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32 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartige Literatur, 22. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Verlockung: Roman (Taschenbuch)
Ein großartiger Roman! Es geht um die Geschichte des Bauernjungen Béla. Seine Mutter Anna erlag mit 16 eine Nacht lang dem Charme des schönen und zwielichtigen Miska. Das Ergebnis ist Béla, den Anna im Dorf bei Tante Rozika abgibt, einer ehemaligen Prostituierten, die davon lebt, uneheliche Kinder auf- und ihre Mütter auszunehmen. Anna verlässt das Dorf, um in Budapest zu arbeiten.
Bélas Kindheit ist geprägt von der dörflichen Armut und den Grausamkeiten Tante Rozikas, die ihn wie einen Knecht schuften lässt, weil Anna nicht regelmäßig für Béla zahlen kann. Selbst das Recht zur Schule zu gehen, will Tante Rozika dem aufgeweckten und wissbegierigen Kind verweigern. Als Béla älter ist, nimmt Anna ihn mit nach Budapest. Sie wohnen in einem heruntergekommenen Mietshaus und Béla findet Arbeit als Boy in einem vornehmen Hotel. Durch Fleiß und Ausdauer erarbeitet er sich eine bessere Position und kann seine Mutter unterstützen. Ein Kollege macht ihn mit den kommunistischen Idealen bekannt und hält immer wieder den Kopf für ihn hin. Béla verliebt sich in eine schwerreiche Frau, Dauergast des Hotels, die ihn nur ausnutzt. Nicht einmal seinen Namen merkt sie sich, sie nennt ihn Andras, wie den Boy vor Béla, mit dem sie das gleiche Spiel getrieben hat. Béla vergisst darüber fast, dass er ein Dichter ist und Ideale hat. Über allem schwebt für ihn immer die Hoffnung, eines Tages nach Amerika zu gehen und das Elend hinter sich zu lassen.
Die Geschichte Bélas trägt viele autobiographische Züge des Autors. Sehr eindrucksvoll beschreibt Székely ein Stück ungarischer Geschichte zwischen den Weltkriegen und vor allem das Leben der armen Bevölkerung. Unglaubliches Elend wird unglaublichem Reichtum gegenübergestellt, die Freiheit der Gedanken ist stets bedroht von Regierungsspitzeln und der Staatswillkür. Eine Welt, in der ein Junge wie Béla vielen Herausforderungen trotzen muss, damit im täglichen Überlebenskampf seine Menschenwürde nicht auf der Strecke bleibt. Ich habe das Buch verschlungen!
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35 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fesselnd!, 27. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Verlockung: Roman (Taschenbuch)
"Mein Leben begann wie in einem Kriminalschmöker: Man wollte mich ermorden."

Mit diesem Satz beginnt die Geschichte des Bauernjungen Béla, der als unehelicher Sohn einer Wäscherin bei einer lieblosen Ziehmutter auf dem Land aufwächst, wo seine Träume von Armut, Hunger, Kälte und Grausamkeit erstickt werden. Er muss lernen sich durchzusetzen und zu kämpfen, um in dieser harten Welt zu bestehen und nicht unterzugehen. Erst im Jugendalter, mittlerweile sind die zwanziger Jahre angebrochen, bekommt er die Gelegenheit, bei seiner Mutter in Budapest zu leben und dort als Page in einem noblen Hotel zu arbeiten.

Doch der Traum vom großen Geld bleibt aus, und wieder muss Béla um sein Überleben kämpfen. Während er und seine Mutter kaum Geld für die Miete im Armutsviertel haben und jedes Stück Brot hart erspart werden muss, wird er bei seiner Arbeit im Hotel täglich mit Glanz, Festen und Verschwendung der Reichsten Ungarns konfrontiert. Als er sich in die schöne Dame von Zimmer 205 verliebt und in die Intrigen der rechten Parteien des Landes hineingezogen zu werden droht, muss er sich entscheiden zwischen Geld und Gewissen.

