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39 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Erlebnis
Der „Tanz mit dem Schafsmann" erinnert nicht nur vom Titel an „Wilde Schafsjagd". Es ist eine Art Fortsetzung: Der Schafsmann taucht wieder auf und auch die Frau mit den wunderschönen Ohren, nach der der Ich-Erzähler schon in der „Schafsjagd" verrückt war. Auch die Erzählweise erinnert an „Wilde Schafsjagd": Temporeich, skuril...
Veröffentlicht am 28. März 2002 von stephanguertler

versus
6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Stabile Kost
Wer Murakami kennt weiß um seine Genialität WElten zu kreieren die geschickt zwischen Traum und Wirklichkeit balancieren. Auch hier ist das zweifelsohne gelungen. Und betrachtet man den Roman völlig isoliert würde ich sagen das er durchaus gelungen ist. Bezieht man jedoch weitere Werke (wie: Mister Aufziehvogel oder Kafka am Strand) mit ein, so ist...
Veröffentlicht am 17. Juli 2009 von alexiel Dreidreidrei


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39 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Erlebnis, 28. März 2002
Der „Tanz mit dem Schafsmann" erinnert nicht nur vom Titel an „Wilde Schafsjagd". Es ist eine Art Fortsetzung: Der Schafsmann taucht wieder auf und auch die Frau mit den wunderschönen Ohren, nach der der Ich-Erzähler schon in der „Schafsjagd" verrückt war. Auch die Erzählweise erinnert an „Wilde Schafsjagd": Temporeich, skuril und geistreich. Nicht so schlicht und ergreifend wie „Naokos Lächeln", und nicht so abgeklärt wie „Mister Aufziehvogel". Aber wie alle Bücher von Murakami ist der „Tanz mit dem Schafsmann" ein Abstieg in dunkle Keller des Bewusstseins, wo allerdings reale Gefahren lauern, die der Held bestehen muss - so wie Orpheus in der Unterwelt - um seine Probleme zu lösen. Gekämpft wird um die Liebe und Gegner ist der Tod. Das ist das älteste Thema der Literatur. Murakami behandelt es aufrichtig und sensibel, ohne es zu verkitschen oder zu ironisieren. Dabei schreibt er so spannend, dass es süchtig macht. Die Grenze zwischen Anspruch und Trivialität gibt es beim Lesen so wenig wie im wirklichen Leben.
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25 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Typisch Murakami, 25. März 2002
Herrlich, wieder einmal etwas neues vom japanischen Vorzeigeautor Murakami zu lesen. Wobei neu eigentlich widersprüchlich ist, da der Roman bereits 1988 in Japan, aber erst vor kurzem in Deutschland publiziert wurde.
Schon der eigenwillige Titel weckt beim Betrachter erste Assoziationen, mit dem 1982 veröffentlichten Klassiker Murakamis "Wilde Schafsjagd". Assoziation bestätigt. "Tanz mit dem Schafsmann" ist praktisch die 6 Jahre darauffolgende Fortsetzung des Meisterwerks, mit dem sich Murakami neben Yoshimoto und Kenzaburo Oe in Japans Schriftstellergilde schrieb.
Doch nun zum Werk. Wie schon im Vorgänger steht ein profaner, einsamer Individualist im Mittelpunkt, der sich nur durch seine 4 -einhalb Jahre-Alterung vom Held der "Wilden Schafsjagd" unterscheidet. Sonst ist alles "typisch Murakami". Zahlreiche Zitate der Musik und Filmbranche lassen auch Parallelen zu den Helden von "Hard-boiled Wonderland" und "Mr.Aufziehvogel" aufweisen. Dabei schafft es Murakami immer wieder Vergleiche aufzuziehen, die sämtliche Ähnlichkeiten, welche Kritiker ihm immer wieder vorwerfen, ausschließen...was ihn letztendlich so "murakamihaft" macht.
Dabei muss jedoch angefügt werden,dass es sich fast empfielt, den Vorgänger "Wilde Schafsjagd" zu lesen, bevor man sich leidenschaftlich diesem Werk hingibt. Natürlich ist es nicht erzwingend, jedoch räumt es einige Zweifel aus und schafft, zumindestens am Anfang eine essentielle Klarheit. Doch wer Murakami schon zu schätzen gelernt hat, ist sowieso am Vorgänger nicht vorbeigekommen. Nur ein Tipp für Murakami-Neulinge, von denen es ja schließlich immer mehr gibt.
Natürlich darf man auch nicht eine sprachliche Gewalt à la Kenzaburo Oe oder Yukio Mishima erwarten. Japanische Pop-Literatur eben, die trotz simpler Satzgefüge enormen Spaß und Suchtfaktor mit sich zieht.
Für jeden, dem der Vorgänger bekannt ist, sei geraten sich dieses Meisterwerk anzuschaffen. Eine Enttäuschung erlebt man hier sicher nicht. Dieses Werk ist eben "typisch Murakami"
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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Große Literatur, 14. August 2006
Von 
Rezension bezieht sich auf: Tanz mit dem Schafsmann (Taschenbuch)
"Tanz mit dem Schafsmann" ist der erste Roman von Haruki Murakami, der mir zwischen die Finger gekommen ist. Die Buchbeschreibung las sich spannend und für meinen Urlaub in einer einsamen Hütte auf der Schwäbischen Alb erschien es mir gerade das Richtige, immerhin macht auch der Protagonist Urlaub.

