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Kundenrezensionen

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am 9. März 2003
Selten habe ich eine solch fesselnde Erzählung gelesen, die so humorvoll und ironisch geschrieben ist trotz der oft schrecklichen Geschehnisse und des unglaublichen Elends, über das Frank McCourt berichtet. Die Schilderungen aus den Armenvierteln mit dem quälenden Hunger gehen jedem Leser, der sich solche Lebensbedingungen kaum vorstellen kann, sehr unter die Haut.
Doch alles in allem kann man "Die Asche meiner Mutter" als optimistisches Buch bezeichnen. Es hat mich enorm beeindruckt, wie Frank dem Leben immer wieder die positive Seite abgewinnt.
Das Schicksal von Frank zeigt, daß man mit viel Lebensmut und viel Lebenswillen dem Elend aus eigener Kraft entkommen kann. Es wird nichts moralisierend erzählt und es wird niemand direkt angeklagt.
Als ich mit dem Buch begann, quälte ich mich zunächst durch ersten 20 Seiten, weil ich mit dem ungewöhnlichen Schreibstil einfach nicht zurechtkam. McCourt schreibt fast durchgehend in der Gegenwartsform, in kurzen Sätzen, immer aus der Perspektive seines jeweiligen Alters, mit ständigem Wechsel von Erzählform und direkter Rede. Trotzdem gibt es in diesem Buch kein einziges Anführungszeichen. Sobald man sich erst mal daran gewöhnt hat, fragt man sich, warum die Anführungszeichen nicht längst abgeschafft wurden. Man braucht sie nicht. Doch davon sollte man sich auf keinen Fall abschrecken lassen. Gewöhnungsbedürftig ist der Schreibstil schon, aber absolut genial. Schon nach kurzer Zeit wird man davon begeistert sein.
Das Buch lebt von McCourts Sprachwitz und von der Aneinanderreihung von Elend und erschütternden Begebenheiten auf der einen Seite sowie der Lebenslust und der Freude an kleinen Dingen auf der anderen.
Die Beschreibung der Charaktere, die oft schon als skurril zu bezeichnen sind, gelingt McCourt ausgezeichnet. Wäre es keine Tatsache, so könnte man seinen Vater als das Klischee des irischen Säufers bezeichnen.
Deutlich zutage tritt die Kritik an der katholischen Kirche. Trotz seines Glaubens, der Frank oft durch schwere Zeiten geholfen hat, wurde er doch allzu oft von der Kirche im Stich gelassen.
Beeindruckend auch, daß Frank die ganze Geschichte aus der Sicht als Kind bzw. Jugendlicher aufgeschrieben hat, ohne im nachhinein Wertungen aus dem Aspekt des Erwachsenen hineinzubringen. Kaum zu gleuben, daß Frank McCourt kein erfahrener Schriftsteller ist.
Ein Buch, für alle diejenigen, die mit nichts zufrieden sind. Ein Buch zum Verschlingen. Ein Buch, das Gefühle freisetzt. Für mich einer der besten Romane, die ich je gelesen habe.
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am 18. Januar 2006
In den Gassen spielen verwahrloste, zerlumpte, abgemagerte Kinder zwischen Pfützen, Abfall und Kloake. In den Hauseingängen stehen die Mütter und unterhalten sich darüber, welche karikative oder kirchliche Einrichtung heute wohl am besten aufgesucht werden soll. Die meisten Frauen sind das, was man heute als „Alleinerziehende“ bezeichnet. Die Männer sind abgehauen oder kommen nur nach Hause, um ihren Rausch auszuschlafen oder Mutter und Kinder zu prügeln und um die letzten Ersparnisse zu betrügen.
Arbeit gibt es kaum und wenn, ist sie hart und unterbezahlt. Die Kinder, vor allen Dingen die Jungen, müssen schon früh mit anpacken und für ein paar Pence Tagelöhnerdienste leisten. Die Kirche übt großen Einfluss auf die ungebildeten Armen aus und wer sich ihrem Willen widersetzt, bekommt ihre ganze Macht und Grausamkeit zu spüren.
Dies ist keine Beschreibung des Londons von Charles Dickens aus dem Jahre 1850, sondern traurige Realität einer Kindheit in den Armenvierteln in Irland nach dem ersten Weltkrieg. Lesen und Schreiben gehört nicht zu den Dingen, die ein Junge können muss. Schulbesuche sind allenfalls geduldet und werden unterbunden, sobald der Nachwuchs kräftig genug ist, mitzuarbeiten und ein Glas Bier zu halten.
