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16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Schätzkästchen der Literatur
Julian Barnes: Flauberts Papagei
Manche Literaturwissenschaftler, schreibt der Autor in dem vorliegenden Buch, verhalten sich ihren Objekten gegenüber gar zu gönnerhaft Sie behandeln sie ein wenig wie Familienmitglieder und tun so, als sei Flaubert oder Milton oder Woodsworth irgendeine tüttelige alte Tante in einem Schaukelstuhl, die nach muffigen...
Veröffentlicht am 5. Februar 2006 von euripides50

versus
3.0 von 5 Sternen Nur für Fans
Wie alle Bücher von Julian Barnes ist auch dieser "Roman", der eher eine Aneinanderreihung mehrerer Anekdoten und Essays darstellt, flüssig, witzig und in leicht ironischem Tonfall gehalten.

So gern ich Barnes und auch Flaubert normalerweise lese, so speziell erscheint mir doch der Inhalt dieses Buchs: Die Ausführungen über Einzelheiten der...
Vor 10 Monaten von hartmutw veröffentlicht


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16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Schätzkästchen der Literatur, 5. Februar 2006
Von 
euripides50 (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Flauberts Papagei: Roman (Taschenbuch)
Julian Barnes: Flauberts Papagei
Manche Literaturwissenschaftler, schreibt der Autor in dem vorliegenden Buch, verhalten sich ihren Objekten gegenüber gar zu gönnerhaft Sie behandeln sie ein wenig wie Familienmitglieder und tun so, als sei Flaubert oder Milton oder Woodsworth irgendeine tüttelige alte Tante in einem Schaukelstuhl, die nach muffigen Puder riecht, nur der Vergangenheit nachhängt und seit Jahren nichts Neues gesagt hat.“ (S.89) Diese Haltung zu widerlegen, ist das Anliegen von Julian Barnes Erstling „Flauberts Papagei.“ In immer neuen Anläufen umkreist Mister Braithwaite, ein sechzigjähriger und verwitweter englischer Flaubert-Enthusiast das Leben des großen Romanciers, er besucht Rouen und Paris, reist durch die Normandie und studiert alle Briefwechsel und Werke der Flaubert-Epoche, ohne dass die Gedanken und Entdeckungen, die dabei zu Tage kommen, auch nur eine Sekunde langweilig wären. Stattdessen eröffnet sich dem staunenden Leser ein wahres Schatzkästchen der Literatur mit Antworten, Fragen, Anekdoten und Erzählungen, die in ihrer Summe nicht weniger ergeben als eine Schule des Lesens und Denkens – und der feinen Ironie, über die Barnes in ähnlich fein dosierter Weise verfügt wie sein Vorbild Flaubert. Was soll in einem Roman in den nächsten Jahren auf keinen Fall mehr beschrieben werden? ( z. B.: die persönliche Erziehunsgeschichte, Morde unter der Dusche, Romane mit Hauptpersonen, die nur mit Initialen ausgewiesen werden. ) Welchen Schriftstellern sind die peinlichsten Fehler unterlaufen? ( z. B. William Golding in HERR DER FLIEGEN, der seine Kinder ein Feuer mit einer Brille anzünden lässt, mit deren Glas das physikalisch unmöglich ist ). Soll der Erzähler in einem Roman “so sein wie Gott - allgegenwärtig, doch nirgendwo sichtbar“ - oder eher wie ein im Dunkeln tappender Ahnungsloser, der dem Leser erst nach und nach den Sachverhalt enthüllt? Warum gibt es am Ende des Romans nicht kleine Briefchen, anhand deren Überschriften sich jeder Leser seinen Schluss („traditionell“, „willkürlich“, „modernistisch“, „deus ex machina“ etc.) selbst aussuchen und den Rest der
Briefchen vernichten kann? Hinter all diesen Fragen, die sich der wackere Braithwaite als „Flauberts Papagei“ stellt, steht die gigantische Gestalt Flauberts, seine Wirkungs- und Rezeptionsgeschichte, die in der Form, in der sie Barnes dem Leser präsentiert, plötzlich so wirkt, als sei sie eine große Lupe, mit der unsere eigene Epoche auf eine neue Weise zu verstehen sei. Übrigens: am 30. April 2006 jährt sich die Vollendung von „Madame Bovari“ zum ein hundertfünfzigsten Male. Ein Grund mehr, das vorliegende Buch auch wie eine Einführung in Flaubert zu lesen und sich dann dem Meister noch einmal selbst zuzuwenden.
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5.0 von 5 Sternen "Flohbär", 8. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Flauberts Papagei. Roman (Taschenbuch)
Gustave Flaubert, der nach der Veröffentlichung seines SALAMBO von sich selbst sagte „Ich schreibe wie ein Kannibale“, meinte in einem seiner Briefe: Wenn man die Biographie eines Freundes schreibt, muss man das so tun, als wolle man ihn rächen.
- Julian Barnes hat dafür einen radikalen, in mancher Hinsicht irritierenden, auf jeden Fall aber höchst originellen Ansatz gefunden.