Und tatsächlich, ich verschlang das Buch regelrecht, denn "Tanz mit dem Schafsmann" ist gleichzeitig spannend und tiefsinnig, über die gesamten 473 Seiten. Der Erzähler handelt ein inneres Unbehagen mit sich aus. Er ist mit seinem Beruf unzufrieden und muss permanent Rückschläge einstecken. Während seiner Auszeit vom Alltag schließt er aber auch Freundschaften, wird zum Ziehvater für eine 13-Jährige und verliebt sich. Dabei weiß man zu keinem Zeitpunkt, ob der Protagonist das alles träumt oder ob er es wirklich erfährt, denn der Roman handelt die Grenzen dessen aus, was sich üblicherweise Realität nennt. Das ist an sich natürlich nichts Neues, sondern findet sich in der Literatur häufig genug. Durch den lockeren Erzählstil, die vielen in im verarbeiteten Genres (u.a. Krimi, Horror), den Humor und die selbstironische Distanz schafft es der Roman jedoch, diesem philosophischen Gedanken eine Leichtigkeit zu verleihen, die einen permanent fesselt. Ganz klar: Fünf Punkte.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Lesen, lesen, immer weiter lesen..., 28. Oktober 2002
Von Ein Kunde
Als geneigter Haruki Murakami Leser wartete ich - auch wenn ich über diese "Fortsetzung" zu Wilde Schafsjagd nichts ahnte - irgendwie auf genau diese Geschichte. Sie beginnt, wo man den Helden ein Buch zuvor zuletzt verlassen hat. Danach entwickelt dieser ebenso wie die Geschichte des Buches eine Art Eigenleben, dem man über gewisse Passagen irgendwie gar nicht folgen kann oder sogar will.
Diese Stecken könnte der eine oder andere Leser als Längen oder Durstphasen deuten. Für mich ergeben diese aber mit dem zum Anfang zurückweisenden Ende des Buches in nahezu perfekter Weise einen Bogen zu einer runden Geschichte. Ein gelungener Wurf des Helden in die Handlung, die ihn wieder zum Ausgangspunkt des Buches - wie einen Bummerang - zurückholt.
Wenn da doch nicht all die Erfahrungen der Seiten dazwischen lägen, die dem Protagonisten, genauso wie mir, das süße Ende doch erst ermöglichten. Denn wie der Held immer weiter "tanzt, tanzt, so gut er kann", lese ich immer weiter. So gut ich kann. Und am Ende lege ich erschöpft aber zufrieden das Buch auf den Tanzboden...
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Fortsetzungsroman - teilweise gelungen, teilweise langatmig, 27. Oktober 2006
Rezension bezieht sich auf: Tanz mit dem Schafsmann (Taschenbuch)
Mit dem "Tanz mit dem Schafsmann" setzt Haruki Murakami sein Frühwerk "Wilde Schafsjagd" fort. Der Roman kann auch von Lesern, denen Teil I nicht geläufig ist, gelesen werden; gelegentliche kurze Rückblenden erläutern dem Leser die Vorgeschichte, ohne auf Leser, die Teil I bereits kennen, störend zu wirken.-

