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am 24. April 2009
Dieses Buch gehört zu den wichtigsten Büchern des 20. Jahrhunderts, weil es von einem jüdischen Autor Fragen nach den Ursprüngen, den Auswüchsen, aber auch den gewaltigen Einflüssen des Christentums beleuchtet. Stefan Heim, in die DDR ausgewanderter amerikanischer Offizier mit deutschen Wurzeln, der später auch Alterspräsident des Deutschen Bundestags wurde, ist eine beeindruckende Persönlichkeit gewesen, ich meine, ein Genie. Dieses Buch ist sprachlich - wie immer bei Heim - eine Wucht, ein Genuss, eine in ihrer ironischen, die biblischen und die frühen Aufklärungsschriften der Reformation Bezug aufgreifenden Fülle allein schon das Lesen wert. Der Inhalt jedoch ist geradezu wunderbar: er schafft es, das Böse in Form des Teufels verständlich werden zu lassen, er löst das kindliche und bei vielen Politikern leider auch kindische schwarz-weiß-Denken komplett auf, er schafft kritische Distanz zur eigenen Person und zu dem Guten und Bösen in jedem von uns. Wer dieses Buch noch nicht kennt, hat es gut, denn er kann es noch erfahren. Der Autor dieser Rezension hat es bereits mehrfach gelesen, nein, genossen.
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am 10. Dezember 2001
Die Geschichte des „ewigen Juden", verdammt dazu auf die Wiederkunft des Herrn zu warten...erzählt in der fesselnden Sprache Stefan Heyms - meines Erachtens ein Meisterwerk.
Durch Raum und Zeit wird nicht nur Ahasver geschleudert - dem Leser ergeht es ebenso. Die drei-Ebenen-Erzählung, die ihn ins Deutschland des 16. Jhd.s katapuliert, ihn teilhaben läßt an dem fiktiven Briefwechsel zwischen Professor Beifuß (wie sinnreich!) vom Institut für Wissenschaftlichen Atheismus in Ost-Berlin und Professor Jochanaan Leuchtentrager von der Hebrew University in Jerusalem Norddeutschland und ihn - den Lesenden - schließlich auch in die Begegnung mit Jesus einbezieht, sprüht vor Geist und Witz, Tiefsinn und Lebendigkeit.
Die Verquickung dieser Ebenen über das ewig gleiche Thema von Dogma und Auflehnung, Glaube und Unglaube, Vision und Realität gelingt Stefan Heym über seinen brillant-boshaften Erzählstil. Grandios!
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am 17. Dezember 2001
Mir ist selten ein Buch begegnet, in das der Autor soviel an Sprachkunst hienein gelegt hat! Heym läßt seine Geschichte auf drei Ebenen spielen, wobei jede ihren eigenen Reiz hat. Zum einen ist da der Monolog des Ahasver, der manchmal zu einem Dialog mit Luzifer wird. Zu zweit schweben sie im Irgendwo, wobei Heym sie in einer Sprache unglaublicher Poesie erzählen läßt, was dem Ganzen den Klang einer Vision oder eines Traumes gibt. Zum anderen ist da die Geschichte des Studenten Paul im Mittelalter. Heym legt eine historisch korrekte und deswegen beeindruckende Sprachgewalt an den Tag, die den Humor und Witz der Geschichte noch um ein vielfaches steigert. Ich habe noch nie bei einem Buch so oft laut gelacht. Die verkorkste, verschlungene, urkomische, an pikanten und witzigen Details überbordende Sprache ist einfach ein Genuß!
Die dritte Ebene ist der Briefwechsel zwischen einem Wissenschaftler aus der DDR und einem aus Israel, die sich über die Ahaver-Legende unterhalten. Auch hier trifft Heym genau den an Phrasen und Floskeln reichen Ausdruck der offiziellen DDR. Die ironischen Antwortbriefe des israelischen Wissenschaftlers lassen das noch besser erkennen.
Natürlich ist es nicht nur die Sprache dieses Buches, die es für mich zu einem meiner Lieblingsbücher gemacht hat. Es sind das Thema, die Geschichte, der Aufbau und die Verstrickung der einzelnen Ebenen - ein Buch, das ich jedem empfehle!
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am 12. Januar 2011
"Ahasver" ist eins der Meisterwerke Stefan Heyms. In der auf drei Ebenenen angesiedelten Handlung - Mythos, Lutherzeit, 80er Jahre - kann er sein satirisches Talent, seine Lust am Fabulieren und seine hohe Sprachkunst genussvoll ausleben. Der urkomische Briefwechsel der beiden Professoren aus Israel und der DDR (inklusive Anmerkungen und Direktiven der beobachtenden staatlichen Organe), die hochphilosphischen Reflexionen des "ewigen Juden" Ahasver über Gott und Jesus sowie die in der Lutherzeit angesiedelte Haupthandlung um den widerwärtigen Opportunisten Paul von Eitzen wurden vom Autor mit Verve aufs Papier gebracht, so dass man sich kaum von dem Buch lösen kann. "Ahasver" hat bei allem bissigen Humor die Tiefe, die man beim inzwischen so populären Genre "historischer Roman" meist schmerzlich vermisst. Ähnlich komplex, aber deutlich lockerer als der ebenfalls geniale "König-David-Bericht".
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am 21. November 2007
Wer sich für Geschichte, Religion, Philosophie in gute Literatur verpackt interessiert, dem sei dieses Buch hiermit Nahe gelegt.