Frank McCourt erzählt in seinem preisgekrönten Roman „Die Asche meiner Mutter“ über seine Kindheit in den irischen Slums in der Zeit zwischen dem ersten und dem zweiten Weltkrieg. Dabei geht er keineswegs schonungsvoll mit den auftretenden Personen um und verschweigt auch keine seiner eigenen kleineren und größeren Sünden. Besonderes Augenmerk legt er jedoch in seinem Roman auf die Schilderung der Schwierigkeiten, die seiner Mutter das Leben vergällen. Trotz aller Widrigkeiten schafft sie es immer wieder irgendwie, die Familie zusammen zu halten und durchzubringen. Seine Kraft, gegen das Schicksal anzukämpfen, bezieht er aus seinem christlichen Glauben und seinem fast übermenschlichen Überlebenswillen. Nicht ohne Ironie erzählt er von den Versuchungen, denen er fast erlegen wäre und nur durch die Kraft des Glaubens schadlos überstanden hat. Der Erzählstil ist naturgemäß schlicht, da das Buch aus der Sicht eines Jungen, später Jugendlichen, erzählt wird. Dabei bleibt der Roman jedoch packend auf Grund der Detail- und Erzählfreude des Autors. Die Ambivalenz, mit der er Menschen gegenübertritt, vermittelt er auch den Hörern. Aber da der Autor selber eine Entwicklung vom Kind zum Jugendlichen durchmacht, sieht er später manche Personen und Ereignisse anders, als bisher geschildert. Dann scheut er sich nicht, dies auch dem Hörer mitzuteilen. Durch diese sich ständig ändernden Blickwinkel zieht er den Hörer tief in das Geschehen mit ein und überlässt letztendlich dem Hörer die Entscheidung, mit welchen Personen und Handlungsweisen er sympathisiert oder welche er ablehnt.
Die perfekte Wahl für ein preisgekröntes Werk
Im Verlag Steinbach Sprechende Bücher ist jetzt die ungekürzte Lesung dieses Romans einer irischen Kindheit erschienen. Wäre allein dies schon Grund genug für jeden Hörer anspruchsvollerer Literatur, in Jubel auszubrechen, übertrifft Christian Brückner als Sprecher alle Erwartungen, die man im Vorfeld an die Beste aller möglichen Interpretationen stellen konnte. Egal ob Beobachter, Ich-Erzähler, zeternde Kinder, besoffene Väter, bigotte Kleriker oder neidische Nachbarinnen, stets trifft er den perfekten Ton. Nicht umsonst zählt er seit Langem zur absoluten Spitze der Sprecherriege in Deutschland und es gibt wenige Kollegen, die eine solche Bandbreite an Ausdrucksmöglichkeiten zur Verfügung haben wie Christian Brückner. Auch diesmal schafft er es auf bewunderungswürdige Weise, die Atmosphäre des Romans einzufangen ohne die Ironie zu überzeichnen oder das Elend und die Verzweiflung zu verharmlosen. Den Charakteren verleiht er die notwendige Lebendigkeit und bleibt trotz des ernsten Hintergrundes dem optimistischen und lebensbejahenden Stil des Buches verbunden.
Fazit: Ein Meisterwerk meisterlich vorgetragen von Christian Brückner. Die vollständige Lesung gehört in jede Sammlung des Liebhabers anspruchsvoller Literatur.
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am 5. Februar 2013
Wir mussten damals in der Schule den Film auf Englisch anschauen, und später einen Bericht darüber schreiben.
Der Film ging mir dermaßen ans Herz, dass ich kurz darauf auch das Buch lesen wollte.
Das Buch ist eindeutig noch eine Spur heftiger, trauriger, ausführlicher.
Erzählt wird die Geschichte des Jungen Frank McCourt,
der sein Aufwachsen im Irland der 30er und 40er Jahre schildert.
Seine Mutter gebärt ein Kind nach dem anderen, sein Vater ist Alkoholiker.
Die Familie ist mehr als nur arm, oft reicht das Geld nicht mal für das Allernötigste.
Frankie, wie er von allen genannt wird, muss und will versuchen, trotzdem etwas aus sich zu machen, irgendwie,
um von der grünen Insel in die neue Welt Amerika aufbrechen zu können, dorthin zurück, wo er Jahre zuvor geboren
wurde.
McCourt versteht es, den Geist dieser Zeit genau einzufangen und wiederzugeben.
Man trauert mit ihm um all die Verluste und Entbehrungen, welche er erleiden musste, vor allem deshalb,
weil das Buch autobiographisch ist und sich wirklich alles so abgespielt haben musste in dieser Zeit.

