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71 von 77 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Buch im Buch
Ich habe 'Nachtzug nach Lissabon' gestern Nacht fertig gelesen. Aber ich bin mir sicher, daß dieses Buch mich noch länger im Hinterkopf begleiten wird.
Zuerst mal: Die Vergleiche mit Zafóns Büchern sind meiner Meinung nach berechtigt. Wer den 'Schatten des Windes' und das 'Spiel des Engels' mochte, mag durchaus auch an diesem Buch Gefallen...
Veröffentlicht am 26. August 2009 von Jenny Hörichs

versus
49 von 57 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Philosophie mit Klischee
Die Rezension "langweilig" einiger Vorrezensenten war für mich eher Ansporn als Abschreckung, das Buch zu lesen. Wenn Sprache und Form stimmen, brauche ich keinen oberflächlichen Spannungsrausch, der mich an ein Buch fesselt. Bei diesem Roman erscheint es mir aber so, dass der Autor als Philophie-Wissenschaftler sein zuweilen interessantes Gedankengut einem...
Veröffentlicht am 12. August 2007 von Schöngeist


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71 von 77 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Buch im Buch, 26. August 2009
Rezension bezieht sich auf: Nachtzug nach Lissabon (Taschenbuch)
Ich habe 'Nachtzug nach Lissabon' gestern Nacht fertig gelesen. Aber ich bin mir sicher, daß dieses Buch mich noch länger im Hinterkopf begleiten wird.
Zuerst mal: Die Vergleiche mit Zafóns Büchern sind meiner Meinung nach berechtigt. Wer den 'Schatten des Windes' und das 'Spiel des Engels' mochte, mag durchaus auch an diesem Buch Gefallen finden. Es ist die Art, wie diese Bücher geschrieben sind, die Poesie vermischt mit ein bisschen Philosophie, die Melancholie, die einem beim Lesen erfassen mag, das Durchleben der Leben der Charaktere.
Dann gibt es da natürlich nach die Parallelen in der Handlung bzw dem Handlungsrahmen. Hier liegt der 'Schatten des Windes' dem 'Nachtzug nach Lissabon' deutlich näher. Beide Male versucht der Protagonist dem geheimnisvollen Autor eines Buches, das ihn nicht mehr loslässt, auf die Spur zu kommen, begegnet dabei Menschen, die ihn kannten, verstrickt sich immer mehr in dessen Leben. Immer geht es dabei um die Suche nach dem eigenen Ich.
Und natürlich lädt der geschichtliche Rahmen ebenfalls zum Vergleich ein. Im 'Nachtzug nach Lissabon' ist es die Salazar-Diktatur in Portugal, im 'Schatten des Windes' die Franco-Diktatur in Spanien. Der Unterschied ist jedoch, daß 'Nachtzug nach Lissabon' in der heutigen Zeit spielt und man über die Geschichte lediglich etwas erfährt, während die Franco-Diktatur im 'Schatten des Windes' ja tatsächlich den geschichtlichen Rahmen bildet.
Doch genug der Vergleiche. Eine Zusammenfassung des Buches wurde hier schon oft genug gegeben. Deswegen werde ich mir diese ersparen.
Es mag stimmen, daß die Handlung des gesamten Romans reichlich konstruiert wirkt. Ein paar Unstimmigkeiten sind sicher auch nicht zu verleugnen oder viel mehr Unwahrscheinlichkeiten. Auch diese wurden in anderen Rezensionen bereits genannt. Doch meiner Meinung nach tut das dem Roman als Ganzem keinen Abbruch. Es mag beispielsweise unwahrscheinlich sein, daß Gregorius sich so wunderbar mit allen Menschen, die er trifft, verständigen kann. So what? Ist das in irgendeiner Form wichtig? Auch die Konstruiertheit erscheint unwichtig im Angesicht der Größe dieses Buches.
Ich denke, daß Merciers wahres Anliegen auch nicht unbedingt die Geschichte um Mundus war, sondern die Gedanken Prados. Sie machen das Buch eigentlich aus. Die wahre Hauptfigur ist nicht Mundus, sondern Prado. Es wird viel mehr Prados Geschichte erzählt als die des Berner Gymnasiallehrers.
Und dafür, für die Passagen aus Prados Buch, muss man sowohl ein gewisses intellektuelles Niveau mitbringen als auch ein Interesse an Philosophie sowie Geduld und Offenheit. Vielleicht auch Durchhaltevermögen. 'Nachtzug nach Lissabon' ist kein Buch, das man mal so eben nebenbei liest. Es ist nicht in dem Sinne fesselnd oder spannend, wie ein guter Thriller es beispielsweise wäre. Aber dafür gibt es so viel mehr. Wer sich auf dieses Buch wirklich einlassen kann, wer direkt an der Seite von Gregorius die Geschichte Prados Stück für Stück aufdeckt, wird vielleicht als ein anderer Mensch aus dieser Lektüre hervorgehen. Auf der Weltbildausgabe des Romans ist auf dem Buchdeckel ein Zitat Iris Berbens abgedruckt, das die Sache ziemlich gut trifft. Sie habe das Buch in drei Nächten durchgelesen und danach sei ihr klar geworden, daß sie ihr Leben ändern wolle. So ein Buch ist Merciers Roman. Die Passagen aus Prados Buch sind tiefschürfend und haben durchaus die Kraft, Dinge in Gang zu setzen, und wenn es auch nur das Denken ist. Selbst mit meinen 19 Jahren und einer sicher noch nicht sehr umfassenden Lebenserfahrung ging mir Prados Geschichte nahe, konnte ich seine Gedanken doch größtenteils nachvollziehen und mich sogar mit nicht wenigen identifizieren. Zweifellos ist dafür eine gewisse Intensität von Gefühlen notwendig und eben die schon genannten Bereitschaft, sich auf dieses Buch einzulassen.
Lediglich der Schluss hat mich etwas enttäuscht. Etwas weniger offen hätte er doch sein können.
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114 von 127 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Pforte zur Reise ins Ich, 7. August 2006
Von 
Ulrich Hagn (Forsbach) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Nachtzug nach Lissabon (Taschenbuch)
Was soll ich nach 57 vorhergehenden Rezensionen noch schreiben? Vermutlich ist schon alles gesagt und dennoch:

