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5.0 von 5 Sternen Liebesgrüße aus Mordor
Am Anfang war das Gegenwort: Als ein eifriger und unerwünscht ehrlicher Freund eines Freundes der Autorin drastisch auszureden versucht, in die Republika Srpska zu fahren, zuckt sie die Schultern, läßt den Leser schnoddrig wissen: "Klingt nach Mordor" - und fährt natürlich trotzdem; der alte Dämon ist tot, aber wie erholt sich das Land von...
Veröffentlicht am 16. Juni 2002 von Jens Meyer

versus
31 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zwiespältig
Meine Meinung über dieses Buch ist sehr zwiespältig.
Es mag daran liegen, dass ich genau zur selben Zeit, wie die Autorin, das erste Mal in Bosnien war oder auch weil ich dort eine Weile lebte und arbeitete. Möglicherweise weiß ich aber auch einfach zu viel über die Menschen, die Geschichte des Landes und die Hintergründe, als dass ich...
Am 21. März 2004 veröffentlicht


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36 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Liebesgrüße aus Mordor, 16. Juni 2002
Von 
Am Anfang war das Gegenwort: Als ein eifriger und unerwünscht ehrlicher Freund eines Freundes der Autorin drastisch auszureden versucht, in die Republika Srpska zu fahren, zuckt sie die Schultern, läßt den Leser schnoddrig wissen: "Klingt nach Mordor" - und fährt natürlich trotzdem; der alte Dämon ist tot, aber wie erholt sich das Land von seinen Wunden? Ein getreuer, aber pazifistischer Hund begleitet sie auf ihren Streifzügen durch ein nahes Land, das uns so fern erscheint. Oder denken wir, es sei umgekehrt und wir hätten schon alles verstanden?
Wer erwartet, seine vorgefertigten Meinungen über Land und Leute in Marmor gemeißelt zu sehen, hat bei diesem Buch schon verloren. Juli Zeh scheint sich entschlossen zu haben, sämtliche anderen und eigenen Ansichten einer strengen Prüfung mit dem neugierigen Augen eines Kindes zu unterziehen, was ihr grandios gelingt. Wer einmal mit dem ersten Chemiekasten zwei Explosionen und endlose Ermahnungen der Eltern hervorgerufen und dennoch grinsend den nächsten Kolben geschwenkt hat, bekommt eine leise Ahnung, mit welcher Intention und Intensität dieser Roman geschrieben ist.
Es ist sehr schwer, dem bissigen Charme, dem fröhlich-sarkastischem Humor, der schieren Lebensfreude (auch wenn man keine Feigen mag) und den interessanten Menschen dieses Werks zu entziehen. Den Sirenenrufen einzelner Sätze kann man ohnehin nicht entkommen.
Die romantischen Szenen sind so hauchzart, daß man Angst hat, das Umblättern der Seiten könne sie fortwehen - wirklich großartig wie das Leben selbst. Und doch jederzeit ein überaus ehrliches Buch mit Ecken und Kanten.
Man kann natürlich mehr Betroffenheit von einem Roman über Bosnien fordern, aber ist dieser Roman ohne Szenen der Betroffenheit, dem Rückzug ins eigene Schmerzkontinuum geschrieben? Verheimlicht er etwas oder geht er ohne Respekt an die Menschen heran? Durchaus nicht, aber er bewertet nicht, er regt zum Nachdenken, zum Überdenken an.
Schmerz ist wertvoll für den Körper, denn er zeigt Fehlentwicklungen auf - aber dem chronischen Schmerz haftet etwas sinnloses an... Jeder Krieg endet einmal und im Gegensatz zur bleiernen Zeit der 50er und frühen 60er Jahre in Deutschland scheint sich in Bosnien die Freude auf die Zukunft einzustellen: "Liebt euch, um zu vergessen - aber vergeßt nicht, euch zu lieben", so ein Mantra aus den hinteren Kapiteln (jugendfreie Übersetzung!) und eine gute Zusammenfassung eines besseren Lebensgefühls. Dieses Buch ist keine Adler und Engel-Fortsetzung, was auch nicht schlecht gewesen wäre, aber die Autorin will wohl kein Opfer eines eigenen Mainstreams werden.