Die Kindheit Bélas erinnert an die eines Waisenkindes aus der Feder von Charles Dickens, und jagt einem Schauer über den Rücken, angesichts der Lebensverhältnisse der Kinder. Auch im weiteren Verlauf des Buches ist die immerwährende Armut der untersten Gesellschaftsschicht stets präsent. Dennoch liegt über der Lektüre des Buches keine durchgehend düstere Atmosphäre, dafür versprühen die Charaktere zuviel Hoffnung, Lebensmut und Witz um mit ihrer Situation fertig zu werden und nicht zu verzweifeln.

Jede Figur im Buch, sei es auch nur eine Nebenfigur, ist einzigartig und facettenreich, jedes Wort auf den vielen Seiten scheint an genau der richtigen Stelle zu stehen, ohne dass die Sätze überladen oder überkonstruiert wirken, was das Lesen zu einem richtigen Erlebnis macht. Nicht eine langatmige Stelle gibt es und das, obwohl die Handlung eher langsam voranschreitet.

Das Buch hat mich nicht nur gefesselt, sondern förmlich eingesogen und ist eines der Besten, die ich in diesem Jahr bisher gelesen habe.
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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderbarer Roman, 28. März 2008
Rezension bezieht sich auf: Verlockung: Roman (Taschenbuch)
Das Buch spielt in Ungarn, zwischen den Weltkriegen. Ein großer Teil der Bevölkerung ist bettelarm (und erträgt dieses Schicksal stoisch und mit unglaublicher Leidensfähigkeit) die Oberschicht wird reich, selbstverliebt und unbekümmert gezeichnet. Zwischen diesen Gesellschaftsschichten herrscht ein immenses Machtgefälle, das jede gesellschaftliche Veränderung im Keim erstickt. Unterdrückung, Willkür und Vetternwirtschaft sind an der Tagesordnung.

Erzählt wird die Lebensgeschichte des jungen Bela. Unehelich geboren, in bitterster Armut aufgewachsen kommt er nach Budapest und lebt mit seiner Mutter in einem der Armenviertel am Rande. Als es ihm gelingt, eine Stelle als Page in einem Luxushotel zu erhalten, pendelt er fortan zwischen diesen beiden Welten. Durch die Gefühle, die er für eine geheimnisvolle Frau, Dauergast im Hotel, entwickelt, gerät sein Leben auf dramatische Art aus dem Gleis. Ausgelöst durch diese Ereignisse, die sein Leben fortan bestimmen werden, beginnt zum ersten Mal wirklich über gesellschaftspolitische Fragen nachzudenken.

Das Buch ist großartig erzählt. Der Autor hat eine kraftvolle, bildhafte Sprache, die die Geschichte wie einen Film vor dem inneren Auge ablaufen lässt. Er schafft lebendige, ausdrucksvolle Charaktere und hält die Spannung den ganzen Roman über. Die Schilderung der gesellschaftlichen Situation (Anfang des 20. Jahrunderts!) geht unter die Haut.

Ich konnte das Buch, nicht mehr aus der Hand legen und bedaure, dass die ursprünglich geplante Fortsetzung nicht mehr erschienen ist.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mitreissend: János Székelys Verlockung, 6. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Verlockung: Roman (Taschenbuch)
Zuallererst ist dies ein wunderbares Buch, das tiefste und leidenschaftlichste, das mir bisher begegnet ist und zugleich das spannendste und verrückteste, das traurigste und komischste, und ich weiß, dass selbst diese Superlative die Qualität des Buches nicht beschreiben können. Und es gibt Bilder in Székelys Sprache, die sind umwerfend, weil sie so gut sind.
Székely erzählt die Geschichte des Jungen Béla, der, in unfassbarer Armut aufwachsend, zum Liebhaber "Seiner Exzellenz" aufsteigt und als Kämpfer zu den Seinen, den Mittel- und Rechtlosen, zurückfindet.

Es ist ein ganz und gar parteiisches Buch. Hier die Machtlosen, dem die Zuwendung des Autors gilt, und dort die Mächtigen, die er mit Spott, Hohn und Verachtung abhandelt. Und doch ist sein Roman alles andere als platt oder gar propagandistisch. Dafür sind die Machtlosen selbst zu fehlerhaft, lasterhaft und schwächlich. Und es gelingt dem Autor, seine Parteilichkeit auf den Leser zu übertragen. Ich habe mit Béla und seinen Leuten gelitten und gekämpft und gehofft, auf ein besseres Leben.

