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5.0 von 5 Sternen Annette und Amelie - zwei fast unterschiedliche Frauen
Vom Bild der Annette von Droste - Hülshoff beeindruckt, beginnt die junge Journalistin Amelie ein Zwiegespräch mit der Dichterin. Der Abstand von 150 Jahren scheint bald keine Barriere mehr zu sein, denn die beiden Frauen gleichen sich mehr, als man zuerst glauben würde. Die Dichterin der Biedermeierzeit, aufgewachsen voller Sittenstrenge und...
Am 14. September 2000 veröffentlicht

versus
3.0 von 5 Sternen Was mache ich mit meiner Freiheit
Irina Korschunow erfindet eine Frauengestalt, Amelie, in der sie teils ihr eigenes Leben spiegelt (es finden sich einige Übereinstimmungen mit ihrer persönlichen Biografie), teils aber auch die Lebenschancen der Frauen in unserer Zeit allgemein auslotet. Amelie führt einen Dialog mit der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848), wobei sie ihre...
Vor 21 Monaten von Diethelm Thom veröffentlicht


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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Annette und Amelie - zwei fast unterschiedliche Frauen, 14. September 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Das Spiegelbild: Roman (Taschenbuch)
Vom Bild der Annette von Droste - Hülshoff beeindruckt, beginnt die junge Journalistin Amelie ein Zwiegespräch mit der Dichterin. Der Abstand von 150 Jahren scheint bald keine Barriere mehr zu sein, denn die beiden Frauen gleichen sich mehr, als man zuerst glauben würde. Die Dichterin der Biedermeierzeit, aufgewachsen voller Sittenstrenge und Konventionen, versucht sich durch ihr Schreiben gegen die gesellschaftlichen Regeln zu sträuben. Durch einen Fehltritt büßt sie ihren Bräutigam ein und bleibt unverheiratet. Die wahre Liebe lernt sie erst wenige Jahre vor ihrem Tod kennen. Ihr gegenüber steht die moderne Journalistin, die für ihre Karriere sogar ihre Ehe opfert. Sie hat bereits einige Beziehungen hinter sich, die Liebe konnte sie nur für kurze Zeit erfahren. Von den zahlreichen Parallelen zwischen Annette und Amelie seine nur wenige genannt, das Engagement für ihren Beruf, den eine jede nach Kräften auszuüben versucht, den gesellschaftlichen Regeln, aus denen sie zu fliehen versuchen. Auch die gestrengen, gesitteten Familien, denen beide entstammen und nicht zuletzt ihre Beziehung zu Männern, die nie von langer Dauer sein können.
Irina Korschunow, einmal ganz anders. Ein Buch, das Gegenwart und Vergangenheit verbindet und die Jahre, die zwischen den Frauen liegen, bald aufhebt. Für alle Droste - Fans oder solche, die es werden wollen sehr zu empfehlen, denn scheinbar nebenbei erhält man Einblick in das werk der Droste und durch die biographischen Hintergrundinformationen lassen sich vor allem ihr Gedichte besser verstehen und durchschauen.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Literarische Begegnung zwischen Raum und Zeit, 5. Dezember 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Das Spiegelbild: Roman (Taschenbuch)
In dem Roman "Das Spiegelbild" von Irina Korschunow findet eine Begegnung der besonderen Art statt. Amelie Treybe, eine Journalistin und moderne Frau, fuehrt lange Gespraeche mit Annette von Droste-Huelshoff, der Dichterin aus der Biedermeierzeit.
Was haben sich die beiden Frauen zu sagen? Ueber hundert Jahre liegen zwischen ihnen und die Lebensumstaende haben sich sehr veraendert. Fortschritt und Entwicklung, aber auch Krieg und Zerstoerung haben ihre Spuren hinterlassen. Trotzdem geht es immer um das gleiche Leben: Das gelebte und das ungelebte Leben, das Leben mit allen Traeumen, Hoffnungen und Enttaeuschungen - und die Liebe natuerlich.