Frank McCourt hat seinen Traum letzten Endes doch noch wahr gemacht, er ist einer von den ganz Großen geworden.
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am 8. März 2008
Dieses Werk zeichnet in der Tat ein erschütterndes und zugleich faszinierendes Bild von der Jugend des Autors in Amerika und vor allem in Irland der dreißiger und vierziger Jahre. Erstaunlich ist, wie genial der Autor Emotionen und Zustände mit einfachen Mitteln derart prägnant und berührend rüberbringt. Sein Stil ist witzig und unkonventionell - so kommt er ohne klassische direkte und oft auch indirekte Dialoge aus, obwohl die Figuren viel miteinander sprechen. Man kann dieses Buch kaum weglegen, ohne es zu Ende gelesen zu haben, obwohl kein großer Handlungsbogen und keine spannende Entwicklung zugrunde liegen. Äußerst empfehlenswert!
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am 19. Februar 2007
Seit ich "Die Asche meiner Mutter" zum 1. Mal gelesen habe, sind schon einige Jahre vergangen, aber es ist ein Buch, dass auch nach mehrmaligem Lesen nichts verliert.

Der Überlebenskampf der Familie, erst in New York und später dann in den Slums von Limerick, bleibt fesselnd von der ersten bis zur letzten Seite. Man fühlt mit den beteiligten Personen, mit der Mutter, deren Hoffnung auf ein besseres Leben immer wieder enttäuscht wird, wenn ihr Mann mitten in der Nacht betrunken nach Haus kommt und die Kinder aus dem Bett holt und sie schwören lässt, für Irland zu sterben. 3 Kinder, die wirklich sterben - nicht für Irland, aber als Folge der dauernden Mangelernährung, die grösstenteils davon kommt, dass der Vater den Arbeitslohn oder das Stempelgeld vertrinkt, statt Essen dafür zu kaufen.

Der Vater wird aber trotz allem nicht als bösartig beschrieben, eher als ein Patriot, der ein bisschen naiv ist und nie darüber hinwegkommt, dass er, obwohl er seinen Beitrag für Irland geleiset hat, keine Veteranen-Unterstützung bekommt.

Und schliesslich Frank, dem schon früh klar ist, dass er seine Mutter und Geschwister unterstützen will und alles Menschenmögliche unternimmt, um zurück zu gehen ins gelobte Land, nach Amerika, was ihm schliesslich auch gelingt.