Gleichwohl, die Machtlosen sind nicht immer die Unterlegenen. Zwei Szenen, die ich für die besten des Buches halte, belegen dieses. Im Wettstreit des Händedrückens zerquetscht Bela die Hand des skrupellosen Abgeordneten, nachdem dieser zuvor das Gleiche bei Béla versucht hat und gescheitert ist. Und das im Angesicht "Seiner Exzellenz", deren Schönheit und Laszivität alle Männer verrückt macht! Und dann die Szene, als Bela von "Seiner Exzellenz" gerufen wird und sie ihn, halbnackt, in ihrem Zimmer empfängt. Sie spielt mit seiner Erregung, gerät selbst außer Sinnen und als er, angestachelt davon, über sie herfällt, nimmt sie sich, was ihr impotenter Mann nicht geben kann. Eindringlicher, leidenschaftlicher und ästhetischer kann Erotik nicht geschrieben werden; es ist das schärfste, was ich dazu gelesen habe. Und zugleich ist diese Szene viel mehr. Sie ist der Höhepunkt der gegenseitigen moralischen und psychischen Ausbeutung, und diese ist, naturgemäß, gegenseitig.

Insofern ist die Verlockung, der Béla erliegt, oberflächlich nichts anderes, als die Verlockung, der "Seine Exzellenz" erliegt. Tatsächlich sind die Unterschiede aber eben doch gravierend, und deshalb entsagt Béla, als sein Verstand wieder die Oberhand gewinnt, seiner Leidenschaft, wenn auch unter großen Schmerzen, und kämpft hinfort auf der richtigen Seite um Leben und Freiheit, mit den Unterdrückten, gegen die Unterdrücker.

