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4.0 von 5 Sternen Karges Autorendebüt
Am Ende des dunklen Waldes, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen, die Menschen bigott sind und beten, liegt in der Einsamkeit Tannöd, ein Flecken im Nichts. Doch bei den gottesfürchtigen Waldbauern wird nicht nur schwer gearbeitet und viel gebetet. Es wird auch gemordet! Eine Bauernfamilie samt Kindern und Hauspersonal fällt einer entfesselten Spitzhacke...
Veröffentlicht am 19. Oktober 2012 von Ruprecht Frieling

versus
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Nicht meins...
Ich wollte mal auch meinen Senf dazu geben:

a)
Teilweise kam es mir vor wie eine RTL Sendung. Ein Beispiel:
"Aber die Polizei wollte er nicht im Haus haben, gab er mir zu Antwort. 'Mit den uniformierten will ich nix zu tun haben' ".
Solche Beispiele gibts zwar nicht oft, dennoch kam es mir durchgehend so vor.

b)
Ich...
Veröffentlicht am 20. März 2013 von Badu


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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Karges Autorendebüt, 19. Oktober 2012
Von 
Rezension bezieht sich auf: Tannöd: Roman (Taschenbuch)
Am Ende des dunklen Waldes, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen, die Menschen bigott sind und beten, liegt in der Einsamkeit Tannöd, ein Flecken im Nichts. Doch bei den gottesfürchtigen Waldbauern wird nicht nur schwer gearbeitet und viel gebetet. Es wird auch gemordet! Eine Bauernfamilie samt Kindern und Hauspersonal fällt einer entfesselten Spitzhacke zum Opfer, und der Leser schaut dem brutalen Täter bei seiner blutigen Tat quasi über die Schulter.

Die Erzählung ist in Form einer journalistischen Befragung verfasst. Die Autorin begibt sich in der Rolle des interessierten Interviewers nach Tannöd, hält ihr Mikrophon in die Manege und schneidet Wortmeldungen von Anwohnern und Dörflern zu den Vorgängen auf dem Mordhof mit. Nachbarn, Bekannte, Pfarrer, Briefträger und Bürgermeister nehmen nacheinander kurz Stellung und teilen ihr Wissen, ihre Vermutungen und Unterstellungen mit. Auf diese Weise entsteht ein Bild vom Ort des grausigen Geschehens, ein Gemälde von Tätern und Opfern. Mosaikartig setzt die Autorin diese fiktiven Zeugnisse aneinander und führt den Leser in das geistige Klima des Dorfes ein. Die Tat selbst ergibt sich letztlich als eine in sich schlüssige Reaktion.

»Tannöd« wurde als »Krimi des Jahres 2007« ausgezeichnet. Es ist kein Jahrhundertwerk, das Spuren hinterlässt und noch in Jahren seine Leser erinnert. Den Zufällen des deutschen Literaturbetriebes ist es geschuldet, dass dieses karge Autorendebüt, das mit einer Startauflage von dreitausend Exemplaren vom Verlag eher mutig angegangen wurde, auf die Topplätze der Hitparaden kraxelte. Urplötzlich erschien es auf der Empfehlungsliste der »Welt«, die Druckmaschinen sprangen an und produzierten Nachschub. Es folgten Krimipreis und der SPIEGEL mit einer ultimativen Lobhudelei. Schließlich empfahl die Fernsehnase Elke Heidenreich in ihrer einflussreichen Sendung Autorin und Werk, und flugs schnellte die Auflage auf über 200.000 Exemplare. Autorin und Text seien es gegönnt.

