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21 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meisterwerk, 15. August 2006
Rezension bezieht sich auf: Das Jahrhundert meines Vaters (Taschenbuch)
Geert Mak schafft es in diesem Buch Geschichte so eindrucksvoll darzustellen, wie ich es bis jetzt selten gelesen habe. Seine klare, einfache und doch so wortreiche und einfühlsame Sprache lässt einen die Geschichte seiner Familie einerseits und die seines Landes andererseits im wahrsten Sinne des Wortes miterleben. Bei Mak sind das aber keine konträren Sichtweisen. Gesellschaftliche Strömungen und Privates werden durch seine Erzählweise ein logisches Ganzes. Erlebnisse seiner Familienmitglieder sind ihm genauso wichtig wie politische Ereignisse. Am meisten beeindruckt hat mich, dass er sich vorschneller Urteile enthält; eine heutzutage sehr seltene Eigenschaft. Das heisst allerdings nicht, dass er gar nicht urteilt, im Gegenteil. Pseudoobjektive, kühle, akademische Distanziertheit ist seine Sache nicht. Das ist Geschichtsdarstellung in ihrer, wie ich finde, besten Form: lebendig, mitfühlend, ohne Pathos, das "Kleine" genauso beachtend wie das "Große" und immer auch versehen mit einem Hauch von Melancholie. Dieses Buch ist eines der besten, dass ich bis jetzt gelesen habe. Ein Meisterwerk eben.
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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen wenn man nur ein Geschichtsbuch lesen dürfte, dann dieses!, 18. August 2008
Von 
Tom Kadi (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Das Jahrhundert meines Vaters (Taschenbuch)
Wie sah Europa 1899, dem Geburtsjahr von Maks Vater, aus, wie roch es, welche Geräusche bestimmten das Leben? Mit wenigen Sätzen ersteht vor einem das Bild einer fremder und gleichzeitig so nahen, nur durch eine Generation von uns getrennten Zeit. Kein Dichter könnte dies plastischer schildern! Wir begleiten dann den Vaters des Autors, einen kalvinistischen Geistlichen, bei seiner Reise durch die Zeit und gerade diese Verknüpfung von anrührenden, sehr persönlichen Erfahrungen mit den politisch-gesellschaftlichen Veränderungen, die diese bedingt haben, machen dieses Buch zu einer der großartigsten und lehrreichsten historischen Darstellung, die ich kenne. Sie liest sich wie ein Roman und gleichzeitig beschreibt sie dieses wirre und ereignisreiche 20. Jahrhundert mit seinem optimistischen Aufbruch zu Beginn, der durch den ersten Weltkrieg zersplitterte, dem Ende des Kolonialismus, dem Faschismus und Stalinismus, den bleiernen 50ger Jahren, der Zeit der Revolte und der eher depressiven kollektiven Grundstimmung beim Jahrtausendwechsel, deren Urschen Mak treffend benennt. Wer meint, dass die Lebensgeschichte eines niederländischen Predigers einem nichts zu sagen hätte, der irrt gewaltig! Ich beneide jeden, der dieses Buch noch nicht gelesen hat, denn er hat ein großes Vergnügen noch vor sich.
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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Geschichte und Mikrogeschichte in schöner Harmonie, 27. August 2006
Von 
Mirka (Rotterdam, Niederlande) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Das Jahrhundert meines Vaters (Taschenbuch)
Schon im Vorfeld melde ich, dass ich kein fanatischer Liebhaber von Geschichte bin. Gerhard Maks Buch bekam ich als Geschenk von meiner Mutter, die der Meinung war, dass mich dieses Buch als in Holland lebende Deutsche doch interessieren müsse. Und das hat es. Ein dickes Buch, für welches man sich Zeit nehmen sollte. Um der Handlung gerecht zu werden, sollte man es auch nicht allzu fragementarisch lesen. Interessant ist die Art und Weise, wie Gerhard Mak Mikrogeschichte mit Geschichte zu verbinden weiss. Indem er die persönlichen Geschehnisse seiner Familie im Universum der Weltgeschichte lokalisiert, bezieht er den Leser mit ein und sorgt dafür, dass Weltgeschichte konkreter und verständlicher wird. Dass er die Fähigkeit besitzt, die Kombination auch sprachlich schön herzustellen, möge deutlich sein. Das Schreiben eines solchen Buches in all seiner Komplexität empfinde ich ohne weiteres als eine grosse Leistung.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Non-Konformismus hat seinen Preis, aber Konformismus auch, 4. Oktober 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Jahrhundert meines Vaters (Taschenbuch)
Eine Geschichte des 20.Jahrhunderts aus der Perspektive einer hollaendischen Mittelklassefamilie. Der Vater des Autors wurde 1899 geboren und wuchs in einer frommen Familie kleiner Geschaeftsleute auf. Der erste Weltkrieg liess Holland mehr oder weniger links liegen.