Warum leben Leute wie János Székely nicht länger? Der Roman ist ja nicht zu Ende, und ich hätte gern erfahren, was Béla die Jahre danach, in anderen Umständen, wie etwa unseren heutigen demokratisch verfassten Gesellschaftenn, widerfahren wäre. Verlockungen sind allgegenwärtig und entstehen in immer neuer Verkleidung, wie wäre er damit umgegangen?
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ...ein Glücksgriff..., 21. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Verlockung: Roman (Taschenbuch)
...war dieser Spontankauf: ich war auf der Suche nach einem autobiografischen Roman und entdeckte "Verlockung". Der Klappentext sprach mich an. Und dann zog mich diesr Roman vor wenigen Tagen in einen Bann, den ich selten erlebt habe: Die schonungslos und tabulos beschriebene, grausame Kindheit des Jungen Béla, der kein Vertrauen zu nichts und niemandem entwickelt, bis er endlich in die Schule gehen darf, um sich aus seinem Elend durch Schreibenkönnen herauszukatapultieren; die Grausamkeit der Armut und die Rohheit der armen Menschen, die nicht einmal die Befriedigung der niedersten Stufe menschlicher Bedürfnisse wie Essen, Trinken, Schlafen, ein warmes Bett und menschliche Nähe ermöglicht...mancher Hund lebt besser als dieser Junge. Er ergreift jede sich bietende Chance, um zu überleben und ein bisschen von seinem Lebensglück zu träumen, und kann dabei in die Waagschale des Schicksals nur wenige Dinge werfen: seinen Bildungshunger, seine Neugierde, seine Zähigkeit, und dann später als junger Mann, seine Kraft und, last but for sure not least, sein gutes Aussehen.
Nein, dieser Roman ist nicht warmherzig, ebenso wenig wie Béla ein "herzige Kind" war. Aber er ist von einer solchen Klarheit, Reinheit des Denkens und Fühlens, das mir beim Lesen wirklich manchmal die Tränen kamen, nicht nur die des Mitgefühls, sondern auch die der bitteren Erkennntnis: ja, so ist das Leben ureigentlich. Auch zu meinem ganz persönlichen "Lieblingsthema", dem doch riesigen Unterschied im Fühlen, Denken und Handeln von Mann und Frau, leistet dieser Roman klärenden Beistand....letztlich ist Bélas Mutter, die ihn als Kind, wohl wegen der sozialen Umstände, total vernachlässigt, eine "Heilige", da sie, wie so viele Frauen, in nahezu masochistischer Weise liebt und zu Bélas Vater steht, der sie betrügt, wo er kann, der ihr aber auch die (einzige?...bin noch nicht ganz durch das Buch....habe noch spannende 320 Seiten vor mir!)) Liebe gibt, die sie in ihrem Leben je erfährt: eine sehr irdische, körperliche, aber auch seelisch-emotionale Liebe. Eine dritte Form, die der hier bei amazon auch erörterten "spirituellen" Liebe zeichnet sich, bisher jedenfalls, im Kosmos des jungen Béla, in seiner Lebenswirklichkeit nicht ab, wie könnte sie auch, wenn die alltägliche Realität der Menschen absolut unbarmherzig ist. Ich bin riesig gespannt, wie die Geschichte weitergeht....aber eines kann ich an diesem Punkt schon sagen: dieser Roman ist mit das Beste, was ich überhaupt je las. Ich hatte die Hoffnung auf einen für mich neuen literarischen Fund dieser Art eigentlich, z.B. nach der Lektüre der unnachahmlichen Irene Nemirovsky, aufgegeben. Interessanterweise sind Szekely, der später unter amerikanischem Pseudonym Hollywood-Drehbücher schrieb, und I.N. Zeitgenossen gewesen, sie allerdings entkam den Nazi-Schergen nicht und liess ihr Leben früh (KZ), er schaffte es, in die USA zu emigrieren. Viele Autoren aus dieser Zeit und Emigrationszugehörigkeit sind außerordentlich lesenswert und von einer freizügigen, tabulosen Art bestimmt, die man heute als Leser mit absoluter Überraschtheit zur Kenntnis nimmt.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartige Erzählung, 20. September 2007
Rezension bezieht sich auf: Verlockung: Roman (Taschenbuch)
Der Roman von János Székely Verlockung" ist eine großartige Erzählung über die zwanziger Jahre in Ungarn.
Székely erzählt facettenreich und mit kraftvoller Sprache. Die Schilderung der Kindheit des kleinen Béla, die herrschende Armut
der Bauern, ist zum Teil bedrückend, wird aber durch den feinen Humor immer wieder gemildert. Der Roman ist sehr unterhaltsam,
manchmal ein bisschen langatmig. Doch gerade durch die detaillierte Schilderung von Personen und Orten entsteht ein
sehr lebendiges Bild zwischen Arm und Reich und den Sorgen und Nöten von Heranwachsenden in Budapest zwischen
den beiden Weltkriegen. Der Wunsch Bélas die Armut hinter sich zu lassen, aus seinem Leben etwas zu machen, vielleicht nach
Amerika zu gehen, gibt dem Roman durchweg Spannung.
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5.0 von 5 Sternen Geschichte von unten, 22. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Verlockung: Roman (Taschenbuch)
Ein Roman, für den man sich Zeit nehmen muss; spannend geschrieben, man bangt mit dem Protagonisten, leidet und hofft mit ihm, meist jedoch vergeblich... das Buch wirft einen ungewohnten und gnadenlosen Blick auf die Zustände in Österreich-Ungarn zur Kaiserzeit, fern von jeder romantischen Verklärung.
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5.0 von 5 Sternen Ein Meisterwerk, 7. März 2013
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Verlockung: Roman (Taschenbuch)
Das Buch ist ein Meisterwerk, es erinnert zum einen an "Ein Mann will nach oben" von Fallada, zum anderen entführt es den Leser in das Ungarn der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts, man wird direkt hineinversetzt in eine andere Zeit, in eine andere Welt, fremd und doch erstaunlich vertraut (ähnlich wie bei Büchern von Joseph Roth).
Man kann allerdings von Glück sagen, wenn man das Buch TROTZ seines Einbandes liest: In der Kurzbeschreibung auf dem Buchrücken schwärmt die "Brigitte" davon, daß das Buch von Erotik handele, und vorne abgebildet ist eine versonnen dreinschauende Dame.
Beides vermittelt ein völlig falsches Bild von dem Inhalt des Buches: Es geht um die menschenverachtenden Zustände in den armen Schichten der 20er Jahre und um die brutale Trennung von Arm und Reich, um die zauberhafte Welt, wie sie ein 16jähriger sieht und fühlt, um die Erkenntnisse und schmerzhaften Einsichten, die er sukzessive gewinnt - und ja: In diesem Zusammenhang geht der Protagonist auch unter anderem mit einer reichen Frau in's Bett, aber die Schilderungen dazu nehmen einen so geringen Raum ein, daß es Unfug ist zu behaupten, das Buch handele von Erotik. Auch die Frau, die vorne auf dem Buch abgebildet ist, kommt in dem Roman überhaupt nicht vor. Es gibt dort eine Frau, aber die hat rote Haare, ist ebenso unglücklich wie alkoholsüchtig und wird als dekadente Lebefrau dargestellt, hat also mit dem bürgerlichen, blassen Wesen auf dem Buch nichts gemeinsam.
Der Einband möchte einem weismachen, es handele sich um einen herrlich schnulzigen Liebesroman. Nicht daß ich grundsätzlich etwas gegen Herz und Schmerz hätte, auch seichte Kost kann köstlich schmecken, aber bei diesem ausgezeichneten und unglaublich niveauvollen Buch führt eine solche Aufmachung dazu, daß Leser, die das Buch sicher großartig fänden, es gar nicht erst zur Hand nehmen, und Leser, die nur auf erotische Liebesszenen hoffen, enttäuscht sein dürften.
Entsprechend gemischt waren meine Gefühle, als ich das Buch eben bei Amazon nachbestellen wollte und feststellen mußte, daß es nur noch gebraucht zu erhalten ist. Einerseits ist es eine Schande, daß ein solches Buch nicht direkt in neuer Auflage erscheint; andererseits kann man ja nun vielleicht hoffen, daß eine Neuausgabe mit anderer Aufmachung der literarischen Qualität des Werkes ein bißchen mehr gerecht wird.
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5.0 von 5 Sternen Unbedingt lesen!, 10. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Verlockung: Roman (Taschenbuch)
Das Beste, das ich seit langem gelesen habe. Lassen Sie sich von der Dicke des Buches nicht abschrecken. Ich habe jede der etwas über 800 Seiten genossen. Eine inhaltliche Rezension erspare ich mit. KAUFEN, Zeit nehmen, lesen! Schade, dass der Autor die ursprünglich geplanten Fortsetzungsromane nicht mehr schreiben konnte.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spontankauf der sich gelohnt hat, 3. März 2010
Von 
Birgit Häußler (Stuttgart) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Verlockung: Roman (Taschenbuch)
Nachdem bereits ausführlich auf den Inhalt des Buches eingegangen worden ist, wurde mir dieser Teil der Rezension ja nun schon abgenommen (Danke!) :-)

