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130 von 135 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gutes Buch über ein "schlimmes Weib"
Meine musikbegeisterte Großmutter hat Alma Mahler noch gekannt - und konnte sie auf den Tod nicht ausstehen. Großmutter wurde richtig wütend und sprach immer nur von "dem schlimmen Weib". Das machte mich natürlich erst recht neugierig und so las ich die neueste Biographie über diese interessante Dame, die es immerhin bewerkstelligt hat, mit den...
Veröffentlicht am 31. Juli 2006 von isy3

versus
21 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Schmalspur
Ich war immer neugierig auf diese Frau, schließlich hat sie den Männern dreier Dekaden den Kopf verdreht - und was für Männern, von Zemlinsky, über Mahler, Gropius, Kokoschka, Werfel bis hin zu eher flüchtigen Bekannten wie Schnitzler. Diese Zeit der Nachjahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert könnte sich in ihrer Person wirklich...
Veröffentlicht am 1. April 2012 von Catero


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130 von 135 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gutes Buch über ein "schlimmes Weib", 31. Juli 2006
Von 
isy3 (lebt nun am Bodensee) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Witwe im Wahn: Das Leben der Alma Mahler-Werfel (Taschenbuch)
Meine musikbegeisterte Großmutter hat Alma Mahler noch gekannt - und konnte sie auf den Tod nicht ausstehen. Großmutter wurde richtig wütend und sprach immer nur von "dem schlimmen Weib". Das machte mich natürlich erst recht neugierig und so las ich die neueste Biographie über diese interessante Dame, die es immerhin bewerkstelligt hat, mit den berühmtesten Persönlichkeiten ihrer Zeit zusammenzutreffen und drei Genies zu heiraten. Was war an ihr, was so viele berühmte Männer in ihren Bann zog?

Der Biograph Oliver Hilmes hat es nicht einfach gehabt; denn Alma Mahler hat in ihrem Bemühen, sich stets in ein positives Licht zu rücken, die Wahrheit öfter hübsch zurechtgebogen und verdreht. Doch Hilmes hat in Alma Mahlers Nachlaß sowie 23 weiteren Archiven und Sammlungen gründlich recherchiert, zahlreiche Interviews durchgeführt und eine umfangreiche Literaturliste sowie ein Personenregister ans Ende des Buches gestellt. Man merkt, daß er sich bemüht, so neutral wie möglich über Alma zu berichten.

Fakt bleibt, daß Alma schon früh ihren Vater verlor. Ihr Stiefvater war Mitglied der Wiener Secession und verkehrte viel in Künstlerkreisen. Als junges Mädchen wurde sie schon von dem Maler Gustav Klimt angebetet. Sie hatte ein Verhältnis mit ihrem Kompositionslehrer Alexander von Zemlinsky, heiratete aber den älteren und bereits berühmten Dirigenten und Komponisten Gustav Mahler, den sie später mit dem Architekten Walter Gropius betrog.

Nachdem Mahler verstarb, heiratete sie Gropius, hinterging ihren zweiten Mann aber mit dem Maler Oskar Kokoschka, dessen Kind sie heimlich abtrieb.

Alma Mahler intrigierte auch. Sie verhinderte zum Beispiel, daß der Komponist Arnold Schönberg an das Bauhaus berufen wurde und sorgte später durch Verbreitung von Unwahrheit für die Entlassung des ihr mißliebigen Dirigenten Felix Weingartner an der Wiener Hofoper.

Von Gropius ließ sie sich scheiden und heiratete den Dichter Franz Werfel, dem sie wiederum nicht treu war. Ihn betrog sie mit einem katholischen Priester, dem sie später nicht verzeihen wollte, daß er sein Priesteramt niederlegte.

Alma Mahler entwickelte zudem einen hartnäckigen Antisemitismus und das obwohl sie mit ihrem dritten Ehemann Franz Werfel vor den Nazis in die USA flüchten mußte, da Werfel Jude war. Sie plagte ihren Mann immer wieder mit antisemitischen Äußerungen, obwohl sie selbst in jüdischen Emigrantenkreisen verkehrte. Als Werfel starb, setzte Alma das Gerücht in die Welt, ihr Mann hätte sich auf dem Sterbebett noch kurz vor seinem Tod nottaufen lassen.

