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4.0 von 5 Sternen NOTIZEN ZUR LITERATUR NACH 1945
Herrlich, wie sich viele Feuilletonkritiker, Germanisten, aber auch Leser über das erfolgreiche Buch "Lichtjahre" des FAZ-Redakteurs Volker Weidermann aufregen. Darf man auf diese Weise mit Literatur umgehen? Darf man versuchen, das oft bildungsgeschwängerte, verquaste Geschäft des Literaturkritikers, dessen Texte mehr über den Kritiker als über...
Veröffentlicht am 12. Januar 2007 von Dr. Reinhard Lahme

versus
8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Literaten-, nicht Literaturgeschichte
Als Reich-Ranicki-Schüler ist Weidermann dem Realismus verpflichtet, und so fallen auch die -eher spärlich dargebotenen- Urteile aus: Ein gutes Buch nennt er "wahr", am besten noch "lebenswahr"; ein schlechtes Buch zeigt sich "dunkel" oder "undurchdringlich". Schlichte Dichotomie. Und warum er ausgerechnet einen der wenigen Nicht-Kommunisten mit dem...
Veröffentlicht am 21. März 2007 von Sermondt


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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen NOTIZEN ZUR LITERATUR NACH 1945, 12. Januar 2007
Von 
Herrlich, wie sich viele Feuilletonkritiker, Germanisten, aber auch Leser über das erfolgreiche Buch "Lichtjahre" des FAZ-Redakteurs Volker Weidermann aufregen. Darf man auf diese Weise mit Literatur umgehen? Darf man versuchen, das oft bildungsgeschwängerte, verquaste Geschäft des Literaturkritikers, dessen Texte mehr über den Kritiker als über den zu besprechenden Text aussagen, interessanter, will sagen: populärer zu gestalten? Ja, natürlich darf man das, der Weidermann also auch. Sein Meister Marcel Reich-Ranicki hat es mit frappierendem Erfolg vorgemacht.

Nur: Die Mogelpackung "Geschichte der deutschen Literatur" hätte der Autor unbedingt vermeiden sollen, denn um eine solche handelt es sich bei seinem Werk natürlich nicht. Weidermann hat mitunter engagiert formulierte Notizen zu einigen Vertretern der deutschsprachigen Literatur nach 1945 vorgelegt. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Wertungsmaßstab ist sein eigenes Wohl-bzw. Mißgefallen, auch hier in der Tradition Reich-Ranickis stehend. Allerdings: Während der Guru der deutschen Literaturkritik sein Geschmacksurteil mit dem zu besprechenden Werk zu stützen sucht, zieht Volker Weidermann autorenbiographische Kenntnisse hinzu, die das neugierige Leserinteresse wecken, für die Beurteilung des jeweiligen Werkes jedoch nur selten taugen.

Ein erfrischendes, interessantes, aufregendes, ungerechtes, Emotionen schürendes,ärgerliches, nicht immer kenntnisreiches Buch - welche "Geschichte der deutschen Literatur" kann das schon von sich sagen!

Nachbemerkung: Also, Volker Weidermann, der Kunerts Günter, der muß nun wirklich rein in eine Neuauflage! Unbedingt!! Im Ernst!!! Und: Dem Germanistenschreiber Heinz Schlaffer ("Kurze Geschichte der deutschen Literatur") haben Sie es aber gehörig gezeigt - von wegen kaum mehr was nach 1945 mangels Bedeutsamkeit...
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Flott durch die Geschichte, 2. Dezember 2007
Rezension bezieht sich auf: Lichtjahre. Eine kurze Geschichte der deutschen Literatur von 1945 bis heute (Taschenbuch)
Nun, es ist keine Geschichte deutscher Nachkriegsliteratur im eigentlichen Sinn. Weidermann wählt aus, bewertet und kommentiert auf seine eigene, sehr subjektive Art. Der Leser wird das Buch auch danach beurteilen, ob sein Lieblingsautor erwähnt ist und wie mit ihm umgegangen wurde. Das Buch ist kein ,Wer ist wer' deutscher Schriftsteller im Deutschland ab der Stunde Null. Es ist eine Auswahl, gegliedert nach Exilliteratur, Literatur der Daheimgebliebenen, nach Ost und West, der Bogen wird bis in die Gegenwart gespannt. Ist man sich dessen bewusst, bietet es einen erfreulich umfangreichen Überblick.