In 19 Kapiteln, die nach dem Vorbild einer mittelalterlichen Ballade mit einer Kurzzusammenfassung beginnen, entwickelt Stefan Heym seine intelligente und satirische Geschichte. Stefan Heym findet folgenden Einstieg:

"Wir stürzen.
Durch die Endlosigkeit des oberen Himmels,
des feurigen, der aus Licht ist, aus dem gleichen Licht,
von dem unsere Kleider gemacht waren,
deren Glorie von uns genommen wurde,
und ich sehe Luzifer in all seiner Nacktheit,
und in seiner Hässlichkeit, und mich schauert.
Bereust du?, sagte er.
Nein, ich bereue nicht.

Die eigentliche Geschichte beginnt natürlich mit Luzifer und Ahasver.
Diese werden am sechsten Schöpfungstag von Gott verstoßen, weil sie sich weigern, Adam zu huldigen.

Das nächste Kapitel knüpft an beim letzten Abendmahl. Wo Ahasver versucht seinen geliebten Reb Joshua (Jesus) zu überreden, etwas zu unternehmen und seinen Jünger Judas Iskariot als Verräter zu entlarven,
aber der Rabbi tut nichts dergleichen. ... Die uns mehr oder weniger Bekannte Geschichte nimmt seinen Lauf ...

Heym gelingt es Geschichte ironisierend, spannend, ehrlich, geheimnisvoll und tiefgehend zu erzählen. Natürlich beginnt die eigentliche Geschichte erst nach der Kreuzung Reb Joshua's, denn seid diesem Tag an ist Ahasver dazu verdammt auf Erden zu wandeln, bis Reb Joshua wieder kommt...

Lesen!
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am 2. April 2006
Stefan Heym hat sich ein gewaltiges Thema vorgenommen, "Ahasver" der ewige, (wandernde) Jude. Gott und Satan im Disput miteinander, Schuld und Vergebung des Menschen, der von Gott so geschaffen wurde . . . .Theologen werden damit keine Freude haben, aber auch die damalige (DDR-)Bürokratie wird ebenfalls mit spitzer Feder karikiert. Die theologischen Abhandlungen sind aber z.T. schwer verständlich, so dass für viele einiges offen bleiben wird. Sprachlich sehr gut: Heym passt die Sprache dem jeweiligen Zeitabschnitt an. (ca 1500 - Gegenwart)Ein Buch, dass man mindestens zweimal lesen kann und dies auch tun sollte!
Es bleibt aber ein Rest offen, so dass mir 4 Sterne gerechtfertigt erscheinen.
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TOP 1000 REZENSENTam 1. Juli 2012
In "Ahasver" erzählt Stefan Heym die Legende vom ewigen Juden nach. Obwohl er den Rabbi Jesus liebt, so ist er doch mit Luzifer verbandelt und versagt Jesus daher eine kurze Rast vor seinem Laden, als dieser kreuzbeladen auf dem Weg nach Golgatha ist. Von da an muss der Ahasver ruhelos durch die Welt und die Zeiten streifen bis zum Jüngsten Gericht. Wirklich ruhelos scheint er aber gar nicht zu sein. Auf jeden Fall ist er nicht unruhig. Vielmehr genießt er das Leben, denkt mit Nostalgie an den Rabbi zurück und ist mit Luzifer bemüht, Seelen einzufangen. Derer findet er in dieser Geschichte hauptsächlich drei: Zur Zeit Luthers einen emporkommenden Pfarrer, der nur durch Luzifer bzw. den Johann Leuchtentrager nach oben kommt und dort gehalten werden kann, selbst aber ziemlich leer ist und mehr auf seine Begierden fixiert zu sein scheint. Dann zur Zeit der DDR einen Professor für wissenschaftlichen Atheismus, mit dem Herr Leuchtentrager einen regen Briefkontakt führt, um den Atheisten von der Existenz des ewigen Juden zu überzeugen. Und schließlich Jesus selbst, der sich zusammen mit Ahasver als Spielball Gottes missbraucht fühlt.