Zunächst sieht es so aus, als bediene sich der britische Autor eines uralten Romanmotivs. Er schickt nämlich sein Alter Ego, den pensionierten Geoffrey B., auf Spurensuche. Es gilt, einen ausgestopften Papagei zu finden. Der hatte für kurze Zeit auf dem Schreibtisch des toten Dichters gestanden und ist darum für den Flaubert-Fan eine Art Reliquie. Da das gute Stück sich nicht so leicht finden lässt, reist Geoffrey B. gleich mehrmals von London nach Rouen und Croisset, wo Flaubert einen Großteil seines Lebens verbracht hatte – und jeder Leser ist nun brennend interessiert, wie es weitergeht. Wirklich?

Natürlich nicht, und darum setzt Julian Barnes alles daran, dieses überstrapazierte Erzählmuster von Anfang an aus allen Rohren zu torpedieren. Jedes Mittel ist ihm dazu recht: Abschweifungen, Einschübe, Gedankenspiele, biographische Tabellen, Anekdoten, Zoten, Absurditäten, Geistesblitze und Banalitäten. Ein Fest der freien Assoziation, bei dem jeder, der nach einer stringenten Logik sucht, von vornherein zum Scheitern verurteilt ist. Alles dreht sich, um den großen Dichter natürlich und nicht um den bunten Vogel.

Was aber so ungeordnet (um nicht zu sagen chaotisch), so ausufernd daherkommt
und viele ernsthafte Leser verschrecken dürfte, ist letztlich doch nur eine einzige weit ausholende Verbeugung vor Gustav Flaubert, dem „ersten modernen Romancier, dem Vater des Realismus, dem Mörder der Romantik“, den Geoffrey alias Julian (beide sind kaum auseinander zu halten) durchaus nicht respektlos „Flohbär“ nennt.

Nicht jeder, der dieses verspielte Werk anfängt, wird das so sehen, aber diejenigen, die sich darauf einlassen es zu Ende zu lesen, amüsieren sich wahrscheinlich köstlich.
Man kann halt nicht immer einer Meinung sein.
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3.0 von 5 Sternen Nur für Fans, 21. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Flauberts Papagei: Roman (Taschenbuch)
Wie alle Bücher von Julian Barnes ist auch dieser "Roman", der eher eine Aneinanderreihung mehrerer Anekdoten und Essays darstellt, flüssig, witzig und in leicht ironischem Tonfall gehalten.

So gern ich Barnes und auch Flaubert normalerweise lese, so speziell erscheint mir doch der Inhalt dieses Buchs: Die Ausführungen über Einzelheiten der Flaubert'schen Romane, wie etwa die wechselnde Augenfarbe vom Mme. Bovary, sind wirklich nur für hartgesottene Fans interessant. Dito etliche Reiseberichte und Schnurren aus Flauberts Leben, wie etwa Reflexionen über bestimmte Charakterzüge oder die Bewertung diverser Affären. Wozu nur? Gerne als Fachliteratur, aber eine Veröffentlichung als Publikumsroman?

Zum Glück war dies schon mein drittes Buch von Mr. Barnes, sonst wäre es vermutlich auch mein Letztes.