Es handelt sich nicht um Autorenbiographien. Der Leser wird über persönliche Details zwar beiläufig informiert, auch werden nette Anekdoten erwähnt, das Hauptaugenmerk jedoch liegt auf den Werken der Dichter und besonders auf deren Wirkung und Wahrnehmung im gesellschaftlichen Leben und in den politischen Systemen jener Zeit.

Der schnörkellose Sprachstil - manchmal gefällig und flockig, manchmal beißend - verleitet dazu, das Buch viel zu schnell zu lesen. Man sollte sich Zeit lassen zwischen den Kapiteln und die Gelegenheit als Anregung nutzen, ein Buch des einen oder anderen Autors mal wieder aus dem Regal zu nehmen und noch einmal zu lesen. So manch ein Autor, den man für angestaubt hielt, kommt einem aktueller vor als man glauben mochte.
Ein Abriss deutscher Literatur, flott erzählt.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein leuchtendes Beispiel, 23. Dezember 2006
Ein wahrer Lichtblick im Nebel der Deutschen Literaturgeschichte sind diese "Lichtjahre". Das feindselige Tamtam, das das Buch bei seinem Erscheinen hervorrief, ist indes überhaupt nicht nachvollziehbar. Wer Weidermann Unvollständigkeit vorwirft, hat wohl das Vorwort nicht gelesen: gemäß seinem Vorbild Klabund will der Autor ganz bewußt eine subjektive Literaturgeschichte zusammenstellen. Und das ist ihm gelungen! Selten wurde solch ein Ansinnen mit so viel Enthusiasmus umgesetzt. Es ist ein wahrer Lesegenuß, an der persönlichen Literatur-Annäherung Weidermanns teilhaben zu dürfen. Mit Einfühlsamkeit, Bewunderung und Neugier nähert er sich seinen Objekten - und erzählt dabei so spannend, dass man fast bedauert, ihn nicht selbst schriftstellerisch tätig vorzufinden.