Es ist richtig, daß Alma eine großzügige und charmante Gastgeberin war, bei deren Einladungen Delikatessen und Champagner strömten. Auch war sie in ihrer Jugend sehr attraktiv. Sie war zudem gebildet und verfügte zeitlebens über genügend Geld, um einen gehobenen, manchmal sogar luxuriösen Lebensstil auf der großen gesellschaftlichen Bühne zu pflegen. Berühmtheit zieht bekannlich andere berühmte Menschen an. So erklärt es sich, meiner Meinung nach, daß Alma bereits in ihrer ersten Ehe mit dem bekannten Dirigenten und genialen Komponisten viele weitere berühmte Persönlichkeiten kennenlernte. Trinkfestigkeit und Leidenschaft sowie der Wunsch, Geltung zu erlangen, ermöglichten es dieser Frau eine besondere Rolle im kulturellen Leben ihrer Zeit zu spielen.

Ich muß gestehen, ich verstand meine Großmutter nach der Lektüre dieses Buches. Aber das liegt nicht an Oliver Hilmes Buch, sondern an Alma Mahlers Verhaltensweisen. Bilden Sie sich aber Ihre eine eigene Meinung und lesen sie das preiswerte Taschenbuch, das eine empfehlenswerte Biographie darstellt und einen Platz in der Hausbibliothek verdient.
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28 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Auf die Knie vor mir, wenn ich bitten darf, 7. Februar 2010
Von 
euripides50 (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Witwe im Wahn: Das Leben der Alma Mahler-Werfel (Taschenbuch)
Roberto Bolano hat in seinem großen Werk 2666 empfohlen, "sich fremden Autoren erst einmal durch einen Tritt in die Eier" zu nähern. Was immer man von diesem Rat auch halten mag, er ist ganz und gar untypisch für das Verhältnis von Biographen zu ihrem Gegenstand. Normalerweise entfalten Biographen das Leben ihres Protagonisten mit Anteilnahme und Sympathie und wissen durchaus die eine oder andere Peinlichkeit in angenehmes Zimmerlicht zu tauchen. In der vorliegenden Biographie von Oliver Hilmes Witwe im Wahn" über Alma Mahler-Werfel verhält sich dies allerdings vollkommen anderes. Auf der Grundlage umfassenden Quellenstudiums, das auch zahlreiche bislang unausgewertete Dokumente mit einbezieht, versucht der Autor diese "Muse der modernen Kunst" bzw. dieses "erste Partyluder des 20. Jahrhunderts" so detailgetreu zu portraitieren, dass auch die persönlichen Unzulänglichkeiten und Brüche sichtbar werden. Vor allem holt er Alma Schindler-Mahler-Gropius-Werfel von dem Sockel herab, auf den sie sich selbst durch ihr autobiographisches Machwerk "Mein Leben" gestellt hat und seziert ihre Persönlichkeit wie ein Insektenforscher das Fliegengebein.