»Tannöd« bietet Abwechslung im Krimi-Allerlei, wobei Experten darüber streiten mögen, ob es sich bei dem Text überhaupt um einen Kriminalroman handelt.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Nicht meins..., 20. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Tannöd (Taschenbuch)
Ich wollte mal auch meinen Senf dazu geben:

a)
Teilweise kam es mir vor wie eine RTL Sendung. Ein Beispiel:
"Aber die Polizei wollte er nicht im Haus haben, gab er mir zu Antwort. 'Mit den uniformierten will ich nix zu tun haben' ".
Solche Beispiele gibts zwar nicht oft, dennoch kam es mir durchgehend so vor.

b)
Ich persönlich kann keinen wirklichen Sinn für die Einschübe sehen. Gebete, die zur Erlösung der Seele der Toten dienen soll. Es hätte gereicht, wenn nur am Anfang oder/und am Ende eines gewesen wäre.

c)
Einige stellen werden mehrmals wiederholt, weil es von verschiedenen Leuten, aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird. Das Buch wäre halb so lang, wenn dem nicht so wäre. Aber ehrlich gesagt entsteht, durch die sich widersprechenden Aussagen, eine einzigartige Atmosphäre.
Also das kann man beidseitig betrachten.

d)
Das Buch ist voller Zeitsprünge. Erst kommen einige Aussagen von Dorfbewohnern oder Beobachtungen, die von 3. Personen erzählt werden, dann mal wieder die Haupthandlung.
Die Zeitsprünge sind nicht unbedingt negativ. Sie haben ihren Sinn erfüllt. Der Leser spekuliert immer wieder neu, wer der Täter ist, wenn er das Ende nicht kennt.

e)
Das Ende hat mich am meisten gestört.
Es ist ziemlich unspektakulär. Der Höhepunkt der Aktion wird von einer 3. Person erzählt. Der eig. Dialog der zu den Morden geführt hat, wird vom Täter im nächsten Kapitel zusammengefasst. Man erlebt nicht die Emotionen des Täters, während seiner Tat.
Er gesteht zwar seiner Schwägerin (oder Schwester, bin mir grad nicht mehr sicher) die Tat und den Grund und wie er sich nach der Tat fühlt, aber das wichtige, wie sich die Sache zuspitzt, wird durch eine 3. Person berichtet. Man erfährt den Inhalt der Unterhaltung, aber nicht den Dialog.

Ich würde es auch nicht unbedingt als Krimi definieren. Wenn dann ist eine neue, für mich gewöhnungsbedürftige, Art der Kriminalliteratur.
Kann aber auch an meiner negativen Grundstimmung gelegen haben, da ich es als Schullektüre lesen musste.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Spannender Krimi Roman, 1. September 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Tannöd (Taschenbuch)
Das Buch wurde mir in einem super Zustand gesendet und ist zudem auch sehr spannend. Gerade weil es sich hierbei um eine wahre Begebenheit handelt die damals auf dem Hof in hinterkaifek zugetragen hat, finde ich es um so spannender. Es hat mich sehr mitgerissen und ich wollte zum Teil nicht mehr aufhören zu lesen weil es immer spannender wurde. Die verschiedenen Befragungen und der Stil wie es die Autorin verfasst hat bringt die Spannung sehr zur Geltung. Auch die Mischung aus Krimi und Roman ist sehr interessant zu lesen. Dieses Buch ist auf jeden Fall vor dem gleichnamigen Film zu empfehlen. Da es viel mehr Informationen und Zeit zur Verfügung stellt. Ich kann es nur weiter empfehlen :)
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ganz okay, 22. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Tannöd (Taschenbuch)
Inhalt:
Die gesamte Familie Danner samt Magd wurde auf dem Einödhof Tannöd auf brutalste Weise mit einer Spitzhacke ermordet. Die Dorfbewohner sind schockiert und fragen sich, wer so kaltblütig ist und selbst die zwei kleinen Kinder tötet. Vom Täter fehlt jede Spur. Deshalb werden Zeugen vernommen. Kann so der Mörder gefunden werden?

Autorin:
Andrea Maria Schenkel wurde am 21. März 1962 in Regensburg geboren. Nach ihrem Abschluss absolvierte sie eine Ausbildung bei der Post. Ihr Debütroman „Tannöd“ erschien 2006 und wurde sofort zum Spiegel-Bestseller. Andrea Maria Schenkel lebt zurzeit mit ihrer Familie in der Nähe von Regensburg.