Sicher: manche der Einschätzungen kann man nicht teilen. Manche Autoren wird man in der getroffenen Auswahl vermissen. Aber wenn das der Preis der Klabundschen Subjektivität ist: gerne! Ich zumindest hoffe sehr auf eine Fortsetzung.
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4.0 von 5 Sternen Deutsche Literaturentwicklung nach 1945, 17. März 2007
Die größte Leistung des Buches liegt für mich in der systematischen Einordnung der deutschen Literaturszene nach dem 2. Weltkrieg. Dadurch gewinnt man einen Überblick von wichtigen Trends der Szene sowie bedeutenden Autoren. Die jeweiligen Beiträge sind meist kurz, informativ und subjektiv - letzteres soll wohl die Lesefreundlichkeit erhöhen, wirkt aber auch teilweise etwas unsachlich. Ost- und Westautoren werden gleichrangig behandelt, was ich sehr gut finde. Die Beiträge über Emigranten sowie die Dokumentaristen haben mir persönlich am Besten gefallen. Vermisst habe ich Alexander Osang bei den ostdeutschen Grenzüberwindern sowie Arnold Stadler im Kapital der sensiblen Weltbetrachter. Aber gut, der Autor musste natürlich eine subjektive Auswahl treffen. Für mich war das Buch anregend, mal wieder oder überhaupt einmal was von diesem oder jenem Autor zu lesen. Ich denke, dies war wohl auch das Ziel dieser kurzen Literaturgeschichte.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sturm im Wasserglas!, 12. April 2006
Die Aufregung, die gerade um "Lichtjahre" entstand, ist für mich schwer nachvollziehbar!
Hat der Autor doch wirklich erfrischend und kenntnisreich die Literatur der letzten sechzig Jahre beschrieben!
Das er dabei subjektiv vorgeht und polarisiert, macht das Buch lebendig und äusserst lesbar. Es ist kein Enthüllungsmachwerk und auch keine "Chronique Scandaleuse", sondern lediglich ein amüsanter und höchst abwechslungsreicher Spaziergang durch die Literaturszene der vergangenen Jahre.
Weidermann bedient sich dabei einer glänzenden Sprache und lässt sich auch nur in ganz wenigen Ausnahmefällen zu arg verflachenden Bildern hinreißen.
Die Gewichtung der Werke und ihrer Autoren ist Weidermann allerdings zu eigenmächtig geraten. So fehlen manche Autoren, die durchaus richtungsweisend waren, vollkommen.
Der Sturm der Entrüstung, der derzeit durch die Feulletons bläst, scheint mir dennoch arg übertrieben. Denn Weidermanns Herangehensweise - nämlich die Literatur mit den Autoren und ihren Biographien zu verknüpfen, birgt immer die Gefahr, Eitelkeiten zu verletzen.
Es bleibt aber ein ausgesprochen vergnügliches und - trotz Schwächen - höchst informatives Buch, dass einen guten Überblick über die Literatur von der "Gruppe 67" bis heute gibt.
Ich habe "Lichtjahre" sehr gerne gelesen!
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8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Literaten-, nicht Literaturgeschichte, 21. März 2007
Als Reich-Ranicki-Schüler ist Weidermann dem Realismus verpflichtet, und so fallen auch die -eher spärlich dargebotenen- Urteile aus: Ein gutes Buch nennt er "wahr", am besten noch "lebenswahr"; ein schlechtes Buch zeigt sich "dunkel" oder "undurchdringlich". Schlichte Dichotomie. Und warum er ausgerechnet einen der wenigen Nicht-Kommunisten mit dem Settembrini-Wort "politisch verdächtig" findet, bleibt mir unverständlich.

Aber das Buch lebt nicht von den eher mauen Verdikten, sondern von seiner Anekdotenliebe. Die Schriftsteller-Biografie hinter dem Werk interessiert Weidermann, und da er Platz sparen möchte, eilt er behende durch die skurrilsten Anekdoten deutschsprachiger Autoren: Ein Leser, der erfahren möchte, wer sich genital verstümmelte oder wer in Chruschtschows Badehose herumschwamm, ist hier genau richtig. Und da vieles davon altbekannt ist, würzt der FAZ-Rezensent sein Buch mit einer Reihe persönlicher Begegnungen mit diversen Autoren. Seine natürliche Neugier lässt ihn hier die findigsten Beobachtungen machen.