So ist ein Werk entstanden, das mit großem Gewinn in gleich mehrfacher Richtung gelesen werden kann. Zunächst handelt es sich um eine Art Kulturgeschichte der modernen Kunst, wobei weniger Alma Mahler als die staunenswerte Zahl erstrangiger Musiker, Maler, Architekten und Literaten von Alban Berg bis Zemlinsky interessieren, die ihren Lebensweg kreuzten. Man erfährt, dass Werfel zu seinem großen Armenierroman durch einen Besuch in den Teppichfabriken von Damaskus inspiriert wurde, man liest Internas und Dönekens aus Pacific Palisades, dem Refugium der deutschen Emigranten in Kalifornien, schaut hinter die Kulissen des Literaturbetriebes und in die Untiefen der Politik in der europäischen Zwischenkriegszeit.
Zweitens, und damit rückt Alma Mahler wirklich in den Mittelpunkt des Buches, handelt es sich um nicht weniger als um eine exemplarische Modellbiographie für all die Millionen Singles unserer Tage, die auf nichts weiter fixiert sind als auf die Exaltationen ihres Gefühlslebens und die permanente Erwartung der Großen Liebe. Alma Mahler unterlag zwar sicher nicht als erste einer radikalen Unbeständigkeit ihrer Gefühlswelt, die sie irrtümlich auf das mangelnde Format ihrer Partner zurückführte - sie war aber die erste, die die Dürftigkeit ihres Charakters in ihren Tagebüchern der Nachwelt auf das Akribischste überliefert hat. Dazu einige Kostproben: "Auf die Knie vor mir, wenn ich bitten darf", heißt es gleich an mehreren Stellen. Oder: "Eine Frau kann in vielen Kirchen beten", denn es gilt: "Je bedeutender der Mann, desto kränker seine Sexualität". Da machen auch ihre jüdischen Bekannten keine Ausnahme, über die sie samt und sonders urteilt: "Und wenn die Juden sich zehnmal die Haare blond färben, sie bleiben ein dunkles, wildes Ostvolk".

Manche mögen einwenden, dass eine Frau, die immerhin Mahler, Werfel, Gropius und Kokoschka und zahlreichen Sekundärgenies die Sinne verwirrte, so ganz unbedeutend nicht gewesen sein kann. In Oliver Hilmes Biographie gewinnt der Leser allerdings den Eindruck, als sei Alma Mahler nicht für die Lichtseiten dieser großen Männer sondern immer nur für den Bodensatz ihrer Seelen zuständig gewesen und als gehöre sie zu jenen Personen, die alles und jedes, das sie berühren, emotional und faktisch zugrunde richten. "Die Frau ist ein wildes, blondes Weib, gewalttätig saufend", notierte Remarque 1944 über die alte Alma. "Gustav Mahler hat sie bereits unter die Erde gebracht, Kokoschka und Gropius sind ihr entkommen, Werfel wird das nicht schaffen."