Meine Meinung:
Der Roman „Tannöd“ beruht auf eine wahre Begebenheit – dem bis heute ungelösten Mordfall „Hinterkaifeck“, der mir schon vor dem Lesen der Lektüre bekannt war. Deshalb fielen mir auch einige Parallelen zwischen dem Buch und dem Mordfall auf. Erzählt wird „Tannöd“ aus mehreren Perspektiven von verschiedenen Menschen. Zum einen berichten Angehörige oder Bekannte der Opfer über die Geschehnisse, zum anderen gibt es auch Passagen in der Ich-Perspektive z.B. aus der Sicht der Opfer oder eines Landstreichers. Der Leser erfährt durch die ständigen Perspektivenwechsel immer nur einen kleinen Teil der Geschichte und muss selbst folgern, wie es weitergehen könnte. Der Schreibstil weist keine sprachlichen Besonderheiten auf und ist auf die jeweils „sprechende“ Person angepasst. Normalerweise lese ich keine Krimis: „Tannöd“ war meine Schullektüre und mit Abstand die beste, die ich bisher gelesen habe. Hat man einmal mit dem Lesen angefangen, möchte man das Buch am Liebsten nicht mehr aus der Hand legen. Dies liegt daran, dass sich immer mehr Spannung aufbaut, die sich bis zum Ende hin zieht. Der Leser möchte unbedingt erfahren, wer der Täter ist und warum er diese grausame Tat begangen hat. Am Ende gibt es auf diese offenen Fragen eine Antwort (die ich aber nicht verraten möchte). Nicht so gut gefielen mir an dem Roman die vielen Seiten mit Gebeten, welche den Lesefluss stören. Empfehlen würde ich „Tannöd“ Leserinnen und Lesern ab 15 Jahren. Es eignet sich durch die geringe Seitenanzahl auch gut als Klassenlektüre.

Insgesamt fand ich den Krimi „Tannöd“ gut, wenn man bedenkt, dass es sich dabei um eine Schullektüre handelt, die ich privat sicher nicht gelesen hätte. Leider störten mich die vielen Seiten mit Gebeten beim Lesen. Deshalb möchte ich gerne 3,5 von 5 Monden an das Buch vergeben.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der etwas andere Krimi., 10. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Tannöd (Taschenbuch)
'Tannöd' ist mein erstes Buch von Schenkel und bestimmt nicht das letzte. Die Tanners werden auf ihrem Einödehof ermordet. In unregelmäßiger Reihenfolge wird aus der Sicht des unbekannten Mörders, der Mordopfer und der Dorfbewohner das Geschehen geschildert. Die Tanners waren schon immer unbeliebt bei den Dorfbewohnern. Der Großvater terrorisiert seine Familie, während seine Frau wegschaut und sich um die Enkel Marianne und Josef kümmert. Deren Mutter, Barbara, hat keinen Mann, was in den 50ern schon Grund genug für Tratsch und Gerede war. Geizig und arrogant sind vor allem der alte Danner und seine Tochter. Gründe für deren Mord scheint es also genügend zu geben. Doch warum werden auch die gottesfürchtige Großmutter, die unschuldige neue Magd und die Kinder ermordet?

Die Handlung setzt im Frühling, im März, ein. Doch dieser ist nicht wie sonst, grau und kalt, regnerisch und windig ist er. Von Anfang an herrscht eine düstere, beklemmende Stimmung. Da sich der Krimi durch viele Perpesktivwechsel sehr schnell liest, habe ich teilweise doch überlegt, ob ich jetzt gleich weiterlesen will, was mich auf der nächsten Seite erwartet. Denn der Mord wird nicht gleich am Anfang geschildert. Nach und nach deckt sich alles auf. Die Gründe für die Tat, das Handeln des Mörders und auch die Dorfbewohner merken langsam, dass bei den Danners etwas nicht stimmt. So ist Marianne nicht mehr in der Schule gewesen und am Sonntag waren sie auch nicht in der Kirche.