Im wesentlichen verfolgt der Ich-Erzähler das Unterfangen, seine Freundin Kiki, die in der "Schafsjagd" spurlos verschwand, wieder zu finden. Dazu kehrt er ins Hotel Delphin in Sapporo zurück. Die schäbige Absteige ist allerdings einem riesigen Luxushotel gewichen; einzig der Name ist derselbe. Dennoch findet der Protagonist bald heraus, daß sich im neuen Hotel nach wie vor das alte Hotel Delphin befindet - nämlich auf einer anderen, quasi transzendenten Realitätsebene (eine dominierende Thematik bei Murakami!). Auf dieser transzendenten Ebene, in einem muffigen Zimmer auf einem dunklen, staubigen Gang trifft er den Schafsmann, seinen Schutzengel, nach der ersten Begegnung in der "Schafsjagd" wieder.

Mit sich selbst und seinem ihn anödenden Journalistenjob unzufrieden, sucht der Ich-Erzähler im Leben neuen Halt; dazu, rät ihm der Schafsmann, müsse einen "Tanz" vollführen, quasi einen katharsisartigen, philosophisch zu verstehenden Eiertanz zwischen den Realitätsebenen, um sich wieder selbst zu finden. Hier wird Leser den für Murakami typischen Grat zwischen Traum und Wirklichkeit entlanggeführt. Dies ist zunächst spannend; es ist durchaus interessant, den verschiedenen Gestalten zu begegnen, auf die der Protagonist im Laufe seines "Tanzes" trifft. Doch statt die Handlung kontinuierlich auf das Ende des Tanzes hinzuführen, reihen sich die Begegnungen des Protagonisten hier nur aneinander, ab und an gespickt mit alltäglichen Belanglosigkeiten und Zitaten von europäischen Pop- und Jazzmusiktiteln. Eine langatmige Wirkung auf den Leser ist nicht zu leugnen. Da man als Leser jedoch wissen möchte, wie das ganze ausgeht, liest man mit dieser Erwartung dennoch immer weiter und bringt die Mitte der Romans schließlich hinter sich.

Das Resultat ist, daß er seine Freundin Kiki, die er gesucht hat, an die ihm irgendwann nicht mehr zugängliche Hyper-Realität verloren hat - das Ende seines Tanzes - und sich die Geschichte insofern schnell klärt (zu schnell, weil im Schluß irgendwie zusammengeschustert wirkend), als er wieder in der Realität angekommen ist und etwas - was, möge der Leser selbst erfahren - findet, was ihn glücklich macht und ihm die Selbstfindung ermöglicht.