Der Vater verliess die Welt seines Vaters, studierte, wurde Pfarrer, heiratete ein Maedchen aus gebildeter Familie. Mutter war eine talentierte Chemiestudentin, aber verheiratete Frauen blieben damals der Arbeitswelt fern. Die hollaendische Gesellschaft war zu dieser Zeit recht uebersichtlich in einige Saeulen gegliedert: die Katholiken, die Calvinisten, die Reformierten, und die Roten. Ausserhalb der Niederlande war die Welt in Unordnung, besonders in Deutschland.

Vater nimmt eine Pfarrstelle an. Die Familie waechst und gedeiht. Dann kommt ein Angebot, eine Stelle in Medan, Sumatra zu uebernehmen. Die Maks reisen mit 5 Kindern aus. Es ist eine Befoerderung, aber auch eine Flucht vor den Konflikten innerhalb seiner Kirche. Einige seiner Freunde hatten Amtsverbot wegen unorthodoxer Positionen erhalten. Vater drueckt sich.

Ostindien ist zu jener Zeit ein wichtiger Teil der niederlaendischen Wirtschaft, obwohl die Herrschaft schon zu wackeln began. Sie sollte nur noch ein Jahrzehnt nach der Ankunft der Maks halten. Lebensbedingungen der Pantagenkulis waren von Sklaverei kaum zu unterscheiden. Der Herr Pfarrer hatte damit kein Problem, scheint es.
In Europa wuetete inzwischen die Depression. Holland wurde von Calvinisten regiert, und die Maxime war Austerity, Guertel-enger-schnallen. In Ostindien brachen die Preise fuer Gummi, Zucker, Tabak, Zinn ein. Der Count-down zum Ende der Kolonialzeit war eingelaeutet.
Im naechsten Krieg blieben die Niederlande nicht aussen vor, wie manche hofften. Deutschland besetzte das Mutterland, Japan besetzte Ostindien, und wurde dort zunaechst als Befreier begruesst. Das legte sich spaeter.
Der Pfarrer wurde Soldat, dann Kriegsgefangener beim Eisenbahnbau in Thailand/Burma. Frau und 3 Kinder wurden in Sumatra in Internierungslager gesteckt. Die beiden Aeltesten waren zur Schule in Holland geblieben und verbrachten die Kriegszeit in relative Freiheit.
Mak beklagt die Effizienz der hollaendischen Buerokratie in der Unterstuetzung des Genozids. Der Prozentsatz der ermordeten Juden in Holland war groesser als in allen anderen besetzten Laender, ausser Polen.
Eltern und Kinder Mak ueberleben den Krieg und das Lager. Der Autor ist das Produkt froher Wiedervereinigung. Er wurde 1946 geboren.
Weniger guecklich waren die Versuche der Niederlande, die Kolonie wieder in Besitz zu nehmen. Daraus wurde nichts. Nach Grausamkeiten auf beiden Seiten setzte sich die Unabhaengigkeit Indonesiens durch. Mak bedauert dass sein Land niemals die Kolonialzeit vollstaendig aufgearbeitet habe.
In der neuen bipolaren Weltordnung ist Holland fest im Westen verankert. Die Hollaender schauten jetzt weg von Deutschland, hin auf die Angelsachsen.
Die Re-integration in Holland fiel der Familie schwer. Vater findet eine Stelle in Friesland und kaempft mit sich und seiner Umwelt.
Andererseits passiert nicht mehr viel im Rest des Jahrhunderts. Dinge passieren woanders. Hollnd waechst, wird wohlhabend und modern. Die letzten Jahrzehnte werden kurz abgehandelt und interessieren mich auch nicht mehr besonders. Insgesamt ist dies durch die Verbindung von Familiengeschichte und den `grossen' Ereignissen eine hervorragende historische Arbeit.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen unbedingt lesen, 18. Juli 2009
Von 
T. Bittmann "tom" (Garching/Alz, Oberbayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Das Jahrhundert meines Vaters (Taschenbuch)
sehr gut geschrieben, einfühlsam und informativ für alle die sich für die europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts interessieren.
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Das Jahrhundert meines Vaters
Das Jahrhundert meines Vaters von Geert Mak (Taschenbuch - 25. Juli 2005)
Gebraucht & neu ab: EUR 0,88
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