Alles in allem ein ungemein unterhaltsames und lehrreiches Werk, das mit seinem Gegenstand hart ins Gericht geht - versehen mit zahlreichen Abbildungen, einem Register und einem ausführlichen Literaturverzeichnis handelt es sich um eine der herausragenden kulturgeschichtlichen Monographien des deutschen Sprachraumes.
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44 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine "unfassbare" Frau, 7. September 2005
Nimmt man Francoise Girouds süßliche Glorifizierungsorgie ("Alma Mahler oder Die Kunst, geliebt zu werden", dtv 2000) als ein Extrem und Paulus Mankers theatergewordene, sehr persönliche Alma-Obsession ("Alma, a Show Biz ans End") als anderes Extrem, dann liegt Oliver Hilmes Aufarbeitung der Lebensgeschichte von Alma Mahler-Werfel auf halbem Weg.
"Witwe im Wahn" ist hervorragend recherchiert und vor allem exzellent redigiert, was die Empfehlung dieses Buches auch für "Biografie-Verweigerer" nahelegt.
Dennoch schlägt auch bei Hilmes ein Reflex zu, der symptomatisch für jede Annäherung an Alma Mahler-Werfel zu sein scheint: Er kann nicht objektiv bleiben, so sehr er sich auch bemüht. Stellvertretend dafür steht der Titel seiner Biografie - "Witwe im Wahn" - die jene Pathologisierung Almas ankündigt, für die sich Hilmes als Leitfaden durch das Leben dieser Frau entschieden hat. Die Diagnose "Hysterie" allein kann ihre Strahlkraft (ob negativ oder positiv, hier sollte nicht gewertet werden) nicht erklären. Sicher lassen sich aus Alma Mahlers Tagebucheintragungen gewisse pathologische Züge ablesen, man darf jedoch nicht außer acht lassen, dass jene Männer, die sich an ihr "entzündet" haben, durchwegs ebenso "hysterisch" (um beim Hilmes'schen Duktus zu bleiben) gefärbt sind. Der Witwe "Wahn" ist also mit Sicherheit keine einseitige Geschichte, sondern das Resultat einer Wechselwirkung mit ähnlich gelagerten, für Almas Wesen aufnahmebereiten Persönlichkeiten.
Ebenso würde ich Almas Perfektionismus in der Selbstinszenierung und ihre beachtenswerte Verdrängungskunst nicht unter "Hysterie" subsummieren, sondern vor den Hintergrund ihrer mehr als mißglückten Kindheit, den frühen Verlust des geliebten Vaters, die emotionale Kälte und libidinöse Unmäßigkeit ihrer Mutter und die Stellung der Frau im ausgehenden 19. Jahrhundert stellen.
Herausragend ist allerdings Hilmes Beleuchtung von Alma Mahler-Werfels latentem Antisemitismus, der sonst gerne unter den Tisch fallen gelassen wird. Hier schafft es Hilmes nicht zu werten, sondern minutiös zu zeigen, wie Almas aus heutiger Sicht abstruse Interpretation des "Jüdischen Charakters" mit ihren privaten Beziehungen einerseits und mit der österreichischen Politik andererseits zusammenspielt.
Alles in allem ist Hilmes Buch jedoch auf jeden Fall zu empfehlen. Selbst wenn auch ihm es nicht ganz gelingt, diese Frau zu "fassen", liefert er doch einen neuen Ansatz vor einem beeindruckend nachvollziehbaren politischen und künstlerischen Bild des Fin du Siècle.
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21 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Schmalspur, 1. April 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Witwe im Wahn: Das Leben der Alma Mahler-Werfel (Taschenbuch)
Ich war immer neugierig auf diese Frau, schließlich hat sie den Männern dreier Dekaden den Kopf verdreht - und was für Männern, von Zemlinsky, über Mahler, Gropius, Kokoschka, Werfel bis hin zu eher flüchtigen Bekannten wie Schnitzler. Diese Zeit der Nachjahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert könnte sich in ihrer Person wirklich spannend brechen. Ganze Weltreiche gingen kaputt, die K.u.K. Monarchie verschwand bis auf ein paar Lipizzaner - und eben Alma Mahler-Gropius-Werfel.

Doch was bietet dieses Buch hierzu wirklich an? Es ist gut geschrieben, ist zunächst nicht langweilig. Aus den zwischen Wien und den USA erhaltenen Dokumenten - vor allem Briefwechsel und Tagebuchaufzeichnungen - wird herausgefiltert, was an Persönlichem herausgefiltert werden kann. Gut recherchiert, vermutlich vollständig. Scheinbar nichts wird an Auffindbarem ausgelassen.
Doch was erfährt man wirklich? Tratsch - nichts als Tratsch von dem man sich fragt, "das kann doch nicht alles gewesen sein?" War ihr Leben wirklich dermaßen platt? Selbst der Versuche Almas Psyche auch nur ein wenig nahezukommen bleibt im clichéhaften stecken - Freud wird kurz bemüht. Den einzigen, es wirklich auf den Punkt bringenden, Beitrag hierzu liefert ausgerechnet, und eher poetisch literarisch als psychoanalytisch, der im Buch zitierte Peter Altenberg. Und noch weiter entfernt von ihr, als dieser Wiener Bohemién, könnte kaum jemand sonst gewesen sein!