Ich habe noch nie ein Buch gelesen, das mich so sehr berührt und gefesselt hat. Die "Wachheit" die Gregorius beim Lesen der Aufzeichnungen Prados erfährt...phasenweise erlebte ich sie ebenfalls. Mögen Profi-Philosophen die Gedanken trivial finden, Autoren-Experten den Handlungsstrang zu konstruiert oder zu zufällig, für mich war das Buch eine einzigartige Erfahrung und eine Fahrkarte ins eigene Ich, auf eine bisher nie dagewesene Art.

Habe die Reisewege von "Mundus" in Google Earth nachvollzogen und so Lissabon (dank der in diesem Gebiet relativ hochaufgelösten Karten) wieder entdeckt.

Philosophie in einen Detektivroman verpackt, das gut verständlich und in schöner, gebildeter Sprache...eine herausfordernde Lektüre.

Ein -wie kaum ein anderes- faszinierendes Buch, das nachwirkt und sicher von mir noch mehrmals gelesen wird.

Definitiv unter meinen "TopTen" neben "Der Plan von der Abschaffung des Dunkels" von P.Hoeg oder "Schatten des Windes" von C.Ruis Zafon (mit dem es übrigens kaum etwas gemein hat. Wer hat diesen Vergleich bloß bemüht?)