Meisterlich wechselt Stefan Heym zwischen den Zeiten und erzählt doch immer wieder dieselbe Geschichte, wenn auch ganz anders. Sprachlich hervorragend, die menschliche Natur entlarvend, das DDR-System kritisierend und die Unvollkommenheiten der Kirche aufdeckend, schafft der Autor einen Klassiker, der seines Gleichen sucht. Zwar muss man sich richtig reinknien, wenn man diesem Buch gerecht werden will, aber die Anstrengung lohnt sich allemal.
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am 3. Dezember 2013
Er kann nicht verweilen an einem Ort, er kann nicht innehalten in einer Zeit, Ahasver, der Ewige Jude. Er ist verdammt, bis zum jüngsten Tag ruhelos durch die Welten zu wandern, um den Frevel, den er an Gottes Sohn beging, zu sühnen. Die mythische Figur des Ahasver steht eigentlich als Symbol für das Volk der Juden, die in Jesus den Messias noch nicht erkennen wollen und daher aus der Sicht der Christen zu unstetem Umherirren verurteilt sind. Heyms Ahasver aber treibt nicht willenlos durch die Geschichte; dieser Zweifler ist auf der Suche nach der wirklichen Erlösung der Menschheit, der Befreiung des Menschen von jeglicher Knechtschaft durch Herstellung wahrhaftiger Gleichheit aller.

Die Neuinterpretation der biblischen Figur eröffnet Heym große Freiheit im Umgang mit seinem Thema. So kann er seinen Ahasver in Vergangenheit und Gegenwart mit einfältigen Gläubigen und gescheiten Skeptikern zusammentreffen lassen, kann zeigen, wie sich die Frage nach einer humanistischen Gesellschaft immer wieder neu stellt und bis heute nicht beantwortet ist. Und wo der Glaube in Frage gestellt wird, lauert denn auch „der Geist, der stets verneint“ und begleitet Ahasver auf seiner Suche. Dazu bedient sich Heym passend einer Sprache, die aus Luthers Zeiten zu stammen scheint, und würzt alles noch mit ironischen Seitenhieben auf die einzig wissenschaftliche Weltanschauung der Arbeiterklasse.

Unter den in der DDR ansässigen Schriftstellern war Heym ein echter Kontrapunkt: In Chemnitz geboren, mit amerikanischem Pass in der Tasche, mit Buchveröffentlichungen, die erst im Westen erschienen, bevor sie – wenn überhaupt – auch im Osten gedruckt wurden. Seine Themen waren stets spannend, aber nicht immer gelang es Heym auch, die Konflikte fesselnd und mit überzeugender Sprachlichkeit zwischen die Buchdeckel zu bekommen. Trotzdem war Heym zu lesen eine verbreitete Mode unter Studenten, bei denen die abgegriffenen Exemplare seiner Romane unter der Hand die Runde machten. Der Ansporn zum Lesen ging dabei nicht immer von der Literatur, sondern wohl mehr vom Reiz des Verbotenen aus.

Mit diesem Roman aber hat sich Heym gegen alle Zweifel erhoben. Er hat ein großes Stück Literatur geschaffen, was seinen Autor und die Zeiten seiner Niederschrift unbeschadet zu überdauern in der Lage ist. "Ahasver" ist ein fesselndes Buch von faustischem Format.
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am 17. Februar 2007
Ein großer Autor liest an seinem Lebensabend 13 Stunden lang aus seinem 2000 Jahre umspannenden Roman über den ewigen Juden, über Gott, Jesus, Martin Luther und die DDR der frühen 80er Jahre.

Für mich eines der besten Hörbücher überhaupt! Heym liest mit Charakter in der Stimme und enormer Ausdruckskraft selbst noch im kleinsten, bereits erschöpften Atmer. Das ist ergreifend, oft erhellend, und - ja, zugegeben: durchaus anstrengend auch für den Hörer. Ich jedenfalls mußte immer wieder einmal anhalten und zurückgehen, wenn die Aufmerksamkeit etwas nachließ. Aber das habe ich gerne getan und freue mich schon auf's Wiederhören.
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am 2. Mai 2016
Dieses Buch von Stefan Heym endlich gefunden und gekauft,
keine Mängel feststellbar
keine Vernitterungen, keine Kritzeleien,
bin voll zufrieden

Da geht endlich die Literaturanalyse voran.
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