Insgesamt ist auch der "Tanz" ein gelungenes Buch; für die etwas träge dahinfließende Romanmitte und den zusammengeschusterten Schluß gibts zusammen jedoch einen Stern Abzug.
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21 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das beste Werk des Erfolgsschriftstellers, 23. November 2002
Von Ein Kunde
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Dem bereits als "nobelpreisverdächtig" bezeichneten Haruki Murakami ist mit "Tanz mit dem Schafsmann" ein Roman gelungen, der neben "Mister Aufziehvogel" zu den gelungendsten Büchern des Autors zu rechnen ist.
Das Werk fasziniert vom Anfang an und läßt den Leser, einmal eingetaucht in Murakamis "Kosmos", nicht mehr los. Dabei gelingt es Murakami, die Aufmerksamkeit sowohl durch die Geschichte (wie geht es weiter?) als auch durch die Anregung zu intellektueller Auseinandersetzung mit dem Gelesenen (was bedeutet das?) und die Suche nach literarischen Anspielungen (woher kenne ich das?) zu erregen, und dies ohne erhobenen Zeigefinger, sondern spielerisch und geradezu von selbst.
Es kommen eine Fülle von Themen und Motiven zum Tragen, die durch die Nähe des Ich- Erzähler zum Leser diesen auf dem Weg der Anteilnahme am "Helden" zum Weiterdenken anregen: Die Frage der Selbstfindung, das Problem des Schicksals und seiner Unausweichlichkeit, v.a. aber die Problematik der Realität: Was ist das Wesen der Realität, wie entsteht sie und wieviele Realitäten gibt es eigentlich?
Dabei ist das Buch keineswegs schwierig zu lesen, ganz im Gegenteil: Es ist das reinste Lesevergnügen. In flüssigem Stil, mit Witz und Ernst zugleich erzählt, fesselt Murakami den Leser von der ersten bis zur letzten Seite. Eines der besten Bücher, die ich seit Jahren gelesen habe und meiner Ansicht nach Murakamis bestes Buch.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Tanzen, solange die Musik spielt, 8. August 2010
Von 
Günter Nawe "Herodot" (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Bezauberte uns doch fernöstlich "Naokos Lächeln" - der wunderschöne Roman des japanischen Schriftstellers Haruki Murakami. Von ganz anderer Art ist der Roman "Tanz mit dem Schafsmann": eine teilweise bitterböse, fast surreale Gegenwartssatire über die westliche Welt mit ihrer Oberflächlichkeit und ihren Konfusionen - dargestellt aus der Sicht eines Autors, den geheimnisvolle Geschehnisse und unerklärbare Ereignisse schon immer fasziniert haben.

Kiki, die "professionelle Traumfrau", und mysteriös verschwundene Geliebte, lässt den Ich-Erzähler nicht mehr los. Sie beherrscht seine Träume und Erinnerungen fast bis zur Obsession. So reist der vierunddreißigjährige, geschiedene Junggeselle, der seinen bescheidenen Lebensunterhalt mit Schreiben verdient, von Tokyo nach Sapporo, sozusagen "um die Wiederherstellung meines Ichs durch Rekonstruktion der Wirklichkeit" zu betreiben, sprich durch Vergegenwärtigung der Erinnerung der Wahrheit auf die Spur zu kommen. Hier, im einer schäbig-schrillen Absteige namens "Delfin", begann alles - mit Kiki und überhaupt. Hier hauste der Schafsmann, ein fast unwirkliches "Orakel", der zum Schutzengel und Schatten des Erzählers wird. Die Botschaft des Schafsmanns heißt: "Tanz, tanz, tanz. So gut Du kannst. Du hast keine andere Wahl".

Und so beginnt ein wahnwitziger "Tanz". Aus dem alten "Delfin" ist mittlerweile ein mondäner Hotelkasten geworden, Geblieben ist der Schafsmann. Und auch hier gibt es wieder eine Frau, eine "Hotelfee", die ihn durch das Buch als "ferne Geliebte" begleiten wird. Angelpunkt seines Denkens ist aber immer noch Kiki. Sie will er finden. Dabei soll ihm ein alter Schulfreund, ein etwas windiger Typ, der zu einem bekannten Leinwandstar geworden ist, helfen. Teure Call-Girls kommen ins Spiel - und sterben oder verschwinden geheimnisvoll. Er gerät auf diese Weise in die Fänge der Polizei und wird selbst der Täterschaft bezichtigt. Und er trifft Yuki, die vorlaute Göre, für die er zum beschützenden Erzieher wird.

Gerade mit dieser Geschichte in der Geschichte gelingt Murakami ein kleines Meisterwerk in der Beschreibung einer Beziehung zwischen einer Art Kindfrau und dem zwanzig Jahre älteren Mann. Sie hat nicht den geringsten Beigeschmack, nichts von Anrüchigkeit, sondern ist eher eine höchst amüsante und witzige und psychologisch subtile Schilderung des Miteinanders zweier Generationen auf der Basis des Sich-einander-Mögens.