Wer den schnellen Galopp an Schriftstellerseelen vorbei unternehmen möchte, hat mit diesem Buch einen kurzweiligen Begleiter.
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30 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen flott flotter am flottesten, 14. April 2006
Von 
M. Kokoschka "Skeptiker" (Frankfurt/M Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Ich habe mich doch immer gewundert, dass das Feuilleton der so hochgelobten FAZ-Sonntagszeitung so viel schaler ist als das brillante der Normalausgabe, ja gelegentlich diesen billigen, schonenden Boulevardgeschmack hat. Ich dachte, ja, ja, neue Käuferschichten erschließen, die, die sonntags die Beine aufs Sofa ziehen und nach dem Verdauungsbäuerchen sich was nicht allzu Anstrengendes über Kultur reinziehen wollen. Jetzt kam mir ein anderer Verdacht: Das könnte an diesem flotten maketingbewussten Chefredakteur liegen, der auch Lichtjahre. Eine kurze Literaturgeschichte der deutschen Literatur geschrieben hat. Literaturgeschichte? Diese Anekdotensdammlung? Das ist glatte Hochstapelei! Aber wie geschickt, selbstgefällig und bar jeder Selbstkritik er es einem andreht! Gegen den Akademismus wendet er sich, der so trocken sei und gegen den er den Mut zur Subjektivität und seine - achgottachgott - Leidenschaft setze. Leidenschaft, wow, das klingt gut und saftig. Doch erstens: Was verkauft sich besser als Leidenschaft und zweitens, Moment mal: Leidenschaft wofür? Jedenfalls nicht für das, worum es gehen sollte: Struktur, Stilmittel, Sound, Sprache und das, was sie uns erschließt, kurz: Leidenschaft für das Erlebnis des Buches. Stattdessen Leidenschaft für die flutschigen Anekdoten und, da die Literaturgeschichte ja kurz sein soll, Werturteile, geäußert in fröhlicher Hemmungslosigkeit, gern in Häufungen wertender Adjektive (so, als sagt einer auf die Frage: wie findest du das Buch: toll, wahnsinn, echt klasse) die der Begründung nicht bedürfen. Marktgerechter geht's nimmer.
Leidenschaft hat er weniger für die Werke, mehr für die Biografien der Personen, die sie verfassen. Das geht rein, das geht runter und vor allem: das verkauft sich gut. Als würde man was über Relativitätstheorie rüberbringen, wenn man erzählt, was fürn netter Kauz doch der Einstein war.
Auch der Reich-Ranicki, ungefähr sein Vorgänger auf dem Posten, vor dem er artig seinen Diener macht (es wäre ja auch dumm, sich mit dem Papst anzulegen), verkauft seinen privaten Geschmack als objektives Urteil, doch immerhin begründete der es wenigstens noch aus dem Werk heraus. Darauf wird hier fast gleich ganz verzichtet. Weg mit allem, was anstrengend (und das heißt verkaufbremsend) sein könnte. Doch zur Belohnung hat ihm der Papst, der stets mit seiner Unbestechlichkeit hausieren geht, was Verkaufsförderndes auf den Deckel geschrieben. Riecht auch nicht gut. (Doch man weiß ja, wie's die Krähen mit dem Augenaushacken halten.)
Fast alles Meinung, wenig Gründe, kaum Analyse. Dafür leckere Storys über rausgeschnüffelte und oft unbekannte Details aus den Lebengeschichten der Autoren. Klar, der Mann will Erfolg haben. Hat er auch. Aber verdient hat er ihn nicht.
Beispiel: Die Abwatschungen von Autoren, denen bescheinigt wird, sie hätten schlechte Laune, darunter Christoph Hein und Jurek Becker. Seit wann zum Kuckuck ist Laune eine literaturrelevante Kategorie? Geht`s überhaupt noch flacher, noch populistischer? Sicher, dem Mann geht's auf dem Posten vermutlich nicht übel und was sind wir doofe Deutsche auch immer so blöd bekümmert, statt ständig Ich-AGs zu gründen, anständig zu konsumieren, um den armen Unternehmen Absatz zu bescheren und im übrigen die Geschichte auf sich beruhen zu lassen und optimistisch aus der Wäsche zu gucken wie globalisierungsmäßig angesagt? Ob der da nicht die Besonnung seiner privaten Karriere-Lichtjahre auf die deutsche Literaturgeschichte projiziert? (Es gibt ja auch Autoren, die schreiben sonnige Bücher, weil ihre Frau das erste Kind gekriegt hat. Wenn der alles biografisiert, dürfen wir das beim ihm auch!)
Nein, die Literaturgeschichte, die dem akdemischen Trockenfutter von Martinis Literaturgeschichte was Zeitgemäßeres entgegensetzen könnte, steht noch aus. Warum schreibt sie nicht der Hubert Winkels von DLF? Dem würde ich sie zutrauen. Hallo Herr Winkels, machen sie`s doch, bitte! Ich bin sicher, sie würden uns nicht Autorenanekdoten als Literaturgeschichte verkaufen (das entnehme ich ihren klugen Fragen beim LCB-Abend in Anwesenheit des hier zur Diskussion stehenden Autors, aber hätten Sie doch nur mal richtig auf die Kacke gehauen!)!
Und noch was: Dem Mann, dem Buchautor jetzt, fehlt das Gefühl für Takt und Proportion, Augenmaß, die Einfühlung. (Liegt wahrscheinlich an seiner unwahrscheinlichen Leidenschaft). Über Walser, den er schnöselig und vorsichtshalber ganz im Mainstream abkanzelt: Von mir aus soll er doch von Auschwitz loskommen. An solchen Sätzen merkt man: Da fehlt's an Differenzierungsvermögen, auch an feeling.
Kurz: Solche Marketingkalkulaoren brauchen wir nicht.
Doch von mir aus kauft euch dieses marktkalkulierte Buch, der äußerst leidenschaftliche Autor wird sich über die klingelnde Kasse freuen, und womöglich habe ich euch umsatzfördernd neugierig gemacht, oh Gott, was für Zeiten ....
Ich kann's euch nicht verübeln, denn das Dumme ist: wenn man es kennen lernen will, kauft man es, und durch den Kauf erkennt man es an. Kapitalismus eben.
Dennoch: das Buch von Herrn W. könnte Nicht-Leser zur Literatur locken und ich liebe die Literatur... daher zähneknirschend ein Sternchen mehr... seufz
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Schiefe Proportionen, 10. Dezember 2013
Normalerweise muß man bei neueren Literaturgeschichten nur das letzte Kapitel, das mit den Zeitgenossen, austauschen oder sich fortdenken. Hier liegt die Sache anders. Die Proportionen stimmen generell nicht. Vier Seiten W. G. Sebald gegen eine Seite Grass. Sechs Seiten Maxim Biller gegen eine halbe Seite Heiner Müller. Mit einem Wort: Journalistik gegen Dichtung. Immerhin darf man froh sein, daß es sich bei Biller um einen FAZ-Kollegen des Autors handelt. Wäre Weidermann für den Spiegel tätig, hätte er wohl noch Elke Schmitter mit ins Buch genommen.
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12 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen intergalaktisch gut, 23. März 2006
Wer bis jetzt noch keine Ahnung hatte, was nach 1945 für schräge, lustige, traurige, herzzerreissende, hirnrissige, schreckliche, liebevolle, kranke, schöne, faszinierende, gute oder schlechte Bücher erschienen sind und sich über Anekdoten und Wissenswertes über die betreffenden Autoren freut, der wird diesen Kauf mit Sicherheit nicht bereuen.
einfach gut.
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20 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Literaturpolitik Pur, 12. Januar 2007
Weidermanns Zusammenstellung von deutscher Literaturgeschichte entspricht eher den literaturpolitischen Vorgaben seines Immer-noch-Chefs Reich-Ranicki als den tatsächlichen Gegebenheiten. Sein Buch ist kein Who is who? sondern eine sorgfältig ausgeklügelte Mischung aus Empfehlungen für Literaturhäuser.