Vor dem Hintergrund der jeweiligen Zeit entwirft die Autorin ein ganzes Panorama der Gefuehle, das die "Wirklichkeit" bis ins Detail widerspiegelt. Annette, die einer westfaelischen Adelsfamilie entstammt, und Amelie, die Tochter ostpreussischer Kriegsfluechtlinge - beide leiden in unterschiedlicher Form am Leben und an der Liebe. Aber es gibt auch Gemeinsamkeiten. Beide Frauen haben Probleme mit ihren Familienverhaeltnissen. Sie fuehlen sich von ihren Muettern vernachlaessigt und unverstanden. Annettes Vater stirbt frueh und Amelie muss den ihren, einen Kriegsheimkehrer, ganz entbehren. In der Liebe stehen Heinrich, August, und Levin auf Annettes Seite Berthold, Wolfram und Robert auf Amelies Seite gegenueber. Zuletzt bleibt bei Beiden die Einsamkeit, die Frustration, das Nicht-Mehr-Weiter-Wissen.
Obwohl Amelie mehr Freiheiten hat, ihr Leben und ihre Beziehungen selbst in die Hand zu nehmen, ist auch sie nicht wirklich frei. Das geschnuerte Korsett ist lediglich gegen den offenen Kaefig eingetauscht worden. Der offene Kaefig, ein modernes Paradoxon. Offen zwar, aber immer noch ein Kaefig. Die Autorin legt grossen Wert darauf, diese Gegensaetze herauszuarbeiten. Waehrend Amelie in der ganzen Welt herumreist, bleibt Annette fast immer ortsgebunden. Doch auch Amelie kann nicht vor sich selbst weglaufen, obwohl sich ihr Leben in einem atemberaubenden Tempo vollzieht.
Hier stellt sich nun wieder die Frage nach dem gelebten oder ungelebten Leben. Amelie, die der Dichterin ihr scheinbar ungelebtes Leben und ihre weitgehende Anpassung an die herrschenden Konventionen zum Vorwurf gemacht hat, muss letztendlich selbst resignieren: "Was mache ich mit meiner Freiheit?" In der heutigen Zeit eine durchaus angebrachte Frage. Wer auch darueber nachdenken will, sollte dieses Buch lesen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Verschiedede Zeit, verschiedenen Menschen?, 8. Dezember 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Das Spiegelbild: Roman (Taschenbuch)
"Das Spiegelbild" ist eine Geschichte von zwei Frauen - Annette von Droste-Huelshoff und Amelie Treybe. Beide sind Schreiberinnen. Annette ist eine wichtige Dichterin des 19. Jahrhunderts und Amelie ist eine Journalistin des 20. Jahrhunderts. Fast hundertfuenfzig Jahren liegen zwischen ihnen. Sie leben in zwei unterschiedlichen Zeiten und wie Amelie sagt, eine andere zeit macht andere Menschen. Ihre Leben sind bestimmt sehr verschieden aber obwohl sie in zwei verschiedenen Epochen leben, haben sie auch viel miteinander gemein.
Es steht auf dem Denkmal in Meersburg, dass Annette "die Koenigin der deutschen Dichterinnen" ist aber viele ihrer Gedichte erschienen erst nach ihrem Tod, was eigentlich typisch fuer eine Dichterin des 19. Jahrhunderts war, weil es damals nicht akzeptiert war, eine Dichterin zu sein. Sie musste an den Regeln der Gesellschaft leben. Sie war sehr ungluecklich in der Liebe und hat nie geheiratet.
Amelie, auf der anderen Seite, hat als Journalistin fuer den Stern gearbeitet. Obwohl sie Freiheit in der Arbeit hatte musste sie immer noch an den Regeln halten. Ihre Arbeit war sehr wichtig fuer sie, manchmal so wichtig, dass sie eigentlich ihre Ehre und danach ihre Liebechancen dafuer opfert hat. Sie war also auch ungluecklich in der Liebe und es gab immer Konflikte zwischen Karriere und Liebe.
Alles in allem hat das Buch mir sehr gut gefallen, obwohl es immer wieder ueber Traurigkeit und Unglueck erzaehlt! Durch dieses Buch gewinnt man einen informativen Einblich in das Leben des 19. und 20. Jahrhunderts und ich fand, dass das Buch einen nicht los laesst!