Man ist mitten drin in Irland, wenn man dieses Buch liest.
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am 18. September 2001
So eben habe ich o.g. Buch ausgelesen und bin begeistert über die Art und Weise des Autors, seine Kindheit und Jugend zu schildern. Aber ich bin auch erschüttert, wenn ich darüber nachdenke, in welch katastrophalen Verhältnissen er aufgewachsen ist und gelebt hat. Dieses Buch beschönigt nichts, ist aber auch weit davon entfernt alles schwarz sehen zu lassen. Kann man eben noch über eine Episode schmunzeln, so ist es durchaus möglich, dass einem schon beim lesen der nächsten Zeile die Tränen in den Augen stehen. Eine Fähigkeit, die nur sehr sehr wenigen Autoren gegeben ist. "Die Asche meiner Mutter" sollte uns auch zum Nachdenken anregen; Wie oft sind wir am Jammern, dass uns dies und das fehlt, dass wir uns jenes und welches nicht leisten können. Dieses Buch zeigt einmal mehr, dass es mir wirklich gut geht und ich überhaupt keinen Grund habe mich zu beklagen. Ich habe ein Dach über dem Kopf, ich brauche nicht zu frieren, ich habe mehr zum Anziehen als ich je brauchen werde und ich habe noch nie hungern müssen. Der unerschütterliche Optimismus und der Ehrgeiz, mit dem der Autor sein Ziel verfolgt und seinen Traum verwirklicht sollte beispielhaft für uns alle sein.
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am 10. Februar 2002
Ich habe nun schon mehrere Autobiografien (u.a. "Neger, Neger, Schornsteinfeger", "Vorlaut") gelesen und muß sagen, die von McCourt ist die beste. Es ist offenbar schwer, das eigene Leben literarisch aufzuarbeiten, entweder man verliert sich im Trivialen und schafft es nicht, dem Leser Tiefe zu vermitteln, oder man hat noch immer nicht mit seinem Leben und Leiden abgeschlossen und nutzt das Medium Buch, mit der Vergangenheit abzurechnen, statt mit ihr abzuschließen. Er schafft den Spagat, das eigene Erleben zu erzählen, ohne eine psychologische Deutung gleich mitzuliefern, ohne sich zu bemitleiden oder zu beweihräuchern, er schreibt mit Witz und Liebe, er schafft es, stets aus der Sicht des Entwicklunsstadiums zu schreiben, ÜBER das er gerade schreibt. Er nimmt nichts vorweg, er beurteilt nicht, er erzählt einfach. Grandios. Ich war oft sprachlos vor Entsetzen und mußte oft im nächsten Moment lachen ("er sah aus wie etwas, das die Katze hereingetragen hat").
Es ist eines der besten Bücher, die ich überhaupt je gelesen habe. Und das sind viele.
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am 5. April 2006
Bei der hier rezensierten Version handelt es sich um ein Hörbuch aus dem Verlag Steinbach Sprechende Bücher. Es umfasst 14 CDs mit einer Gesamtlänge von 1052 Minuten und stellt dankenswerterweise eine ungekürzte Lesung der Romanvorlage dar - mit einer Kürzung wäre man dem Original auch nur schwer gerecht geworden. Gelesen wird der Roman von Christian Brückner, einem der beliebtesten deutschen Synchronsprecher, der vor allem als Stimme von Robert De Niro bekannt wurde. Obgleich Brückner eigentlich immer glänzend liest, muss man noch einmal hervorheben, wie gut hier die Wahl für die Lesung des Romans getroffen wurde. Brückner trägt das Buch mit großer Ernsthaftigkeit und ohne Hast vor, transportiert über die leicht knarrende Stimme all das Leid, das die Familie McCourt erfahren muss; er kann aber bei Bedarf auch ausgelassen und komisch sein oder mit angemessenem Ernst die irischen Lieder rezitieren, die immer wieder vorkommen.
Die optische Gestaltung des Hörbuchs ist nicht originell zu nennen, sie ist aber auch nicht schlecht - sie zeigt das gleiche Covermotiv wie die Romanauflage aus dem btb Verlag: einen kleinen, etwas zerlumpt aussehenden Jungen vor einer Hauswand. Die CDs sind in einer stabilen Pappbox untergebracht und jeweils einzeln in Papierhüllen verpackt, an deren Stelle man sich definitiv stabilere Ausführungen aus Pappe gewünscht hätte. Minuspunkte gibt es für das Booklet, das mehr als bescheiden ist und lediglich aus einer Doppelseite besteht, die zu einem großen Teil von Werbung des Verlags eingenommen wird. Mehr Informationen über den Autor und den Sprecher, eventuell sogar über Irland zur damaligen Zeit, wären hier sicherlich von Interesse gewesen, vor allem bei einer so gelungenen Produktion.
Ein schonungsloses Buch, eine realistische Schilderung Irlands in den 30er und 40er Jahren und zugleich eine sehr flüssig und spannend erzählte Biografie, die einen von Anfang an nicht mehr loslässt. „Die Asche meiner Mutter" ist anspruchsvoll ohne die Langatmigkeit, die vielen Biografien anhaftet, es ist mehr Roman als Lebenslauf und zu Recht preisgekrönt. Das ausgezeichnete Hörbuch erweckt Franks Geschichte in voller Länge mit der bekannten Stimme Christian Brückners zum Leben und ist somit ebenso empfehlenswert wie die Romanfassung.
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am 15. Mai 2007
Gibt es ein trostloseres Buch als dieses? Mailen Sie mir und sagen Sie mir doch, welches.