Was fehlt, ist definitiv zweierlei: zum einen der Bezug zur Kunst und Bedeutung ihrer "Günstlinge" - hatte sie keinen? Sehen wir mal von der erwähnten anfänglichen zeitweisen Konkurrenz zu den Kompostionen Mahlers ab. Wie stand sie zum Schaffen der Zweiten Wiener Schule (Berg, Schönberg, Webern) deren Arbeiten doch bei weitem über die Ihres Mannes hinausgingen? Dies vor allem auch vor dem sehr persönlichen Hintergrund des Alban Berg'schen Violinenkonzerts, das Berg ihrer unglücklich verstorbenen Tochter widmete?! Wie stand sie zu den Arbeiten Gropius', der mit seinem Bauhaus eine ganze Architektur- und Design-Welt revolutionierte? Was hat Sie zur Literatur Werfels beigetragen? Hat sie sie überhaupt registriert? Wie stand sie zur Arbeit Kokoschkas - einem der wichtigaten Mahler des 20. Jahrhunderts? Dass er ein seltsamer Liebhaber war, das wissen wir nun, dank Hilmes Anmerkungen hierzu. Existiert denn zu den Dingen, die über das Getratsche hinausreichen nichts an Material?
Und zum zweiten der Bezug zu ihrer Zeit des politischen und gesellschaftlichen Umbruchs. Auch hier stellt sich die Frage, wie stand sie denn in der Welt? Das einzige Statement - das man von Hilmes einzig wieder und wieder vorgekaut bekommt - ist ihr Antisemitismus. Doch selbst der wird kaum begründet. Wie war denn ihr Verhältnis zu den neuen Machthabern? So fällt auf, dass ausgerechnet sie als glühende Verehrerin Hitlers, dennoch mit ihrem jüdischen Mann fast ein Jahrzehnt sich auf der Flucht befindet?! Warum war sie nicht in der Lage - wie andere auch - ihre Prominenz zu nutzen?!

Wer das Buch von Oliver Hilmes liest, erhält eine sehr seltsame neue Sichtweise auf Sonnensystem und Universum - in seiner Mitte befindet sich die fette alte Schlampe namens Alma Mahler, und um sie kreist der Rest, und der ist nach Hilmes Darstellung - und nur nach dieser! - nicht allzu viel. Damit rutscht das Ganze in enormem Maß auf das Niveau der "wer mit wem"-Beschreibungen von Boulevardblättern.

War sie das wirklich, hat sie wirklich in diesem Maße Umwelt und Welt verleugnet, hat sie sich selbst dermaßen egozentrisch wahrgenommen, dann es hätte es dazu jede Menge zu sagen gegeben. Was Hilmes entschieden versäumt!
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Fragezeichen bleiben, 15. Mai 2011
Alma Mahler-Werfel, Ehefrau von Gustav Mahler, Walter Gropius und Franz Werfel, Geliebte von Oskar Kokoschka ... schon allein diese Fakten machen die Frau interessant! Doch wie ist die Person, die hinter diesen Fakten steckt?

Nun, laut Recherchen des Autors, offensichtlich extrem ich-bezogen, hysterisch, intrigant, antisemitisch ... unsympatisch. Ihre Männer hat sie erniedrigt und betrogen, ihre Kinder vernachlässigt, ihre Freunde gegeneinander ausgespielt.

Trotzdem hatte sie ständig einen Kreis von Künstlern und - heute würde man sagen - Promis um sich geschart, die nur allzu gerne bei ihr zu Gast waren. die sie verehrten und ihr offensichtlich zu Füßen lagen. Alma war also - neben ihrer unsympatischen Persönlichkeitsmerkmale - offensichtlich eine höchst anziehende Frau, der es gelang Menschen (und nicht nur Männer!) in ihren Bann zu ziehen.

Diesem Teil ihrer Persönlichkeit ist der Autor, meiner Meinung nach, zu wenig auf die Spur gekommen. Es bleibt unklar, wie es ihr gelang über Jahrzehnte und Kontinente hinweg, stets "Sonne in ihrem eigenen Sonnensystem" zu sein.