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zwei Frauen, zwei Schicksale, 13. Dezember 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Das Spiegelbild: Roman (Taschenbuch)
Der Roman das Spiegelbild schildert die Schicksale von zwei Frauen. Das Schicksal von der bekannten deutschen Dichtorin Annette von Droste-Huehlshoff(1797-1848) und das von der Journalistin Amelie Treybe. Wir lernen nicht nur ueber ihre Geschichten, sondern auch viel ueber den Hintergrund von der Zeit und der sozialen Situation der beiden Frauen. Der Roman wirft eine Licht auf die Differenzen und Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Frauen und dadurch auf die Veraenderung der Zeiten. Natuerlich gab's einen starken Kontrast zwischen dem Frauenleben in Deutschland im neunzehnten Jahrhundert und im zwanzigsten Jahrhundert. Ihre sozialen Situationen waren total anders. Amelie als eine emanzipierte Frau, hatte die Freiheit nach der Annette strebte. Annette hatte nur gezuegelte Freiheit, waehrend Amelie, ihrer Meinung nach zu viel davon hatte. Wir sehen auch Parallele zwischen den Frauen. Die beiden Frauen strebten nach einer Vereinbarung von Liebe und Schreiben. Sie erlebten pech in der Liebe. Beide waren eigentlich einsam und ungluecklich am Ende. Was ich gut daran fand war das Zweigespraech. Ihre Gemeinsamkeiten und Differenzen wurden dadurch wirksam dargestellt.Ich fand den Roman spannend zum lesen und die Geschichte bietet bestimmt was zum Nachdenken an. Ich denke, dass einen Stammbaum gut gewesen waere, weil man am Anfang mit so vielen Namen auf einmal konfontiert wurde!
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5.0 von 5 Sternen Zwei Portraits sind ein Spiegelbild, 22. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Das Spiegelbild: Roman (Taschenbuch)
Zum Inhalt dieses Buches ist bereits vieles geschrieben worden, daher werde ich das nicht noch einmal wiederholen. Es ist ein wunderbares Buch. Sprachlich ausgezeichnet. Die Frauen werden in Ihrer Umgebung sowie in ihrer Gefühlswelt wunderbar dargestellt. Dieses Buch ist absolut zeitlos und sollte Frau gelesen haben.
Die Zwiegespräche beider Protagonistinnen haben einen Charme dem man sich schlecht entziehen kann.
Ich bin wirklich froh, dass es noch so gute Literatur gibt.
Eine absolute Kaufempfehlung auch wenn man sich in der Schulzeit mit den Gedichten der Frau Annette von Droste-Hülshoff gequellt hat !!!!
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3.0 von 5 Sternen Was mache ich mit meiner Freiheit, 11. Oktober 2012
Von 
Diethelm Thom - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Das Spiegelbild: Roman (Gebundene Ausgabe)
Irina Korschunow erfindet eine Frauengestalt, Amelie, in der sie teils ihr eigenes Leben spiegelt (es finden sich einige Übereinstimmungen mit ihrer persönlichen Biografie), teils aber auch die Lebenschancen der Frauen in unserer Zeit allgemein auslotet. Amelie führt einen Dialog mit der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848), wobei sie ihre beiden Leben von Kindheit an aufrollt.

Die Spiegelung Amelies zeigt, dass die zwei Frauen einiges gemein haben. Vor allem den unaufhaltbaren Drang zu schreiben und sich selbst zu entfalten, wobei dieser Drang bei der Droste fast ein Leben lang durch zwei Dinge elementar behindert wurde: die Konventionen, die für sie als Adlige (und erst recht mittellose Adlige) besonders eisern und rigoros waren, und die damalige Frauenrolle, in der Selbstverwirklichung für Frauen nicht vorgesehen war.

Amelie, wiederum, hatte es auch nicht leicht mit ihrer bornierten und egoistischen Mutter und mit ihren schwierigen Lebensverhältnissen während und nach dem Krieg. Aber sobald sie flügge wurde, konnte sie die Erwartungen an sie abschütteln, die sie an ihrer freien Entfaltung gehindert hatten. Sie fand das ziemlich schnell, was für die Droste fast ganz unmöglich war: persönliche Freiheit, beruflichen Erfolg. Sie heiratete auch einen Mann, mit dem zunächst eine erfüllende Partnerschaft möglich schien. Woran ist sie dennoch gescheitert? Daran, dass die objektiven Lebensumstände (Haushalt, Versorgung, Kindererziehung) den Frauen immer noch nahelegen, den Beruf hintenan zu stellen. Und daran, dass beide, Männer wie Frauen, die Rollenzwänge nach wie vor subjektiv verinnerlicht haben. Ihr erster Mann erwartete mehr und mehr, dass sie traditionelle Frauenpflichten übernahm, um seine Karriere zu ermöglichen. Damit kam sie genau so wenig zurecht wie mit dem dritten Mann, der die Rollen umkehrte und den Hausmann spielte – sie hatte nämlich andere Erwartungen an männliches Verhalten verinnerlicht.