Mit Yuki reist er auch nach Hawaii, als männliche Gouvernante und im Auftrag ihres Vater, der interessanterweise Makimura heißt und die Reisekosten trägt. Hier soll Yuki ihre Mutter treffen. Für den Erzähler eine Luxusreise. Aber auch hier holt ihn die Geschichte ein. Und auch hier gibt es geheimnisvolle Tode und überirdische Begegnungen. Der Kreis schließt sich am Ende wieder im Hotel in Sapporo. Die Hotelfee wird nun wirklich seine Geliebte. Und damit hat auch der Schafsmann sein Schuldigkeit getan und verschwindet aus der Geschichte.

Murakami schildert in vielen sehr unterschiedliche Lebensgeschichten, die in diesem Roman verwoben sind, eine japanische Gesellschaft, die längst total "verwestlicht" ist und ihre Identität verloren hat. Die damit verbundene Kritik "verpackt" der mittlerweile international renommierte Bestsellerautor in spnnenden Geschichten, klug und perfekt erzählt.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Traumwandeln, 6. Juli 2009
Rezension bezieht sich auf: Tanz mit dem Schafsmann (Taschenbuch)
Ich muss hier mal etwas gestehen: Ich lese Bücher ja auch deshalb gerne, weil sie mich in andere Welten mitnehmen und auf eine Reise schicken, obwohl ich noch immer in Deutschland weile. Wenn also kein Urlaub in Sicht ist und das Fernweh zuschlägt und man sowieso nicht weiß, was man da eigentlich suchen sollte in der Ferne, in die man sich ja selbst immer wieder mitnimmt, sei einem dieser Murakami wärmstens empfohlen. Eine Reise ins innerste Selbst, traumwandlerisch, spannend, ungeheuerlich!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Jedes Mal aufs Neue verzaubert, 28. August 2008
Rezension bezieht sich auf: Tanz mit dem Schafsmann (Taschenbuch)
Wer Murakami-Erfahrung schon hat, weiß, dass in seinen Büchern nicht das Ziel (das Ende) wichtig ist, sondern der Weg selbst. Wie im Leben... Und das lernt man aus seinen Geschichten. Der Tanz mit dem Schafsmann ist mein viertes Murakami-Buch und ich bin begeistert! Es ist für die Leser zu empfehlen die Gemütlichkeit des Lebens der Hauptperson auf sich projizieren und daraus lernen können und wollen. Der Protagonist ist ein unscheinbarer, ganz gewöhnlicher Mensch (dem diese Tatsache bewusst ist), der aber mit sich im Einklang ist. Er sieht die Dinge richtig und wenn doch nicht, dann findet er es bald heraus und kommt wieder auf seinen richtigen Weg. Deshalb beneidet ihn Gothanda, ein Freund, der berühmt aber unglücklich ist. Ein großes Thema ist im Roman auch die Suche und Sehnsucht nach der Liebe, aber auch eine ungewöhnliche Freundschaft und mystische Begegnungen mit dem Tod - "das Leben hängt am seidenen Faden".
Mit Sicherheit ist es nicht jedermanns Geschmack, ich habe schon oft enttäuschte Rezensionen gesehen! Aber wer Murakami liebt und seine Botschaften richtig versteht, wird von diesem Werk von ihm gefesselt und nostalgisch berührt sein.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tanzend auf dem Weg, 25. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Tanz mit dem Schafsmann (Taschenbuch)
Haruki Murakamis Fortführung des einige Jahre zuvor veröffentlichten Romans "Wilde Schafsjagd" ist ein faszinierendes Buch, wenn man etwas mit Magischem Realismus und Murakamis eigenem Stil anfangen kann. Dies gilt selbstredend für jeden Autor. Wer mit Max Frischs Sprache nichts anfangen kann, wird nie den Genuß des immer wieder zweifelnden (oder hoffenden), oft humorvollen und präzisen Blicks von Frisch auf die Welt erahnen und somit so unterschiedliche Meisterwerke wie "Stiller" oder "Der Mensch erscheint im Holozän" verpassen.