Im Gegensatz zu Äußerungen anderer JuLis also ein positiver Tabubruch von Juli Zeh - eben ein Aufruf, über die hohen Hürden eigener Vorurteile zu springen, sich Gedanken zu machen. Jugend forscht at its best.
Vielleicht habe ich aber auch alles falsch verstanden und das Buch ist total schlecht (man soll sich selbst ja nicht zu sehr trauen, wie wir nun gelernt haben...) - für diesen Fall war es jedoch ein überaus angenehmer Fehler...
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31 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zwiespältig, 21. März 2004
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Stille ist ein Geräusch: Eine Fahrt durch Bosnien (Taschenbuch)
Meine Meinung über dieses Buch ist sehr zwiespältig.
Es mag daran liegen, dass ich genau zur selben Zeit, wie die Autorin, das erste Mal in Bosnien war oder auch weil ich dort eine Weile lebte und arbeitete. Möglicherweise weiß ich aber auch einfach zu viel über die Menschen, die Geschichte des Landes und die Hintergründe, als dass ich mich völlig unbefangen auf die Lektüre dieses Buches einlassen könnte. Ich bin hin und hergerissen zwischen der Bewunderung für ihr unglaubliches Talent Stimmungen wiederzugeben und der Tatsache, dass mich ihre einseitige Betrachtungsweise des Konflikts, die doch recht deutlich wird, abstößt. Das hatten wir schon oft genug, die deutsche Berichterstattung war voll davon, da erwartet man doch von jemandem, der in dieses Land gereist ist, dass er mehr sieht, dass er hinter diese Fassade blickt und erkennt, dass nichts so ist, wie man dachte, dass alles wesentlich komplizierter, verworrener ist. Gerade in Bosnien wird einem schmerzlich bewusst, es gibt keine strikte Trennung zwischen Gut und Böse, zwischen Schwarz und Weiß. Die Autorin hat sich nicht wirklich auf das Land eingelassen, hat vorher schon eine feste Meinung über die Geschehnisse und die Menschen, auch wenn sie vorgibt, offen zu sein. Das Buch würde ich trotzdem jedem empfehlen, der sich für Bosnien interessiert oder mal eine Reise in dieses wunderschöne Land machen möchte. Ich habe es allen meinen Bekannten, die mich während meines Aufenthaltes dort besuchten, zum Lesen gegeben. Es ist, trotz meiner persönlichen Kritikpunkte, eine gute Einführung. Es bleibt dann jedem selber überlassen, ob er noch weitergehen möchte, als die Autorin und es zulässt, hinter das „Offensichtliche", zu blicken. Auf dem Weg dorthin ist „Die Stille ist ein Geräusch" auf jeden Fall ein guter Begleiter!
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13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wundervoller Beitrag über ein wunderschönes Land, 4. Februar 2003
Dieses Buch beschreibt Bosnien in einer eindrucksvollen Art und Weise. Manche Beschreibungen mögen auf den ersten Blick banal erscheinen, sie sind es aber nicht. Jeder der schon einmal durch die Föderation Bosnien und Herzegowina gereist ist, wird mit diesem Buch durch die eigenen Erinnerung getragen und sagt sich jedesmal: Genauso habe ich es auch empfunden. Ihr gelingt es durch ihre Wortgewandheit, das Land und die Menschen so realistisch wiederzugeben, dass man sich bei jedem einzelnen Satz nach einer Reise nach Bosnien sehnt. Es ist das beste Buch, das ich in den letzten Monaten gelesen habe und endlich ein Werk, welches das Land beschreibt, ohne nur der Frage nach den Ursachen und Folgen des Balkankriegs nachzugehen. Endlich auch einmal ein Werk, das man den Menschen in die Hand drücken kann, die auch 2003 noch fragen: "Was du fährst nach Bosnien? Da ist doch Krieg." Nein!. Diese Menschen wollen einen Neuanfang und beginnen ihn auch. Dieses Buch ist ein wundervoller Beitrag dazu.