Die Spiegelung der Amelie in der Droste lässt ihr Leben vielleicht düsterer erscheinen, als es ist. Sie muss gegen Ende selbst feststellen: "Eigentlich geht es mir gut." (268). Und ganz am Ende steht der ratlose Satz: "Was mache ich mit meiner Freiheit." (287). Da liegt das Problem. Verglichen mit der Droste hat sie mehr Glück in ihrem Leben, als die Droste je hoffen konnte. Dennoch steht Amelie am Ende eher ratlos und unglücklich da. Hier hätte ich mir gewünscht, dass ihre Selbsterkenntnis weiter getrieben worden wäre, denn offensichtlich ist es ja gerade die Freiheit, mit der sie nicht zu Rande kommt. Während die Schriftstellerin und Germanistin Irina Korschunow durch Amelie eine einfühlsame Würdigung des Lebens und der Dichtung der Droste-Hülshoff gibt, gehen ihre Aussagen über Amelie nicht erkennbar über die gängigen Verständigungstexte für Frauen hinaus. Schade.
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5.0 von 5 Sternen Mein Lieblingsbuch seit vielen Jahren, 7. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Das Spiegelbild: Roman (Taschenbuch)
Ich gestehe: Ich liebe dieses Buch! Ich habe es schon viele Male gelesen und schon viele Male verschenkt. Generell verehre ich Irina Korschunow für ihre Art, zu schreiben! Ich finde, es gibt kaum eine andere zeitgenössische Autorin, die derart gekonnt "Fäden spinnen" und Geschichten in ihrer Vielschichtigkeit aufblättern kann, wie Irina Korschunow das vermag. Ihre Geschichten schlagen mich in Bann, ihre ganz besondere Art des Formulierens fasziniert mich immer wieder und lässt in meinem Kopf neue Welten entstehen, und wenn ich ihre Bücher lese, ertappe ich mich immer noch tagelang danach dabei, wie ich selber meine Gedanken in der verschachtelten - und trotzdem nie verschwurbelten - Erzählweise Korschunows in Worte fasse, obschon ich natürlich niemals an das große Talent und diese einzigartige Formulierkunst der Autorin heranreichen werde!
Irina Korschunow ist meine Lieblingsautorin, ich kenne alle ihre Bücher, und es gibt nur ein einziges von ihr, das ich nicht gelungen finde. "Das Spiegelbild" jedoch ist bereits über viele Jahre mein Lieblingsbuch - nicht nur mein Lieblingsbuch von Irina Korschunow, sondern mein Lieblingsbuch generell! Es ist "großes Kino", was die Autorin hier bietet, und wäre ich ein Regisseur, dann wäre dieses Buch auf jeden Fall eines, das ich verfilmen wollte, geradezu verfilmen MÜSSTE, und ehrlich gesagt, verstehe ich nicht, warum bisher niemand auf diese Idee gekommen ist.
Mag sein, es ist ein Frauenbuch. Ja, vielleicht ist das so! Und es ist - im Grunde genommen - ein eher melancholisches Buch. Den Protagonistinnen - der Dichterin Annette und der fiktiven Figur der Amelie - bleibt am Ende jeweils nicht viel; die großen Träume konnten jeweils nicht verwirklicht werden, und die Idee mit der großen Liebe hat sich für beide Frauen auch ganz anders entwickelt, als sie sich das mal vorgestellt hatten, wobei das Edelfräulein Annette von Droste-Hülshoff hier vielleicht noch den Vorteil hatte, dass ihre Zeit ihr einen gewissen "Schonraum" verschaffte, während Amelie sich in der Gegenwart nicht hinter irgendwelchen Zipperlein und depressiven Stimmungen verstecken kann, sondern für ihren Unterhalt sorgen muss.
Nein, es ist kein "leichtes", tänzelndes Buch, das Irina Korschunow hier geschrieben hat, es ist vielmehr umhüllt von einer gewissen nebligen Schwere, wie sie öfter über Meersburg am Bodensee hängt, wo die Droste die letzten Lebensjahre verbracht hat und auch gestorben ist.
