein so sensibler Mann wie Borowski so emotionslos über die Gräuel dieses Lagers sprechen?

Die Frage nach der Gleichgültigkeit der Häftlinge gegenüber dem Horror des Lagers hat Borowski selbst beantwortet: „Diese Zivilisten sind zum Lachen“, schrieb er, „sie reagieren auf das Lager wie ein Wildschwein auf den Anblick eines Gewehres. Sie begreifen nicht den Mechanismus unseres Lebens und wittern hinter dem allem etwas Unheimliches, Rätselhaftes, etwas, das die Kräfte des Menschen übersteigt“. Er bringt den Gedanken nicht zu Ende, doch wir wissen, was er damit meinte: Auschwitz war kein Teil der normalen Welt, es war eine Welt für sich, ein Parallel- oder ein Antiuniversum, in dem andere Regel und andere Gesetze herrschten, als draußen, es war eine harte und brutale sozialdarwinistische Welt, in der nur die Fittesten die Chance aufs Überleben hatten, in der die Schwachen dem Untergang geweiht waren und die Moral ein Luxus war, den sich niemand leisten konnte, der überleben wollte.

Auch die Frage nach der Amoralität des Lebens im Lager zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze Buch hindurch. Tadzik erzählt: „Einmal kamen wir mit den Kommandos ins Lager zurück (…) zehntausend Mann. In dem Moment kamen Lastwagen vom FKL herangerollt, vollgeladen mit nackten Frauen, Sie streckten die Arme aus und riefen: „Rettet uns! Wir fahren in Gas“ Rettet uns“. Und sie fuhren an uns vorbei, an zehntausend schweigenden Männern. Nicht einer rührte sich, nicht eine Hand hob sich.“ Und dann kommentiert er es, als wollte er sie verteidigen: „Denn die Lebenden haben stets Recht gegen die Toten“. Das ist die Philosophie des Lagers, das ist die Weisheit des Lagers, das ist die Überlebensstrategie des Lagers: „die Lebenden haben das Recht gegen die Toten“.

Die Frage, ob es im Leben nur auf das nackte Überleben ankommt, stellt Borowski nicht, sie schwebt zwar im Hintergrund, doch sie wird nicht direkt ausgesprochen. Er zeigt zwar Menschen, die mit Stolz und Würde den Tod annahmen, doch es handelt sich hier meistens um Neuzugänge, um “Zivilisten“, die vom Leben im Lager noch nicht korrumpiert wurden. Doch es waren nur Einzelne. Und sie haben das Lager nicht überlebt. Wer Auschwitz überlebt hat, hat er es nur geschafft, weil er die Mechanismen des Lebens im Lager begriffen und verinnerlicht hat. Die „zivile“ Moral, die hier keine Anwendung finden konnte, weil sie aus einer anderen Welt stammte – war im Lager nur der störende Ballast, der abgeworfen werden musste. Das machte allerdings jeden, der nach Auschwitz kam, zum potenziellen Mittäter. Die meisten Gräueltaten in den deutschen Konzentrationslagern wurden nicht von den Angehörigen der Lagerleitung, von den Nazis, sondern von den Funktionshäftlingen verübt. Laut Wikipedia gehörten dazu sowohl Kriminelle, als auch politische Häftlinge oder Juden. Ja, auch Juden. In der israelischen Gesellschaft genießen die jüdischen Kapos übrigens einen besonders schlechten Ruf: „Sie waren sogar schlimmer als die Nazis“, erzählten die Überlebenden. Das hat die israelische Psychologin Revital Ludewig-Kedmis dazu veranlasst, eine Dissertation über die moralischen Dilemmata der überlebenden jüdischer Kapos zu schreiben. Sie erschien unter dem viel sagenden Titel: „Opfer und Täter zugleich?“

Borowski stellt diese Frage nicht. Er verzichtet auf die schwarz-weiß-Darstellung, hier die bösen Täter, da die guten Opfer. In diesen Geschichten gibt es überhaupt keine „guten“ und keine „bösen“ Menschen, denn die beiden Begriffe stammen aus der Welt jenseits vom Stacheldraht. Er versucht auch nicht, die Normen der zivilen Moral anzuwenden, um das
Geschehen im Lager zu beurteilen, und er klagt konsequent nicht die einzelnen Menschen an, sondern das System. Das konnte man in der Zeit, als Borowski seine Erzählungen niederschrieb, kaum begreifen. Konfrontiert mit den Gräueln der Konzentrationslager wollte die Öffentlichkeit Schuldige haben, konkrete Namen, konkrete Menschen, da die Bösen, wir die Guten. Doch Borowski verweigerte sich diesem Druck, weshalb er auch zum Nihilisten abgestempelt wurde. Sein Tenor war: das Böse ist nicht die Eigenschaft einzelner Menschen, es ist nicht etwas, was die einen in sich haben und die anderen nicht. Für ihn war das Böse etwas, wozu jeder Mensch fähig ist, wenn er in gewisse Situationen gerät. Für ihn war das Böse die Eigenschaft von Auschwitz.