Die Mördersuche ist spannend, erst kurz vor dem Ende habe ich meine falsche Fährte verlassen und geahnt wer der Täter sein könnte. Auch dass alle sich an den Ermittlungen 'beteiligen' ist eine willkommene Abwechslung und die wenigen Seiten, 125, lesen sich sehr schnell. Einzig die teilweise etwas übertriebene Sprache der Charaktere nervt etwas, ist zuviel des Guten. Außerdem hätte ich auf die vielen religiösen Auszüge verzichten können, aber das ist meine persönliche Meinung. 4 Sterne.
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24 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Über das Leben und Sterben auf dem Lande, 14. April 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Tannöd: Kriminalroman (Broschiert)
Dieser kleine Kriminalroman entzieht sich eines Vergleichs mit anderen Büchern dieser Gattung. Zudem darf sich der Leser fragen, ob es sich bei diesem Buch wirklich um einen "Krimi" handelt oder nicht vielmehr um eine gattungslose Erzählung, was ja keineswegs abträglich wäre.

Die Stimmung ist düster und erinnert an Bücher wie "Der Stille Ozean" des Österreichers Gerhard Roth, in dem ein ähnlich rohes, verrohtes Landleben den Leser schockiert.

Der Tatsache dass das Buch den 1. Platz beim "Deutschen Krimi Preis 2007" erhielt, sollte der interessierte Leser nicht allzu viel Bedeutung beimessen. Schon (viel zu) oft haben wir alle Bücher nur wegen eines Ehrenpreises gekauft - und waren hinterher enttäuscht. Auch Bücher müssen vermarktet werden, da hilft dann auch das Zitat ("ein Meisterwerk, ein Geniestück") so manchen (Groß-) Kritikers.

Stilistisch ist das Buch wie ein Zeitdokument aufgebaut. Berichte verschiedener Augenzeugen und Mitbürger werden protokollarisch wiedergegeben - und erinnern so, wohl nicht ganz zufällig, an eine polizeiliche Untersuchung. Das erleichtert zwar das Lesen in Etappen, ist aber literarisch eher anspruchslos. Als Hörspiel wäre diese Form allerdings gut vorstellbar. Auch die Sprache Andrea Maria Schenkels ist einfach und verrät süddeutsche Provenienz, letzteres ist aber nicht weiter störend.

Fazit: Ein düsteres Erstwerk, das nicht jedem (Krimi-) Leser gefallen wird. Dennoch dürfen wir gespannt sein, auf das, was da noch kommen mag.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Grusel im dunklen Wald, 27. März 2007
Von 
Dancer "JH" (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Tannöd: Kriminalroman (Broschiert)
ob alle Preise und Lorbeeren für diesen Krimi so berechtigt ist, das mag jede/r Leser/in für sich entscheiden. Es ist eine ordentliche LEistung, ohne Zweifel, aber in Ekstase versetzt mich TANNÖD nun auch nicht. Schenkel führt uns ins tiefe Bayern in den 50er Jahren, in der die Nachkriegszeit, die Armut, die Vergangenheit mit all ihren Sünden ins tägliche Leben hineinspielen. Sie erzählt knapp, schnörkellos, ohne Getue - ich mag das. Die Geschichte entfaltet sich zwar relativ vorhersehbar und das Ende überrascht keineswegs, aber bis dahin ist man gut unterhalten worden. Bin gespannt auf das zweite Buch der Autorin!

Heftig und in meinen Augen viel zu hoch ist der Preis: 12 EUR für 125 Seiten ist frech. Da man in in ca. 1,5 Stunden mit der Lektüre fertig ist, stimmt da das Verhältnis nicht so ganz. Hätte ich nicht über das Buch gehört und gelesen hätte mich dieser Preis abgeschreckt. So bin ich meuternd samt Buch zur Kasse.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen TannÖD, 3. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Tannöd (Taschenbuch)
Der Roman basiert auf einem wahren Mordfall, der sich 1922 in Oberbayern ereignete, und bei dem eine ganze Familie, samt Kindern und der neuen Magd, bestialisch auf ihrem Einödhof ermordet wurden.
Andrea Maria Schenkel hat die Geschichte in die 1950er Jahre verlegt und beschreibt die Geschehnisse in kurzen Kapiteln, in denen Zeugenaussagen der Dorfbewohner und die Perspektiven der Opfer und des Täters wechseln.