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23 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Dünnbrettbohrer, 1. Mai 2006
Rezension bezieht sich auf: Die Stille ist ein Geräusch: Eine Fahrt durch Bosnien (Taschenbuch)
Dieses Buch will also keine Reisereportage sein, kein Essay und auch kein Roman. Und so liest es sich auch wie eine aus dem handschriftlichen übertragene Reisenotiz einer angeberischen "Ich-war-da-wo-sonst-Keiner-hinfährt"-Globetrotterin. Ziel und konzeptionslos irrt die Abenteuer-Romantikerin samt Hund durch Nachkriegs-Bosnien. Genauso schal, oberflächlich und wirr geraten ihr die Reise-Notizen. Einzelschicksal, Politisches, Psychologisches, Zeitgeschichtliches, Zwischenmenschliches, vulgo: fundierter Hintergrund ist - wenn überhaupt - nur schemenhaft vorhanden. Rasch ermüdet die Autorin bei der Recherche: "Ich habe überhaupt keine Lust, die internationalen Organisationen aufzusuchen. Ich habe überhaupt keine Lust, mit jemandem zu reden". Stattdessen nervt die Autorin mit verquaster Poesie: "Der zunehmende Mond drückt sich eine Wolke an die Wange". Egal, ob SFOR-Personal, Marienpilger, Journalisten, Einheimische: der Tonfall über Land und Leute ist auf penetrante Art herablassend: "Im Drecksnest Gacko verstopft mir die Luft wie Brei den Hals". "...und schaue auf die Stadt, diesen kleinen grauen Fleck, ausgefranst wie Vogelscheisse, die aus großer Höhe gefallen ist". "Ich will nicht riechen...wie eine modernde Oma. Vielleicht ist es ein typisch bosnischer Geruch, und deshalb parfümieren sich alle..." Besonders diskriminierend springt die Autorin mit den Serben um: " Die schwärzesten Vorstellungen von Serben erwachen: auf militärische Weise überkorrekt, im richtigen Moment korrupt und im Zweifel gewalttätig". Das misantrope Weltbild "Selten kam mir die menschliche Gattung so überflüssig vor" wird konterkariert mit Hunde-Anekdoten, auf die offenbar grösseres Gewicht gelegt wird: "Der Hund bedankt sich für die Pizza und bestellt Grüße an die Küche". "Auf der Gittertreppe zum General verrenkt sich der Hund fast die Pfoten."
Fazit: man ist als Leser betroffen von der Oberflächlichkeit, Arroganz und Naivität der Autorin.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Buch okay, würde es aber nicht nochmal lesen, 26. Oktober 2007
Rezension bezieht sich auf: Die Stille ist ein Geräusch: Eine Fahrt durch Bosnien (Taschenbuch)
Ich habe dieses Buch von meinem Chef zum Geburtstag bekommen, da meine Mutter aus Bosnien kommt. Ich habe von meinen Verwandten ziemlich viel über den Krieg mitbekommen. Dieses Buch ist okay, ich würde es aber nicht noch ein zweites Mal lesen. Sie wird oft poetisch und hat schon eine Meinung über den Krieg und die Menschen bevor Sie sie kennen lernt. Als Bosnierin bin ich nicht überzeugt von dem Buch. Sie geht zu wenig auf das Thema Krieg ein. Sie beschreibt mehr das Land und die Leute, was auch gut ist, aber ich denke das wenn schon solche Gräueltaten im 20. Jahrhundert geschehen, man das Thema ruhig ansprechen kann. Ich fahre jedes Jahr nach Bosnien, habt dort auch zwei Jahre gelebt und ich habe ziemlich oft mit den Menschen gesprochen. Ich denke sie hätte sich lieber auf die Menschen einlassen sollen. Trotzdem gekauft hätte ich mir das Buch nie.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Affektiert und selbstverliebt, 29. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Stille ist ein Geräusch: Eine Fahrt durch Bosnien (Taschenbuch)
Der Autorin geht es nur um sich und ihren Hund, nicht um dieses geschundene Land, das für sie nur ein Anlass ist für ihre geschraubten narzisstischen Pirouetten. Leider muss man hier mindestens einen Punkt vergeben!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Stille ist ein Geräusch, 12. September 2009
Von 
Rezension bezieht sich auf: Die Stille ist ein Geräusch: Eine Fahrt durch Bosnien (Taschenbuch)
Fantastische Reisebegleitlektüre, wenn Sie in Bosnien unterwegs sind. Ausschließlich auf diesem Weg finden Stil des Buches und die seltsame Realität dieses Landes zueinander. Wenige Zustände treffen Sie nach sieben Jahren noch ähnlich an, einiges hat sich sehr zum Angenehmen verändert.