Dennoch macht das Buch nicht depressiv. Dennoch zieht es einen nicht "runter". Dennoch kann es eine Art tröstlichen Sog entwickeln - und das macht eben das schriftstellerische Talent einer Irina Korschunow aus! Es ist ein Buch, das - inzwischen sehr zerfleddert und zerlesen - mich über viele Jahre begleitet hat und auch noch lange begleiten wird. Es ist "das Buch meines Lebens", ich fühle mich den beiden darin beschriebenen Frauen - einer jeden auf eine andere Art - sehr nahe, sie zerfließen in mir quasi zu einer Einheit, und ich bin, seit ich das Buch zum ersten Mal las, schon oft auf der Meersburg gewesen, genau wie Amelie im "Spiegelbild", und im Sterbezimmer der Dichterin gestanden, den Blick auf ihr Bild gerichtet. Ich war seither nie mehr in Meersburg, ohne den Räumen der Droste einen Besuch abgestattet zu haben - und jedes Mal werde ich dabei von einer ganz besonderen Stimmung ergriffen. Und ich spüre beide ganz deutlich bei mir: Annette und Amelie.
Danke für dieses großartige Buch!
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4.0 von 5 Sternen das spiegelbild spielt die rolle eines Bindegliedes., 7. Dezember 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Das Spiegelbild: Roman (Taschenbuch)
Im buch "das Spielbild" erfahrt Amelie eine Art Identitatkrise.Sie geht in dieses Haus und findet in Annette ihre Urahnin,eine Seelenfreundin mit der sie uber ihre Probleme und erfahrungen sprechen kann.Bisjetzt hat sie alles fur sich selbst behalten. Die Bilder werden zu einer Tur in die Vergangenheit in das Leben ihrer Verwandten.Sie losen den Wunsch in ihr aus,ihre Gefuhle auszudrucken.Sie sind ein anstoss und geben ihr energie alles mitzuteilen.sie beginnt uber Annette nachzudenken und entwirft einen Dialoge mit ihr in ihrem Kopf.Sie sieht die Parrallelen zwischen ihrem Leben und denm Leben von Annette.Beide sind Schriftstellerinnen und beide erleben das Alleinsein.Aber es gibt ein Unterschied .Annette liest sich aussnutzen von Levin Schucking und stirbt einsam,Amelie hingegen ist eigenstandig-ist zwar allein aber mochte viellicht auch so.Das Spiegelbild spielt die rolle eines Bindegliedes.Amelie schaut im bild und sieht Annette,eine Dichterin der Biedermeierzeit.Das Buch liest sich sehr spannend und unterhaltsam,nicht so eintonig wie eine Chronologie dadurch dass die Perspektive zwischen Annette und Amelie abwechselt.Das Buch zeigt zwei Blickwinkel;Man erfahrt uber das Leben zweier Personlichkeiten. Es zeigt wie die Zeiten sich verandert haben-Annette hatte es schwieriger da sie als Dichterin die einzige in einer Mannerwelt war und sie musste ihren Platz erkampfen.Amelie hingegen lebt in der Gegenwart,und macht diese Probleme nicht durch.Vieles ist einfacher fur sie. Dadurch dass sich Amelie mit dem Leben von Annette beschaftigt erfahrt sie mehr daruber warum sie selbst Probleme mit Mannern hat. Amelie geht uber eine Brucke in die Vergangenheit zu Annette und fuhrt Dialoge mit ihr bis zum Ende des Buches,dann geht sie wieder zuruck in die Gegenwart,und lasst Annette hinter sich. Das Buch von Korschunow malt sehr plastisch die beiden Frauenschicksake.Es bleibt offen wie Amelie ihr Leben weitergestalten wird aber die Reise in die Vergangenheit zu Annette hat sie weiterentwickelt und sie starker gemacht.Man traut ihr zu ihr Leben in die Hand zu nehmen.
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5.0 von 5 Sternen Das Spiegelbild liesst sich gut., 6. Dezember 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Das Spiegelbild: Roman (Taschenbuch)
Was fuer ein fabelhaftes Buch. So voll mit schoenen Ausdruecke und ein toller Blick ueber verschieden Leben. Es ist ein schoener Roman und wir lesen lebendige und ergreifende Berichten. Das Spiegelbild mit seinem schoenen bunten Einband macht uns neugerig ueber was drin zu lesen ist. Man geniesst die Zeit beim lesen. Nicht nur die Geschichten werden in Betracht gezogen, sondern auch schoene, informative und beschreibende Natur Szenen sind zu geniessen. Der Text ist sehr verstaendnisvoll und einfach zu lesen.
Das Spiegelbild oeffnet mit einem Gedicht von Annette von Droste Huelshoff und heisst "Am Turme." Das Buch mit 223 Seiten lehrt uns viel ueber die Unterschiede zwischen Frauen vor zweihundert Jahren und Frauen heute. Alle zentralen Charaktere sind Frauen. Die Autorin Irina Korschunow stellt zwei Frauen vor, Annette von Droste Huelshoff, eine Dichterin aus dem achtzehnten Jahrhundert und Amelie Treybe, eine Journalisten von heute.