Von Julian Barnes kann ich "Eine Geschichte der Welt in 10 1/2 Kapiteln" oder "Arthur and George" unbedingt empfehlen, nicht so diese etwas zu abgehobene Huldigung.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Geschwätzig wie ein Papagei, 8. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Flauberts Papagei: Roman (Taschenbuch)
Erfreulich an diesem Buch ist die Papageiengeschichte. Es gibt viele
Anekdoten über Flaubert, diese machen den großen Schriftsteller nicht gerade sympatisch. Knabenliebe...
Das Lesen desBuches ist zum Anfang kurzweilig und der Stil ist satirisch und sarkastisch, schwarzer Humor kommt vor. Doch im Laufe des Romans wird es irgendwie zu überladen mit unwichtigen Kleinigkeiten und ich fühlte mich genervt von diesem geschwätzigen Zuviel. Mehr und mehr mißfiel mir dieser Barnes.
Zuvielwisserei. Der Roman hat mir Flaubert keineswegs näher gebracht, höchstens den besagten Papagei.
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Flaubert? Wersndassn?, 25. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Flauberts Papagei: Roman (Taschenbuch)
Flaubert? War das nicht sonn Froschfreschschriftsteller? Und der
hatte einen Papagei? Geht mir das nicht total an der Schwanzfeder
vorbei?
Nun gut, ich komme aus der falschen der Snow'schen Kulturen und
habe gerade noch soviel Bildung, daß ich wenigstens weiß, wer der
Knilch war. Richtiges Interesse...anö.
Und dann kommt der Barnes und fesselt einen hinterrücks. Elitär?
Kann nicht sein, das hätte mich unbeteiligt gelassen. Mit stetig
steigender Faszination wühlt man sich durch ggf. auch gut erlogene
Details aus dem Düchterleben und will in einem Anfall von Hochkultur
sogar mehr lesen als den Salammboschlangenporno :-)
Mission erfüllt, Herr Barnes. Fühle mich verpflichtet, im Gegenzug
den Amazondurchschnitt etwas anzuheben. *****
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17 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Elitär und langweilig, 7. Dezember 2007
Von 
Wolfgang Stroebl (Österreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Flauberts Papagei: Roman (Taschenbuch)
Eines vorweg: "Flauberts Papagei" ist keine leichte Kost und schon gar kein Lesevergnügen für das sogenannte "breite Publikum". Es ist mehr eine Lektüre für Spezialisten und Literaturwissenschaftler - die werden Julian Barnes auf seinen verstiegenen Wegen wohl noch am ehesten folgen wollen.
Selten erschien mir der Begriff "Roman" so fragwürdig wie hier. Denn es gibt so gut wie keine Handlung und keine Entwicklung der Personen. Ein britischer Arzt und Fan des berühmten Schriftstellers Gustave Flaubert begibt sich in Frankreich auf die Spuren des Autors - das ist alles. Er macht sich Gedanken über die Liebschaften des Autors, sucht die ausgestopften Papageien Flauberts, analysiert manche Themen in des Autors Werk etc. Eine zusammenhängende Geschichte sucht man vergeblich, es ist wie eine schier unendliche essayistische Abfolge von Aphorismen, Gedanken, Zitaten, Apropos und Analysen. L'art pour l'art, sozusagen.
Das alles ist reichlich abgehoben, besserwisserisch und im Ganzen auch ziemlich unsympathisch. Natürlich kann Julian Barnes schreiben, er hat für "Flauberts Papagei" ja auch einige Literaturpreise bzw. -nominierungen bekommen: es gibt immerhin ein paar kluge Beobachtungen und amüsante Bemerkungen. Aber davon abgesehen - es ist einfach todlangweilig.
Am Ende schlägt man das Buch zu und weiß nicht, wozu man das eigentlich gelesen hat.
Wer also einen typischen Roman der Postmoderne lesen möchte, soll sich "Flauberts Papagei" antun. Aber um Flaubert kennenzulernen, greifen wir lieber zu einer konventionellen Biographie oder - noch besser - gleich zu seinen Büchern.
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13 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kultbuch für den frustrierten universitären Mittelbau, 23. Januar 2004
Von 
Martin Arndt (Stuttgart) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Flauberts Papagei. Roman (Taschenbuch)
Barnes, 1946 in Leicester geboren, Lexikograph, Kritiker, lebt heute als freier Schriftsteller in London.
"Roman" möchte man das Büchlein nicht nennen. Eher "Dozenten-Prosa": Ein britischer Arzt und Hobby-Flaubert-Kenner schwadroniert geläufig und geschwätzig über die komischen und unkomischen Seiten in Flauberts Werk, in Flauberts Apokryphen und seinem Liebesleben. Als Aufhänger dient ein doppelter Papagei, der bei Gustave einst die Muse ersetzte, aber das ist für das endlos mäandernde Buch auch komplett unwichtig. Literarhistorikerhumor. Ein Kultbuch für den frustrierten universitären Mittelbau, für verklemmte AnglistInnen und RomanistInnen, die sich das Buch in miefigen Aulabänken zwischen die Schenkel stecken können und sich dabei verschämt hüstelnd Luft zufächern. Wen wie mich die Worte "causieren" und "parlando" zum Brechen reizen, sollte die Finger davon lassen.
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Flauberts Papagei: Roman
Flauberts Papagei: Roman von Julian Barnes (Taschenbuch - 1. Mai 2004)
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