Bitte unbedingt lesen !
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88 von 98 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Reise in eine andere Welt, 4. Januar 2005
Zu Beginn des Buches von Pascal Mercier (Peter Bieri) wird man unweigerlich an Caros Ruiz Zafons "Der Schatten des Windes" erinnert. Äusserliche Parallellen sind unverkennbar. Auch in Zafons Roman ist ein Buch der Ausgangspunkt der Geschichte und die Person des Autors der eigentliche Protagonist des Romans. Und wo bei Zafon die Diktatur Francos in Spanien der zeitliche Hintergrund bildet, ist es bei Mercier diejenige Salazars in Portugal.
Damit ist es auch schon vorbei mit den Paralellen. Wo sich Zafon mit einer spannenden Jagd (nach Art des Indiana Jones) durch Barcelona begnügt, bietet uns Mercier ein hochphilosophisches Werk über den Sinn des Lebens an. Seine philosophischen Gedanken lässt er uns durch Amadeu de Prado, einen sensiblen Lissaboner Arzt aus höherem Stand, der die Schreibfeder mindestens so gut oder besser beherrscht als das Skalpell, verkünden. Das ist zugegebenermassen anspruchsvolle Literatur, die Sprache und die Gedanken des Amadeus sind nicht immer einfach. Gleichwohl -- und das ist das Überraschendste an Merciers neustem Roman -- ist das Buch überaus spannend und während der Lektüre nicht leicht aus der Hand zu legen. Mit jeder Seite erfährt der Leser mehr über Amadeu de Prado und wird begierieger noch mehr zu erfahren.
Ungewöhnlich und vielversprechend ist die Ausgangslage des Romans: Raimund Gregorius, ein Lehrer für Latein, Griechisch und Hebräisch an einem Gymnasium in Bern, eine langweilige, graue und papiererne Gestalt (von der Schülern "Papyrus" genannt), bricht eines Tages Knall auf Fall aus seinem bisherigen, kargen Leben aus, um in Lissabon dem Autor eines portugiesischen Buches, das er in einem Berner Antiquariat gekauft hat, nachzuspüren. So aussergewöhnlich ist dieser Ausbruch zwar auch wieder nicht; er wurde im Leben des Gregorius schon viel früher angelegt, als er als junger Lehrer eine Gelegenheit verpasste, in Isfahan (Persien) eine Stellung als Hauslehrer anzutreten. Lissabon wird nun zu Isfahan und Gregorius macht sich mit Besessenheit und Akribie daran, das Leben des Amandeu de Prado zu sezieren und zu begutachten.
Das ist ungemein spannend und als Leser freut man sich jeweils darauf, wieder eine neue, Prado nahestehende Person kennenzulernen. Dabei ist es unvermeidlich, dass die Konstruktion des Plots einige Unwahrscheinlichkeiten mit sich bringt. So ist es selbst für einen äusserst sprachbegabten Gymnasiallehrer kaum zu schaffen, in wenigen Tagen so viel Porzugisisch zu lernen, um die schwierigsten Aussagen von Amadeus Buch locker zu übersetzen. Auch sonst sind gibt's keine sprachlichen Schwierigkeiten, alle handelnden Personen können sich mit Gregorius (in französischer oder englischer Sprache) blendend über schwierige philosophische Themen unterhalten und sind auch stets bereit, so zu willfahren, wie es Gregorius wünscht. Dass er sich in das Liceu, welches Prado Jahrzehnte zuvor besucht hatte, einfach so einquartieren und einen Ausstellungsraum über Isfahan errichten kann, ist gleichfalls eine Begebenheit, die eher unwahrscheinlich klingt. Ferner ist die Erinnerung an die Salazar-Zeit leicht verblichen, weshalb man über den geschichtlichen Hintergrund etwas mehr erfahren möchte, als nur die Geschichte über den plakativ geschilderten "Schlächter von Lissabon".