Durch die kurzen Passagen, der jeweiligen Aussagen der Dorfbewohner, wird ein oberflächliches Bild der Opfer und der Tat gezeichnet. Genauso, wie das eben bei Dorftratsch passiert. Doch auch die Kapitel, in denen Opfer und Täter gezeigt werden, gehen nicht in die Tiefe. Es war mir unmöglich in die Opfer oder den Täter einzutauchen, weil die Figuren flach bleiben und weder Motive schlüssig herausgearbeitet werden, noch so etwas wie Empathie oder Verständnis aufkommt.

Die Sprache versucht den Dialekt der Dorfbewohner zu vermitteln, was total in die Hose geht. Es ist ganz furchtbar zu lesen, wie hier durch halbherzige Einstreuungen versucht wird Lokalkolorit zu vermitteln.

Insgesamt ist das ein netter Versuch, einen Mordfall aus unterschiedlichen Perspektiven zu erzählen, leider bleibt es beim Versuch. Die Umsetzung ist so interessant wie der Dorftratsch samstags vor der Fleischtheke im örtlichen Supermarkt. Das ist weder ein Krimi, noch eine Sozialstudie oder sonst etwas, sondern nur eine Aneinanderreihung von oberflächlichen Aussagen. Es kommt keine Spannung auf, gibt keinerlei Überraschungsmomente, die Figuren sind blutleer, es bleibt flach und öd. Tannöd.

Das war der erste Roman, den ich in diesem Jahr gelesen habe und leider ein Griff ins Klo.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Dokumentarroman, 17. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Tannöd (Taschenbuch)
Das Buch schildert ziemlich exakt einen 6-fach Mord, der nach dem ersten Weltkrieg in einem Dorf in der Nähe von München passiert ist und nie aufgeklärt wurde. Warum die Autorin die Zeitverschiebung vorgenommen hat, ist mir nicht klar. Insgesamt gefällt mir die literarische Verarbeitung dieses Kriminalfalles. Die vielen geschilderten Details sind überwiegend authentisch, passen aber offensichtlich besser in die Zeit nach dem ersten Weltkrieg. Die Vermutungen zu Motiv und Täter sind jedenfalls plausibler als die Ermittlungen der Polizei, die von einem Raubmord ausging. Die Erzählform wird nicht jedem gefallen, passt aber m. E. gut zu dem Genre. Es wurden eben nicht nur viele Tatsachen sondern auch Vermutungen verarbeitet.
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13 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Zu viel erwartet - mehr Doku als Roman, 19. November 2009
Rezension bezieht sich auf: Tannöd (Taschenbuch)
Der Roman "Tannöd" von Andrea Maria Schenkel basiert auf der wahren Geschichte der Gruber-Familie, die in der Nacht vom 31. März zum 1. April 1922 auf dem Einödhof Hinterkaifeck erschlagen aufgefunden und dessen Mörder nie gefasst wurde. Die Eltern, die Tochter, deren zwei Kinder sowie die Magd, die an jenen Abend den Einödhof zum ersten Mal aufsuchte und für eine gewissen Zeit dort arbeiten sollte, wurden mit einer sogenannten Reuthaue erschlagen. Tatverdächtige und solche, die ein Motiv gehabt hätten, gab es viele. Bis heute ist der Mordfall HINTERKAIFECK ein Mysterium und beschäftigt neben Filmemachern und Schriftstellern selbst Internet-Communitys wie zum Beispiel die der Seite [...] wo viele Fakten zusammen getragen werden und Hobbydetektiv noch heute versuchen, Licht in den Fall Hinterkaifeck zu bringen.

Andrea Maria Schenkel nahm den Fall Hinterkaifeck als Romangrundlage, verlegte ihn aber auf die 50er Jahre. Die Namen der Opfer wurden alle geändert.