Ausnahmsweise erwarb ich diesen Roman nicht bei amazon, sondern er fiel mir in einem dieser Büchergestellen welche gerne in kleineren Geschäften rumstehen auf.
Nicht weil mich das Cover oder der Titel besonders ansprachen, sondern weil er schlampig in ein Fach zurückgesteckt worden war.Ich nahm ihn deswegen also in die Hand, um eine passendere Einsteckstelle für den dicken Wälzer zu suchen.
Zwangsläufig las ich den Titel und automatisch überflog ich dann die Inhaltsangabe.
Las sich nicht schlecht (wahrscheinlich auch, weil ich selbst aus der gastronomischen Ecke komme)und ich wußte, daß ich aufgrund eines Krankenhausaufenthalts demnächst sehr viel Zeit zum Lesen haben würde...gekauft!

Nach zwei Lesetagen/-nächten war ich mit dem Roman durch und kann jetzt sagen, daß sich manche Spontankäufe auch lohnen können :-) Mit diesem Buch jedenfalls verhält es sich so.

Die beschriebenen Lebensumstände des Protagonisten drückten nicht auf die Tränendrüsen oder waren besonders pathetisch dargestellt und dennoch....einige Tage lang freute ich mich ganz besonders über mein kuschelig warmes Bett in angenehmem Raumklima und aß die knusprigen Frühstücksbrötchen mit einem anderen Gefühl.
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Verlockung: Roman
Verlockung: Roman von János Székely (Taschenbuch - 11. September 2007)
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