Trotz dieser Nebensächlichkeiten: Mercier ist ein fabelhaftes Buch, ja ein Stück Literatur gelungen. Und wer Lissabon kennt und die Stadt liebt, wird an diesem Werk sowieso doppelte Freude haben.
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55 von 61 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Entdeckungsreise, 25. März 2005
Fasziniert von der Erscheinung einer Portugiesin und der Art, wie sie das Wort "portugues" ausspricht verschlägt es den berner Gymnasiallehrer Gregorius in eine Buchhandlung wo er eine philosophische Abhandlung des lissaboner Arztes Amadeu de Prado ersteht.
Gregorius verlässt sein in geregelten Bahnen verlaufendes Leben und macht sich auf die Spur des bereits verstorbenen Arztes. Gregorius trifft Menschen, die Amadeu Nahe standen. Durch die Erzählungen dieser Personen baut sich dem Leser Seite für Seite ein Bild eines überdurschnittlich intelligenten, gegen sich selbst gerechten, sensiblen Menschen auf.
Amadeu rettet dem Geheimdienstmirabeiter Mendes, genannt der Schlächter das Leben. Seine Patienten verschmähen ihn darauf. Um sein Handeln vor sich selbst zu rechtfertiegen schließt sich Amadeu dem Widerstand unter dem Salazarregime an. Dort trifft er auf eine Frau, die bald zwischen ihm und seinen besten Freund Jorge stehen wird.
Wer dieses Buch gelesen hat, wird auch viel über sich selbst nachgedacht haben, Texte aus Amadeus fiktiven Buch sind "Im Nachtzug nach Lissabon" abgedruckt. Es ist ein leises Buch über Freundschaft, Loyalität und der Wandlung eines berner Altphilologen. Spannend ist der Gedanke: Was wäre wenn ich morgen ein ganz anderes Leben führen würde?"
Leider nimmt der Spannungsbogen ein bisschen ab im Laufe des Buches ein wenig ab, vielleicht aber auch nicht anders zu erwarten, denn es ist ein Buch zum Nachdenken und nicht zum Weglesen !
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen A Gripping Read, 21. Dezember 2011
Rezension bezieht sich auf: Nachtzug nach Lissabon (Taschenbuch)
Englisch ist meine Muttersprache. Nicht deutsch. Trotzdem, las ich dieses Buch auf deutsch und es hat sich sehr gelohnt. Dieses Buch hat mich berührt. Obwohl ein Krimi hatte ich erwartet, und es war keins, war das Buch trotzdem spannend. Es handelt sich um einen Lehrer, namens Gregorius, kurz vor der Pensionierung, der ein sehr verschränktes und verschlossenes Leben führt. Durch Zufall nimmt er ein Faden auf, das ihm dadurch einem Leben mit Begehren, Zuneigung und Geborgenheit schenkt. Ich konnte das Buch einfach nicht zur Seite lassen. Viel interessanter war es mit Gregorius mit Adriana, Melodie, Jorge und den vielen anderen in Lissabon die Zeit zu verbringen als vor der Glotze zu sitzen. Ich habe gelacht, erstaunt, und erschrak. Am Ende, hab ich getrauert, da das Buch schließlich ein Ende hatte. Ich bin jetzt anders, weil ich dieses Buch gelesen habe. Obwohl ich dieses Buch als Vierstern gezeichnet habe, bin ich der Meinung, dass dieses Buch nur demjenigen gefallen wird, dem es mit dem Leben Gregorius identifizieren kann.
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23 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine Geschichte für Träumer, 31. Dezember 2006
Rezension bezieht sich auf: Nachtzug nach Lissabon (Taschenbuch)
Ein Mensch bricht ohne jegliche Vorwarnung plötzlich aus seinem gewohnten Leben aus, lässt alles stehen und liegen und begibt sich auf eine völlig ungewisse Reise nach Lissabon, um dort mehr über das Leben eines mysteriösen Autors zu erfahren. Als Auslöser muss eine zufällige, morgendliche Begegnung mit einer Portugiesin auf einer Brücke herhalten. Ob das nicht ein wenig zu weit hergeholt ist?