Murakamis namenloser Held, ein Großstadtnomade wie man ihn auch aus anderen Romanen des Autors kennt, ist zu Beginn der Geschichte noch nicht in der Wirklichkeit angekommen. Mitte Dreißig, kurz zuvor von seiner Frau verlassen, begibt er sich auf eine Reise nach Sapporo in den Norden Japans. Hier sucht er seine ehemalige Geliebte, die ihn einige wenige Jahre zuvor ebenfalls plötzlich und unerwartet verlassen hatte. Personen und Orte aus der Vergangenheit, so auch der mystische Schafsmann und der reale ehemalige Schulkamerad, tauchen auf. Hier vermischt sich Reales mit teils greifbarer, teils verwirrender Mystik. Die Verbindung zum Kern, zum Ankommen, wohin auch immer es den Helden treibt und führt, ist vorstellbar, gelegentlich auch scheinbar greifbar, entgleitet aber immer wieder. Die Wahrheit ist nah und doch fern, liegt direkt hinter der Wand des Zimmers, hinter der Schwelle zum Schlaf. Man muss durch diese Pforte, um anzukommen, um da zu sein. Analog zur Realität ist dies keinesfalls ein leichter Schritt, oft genug wartet die Enttäuschung, die sinnlose Leere. Es gibt auch manches Scheitern in diesem Buch, die ein oder andere Figur stirbt. Das alles, auch die Auflösung, kann man in diesem Roman finden. Wobei die Auflösung, ähnlich wie Murakamis einfache Sprache, so manchen Leser enttäuscht, nicht berührt und ratlos alleine lässt. Muss Sprache aber das Fehlen der eigenen Imagination ausgleichen oder ersetzen? Ich kann mir bspw. die Figur Ame, eine berühmte Fotografin, die nahezu immer "woanders" ist, in ihrer eigenen Welt, die ihre Tochter bei der Abreise zu einem neuen Ort, den es zu fotografieren gilt, buchstäblich im Hotel vergisst, sehr gut vorstellen. Und sicher hätte ein Autor die Figur Ame noch sehr viel deutlicher zeichnen können. Doch wozu? Gute Literatur soll zum Denken, zum Assoziieren, zum Mitempfinden anregen. Dies schafft Haruki Murakami in ganz wunderbarer Weise.

Murakamis Bücher handeln häufig vom Weggehen und Ankommen, eine Art "Erwachsen-Werden", seinen Platz im Großen und im Kleinen finden, sich zusammenfügen. Hierzu hat er eine eigene Sprache und einen eigenen Stil gefunden. Der Autor vermischt verschiedene literarische Genres zu einem eigenständigen, eigenwilligen, für manche eigenartigen und faszinierenden (wenn man einen Sinn dafür hat) Ganzen. Manchen erscheint Murakamis karge Sprache banal oder trivial. Es gibt Autoren, die den Leser mit ihren Beschreibungen geradezu überschütten. Dies hat seinen Reiz und auch seine Berechtigung. Murakamis Sprache spiegelt für mich sehr gelungen einen Teil der modernen Welt und ihrer Protagonisten wieder. Manche Helden anderer Autoren sind so klar beschrieben, das man ohne eigene Assoziationen ein deutliches Bild der Figur vor sich hat. Nicht so Murakamis Helden. Sie können in Tokio, Sapporo, London oder auch in Hamburg zu Hause sein. Sie sind konkret, gleichzeitig abstrakt. Sie sind greifbar in ihrem individuellen Streben und doch verschwinden sie, werden unklar. Sie lösen sich auf, wenn sie nicht ankommen und damit die Geschichte zu Ende ist. Dies alles beschreibt Murakami nach meinem Geschmack sehr gut.
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Tanz mit dem Schafsmann
Tanz mit dem Schafsmann von Haruki Murakami (Taschenbuch - 25. September 2007)
EUR 10,00
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