Die Theorie, dass das Böse von den Umständen, den sogenannten „situativen Kräften“ abhängig ist, ist inzwischen durch Wissenschaft bestätigt worden. In dem sogenannten Standford-Prison-Experiment (1971) hat der amerikanische Sozialpsychologe Philip Zimbardo bewiesen, was Borowski am eigene Leibe erfahren hatte. Das Ziel dieses Versuches, war „die Erforschung menschlichen Verhaltens unter den Bedingungen der Gefangenschaft, speziell unter den Feldbedingungen des echten Gefängnislebens“ (Wikipedia). Für das Experiment wurden 24 freiwillige Studenten ausgewählt, die dann in zwei Gruppen eingeteilt wurden: die einen sollten die Rolle der „Gefangenen“, die anderen die Rolle der „Wächter“ übernehmen. Das „Spiel“ begann: die „Gefangenen“ wurden von echten Polizisten verhaftet, und wurden dann – mit verbundenen Augen - in die Zellen überführt, die für diese Zwecke im Keller der Universität eingerichtet wurden. Hier begegneten die beiden Gruppen: auf der einen Seite die „Wärter“ in Uniformen, ausgestattet mit verspiegelten Sonnenbrillen (damit kein Augenkontakt hergestellt werden kann) und Gummiknüppeln, auf der anderen Seite die „Gefangenen“: „entlaust“, mit schweren Fußketten, einem Nylonstrumpf über den Kopf und gesteckt in die amerikanische „Gefängniskleidung“ (Krankenhaushemd ohne Unterwäsche). Statt Namen erhielten alle Nummern, mit denen sie angeredet werden sollten. Die Wärter hatten die Freiheit, alle nötigen Maßnahmen zu ergreifen, um „Ruhe und Ordnung im Gefängnis zu wahren“.

Was für uns von Bedeutung ist, ist das Ende dieser Geschichte. Das für 2 Wochen geplante Experiment musste bereits nach sechs Tagen abgebrochen werden, weil es total außer Kontrolle geriet. Kurz zusammengefasst: „Schnell entwickelte sich eine Zusammenstellung von Verhaltensweisen, die denen in echten Gefängnisse bemerkenswert ähnlich war – dazu gehörten Grausamkeiten, unmenschliche Behandlungen und massive Nichtachtung von Mitmenschen, die bei allen Teilnehmern augenkundig präsent waren.“ Es sei nicht nur die Veranlagung, so das Fazit dieses Experimentes, die die Menschen dazu bringe, Böses zu tun, sondern die Situation, in der sie sich befinden oder in die man sie versetzt. Damit wird die Aussage der Erzählungen von Borowski bestätigt.

Zimbardo, der „Vater“ des „Gefängnis-Experimentes“ hat übrigens ein sehr gutes Buch zu diesem Thema geschrieben: „Das Lucifer Effekt: Die Macht der Umstände und die Psychologie des Bösen“. Er bespricht darin die fünf sozialen Kräfte, die dazu beitragen können, dass aus normalen Menschen Täter (oder Opfer) werden: 1) Anonymität und Deindividuation, 2) Macht der Regel und Vorschriften, 3) Rollen und Verantwortung für Übertretungen 4) kognitive Dissonanz 5) Bedürfnis sozialer Billigung. Versuchen Sie, diese Faktoren im Blick zu behalten, während Sie Borowski lesen werden, es wird Ihnen helfen, die Realität des Lebens und Sterbens in Auschwitz und dieses Buch besser zu verstehen.

Auschwitz, Abu Ghraib oder Standford - das sind nur ein paar Beispiele von vielen, die zeigen, wie dünn die zivilisatorische Schale ist, die unser dunkles Ich umhüllt, und wie leicht ist es, sie zu zerbrechen. So gesehen ist dieses Buch nicht nur eine Warnung, sondern auch eine Anklage. Allerdings richtet sie sich weder gegen die Lagerleitung, noch gegen ihre freiwilligen Handlanger, sondern gegen das System. Und damit auch gegen die Menschen, die sich für Humanisten hielten, die mit Goethe, Hegel, Kant und Fichte aufgewachsen waren und trotzdem es nicht verhindert oder – noch schlimmer - dazu beigetragen haben, dass in Deutschland vor ihren Augen ein System aufgebaut wurde, dessen Mühlen mit einer schauererregenden Perfektion all das zermalmen können, was Menschen zu Menschen macht: die Moral, die uns davor schützt, dem Bösen zu verfallen. Ilona Banet
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am 11. Oktober 2013
Eine weitere Autobiographie über das Grauen im Vernichtungslager.