Das Buch berichtet in einer sehr gewöhnungsbedürftigen und mir bisher eher unbekannten Art und Weise (für einen Roman) über den Tag des Mordes und die Tage danach. Mehr oder weniger in den Fall involvierte Menschen geben in einer Art monologischem Interview Statements bezüglich der Opfer ab, beschreiben, wie sie sie erlebt haben, welche Beziehung sie zu ihnen hatten oder was sie fühlten, als sie die Opfer auffanden. Zeitlich springt A.M Schenkel gewaltig - mal schreibt sie minutiös, dann springt sie wieder zurück, dann wieder vor. Allerdings folgt man als Leser recht schnell und es tut dem Verstehen keinen Abbruch, auch wenn ich es zwischenzeitlich als nervig empfunden habe. Zwischen den interviewartigen Kapiteln folgen wiederum Kapitel aus der Sicht Dritter (u.a. dem Täter) oder der Autorin. Der Fall Hinterkaifeck (der mir sehr gut bekannt ist) wird eigentlich sehr gut beschrieben, so wie der wahre Fall bisher nachgezeichnet werden konnte. Nur gibt A.M. Schenkel am Ende dieses Romans im Gegensatz zum wahren Mordfall einen Täter preis - was ich in Anbetracht dessen, dass es sich bei diesem Roman beinahe um eine 1zu1 Adaption eines wahren Kriminalfalles handelt, doch ein wenig verwegen finde. Zwar stand dieser Verdächtige auch nach dem wahren Mordfall damals unter Verdacht, jedoch wurde seine Schuld nie bewiesen. Auch wenn Tannöd wohl letztendlich ein "fiktiver" Roman (Zeit- und Namensänderungen) sein soll, sind die Parallelen zum Mordfall Hinterkaifeck gravierend und basieren ja schließlich auch darauf. Ich weiß nicht, ob es klug war, hier durch die Blume den (und der ist wohl in diesem Fall gemeint) Verdächtigen Lorenz Schlittenbauer (den Namen, den er im Buch trägt, verrate ich hier natürlich nicht) zum Schuldigen zu machen. Auch ist bis heute nicht bekannt, wer die Dachziegel verschob, den (Flucht-)Strick befestigte und von wem die Kuhlen im Heu auf dem Dachboden stammen. A.M. Schenkel beschreibt im Roman einen Landstreicher, der sich unbemerkt auf dem Dachboden einquartiert hatte, um im rechten Augenblick die wohlhabende Familie zu berauben und der den Mord aus dieser Position heraus beobachtete.

Wer einen üblichen, spannenden Kriminalroman erwartet, wird bei diesem Buch eventuell enttäuscht sein. Zum einen erlaubt die Erzählweise (monologische Interviews) den Spannungsaufbau nicht. Es ist eher eine chronologische Aufzeichnung der Tatnacht bis zum Auffinden der Leichen. Kein Spannungsaufbau. Das mag aber auch nur ich so empfinden, da mir der Mordfall Hinterkaifeck bekannt ist und ich das Lesen vielleicht zu sehr auf mein Wissen bezog. A.M. Schenkels Schreibstil ist sehr kurz, ohne kitschige Zusätze. Wenn die Autorin die Menschen in ihren Monologen sprechen lässt, nehmen diese zum Teil den regional bezogenen Satzbau an, der sich vom Hochdeutschen doch etwas unterscheidet, jedoch verzichtete sie auf den oberbayrischen Dialekt, den wohl kaum einer verstände. Das hat mir eigentlich recht gut gefallen. Auch kommen die Düsterheit und Beklemmung recht gut rüber, auch wenn es bei diesem Buch letztendlich nicht viel rausreißt.
Was mich sehr gestört hat, ist das "Aufbauschen" des eh schon schmalen Büchleins mit Gebetsfloskeln. Ich weiß nicht, ob das hätte sein müssen. Aber eine Seite ist schnell überschlagen.

Mein Fazit: Das Buch ist bei knapp 120 Seiten schnell gelesen - die Spannung hat mir gefehlt, schließlich ist es kein Tatsachenbericht, sondern ein Kriminalroman! Hätte sich die Autorin entschieden, auf diese Weise eine Art Dokumentation des Falles zu erstellen, hätte ich gewusst, was auf mich zukommt. Ich habe aber einen Kriminalroman erwartet - und der bedeutet für mich in erster Linie Spannung.

Dies ist das zweite Buch (neben Feuchtgebiete), das immenses Aufsehen in der Öffentlichkeit erregt hat und bei dem ich im Nachhinein doch recht enttäuscht war.
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Tannöd
Tannöd von Andrea Maria Schenkel (Taschenbuch - 4. Februar 2008)
EUR 7,99
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