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Kundenrezensionen

4,3 von 5 Sternen
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am 6. Dezember 2012
Eine merkwürdige Geschichte: Einerseits sehr distanziert in 3. Person erzählt, ist immer nur von "dem Mädchen" die Rede, ohne Namen, ohne Vergangenheit, fast ohne Eigenschaften. Andererseits ist die auktoriale Erzählerin direkt im Kopf und im Herzen des Mädchens drin, erzählt Ereignisse und Gedanken sehr nah, sehr anrührend, vor allem aber: sehr beunruhigend. Und manchmal wechselt die Erzählung für ein paar Gedankensplitter in ein zunächst unverständliches "ich": "Ich bin in einem Gewirre. Niemand sieht mich an, ich weiß nicht, was ich getan habe." (S. 28). "Die Schulträume kommen wieder." (S. 31). "Das Gewicht meines Lebens nimmt zu." (S. 42). Der Text ist genau 100 Seiten lang, enthält keine Kapitelüberschriften, keine Lesehilfen, beginnt und endet überraschend: "Als man es gefunden hat, stand es des Nachts auf der Straße, mit einem leeren Eimer in der Hand" (1. Seite, 1. Satz). "Ach, du bist meine Mutter, sagt die, welche das Mädchen gewesen war, und öffnet sehr langsam die Augen, ich kann mich gar nicht an dich erinnern." (letzte Seite, letzter Satz).

Worum geht es? Ein 14jähriges Mädchen in einem zu großen, unförmigen Körper wird nachts auf der Straße gefunden. Da es keine Erinnerung an seine Herkunft hat, wird es in ein Waisenkinderheim gesteckt. Erzählt werden dann die Erfahrungen und Begegnungen einiger Monate des Mädchens in diesem Kinderheim, wie es sich unterordnet, wie es mit Lehrern und Mitschülern zurechtkommt, was es dabei denkt und empfindet und lernt. Da es einen verletzungsanfälligen, kränklichen Körper hat, wundert man sich zunächst nicht, dass es gegen Ende der Erzählung immer schwächer wird und dann fast bewegungsunfähig auf der Krankenstation des Kinderheims liegt - doch dann nimmt die Erzählung auf den letzten vier Seiten doch noch einmal eine unerwartete Wendung.

Warum ich dieses ungewöhnliche Buch für sehr lesenswert halte: In einer dichten, sehr eigenen Sprache hat mich Jenny Erpenbeck zum Nachdenken gebracht über Fragen der Identität: Wer bin ich?, Fragen der Herkunft: Wo komme ich her?, Fragen des täglichen sozialen Miteinanders: Wie komme ich mit den Menschen um mich herum zurecht? Das ist sehr viel für einen so kurzen, fast 14 Jahre alten Text von 1999. Eine rätselhafte, nachdenklich machende Erzählung!
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am 7. Mai 2013
Ich habe das Buch im Rahmen einer Buchbesprechung in meinen privaten Lesekreis gelesen.
Da ich mich sehr viel mit traumatisierten Kindern und Heimerziehung/Sozialisierung beschäftigt habe in den letzten Monaten, habe ich das Buch vor diesem Hintergrund gelesen und war sehr angetan von der Art und Weise, wie Jenny Erpenbeck die Geschichte von diesem "alten" Kind geschrieben hat. Tolle Formulierungen, die nur aus einer sehr genauen Beobachtung herrühren können.

Für mich beschreibt dieses Buch außerdem auch unsere Gesellschaft bzw. den Menschen an sich, der selten an der wirklichen Wahrheit interessiert ist und selten genau hingucken will. Einfach toll, wie Frau Erpenbeck das beschreibt.

In meinem Lesekreis haben wir dann unendlich lange diskutiert (so lange wie bei sonst keinem Buch - und dabei hat die "Geschichte vom alten Kind" ja vergleichsweise wenige Seiten). Es gibt so unendlich viele Facetten/Lesarten in diesem Buch, die in unserem Lesekreis angesprochen wurden:

* eine Parabel auf die DDR-Bürger
* Jenny Erpenbeck hat den Kern Ihrer Geschichte aber wohl als wahre Geschichte von Ihrer Großmutter gehört und
* daraufhin sich dann selber einige Zeit lang als 17-jährige (als sie schon 27 war) ausgegeben und hat nochmal die Schulbank gedrückt. Auch diese Erfahrungen wird Sie sicherlich in dem Buch verarbeitet haben.

Es blieben trotz intensivster Besprechung noch so viele offene Fragen.