"Man hat uns gelehrt, die Hoffnung nicht aufzugeben. Deshalb sterben wir im Gas",

T. Borowski aber hat diese Hölle überlebt und gibt uns in seinem Buch eine außerordentliche und hervorragende Darstellung über den alltäglichen Schrecken des Lagerlebens. In poetischer Form geschrieben und trotzdem nichts verschönert.

Ich kann das Buch nur weiter empfehlen.
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am 22. Januar 2008
Das Werk von Tadeusz Borowski ist nicht in eine "Schublade" einzuordnen ! Nach vielen Büchern von Auschwitz - Inhaftierten kann ich mit recht sagen das "Bei uns in Auschwitz" ein Buch ist, dass das Grauen wahrhaftig auf eine beispielhaft Poetische Weise erzählt. Man erlebt das niedergeschriebene in vollem Umfang mit, ja - man hat das Gefühl das man direkt als Zeitzeuge vor Ort steht ! Und trotz der Poesie wird hier nichts verschönert, im gegenteil ! Tadeusz Borowski schont den Leser nicht, er fügt seine derzeitigen Gedanken hinzu, die so oft zum Ausdruck bringen, was der Leser selber in diesem Moment fühlt !
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am 7. April 2015
Der Autor ist, als er nach Auschwitz kam, Literaturstudent. Um es leichter zu ertragen schreibt er sich teilweise seine Geschichte im Briefstil an seine Geliebte von der Seele. - Und ja, es wäre gut, wenn man schon etwas über das Leben im Lager weiss, um einige Worte, Sachverhalte und Abläufe zu verstehen. Das Buch aber, wie es einige Rezensenten tun, als wirr und schwer lesbar zu bezeichnen ist gänzlich unverständlich.
Es findet sich hier Wortgewalt, Prosa, Wortwitz und einfühlende Erzählform. Die Grausamkeit dieser Zeit mit so viel Gefühl und literarischem Geschick zu Papier zu bringen verdient Hochachtung. Borowski berichtet aus der Mitte. Als Kapo ist es zwischen den Tätern und seinen Mithäftligen. Das macht den großen Unterschied zu Büchern wie bspw. Hermann Langbeins "Menschen in Auschwitz".
Fazit: Für Leser mit ein wenig Vorwissen über dieses schreckliche Lager - absolut zu empfehlen.
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am 27. November 2010
Dieses Buch zählt zu den hervorragendsten Werken zum Thema Vernichtungslager im Dritten Reich. Natürlich kann man einordnen, was wann und wo geschieht...Lakonisch, melancholiefrei und dadurch von außerordentlicher Intensität. Sehr, sehr empfehlenswert.
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am 22. Mai 2007
Entsetzliche, poetische Erzählungen vom Schrecken der Alltäglichkeit und dem alltäglichen Schrecken des Lagerlebens und des Vergasens im KZ. Mit einem ähnlich humorvollen Blick geschrieben wie der Roman eines Schicksallosen von Kertesz. Jedes Lachen bleibt dem Leser tief im Halse stecken, die absurde Grausamkeit der Konzentrationslager, die Bösartigkeit und Härte der Deutschen im Dritten Reich wird uns hier unerbittlich vor Augen geführt. "Ich fürchte, wir werden dies alles nie wieder los" schreibt der polnische Autor, der als Politischer in Ausschwitz das Privileg genoss, nicht als Rauch und Asche über dem Wald davon zu schweben. Er wurde es auch wirklich nicht wieder los und beging sechs Jahre nach Kriegsende Selbstmord. Mit Gas.

Wer sich bisher nicht tief geschämt hat für seine Vorfahren, tut es nach diesem Buch mit Sicherheit. Es sollte in der deutschen Schule Pflichtlektüre sein, so dass wir und unsere Nachkommen diese Schuld nie vergessen.
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am 7. April 2016
Interessant es einmal aus einer anderen Perspektive zu sehen. Ein Häftling hatte andere Privilegien als ein Jude. Es war nur etwas im durcheinander geschrieben. Otf wusste ich nicht sind wir im Lager oder vor der Gefangenschaft. Trotz allem sehr interessant.
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am 30. Mai 2013
Ich will mich zu dem Buch selbst nicht äußern.
Ich finde es ist absolut lesenswert.
Jeder der Etwas über den Holocaust, und dessen Methoden und Opfer erfahren will, ist hier Goldrichtig.
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