Die deutsche Literaturmafia, zu der auch Weidermann zählt, hält eben zusammen wenn es um die Vergabe von Lorbeeren und infolge dessen auch um Vergabe von Stipendien und Fördermitteln geht.

Die in dem Buch erwähnten Autoren fallen nahezu alle unter die Kategorie "Stipendienstricher", manche von ihnen können schreiben, andere schlichtweg nicht : Sie werden trotz Weidermanns List in der Abyss verschwinden, vor allem die schriftstellernden Hausfrauen vom Schlage Judith Hermann.

Wie tendenziös Weidermann seine Schäfchen auswählte, zeigte er vor allem durch das "Totschweigen" eines

Autors, den er uns 2004 noch als einen der "besten deutschsprachigen Autoren der jüngeren Generation" verkaufen wollte: Thor Kunkel. Nach der Hexenjagd, die von anderen feuilletonistischen Selbstdarstellern

auf Kunkel gemacht wurde, folgte Weidermann dem Befehl der FAZ-Zentrale Frankfurt: Er distanzierte sich

von Kunkel um seine eigene Karriere nicht zu gefährden.

Der Opportunist Weidermann hat ein Buch vorgelegt: Interressant daran ist nur wen er bewußt vergessen hat.
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Lichtjahre. Eine kurze Geschichte der deutschen Literatur von 1945 bis heute
Lichtjahre. Eine kurze Geschichte der deutschen Literatur von 1945 bis heute von Volker Weidermann (Taschenbuch - 6. August 2007)
EUR 9,50
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