Bis auf dieses Fragezeichen, das bleibt, ist die Biographie gut und schlüssig recherchiert und sehr spannend zu lesen. Ein absolut spannendes Dokument über eine bemerkenswerte Frau und über die ereignisreiche Zeit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wer war diese Frau?, 7. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Witwe im Wahn: Das Leben der Alma Mahler-Werfel (Taschenbuch)
Es ist schon bewundernswert, wie es Alma Mahler-Werfel gelang, das Who is Who der Intellektuellen des beginnenden 20. Jahrhunderts um sich zu scharen und teilweise ihr gefügig zu machen.
Diese Biographie liest sich spannender als mancher Krimi oder konstruierter Roman. Jedes Kapitel bringt neue Überraschungen und Wendungen. Wäre es nicht nachweislich ihr Leben, müsste man dem Autor eine bemerkenswerte Fantasie zuschreiben, so abenteuerlich war ihr Leben.
Doch am Ende bleibt weiterhin offen: Wer war diese Frau? Was zeichnete sie denn nun aus, dass so viele von ihr begeistert oder verabscheut waren. War sie berechnend und kühl oder einfach nur instinktiv und gewöhnlich?
Interessanterweise stellt sie die geniale Verbindung zwischen wegweisender Musik, Architektur, Malerei und Literatur des beginnenden 20. Jahrhunderts dar.
Und was bleibt von dieser Frau? Liest man über ihr Leben, so will man unweigerlich mehr über die Musik von Mahler wissen, nimmt ein Buch von Werfel in die Hand, sucht nach Bildern von Kokoschka, interessiert sich für das Bauhaus. Schon das ist ein Erfolg, der bis heute bleibt - und so ihr zuzuschreiben ist. Diese Wirkung hätte ihr ganz sicher gefallen.
Anerkennenswert ist, dass der Autor die historischen Ereignisse und Personen nicht als bekannt voraussetzt (was in der Regel auch nicht der Fall ist), sondern diese immer kurz umreist und dem Leser so die Möglichkeit gibt, die Handlungen der Hauptperson im geschichtlichen Umfeld besser einordnen zu können.
Das Buch ist zu empfehlen.
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28 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Psychogramm einer "Witwe im Wahn", 9. September 2005
Von Ein Kunde
Mir persönlich sind die vorangegangenen Biografien über Alma Mahler-Werfel unbekannt. So habe ich diese hier mit großem Interesse und ohne jegliches Vorwissen gelesen.
Der Autor beschreibt eine Frau, die zeitlebens ein großes Geltungsbedürfnis hatte, dem Alkohol zugeneigt war, gerne intrigierte und ihre Männer erniedrigte und betrog.
Diese Frau war also keine Muse oder Mäzenin, keine Kunstliebhaberin wie z. B. Peggy Guggenheim, für Mahlers Musik hatte sie nichts übrig. Zudem war sie Antisemitin und den Nationalsozialisten zugetan, und ihren jüdischen (Ehe-)Männern ließ sie deren "Minderwertigkeit" gerne spüren.
So zitiert Oliver Hilmes den Schriftsteller Remarque: "Die Frau ein wildes, blondes Weib, gewalttätig, saufend. Hat bereits Mahler unter die Erde gebracht. War mit Gropius u. Kokoschka, die ihr scheinbar entkommen sind. Werfel wird nicht. Wir soffen. Sie pfiff Werfel wie einen Hund, war stolz darauf; er kam auch. Das erboste mich u. wodkaumflossen, sagte ich ihr die Meinung."
Die Fotografien in dem Buch von der älteren Alma Mahler-Werfel sprechen ebenfalls für sich.
In dieser Biografie wirkt die Frau durchgehend unsympathisch, und man fragt sich, was es war, das viele ihrer berühmten männlichen Zeitgenossen an Alma Mahler-Werfel so faszinierte. Dem ist der Autor allerdings nicht auf den Grund gegangen. Stattdessen bekommt man zu einem großen Teil Geschichten von sexueller Anziehung, Ehebruch, Langeweile in der Ehe und den Reibereien zwischen Alma und ihren Männern erzählt.
Das Persönlichkeitsbild hat der Autor sehr gut herausgearbeitet, aber die Schilderungen über das Leben im Wien ihrer Jugend sind mir zu knapp ausgefallen - bis man sich's versieht ist die Frau 40 Jahre alt - und die Beziehungen zu den ihr am nächsten stehenden Menschen sind zumeist sehr verschwommen und oberflächlich dargestellt - intime Männergeschichten ausgenommen.