Ich habe das Buch erst Jahre, nachdem ich den Film gesehen hatte, gelesen. Schon der Film hat bei mir großes Unbehagen ausgelöst. Es ist ein unvorstellbares Elend, in dem Frank McCourt aufgewachsen ist.

Angela lernt ihren Mann Malachy in New York kennen, der erste Abend endet mit einem "Knee-Trembler" an einer Mauer und der Zeugung von Frank McCourt. Mehr Kinder werden geboren. Der Vater bringt durch Gelegenheitsjobs ab und an ein paar Cent nach Hause, meistens vertrinkt er das Geld jedoch am Zahltag. Die Geschwister wachsen völlig verwahrlost auf, werden mit Zuckerwasser ernährt, wenn nicht gutmeinende Nachbarn Lebensmittel bringen. Der Vater, ein patriotischer Nordire, lässt besoffen die Kleinkinder nachts antreten, um auf das Heil von Nordirland zu singen.

Die Familie kehrt zurück nach Limerick, auch dort lebt die Familie von der Hand in den Mund, der verhasste nordirische Vater hat praktisch keine Möglichkeit, in der Republik Irland Arbeit zu finden.

Während dem zweiten Weltkrieg geht er nach England, um in der Rüstungsindustrie zu arbeiten, was viele Iren getan haben, dort wurde gutes Geld bezahlt, und die Männer konnten ihre zurückgebliebenen Familien mit dem wöchentlichen Scheck sehr gut versorgen. Aber McCourts Familie ist die einzige in der Straße, die samstags vergeblich auf den Scheck wartet, denn auch in England vertrinkt der Vater den Lohn.

Das Leben ist geprägt von Demütigungen, Dreck, Gestank, Hunger, durch Mangelernährung oder Kälte sterbende Geschwister, Wanzen, Ohnmacht, Abhängigkeiten von denen, die ein Dach über dem Kopf zur Verfügung stellen, you name it.

Ich habe ab Mitte der 70er Jahre viele Jahre lang immer wieder Irland bereist, damals war das Land für uns Späthippies eine Art Mekka mit seiner Stille, Kargheit, schönen Landschaft und den freundlichen Iren. Ich merke, dass ich nun überhaupt nichts über dieses Land wusste und Romantik meinte gefunden zu haben, wo nun wirklich keine war.