Eine spannende, auch amüsierende, eine neugierfördernde Lektüre. Und vor allem ein Mutmacher für den Reisenden, sich herumtreibenzulassen in diesem geschundenen, aber nach Verbesserung lechzendem Landstrich. Eine sinnstiftende Reiselektüre.
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12 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Urlaub mal anders..., 10. Juni 2002
In ein Land zu reisen, von dem "man weiß", daß da alles zerstört ist, ein Land, das quasi synonym mit Kriegsverbrechen und Greueln ist, und zu berichten, wie es da abseits von Kriegsberichtserstattung aussieht, was die Leute denken und wie sich das Zusammenleben gestaltet, daß ist die Idee, die diesem Buch zugrunde liegt. Irgendwo zwischen Reportage, Tagebuch und Erlebnisbericht zieht dieses Buch ungemein in den Bann und läßt sich kaum noch weglegen. Dazu eine grandiose Sprache, die frisch bleibt, menschlich, eine außerordentlich starke und originelle Stimme der deutschen Literatur. Ich bin wieder einmal begeistert.
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20 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Unmöglich, 7. Dezember 2006
Von 
Rezension bezieht sich auf: Die Stille ist ein Geräusch: Eine Fahrt durch Bosnien (Taschenbuch)
Man hätte mich schon zwingen müssen, das Buch zu Ende zu lesen. Nach etwa der Hälfte hab ich es nur noch überflogen.

Am Anfang hatte ich noch die Hoffnung es sei der Versuch unterhaltsam zu sein. Aber leider musste auch ich feststellen, dass es einfach nur beleidigender Unsinn ist. Am meisten erbost hat mich dann aber schließlich die Aussage, der Krieg sei entstanden, weil die Bauern in die Stadt wollten. Ich muss zugeben, ich weiß nicht ob das nur Dummheit ist, eine Beleidigung darstellen soll oder J.Zeh das als makaberen Witz präsentieren wollte.

Schließlich kann auch ich nur sagen, dass Bosnien ein wunderschönes Land ist, was nur in materieller Hinsicht arm ist, dafür aber eine Fülle anderer Reichtümer besitzt.
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8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Fahrt durch Bosnien - einmal ganz anders..., 17. April 2005
Rezension bezieht sich auf: Die Stille ist ein Geräusch: Eine Fahrt durch Bosnien (Taschenbuch)
Ich gebe zu, als ich das Buch gekauft habe, war ich etwas skeptisch und tat es nur aus Pflichtgefühl, da ich selbst bosnische Wurzeln habe. Ich wollte mich sozusagen "weiterbilden", da ich natürlich das Fleckchen Bosnien kenne, wo meine Großeltern leben. Dass es aber auch andere interessante Flecken gibt, wurde mir durch dieses Buch bewußt. Es beschreibt in einer poesievollen Sprache jeden Winkel Bosniens so plastisch, dass man manchmal das Gefühl hat, gerade selbst dort zu sein. Dieses Buch ist keine Analyse über die Ursachen des Krieges, oder einer Verherrlichung einer ethischen Gruppe, nein, es stellt ganz einfach Bosnien - nach dem Krieg - der westlichen Welt vor, so unparteiisch und so klar, wie es eine deutsch Frau (Juli Zeh) nur tun kann. Juli Zeh, stellen Sie mir bitte weitere Länder vor, da mir Ihre gewisse Naivität,Klarsichtigkeit und Unkompliziertheit fehlen wird!
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Die Stille ist ein Geräusch: Eine Fahrt durch Bosnien
Die Stille ist ein Geräusch: Eine Fahrt durch Bosnien von Juli Zeh (Taschenbuch - 1. Oktober 2003)
EUR 8,99
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