Das Buch lässt sich gut lesen, aber nach dem Lesen habe ich nicht den Eindruck, viel erfahren zu haben, das man wissen müsste. Man hätte auf jeden Fall noch mehr aus dieser Biografie machen können.
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27 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wirklich "Muse der vier Künste"?, 24. Oktober 2004
Oliver Hilmes hat nun wahrlich kein Neuland betreten, denn an der "Grand Dame" der Musen haben sich schon andere versucht , mit sehr unterschiedlichen Ansätzen und Ergebnissen. Das grosse Verdienst dieser Biographie ist sicherlich, dass Oliver Hilmes Alma Mahler-Werfel mit viel Abstand betrachtet und beurteilt. Und auch beim besten Willen wird einem Alma nicht sympathischer. Im Gegenteil: Oliver Hilmes befreit die hysterische Alma von jeglichem Pathos und Prunk und macht so den Blick frei auf eine Frau, die wohl wie kaum jemand an grenzenloser Selbstüberschätzung litt. Und nicht zuletzt besticht die Biographie durch das, was sie über das legendäre Umfeld Alma Mahlers erzählt. Gut und sorgfältig recherchiert und dabei sprachlich ein Genuss lohnt sich die Lektüre allemal!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Für alle, die eine Diva des letzten Jahrhunderts persönlich kennenlernen wollen, 30. Oktober 2008
Rezension bezieht sich auf: Witwe im Wahn: Das Leben der Alma Mahler-Werfel (Taschenbuch)
Dieses Buch bietet die Möglichkeit, eine Diva des letzten Jahrhunderts persönlich kennen zu lernen. Dabei versucht der Autor ganz deutlich, kritisch und objektiv zu bleiben und stellt auch widersprüchlich hinterbliebene Beschreibungen von Ereignissen (wie der Konflikt von Alma mit Th.Mann oder ihr Antisemitismus) bspsw. von bisherigen "verschönerten" Bigografien (wie vor allem jener, die Alma selbst verfasste) sowie anderer Zeitzeugen kritisch einander gegenüber und lässt dies für sich selbst sprechen. Man erhält einen sehr guten Einblick und vor allem, was mir gefiel, ein "Gefühl" für die Persönlichkeit und den Charakter von Alma, ihre Familienstrukturen, ihr heikles Verhältnis zu ihrer Tochter Anna, ihr spezielles Verhältnis zu ihren Eltern, ihr Anerkennungs- und Geltungsdrang... Gleichzeitig erfährt man viel über ihre Wegbegleiter wie Mahler, Werfel, Kokoschka oder Klimt und erfährt so eine "unbekannte, intime Seite" dieser begabten Männer. Der Schreibstil ist gut lesbar, interessante Fotos und Briefexzerpe werten das Buch weiter auf. Empfehlenswert- bis auf die Einleitung- diese ist eine Selbstverherrlichung des Autors an sein Werk und sich selbst- wie unnötig!
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30 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gelungene Biografie, 29. September 2004
Von 
Inge Wachter "ingewachter" (Frankfurt a.M.) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Endlich gibt es eine Biografie, die Frau Mahler-Werfel als das zeigt, was sie war, wirklich eine Witwe im Wahn, die sich selbst überaus wichtig nahm, sich maßlos überschätzte in ihrem Glauben alleinige Antriebskraft für das Schaffen, der ihr verbundenen Genies wie Mahler, Gropius, Kokoschka, Werfel und andere mehr zu sein (siehe ihre Autobiografie). Ihr eigenes Buch legte ich bereits in den 60er Jahren angewidert von so viel Heroismus und Selbstschönung zur Seite.
Die Biografie von Herrn Hilmes hingegen ist realistisch, menschlich nachvollziehbar, sehr gut recherchiert.
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Witwe im Wahn: Das Leben der Alma Mahler-Werfel
Witwe im Wahn: Das Leben der Alma Mahler-Werfel von Oliver Hilmes (Taschenbuch - 17. Oktober 2005)
EUR 10,00
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