Auf jeden Fall wird das nicht das letzte Buch sein, dass wir von dieser Autorin gelesen haben.
Klare Kauf- bzw. Leseempfehlung!
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am 19. Juni 2016
Rückblickend erinnert mich das Buch an eine der ungewöhnlichen Begebenheiten aus Johann Peter Hebels „Kalendergeschichten“. Doch ist mir die Person des alten Mädchens fremd geblieben. Fast jeder kennt aus seiner Schulzeit eine solche Mitschülerin, die irgendwie nie dazugehörte, unauffällig am Rande stand, deren „Leben, dort wo es stattfindet, keine Spuren hinterlässt.“ Die Erzählweise aus Sicht des neutralen Beobachters, wechselnd mit wenigen Selbstreflexionen, hat mir den Charakter nicht nahe gebracht. Allerdings enthält das Buch einige erstaunliche Bilder, wie die des Hohns als der „schwarzen Variante der Anerkennung“. Oder der Gedanke, dass die völlige innere Leere des Mädchens, das „innerlich ganz und gar ausgeräumt ist wie ein Fisch vor dem Braten“ ihr letztendlich Anerkennung verschafft als Kummerkasten seiner Mitschüler.
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am 27. Dezember 2003
Durch Zufall bekam ich von einer Freundin die "Geschichte vom alten Kind" von Jenny Erpenbeck in die Hand gedrückt.
Zunächst wusste ich jedoch nicht, was mich erwarten würde und da der Roman recht unscheinbar und kurz aussah, machte ich mich sofort daran loszulesen.
Doch was ich da las, was so suspekt und schwer zu verstehen, dass ich Sätze teilweise doppelt nachlesen musste, um sie zu verstehen! Von wegen schnell durchgelesen... Aber trotz oder gerade durch die Schwierigkeit wurde die Geschichte zu einer Herausforderung und nach einer durchgelesen Nacht hatte ich das Buch zuende gelesen, konnte jedoch nicht mehr einschlafen, weil ich zu sehr in der Geschichte involviert und gefesselt war.
Dadurch ist die "Geschichte vom alten Kind" zu einem Buch geworden, dass bei mir bleibenden Eindruck hinterlassen hat, auch wenn es durch etliche Interpretationsmöglichkeiten immer noch ein Fragezeichen auf meinem Gesicht hinterlässt!
Endlich mal ein völlig anderer und neuer Schreibstil, eine teilweise sarkastische und ironische Art der Autorin ihren Leser mitzureissen und in die Geschichte aufzunehmen, dazu eine wirklich merkwürdige Hauptperson - dies macht den Reiz des Buches aus und ist für wirklich interessierte Leute, die sich mit dem Thema beschäftigen möchten, von mir uneingeschränkt empfehlenswert!
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am 24. November 2014
Die in einem betont lakonischen Tonfall gehaltene und irritierende Erzählung ist wundersam zu lesen.
Das Kind ( ein Mädchen) ist plötzlich da und niemand weiß etwas über sie.
Wer versucht hinter ihr Geheimnis zu kommen, schaut in einen blinden Spiegel
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am 6. Juni 2000
Jenny Erpenbeck ist eine der wenigen Schriftstellerinnen und Schriftsteller der jüngeren Generation, von deren Sprache man sofort in den Bann gezogen wird. Äußerst reduziert und dabei hochkomisch, was manchen erst auffällt, wenn sie sich das Buch selbst laut vorlesen, wird die Geschichte vom alten Kind entwickelt, und Jenny Erpenbecks Text ist dabei von einer solchen Folgerichtigkeit, daß kein anderer Satz dem jeweils letzten zu folgen besser im Stande wäre als der jeweils nächste. Gerade die parabolische Ebene der Erzählung macht die Geschichte so nachvollziehbar, deren dunkler Kern leuchtet wie ein Lachen im Kerzenschein. Thomas Bernhards Diktum von der Tragikomödie, hier trifft es zu. Einfach kompliziert daher mein Wunsch: Schnell das nächste Buch von Frau Erpenbeck.
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VINE-PRODUKTTESTERam 30. Oktober 2012
Ein merkwürdiges Buch, eine nachdenklich machende Geschichte und ein absolut fesselnder Anfang - aber auch trotz aller Schwierigkeiten, wollte - ja, musste ich unbedingt dieses Buch bis zuende lesen, um zu erfahren, wie sich dieses Knäuel löst.
Die Autorin wechselt die Erzählperspektive - Innen- und Außensicht. Das ist gut auseinander zu halten und macht auch den Reiz aus. Trotz allem überwiegt eine große Distanz zum Geschehen.
Ein Kind auf der Suche nach einem Lebensraum, ein Buch über Einsamkeit und Grausamkeit der Gruppe, über Ausgeschlossensein und Sympathie, Mitgefühl und Aufmerksamkeit, Heranwachsen und Schonraum der Entwicklung, Geborgenheit und Fremde, Körperlichkeit und Entfremdung.
Ein Buch zum Nach-Denken.
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am 9. Oktober 2015
die Sterne sagen doch alles...

PS: Ich erfülle die Anzahl der noch notwendigen Wörter damit, dass ich gezwungen werde, etwas zu schreiben. Wenn das Buch nicht so gut wäre, hätte die Bewertung abgebrochen.
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am 21. August 2013
Eindrucksvolle und intensive Erzählung, die sprachlich unter die Haut geht.Weitere Romane werde ich kaufen und auch verschenken.Sehr Schön und empfehlenswert.
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am 24. Oktober 2012
Dieses Buch konnte ich nicht zuende lesen. Bei aller Schönheit der Sprache brauche ich doch einen Plot, dem ich folgen kann. Eigentlich war ich ein Erpenbeck-Fan ("Heimsuchung"), aber nun ist mir die Autorin irgendwie zwischen den Buchdeckeln verloren gegangen.Wie schade!
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