Dieses Buch hat zu Recht den Pulitzerpreis gewonnen, und ich empfehle es jedem Leser.
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am 16. Januar 2006
In den Gassen von Limerick
In den Gassen spielen verwahrloste, zerlumpte, abgemagerte Kinder zwischen Pfützen, Abfall und Kloake. In den Hauseingängen stehen die Mütter und unterhalten sich darüber, welche karikative oder kirchliche Einrichtung heute wohl am besten aufgesucht werden soll. Die meisten Frauen sind das, was man heute als „Alleinerziehende“ bezeichnet. Die Männer sind abgehauen oder kommen nur nach Hause, um ihren Rausch auszuschlafen oder Mutter und Kinder zu prügeln und um die letzten Ersparnisse zu betrügen.
Arbeit gibt es kaum und wenn, ist sie hart und unterbezahlt. Die Kinder, vor allen Dingen die Jungen, müssen schon früh mit anpacken und für ein paar Pence Tagelöhnerdienste leisten. Die Kirche übt großen Einfluss auf die ungebildeten Armen aus und wer sich ihrem Willen widersetzt, bekommt ihre ganze Macht und Grausamkeit zu spüren.
Dies ist keine Beschreibung des Londons von Charles Dickens aus dem Jahre 1850, sondern traurige Realität einer Kindheit in den Armenvierteln in Irland nach dem ersten Weltkrieg. Lesen und Schreiben gehört nicht zu den Dingen, die ein Junge können muss. Schulbesuche sind allenfalls geduldet und werden unterbunden, sobald der Nachwuchs kräftig genug ist, mitzuarbeiten und ein Glas Bier zu halten.
Frank McCourt erzählt in seinem preisgekrönten Roman „Die Asche meiner Mutter“ über seine Kindheit in den irischen Slums in der Zeit zwischen dem ersten und dem zweiten Weltkrieg. Dabei geht er keineswegs schonungsvoll mit den auftretenden Personen um und verschweigt auch keine seiner eigenen kleineren und größeren Sünden. Besonderes Augenmerk legt er jedoch in seinem Roman auf die Schilderung der Schwierigkeiten, die seiner Mutter das Leben vergällen. Trotz aller Widrigkeiten schafft sie es immer wieder irgendwie, die Familie zusammen zu halten und durchzubringen. Seine Kraft, gegen das Schicksal anzukämpfen, bezieht er aus seinem christlichen Glauben und seinem fast übermenschlichen Überlebenswillen. Nicht ohne Ironie erzählt er von den Versuchungen, denen er fast erlegen wäre und nur durch die Kraft des Glaubens schadlos überstanden hat. Der Erzählstil ist naturgemäß schlicht, da das Buch aus der Sicht eines Jungen, später Jugendlichen, erzählt wird. Dabei bleibt der Roman jedoch packend auf Grund der Detail- und Erzählfreude des Autors. Die Ambivalenz, mit der er Menschen gegenübertritt, vermittelt er auch den Hörern. Aber da der Autor selber eine Entwicklung vom Kind zum Jugendlichen durchmacht, sieht er später manche Personen und Ereignisse anders, als bisher geschildert. Dann scheut er sich nicht, dies auch dem Hörer mitzuteilen. Durch diese sich ständig ändernden Blickwinkel zieht er den Hörer tief in das Geschehen mit ein und überlässt letztendlich dem Hörer die Entscheidung, mit welchen Personen und Handlungsweisen er sympathisiert oder welche er ablehnt.
Die perfekte Wahl für ein preisgekröntes Werk
Im Verlag Steinbach Sprechende Bücher ist jetzt die ungekürzte Lesung dieses Romans einer irischen Kindheit erschienen. Wäre allein dies schon Grund genug für jeden Hörer anspruchsvollerer Literatur, in Jubel auszubrechen, übertrifft Christian Brückner als Sprecher alle Erwartungen, die man im Vorfeld an die Beste aller möglichen Interpretationen stellen konnte. Egal ob Beobachter, Ich-Erzähler, zeternde Kinder, besoffene Väter, bigotte Kleriker oder neidische Nachbarinnen, stets trifft er den perfekten Ton. Nicht umsonst zählt er seit Langem zur absoluten Spitze der Sprecherriege in Deutschland und es gibt wenige Kollegen, die eine solche Bandbreite an Ausdrucksmöglichkeiten zur Verfügung haben wie Christian Brückner. Auch diesmal schafft er es auf bewunderungswürdige Weise, die Atmosphäre des Romans einzufangen ohne die Ironie zu überzeichnen oder das Elend und die Verzweiflung zu verharmlosen. Den Charakteren verleiht er die notwendige Lebendigkeit und bleibt trotz des ernsten Hintergrundes dem optimistischen und lebensbejahenden Stil des Buches verbunden.
Fazit: Ein Meisterwerk meisterlich vorgetragen von Christian Brückner. Die vollständige Lesung gehört in jede Sammlung des Liebhabers anspruchsvoller Literatur.
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