Annette von Droste huelshoff starb am 24. Mai 1848 und jetzt im Buch, spricht sie mit Amelei Treybe, "ihre Nachfahrin" und sie vergleichen ihre Leben.
Ich finde im allgemein, dass der Inhalt des Buches ziemlich traurig ist. Viel Traegodie wird gelesen. Einsamkeit spielt die groesste Rolle im Spiegelbild. Es gibt Szene wo die Leser total traurig und einsam fuehlen.
Aber gluecklicherweise, ist das Buch nich total deprimierend, sondern es gibt auch lustige Szene zu geniessen. Szene wo die Leser laut lachen muessen. Im grossen und ganzen, ist es ein super Buch und bringt viele Stunden Spass zu Ihren Tag. Ich lasse Sie weiter selber lesen um Ihre einigen Meinungen darueber zu bauen.
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4.0 von 5 Sternen Eine Bruecke ueber veraenderten Zeiten, 23. November 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Das Spiegelbild: Roman (Taschenbuch)
Manchmal kommt einen das Leben eines Menschens, der von einer vorigen Generation stammt, ganz seltsam und unverstehbar vor. Das Interessante an Irina Korschunows ,Das Spiegelbild' ist die Erkennung, dass die beiden Hauptfigurinnen, obwohl sie 150 Jahre zeitlich voneinander getrennt sind, sich gar nicht so sehr unterscheiden. Das Buch handelt sich um die Lieben und Verlusten zwei Frauen, die nicht nur genetisch, sondern auch seelisch verwandt sind.
Annette von Droste-Huelshoff gilt fuer manche als die wichtigste Dichterin Deutschland. Ihr Erfolg konnte sie selbst aber kaum geniessen, wegen der Sitten und Regeln einer biedermeierlichen Aera. Im Prinzip wollte sie ihrer Famile treu bleiben und ihrer Rolle als Tochter einer anstaendigen Familie Sueddeutschlands gehorsam spielen, aber ihr Verlangen nach Erfolg im Dichten und Prosa Schreiben wirkte dagegen. Ihre Geschichte ist verhaeltnismaessig tragisch, weil sie in ihrem Leben so gezuegelt ist, und beinahe nie wirklich gluecklich ist.
Bei Amelie sieht die Handlung etwas anders aus. Amelie spricht Annette an, und ihre Erzaehlung wird von Korschunow mit Annettes Erzaehlung geschickt geflochten. Amelie behauptet, dass ihr Leben immer noch so hart und gezuegelt wie Annettes sei. Trotz der ganzen Freiheit, die sie jetzt geniesst, muss sie sich immer noch an den Regeln der Gesellschaft halten, und sie muss sich aehnlicherweise mit dem Dilemma des Konflikts zwischen Liebe und Karriere abfinden.
Die Staerke des Buches liegt an der Verbindung zwischen der beiden Frauen anhand eines Zweigespraeches, wobei Amelie und Annette manchmal sogar mit einander argumentieren. Dieses Gespraech traegt zu einem besseren Verstaendnis der Botschaft des Romans, und zwar, dass die Probleme einer ehrgeizigen Frau ueberall und immer aehnlich sind.
Der Roman ist aber so orientert, dass er wahrscheinlich keinen grossen Reiz fuer maennliche Leser besitzt. Es wird auch manchmal ein bisschen langweilig, immer nur ueber die Liebe, Dichtung und Journalistik zu lesen. Die Autorin haette vielleicht mehr ueber andere Aspekten der Leben der zwei Frauen schreiben sollen.
Im Grossen und Ganzen ist ,Das Spiegelbild' jedoch eine hochinteressante Geschichte, beeindrucksvoll geschrieben und angenehm zu lesen. Es schenkt dem Leser (oder praeziser geschrieben:der Leserin) eine faszinierende Einsicht in die Personalitaeten zwei Menschen, die verschiedene Zeiten erlebt haben, sowie in die Geschichte jener zwei Epochen. Dazu bekommt der Leser eine nicht zu unterschaetzende Vorstellung zu den Gedichten einer talentierten und wichtigen deutschen Dichterin.
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Das Spiegelbild: Roman
Das Spiegelbild: Roman von Irina Korschunow (Taschenbuch - 1. Mai 1998)
EUR 9,00
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