Was danach folgt, ist jedoch eine sehr anrührende Geschichte, die bis in die Zeit des Salazar-Regimes zurückführt. Über den besagten Autor des geheimnisvollen Buches erfährt man, dass er nicht zu den üblichen Mitläufern gehört hat und sich nach einem unglücklichen Zwischenfall im Widerstand engagiert hat, sich dort in eine Mitkämpferin unglücklich verliebt hat usw.

Insgesamt ein sehr ruhiges, nachdenklich machendes Buch, in dem nicht irgendwelche Ereignisse, sondern die Schicksale der Figuren im Mittelpunkt stehen. Leider sind die vielen philosophischen Passagen teilweise etwas schwer verständlich, außerdem kommt einem das Ende etwas "leer" vor. Dennoch sehr empfehlenswert!
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49 von 57 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Philosophie mit Klischee, 12. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Nachtzug nach Lissabon (Taschenbuch)
Die Rezension "langweilig" einiger Vorrezensenten war für mich eher Ansporn als Abschreckung, das Buch zu lesen. Wenn Sprache und Form stimmen, brauche ich keinen oberflächlichen Spannungsrausch, der mich an ein Buch fesselt. Bei diesem Roman erscheint es mir aber so, dass der Autor als Philophie-Wissenschaftler sein zuweilen interessantes Gedankengut einem breiteren Publikum mit Hilfe populistischer Literatur bekanntmachen wollte. Für eine philosophische Abhandlung ist der Inhalt zu dünn, für einen Roman zu konstruiert und für meinen Geschmack viel zu klischeehaft: Ein Lehrer der Altphilologie trifft durch märchenhafte Zufälle auf eine ganze Reihe Gleichgesinnter in Lissabon, die offensichtlich nur darauf gewartet haben, dass jemand ihre streng gehüteten Geheimnisse offenbaren möge. Charaktere und Szenen wie aus einem Groschenroman. (Der sich im Buch in philosophischen Essays äußernde Arzt ist selbstverständlich von betörender Schönheit und schneidendem Intellekt, er unterhält eine platonische Beziehung zu der "Frau seines Lebens", ist in seinem ärztlichen Urteil unfehlbar, verehrt seinen vermeintlich gefühlskalten Vater, ist dem Joch einer zu ehrgeizigen Mutter unterworfen usw. usw.) Auch wenn man dem Autor das Heraufbeschwören eines gewissen Zeit- und Lokalcolorits zugute hält, langweilt dies doch in der Tat erheblich. Selbst der Protagonist kann sich nicht endgültig aus seinen alten Fesseln befreien. So endet selbst der Hauptstrang der Handlung schlussendlich im nirgendwo.
Ebenso wie die philosphischen Betrachtungen. Eigentlich Kernstück des Romans, werden sie in die konstruierte Handlung eingestreut. Es soll wohl dem Leser überlassen bleiben, diese für sich nutzbringend zu verarbeiten. Da wird man z. B. bei Paulo Coelho wesentlich besser bedient.
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31 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen gehaltvolle Kost für gebildete, geduldige Leser, 25. Februar 2005
Ein alternder, pflichtbewußter und sprachverliebter Lehrer eines humanistischen Berner Gymnasiums gerät aus seiner gewohnten Lebensbahn.
Ausgelöst durch eine skurril verlaufende Begegnung mit einer jungen, ihm bis dato unbekannten Portugiesin kommt es dazu, daß er Hals über Kopf die seit Jahrzehnten ausgetretenen Pfade des Unterrichtens und Studierens verläßt und nach Lissabon reist. Dort folgt er den Spuren eines Mannes, der ebenfalls ein sehr ernsthafter, gebildeter und dazu noch selbstreflektierter Mensch war. Im Zuge seiner Nachforschungen begegnet er etlichen weiteren klugen Menschen, deren Schicksale miteinander verwoben sind und die reichhaltige Informationen über jene Person liefern, deren Spuren der Lehrer aus der Schweiz folgt.
Der Roman spielt ausschließlich im Gelehrten-Milieu. Kinder und Ungebildete tauchen nicht auf, jegliche Situation und Person des Romans ist bedeutungsschwanger und transportiert eine Botschaft.
Vorausgesetzt, man mag diese Art Literatur, hat man mit dem Erwerb dieses Buches einen Glücksgriff getan! Peter Bieri alias Pascal Mercier verpackt seine philosophischen Gedanken hier perfekt in Romanform. Bei vorhandenem Interesse an tiefründigen, ins Philosophische reichenden Fragen über Verantwortung, berufliche Erfüllung, die Bedeutung des Lebens und anderes mehr wird man beim Lesen dieses Buches große Freude haben und vermutlich die Lektüre genüßlich lange strecken, viele Seiten mehrfach lesen und die ausgefeilte Sprache (sowie die ausgefeilten Betrachtungen über Sprache) genießen!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Große Sprachkunst und fehlende Spannung, 8. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Nachtzug nach Lissabon (Taschenbuch)
Anhand der Vielzahl von euphorischen Rezensionen und der ebenfalls recht vielen Verrisse lässt sich erkennen, dass dieser Roman Pascal Merciers deutlich spaltet. Ich kann beide Sichtweisen durchaus nachvollziehen. Dass der Autor ein herausragender Formulierer und Spracheliebender ist, wusste ich schon aus der Lektüre seines Romans Perlmanns Schweigen, welchen ich vor Nachtzug nach Lissabon gelesen hatte. Bei Perlmanns Schweigen verstand es Mercier jedoch neben den detaillierten Beschreibungen von Menschen und Orten eine mitreißende spannungsvolle Handlung aufzubauen. Eine solche Spannung kommt bei Nachtzug nach Lissabon selten bis gar nicht zum Tragen. Man quält sich durch die Seiten in der Hoffnung, dass die Handlung vorangetrieben wird und sich Spannungselemente aufbauen. Was bleibt, ist ein beeindruckendes Porträt Amadeus, dessen Leben die Hauptperson des Romans, Gregorius, Stück für Stück anhand seiner Aufzeichnungen durchforstet. Sprache ***** und Spannung * ergeben letztlich ***.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nicht das Erwartete, aber dennoch ein wunderschönes Buch, 29. März 2008
Ich bin eine typische querbeet Leserin, und da ich mitten in einer Thrillerphase steckte, ließ ich mich gerade durch den Klappentext zu dem Buchkauf verleiten. Zuerst war ich ziemlich irritiert und enttäuscht. Aber als ich mich dann doch ganz darauf einließ, was Mercier im Grunde vermitteln wollte, war ich begeistert. Nun habe ich die Thrillerphase überwunden, und bin wieder bei Steinbeck, Saint-Exupery und Co. gelandet.
Ich will es guten Gewissens allen empfehlen, die sich gerne Gedanken über das Leben und sich selbst machen. Und wenn man sich nicht nur so sehr auf die Geschichte des Lehrers versteift, erkennt man eine andere Geschichte dahinter. Die über das Mensch sein, und das warum, was es uns manchmal so schwer erscheinen läßt.
Es ist, wie alles, reine Geschmacksache. Und ich bin froh, statt einem Thriller ein unerwartet schönes Buch erhalten zu haben.
Da mir aber die eigentliche Geschichte etwas zu langatmig war, doch nur 4 Sterne
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Nachtzug nach Lissabon
Nachtzug nach Lissabon von Pascal Mercier (Taschenbuch - 3. April 2006)
EUR 9,99
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